Stefanie Nonnenmann und Wolfgang Niedermeier – Handbuch Ultrawandern

50, 100 oder gar noch mehr Kilometer am Stück zu laufen, klingt eigentlich nach einer ziemlich absurden Idee. Und dennoch boomen Veranstaltungen solcher Ultrawanderungen hierzulande immer mehr. Bei manchen dieser Events gehen mehrere tausend Menschen an den Start mit dem Wunsch, die eigenen Grenzen auszuloten und darüber hinaus zu gehen. Doch was braucht man eigentlich, um solche Distanzen zu packen? Die richtige Ausrüstung? Konsequentes Training? Mentale Stärke? Einen gesunden Körper? Tatsächlich gehört all dies dazu.

Stefanie Nonnenmann und Wolfgang Niedermeier haben sich beim gemeinsamen Training für den Münchner Megamarsch 2018 kennengelernt und absolvieren seitdem fast alle Wanderungen gemeinsam. Auf einer dieser Wanderungen entstand in einer besonders langen Nacht die Idee zu diesem Buch, in dem sich unzählige Tipps und Hinweise für den Einstieg ins Ultrawandern finden.

Denn eins ist klar: Nach der Anmeldung zu der ersten Ultrawanderungen steht man in aller Regel vor einem Berg von Fragen, weil man nicht genau weiß, wie man sich dieser Mammutaufgabe stellen soll. Hier bieten die beiden erfahrenen Ultrawanderer genau den richtigen Einstieg, indem sie ausführlich von der Suche nach der richtigen Ausrüstung berichten, Tipps für das Finden des richtigen Schuhwerks und der passenden Socken geben und vor allem auch vor den beliebtesten Anfängerfehlern warnen.

Natürlich kann man nicht erwarten, konkrete Ausrüstungsgegenstände empfohlen zu bekommen – schließlich ist dieses Buch keine Werbung für einen bestimmten Hersteller –, aber man erfährt fundiert und ausführlich, aus welchen Materialien Funktionskleidung bestehen sollte, welche Wassersäule bei Regenjacken dafür sorgt, dass man auch bei stundenlangem Wandern durch Dauerregen trocken bleibt, zu welcher Uhrzeit man idealerweise Wanderschuhe anprobieren sollte und vieles mehr.

Neben der richtigen Ausrüstung beraten die beiden Autoren auch in puncto mentale Vorbereitung und vor allem geht es ihnen um den sukzessiven Trainingsaufbau. Denn es gibt zwar immer wieder Teilnehmer (und Teilnehmerinnen!), die ohne viel Training an den Start gehen und sogar 100 km auf Anhieb finishen. Aber das ist aus orthopädischer Sicht definitiv nicht zu empfehlen. Warum das so ist und wie stattdessen ein sinnvoller Trainingsplan für untrainierte oder auch besser trainierte Menschen aussehen kann, liest man in diesem Buch.

Hilfreich und unbedingt zu empfehlen

Das „Handbuch Ultrawandern“ ist nicht nur deswegen für Wandereinsteiger so zu empfehlen, weil es viele Tipps für die richtige Ausrüstung und vor allem die mentale und körperliche Vorbereitung bereithält, sondern auch, weil Stefanie Nonnenmann und Wolfgang Niedermeier vor vielen Anfängerfehlern warnen. Wer möglichst gut vorbereitet bei einer Ultrawanderung an den Start gehen möchte, sollte unbedingt einen Blick in dieses Buch werfen – es kann nicht nur schlecht sitzende und zu schwer gepackte Rucksäcke vermeiden, das falsche Schuhwerk, aber vor allem lässt sich mit dem Buch auch eine unzureichende Vorbereitung und damit eine mögliche, langwierige Verletzung vermeiden.

Bei all den fachlichen Tipps zum Ultrawanderungen bleibt das Buch aber definitiv keine trockene Lektüre: Das Buch ist gut und flüssig zu lesen – in rund zwei Stunden war ich komplett durch – und es gibt vor allem die „Faszination Ultrawandern“ weiter: Es sind die langen, zum Teil meditativen Stunden mit sich und der Natur, das Durchpusten des Kopfes, das Sammeln neuer Kraft und es sind einzigartige Sonnenauf- und -untergänge, die das Ultrawandern bieten kann.

Wer sich schon immer mal gefragt hat, ob er so weite Strecken wandern könnte und was eigentlich dazugehört, der sollte sich unbedingt dieses Buch kaufen und lesen. Denn die beiden Autoren beantworten hier alle wesentlichen Fragen, die es jedem Einsteiger leichter machen dürften, selbst auf Anhieb, den ersehnten Zielbogen einer Ultrawanderung zu erreichen.

Paperback: 260 Seiten
ISBN-13: 978-3840377464
Meyer & Meyer Verlag

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