Jennifer Heine – The Callie Santas Chronicles: Alphablut

Klappentext:

Eigentlich denkt Callie, dass sie ein ganz normaler Teenager ist. Wenn da nicht diese schrecklichen Albträume wären. In der Hoffnung, dass durch einen Ortswechsel alles besser wird, schicken ihre Eltern sie an das College in den Black Hills. Dort bemerkt Callie sehr schnell, dass alle anderen etwas vor ihr verbergen. Aber was?

Und dann ist da auch noch Samuel, in den sich Callie unsterblich verliebt hat. Aber diese Liebe darf nicht sein. Stattdessen soll sie eine Bindung mit seinem Bruder Noah eingehen.

Als Callie bewusst wird, dass durch ihn Gefahr droht, ist es leider schon zu spät. Callie versucht alles, den zu retten, den sie liebt. Doch welchen Preis muss sie dafür bezahlen? (Verlagsinfo)

Mein Eindruck:

Junge Liebe und die Entdeckung eines großen mysteriösen Geheimnisses ergibt „Alphablut“, ein toller erster Teil einer Romantasy-Jugendbuchreihe.

Zu Beginn des Buches war ich allerdings noch nicht begeistert davon. Ich wollte es sogar schon fast wieder aus der Hand legen, weil der Anfang sehr konfus und nicht wirklich flüssig geschrieben ist. Man kann den Gedankensprüngen der Protagonistin Callie, aus deren Sicht die Geschichte geschrieben ist, nicht richtig folgen, weil einfach kleine überleitende und erklärende Sätze fehlen.

Erst ab der Beschreibung des ersten Kusses zwischen Callie und Samuel merkt man der Autorin an, dass sie zunehmend sicherer im Schreiben wird und ab diesem Kapitel hat mir das Buch richtig gut gefallen. Denn so nach und nach werden anfängliche Fragen aufgeklärt und man kann in die Handlung viel besser eintauchen. Auch gelingt es der Autorin ab dieser Szene den Spannungsbogen bis zum Schluss sehr hoch zu halten und zu einem für mich doch etwas überraschenden Ende hinzuführen.

Vom Schreibstil (einfach und spannend), vom Inhalt (tragisch romantische Jugendliebe) und von den wenigen Zeichnungen (erinnern ein wenig an den Mangastil) her ist „Alphablut“ eindeutig ein Jugendbuch. Dass es aber durchaus auch für Erwachsene geeignet ist, zeigt die zunehmende Tiefgründigkeit unter den zunächst oberflächig wirkenden Gedanken eines Teenagers, zumal auch das Thema der Gestaltwandler nicht neu ist. Der Autorin schafft es jedoch durch Tiefe und der späteren überraschenden Entwicklung der Hauptfigur diesem bekannten Thema ein neues Gesicht zu geben.

Hinsichtlich der Grammatik und Rechtschreibung habe ich jedoch an einigen Stellen was auszusetzen. Jeder macht mal Kommafehler, in diesem Buch sind einige Kommas definitiv zu viel dabei aber auch mit viel Konsequenz gesetzt worden. Denn vor nahezu jedem „als“ befindet sich ein Komma, welches überflüssig und meistens sogar falsch ist. Zwei Beispiele befinden sich auf Seite 123. Beim ersten Beispiel ist das Komma falsch, beim Zweiten überflüssig. Beispiel 1: „In den Kursen kam ich besser mit, als erwartet …“ und Beispiel 2: „… und gegenseitigem Berühren, dennoch hatte ich das Gefühl, dass da zwischen uns mehr war, als eine kleine Verliebtheit.“ Auch die Wörter „fragen“ und „(die) Fragen“ scheinen der Autorin und dem Lektor Probleme bereitet zu haben, denn es wurde mehrmals Verb und Substantiv verwechselt. Z. B.: „Hast du noch fragen?“ und „Du kannst mich jederzeit Fragen.“ Solche Fehler hätten spätestens in der Endkontrolle vor dem Druck auffallen müssen. Die Schriftgröße allerdings ist ausreichend groß gewählt worden, sodass man nicht ständig die Augen zusammen kneifen muss.

Nun will ich noch einmal kurz auf die Zeichnungen eingehen. Diese sind im Buch selber entsprechend der Zielgruppe im jugendlichen Stil und in schwarz-weiß gehalten. Auch wenn bei den Zeichnungen keine Signaturen zu finden sind, so kann ich mir gut vorstellen, dass die Autorin sie selbst gezeichnet hat, denn sie passen sehr gut zum Schreibstil.

Das Cover muss von einem anderen Zeichner gestaltet worden sein, da es sich um eine andere Art und Weise zu Zeichnen handelt. Auch ist es in Farbe gehalten. Die Vorderseite zeigt das Portrait einer animalisch schauenden Callie und im fließenden Übergang mit ihren schwarzen Haaren befindet neben ihr ein halbes Portrait von ihr in ihrer Wolfsgestalt. Auf der Rückseite heult ein weißer Wolf (Noah) den Vollmond an.

Über die Autorin:

Jennifer Heine wurde im November 1987 in Leverkusen geboren. Schon seit ihrer frühesten Kindheit gehören Bücher zu ihrem Leben. Mittlerweile ist sie stolze Besitzerin von circa 800 Büchern (eBooks & gedruckte Formate). Die Liebe zum Buch und zur Schrift brachten sie schon früh zum Schreiben. Angefangen hat alles bei der Schülerzeitung, für die sie viereinhalb Jahre mehrere Gedichte (zeitgenössische Lyrik) verfasste. Nach der Schule entschied sie sich, eine Ausbildung zur Pferdewirtin zu machen, welche sie im Jahr 2008 erfolgreich abschloss. Zusätzlich absolvierte sie noch eine weitere Ausbildung, nämlich zur Bürokauffrau. Diese hat sie im Jahr 2013 ebenfalls erfolgreich abgeschlossen. Doch die Leidenschaft zu Schreiben blieb. Mittlerweile ist sie Mutter geworden und hat wieder mit dem Schreiben angefangen. (Verlagsinfo)

Fazit:

Dramatisch und spannend erzählte Geschichte einer Liebe von jungen Gestaltwandlern, die bestimmt nicht jedermanns Geschmack trifft, ich aber dennoch weiterempfehlen kann. Und gerade wegen des nicht klischeehaften Endes dieses ersten Bandes, freue ich mich auf die Fortsetzung.

Broschiert: 376 Seiten
ISBN-13: 978-3945433270
Vom Hersteller empfohlenes Alter: 14-17 Jahre

www.fingadar.de

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