Harald Lesch – Vom Allergrößten bis zum Allerkleinsten: Eine Reise vom Rand des Universums bis zum Kern des Atoms

Die Verlagsinfo:

Die Reise führt in Zehnerpotenzen von der Oberfläche der Erde an den Nachbarplaneten vorbei, hinein in die unendliche Tiefe des Weltraums, mit ihren Abermilliarden von Galaxien und Galaxienhaufen, bis zum sphärisch leuchtenden Rand des Universums. Zurück auf der Erde geht es weiter durch den menschlichen Körper in den Mikrokosmos: die Zellen der Organe, die faszinierende Doppelhelix der DNS, die Moleküle und die geheimnisvolle Welt der Atome mit Elektronenwolken und dem Atomkern mit seinen Quarks.
Eine aufwendig gestaltete Gesamtschau der Welt, wie sie sich nach neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen erschließt. Mittendrin: der Mensch!

Mein Eindruck:

Professor Doktor Harald Lesch, der gefühlt für mich medienpräsenteste deutsche Wissenschaftler … bekannt aus Film, Funk und Hörsaal … fasst zusammen. Und zwar nicht irgendwas, sondern das Leben, das Universum und den ganzen Rest.

Darüber hat er vor genau 8 Jahren schon mal erzählt, in Farbe und bunt. Denn dieses Buch basiert auf der DVD „Universum und Quanten,10 HOCH 26 bis -35“ aus dem Jahr 2010. Warum erst jetzt? Das ist nicht überliefert.

Der Autor hat für seine Erklärungen diese von ihm ausgesuchten und als wichtig erachteten Themen zu Kapiteln gemacht:

Erde und Mond
Sonne
Sonnensystem
Milchstraße
Galaxien
Weltenentstehungsmodelle
Denkmodelle
Zelle
Molekül
Atom
Elementarteilchen
Am Rand der Wirklichkeit
Im Reich der Theorien

Nach einem Vorwort, das von einem nicht aufgeführten Autor stammt, gehts los … in „die Weite des Kosmos“. Der erste lustige Spruch „Wir kommen auf die Welt und die Welt ist schon da“ ergibt wenig Sinn, noch weniger als die sinnlose Diskussion um das Huhn und das Ei. Das Folgende schon eher.

Dann gehts im Lesebuch-Stil um Daten und Fakten. Einige davon werden in Info-Kästchen am Rand schnellkomsumfreundlich aufbereitet, den Rest bekommt nur der aufmerksame Leser mit, der sich angemessen viel Zeit nimmt für dieses Buch. Es ist halt trotz der handlichen Infozusammenfassungskästchen und der anschaulichen Bilder kein Lexikon, sondern eher eine Wissenschaftsreiseerzählungszusammenfassungsgeschichte oder so.

Bei der schweift der Autor auch gern und ausführlich ab und präsentiert uns immer mal wieder nach einem Kapitel einen EXKURS. Der muss nicht zwangsläufig etwas mit dem Kapitel davor oder danach zu tun haben. Mutmaßlich sinds Dinge, über die Harald Lesch gern noch gesondert sprechen, die er aber nicht zwingend in dieses oder jenes Kapitel stecken wollte. Die durchaus schönen und faszinierenden Bilder des HUBBLE-Teleskops zum Beispiel hätte ich nicht zwischen ERDE und MOND vermutet, sondern viel später, wenn es wirklich um ferne Galaxien geht. Die Stelle, die der Autor sich für die Suche nach außerirdischem Leben ausgesucht hat, hatte mir da schon besser gefallen.

Gefallen hat mir nicht nur die große Anzahl an tollen Fotos, auch der Schreibstil des Autors ist wirklich gut. Natürlich hat er eine Menge trockene Daten zu vermitteln, aber er schafft es prima, das mit einer flüsslig lesbaren Lockerheit in das Observatorium des Lesers zu transportieren.

Der zweite Teil des Buches wartet dann leider mit wenig Fotos und mehr mit Modellen und schicken Grafiken auf. Leider können wir noch nicht alles fotografieren, manche Dinge sind einfach zu winzig.

Den Abschluss bildet ein Erklärungsversuch, ob und warum es einen Urknall gegeben haben könnte. Der bleibt aber natürlich eine Antwort schuldig, weil sie noch keiner gefunden hat beziehungsweise Beweise vorbringen konnte. Ein Thema, über das man herrlich im Herbst beim Sternschnuppengucken im Garten philosophieren kann. Allein schon die Frage nach dem, was vor dem Urknall war, sprengt unsere kleinen Köpfe, weil es da mutmaßlich nicht mal die Zeit gegeben hat.

Wieso das Glossar zu Mikro- und Makrokosmos nicht alphabethisch sortiert ist, hat sich mir nicht erschlossen. Das Register im Anschluss ists aber zum Glück dann doch.

Der Autor:

Prof. Dr. Harald Lesch ist Professor für Theoretische Astrophysik am Institut für Astronomie an der Ludwig-Maximilians-Universität und Professor für Naturphilosophie an der Hochschule für Philosophie in München. (Verlagsinfo)

Mein Fazit:

Dieses Buch hält, was es verspricht. Der Autor erklärt verdammt und unvorstellbar große Dinge und auch verdammt und unvorstellbar kleine. Wer sich die Zeit nimmt, dieses Wissenschaftslesebuch komplett zu lesen und nicht nur die schicken Bilder und die Fakten-Kästchen anschaut, der freut sich über den lockeren Ton, den der Autor bei seinen Ausführungen anschlägt.

Den ist der Wissenschaftsfreund schon von den zahlreichen TV-Sendungen des Professors gewohnt. Auch dieses Buch hat einen DVD-Auftritt von Harald Lesch aus dem Jahr 2010 als Basis, den man sich bei Gefallen beim Verlag nachbestellen kann.

Gebunden: 128 Seiten
ISBN-13: 978-3831204762

www.komplett-media.de

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