Jo Nesbo – Messer

Worum gehts?

Harry Hole geht es schlechter denn je. Nicht nur, dass er seinen Job bei der Kriminapolizeit los ist, nein, auch seine Ehe mit Rakel ist endgültig gescheitert. Kein Wunder, dass er der Versuchung des Alkohols dieses Mal nicht länger widerstehen konnte.

Als er eines Morgens ohne jede Erinnerung der letzten Nacht aufwacht und seine Kleidung voller Blut ist, beginnt jedoch erst der wahre Albtraum.

Inhalt

Harry Hole, einer der bekanntesten und erfolgreichsten Mordermittler ist am Ende. Seine große Liebe Rakel hat ihn vor die Tür gesetzt, bei der Polizei bekleidet er nur noch einen lächerlichen Hilfsposten und dem Alkohol ist er auch erneut erlegen.

Nach einer durchzechten Nacht, an die er keinerlei Erinnerungen hat beginnt für ihn ein wahrer Albtraum und alles andere wird plötzlich zur Nebensache. Plötzlich stößt er auf die Spur eines Mannes, dessen Bekanntschaft er schon vor einiger Zeit gemacht hat – Svein Finne. Hole hält ihn nach wie vor für einen brutalen Vergewaltiger und er hat nur ein Ziel, diesem Mann endgültig das Handwerk zu legen, dafür ist ihm kein Preis zu hoch.

Svein Finne jedoch ist ein harter Gegner. Und Harry hätte sich wahrscheinlich vorher nicht einmal im Ansatz ausmalen können, wie es sein mag, plötzlich selbst zum Gejagten zu werden. Die Sachlage nimmt auf einmal eine schlagartige Wendung und dann ist Harrys Berufserfahrung einmal mehr gefragt, blöd nur, dass er sich in seiner Position eigentlich gar nicht in diese Ermittlungen einmischen darf. Doch Harry Hole wäre nicht Harry Hole, wenn er sich an irgendwelche Regeln und Gesetze halten würde. Er schreibt sein ganz eigenes Gesetz.

Mein Eindruck

In diesem Buch hat Jo Nesbo Zeit, denn nur ganz langsam und unspektakulär plätschert der neue Fall vor sich hin. Ich musste anfangs auch nochmal auf den Einband schauen, ob es sich bei diesem Buch auch tatsächlich um einen weiteren Fall für Harry Hole handelt oder ob Nesbo nun neue Wege eingeschlagen hat.

Drei Viertel des Buches überwiegt die interessante Schilderung des Personennetzwerkes und der Geschehnisse die Spannung. Es scheint fast so, als stünde dem Autor nur ein kleines Maß an Spannung und Nervenkitzel zu Verfügung. Nicht, dass das Buch bis zum letzten Viertel langweilig ist, aber es ist halt auch nicht wirklich so, wie man es von seinen anderen Werken gewohnt ist – unverschämt spannend.

Was allerdings wohl in gewohnter Nesbo-Manier ist, ist die wahnsinnig gute Fantasie des Falls bzw. die Konstruktion der Tathergänge. Es ist wirklich unglaublich und mir ein Rätsel, wie der Autor auf solche Ideen kommt und wo er diese herholt. In dieser Hinsicht ist Nesbo wirklich unvergleichlich und vor allem einzigartig. Er hat wirklich ein Faible für das Verrückte, noch nie dagewesene. DA kann man auch noch so viele seiner Bücher gelesen haben, man steigt einfach nicht hinter seine Gedanken und tappt in jedem seiner Fälle absolut im Dunkeln, ich jedenfalls.

Am Ende bleiben erstaunlicherweise keine Fragen unbeantwortet und der ganz große Aha-Effekt stellt sich ein, bis dahin hat man aber einen ganz langen, steinigen Weg vor sich. Aber an der Seite von Harry Hole ist man bekanntlich mehr als nur gut unterhalten, so dass einem dieser Weg deutlich weniger beschwerlich vorkommt, so dass man sich gerne auf diese Tour begibt.

Über den Autor und Mitwirkende

Jo Nesbø, 1960 geboren, ist Ökonom, Schriftsteller und Musiker. Er gehört zu den renommiertesten und erfolgreichsten Krimiautoren weltweit. Jo Nesbø lebt in Oslo.

Günther Frauenlob studierte Geografie und ist seit 1993 als freier Übersetzer tätig. Er übersetzt erzählende Literatur und Sachbücher aus dem Norwegischen und Dänischen, zu den von ihm ins Deutsche übertragenen Autoren gehören Jo Nesbø, Lars Mytting, Thomas Enger und Arnhild Lauveng. Er ist Mitglied im Verband deutschsprachiger Übersetzer literarischer und wissenschaftlicher Werke, VdÜ, und lebt in Waldkirch. (Verlagsinfo)

Fazit

Am Ende muss ich sagen, bin ich doch wieder ziemlich befriedigt von dem neuen Harry-Hole-Fall. Das Ende ist super gelungen, spannend und wie immer komplett überraschend. Doch leider konnte mich der Anfang, bzw. mindestens die erste Hälfte des Buchs nicht wirklich überzeugen. Warum so geizig mit der Spannung Herr Nesbo? Wir wissen alle, das geht ganz anders!

Es handelt sich letztendlich natürlich auch wieder um ein ordentliches Werk des norwegischen Autors, wenn es meiner Meinung nach auch dieses Mal nicht für eine Bestseller-Bewertung reicht.

Gebunden: 576 Seiten
Originaltitel: Kniv
Ins Deutsche übersetzt von Günther Frauenlob
ISBN: 3550081731

www.ullstein-buchverlage.de
www.jonesbo.de

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