Interview mit Christoph Marzi

|Christoph Marzi, Jahrgang 1970, wuchs in Obermending nahe der Eifel auf, studierte in Mainz und lebt heute mit seiner Familie im Saarland. Mit dem sensationellen Erfolg seiner Trilogie um die Uralte Metropole („Lycidas“, „Lilith“ und „Lumen“) hat er sich einen festen Platz als deutscher Fantasy-Autor erobert.| (Verlagsinfo) Weitere Werke sind die Kurzgeschichtensammlung „Nimmermehr“ sowie die Malfuria-Trilogie („Malfuria“, „Die Hüterin der Nebelsteine“, „Die Königin der Schattenstadt“). Mit „Fabula“ ist bei |Heyne| eine neue Trilogie gestartet.

Christoph Marzi auf |Buchwurm.info|:

[„Lycidas“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=1081
[„Lilith“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=2070
[„Lumen“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=3036
[„Malfuria“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=3398
[„Malfuria – Die Hüterin der Nebelsteine“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=4167
[„Fabula“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=4503

[Alisha Bionda]http://www.alisha-bionda.net führte im April 2008 ein Interview mit Christoph Marzi:

_Alisha Bionda:_
Lieber Christoph, ich freue mich, dass du dir die Zeit nimmst, einige Fragen zu beantworten. Zuerst einige persönliche: Was gibt es über dich als Mensch zu sagen? Was zeichnet dich in deinen Augen aus und was würdest du als deine „liebenswerten Marotten“ bezeichnen? Was magst du, und was nicht?

_ Christoph Marzi:_
Ich bin einsfünfundneunzig und achtunddreißig. Meine Frisur ist (laut Catharina) hoffnungslos (und es nicht wert, dass man sie als Frisur bezeichnet). Ich trage im Winter schwarz und im Sommer meistens auch. Ich mag dunkle Sonnenbrillen und schwarze Jeans und alte Lederjacken. Ich denke mir oft Dinge aus, die ich niederschreibe. Und wenn ich Glück habe, dann fügen sie sich zu einer Geschichte zusammen.

Zu meinen Marotten: Dinge, die irgendwo im Haus herumliegen, schiebe ich meist mit dem Fuß unter das nächste Sofa oder Bett. Ich vertausche die Klamotten meiner Töchter (was nicht selten zu Aufruhr führt). Obwohl striktes Waschmaschinenverbot über meine Person verhängt wurde, neige ich dazu, die bunte Wäsche der Familie zusammen mit meinen schwarzen Klamotten in die Maschine zu stecken (gar nicht gut, nein, GAR nicht gut!).

Was ich mag: alles, was ich nicht „nicht mag“ – und das ist recht viel. Ich mag Bücher, bin dahingehend der absolute Junkie. Ich trage immer etwas zum Lesen mit mir herum und dazu ein Notizbuch. Ich mag Musik. Den Sommer. Na ja, den Winter auch. Eivissa (Ibiza). Meine Familie. Mein Leben. Was ich nicht mag, sind Grenzen. Engstirnigkeit. Einschränkungen, welcher Art auch immer. Die Kunst ist, denke ich, sich über die Dinge, die man mag, zu freuen – und die Dinge, die man nicht mag, zu ignorieren.

_Alisha Bionda:_
Lassen dir dein Beruf, deine Projekte und deine Familie noch Zeit für Hobbys und falls ja, welche sind das?

_ Christoph Marzi:_
Nun ja, bisher habe ich das alles nie explizit getrennt. An erster Stelle kommt die Familie. Und dann der ganze Rest. Das Schreiben gehört zu meinem Leben wie andere Dinge auch.

_Alisha Bionda:_
Du bist ja im Hauptberuf im Schuldienst. Möchtest du den Lesern etwas darüber berichten?

_ Christoph Marzi:_
Häufig wird mir die Frage gestellt, wie lange ich noch im Schuldienst bleiben möchte. Wie für alles andere gilt auch für das Lehrerdasein: Man muss es gerne tun, ansonsten ist man ziemlich fehl am Platze. Und das ist auch schon die Antwort. Ich bin gerne Lehrer, es macht mir Spaß, diesen Beruf auszuüben. Und ich denke eigentlich nie darüber nach, den Beruf aufzugeben.

_Alisha Bionda:_
Wolltest du immer schon schreiben oder war es eher eine Folge deiner persönlichen Entwicklung? Wo siehst du in beiden Berufen deine Gewichtung? Was ist Beruf und was Berufung?

_ Christoph Marzi:_
Ich schreibe seit meinem 15. oder 16. Lebensjahr. Seitdem hat es nie eine Zeit gegeben, in der ich nicht geschrieben habe. Eine Gewichtung gibt es keine. Ich bin Lehrer. Ich schreibe Geschichten. Das sind beides Dinge, die ich tue. Wenn man nicht mit Herz und Verstand schreibt, dann ist der Text – die Geschichte – nicht authentisch. Wenn man als Lehrer nicht mit Herz und Verstand bei der Sache ist, dann bekommt man das Feedback direkt von den Schülern. Ich glaube, dass Schüler sofort merken, wenn man sich ihnen gegenüber nicht authentisch verhält. Wenn man nicht ehrlich ist. Ich bin in der glückliche Situation, die Dinge tun zu können, die ich gerne tue. Das ist das wirklich Tolle daran. Also tue ich beides.

_Alisha Bionda:_
Wann hast du zu schreiben begonnen? Welche Art der Niederschrift bevorzugst du?

_ Christoph Marzi:_
Ich habe mit 15 Jahren damit begonnen. Mit Kurzgeschichten. Während der Oberstufe habe ich zwei Romane geschrieben, die mittlerweile aber unauffindbar sind. Ich habe immer viel geschrieben, und irgendwann ist wohl ein eigener Stil daraus geworden.

Womit ich geschrieben habe? Ich habe auf einer alten Kofferschreibmaschine begonnen, bin dann auf eine neue Kofferschreibmaschine umgestiegen, um irgendwann am PC zu landen. Ich mag meinen Laptop und liebe es, in kleine Hefte zu schreiben. Die Geschichte, die ich gerade für meine Töchter schreibe, entsteht mit Tinte und Stift auf liniertem Papier in einem Notizbuch. Der Vorteil, nicht am PC zu schreiben, liegt darin, dass man keinen Internet-Zugang hat. Das Internet ist eine feine Sache, aber für neugierige Menschen ist es die größte Ablenkung seit der Erfindung des Zauberwürfels.

_Alisha Bionda:_
Hast du eine fest strukturierte Vorgehensweise, wie du ein neues Projekt startest und konzipierst?

_ Christoph Marzi:_
Da sollte man meine Lektorinnen fragen. Ich kenne viele Szenen – und meistens auch das Ende der Geschichte. Ich kenne die Charaktere (das ist überhaupt das Allerwichtigste)! Ansonsten bin ich kein Freund von großen Plot-Skizzen (wie gesagt: meine Lektorinnen sind, denke ich, schon eher Freundinnen solch großer Plot-Skizzen – was sie mir freundlich auch regelmäßig mitzuteilen pflegen). Ich lasse den Charakteren gern freien Lauf. Es macht mir einfach mehr Spaß, eine Geschichte so zu schreiben. Ich spüre, wo der Weg hinführt. Und ich folge den Hinweisen. Ehrlich gesagt, ich habe nie anders geschrieben. Und was immer Schreibwerkstätten predigen … es funktioniert auch auf diese Art und Weise!

_Alisha Bionda:_
Schreibst du gerne zu einer bestimmten Zeit? Wann hast du dazu Gelegenheit? Wie sieht Dein Tagesablauf aus? Wie bringst du alles „unter einen Hut“?

_ Christoph Marzi:_
Ich schreibe, wenn ich die Zeit dazu habe. Will heißen: Ich nutze einfach die Zeit, wenn sie da ist. Das kann mitten in der Nacht sein, am Nachmittag, im Café, im Auto. Ob mich das zum Workaholic macht? Nun ja, ich mag das Wort nicht, weil es so etwas Zwanghaftes hat. Aber ich denke, dass es der Sache nahe kommt. Ich denke mir ständig etwas aus.

_Alisha Bionda:_
Bevorzugst du eine bestimmte Atmosphäre oder benötigst du besondere Ruhe, wenn du schreibst, oder eher Wirbel, der deine Kreativität fördert?

_ Christoph Marzi:_
Beides. Ich kann schreiben, wenn es ruhig ist (morgens, ganz früh). Ich kann auch schreiben, wenn die Kinder um mich herumspringen. Ich denke, dass viele schöne Ideen gerade durch meine Kinder geboren werden. Nur bei zu stark knurrenden Deadline-Monstern verkrieche ich mich schon mal im Arbeitszimmer. Während ich an [„Lilith“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=2070 schrieb, wurden unsere Küche und alle Wasserleitungen im Haus repariert. Das war weniger schön, weil andauernd sehr, sehr laut. Aber letzten Endes wird das Schreiben doch durch das Leben genährt – und nicht umgekehrt.

_Alisha Bionda:_
Schreibst du an mehreren, größeren Projekten gleichzeitig oder trennst du das strikt?

_ Christoph Marzi:_
Ich schreibe einen Roman nach dem anderen. Ich schreibe nie an zwei Romanen gleichzeitig. Ich schreibe aber oft eine Reihe von Kurzgeschichten, während ich an einem Roman arbeite (wenn ein Teil des Buches fertig ist, entstehen einige kurze Geschichten – und danach kehre ich in die Romanwelt zurück). Es kann auch sein, dass ich mir Notizen zu einem Roman mache, während ich noch an einem anderen schreibe. Aber dann bleibt es bei den Notizen. Ich schreibe immer nur an einem Buch.

_Alisha Bionda:_
Du verfasst auch Kurzgeschichten für Anthologien. Auch in den von mir herausgegebenen warst und bist du ja häufig vertreten. Was reizt dich daran? Muss dich jedes einzelne Projekt überzeugen? Ist für dich entscheidend, in welcher Form die Anthologie erscheint und bei welchem Verlag? Triffst du – wie das Gros der Profis – eine präzise Wahl – auch, um in dem Bereich nicht inflationär zu erscheinen – oder nimmst du, soweit es deine Zeit erlaubt, überall teil, weil dich das reine „Fabulieren“ reizt?

_ Christoph Marzi:_
Nein, viel Überzeugungskraft ist, denke ich mir, nicht vonnöten. Es zählt nur die Geschichte. Wenn mir jemand eine Thematik vorgibt und ich eine Idee habe, was ich dazu schreiben könnte, dann schreibe ich die Geschichte auch auf. Es ist, denke ich, also eine reine Frage des Interesses.

_Alisha Bionda:_
Gibt es einen Autor, dessen Kurzgeschichten du besonders magst?

_ Christoph Marzi:_
In loser Reihenfolge: T. C. Boyle, Roald Dahl, Joe Hill, Aino Laos, Kelly Link, Michael Chabon, Neil Gaiman, Edith Nesbit, Elke Heidenreich, Stephen King, Judith Hermann, Tania Blixen, Angela Carter, Astrid Lindgren, George R. R. Martin. Und auch diese Liste ist vermutlich nicht vollständig. Meine Lieblingsgeschichte ist derzeit [„Pop Art“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=4539 von Joe Hill. Wow!

_Alisha Bionda:_
Hast du eine Kurzgeschichte, die du selbst als deine beste bezeichnen würdest?

_ Christoph Marzi:_
Nun ja, nicht unbedingt als die „beste“ – das zu beurteilen, fällt wohl immer dem Leser zu. Es gibt Geschichten, an denen mein Herz hängt. „Nimmermehr“ ist eine davon. Ich liebe diese Geschichte, weil ich das schon immer getan habe. Weil ich nie wollte, dass sie anders veröffentlicht wird, als ich sie geschrieben habe. Weil sie so veröffentlicht wurde (Martina Vogl und Sascha Mamzcak sei Dank). Weil die Charaktere die Namen meiner Großeltern tragen. Weil sie in der Eifel spielt, wo ich aufgewachsen bin. „Der Krähenengel“ spielt im Zirkusmilieu und im Winter und es kommt ein böser Engel darin vor und ein Junge, der Juli heißt, und ein Mädchen, das Stella heißt. Das ist meine persönliche Wintergeschichte. Und
die letzte „Lieblingsgeschichte“, die ich nennen möchte, ist derzeit eine, die kurz sein sollte und ganz plötzlich ganz lang geworden ist und die nun als eigener kleiner Roman erscheinen wird und den Arbeitstitel „Nightingale“ trägt (sie ist sehr gruselig – und sie spielt in Maine, auf einer Halbinsel, und im Autoradio läuft sogar ein Stück der Rock Bottom Remainders).

_Alisha Bionda:_
Wie kam es zu deinem ersten Roman und schlussendlich zu seiner Veröffentlichung?

_ Christoph Marzi:_
Mein allererster Roman trug den Titel „Muspilli“, der zweite hieß „Das zweite Gesicht“ – das waren die beiden Bücher, die ich während der Oberstufe geschrieben habe. Beide sind verschollen. „Lycidas“ war zu einem Drittel fertig, als die Zusage von |Heyne| kam. Mehr gibt es da nicht zu sagen. Ich habe das Manuskript eingeschickt und es wurde genommen. So war das. Ich war durch und durch in der Hand von Erkältungsgeistern, als der Anruf kam. Und die Zusage klang eher, als sei ich in einem Fiebertraum gefangen. Aber es war keiner. Es war wirklich ein richtiger Telefonanruf gewesen.

_Alisha Bionda:_
Welcher deiner Romane liegt dir besonders am Herzen? Und warum?

_ Christoph Marzi:_
„Fabula“ ist derzeit der Roman, an dem mein Herz hängt. Es steckt sehr viel von mir selbst in diesem Buch, mehr als in allen anderen Büchern. Die Musik, die Nostalgie, die seltsamen Geschichten, die Helen Darcy erzählt, Rio Bravo. Ja, ich mag „Fabula“ sehr. Ich bin stolz darauf, die Geschichte geschrieben zu haben. Ich mag sie so, wie sie ist. Und ich lese sie gerne bei Lesungen. Ansonsten bin ich immer ganz Feuer und Flamme für die Geschichte, an der ich gerade arbeite.

_Alisha Bionda:_
Hast du ein literarisches Vorbild?

_ Christoph Marzi:_
In loser Reihenfolge kann ich nur Autoren nennen, von denen ich akribisch alles lese, was sie schreiben bzw. geschrieben haben (nun ja, ich gebe mir Mühe, am Ball zu bleiben): Stephen King, John Irving, Charles Dickens, T. C. Boyle, Michael Chabon, Ray Bradbury, Astrid Lindgren, Markus Heitz, Neil Gaiman, Marcus Sedgwick, Clive Barker, Tom Holland, Jane Austen, Kelly Link, Kai Meyer, Robert L. Stevenson, Abraham Stoker, E. A. Poe, Margaret Atwood, Hope Mirrless, Edith Nesbit, Tania Blixen, Nicholas Christopher, Paul Auster & Siri Hustvedt, David Almond, Otfried Preußler, Susanna Clarke, Donna Tartt, Mark Helprin. Und vermutlich unzählige andere, die zu nennen hier den Rahmen sprengen würde.

_Alisha Bionda:_
Schreibst du lieber alleine oder gerne auch mit einem Co-Autor? Wenn ja, wer würde dich da reizen?

_ Christoph Marzi:_
Bisher habe ich nur eine einzige Geschichte mit jemand anderem zusammen geschrieben. Die Geschichte heißt „Passion Killer“. Die Idee und der Text entstanden gemeinsam mit Aino Laos (deren erste Veröffentlichung „Tranquil Gardens“ man bald genießen kann – sie erscheint in der Anthologie „Disturbania“, die von David Grashoff herausgegeben wird).

Ansonsten bin ich eher der Einzelkämpfer, was die Schreiberei angeht. Und die meisten Autoren, die ich kenne, sind das auch. Ich könnte mir gut vorstellen, gemeinsam mit Markus Heitz einen Hardcore-Horror-Thriller über mutiertes Gemüse in der Saar-Pfalz-Region zu schreiben („Grausige Gurken“ – klingt doch nach einer Menge Spaß, oder?!). Wie dem auch sei – ich denke, dass eine Zusammenarbeit von Autoren nur dann sinnvoll ist, wenn man gemeinsam und spontan eine Idee hat, die umzusetzen beiden Spaß machen würde. Bisher habe ich mir noch keine Gedanken darüber gemacht, wie diese Zusammenarbeit dann technisch aussehen könnte (wir haben es hier ja auch mit dem Problem völlig unterschiedlicher Sprachstile zu tun, die irgendwie zu etwas Neuem zusammenfließen müssen). Daher bleibe ich erst einmal bei meinen Geschichten.

Darüber hinaus habe ich in den letzten Monaten an einem Konzept gearbeitet, zu dem ich noch nicht viel sagen kann. Bei dieser Sache bin ich aber nur ein kleines Rädchen und der eigentliche Motor aus Rock & Funk ist jemand ganz anderer. Ich bin gespannt, wie die Sache sich entwickelt.

_Alisha Bionda:_
Gibt es Menschen, die dich bei deinem schriftstellerischen Werdegang unterstützt haben? Freunde, Familie, Kollegen? In deinen Anfängen und jetzt?

_ Christoph Marzi:_
Es gibt keine Zufälle. „Lycidas“ war die erste Geschichte, die entstand, nachdem ich Tamara kennen gelernt hatte. Vielleicht merkt man der Geschichte an, dass ich meinen Platz in der Welt gefunden habe, als ich sie zu schreiben begann. Und damit wären wir auch schon bei den Personen, die mich unterstützen. In erster Linie ist es meine Familie (Tamara und die Mädels), die der Motor des Schreibens sind. Sie hören als erste von den Ideen und sagen mir, was sie davon halten. Darüber hinaus habe ich mit Martina Vogl und Uta Dahnke (bei |Heyne|) und Christiane Düring (bei |Arena|) Lektorinnen, die für jede Idee offen sind und den Büchern ein schönes Zuhause geben.

_Alisha Bionda:_
Möchtest du den Lesern einen Einblick in deine kommenden Projekte gewähren, damit sie wissen, worauf sie sich freuen können?

_ Christoph Marzi:_
Anfang November 2008 erscheint bei |Heyne| „Scarlet“ (so lautet der bisherige Arbeitstitel). Ich kehre in die Welt der uralten Metropole zurück. Hauptsächlich geht es um Scarlet Hawthorne, die Tochter Mortimer Wittgensteins, die in Amerika lebt und es auf der Suche nach ihrer Vergangenheit mit einem mysteriösen Menschen namens Mr. Dream zu tun bekommt.

Nach „Scarlet“ werde ich ein Jugendbuch schreiben (einen Roman, der in sich abgeschlossen ist – mit Schnee). Irgendwann im Frühjahr 2009 sollte dann „Nightingale“ erscheinen (als kleines Hardcover bei |Arena|). Und im Juli 2009 sollte die zweite Geschichte fertig sein, die sich mit den Angehörigen der Familie Darcy aus Ravenscraig beschäftigt. So sehen die mittelfristigen Pläne aus. Wir werden Danny Darcy wiedersehen. Und definitiv Madame Redgrave. Erscheinen dürfte der Roman dann im Herbst 2009.

Darüber hinaus gibt es noch eine Reihe von Kurzgeschichten, die hier und da in Anthologien erscheinen werden. Wie gesagt, ich denke mir andauernd Dinge aus.

_Alisha Bionda:_
Und abschließend: Wenn der Mensch Christoph Marzi drei Wünsche an die Zukunft frei hätte, welche wären das?

_ Christoph Marzi:_
Mit Wünschen verhält es sich wie mit Geheimnissen. Man sollte sie nur in Gedanken flüstern. Aber niemals jemandem verraten.

_Alisha Bionda:_
Vielen Dank, dass du dir Zeit für ein ausführliches Interview genommen hast.

_ Christoph Marzi:_
Ich habe zu danken …

http://www.christophmarzi.de