Hamilton, Peter F. – Nano-Blume, Die (Mindstar 3)

Auch „Nano-Blume“ ist eine rasante Mischung aus Detektivkrimi und Science-Fiction, ein Actionreißer aus der nahen Zukunft, in dem auch Aliens ein Wörtchen mitzureden haben.

Dies ist der Abschlussband der furiosen Mindstar-Trilogie, mit der sich der Brite Peter F. Hamilton seinen Platz auf den vordersten Rängen im Science-Fiction-Genre erobert hat. Die ersten zwei Bände heißen „Die Spinne im Netz“ und „Das Mord-Paradigma“.

_Handlung_

Siebzehn Jahre nach den Ereignissen in „Das Mord-Paradigma“: Julia Evans, Besitzerin des Großkonzerns „Event Horizon“ und reichste Frau der Welt, steckt in großen Schwierigkeiten. Das Callgirl Charlotte Fielder hat ihr eine Blume geschickt mit Genen, die von jeder bekannten irdischen DNA abweichen. Ist diese Blume ein Zeichen ihres verschwundenen Ehemanns? Oder eine verschlüsselte Nachricht von Außerirdischen? Es gibt jedenfalls nur einen Mann in Britannien, der die Antwort finden kann: Greg Mandel.

Der PSI-mäßig aufgerüstete Greg (siehe meine Rezension zu „Das Mord-Paradigma“) hat es mittlerweile zum Großgrundbesitzer und Papa einer vielköpfigen Kinderschar gebracht, an der Seite seiner vielseitigen Frau Eleanor.

Die Zukunft für die Menschheit sieht ebenfalls rosiger aus als zu Beginn der Mindstar-Trilogie. Die Menschheit beginnt, sich von den Folgen der Öko-Katastrophe zu erholen; der Gigaleiter von „Event Horizon“, einst heiß umkämpft, bietet eine neue potente Energiequelle. Der in die Erdkreisbahn bugsierte Asteroid „New London“ liefert einen reichen Schatz an Rohstoffen. Überschallflugzeuge lassen die Welt zu einem Dorf schrumpfen.

Doch nicht jeder fühlt sich gleichermaßen gesegnet von so viel Reichtum. Die Aussicht auf märchenhafte neue Technologien schreckt Geheimdienste, internationale Konzerne und deren aufgerüstete Söldner auf. Ein wüste Hatz auf die ominöse Charlotte Fielder beginnt. Und Greg Mandel findet sich natürlich wieder mittendrin im Geschehen.

Buch drei der Mindstar-Trilogie, „Die Nano-Blume“, hebt sich in mehrerlei Hinsicht von seinen Vorläufern ab. Greg ist zwar immer noch ein entscheidender Faktor im Geschehen, doch die Hauptrollen fallen eindeutig Julia Evans, Charlotte Fielder und der Ex-Widerstandskämpferin Suzi zu.

Dabei entwickelt sich der politisch angehauchte Science-Fiction-Krimi streckenweise zum Actionreißer reinsten Wassers. Schließlich jedoch wird dem Autor selbst das irdische Korsett zu eng, und die Handlung nimmt geradezu galaktische Dimensionen an.

_Fazit_

Die ganze Geschichte geht ohne erzählerischen oder stilistischen Bruch über die Bühne, die Welt 17 Jahre später ist genauso gekonnt extrapoliert wie die nahe Zukunft in Band 1 und 2. Die Figuren entwickeln sich teilweise in überraschende Richtungen, aber immer stimmig. Und das außerirdische Element bläht den Roman keineswegs künstlich auf, sondern verleiht ihm eine zusätzliche neue Dimension.

Dieser Band ist daher nicht nur krönender Abschluss einer ausgezeichneten Trilogie, sondern gleichzeitig eine Klasse für sich, ein Wegweiser in die Zukunftsvision, die Hamilton in seiner Armageddon-Trilogie („Night’s Dawn-Trilogie“) vor uns ausbreitet. Nur verschmilzt er dort nicht Krimi und Science-Fiction, sondern Space-Opera und Horror.

|Originaltitel: The nano flower, 1995
Aus dem Englischen übertragen von Thomas Schichtel|