Die Elfen: Elfenlicht (Folge 11)

Die Handlung:

Der Krieg in Albenmark neigt sich dem Ende zu: Das Heer der Trolle hat weite Teile des Landes überrannt. Die Elfenkönigin Emerelle zieht ihre Truppen im Süden an der Shalyn Falah zusammen. Sie will einen letzten Versuch unternehmen, die Trolle zur Einsicht zu bewegen, dass ein weit mächtigerer, gemeinsamer Feind Albenmark bedroht: Der Devanthar, der in wechselnder Gestalt auf den Schlachtfeldern auftaucht, will das Tor ins Nichts öffnen, damit die Yingiz in Scharen einfallen und alles Leben in Albenmark vernichten … (Verlagsinfo)

Mein Eindruck:

Was bisher geschah … ist sicher nur denen bekannt, die die Romanvorlage gelesen haben … und dabei gehts doch hier in den letzten Teil der ELFENLICHT-Vertonung. Alle anderen, auch die Fans und Hörfreunde der ELFEN-Reihe, werden sich nur schwerlich erinnern. Leider gibts wie gehabt keinen Intro-Track, in dem kurz und knapp erzählt wird, wo wir grad stehen und wie wir dahin gekommen sind. Stattdessen erzählt uns jemand von einem Sebastian, den es in den vergangenen zehn Teilen noch gar nicht gegeben hat. Aber Effekte, Musik und Atmosphäre sind wieder super … wobei die stimmenverzerrte Abmischung des ersten „Gruselstimmen“-Yingiz, der Sebastian begleitet, so schrecklich abgemischt wurde, dass sie nur sehr schwer zu verstehen ist. Wer Nebengeräusche beim Hören hat, der hat an dieser Stelle verloren … selbst wenn er spontan die Lautstärke voll aufdreht. Ich hatte zum Zeitpunkt des Hörens kräftigen Wind vor dem gekippten Fenster, das reichte schon aus, um einigen Dialogen nicht mehr folgen zu können. Das ist leider keine Eintagsfliege, denn wir begegnen Sebastian und seinem unfreiwilligen Begleiter nicht nur einmal … und auch an diesen Stellen ist es schwer bis unmöglich die „Gruselstimme“ vernünftig zu verstehen.

Aber wenigstens erfahren wir, wie Kentauren entstehen … ganz in echt … so sagt man halt … das ist doch was wert … womöglich … aber lustig ist es. Und dann gibts wieder das wilde Umhergeschwenke von Rasse zu Rasse und von Handlungsfaden zu Handlungsfaden, von denen es bei den ELFEN ja fast unzählige gibt. Die Liste der Sprecher ist nicht umsonst so üppig gefüllt, es leben, überleben und sterben in Albenmark halt eine Menge … Personen. Und der Verlag hat es sich zur Aufgabe gemacht, jeden einzelnen zu besuchen und seine Geschichte zu erzählen. Na ja, ganz so schlimm ist es nicht, aber es gibt eine Menge Schnitte, Erzähler und Umblendungen, sodass der Hörer hier nicht nur bei der „Gruselstimme“ aufpassen muss, sondern auch genau zuhören, damit er immer weiß, in welchem Lager er sich gerade aufhält und aus wessen Blickwinkel wir gerade die Geschehnisse erzählt bekommen. Und nach der Hälfte der Hörzeit deutet sich noch nichts an, das in irgendeinem der Handlungsfäden eine Art Abschluss andeutet oder auf einen hindeutet. Der wichtigste Faden aber ist wohl der, bei dem Emerelle auf die Trolle trifft und Klaves-Ollowain-Falrach wieder einnordet.

Und dann passiert endlich etwas, das alle Beteiligten die Gesamtlage noch einmal überdenken lässt und es kommt zu einer Konsequenz, die sich vorher nicht abgezeichnet hatte. Einer der vielen Ich-Perspektive-Erzähler währenddessen ist Skanga, die Schamanin der Trolle. Wenn sie als Erzählerin auftritt, kann der Hörer den Unterschied zwischen Dialog und Erzähler nicht erkennen, weil beides gleich klingt und ohne hörbare Merkmale direkt ineinander übergeht. Das fand ich ein wenig irritierend.

Wer denn der Figurenspieler am Ende war, das musste ich erstmal nachschlagen. Übrigens wäre es prima gewesen, wenn im Booklet, nicht nur die Namen der Figuren gestanden hätten, sondern auch, was sie bei den ELFEN so besonders macht. So stehts in der Romanvorlage am Ende und erklärt auch, wer der fies lachende Typ am Schluss ist und was wohl seine Absichten sein könnten, von denen uns dann wohl der Auftakt des nächsten Bandes erzählen wird.

Das Hörerlebnis:

Die Auswahl an Sprechern der ELFEN und vor allem deren Performance beeindruckt mich immer wieder aufs Neue. Selten habe ich eine so passige Zusammenstellung an talentierten Sprechern erlebt wie hier.

Unterstützt wird das Ensemble von imposanter und immer passender Musik und zahllosen Effekten, die mit viel Liebe zum Detail ein Fantasy-Kopfkinoerlebnis entstehen lassen, das einen eigenen Standard gesetzt hat und seit der ersten Folge halten kann.

Die Reihenfolge der Hörspielumsetzung:

Der „Elfen“-Zyklus von Bernhard Hennen umfasst fünf Bände. „Die Elfen“ als Hörspielausgabe beginnt aber nicht beim ersten, sondern beim zweiten Band, ist also die Umsetzung von „Elfenwinter“. Dessen Hörspielumsetzung besteht aus fünf Teilen. Ab Teil sechs beginnt die Hörspielumsetzung des nächsten Bandes, „Elfenlicht“, die insgesamt sechs Teile umfassen soll. Der darauf folgende Band, „Elfenkönigin“, ist laut Verlag bereits in Planung.

Die Sprecher und ihre Rollen:

Menschen
Kadlin: Ranja Bonalana
Guido: Helmut Krauss
Lambi: Dirk Hardegen
Sebastien: Janis Zaurins
Kalf: Martin May
Halgard: Joey Cordevin
Bruder Jules: Gerd Rigauer
Ulric: Dennis Schmidt-Foß
Björn Lambison: Patrick Güldenberg

Trolle
Skanga: Luise Lunow
Birga: Simona Pahl
Gilmarak: Matthias Klie
Orgrim: Tilo Schmitz

Elfen
Emerelle: Daniela Hoffmann
Meister Alvias (Erzähler): Helmut Zierl
Alathaia: Alexandra Lange
Shandral: Patrick Bach
Eleborn: Wolf Frass
Ollowain: Bernd Rumpf
Fingayn: Christian Gaul
Melvyn: Bernd Vollbrecht
Fenryl: Kai-Henrik Möller
Leylin: Linda Fölster
Obilee: Sonja Stein

Kobolde
Madrog: Tobias Lelle
Schwarzer: Markus Stolberg
Ganda: Laura Maire
Elija Glops: Rasmus Borowski

weitere Bewohner von Albenmark: Dagmar Bittner, Achim Buch, Flemming Dreger, Steffen Gräbner, Tammo Kaulbarsch, Manfred Liptow, Eva Meckbach, Katharina Pütter, Nic Romm, Wolfgang Rüter, Kerstin Sanders-Dornseif, Achim Schülke und Asad Schwarz

Technik-Credits:

Ein Fantasy-Hörspiel von Dennis Ehrhardt nach den Elfen-Romanen von Bernhard Hennen
Skript, Regie und Produktion: Dennis Ehrhardt
Aufnahmen: Alexander Rieß, CSC Studio, Hamburg; Dennis Ehrhardt im Studio Konterfei, Berlin; Johannes Steck, Schlosstonstudio, Seefeld
Schnitt & Sounddesign & Mischung: ear2brain productions
Musik: Andreas Meyer
Illustrationen: Helge C. Balzer (Titel), Sandobal
Layout: Sebastian Hopf
Product Management: dp

Die Ausstattung:

Die in einfachem Schwarz gehaltene CD steckt in einem Jewel-Case. Das Booklet ist eine Fantasy-Augenweide, das besser zu gefallen weiß als die schlichten Buchcover der Romanversion, auf denen immer das gleiche Schwert zu sehen war. Innen finden wir eine ausführliche Erklärung des Autors dazu, wer denn dieser Klaves ist.

Auch die Aufstellung der Sprecher und ihrer Rollen ist besonders ansprechend gestaltet, hier gibts dann auch das Schwert zu sehen, das die Romanreihe ziert. Übersichtlich wurde hier nach Rassen getrennt: Menschen, Elfen, Kobolden, Trollen und den restlichen Bewohnern von Albenmark. Zusätzlich gibt es noch die oben erwähnten Technik-Credits nachzulesen und etwas Werbung in eigener Sache.

Die Elfen:
Band 1: „Die Elfen“
Band 2: „Elfenwinter“
Band 3: „Elfenlicht“
Band 4: „Elfenkönigin“
Band 5: „Elfenlied“

Elfenwinter als Hörspielumsetzung:
Folge 1: „Der Untergang von Vahan Calyd“
Folge 2: „Firnstayns Kinder“
Folge 3: „Königstein“
Folge 4: „Der Fluch des Schicksalswebers“
Folge 5: „Elfenwinter“

Elfenlicht als Hörspielumsetzung:
Folge 6: „Die goldenen Pfade“
Folge 7: Die Bibliothek von Iskendria“
Folge 8: „Die Schlacht am Mordstein“
Folge 9: „Tod in der Nachtzinne“
Folge 10 „Totenfeuer“
Folge 11: „Elfenlicht“

Mein Fazit:

„Was? Was hat er gesagt? Oh Mann … wieder zurück … “ So gings mir zigmal in diesem Hörspiel, weil der Haupt-Yingiz mit seiner düster verlangsamten und elektronisch tiefergelegten Stimme einfach so schlecht zu verstehen ist, dass ich Schwierigkeiten hatte, den Dialogen zu folgen, an denen er beteiligt war. Und das obwohl die Lautstärke schon zum Fürchten aufgerissen war.

Aber, es gibt Wichtigeres … so wichtig, dass Elfen und Trolle plötzlich an einem Strang ziehen müssen, um einen gemeinsamen Gegner zu bekämpfen. Das passiert dann am Ende auch und schafft nicht nur einen befriedigenden Abschluss, sondern im folgenden Epilog (in dem der Verlag es sich nicht nehmen ließ, seinen eigenen Namen mit einzubauen) auch noch eine Art Cliffhanger für den nächsten ELFEN-Band, den es zu vertonen gibt.

1 Audio-CD
Spieldauer: 66:59 Min.
Tracks: 16
Vom Verlag empfohlen ab 12 Jahren
UPC: 0602537579303

www.folgenreich.de

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