Jerry Yulsman – Elleander Morning oder Der Krieg, der nicht stattfand (SF-Roman)

SF-Thriller: Der Zweite Weltkrieg fand nicht statt

Wien, Österreich im Jahre 1913: Die junge Britin Elleander Morning erschießt in einem Café einen jungen Kunststudenten namens Adolf Hitler. Die Frau wird wegen Mordes verhaftet und vor Gericht gestellt. Das Gericht verlangt von ihr eine Erklärung für den Mord, aber sie schweigt, worauf sie zum Tode verurteilt und später hingerichtet wird.

1983: Lesley Baumann, die Enkelin der Elleander Morning, will herausfinden, warum ihre Großmutter den jungen Kunststudenten erschossen hat, und beginnt Nachforschungen anzustellen. Bei der Suche nach der Wahrheit findet sie zwei seltsame Ausgaben des Magazins „Time Life“. Das Merkwürdige an den Zeitschriften ist, dass sie detailliert den Zweiten Weltkrieg beschreiben. Doch es hat nie einen derartigen Krieg gegeben. Hat Elleander Morning diesen Krieg verhindert, indem sie Adolf Hitler ermordete? (Wikipedia.de)

Der Autor

Sehr wenig ist über den US-Schriftsteller Jerry Yulsman bekannt, außer daß er der Verfasser eines der besten Alternativweltromane ist – eben „Elleander Morning“ ((https://de.wikipedia.org/wiki/Elleander_Morning)). Die Handlung spielt 1913 und einem alternativen 1980er-Jahrzehnt. Hier taucht Adolf Hitler ebenso auf wie der gute alte H.G. Wells, der Autor von „Die Zeitmaschine“ – wie passend!

Handlung

Im Jahre 1913 macht sich Elleander Morning, eine Edelhure aus London, auf die Reise nach Wien und erschießt dort einen heruntergekommenen jungen Maler namens Adolf Hitler (alias Adolf Schicklgruber). Die Enkelin der feinen Dame, Lesley Baumann, findet 1983 in deren Nachlass zwei Time-Life-Bücher „Die Geschichte des zweiten Weltkriegs“ aus dem Jahr 1970.

Das wundert sie dann doch etwas, denn nach dem Großen Krieg 14/18 gab es in ihrer Welt keinen zweiten Weltkrieg mehr. Und obwohl die Buchfotos nicht als Fälschungen zu entlarven sind, streitet Robert Capa es rundweg ab, diese Fotos von einem Krieg, der nie stattgefunden hat, geschossen zu haben. Was also ist der WK2? Handelt es sich um eine literarische Fiktion? Um die Fantasmagorie eines dementen Historikers?

Bei der ersten Mondlandung tönt „Deutschland über alles“ vom Erdtrabanten, und in der „Wolfsschanze“, Hitlers Hauptquartier im 2. Weltkrieg, bleibt wieder mal eine Aktentasche mit Bombe stehen. „Wieder“?

Als würde dies alles noch nicht genügen, wird auch noch H.G. Wells in die Handlung eingebaut, einem Freund von Elleander Morning. Die Art und Weise, wie das geschieht, ist mehr als beachtlich für einen Erstlingsroman. Weshalb setzte Elleander Morning alles daran, von einem bestimmten Mann ein Kind zu bekommen? Und weshalb fuhr sie überhaupt 1913 nach Wien, um jemanden zu erschießen, den sie nie zuvor gesehen hatte? Die pikanten Aufzeichnungen eines Londoner Gentlemans aus dem Jahr 1910 könnten Lesley Aufschluss geben.

Unterm Strich

Der Alternativweltroman „Elleander Morning“ ist eine geglückte Mischung aus ideensprühendem Thriller, kriminalistischem Versteckspiel, einem Touch Erotik, einem intelligenten Science Fiction-Plot und stilistischem Können. Der historische Hintergrund ist makellos recherchiert und detailgetreu wiedergegeben. Ein Science Fiction-Thriller, kombiniert mit einer Liebesgeschichte von erfrischender Freimütigkeit.

Der Roman wurde ein großer Erfolg und wurde mit mehreren Preisen ausgezeichnet, unter anderem mit dem australischen Ditmar Award 1986 und mit dem Kurd-Laßwitz-Preis im Jahre 1987 als bester Science-Fiction-Roman des Jahres.

Taschenbuch: 383 Seiten
Originaltitel: Elleander Morning, 1984
Aus dem Englischen von Biggy Winter.
ISBN-13: 9783453313088

www.heyne.de

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