Die Elfen: Die goldenen Pfade (Folge 6)

Die Handlung:

Der Krieg zwischen den Elfen und Trollen eskaliert. Vom Windland ausgehend, schickt die Schamanin Skanga das Trollheer durch das goldene Netz der Albenpfade. Ihr Ziel: die Burg der Elfenkönigin im südlich gelegenen Herzland. Emerelle bleibt nur ein einziges Mittel, um die Trolle aufzuhalten – mit unüberschaubaren Konsequenzen … (Verlagsinfo)

Mein Eindruck:

Wohl dem, der nach über einem Jahr Pause noch weiß, was in der letzten Folge oder gar in der kompletten letzten Buchverhörspielung passiert ist. Handelnde Figuren und Rassen gibt es zu viele, um das noch einmal zusammenzufassen. Im Grunde reicht es aus zu wissen, dass die Trolle noch immer versuchen, die Elfen auszulöschen.

Der (Wieder-)Einstieg wird uns vom Team auch nicht grad leicht gemacht, wenn wir zu Anfang eine Hetzrede der „Rotmützen“ hören. Wem dieser Begriff nichts sagt … macht nichts, der ist auch neu und „Rotmützen“ gabs in den letzten Folgen auch keine. Die „Rotmützen“ sind Kobold-Rebellen, die gegen die Sklaverei kämpfen. Und auch diese Rebellen haben etwas gegen Elfen … wenn man den Schilderungen glauben darf, zurecht.


Dann gibts aber zum Glück ein paar Momente, in denen der Hörer sich endlich wieder in die Welt von Bernhard Hennens ELFEN hineinfühlen kann. Und das geht so schnell wie bei wenigen anderen Hörspielwelten. Die dichte Atmosphäre, die durch die perfekte Soundkulisse geschaffen wird, zieht den Hörer sofort nach Albenmark und lässt das Fantasy-Kopfkino unglaublich lebendig erscheinen.

Und plötzlich ist es auch nicht mehr so wichtig, dass man sich vielleicht nicht mehr an alles Geschehene und an alle Figuren erinnert. Der Hörer kann sich einfach fallenlassen und in die Story einsteigen. Das Wissen darum, dass offenbar eine Schlacht zwischen Elfen und Trollen (und Kobolden) bevorsteht, reicht aus. Und wenn man sich während des Hörens die Sprecher- und Rollenaufstellung im Booklet ansieht, dann weiß man auch die Namen einzuordnen, die hier fallen.

Schön ist es auch, dass wir wieder beiden Seiten über die Schulter blicken und so auch die Trolle und ihre Truppen besser verstehen können. Sicher sind sie manchmal etwas plump, aber dumm sind sie nicht und unterschätzen darf man sie auf keinen Fall. Schon gar nicht ihre Schamanin Skanga, die einiges im Schilde führt. Das rhythmische Klacken von Skangas Stab allerdings, der ihren Trollen den Weg durch den Albenstern weisen soll, geht dem Hörer schon nach wenigen Schritten extrem auf die Nerven. Und da das mit den Portalen in Hennens Elfenwelt nicht spontan funktioniert, sondern es eine ganze Weile dauert, bis man auf der anderen Seite ist, müssen wir das Klacken ziemlich lange ertragen. Das wird zwar nicht der Grund sein, warum Emerelle von der anderen Seite aus mit der Macht ihres Albensteins dem Heer entgegenwirkt … willkommen ist das aber allemal. Ihr Handeln hat allerdings mächtige Konsequenzen für Albenmark, die es in den nächsten Folgen noch zu bekämpfen gilt.

Die Fehlgeburt der Fee Mondblüte ist zwar extrem dramatisch, aber ich konnte nicht nachvollziehen, warum dieser Handlungsfaden seinen Weg in die Hörspielumsetzung gefunden hat, lenkt er doch von den interessanteren Geschehnissen ab und hat wenig Bewandnis für irgendwas. Außer vielleicht, dass Laura Maire als Ganda mit dabei war und ihre Sympathien für Emerelle durch dieses Ereignis extrem gelitten haben. Ganda werden wir wohl in der nächsten Folge noch mal wiedertreffen.

So sehr ich Laura Maire als Hörbuchsprecherin zu schätzen weiß … irgendwie hätte ich sie mir in einem Fantasy-Hörspiel von der Stimmfarbe her eher im Lager der Elfen vorgestellt und nicht als Kobold, auch nicht als Kobold mit Fuchskopf. Dafür klingt ihre Stimme zu klar und zerbrechlich. Aber, sie hat sich hier als gestaltgewandeltes (zu kleines) Elfenmädchen auf der Elfenburg von Emerelle eingeschmuggelt und so war das vielleicht der Grund für die Produzenten, sie als Ganda zu verpflichten. Auf jeden Fall aber ist sie für mich das Sprecher-Highlight dieser Folge, trotz dieser Besetzung.

Die Reihenfolge der Hörspielumsetzung:

Am Anfang war die Entwirrung. Der „Elfen“-Zyklus von Bernhard Hennen umfasst fünf Bände. „Die Elfen“ als Hörspielausgabe beginnt aber nicht beim ersten, sondern beim zweiten Band, ist also die Umsetzung von „Elfenwinter“. Dessen Hörspielumsetzung besteht aus fünf Teilen. Ab Teil sechs beginnt die Hörspielumsetzung des nächsten Bandes, „Elfenlicht“, die insgesamt sechs Teile umfassen soll. Der darauf folgende Band, „Elfenkönigin“, ist laut Verlag bereits in Planung.

Die Sprecher und ihre Rollen:

Elfen
Meister Alvias (Erzähler): Helmut Zierl
Ollowain: Bernd Rumpf
Silvyna: Cathlen Gawlich
Emerelle: Daniela Hoffmann
Shandral: Patrick Bach
Elodrin: Tim Knauer
Fenryl: Kai-Henrik Möller
Caileen: Marion Elskis

Feen
Mondblüte: Konstanze Ullmer

Trolle
Skanga: Luise Lunow
Branbart: Douglas Welbat
Birga: Simona Pahl
Slarag: Uli Krohm

Kobolde
Ganda: Laura Maire
Elija Glops: Rasmus Borowski
Nikodemus Glops: Leon Seibel

Weitere Bewohner von Albenmark
Benjamin Dittrich, Janis Grossmann, Julia Holmes, Robert Missler, Ilya Welter sowie der ehrenamtliche 15-köpfige Trollchor unter Regie von Sebastian Breidbach

Technik-Credits:

Ein Fantasy-Hörspiel von Dennis Ehrhardt nach Elfen-Romanen von Bernhard Hennen
Skript, Regie und Produktion: Dennis Ehrhardt
Aufnahmen: Alexander Rieß, CSC Studio, Hamburg
Dennis Ehrhardt im Studio Konterfei, Berlin
Peter Dennhöfer, Studio Süd, Köln
Schnitt & Sounddesign & Mischung: ear2brain productions
Musik: Andreas Meyer
Illustrationen: Helge C. Balzer (Titel), Sandobal
Layout: Sebastian Hopf
Product Management: dp

Die Ausstattung:

Die in einfachem Schwarz gehaltene CD steckt in einem Jewel-Case. Das Booklet ist eine Fantasy-Augenweide, die ein Portal zeigt, und besser zu gefallen weiß als die schlichten Buchcover der Romanversion, auf denen immer das gleiche Schwert zu sehen war. Innen finden wir eine ausführliche Erklärung des Autors zu Elija Glops, dem Begründer der „Rotmützen“.

Auch die Aufstellung der Sprecher und ihrer Rollen ist besonders ansprechend gestaltet, hier gibts dann auch das Schwert zu sehen, das die Romanreihe ziert. Übersichtlich wurde hier nach Rassen getrennt: Elfen, Trolle, Kobolde, Feen und den restlichen Bewohnern von Albenmark. Zusätzlich gibt es noch die oben erwähnten Technik-Credits nachzulesen und etwas Werbung in eigener Autorensache.

Die Elfen:
Band 1: „Die Elfen“
Band 2: „Elfenwinter“
Band 3: „Elfenlicht“
Band 4: „Elfenkönigin“
Band 5: „Elfenlied“

Elfenwinter als Hörspielumsetzung:
Folge 1: „Der Untergang von Vahan Calyd“
Folge 2: „Firnstayns Kinder“
Folge 3: „Königstein“
Folge 4: „Der Fluch des Schicksalswebers“
Folge 5: „Elfenwinter“

Elfenlicht als Hörspielumsetzung:
Folge 1: „Die goldenen Pfade“
Folgen 2-6: – angekündigt –

Mein Fazit:

Auch wenn man sich nicht mehr an die Ereignisse im letzten ELFEN-Hörspiel erinnert oder man gar komplett neu einsteigt … es fällt nicht schwer. Atmosphärische Effekte, epische Musik, überzeugende Sprecher … alles fügt sich zusammen mit der Story im persönlichen High-Fantasy-Kopfkino zu einem extrem lebendigen Erlebnis zusammen.

Konfrontationen und Schlachten gibts allerdings hier noch keine zu erleben. Vielmehr hören wir einer Menge Truppenverschiebungen auf Seiten der Elfen und der Trolle zu und wir lernen die Pläne von Skanga, der blinden Schamanin der Trolle, kennen.

Und da nicht alle Trolle groß und dumm sind und alle Elfen schlau und schön, versorgt uns der Autor mit genüg fesselnder Geschichte, die vom Verhörspielungsteam perfekt umgesetzt wurde. So ist es auch Emerelle, die mehr Unheil für ihr Land anrichtet als die Troll-Hexe und so den Auftakt für eine zusätzliche Bedrohung einläutet, die es in den kommenden Hörspielen zu bekämpfen gilt.

1 Audio-CD
Spieldauer: ca. 59 Min.
Tracks: 12
Empfohlen ab 12 Jahren
UPC: 0602537253944

www.folgenreich.de

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