Ernest Cline – Ready Player Two

Die Handlung:

Eine unerwartete Quest. Zwei Welten stehen auf dem Spiel. Are you ready?
Einige Tage nachdem er das Easter Egg von James Halliday gefunden und den Wettbewerb um die OASIS für sich entschieden hat, macht Wade Watts eine Entdeckung, die alles verändern könnte. Denn tief verborgen im Code der virtuellen Welt liegt ein weiteres Geheimnis – eine Technologie, die die OASIS noch wundervoller und suchterzeugender macht, als es sich Wade je hätte träumen lassen.
Um das Geheimnis zu lüften, muss er jedoch ein letztes Rätsel lösen, ein letztes Abenteuer bestehen. Und diesmal hat er einen Konkurrenten, der über Leichen geht. Wade merkt bald, dass nicht nur sein eigenes Leben auf dem Spiel steht, sondern das von Millionen anderer Menschen, und vielleicht sogar das Schicksal der gesamten Welt. (Verlagsinfo der dt. Übersetzung, die am 24.03.2021 erscheint)

Mein Eindruck:

9,5 Jahre ist es her, dass ich mich in READY PLAYER ONE verliebt habe. Nicht nur hatte die Prämisse exakt bei mir eingeschlagen, ich habe auch so viele von den ganzen Retro-Facts erkannt. Ich hatte halt das Glück (?), in den 1980ern meine eigene Teenagerzeit zu erleben. Also kannte ich eine Menge von den Filmen und Liedern und Bands und Künstlern und Videospielen, mit denen der Autor im Vorgängerroman nur so um sich geschmissen hat … und ich habe es gefeiert.

Und auch wenn es eigentlich keiner Fortsetzung bedurfte, viele Fans des Romans hatten sich eine erhofft. Stattdessen gabs einen Film … und ARMADA (Don’t ask!).

Natürlich musste ich mir auch diesmal die Story von Wil Wheaton vorlesen lassen, was alleine schon Kult ist. Das Buch selbst habe ich aber auch … für den Fall, dass es wieder ein Easter Egg zu entdecken gibt wie schon im ersten. Noch hab ich allerdings nix gefunden …

Zur Story:

Was soll ich da sagen? Nach jahrelangem Hype, kanns eigentlich nur eine Enttäuschung werden, oder?

Nachdem Wade fast die komplette erste Hälfte des Buches in Selbstmitleid, Aufarbeitungsversuchen seiner gescheiterten Beziehung zu Samantha und Bla ertrunken ist, stellen wir fest: Dieses Neuronale Interface, mit dem man in OASIS tauchen kann, ist eine coole Erfindung, die es aber schon in zig anderen Romanen und Filmen gegeben hat.

Was war eigentlich noch mal das Coole an READY PLAYER ONE? Genau, die Quests für die Schlüssel!

Daran erinnerte sich der Autor an dieser Stelle dann auch und es folgen Kapitel, die exakt so auch in READY PLAYER ONE hätten stehen können! Als hätte Wade einfach nur mehr Schlüssel finden müssen. Hier heißen sie Shards und es gibt 7 davon … und los!

Der Autor eröffnet erneut ein 1980+-Jahre-Medien-Wissen-Bombardement auf den Leser und die Story geht fast darin unter. Einige Questteile sind ziemlich in die Länge gezogen und ziemlich langweilig (der Kampf gegen Prince und seine Spiegelbilder zum Beispiel), andere haben mich prima unterhalten können. Aber selbst die Teile, die mit John-Hughes-Filmen zu tun hatten, fühlten sich wie aufgewärmter Kaffee an, auch wenn der Autor wirklich kreativ alles miteinander verstrickt.

Aber, es ist eben nichts Neues. Die Quests unterscheiden sich wenig bis gar nicht von denen aus READY PLAYER ONE … und selbst der Antagonist taucht wieder auf.

Eine unerwartete Wendung hat Ernest Cline allerdings eingebaut, die den Leser die Sicht auf OASIS und seine Erschaffer verändern lassen. Das hat mir gut gefallen.

Und so ists ab der Hälfte dann endlich unterhaltsam und gegen Ende wirds auch echt spannend. Und der Schluss selbst ist nicht nur rund, sondern auch rührselig mit einem Schuss Diskussionsstoff für die Freundesrunde.

Der Autor:

Ernest Cline ist der Drehbuchautor des erfolgreichen Independent-Films FANBOYS. READY PLAYER ONE ist sein Debütroman. Wie seine Romanfigur James Halliday ist auch Ernest Cline ein großer Fan der 1980er Jahre und ihrer einzigartigen Popkultur. Er lebt mit seiner Familie im texanischen Austin und ist stolzer Eigentümer eines De Lorean, des berühmten Autos aus dem Film ZURÜCK IN DIE ZUKUNFT.

In einem Interview aus dem Jahr 2011 sagte Cline, dass er bereits an einem Entwurf für eine Fortsetzung von READY PLAYER ONE arbeiten würde. Aber vorher erwartet das Publikum wohl erst noch eine irre Teenager-Komödie.
(Erweiterte Verlagsinfo)

Mein Fazit:

Die erste Hälfte des Romans ist komplett streichbar und grenzt an „langweilig“. Die zweite Hälfte fühlt sich an, wie ein paar Bonuskapitel aus READY PLAYER ONE, weil sich hier gar nichts von diesem Roman unterscheidet.

Wer noch Lust auf ein paar Quests hat und noch einen Nachschlag an 1980er-Jahre-Nostalgie vertragen kann, der hat im hinteren Teil des Buchs absolut seinen Spaß und kann schauen, wie viele der Hinweise er diesmal erkennt.

READY PLAYER TWO hätte es nicht zwingend geben müssen und ich hoffe, dass es READY PLAYER THREE nicht geben wird. Einmal aufgewärmt schmeckt Kaffee schon nicht mehr wirklich.

Allein Wil Wheaton konnte mich wie schon beim ersten Teil bestens unterhalten (daher einen Punkt mehr), aber auch er ist kein Grund für mich, diesen Roman zeitnah noch mal zu hören/lesen. Der Sense of Wonder vom ersten Teil ist hier komplett abwesend … was vielleicht auch zu erwarten war.

Gebunden: 384 Seiten
Sprache: Englisch
1. Auflage, November 2020
ISBN-13: 978-1524761332

www.randomhouse.de/heyne

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