Masashi Kishimoto – Boruto – Naruto next Generation – (Band 3)

Handlung:

Der 4. Ninja-Weltkrieg ist Vergangenheit, Naruto Uzumaki beschützt als 7. Hokage das Dorf Konohagakure und die Menschen genießen den Frieden. Narutos Sohn, Boruto Uzumaki, kämpft mit ganz persönlichen Problemen: es frustriert ihn, im Schatten seines einzigartigen Vaters zu stehen, der nie Zeit für ihn und die Familie hat.

Boruto ist auf Konfrontationskurs zu seinem Vater, wünscht sich, gleichzeitig jedoch dessen Anerkennung. Er entschließt sich, zusammen mit seinen Gruppenkameraden Sadara und Mitsuki an der Chu-Nin-Prüfung teilzunehmen.

Bei der Prüfung benutzt Boruto eine unkonventionelle Waffe, obwohl es verboten ist. Naruto durchschaut den Betrug und erklärt seinen Sohn für disqualifiziert, als plötzlich der Otsutsuki-Clan den Prüfungsplatz überfällt. Ihr Ziel ist Narutos Biju-Chakra. Naruto will seine Landsleute schützen und wird dabei entführt. Sasuke und Boruto wollen Naruto retten und die 4 anderen Kage – Kazekage, Mizukage, Tsuchikage und Raikage – schließen sich ihnen an. Der Kampf gegen die Otsutsukis beginnt. Die Otsutsukis scheinen zu unterliegen, aber dann frisst Momoshiki plötzlich Kinshiki und verwandelt sich in ein schreckliches Ungeheuer! (Verlagsinfo)

Mein Eindruck:

Auf den ersten Seiten geht es stark zur Sache. Die Kage verlieren ihren Vorsprung und müssen ganz schön einstecken. Gemeinsam versuchen Naruto und Sasuke eine Schwäche bei ihrem Gegner herauszufinden.

Wirklich schön ist hierbei ihre Zusammenarbeit zu beobachten. Sie wissen scheinbar intuitiv, wie sie den anderen unterstützen können und brauchen keine großartigen Absprachen. Gemeinsam mit Narutos Biju-Form und Sasukes Susano gelingt es den Gegner zu bezwingen. Wäre da nicht Katsuke gekommen, der sich unbedingt beweisen möchte. Obwohl Momoshiki bereits regungslos, aber bei Bewusstsein, am Boden liegt, will dieser ihr den Rest geben. Genau das spielt ihr in die Hände und gibt ihr Gelegenheit sich zu regenerieren. Zu Recht bezeichnet sie die Kontrahenten als Idiotien.

Erneut bricht ein Kampf aus, jetzt wird er aber von Momoshiki dominiert. Durch die Kunst vom Nara Clan lähmt sie alle und hat eindeutig die Oberhand. Ein Glück hatte Sasuke die weise Voraussicht und einen Notfallplan. Jetzt kommt Borutos Einsatz. Natürlich wird er vom Gegner unterschätzt, sodass er einen Treffer landen kann.

Sehr gut gefällt mir die anschließende Zusammenarbeit von Naruto und Boruto. Vater und Sohn können nicht viel Zeit miteinander verbringen, weswegen ihr Verhältnis stark angespannt. Auf der einen Seite ist es schön zu sehen, dass sie so gut als Team arbeiten und gemeinsam Momoshiki besiegen. Auf der anderen Seite ist es traurig, dass sie für so etwas nur auf dem Schlachtfeld die Gelegenheit finden und nicht unter schöneren Umständen.

Auffällig sind hier auch die vielen Parallelen zwischen Boruto und Naruto: Wie sein Vater, verletzt sich Boruto bei der ersten wirklichen Anwendung vom Rasengan den Arm. Auch Sasuke bleibt das nicht verborgen und er erinnert sich sogleich an seine gemeinsame Vergangenheit mit Naruto.

Dann passiert etwas Unerwartetes: als Boruto sich das Schlachtfeld etwas genauer ansieht, trifft er erneut auf Momoshiki. Die Zeit scheint stehen zu bleiben und nach einer rätselhaften Unterhaltung und einer Warnung, erscheint eine kleine Raute auf Borutos Handinnenfläche. Sasuke kann das Ganze als einziger mit seinem Rinnegan verfolgen, aber auch er weiß keine Antwort auf Bortuos Zeichen.

Nach dem Kampf scheint die Beziehung zwischen Boruto und Naruto sich deutlich verbessert zu haben. Die ganze Familie isst gemeinsam. Anschließend verlassen Vater und Sohn zusammen das Haus. Ein wenig schade ist, dass solche Szenen sehr selten sind. Immer öfter kommt da die Frage auf, warum sich Naruto so wenig Zeit für seine Familie nimmt. Da er ja keine eigene als Kind hatte, sich aber immer eine wünschte, müsste er doch genau deswegen sie mehr schätzen? Oder weiß er damit nicht richtig umzugehen, weil er es als Kind nicht lernte? Eine Antwort wird sich eventuell im weiteren Verlauf ergeben.

Obwohl sich das Verhältnis zwischen Boruto und Naruto bessert, wird Naruto anscheinend nicht von Sasuke oder Boruto über das Mal auf der Hand informiert. Das ist etwas irritierend, denn wenn er schon nicht als Vater ein Recht darauf hätte es zu erfahren, dann doch als Kage, oder?

Im letzten Drittel des Buches werden dem Leser einige Einblicke in das Leben als Ninja und dessen Aufträge gewährt. Dabei kommen erneut Parallelen zwischen dem jungen Naruto und Boruto auf. Beide scheinen nicht die Fähigkeit zu besitzen, sich für 5 Minuten auf eine Besprechung zu konzentrieren und den Plan gemeinsam mit der Gruppe umzusetzen.Da Naruto Hokage wurde, scheint diese Fähigkeit nicht so wichtig zu sein.
Während die Kinder auf kleinere Missionen geschickt wurden, erfährt Naruto, dass Katsuke geistig manipuliert wurde. Auch in diesem Fall werden Nachforschungen angestellt. Mehr erfahren wir zunächst jedoch nicht.

Ganz zum Schluss bekommt Boruto noch eine neue Mission. Er soll Tonto Madoka, den Sohn vom Fürsten von Hi-No-Kuni beschützen. Dieser wird als ein reiches und verwöhntes Bürschchen vorgestellt, was seine Probleme oder seinen Kummer mit Geld zu lösen scheint. Auf jeden Fall ist er Boruto erst einmal direkt von Grund auf unsympathisch. Wirklich Lust auf diese Mission hat Boruto auch nicht. Das neue Kartensammelspiel macht da doch sehr viel mehr Spaß!

Der Zeichenstil ist genauso schön, wie in Naruto. Man kann die einzelnen Szenen und auch die Kampfhandlungen erkennen und muss nicht rätseln, was genau man da gerade vor sich hat. Auf den ersten paar Seiten gab es selbst für einen Manga wenig Text. Natürlich wird beim Kämpfen nicht immer übermäßig viel gesprochen, doch hier war es ein bisschen auffälliger.

Fazit:

Ich war ein sehr großer Fan der ganzen Naruto-Reihe. Umso gespannter war ich jetzt auf Boruto. Bis jetzt hat es mich noch nicht so mitgerissen wie der Vorgänger. Die neue Generation erinnert doch sehr an die Geschichte von Naruto selbst. Klar gibt es hier und da immer wieder ein paar Unterschiede, aber es werden ja auch bewusst die Parallelen durch die ganzen Rückblenden gezogen.

Auch kamen mir im Vergleich zur Naruto-Reihe die Kage im Kampf am Anfang deutlich schwächer vor. Immerhin sind sie die mächtigsten Ninjas ihres Dorfes und doch haben sie dem neuen Feind nur wenig entgegenzusetzen.

Trotz der Kritikpunkte bin ich sehr gespannt, welchen Master Plan Kishimoto dieses Mal verfolgt. Auch bezüglich des Mals auf Borutos Hand bin ich gespannt, welche Kunst sich dahinter verbirgt. Aber an dieser Stelle kann man als Leser nur Vermutungen anstellen und es wird von Sasuke bereits nach möglichen Antworten geforscht!

Broschiert: 187 Seiten
Originaltitel: Boruto Next Generations
ISBN-13: 978-3551775542
www.carlsen.de/manga

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