John Sinclair Classics – Die Drachenburg (Folge 31)

Die Handlung:

Schwarz und drohend ragten die Felsen in die Höhe und berührten mit ihren zackigen Graten die tiefhängenden Wolken. Ein steifer Nordwind fing sich zwischen den Felsen und jaulte eine schaurige Melodie. In dieser Landschaft gab es kein Leben … außer dem unheimlichen Geschöpf in der Drachenburg! (Verlagsinfo)

Mein Eindruck:

Diesmal hat sich der Verlag an die Hörspielumsetzung des GESPENSTER-KRIMI-Heftromans mit der Nummer 134 gemacht, der erstmalig am 6. April 1976 am gut sortierten Bahnhofskiosk oder manchmal auch in einer Buchhandlung zu bekommen war. Später erschien die Geschichte auch in der zweiten Auflage der JOHN-SINCLAIR-Heftromanserie als Nummer 29. Das Titelbild des Hörspielcovers ist dabei eine komplette Neuinterpretation der Thematik.

Bevors ans Gruseln geht, kommt erst mal ungläubiges Grinsen. Die Erzählerin beginnt mit „Ein steifer Südwest fegte über die unbewegte Insel …“. Was ist denn ein „Südwest“? Oder fehlt hier ein „Wind“, den bei der Endabmischung keiner vermisst hat … weil … er ist ja zu hören … Lustigerweise herrscht laut Klappentext aber Nordwind!

Leider möchte die Erzählerin irgendwie einfach nicht aufhören zu erzählen. Das grenzte schon an eine inszenierte Lesung. Sandra kommt auch irgendwann endlich auf der Insel zur Drachenburg … aber die Erzählerin beschreibt weiter und weiter …

Bis wir auf den anfangs akustisch verdammt schwer zu verstehenden Burgherrn treffen, dessen Sprecher wir unter anderem als Androide DATA aus STAR TREK: THE NEXT GENERATION kennen, und wir eine Art „Die Schöne und das Biest“ erleben. Wie gewohnt alles extrem lang und ausführlich von der Erzählerin beschrieben. Immerhin erzählt uns der Graf zwischendurch, warum er schon so lange hier ist und was er vorhat … auch mit Sandra. Ganz so romantisch stellt sich das nicht dar … vor allem nicht für sie.

Und nach satten 20 Minuten hören wir dann auch mal die Titelmusik … vorher hat die Erzählerin sie ja nicht zu Wort kommen lassen …

Und John so? Der feiert … zuuuuuuuuufälligerweise mit dem Freund von Sandra .. und sie selbst ist auch da … im Auftrag ihres Burgherrn unterwegs. Hin, zurück und wieder hin … zur Insel gehts für sie … Peter … Jane … John … Letzterer macht dann auch kurz vor Showdown-Ende noch Bekanntschaft mit den Flugsauriern, die auf der Insel leben und auf dem Heftcover der Romanvorlage damals zu sehen waren … einer davon zumindest.

Die Sprecher und ihre Rollen:

John Sinclair – Dietmar Wunder
Erzählerin – Alexandra Lange
Sandra Lee – Stephanie Kellner
Peter Lorimer – Jacob Weigert
Count of Blackmoor – Michael Pan
Jane Collins – Franziska Pigulla
Vernon – Konstantin Graudus
Budd – Thomas Petmo
Sir James Powell – Achim Schülke
Pilot – Romanus Fuhrmann
Fahrer – Peter Weis
Tok-El – Wolf Frass
Ansage – Jürgen Holdorf
sowie: Karin Rasenack, Frank-Otto Schenk und Nadine Schreier

Technik-Credits:

Hörspielskript und Regie: Dennis Ehrhardt
Sounddesign, Schnitt und Mischung: ear2brain productions
Musik: Andreas Meyer
Gitarren im John-Sinclair-Theme: Jan Frederik
Produktion: Marc Sieper (Lübbe Audio)

Die Ausstattung:

Die komplett schwarze CD steckt in einem Jewel-Case. Das Booklet-Faltblatt enthält sämtliche Cover der bereits veröffentlichten Folgen „Classics“-Serie. Zusätzlich werden noch die Sprecher und ihre Rollen aufgeführt sowie die Technik-Credits.

Mein Fazit:

Zur Vertonung eignet sich dieser Fall des Geisterjägers nicht wirklich. Zu viel muss und wird hier von der Erzählerin immer wieder beschrieben. So viel, dass es fast eine inszenierte Lesung ist über weite Strecken. Selbst John löst sie irgendwann ab und erklärt dann auch ohne Ende weiter. Die Story selbst ist auch eher mittelmäßig spannend, weil alles komplett gradlinig verläuft und keine überraschenden Wendungen zu hören sind. Einzig die guten Sprecher und die Effekte haben mir den Hörspaß gerettet.

Dass John am Ende gewinnt … na ja … das ist eh klar, von daher wissen wir schon am Anfang wo es endet und wie für wen. Zum Wiederhören eher weniger geeignet.

Audio-CD
Spieldauer: 58:17 Min.
Tracks: 15
ISBN-13: 978-3-7857-5423-8

www.luebbe.de

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