Leah Bach – Insel der tausend Sterne

Worum gehts?

Berlin im Jahre 1913. Paula von Dahlen, Tochter einer Adelsfamilie aus Brandenburg an der Müritz, hat es in die Großstadt Berlin gezogen. Ihr Vater starb vor einigen Jahren durch einen zweifelhaften Jagdunfall. Obwohl die Familie mittlerweile hochverschuldet ist, pflegt Lilly von Dahlen, Paulas Mutter, weiterhin ein standesgemäßes Adligenleben.

Nach dem Ableben ihrer Mutter entdeckt Paula ein altes, vergilbtes Foto, auf dem ein junger Mann zu sehen ist. Ganz offensichtlich stammt die Aufnahme aus Deutsch-Ostafrika. Paula hat insgeheim einen brisanten Verdacht und ist fest entschlossen, in dieser Sache weiter zu forschen und das Geheimnis zu lüften. Als sie eine Annonce in der Tageszeitung entdeckt, in der eine Reisebegleitung nach Afrika gesucht wird, scheint das Schicksal zugeschlagen zu haben und mutig macht sich die junge Paula auf den Weg in die Wildnis.

Inhalt

Paula ist eines von drei Kindern einer mittlerweile hochverschuldeten Adelsfamilie. Sie ist das einzige Mädchen und bekommt sowohl die strengste Erziehung als auch die wenigste Liebe ihrer Eltern zu spüren. Ihr Vater kam vor einigen Jahren durch einen Jagdunfall ums Leben, wobei gemunkelt wird, dass es sich dabei tatsächlich um einen Selbstmord gehandelt hat, da er ein Leben in Schulden nicht ertragen konnte.

Um einige Pfennige an ihre Familie abzugeben, hat es Paula in die Großstadt Berlin gezogen. Dort hat sie mithilfe ihrer Tante eine Stelle als Sekretärin im Reichskolonialamt erworben. Sie fühlt sich in der Stadt, die niemals zu schlafen scheint außerordentlich wohl und auch die Arbeit bereitet ihr abgesehen von ihrer hinterhältigen Kollegin Gertrud viel Freude. Eines Tages jedoch erhält sie einen Anruf ihres Bruders, der sie in ihre Heimat zitiert, da es der Mutter nicht gut gehe. Als Paula auf dem Anwesen der Familie ankommt, ist es leider bereits zu spät, ihre Mutter ist schon gestorben.

Im Nachlass ihrer Mutter, entdeckt Paula auf dem Dachboden ein vergilbtes Foto, dass einen Mann zeigt, der unter einem riesigen Baobab steht, einem afrikanischen Affenbrotbaum. Paula fragt sich, warum ihre Mutter diese Fotografie auf dem Dachboden versteckt hat. Sollte ihr Vater sie etwa nicht finden? Vielleicht handelt es sich um einen einstigen Geliebten ihrer Mutter, vielleicht sogar um ihren, Paulas Vater?

Sie beschließt der Sache auf den Grund zu gehen und macht sich auf den Weg zum schwarzen Kontinent. Dort ist sie zunächst die Reisebegleitung einer sehr schwierigen, verwöhnten Frau, die all ihre Angestellten den ganzen lieben langen Tag herumkommandiert. Als Paula dies jedoch zu bunt wird, ergreift sie heimlich die Flucht und setzt ihre Reise im Alleingang weiter fort und landet auf einer Kaffe- und Bananenplantage, auf der sie als erste weibliche Verwalterin angestellt wird. Auch hier hat sie wieder einen alles andere als angenehmen Chef. Doch da Paule gefällt diese Männerarbeit außerordentlich gut und schlägt sich mehr als gut durch.

Sie lernt im Laufe der Zeit eine Reihe verschiedenster Leute kennen, doch zunächst kann ihr niemand bei ihrem Anliegen, dem Mann auf dem Foto zu finden, helfen. Doch das soll sich eines Tages ändern und so macht sie sich schließlich weiter auf den Weg nach Sansibar, wo sie Dinge über ihre Vergangenheit erfahren soll, die sie niemals für möglich gehalten hätte und die stark an ihr zehren.

Mein Eindruck

Das Buch beeindruckt zunächst durch seine Dicke, bei „Insel der tausend Sterne“ handelt es sich um einen 700-Seiten-Schmöker. Das Cover ist schön, jedoch nicht extravagant, eher reiht es sich in die Cover zahlreicher anderer Afrika-Romane unauffällig ein.

Anfangs fand ich das Lesen dieses Buchs recht anstrengend, da die Schrift doch sehr klein ist und auch relativ wenige Absätze gemacht werden, so dass eine Seite oft nur als Blockabsatz zu lesen ist. Des Weiteren sind die einzelnen Kapitel recht lang, was erst mal neutral zu werten ist, ich persönlich finde das ist weder ein Nachteil, noch ein Vorteil.

Der Schreibstil der Autorin ist nicht besonders anspruchsvoll, so dass man das Buch aus dieser Hinsicht recht schnell lesen kann. Sie tendiert dazu manchmal weiter auszuschweifen, als es für die Geschichte nötig ist, so dass man das Buch auch hätte kürzen können, wenn man es auf das Wesentliche beschränkt hätte, allerdings wäre dann vielleicht auch der „Reise-Charakter“ ein wenig verloren gegangen. Man hat nämlich das Gefühl, man sei Teil dieser Geschichte und mittendrin statt nur dabei zu sein.

Die Protagonistin Paula erobert die Herzen der Leser im Sturm durch ihre sympathische, couragierte Art. Man fühlt sich wohl an ihrer Seite und begleitet sie gerne in Afrikas Wildnis. Während des Lesens erfährt man eine ganze Menge, sowohl über die Zeit in Deutschland Anfang des 19. Jahrhunderts, als auch über die politische Lage zu dieser Zeit sowohl in Deutschland als auch in Afrika. Außerdem bekommt man einen bildhaften Eindruck der Jahreszeiten bzw. Naturgewalten und der Flora und Fauna Afrikas.

Hat man sich einmal in die Geschichte eingelesen und vertieft, so hat man das Gefühl, sobald man das Buch aufschlägt, in eine andere Welt einzutauchen. Herrlich.

Fazit

Dieses Buch ist zweifelsfrei empfehlenswert, wenn man Bücher dieser Art mag. Es ist wahrscheinlich kein Buch mit einer Geschichte, die es in dieser Form noch nie gab, dennoch hat es einen großen Unterhaltungswert, und darauf kommt es ja in erster Linie beim Lesen an.

Es lässt vermuten, dass es eventuell oder besser gesagt hoffentlich eine Fortsetzung dieser Geschichte gibt, da zum Schluss einige Fragen offen bleiben. Ist dies der Fall, so freue ich mich auf den nächsten Band dieser Reihe, sollte es jedoch keine Fortsetzung geben, so müsste man einen dicken Punktabzug erteilen, da das Ende dann doch recht unbefriedigend ist.

Ansonsten kann man nur sagen: Lesen und eintauchen in die Welt eines Kontinents, der wirklich faszinierend ist und eine ganze Menge zu bieten hat.

Über die Autorin

Leah Bach studierte Französisch und Russisch auf Lehramt, entschied sich aber gegen eine Laufbahn als Gymnasiallehrerin. Stattdessen begann sie zu schreiben, veröffentlichte bereits zahlreiche Kurzgeschichten und Romane und widmete sich ihrer heimlichen Leidenschaft, der Geschichte. Sie lebt mit ihrer Familie im Taunus und arbeitet als freie Autorin. (Verlagsinfo)

Taschenbuch: 704 Seiten
ISBN-13: 978-3442382309

www.randomhouse.de/blanvalet
www.leahbach.de

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