Mona Nicolay – Rosenkohl und tote Bete

Der Berliner Schrebergartenverein „Harmonie“ ist ein durchstrukturierter Mikrokosmos mit festen Regeln, einem eingeschworenen Team an Gartenexperten und Manne Nowak, ihrem Vorsitzenden, seines Zeichens pensionierter Kommissar der Berliner Kriminalpolizei. Da hinein stolpern Eike und Caroline von Ribbek, die „irgendwas mit Medien“ arbeitet, vom gärtnern keine Ahnung hat und schon am ersten Abend auf ihrer neu-erworbenen Parzelle den Leichnam des besten Freundes ihres Schrebergartennachbarn Manne findet.

Was sich auf den ersten Seiten so gar nicht harmonisch liest, spitzt sich noch zu, als gerade Manne von einem übereifrigen Polizeikommissar als Hauptverdächtiger ins Visier genommen wird. Caro von Ribbek, welche weder ihr Job noch ihr Mutterdasein ausfüllt, überredet ihn dazu, auf eigene Faust zu ermitteln. Am liebsten würde sie sofort eine Detektivagentur gründen. Das ungleiche Team, über das man im Verlauf des Romans immer wider schmunzeln muss, scheint zunächst wenig erfolgversprechend zu sein, aber der Schein trügt. So wachsen die Medientante und der Ex-Polizist während ihrer eher von spontanen Eingebungen als strukturierter Polizeiarbeit geprägten Ermittlungen immer weiter zusammen, bis am Ende gerade Caros Fähigkeiten die entscheidende Wende im Kampf gegen den wahren Mörder bringt.

„Rosenkohl und tote Bete“ ist ein unterhaltsamer Kriminalroman, der auf amüsante Weise mit Schrebergartenklischees und Klischees von Berufsgruppen spielt. Die Auflösung des Geheimnisses um den Mord und die unerklärliche Veränderung, die mit Mannes bestem Freund in den Monaten vor seinem Ableben vor sich gegangen sind, überrascht und lässt mit der jüngeren deutsch-deutschen Vergangenheit noch einmal ein ganz anderes Thema einfließen. Liebhaber von leichter Kriminalliteratur und Gartenfreunde haben an diesem Roman sicher ihre Freude und für alle, die gern weiter mit dem Duo aus Ex-Polizisten und Social-Media-Expertin ermitteln möchten, erscheint mit „Amsel, Drossel, tot und starr“ im September 2022 bereits ein zweiter Band.

Gebundene Ausgabe: 320 Seiten
ISBN-13: 978-3426308653
Droemer | Droemer Knaur (droemer-knaur.de)

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