Reese, Laura – Außer Atem

|Originaltitel: Panic Snap|

Über die kalifornische Schriftstellerin Laure Reese ist wenig bekannt. Ihr Debüt „Brennende Fesseln“ wurde hoch gelobt und erreichte in USA enorme Absatzzahlen. Mit „Außer Atem“ legt sie den Nachfolger vor.

Carly Tylers Leben beginnt mit ihrem 17. Lebensjahr, alles davor ist durch einen brutalen Überfall ausgelöscht, auch ihr richtige Name. Durch Zufall stößt sie auf einen Bericht über den Weingutbesitzer James McGuane und dessen Gut „Byblos“ im kalifornischen Napa Valley, und ihr Gedächtnis scheint einen Zusammenhang zu den Geschehnissen herzustellen, die zu ihrer retrograden Amnesie geführt haben. Sie lässt sich als Köchin auf dem Gut anstellen und binnen kürzester Zeit verfällt sie der unheimlichen Anziehungskraft des Besitzers. Auf ihrer Suche nach Antworten lässt sie sich von ihm immer tiefer in einen Strudel aus Lust und Schmerz, Unterdrückung und Demütigung ziehen. Während Carly Liebe, Halt, Verständnis und Klarheit sucht und dafür jede körperliche und geistige Erniedrigung in Kauf nimmt, befriedigt McGuane lediglich seine Sucht nach Macht und treibt sein perfides Spiel mit ihr. Stück für Stück kommt Carly jedoch den wahren Hintergründen ihres schrecklichen Erlebnisses auf die Spur.

„Außer Atem“ ist kein Roman für schwache Nerven oder empfindsame Gemüter, und es erscheint verwunderlich, dass dieses Buch nicht auf der Liste für jugendgefährdende Schriften geführt wird. Die ersten Sexszenen können noch als kokettes Spiel mit SM-Praktiken verstanden werden, diese nehmen jedoch fortwährend an Intensität, aber auch an Abscheulichkeit und expliziter Darstellung zu. Reese schildert eindrucksvoll und weitgehend nachvollziehbar die zerrissene Gefühls- und Gedankenwelt von Carly und liefert auch ansatzweise Erklärungen, warum und aus welchen Bedürfnissen heraus Menschen sich derartiges antun lassen. Insgesamt hat jedoch die übertrieben detallierte Beschreibung der menschenverachtenden und gewaltvollen, sadistischen Praktiken eine hohe und nachhaltig abstoßende Wirkung. Ob es Reese dabei um Realismus oder auflagensteigendernde Schockeffekte ging, sei dahingestellt.