François Marcela Froideval & Cyril Pontet – Von Winden, Jade und Kohle (Die Chroniken des schwarzen Mondes, Band 7)

Band 1: Das Zeichen der Schatten
Band 2: Der Flug des Drachen
Band 3: Das Zeichen der Dämonen
Band 4: Die Stunde der Schlange
Band 5: Scharlachroter Tanz
Band 6: Die Krone des Schattens

Als Baron von Moork und Horkher ist Wismerhill endgültig an der Spitze der Macht angekommen, möchte seinen Status allerdings noch weiter ausbauen. Sein Bestreben nach mehr Macht und Reichtum erfüllt er sich schließlich, nachdem er im Palast des Methraton eine Audienz hatte, in der er sich einen neuen mächtigen Verbündeten hat machen können. Nach einigen Zweifeln nimmt er auch die Prüfung zum Priester des schwarzen Mondes an und darf sich nach harter Ausbildung mit diesem Titel schmücken.

Angestachelt durch neue Weisheit und neues Wissen, folgt Wismerhill seiner Bestimmung, die ihn schließlich in das Reich der lebenden Toten führt. Ein harter Kampf mit den morbiden Gegnern folgt, doch gerade in dem Moment, in dem sich Wismerhill und seine Gefolgsleute schon als sichere Sieger wähnen, wird ihnen auch schon gewahr, dass selbst die neuen, von den Zwergen herbeigeschafften Waffen kein Garant für die Zerstörung der Toten sind…

Für meinen Geschmack geht die Geschichte im siebten Band der „Chroniken des schwarzen Mondes“ etwas zu flott voran. Gerade erst hat der Protagonist Wismerhill die Herrschaft an sich gerissen, da überschlagen sich die Ereignisse in seinem Leben auch schon. So rauschen die Begegnung mit Methraton sowie seine Ausbildung zum Priester des schwarzen Mondes unter der Aufsicht von Hazeel Thorn sehr, sehr schnell am Leser vorbei, und durch die weitaus größeren Bildausschnitte wird der quantitative Aspekt des Buches ohnehin schon arg geschmälert.

Erst ab dem Moment, in dem Wismerhill sich ins Reich der lebenden Toten begibt, glänzt Autor Froideval wieder mit Detailreichtum und gibt der Erzählung den nötigen Entwicklungsspielraum.
Im Gegensatz dazu sind die Zeichnungen von Cyril Pontet wirklich erstklassig. Band 7 ist mit Abstand das farbenfroheste Werk der bisherigen Serie, und dies nimmt der Zeichner auch zum Anlass, seine Illustrationen sehr bunt zu gestalten und dennoch mit vielen verspielten Details auszustatten. Besonders die großflächigen Zeichnungen, die Wismerhill auf seinem Weg zum Priester des schwarzen Mondes begleiten, stechen hier heraus und sind eine wahre Augenweide, dicht gefolgt vom sehr umfangreich gestalteten Kampfszenario in der Provinz Hem Shelbem zum Ende des Comics.

An Spannung mangelt es „Von Winden, Jade und Kohle“ dennoch nicht; schließlich sind die Motive der Hauptpersonen immer noch nicht klar ersichtlich, und außerdem bewegt Froideval die Erzählung auch wieder in eine völlig neue Richtung. So bewahrt er sich auch weiterhin sehr viele Möglichkeiten, um die Fortentwicklung der Handlung in verschiedenste Richtungen zu lenken, ohne dass der Leser eine eindeutige Vermutung hätte, wohin es jetzt genau gehen wird.

Eine Schlüsselsezene in diesem Buch ist diebezüglich Wismerhills Intrige gegen Fratus Sinister, mit dem er einen scheinheiligen Pakt beschließt, der dazu führen soll, dass sich Wismerhills Gegner gegenseitig zerfleischen und ihn selber erst gar nicht bedrohen. Durch solche Wendungen ist bereits jetzt für eine spannende Fortsetzung gesorgt worden, die man in „Das Schwert der Gerechtigkeit“ finden wird, und die ich trotz der oben genannten Mängel bereits wieder mit Spannung erwarte. Fans der Serie werden jedenfalls definitiv wieder zufrieden gestellt, selbst wenn der Autor hier zu Beginn droht, die Kontrolle aus der Hand zu geben.

Taschenbuch: 56 Seiten

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