Dragonbound – Herzen aus Finsternis (Folge 10)

_|Dragonbound – Die Prophezeiung|:_

01 „Drachenfeuer
02 „Seeschrecken“
03 „Der Murog“
04 „Das Triumvirat“
05 „Das Fest der Weihe“
06 „Inkognito“
07 „Saras Dämonen“
08 „Die Schlacht um Liluell“
09 „Goors Rache“
10 _“Herzen aus Finsternis“_

_Die Handlung:_

Lea entdeckt ein Portal in ihre Welt und kehrt zusammen mit ihren Freunden zurück nach Norland. Während alle mit großem Abschiedsschmerz zu kämpfen haben, taucht plötzlich Sandrina auf, die aus dem Gefängnis entfliehen konnte und nun ihren Mordauftrag zu Ende bringen will. In den finsteren, verschlungenen Gängen eines unterirdischen Labyrinths kommt es zur letzten, tödlichen Konfrontation … (Verlagsinfo)

_Mein Eindruck:_

Ein halbes Jahr mussten die Fans nun auf den Staffelabschluss von DRAGONBOUND warten, obwohl die neunte Episode ja eigentlich auch schon einen runden Abschluss geboten hatte. Goor war besiegt und Lea hatte als Drachenprinzessin dafür gesorgt, dass der Bund zwischen Menschen und Drachen erneut geschlossen wurde. Das Einzige, was noch fehlt, wäre eine Rückkehr Leas nach Hause. Die soll es nun diesmal geben, um den Kreis somit komplett zu schließen.

Bis es aber soweit ist, wirft der Autor Lea und vor allem dem Hörer noch ein paar Hindernisse in den Weg, die das Ganze in meinen Ohren unnötig und teilweise recht sinnfrei hinauszögern. Dass Lea erst mal ins Startgebiet zurückreisen muss, um durchs Wurmloch nach Hause zu springen, ist ok. Dass ihr dabei die „Monster der Woche“ begegnen, die von immer der gleichen Drama-Buh!-Musik angekündigt werden, ist auch noch okay … nur wurde ich den Eindruck nicht los, dass das nur zum Minutenschinden gedacht war, weils irgendwie so gar keine Auswirkungen auf irgendwas hatte.

Auswirkungen hatte der Einfall des Autors, die Gruppe SCHANDMAUL für ein fast komplettes Lied in das Hörspiel einzubauen. Die Geschmäcker sind ja verschieden und meins ist die Musik nicht, aber das ist eine persönliche Vorliebe. Objektiv gesehen allerdings passen die E-Gitarren in dem Lied so gar nicht zu der mittelalterlichen Welt, in die es Lea verschlagen hat … die Band spielt hochoffiziell in der Geschichte mit und nicht zur Musikuntermalung aus dem Off. Außerdem ist das Lied lauter abgemischt als die vorherigen Hörspiel-Szenen. Kurz vor Ende des Songs wird die Lautstärke zwar runtergefahren und das eigentliche DRAGONBOUND-Hörspiel geht weiter … nur wird in dem Lied lustig weitergesungen und das lenkt den Hörer ziemlich irritierend von den Dialogen im Vordergrund ab.

Der für Lea und den Hörer überraschend auftauchende und eigentlich für beseitigt gehaltene Gegner, der dann folgt, sorgt dann aber für gute und dramatisch spannende Unterhaltung, die wirklich berührt … auch wenn die wieder mit der gleichen Drama-Buh!-Musik eingeleitet wird. Zu dem Zeitpunkt ist etwa die Hälfte der Folge schon vorbei.

Die Romantik zwischen Lea und ihrem Telon wird durch die Sprecher sehr lebendig vermittelt, fühlt sich authentisch an und wirkt nie albern oder kitschig. Und je weiter es aufs Ende zugeht (doppeldeutig gemeint, denn nach der Prophezeiung wird Lea ja sterben), desto häufiger wird sich der eine oder andere Hörer sogar mal eine Träne verkneifen müssen.

Denn die zweite Hälfte des Hörspiels hat alles, was ich in der ersten vermisst habe: Spannung, die mich an die Story fesselt und auch Auswirkungen auf die Handlung hat, Romantik, Action und tiefe Freundschaft. Und dann ist es auch nicht mehr schlimm, dass nicht gleich am Anfang verraten wurde, ob Lea es nach Hause schafft oder überhaupt die Prophezeiung überlebt.

|Die Sprecher und ihre Rollen:|

Erzähler: Jürgen Kluckert
Lea: Bettina Zech
Telon: Christian Rudolf
Rodge: Jann Oltmanns
Dogo: Martin Sabel
Kapitän: Guido Maria Kober
Tomar: Mogens von Gadow
Schiffsmaat: René Wagner
König Edrapos: Gordon Piedesack
Zeremonienmeister: Stefan Lindner
Sänger der Spieltruppe: Thomas Lindner
Takk: Santiago Ziesmer
Sandrina: Claudia Urbschat-Mingues
Spielendes Kind: Leonie Rosenkranz
Malrik: Robert Lenkey
Faedrak: Engelbert von Nordhausen
Volante: Katja Brügger
Wahrsagerin: Sylvie Nogler
Arzt: Sven Matthias
Vater: Wolfgang Noack
Volk von Norland: René Dawn Claude, Michael Dreesen, Vanessa Derkum und Gäste der Hörspielmesse 2010

|Technik-Credits:|

Buch & Regie: Peter Lerf
Dialogaufnahmen: Martin Sabel
Musik: Peter Lerf, Sassy Bernert, Schandmaul
Tonmischung: Gigaphon Entertainment, Peter Lerf
Sounddesign: Martin Sabel, Guido Maria Kober
Masterin: Sebastian Röder
Illustration: Anne Stokes
Redaktion: Hilla Fitzen
Gestaltung: Sassenbach Advertising
Titelson „Hide“: Mystelle

|Trackliste:|

CD1:

1. Intro
2. Die Prophezeiung
3. Abschied von Liluell
4. Der Pleadon
5. Ein königlicher Empfang
6. Das Fest im Kronensaal
7. Ausritt in die Nacht
8. Der kleine Takk
9. Sandrina
10. Gestalten in der Dunkelheit
11. Duell auf Leben und Tod
12. Unterirdische Bedrohung

CD2:

13. Das Ende der Jägerin
14. Rettung aus dem Labyrinth
15. Der perfekte Moment
16. Das Treffen mit dem Magier
17. Die besten Freunde Chelandras
18. Ein Herz aus Finsternis
19. Der Klang der Katcha
20. Ein neues Leben
21. Epilog
22. Titelsong „Hide“

|Die Ausstattung:|

Die CDs stecken in einem Jewel-Case. Das Booklet lässt sich zu einer gezeichneten Karte von Chelandra entfalten, auf der handschriftliche Zusatzinfos von Lea zu finden sind. Außerdem gibts auf der Rückseite noch ausführliche Charakterbeschreibungen, eine Beschreibung des bisher Geschehenen, die Sprecherliste und ihre Rollen, die Technik-Credits und den Text der „Prohpezeiung“. Zusätzlich gibts noch ein wenig Eigenwerbung für die gesamte Reihe zu sehen. Hinter den CDs ist die Trackliste zu finden.

_Mein Fazit:_

Der Zyklusabschluss bietet diesmal zwar zwei CDs lang Unterhaltung an, weist aber leider auch einige Längen auf, die dramatisch sein sollen, sich aber irgendwie wie Fremdkörper anfühlen. Das ändert sich zum Glück in der zweiten Hälfte radikal und der Hörer fiebert mit Lea und ihren Freunden mit und drückt die Daumen, dass sich die Prophezeiung nicht komplett erfüllt und Lea doch noch nach Hause kommt.

Von den Effekten her konnte und sollte man DRAGONBOUND nicht mit den Mitbewerbern des Genres vergleichen, aber dafür berührt die Story umso mehr. Und grad die Sprecherleistung von Bettina Zech als Lea sorgt dafür, dass die Reihe so sympathisch ist und der Hörer gern mit ihr unterwegs war.

Ich bin gespannt, ob der Verlag noch eine weitere Staffel produzieren wird. Nach dem Ende dieser Folge müsste er nicht … könnte er aber. Und das würde sicher nicht nur mich freuen.

|2 Audio-CDs
Spieldauer: 2:34 Std. (CD1: 75 Min. , CD2: 79 Min.)
Tracks: 22
Vom Verlag empfohlen ab 14 Jahren
EAN: 886975742820|
http://www.natuerlichvoneuropa.de

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