Inbali Iserles – Foxcraft: Die Magie der Füchse

Aus dem Inhalt:

Tief verborgen in den Wäldern leben die Füchse wild und ungezähmt. Sie hüten ihre Geheimnisse und pflegen ihre uralte Magie. Doch eine dunkle Gefahr bedroht ihre Welt!

Von all dem ahnt die junge Füchsin Isla nichts. Sie lebt in Frieden und Sicherheit. Doch dann verliert sie ihre Familie – und gerät mitten hinein in den Kampf um das Reich der Füchse. Wem kann Isla noch trauen? Wer ist Freund, wer Feind? (Verlagsinfo)

Mein Eindruck:

Ihr kennt und mögt bereits „Warrior Cats“ und ähnliche Werke? Dann kommt mit in ein neues Abenteuer und begleitet die mutige junge Füchsin Isla durch allerlei Gefahren auf der Suche nach ihrem verschwundenen Bruder Pirie.

Gleich zu Beginn des Buches wird geschildert „Was in der Foxcraft-Trilogie geschieht“ und darin wird schon eine Menge verraten. Doch wer jetzt meint, dass sich das Buch nun nicht mehr zu lesen lohnt, der irrt. Denn man wird schnell feststellen, dass dies nur eine sehr grobe Zusammenfassung der Geschichte ist. Die vielen kleinen Details mit denen schließlich die gesamte Geschichte (nun gut, in diesem Band das erste Drittel der Handlung) erzählt wird, machen das Buch erst richtig aus. Vor allem um die ganzen Zusammenhänge – die unterschiedlichen Lebensweisen von Stadt- und Landfüchsen und das große Thema „Fuchsmagie“ – verstehen zu können. Obwohl die Erzählung stellenweise etwas zäh und langatmig ist, ist Teil eins der „Foxcraft“-Trilogie ein spannender Kinder-Jugendroman ab etwa 9 Jahren.

Die Autorin gehört zum „Erin Hunter“-Team, welches u.a. die „Warrior Cats“-Reihe veröffentlicht hat. Das merkt man vor allem daran, dass viele Dinge aus der tierischen Sicht andere Bezeichnungen haben. Der Mensch ist hier ein Pelzloser und Autos werden Zerquetscher genannt. Meist kann man die Gegenstände und Lebewesen trotz der nicht gewohnten Benennung recht schnell erraten, worum es sich gerade handelt, so z. B. auch der Todesweg (Straße). Andere Sachen, deren Bedeutung man vielleicht nicht unbedingt sofort erfasst, werden ausführlich erklärt bis es einem „Klick“ macht.

Es gibt drei zentrale Themen und alles wird aus der Sicht von Isla (Stadtfüchsin) in der Ich-Form erzählt. Die Suche nach ihrem Bruder bildet den Rahmen für diese Themen. Als Erstes wäre das „Familie, Freundschaft und Vertrauen“, denn die kleine Füchsin wird ihrer Familie und deren Schutz beraubt. Sie muss sich zunächst allein durch das „Große Knurren“ (Stadt) kämpfen bis sie einen Gefährten – Siffrin, ein Landfuchs – findet. Isla hat aber gelernt, dass Füchse eigentlich keine Freunde haben. Kann sie Siffrin also vertrauen? Oder wird sie doch enttäuscht?

Das zweite große Thema ist die Fuchsmagie. Kein wirklich neues Thema in der Literatur, vor allem nicht, wenn man wie ich ein Manga-Fan ist. Dort kommt das Thema ziemlich oft vor und wird in verschiedenster Weise adaptiert. Die hier beschriebene Fuchsmagie erinnert mich sehr an den kleinen Fuchs „Shippo“ aus der bekannten Manga- und Anime-Reihe „Inu Yasha“. Auch dort kann sich der Fuchs unter anderem in eine andere Gestalt verwandeln. Was mir an der Beschreibung der Magie hier im ersten Band von „Foxcraft“ gut gefallen hat, ist das diese sehr viel Wert auf die tatsächliche Magie legt. Ich meine damit, dass die Zauber etwas Mystisches sind, voller Überraschungen und nicht hundertprozentig erklärbar. Das ist der Autorin sehr gut gelungen und die verwendeten Begrifflichkeiten wie Maa und Wa´akkir unterstreichen das geheimnisvolle daran.

„Tiere in Gefangenschaft“ aus der Sicht der Tiere bildet das dritte zentrale Thema. Iserles schildert eindrucksvoll die Ängste der Tiere vor den Menschen, wenn diese sie einsperren wollen und das Unverständnis darüber, warum die Menschen so etwas tun. Wie gut, dass die Autorin mit Isla eine Heldin geschaffen hat, die dieses Unrecht den Tieren gegenüber nicht einfach so hinnimmt, sondern aktiv wird und damit zumindest einigen Lebewesen zur Freiheit verhilft.

Vom Schriftbild her ist die Schrift angenehm groß und sehr gut leserlich. Mir persönlich haben aber kleine Absätze gefehlt, die deutlicher machen, wenn Isla in einen Traum abrutscht oder wieder daraus erwacht. Es gibt auch ein paar Tippfehler, aber über diese kann man großzügig hinwegsehen, denn es sind vergleichsweise wenige. Die Vignetten – gestaltet von der Autorin selbst – zu Beginn eines jeden Kapitels sind liebevoll und detailreich illustriert. Sie geben dem Buch einen besonderen und persönlichen Touch.

Über die Autorin:

Inbali Iserles wurde in Israel geboren. Als sie drei Jahre alt war, zog ihre Familie nach Cambridge, Großbritannien. Ihre Mitschüler träumten von Karrieren als Fußballer oder Sängerinnen, doch sie fühlte sich zu der Welt der Geschichten hingezogen. Da man ihr sagte, man könne als Schriftstellerin kein Geld verdienen, studierte sie Jura und wurde Anwältin in London. In ihrer Freizeit reist sie gerne durch die Welt, sie war im tiefsten Amazonas-Dschungel ebenso wie bei den isländischen Geysiren, sie ist in Neuseeland mit Delphinen geschwommen und in Thailand mit Schildkröten getaucht. 2007 erschien dann ihr erster Roman, ›The Tygrine Cat‹. Inzwischen gehört Inbali Iserles zu dem erfolgreichen Erin-Hunter-Team. (Verlagsinfo)

Fazit:

„Foxcraft“ reicht vom Erzählstil her nicht ganz an die „Warrior Cats“-Werke heran, ist aber trotzdem lesenswert. Vor allem wegen der Mystik, des kritischen Themas der Tiergefangenschaften und der sympathischen jungen Füchsin Isla, die noch voller Überraschungen zu stecken scheint.

Im Herbst 2016 erscheint der zweite Band und dann können wir Isla auf ihrer weiteren gefährlichen Suche nach Pirie begleiten.

Gebundene Ausgabe: 352 Seiten
ISBN-13: 978-3737351799
Vom Hersteller empfohlenes Alter: Ab 10 Jahren
Originaltitel: Foxcraft

www.blubberfisch.de

Der Autor vergibt: (3.5/5) Ihr vergebt: SchrecklichNa jaGeht soGutSuper (3 Stimmen, Durchschnitt: 4,33 von 5)