Lou Paget – Der perfekte Liebhaber. Sextechniken, die SIE verrückt machen

Nach ihrem Bestseller „Die perfekte Liebhaberin“ folgt hier nun das Gegenstück für Ihn: „Der perfekte Liebhaber – Sextechniken, die SIE verrückt machen“. Millionen männlicher Wesen auf zwei Beinen wüssten gerne, was das Mysterium Frau erregt, berauscht und tief befriedigt. (Kommt es etwa doch auf die Größe an?!) Und ebenso viele Frauen wünschen sich einen Mann, der über dieses Wissen verfügt – den perfekten Liebhaber, den Traummann.

Die Autorin

Die amerikanische Sexexpertin und Beraterin Lou Paget veranstaltet seit 1993 Seminare zu den Themen Sexualität und Aids, schrieb Artikel für „Playboy“ und „Cosmopolitan“. Mit ihrem Buch aus dem Jahr 2000) bildet ihre männlichen Leser dazu aus – in mehreren sachdienlichen Kapiteln und mit zahlreichen Illustrationen. In Sexseminaren mit Hunderten von Männern und Frauen hat sie die besten Sextechniken sowie Tipps und Tricks gesammelt und weiht Männer in diese intimen Geständnisse ein.

Hier käut sie also nicht wieder, was Generationen von Sexforschern (Kinsey, Masters & Johnson etc.) meinen herausgefunden zu haben, sondern vermittelt Praxiserfahrungen aus relativ aktueller Zeit: Das Buch entstand im Jahr 2000. Ältere Ratgeber kann man bis ins frühe 20. Jahrhundert zurückverfolgen, mit teils irrsinnigen Angaben.

Die Hoffnung des männlichen Lesers ist nun: „Sie werden zum unwiderstehlichen Liebhaber, der Frauen den Atem raubt, ihre Lust weckt, sie in den Rausch der Sinne entführt. Sex, von dem sie nie genug bekommt…“ (zitiert nach dem Klappentext). Die Hoffnung der Leserin ist nun: Hoffentlich hält sich auch jemand an diese Tipps!

Die Themen

Paget erteilt erst einmal der Idee vom Sex als Leistungssport eine Absage. Vielmehr erinnert sie daran, worauf es beim Aufbau einer stabilen sexuellen Beziehung ankommt. Manche Männer kommen offenbar überhaupt nicht auf den Gedanken, dass es wichtig ist, über Safer Sex Bescheid zu wissen und darüber zu sprechen; dass ein Vorspiel in entspannter Atmosphäre mit sinnlicher Annäherung von höchster Bedeutung sein könnte; und das es vorteilhaft sein könnte, über sogenannte „erogene Zonen“ und den Aufbau der Genitalien Bescheid zu wissen.

In der nächsten gehen die Partner miteinander in den Clinch. Hier ist das richtige Zungenspiel beim Oralverkehr von großem Vorteil, aber auch der Einsatz von Sexspielzeug ist nicht zu verachten – nicht jede Partnern beschleunigt in zehn Sekunden von 0 auf 100! Für die „Werkzeugkiste des Sex-profis“ verweist die Autorin auf Bezugsquellen, nennt jedoch keine einzige Adresse, was ich eine Unterlassungssünde finde.

In Kapitel 8, „Die Eroberung des Fräuleins O“, nähert sich die Autorin endlich dem sexuellen Showdown. Was ist die richtige Einstellung, was das richtige Timing, was ist überhaupt ein Orgasmus und wie erkenne ich ihn, wenn ich ihn sehe? Hier werden recht überraschende Infos darüber gegeben, wie lange ein Mann bis zum großen O. braucht und wie lange eine Frau. Letzteres hängt unter anderem von der Art ihres O. ab: klitoral, vaginal oder sonst wie, etwa durch Brustwarzenreizung. Der weibliche O. ist so individuell wie ein Fingerabdruck. Paget geht auch auf die weibliche Ejakulation ein.

Verdruss bereitet vielen Paaren die Tatsache, dass der Mann nur einmal kommt, und zwar meist so früh, dass seine Partnerin, noch lange nicht soweit ist. (Entsprechende Verlaufsdiagramme finden Sie in den Büchern von Quillian und Hooper, ebenfalls bei Mosaik/Goldmann). Paget gibt willkommene Tipps zur Erreichung von Mehrfach- und Synchron-Orgasmen.

In Kapitel 9 geht es dann um das höchste der Gefühle: wirklich guten, „fantastischen“ Sex und die besten Stellungen dafür. Sex ist auch bei Schwangeren beliebt – wie treiben sie es am liebsten? Und schließlich erörtert Paget die Schicksalsfrage: Analverkehr oder nicht Analverkehr, das ist hier die Frage. (Regel Nr. 1 dabei: immer gut schmieren, sonst wird aus dem Verkehr ein Schreikrampf.)

Es gibt auch was zu gucken

Die Illustrationen sind allesamt nur Strichzeichnungen – hier kommt keiner auf dumme Gedanken. Vielmehr möchte man die anschaulichen Tipps sofort am lebenden Subjekt in die Praxis umsetzen. Die Vielfalt der Möglichkeiten ist verblüffend, was die klitorale Stimulation angeht. Weitaus bekannter dürften Sexpositionen für beide Partner sein. Sie sind bei Quillian/Hooper anschaulicher und v.a. ausführlicher beschrieben, finde ich.

Unterm Strich

Auch dieser Ratgeber vermittelt wieder in verdichteter, intelligenter und humorvoller Form, was der Mann über Sex wissen sollte, wenn er es zum perfekten Liebhaber bringen will. Hilfreich sind besonders Pagets „Tipps auf Lous Geheimarchiv“, mit denen sie ihre Empfehlungen untermauert. Sie beruhen auf Äußerungen der Seminarteilnehmer, also auf tatsächlichen Erfahrungen und Einstellungen – aufseiten der Männer, der Frauen und der Wissenschaft. Ein Sachregister führt auf schnellem Weg zu dem Stichwort, über das man mehr erfahren will. Sämtliche Angaben usw. wurden von einem elfköpfigen Team auf Richtigkeit geprüft – da weiß man doch, auf wen man sich verlassen kann.

Also, worauf warten Sie noch: Auf zum nächsten Date!

Taschenbuch: 255 Seiten
Originaltitel: How to give her absolute pleasure, 2000
Aus dem Englischen von Beate Gorman;
ISBN-13: 9783442163434

www.randomhouse.de

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