Hyung, Min-Woo – Priest – Band 5

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Die Geschichte geht weiter, und sie geht vor allem noch weiter in die Tiefe, denn nachdem Min-Woo Hyung im vierten Band bereits nähere Auskünfte über die Vergangenheit von Ivan Isaacs gegeben hat, gräbt er nun im Vermächtnis des gefallenen Erzengels Temozarela und erzählt bzw. illustriert, wie er wieder zum Leben erweckt wurde. Interessant ist hierbei, dass der Autor die ganze Geschichte aus der Sicht des Priesters Vater Simon aufzieht, der seinerseits im Tagebuch von Ivan Isaacs herumstöbert und dort dessen Berichte über Temozarela und seine Wiedergeburt aufschnappt. Es handelt sich quasi um eine Geschichte in einer Geschichte, die wiederum Part der eigentlichen Handlung ist. Klingt kompliziert, ist aber im Endeffekt doch sehr simpel.

_Story:_

Einst war der Kreuzritter Vascar de Guillon bereit, sein Leben für den Glauben zu opfern. In unzähligen Schlachten bewies er sich als Verfechter des christlichen Glaubens und kämpfte erfolgreich gegen das durch die Ketzer hervorgerufene Leid. Als eines Tage seine Frau an einer gefährlichen Krankheit laboriert, schlägt de Guillons Mission in puren Hass um. Er glaubt, dass der Teufel durch seine Untertanen, die Ketzer, für die Krankheit von Marianne verantwortlich ist, und von diesem Tag an kämpft er nicht mehr für seinen Glauben, er mordet im Namen Gottes – bis zu dem Tag, als seine Frau im Namen der Kirche bei lebendigem Leib verbrannt wird. Vascar vergisst sämtliche ihm auferlegte Dogmen, und sein Zorn ist so unermesslich, dass er mit dem Erzengel Temozarela einen teuflischen Pakt schließt, der ihn von den Fesseln der christlichen Glaubensgemeinschaft befreien soll …

Die Geschichte von Temozarela bzw. Vascar de Guillon ist faszinierend und nochmals eine Steigerung zu den Erzählungen über Ivan Isaacs. Ganz klar hat die Story von „Priest“ im fünften Band ihren bisherigen Höhepunkt erreicht, und zunehmend versteht man die Motivation der beiden vorläufigen Hauptcharaktere Temozarela und Isaacs, den geschürten Hass dem jeweils anderen gegenüber in einem erbitterten Kampf zu entfesseln.

Besonders überzeugend hat Min-Woo Hyung hierbei die Dramatik im Leben des Vascar de Guillon dargestellt, einem Mann, der für seinen Glauben alles getan hätte, der sich aber letztendlich von seiner Kirche im Stich gelassen und betrogen fühlt. Anders als bei so vielen Mangas hat sich der Autor hier genügend Zeit gelassen (immerhin ein ganzes Buch), um das Herausbilden des Hasses, die sehr emotionale Story und das tragische Schicksal dieses Menschen zu schildern, und das tut der ganzen Handlung wirklich sehr gut.

Andererseits knistert die Spannung im Hintergrund weiter, denn irgendwann – das weiß man nun bereits – wird Hyung die ganzen Fakten zusammenfügen müssen, und auf diesen Moment bin ich jetzt schon sehr gespannt. Leider sind bislang nur die bis dato besprochenen fünf Bände erhältlich (Band sechs kommt in Kürze), was die Wartezeit natürlich nicht gerade einfach macht. Aber der bisherige Verlauf ist schlicht und einfach genial illustriert worden, weshalb ich noch einmal betonen möchte, dass man „Priest“ auf jeden Fall gelesen haben sollte!