John Sinclair Classics – Bruderschaft des Satans (Folge 21)

Die Handlung:

Jeder kennt die unheimliche Legende vom Kloster am Großen Bärenkopf – von den teuflischen Mönchen, die einen Pakt mit Asmodis geschlossen haben sollen. Aber niemand bekam sie bisher zu Gesicht. Als Roger Busceau Nachforschungen zu dem geheimnisvollen Kloster anstellt, findet man ihn am nächsten Morgen tot in seiner Wohnung. (Verlagsinfo)

Mein Eindruck:

Diesmal hat sich der Verlag an die Hörspielumsetzung des GESPENSTER-KRIMI-Heftromans mit der Nummer 98 gemacht, der erstmalig am 29.07.1975 am gut sortierten Bahnhofskiosk oder manchmal auch in einer Buchhandlung zu bekommen war. Später erschien die Geschichte auch in der zweiten Auflage der JOHN-SINCLAIR-Heftromanserie als Nummer 20. Das Titelbild des Hörspielcovers ist dabei eine komplette Neuinterpretation der Thematik. Irgendwie sieht der Mönchskopf unter der Kutte darauf leicht pferdegesichtig aus.

Auch wenn laut Klappentext jeder die Legende vom Kloster kennt, gehöre ich nicht dazu. Eine kurze Recherche ergab allerdings, dass es den Berg, den Großen Bärenkopf, tatsächlich gibt und er auch in den südlichen Vogesen liegt. Wie oft da aber Monstermönche ihr Unwesen treiben, das verriet mir das Internet nicht.

Aber für die Ermittlungen ist ja schließlich auch unser Lieblingsgeisterjäger zuständig. Der hat es hier mit Teufelsmönchen zu tun und einen Kelch muss er auch finden, denn der ist offenbar das einzig wirksame Mittel im Kampf gegen die mordenden Kuttenträger. Warum sie das aber ausgerechnet mit einer Zange tun … und damit ihren Opfern nicht die Schädel einschlagen oder sie zerquetschen, sondern erwürgen … das klingt so gar nicht mönchsmäßig.

Ein wenig verwirrend fand ichs auch, dass offenbar die Ermittlungen zeitgleich in verschiedenen Ländern mit unterschiedlicher Beteiligung (was dabei nicht ausbleibt) abläuft und dabei ziemlich flott hin- und hergesprungen wird. John probierts an der Grenze zwischen Schottland und England und französische Beamte in den Vogesen … weil beide Orte miteinander verknüpft sind.

Die ganze Geschichte mit den sieben Mönchen aber, die einen Pakt mit dem Teufel geschlossen hatten und wieder zurückkommen wollten/sollten … das klang alles wie schon zigmal verwurstet und hat trotz der gewohnt tollen Soundeffekte und glaubwürdigen Sprecherleistungen nicht wirklich fesseln können.

Im Grunde dient diese Folge einzig der Vorstellung des Kelches des Feuers, der hier seinen Einstand ins Sinclairversum gibt. Und warum Asmodis am Ende einen Monolog im Stil einer Cutscene eines durchgespielten Videospiels hält, anstatt den Sohn des Lichts einfach umzubringen … das erschließt sich wohl nur dem Herrn der Finsternis selbst. Bösewichte haben schon in alten Filmen immer nur gelabert, anstatt abzudrücken …

Die Sprecher und ihre Rollen:

John Sinclair – Dietmar Wunder
Erzählerin – Alexandra Lange
Lili Busceau – Celine Fontanges
Pierre Saval – Erik Schäffler
Inspektor Lefevre – Reent Reins
Pascal Niemans – Michael Harck
Hugh Morton – Jürger Holdorf
Roger Busceau – Volker Wolf
Bebe – Tilman Borck
Glenda Perkins – Ilya Welter
Guillaume – Wolfgang Berger
Wirt – Peter Weis

sowie: Tim Kreuer, Wolfgang Rüter, Wof Frass, Waldemar Hooge und Philipp Schepamm

Technik-Credits:

Hörspielskript und Regie: Dennis Ehrhardt
Sounddesign, Schnitt und Mischung: ear2brain productions
Musik: Andreas Meyer
Gitarren im John Sinclair Theme: Jan Frederik
Produktion: Marc Sieper (Lübbe Audio)

Die Ausstattung:

Die komplett schwarze CD steckt in einem Jewel-Case. Das Booklet-Faltblatt enthält eine Liste der bereits veröffentlichten Folgen der „2000er“-Serie und der „Classic“-Serie. Zusätzlich werden noch die Sprecher und ihre Rollen aufgeführt sowie die Technik-Credits.

Mein Fazit:

Nicht die sieben Zwerge, nein, die sieben Mönche sinds, die hier Terror verbreiten und morden. Das aber dient irgendwie nur als schmückendes Beiwerk, um den eigentlichen Star der Folge vorzustellen, den Kelch des Feuers. Um den gehts hier nämlich und all die Splattereffekte und die Krimimusik können davon auch nicht wirklich ablenken.

Eine kleine Geschichtsstunde aus dem Sinclairversum, toll gesprochen, opulent serviert, am Ende mit offenen Fragen und Ankündigungen, aber von der Story her reichlich dünn und sicher nur von den wenigstens Fans noch mal gehört.

Audio-CD
Spieldauer: 59:21 Min.
Tracks: 15
EAN: 9783785749722

www.luebbe.de

Über 80 Rezensionen rund um den beliebten Geisterjäger John Sinclair findet ihr in unserer Datenbank.

Der Autor vergibt: (2.5/5) Ihr vergebt: SchrecklichNa jaGeht soGutSuper (1 Stimmen, Durchschnitt: 2,00 von 5)