Mhairi McFarlane – Vielleicht mag ich dich morgen

Worum gehts?

Aureliana hatte keine sehr schöne Schulzeit. Sie brachte alle Voraussetzungen, die ein Mobbing-Opfer braucht mit sich. Sie beeindruckte in erster Linie durch ihr Übergewicht, die selbstgenähten Klamotten und ihre unbändigen Locken. Doch diese Zeit liegt mehr als ein Jahrzehnt zurück und sie hat keine Vorstellung davon, wie schön sie mittlerweile ist und was für eine Wirkung sie auf ihre Umwelt, besonders auf Männer hat.

Als sie eine Einladung zum Klassentreffen bekommt, weigert sie sich dorthin zu gehen. Sie will nicht wieder an diese Zeit erinnert werden. Doch ihre Freundin überredet sie schließlich mit dem Argument, allen zu zeigen, was aus der Aureliana von früher geworden ist. Sie muss sich ihrer Angst stellen und dieses Thema ein für alle Mal aus der Vergangenheit zu streichen.

James, der Schwarm aller Mädchen in seiner Schule ist gerade frisch verheiratet. Er weiß, dass seine Frau Eva eine Affäre hat, doch schafft er es nicht, ihr den Laufpass zu geben. Da sein bester Freund ihn dorthin schleppt, wird auch er bei dem verhassten Klassentreffen dabei sein. Doch eins ist sicher: Er wird die schöne Unbekannte nicht erkennen und nicht wissen, dass sie diejenige ist, die er früher schikaniert hat.

Beide wissen nicht, dass sich durch ihr Wiedersehen ihre beider Leben verändern werden – noch nicht.

Inhalt

Aureliana ist eine gestandene Frau mit einem guten Job. Sie sieht gut aus und kommt aus einer bodenständigen Familie mit italienischen Wurzeln. Was ihr jedoch zum Glücklichsein noch fehl, ist ein Mann an ihrer Seite. Auch nach zahlreichen Onlinedates ist bisher noch nicht der Richtige dabei gewesen. Sie scheint nur die Idioten anzuziehen, doch sie gibt die Hoffnung nicht auf und ist guter Dinge auch irgendwann auf Mr. Right zu treffen.

An ihre Schulzeit erinnert sie sich nur ungern, da sie das verhasste Mädchen ohne Freunde war. Für sie war es schon ein guter Tag, wenn sie nur einmal in der Stunde mit Müll beschmissen oder beschimpft wurde. Es ist also kein Wunder, dass sie keine Lust hat der Einladung zum Klassentreffen zu folgen. Doch schließlich lenkt sie nach den hartnäckigen Überredungskünsten ihrer Freundin ein und macht sich mulmigen Gefühls auf den Weg.

Dort trifft sie natürlich auch auf den absoluten Mädchenschwarm James. Auch sie hat ihn damals angehimmelt, hatte aber natürlich null Chancen bei ihm. Im Gegenteil, er war es sogar, der sie auf der Abschlussfeier vor allen bloßgestellt und sich anschließend über sie amüsiert hat. Ebenfalls wird sein bester Freund Laurence vor Ort sein, dieser ist ebenfalls keinen Deut besser als James selber und war früher auch immer an vorderster Front.

Anna, wie sie sich mittlerweile nennt, ist sehr verunsichert als die beiden auf sie zukommen und nicht den Eindruck erwecken sie zu kennen bzw. zu erkennen. Anna, die nicht unbedingt scharf darauf ist, diese Tatsache aufzuklären, spielt das Spiel mit. Doch zu diesem Zeitpunkt ahnt sie noch nicht, dass es nicht nur bei dem Abend des Klassentreffens bleiben wird, denn kurze Zeit später trifft sie in einer beruflichen Angelegenheit erneut auf James. Sie sollen gemeinsam ein Projekt bearbeiten. Sie lernen sich dadurch immer besser und näher kennen, doch immer noch scheint James keinen Schimmer zu haben, mit wem er es hier zu tun hat. Doch es ist zu erwarten, dass dieses Versteckspiel irgendwas auffliegen muss, und dieser Tag kommt – völlig unvorhergesehen und endet ist einer kleinen Katastrophe.

Mein Eindruck

Aufgrund des Klappentextes habe ich mich auf eine seichte, amüsante Lektüre gefreut. Zwar ist sie seicht, aber leider wirkt sie an der ein oder anderen Stelle eher aufgesetzt und gezwungen lustig. Die Protagonisten werden zwar intensiv beschrieben jedoch bleibt eine Tiefe zwischen ihnen und den Lesern aus. Hinzukommt, dass die Story von vornherein ziemlich vorhersehbar ist. Zwar weiß man nicht genau, was noch auf den 350 Seiten bis zum Finale passieren wird, aber der Schluss ist schon kurz nach dem Beginn der Geschichte klar, da gibt es kein Vertun. Zugegebenermaßen wäre ich wahrscheinlich auch enttäuscht gewesen, wäre das Ende ein anderes gewesen, dennoch bin ich der Meinung, dass man es ein wenig pfiffiger hätte gestalten können.

Die Kapitel sind relativ kurzgehalten und sorgen so für einen guten Lesefluss. Auch wenn man das Buch längere Zeit aus der Hand gelegt hat, ist es kein Problem, wieder in die Geschichte einzusteigen. Doch leider konnte mich der Plot nicht packen, so dass es überhaupt erst zu den „Lesepausen“ gekommen ist. Die Geschichte hat mich einfach nicht neugierig genug gemacht, da auf so vielen Seiten eher ein Geplänkel statt eine spannend-witzige Story abgedruckt wurde. Dies wurde zwar auf den letzten 100 Seiten besser, aber das ist nicht ausreichend für einen Pageturner.

Auch wenn das Buch nicht wirklich total daneben war, wird es mir auf keinen Fall lange in Erinnerung bleiben. Jetzt könnte man sagen, dass dies ja einerseits auch positiv ist, weil es dann nicht besonders schlecht war, aber ich denke man hat ja generell einen anderen Anspruch an ein Buch.

Fazit

Kann man lesen, muss man aber nicht. Es tut sicherlich nicht weh und es ist auch keine Zeitverschwendung, dieses Buch zu lesen. Dennoch gibt es einfach viel zu viele andere Bücher, die lesenswerter sind. Diese Autorin hat bei mir jedenfalls keinen bleibenden Eindruck hinterlassen, so dass ich an ihrem nächsten Buch wahrscheinlich achtlos vorbeimarschieren werde.

Über die Autorin

Mhairi McFarlane wurde 1976 in Schottland geboren. Ihre geographischen Lebensdaten in Kurzform lauten Falkirk – Afrika – Milton Keynes – Nottingham und entsprechen in etwa dem Weg, den ein Designerkleidungsstück zurücklegt, bevor es in einem Laden zur Ruhe kommt. Mhairis Ruhepol ist in Nottingham, wo sie mit einem Mann und einer Katze lebt. Ihr erster Roman „Wir in drei Worten“ eroberte sofort die Bestsellerlisten, darauf folgte „Vielleicht mag ich dich morgen“. (Verlagsinfo)

Taschenbuch: 496 Seiten
Originaltitel: Here’s Looking at You
Ins Deutsche übersetzt von Karin Dufner und Ulrike Laszlo
ISBN: 3426516470

www.droemer-knaur.de
www.mhairimcfarlane.com

Der Autor vergibt: (2.5/5) Ihr vergebt: SchrecklichNa jaGeht soGutSuper (No Ratings Yet)

(Visited 1 times, 1 visits today)