HUI BUH – Neue Welt: Im Bann des Schwarzspukers (Folge 8)

Zur Story

Dass Dorfwirtin Roswitha Rosenbach einen Geister-Voll-Tick hat, ist ein offenes Geheimnis. Doch nun hätte sie obendrauf auch noch gerne ein eigenes Hausgespenst für ihr Wirtshaus – allerdings sind die Auflagen der Geisterbehörde ein solches offiziell zu erhalten für sie unerfüllbar. Bleibt nur der Schwarzmarkt in der Geisterwelt, weiß der vorlaute HUI BUH zu berichten und wird gleich darauf von Roswitha solange massiv bedrängt, bis er schließlich doch einwilligt, ihr bei der höchst illegalen Beschaffung eines so genannten „Schwarzspukers“ behilflich zu sein. Der Gaukler-Geist Wallhalldor tritt so in ihre Dienste. Als Roswitha samt diesem von der königlichen Familie eingeladen wird, sind alle angetan von „ihrem“ galanten Gespenst. Bis auf HUI BUH, der die neue, überaus begabte Spuk-Konkurrenz gar nicht gutheißen mag. Doch ahnt selbst er noch nicht, welch verdammt gefährliche Laus sie sich da tatsächlich in den Pelz gesetzt bzw. ins Haus geholt haben. Nicht weniger als Schloss Burgeck steht nämlich auf dem Spiel.

Eindrücke

Autorin Nesrin Samdereli schlägt im Remake der 2008 neu gestarteten Hörspielreihe erneut die Brücke zum von Bully Herbig produzierten Film von 2006. Ohnehin ist die „Neue Welt“-Serie ja stark an das Setup desselbigen angelehnt, allerdings taucht – neben Oliver „Der Wixxer“ Kalkhofe als Special Guest – in dieser Folge zusätzlich Wolfgang Völz in seiner dort schon filmisch bekleideten Rolle des Servatius Sebaldus auf – dem mächtigen Chef der gestrengen Geisterbehörde. Die Figur gab es zwar auch schon in der damaligen Ur-Serie, allerdings ganz anders ausgestaltet. Natürlich ist auch Christoph Maria Herbst alias König Julius eine Reminiszenz an den Kinoauftritt, wohingegen des gesamte restliche Cast im Zuge der EUROPA-Neuauflage bekanntlich umgekrempelt wurde. Nicht zu seinem Nachteil, denn inzwischen ist der neue Hui Buh – nicht nur durch Stefan Krauses frischer Interpretation des großmäuligen wie tollpatschigen Gespensts – eine Erfolgsstory, die sich hinter dem Original nicht verstecken braucht.

Die Produktion der beiden Soundtüftler Simon Bertling und Christian Hagitte, die eben nicht nur für den exzellenten Ton (bis hin zur Verpflichtung des Berliner Filmorchesters für den professionellen Score) der Hörspiele sorgen, sondern gleichwohl Produzenten und Regisseure verkörpern, sind selbstredend viel moderner und mit anderen Identifikationsfiguren aufgezogen, weisen eine durchgehende Storyline und einheitliche Figurenzeichnung auf – also etwas, was man heute gemeinhin mit Kontinuität bezeichnet. Roswitha Rosenbach zum Beispiel. Sie taucht fast in jeder Folge – mindestens kurz – auf und darf hier sozusagen über die volle Distanz gehen. Und dann auch noch als Thema der Geschichte. Gut, vielleicht zielt Daniela Hoffmanns Gesamtperformance einen kleinen Tacken zu viel in Richtung Tränendrüse, doch verkauft sie ihr ausgiebiges Lamento relativ glaubhaft. Die Besetzung dieser Folge fällt ansonsten recht überschaubar aus, weswegen man auch nicht viel Worte machen muss: Saubere Leistung. Von wirklich allen Beteiligten.

Die Produktion

Buch: Nesrin Samdereli
Konzeption: Hilla Fitzen, Dirk Eichhorn, Elisa Linnemann
Redaktion: Hilla Fitzen
Regie, Ton und Produktion: Christian Hagitte und Simon Bertling
Musik: Hagitte & Bertling (STIL), Das Berliner Filmorchester

Sprecher und Figuren

Andreas Fröhlich (Erzähler / Intro von Hans Paetsch), Stefan Krause (Hui Buh), Christoph Maria Herbst (König Julius der 111.), Ulrike Stürzbecher (Königin Konstanzia), Maximilian Artajo (Tommy), Marie-Luise Schramm (Sophie), Jürgen Thormann (Kastellan), Daniela Hoffmann (Roswitha Rosenbach), Oliver Kalkhofe (Walhalldor), Wolfgang Völz (Servatius Sebaldus)

Fazit

Ein hochkarätig besetztes und technisch, wie immer, sauber ausgeführtes Hörspiel, bei dem die Laufzeit von rund einer Stunde schnell und kurzweilig verfliegt. Weniger ist manchmal wirklich mehr. Nun mag das Setup nicht ganz so wahnsinnig originell sein, da wir wie auch immer geartete Gefahr für Schloss Burgeck und/oder seinen Hausgeist ja sattsam gewohnt sind, doch erweist der Aufhänger an sich – diesmal die ohnehin etwas schräge Nebenfigur Roswitha Rosenbach – als mit genügend Pepp gesegnet, um sich doch einen lauschigen Platz in den oberen Rängen zu sichern. Somit gaukelt – Pardon: schaukelt – sich der schellenkappenbewährte Rezensentendaumen in deutlicher Aufwärtsbewegung ein.

1 Audio-CD mit einer Laufzeit von ca. 62 Minuten
Nach Motiven von Eberhard Alexander-Burgh (1928 – 2004)
Vom Hersteller empfohlen von 6 bis 99 Jahren
EUROPA / Sony Music Entertainment, 2010
EAN: 886972356426

http://www.natuerlichvoneuropa.de

 

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