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Die drei ??? und das Riff der Haie (Folge 30)

In den Achtzigern, speziell um die Folge 30 herum, geschah ein Umbruch. Beginnend mit dem „Riff der Haie“ wurden bei den drei Fragezeichen verstärkt auch moderne Themen angepackt, wie zum Beispiel hier der Umweltschutz, zudem Aliens (Bedrohte Ranch), politischer Extremismus / Waffenhandel (Narbengesicht). Dem stand entgegen, dass das |EUROPA|-Studio plötzlich nicht mehr so sorgfältig an den Scripten arbeitete und bei der Umsetzung der Bücher in die Hörspielfassungen allerlei handwerkliche Fehler auftraten.

Zur Story

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Vollenbruch, Astrid (Buch) / Minninger, André (Adaption) – Die drei ??? und der Geisterzug (Folge 122)

Auf die Vertonung dieser Geschichte aus der „Drei Fragezeichen“-Reihe mussten Fans lange warten, galt es doch, heftige Lizenzstreitigkeiten, welche seit 2005 schwelten, zu beseitigen. Zwar erschienen im Stammverlag |Franckh-Kosmos| zunächst weiterhin Buchfassungen, doch die entsprechenden Hörspiele lagen eine ganze Zeit auf Eis. 2008 war es dann so weit: Nach der unsäglichen – und dankenswerterweise mittlerweile eingestellten – Klon-Serie „Die Dr3i“ durften die drei Junior-Schnüffler bei |EUROPA| wieder ihr normales Tagesgeschäft verrichten – natürlich mit dem über lange Jahre gestählten Team vor und hinter den Mikrofonen. Der „Geisterzug“ bekam die Nummer 122 und wurde in einer Tranche mit „Spur ins Nichts“ (121) und „Fußballfieber“ (123) veröffentlicht.

_Zur Story_

Justus, Peter und Bob sind wieder einmal im Namen von Onkel Titus‘ Gebrauchtwarenhandel unterwegs. Wie so oft verbinden die drei Fragezeichen das Nützliche mit dem Angenehmen, obwohl der Anlass dieser Dienstreise eigentlich ein eher trauriger ist. Mr. Kingsley, ein guter und langjähriger Freund von Onkel Titus, ist durch widrige Umstände gezwungen, sein Eisenbahnmuseum aufzulösen, und hat daher seinem alten Kumpel angeboten, diesem einige Schätze zu verkaufen. Justus soll das Material vor Ort sichten. Hierzu besteigen die drei Detektive bereits unter gewissen Schwierigkeiten den museumseigenen Zug, der heute seine letzte Fahrt verrichten soll.

Der junge und scheinbar bald arbeitslose Schaffnergehilfe Fred Jenkins ist nicht gerade begeistert davon, „Leichenfledderer“ zu bedienen, und zeigt sich von seiner schikanös-ruppigen Seite. Doch die Animositäten mit Fred sind recht rasch ausgestanden, denn sein Zorn ist eigentlich eher gegen den dollarschweren Mr. Campbell gerichtet. Jener saubere Herr ist nämlich derjenige, der das Museum aufkaufen und schließen will. Das hat er angeblich mit unlauteren Mitteln in die Wege geleitet, doch beweisen kann man es ihm nicht. Ein richtiger Kotzbrocken, so wie auch die zwielichtigen Gestalten, mit denen er ebenfalls in diesem Zug zusammenhockt.

Noch bevor die drei Fragezeichen etwas mehr Details in Erfahrung bringen können, fährt der Zug unter die Black Mountains. Im so genannten „Chinesentunnel“ sollen seit einem tragischen Unfall bei seiner Erbauung die Geister der dabei verschütteten chinesischen Gastarbeiter umgehen. Tatsächlich kommt es zu einem unfreiwilligen und gruseligen Halt. Irgendjemand hat wohl etwas gegen die Durchfahrt und versucht mit einer makaberen Gleisblockade, die alte Mär vom Spuk im Tunnel aufrechtzuerhalten. Die Aufklärung ist natürlich ein gefundenes Fressen für die drei Jungdetektive.

_Eindrücke_

Warum diese Episode den Titel „Geisterzug“ erhielt, erschließt sich dem Zuhörer nicht so recht. Die Geschichte handelt nämlich eher von besagtem Tunnel und erst zweitrangig geht es um einen mysteriösen Zug, der allerdings nichts Geisterhaftes an sich hat. Zudem ist die Entschleierung des Rätsels im Hörspiel sehr hopplahop geraten und nicht ganz schlüssig erklärt. Hier ist die Kenntnis der Buchvorlage aus der Feder Astrid Vollenbruchs sehr hilfreich, wo die Lösungsansätze wesentlich nachvollziehbarer – sprich: besser – und vor allem logischer hergeleitet wurden. Ansonsten baut man auf gewohnte und seit Jahrzehnten erprobte Fragezeichen-Kost. Mit einer Spukgeschichte als Grundgerüst machte man in der Vergangenheit selten etwas verkehrt, mittlerweile wirkt die Thematik aber doch etwas abgegriffen.

Dabei ist die Umsetzung im Prinzip gelungen und der Plot weitgehend spannend aufgezogen. Allein das Flair des Buches vermag das Hörspiel trotz des eindeutigen Vorteils der zur Verfügung stehenden Geräuschkulisse und fast ausnahmslos routiniert-souverän agierenden Sprecher nicht zu hundert Prozent herüberzuretten. Die Sprecherliste enthält eine ganze Reihe bislang unbekannter Stimmen, die dieser Folge (und damit auch der Serie) etwas Frisches und Unverbrauchtes geben. Die Leistungen der Newcomer sind solide, und nur die Figur des Dr. Long leidet ein wenig unter dem klischeebeladenen „L-statt-R-Akzent“, den man Asiaten – teils zu Unrecht – nachsagt. Ob dieser zu einem bereits viele Jahre in den USA praktizierenden Arzt chinesischer Abstammung wirklich passt? Geschmackssache. Überdies spricht Lou Wong auch sonst recht undeutlich und verwaschen.

_Fazit_

„Der Geisterzug“ ist eine Folge, die sich hauptsächlich aufgrund fehlender Originalität nur im oberen Mittelfeld einordnet. Zwar sind Flair und Atmosphäre sicherlich vorhanden, doch wirkt insbesondere das rasche Ende zu hingeschludert und der Laufzeit-Schmerzgrenze geschuldet, was das Hörspiel gegenüber dem Buch nicht so gut wegkommen lässt und unterm Strich einige weitere Sympathiepunkte kostet. Handwerklich gibt indes wenig am „Geisterzug“ auszusetzen, die Darbietung befindet sich auf gewohnt hohem Niveau.

_Die Hörspieldaten auf einen Blick:_

Titel: „Die drei ??? und der Geisterzug“ – Folge 122
EUROPA / Sony BMG 2008
Laufzeit: ca. 58 Minuten
Autorin: Astrid Vollenbruch (Franckh-Kosmos 2005)
Drehbuch und Effekte: André Minninger
Produktion & Regie: Heikedine Körting
Redaktion: Wanda Osten
Musik: J. F. Conrad, Morgenstern
Cover-Illustration: Silvia Christoph
ISBN: 978-3-86629-072-3

Die Figuren und ihre Sprecher:

Erzähler: Thomas Fritsch
Erster Detektiv – Justus Jonas: Oliver Rohrbeck
Zweiter Detektiv – Peter Shaw: Jens Wawrzceck
Recherchen & Archiv – Bob Andrews: Andreas Fröhlich
Fred Jenkins: Nick Seidensticker
Mr. Campbell: Gerhard Hinze
Sam Reilly: Jürgen Strube
Carl Sheehan: Michael Weckler
Collins: Thorsten Weber
Mr. Kingsley: Herbert Tennigkeit
Mrs. Kingsley: Tina Rehfeld-Wildmann
Devlin Reno: Jörg Pleva
Dr. Long: Lou Wong

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Die drei ??? – Poltergeist (Folge 73)

Nachdem in der Vergangenheit er Serie immer weniger Mystery vorkam, aber zunehmend Fälle mit Diebstahl, Entführung und Erpressung zu lösen waren, bei denen vermeintliche Geister und Dämonen keine Rolle mehr spielten, sondern rein weltliche Bösewichte, besinnt man sich bei Folge 73 wieder auf alte Tugenden. Einen Poltergeist hat’s bis dato noch nicht gegeben. Verraten sei jedoch, dass der alte Erzrivale Victor Hugenay mal wieder seine schmierigen Finger im Spiel hat.

Zur Story

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Minninger, André – Die drei ??? und das Geisterschiff (Folge 93)

Mit Folge 93 der kultigen Jugend-Detektei befand man sich Ende der Neunziger bzw. Anfang Zwotausend qualitativ schon wieder auf dem Weg nach oben. Vergessen waren die zwischenzeitlich teils lieblos hingeschluderten Storys ab etwa Folge 60. Mit dem Setzen auf bewährte Rezepte und ein Besinnen auf alte Stärken schaffte man es, die Steigerung in der Formkurve – mit ein paar Ausreißern – bis heute zu halten. „Das Geisterschiff“ ist dabei quasi ein modernes Role-Model und Paradebeispiel für solide gesponnenes Garn, auf dem die Serie ihren bislang ungebrochenen Erfolg gründete.

_Zur Story_

Peter befindet sich auf dem Weg nach Hause von einem Disco-Besuch im allerdicksten Nebel auf der Küstenstraße zurück nach Rocky Beach, Sichtweite: fast null! Plötzlich taucht eine Joggerin vor seinem Wagen auf, die er fast über den Haufen fährt – als er sich erkundigen will, ob bei ihr alles in Ordnung ist, faselt die nur etwas davon, dass er sie runter zum Strand begleiten solle, sie bräuchte dringend einen Zeugen für das, was sie gesehen haben will: einen aschfahl leuchtenden und heruntergekommenen Dreimaster mit zerfetzten Segeln, der sich lautlos durch den Nebel schob. Ein Schiff, wie aus einem Piratenfilm halt. Als die beiden schließlich am Strand ankommen, ist jedoch nichts außer Nebel zu sehen.

Am nächsten Tag warten Justus und Bob auf Onkel Titus‘ Schrottplatz derweil auf ihren Detektiv-Kollegen, denn Tante Mathilda hat die beiden dazu verdonnert, eine Ladung alten Krams vom Laster abzuladen. Der Verkäufer der zahlreichen Sachen – Mr. Qin – befindet sich ebenfalls dort, Onkel Titus hat den Nachlass seines Großvaters komplett aufgekauft, darunter auch eine ansehnliche Anzahl von Buddel-Schiffen und eine alte Seekiste. Als Peter verspätet auftaucht und den beiden anderen über seine nächtliche Begegnung und die verrückte Beobachtung, welche die Joggerin ihm aufgetischt hat, berichtet, schaltet sich Mr. Qin in die Unterhaltung der drei Junioren ein. Er hat die Story ungewollt mitgehört und behauptet nun, etwa eine Stunde nach Peter ebenfalls von besagter Frau angesprochen worden zu sein.

Im Unterschied zu Peter habe er dieses geheimnisvolle Schiff jedoch gesehen, genau wie die Joggerin es auch zuvor schon Peter beschrieben hat – er fügt hinzu, dass der Dreimaster nicht einfach in einer Nebelbank verschwunden wäre, sondern immer mehr verblasste und sich quasi in Nichts auflöste. Klar, dass Justus nicht lange fackelt und Mr. Qin die Dienste des Detektiv-Trios anbietet, schließlich riecht das Ganze nach einem hochinteressanten Fall für die drei Fragezeichen. Gegen den Protest von Peter und diesmal aber auch Bob entscheidet Justus an diesem Abend mit Mr. Qin und dessen Boot auf die Geisterschiff-Pirsch zu gehen, um die Geschichte zu überprüfen. Tatsächlich haben die drei in dieser Nacht eine unheimliche Begegnung der spukigen Art.

_Eindrücke_

Wieder mal eine der „Nebel“-Folgen, die sich allzu oft als die besten der gesamten Serie entpuppen – ich denke da beispielsweise an den „Phantomsee“ oder den „Nebelberg“ – und die Nummer 93 nimmt sich in dieser illustren Reihe nicht minder gut aus. Hier wird nach dem alten Grundsatz „Back to the roots“ verfahren, der besagt, dass die Folgen mit einem guten Schuss Mystery- und Gruselfaktor die besten sind, zumal hier mal wieder alle drei Hauptcharaktere an der Lösung beteiligt sind und nicht nur Justus alleine. Diverse Anspielungen auf frühere Folgen und sogar auf das Star-Trek-Universum (zwei der Buddel-Schiffe heißen „Enterprise“ und „Reliant“) zeugen von feinem Humor und beweisen, dass man sich bei |EUROPA| selbst auch mal auf die Schippe nehmen kann.

Die Sprecherliste ist vergleichsweise klein, aber dafür auch fein, auch wenn das den Kreis der Verdächtigen natürlich stark einschränkt, eine(r) von ihnen muss für das Auftauchen des Geisterschiffes ja verantwortlich sein – doch wer es ist und aus welchen Beweggründen, ist zunächst nicht ganz klar; vor allem das „Wie hat derjenige das mit dem Verschwinden hinbekommen?“ hat eine ordentliche Erklärung nötig. Leider wirkt diese nur auf den ersten Blick schlüssig; macht man sich ein paar physikalische Gesetzmäßigkeiten klar, wankt die vordergründig stichhaltige Theorie etwas. Spannend und interessant ist die Sache aber nichtsdestoweniger. Leider verbietet der Erhalt der Spannung eine ausführlicher Erörterung.

Dass hinter allem mal wieder ein (Piraten-)Schatz steckt, kriegt man im Gegenzug recht schnell spitz, doch wo er sich befindet, muss erst ermittelt werden. Besonders aufmerksame Hörer oder eingefleischte Fans der drei Jungs ahnen vielleicht etwas. Das von Justus in bewährter Manier altklug kombinierte Sahnebonbon und den obligatorischen Lacher bekommt man aber erst am Schluss präsentiert. Musik und Effekte sind angemessen; man hat auf eine übertriebene Soundkulisse verzichtet, wenngleich bei einigen der musikalisch unterlegten Schnitte auch durchaus eine tiefere und schauerlichere Musik eventuell der düsteren Atmosphäre dienlicher gewesen wäre. Das ist aber – wie üblich – dem persönlichen Geschmack anheimgestellt.

_Fazit_

Ein spannendes und spaßiges Hörspiel und endlich mal wieder eines, welches das alte Mystery-Flair der Serie richtig pflegt – mit Geisterschiff, Skelett und dem oft verwendeten Nebel als Stilmittel. Grusel-Effekte sind eher spärlich gestreut, weshalb diese Folge durchaus auch von zarteren Naturen gehört werden kann. Die Erklärung, wie sich alles verhält, wirkt etwas dick aufgetragen, und auch die Musik kommt nicht ganz an das Niveau heran, das sie vielleicht haben könnte. Das war es aber auch schon an Kritikpunkten. Alles in allem eine höchst empfehlenswerte und repräsentative Folge – zudem auch für Neueinsteiger geeignet.

_Die Hörspieldaten auf einen Blick:_

Titel: „Die Drei ??? und das Geisterschiff“ – Folge 93
Erscheinungsjahr: 2000
Label: EUROPA (BMG Ariola Miller)
Laufzeit: ca. 59 Minuten
Buch und Effekte: André Minninger
Regie und Produktion: Heikedine Körting
Musik: J. F. Conrad, Morgenstern, Stahlberg
Cover-Illustration: Silvia Cristoph

Die Figuren und ihre Sprecher:

Erster Detektiv – Justus Jonas: Oliver Rohrbeck
Zweiter Detektiv – Peter Shaw: Jens Wawrczeck
Recherchen & Archiv: Bob Andrews: Andreas Fröhlich
Mathilda Jonas: Karin Lieneweg
Titus Jonas: Hans Meinhard
Mr. Qin: Rasmus Borowski
Ms. Deborah Snell: Anja Topf
Mr. Conrad Farnham: Lothar Grützner

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Francis, H. G. / Arthur, Robert – Die drei ??? und der grüne Geist (Folge 8)

Mittlerweile sind über 120 Hörspiele der drei sympathischen Junior Detektive erschienen und die Technik geht auch an ihnen nicht vorüber, will heißen, die Storys gleichen sich dem aktuellen Zeitgeist immer wieder geringfügig an. Somit sind die Geschichten der „Drei Fragezeichen“ alles andere als statisch und immer wieder hörenswert. Auch die älteren Folgen besitzen einen Charme, der nicht nur Kinder und Jugendliche anspricht, sondern auch durchaus für Erwachsene geeignet ist. Quid ad est demonstrandum. Hier geht es um einen wahren Klassiker von 1979, also im besten Sinne der ersten Stunde: Fall Nummer acht.

_Zur Story_

Peter und Bob werden Ohrenzeugen eines grausam-kläglichen Schreis, der aus einem alten Haus dringt, das abgerissen werden soll. Scheinbar zufällig befinden sich auch einige Männer in der Nähe, die den Schrei ebenfalls vernehmen und beschließen, das Haus zu betreten, nachdem der Schrei ein zweites Mal ertönt. Geistesgegenwärtig schneidet Bob das Ganze auf Tonband mit und die beiden Jungs betreten zusammen mit den Männern das gespenstische Haus, wo sich ein grüner, schemenhafter Geist an der Wand und dann auf der Treppe zeigt.

Der Geist, von dem einer der Erwachsenen später zu berichten weiß, dass dieser derjenige vom alten Matthias Green sein muss, welcher sich vor über 50 Jahren auf der betreffenden Treppe das Genick brach, verschwindet genauso plötzlich, wie er erschien. Am nächsten Morgen sind die Zeitungen Rocky Beachs voll davon – doch Justus glaubt nicht an Geister und hört sich Bobs Tonbandaufnahme immer und immer wieder an, bis Hauptkommissar Reynolds die Jungs aufsucht und darum bittet, ihn zu Greens Haus zu begleiten, schließlich sind Peter und Bob live dabei gewesen. Justus will den „Tatort“ auch gern unter die Lupe nehmen.

Am Haus treffen sie einen entfernten Verwandten des alten Green, Harold Carlson, der sich als Neffe, Rechtsanwalt und gesetzliche Vertretung der rechtmäßigen Erbin des Hauses zu erkennen gibt. Gemeinsam macht man sich daran, im Haus nach Spuren zu suchen, und nachdem Bob und Peter Kommissar Reynolds gezeigt haben, wo die Erscheinung im Mauerwerk verschwand, ordnet dieser an, dass die Wand aufgestemmt werden soll. Als Justus in eine nun freigelegte Geheimkammer kriecht, entdeckt er einen alten Sarg, in dem die sterblichen Überreste von Greens chinesischer Frau und eine Perlenkette liegen.

Dies seien offensichtlich die lange verschollenen und legendären „Geisterperlen“, die der alte Green angeblich aus China gestohlen haben soll und weswegen er das asiatische Land fluchtartig verlassen musste. Diese Perlen sind unscheinbar, jedoch wohl extrem wertvoll. Carlson nimmt sie an sich, um sie nach San Francisco zu seiner Tante Lydia zu bringen, der rechtmäßigen Erbin. Wenige Tage später klingelt das Telefon in der Zentrale der drei ???. Es ist Miss Lydia Green – offensichtlich ist der Grüne Geist nun auf ihrem Anwesen in San Francisco aufgetaucht.

_Eindrücke_

Selbst heute versprüht diese Folge das typische ???-Flair, das uns als Jugendliche so faszinierte und nichts von seiner Wirkung eingebüßt hat. Zugegeben: Die Sound-Effekte und Geräusche sind bestimmt allesamt heute besser möglich, aber nichtsdestoweniger gut gemacht und stimmig. Dass diese bei sämtlichen |EUROPA|-Produktionen jener Zeit verwurstet wurden, ist zu vernachlässigen, denn man hat sich wirklich die Mühe gemacht, eine intelligente Geschichte zu vertonen. Das spiegelt sich in der Qualität der Sprecher genauso wider wie in der spannenden, durchdachten Machart der Folge.

An keinem Punkt findet man die Angelegenheit lächerlich oder gar kitschig. Dieser Klassiker ist von der dichten Atmosphäre her herausragend, aber das ist nicht das einzig Bemerkenswerte am „Grünen Geist“: Was diese Folge von vielen anderen ???-Folgen objektiv unterscheidet, ist die Tatsache, dass hier das Triumvirat Justus/Peter/Bob ausnahmsweise mal voneinander getrennt wird. Somit ist dies keine sonst so oft präsentierte Justus-Löst-Fast-Alles-Alleine-Show, sondern die Charaktere der beiden Mitstreiter werden auch endlich noch weiter vertieft und zeigen, dass auch Peter und Bob nicht auf den Kopf gefallen sind.

_Fazit_

Mit diesem Vertreter der alten Folgen aus den Anfangstagen fällt auch Serien-Neulingen der Einstieg sehr leicht. Der „Grüne Geist“ weist vergleichsweise wenig Fehler auf und ist atmosphärisch sehr dicht, obwohl er natürlich kräftig unter den – aufgrund der begrenzten Kapazität von LP/MC damals notwendigen – Kürzungen gegenüber der Buchvorlage zu leiden hat. Dennoch gehört er zu Recht seit fast 30 Jahren zu den beliebtesten Vertonungen der „drei ???“-Reihe.

_Die Hörspieldaten auf einen Blick:_

Titel: „Die Drei Fragezeichen und der Grüne Geist“ – Folge 8
Ersterscheinung: Buch 1965, Hörspiel: 1979
EUROPA – BMG Ariola Miller
Lauflänge: ca. 50 Minuten
Regie: Heikedine Körting
Drehbuch: H. G. Francis
Musik: Zeiberts, Morgenstern

Die Figuren und ihre Sprecher:

Erzähler (alias Alfred Hitchcock): Peter Pasetti
Erster Detektiv – Justus Jonas: Oliver Rohrbeck
Zweiter Detektiv – Peter Shaw: Jens Wawrczeck
Recherchen & Archiv – Bob Andrews: Andreas Fröhlich
Hauptkommissar Reynolds: Horst Frank
Chang: Thorsten Sense
Patrick: Wolfgang Kubach
Miss Lydia Green: Marianne Kehlau
Harold Carlson: Alexander Stubbe
Mr. Jensen: Rolf Mamero
Mr. Won: Victor Bernard
Mann: Gernot Endemann (nicht aufgelistet)

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Die drei ??? – Musik des Teufels (Folge 84)

Im Bereich um die Folgen 50 bis 80 hatten die drei Fragezeichen qualitätsmäßige Einbußen zu verzeichnen. Nur wenige Geschichten, sowohl in Buch als auch in Hörspielform, konnten in den Neunzigern so recht überzeugen. So wie Folge 84 „Musik des Teufels“, wo sich endlich eine Trendwende und Licht am Ende des Tunnels abzeichneten. Besserung war in Sicht, und das liegt zum Teil an der Kombination von frischen Ideen mit alten Tugenden, welche die Serie zu ihrem verdienten Kultstatus brachten. Einer dieser Einfälle war 1998 die Schaffung einer illustren Stammgast-Figur im jugendlichen Detektiv-Universum, die fortan immer wieder sporadische Auftritte haben soll: Jelena – Justus‘ schlimmster Alptraum.

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Minninger, André – Die drei ??? und der rote Rächer (Folge 96)

Nachdem die Kult-Serie in den Neunzigern leicht einknickte und eine Reihe eher mittelmäßiger und – was Fans vollkommen neu war – sogar richtiggehend schlechte Folgen produziert wurden, erholten sich die drei Fragezeichen um die Jahrtausendwende wieder. Die Formkurve stieg in Richtung der magischen Nummer 100 fast stetig an und die neueren Fälle besannen sich auf alte Tugenden. Ein Umstand, welcher der Serie sehr gut tat. Nummer 96 aus dem Jahr 2001 ist ein solcher, eher klassisch ausgerichteter Fall, der auch in den Anfangstagen des Junior-Detektivtrios spielen könnte – was durchaus als Lob zu verstehen ist.

_Zur Story_

Justus erhält, als er sich alleine in der Zentrale der drei Detektive auf dem Schrottplatz aufhält, einen ominösen Anruf, der ihm verkündet, dass „Joe’s Bootsverleih“ brenne. Der seltsame Anrufer lässt auch noch einen dummen Rätselspruch los, bevor er (natürlich ohne seinen Namen zu nennen) wieder auflegt.

Aufgeschreckt informiert Justus die Feuerwehr über den Brand und gleich darauf Peter. Die beiden machen sich per Fahrrad auf den Weg und vor Ort bei „Joe’s Bootsverleih“ ein Bild von der Situation. Nur ein Müllcontainer hat gebrannt, seltsam genug – doch als sie eine ihrer verkohlten Visitenkarten nahe des Brandherds finden, wird’s buchstäblich brenzlig. Die Urlaubsvertretung des befreundeten Inspektors Cotta ist nicht so tolerant den Junior-Detektiven gegenüber und sackt die beiden verdatterten Jungs unter Tatverdacht erst einmal ein.

Auf der Wache entpuppt sich Detective Franks als ausgesprochen kratzbürstig und misstrauisch, unterstellt den beiden sogar, den (nicht wirklich großen) Brand gelegt zu haben, um ihrer Detektei ein wenig Aufwind zu verschaffen. Justus ist zutiefst beleidigt. Zugegeben, die Story vom anonymen Anrufer, der ausgerechnet in der Zentrale der drei ??? kontaktiert, ist auch schwer zu glauben. Da er ihnen aber nichts nachweisen kann, lässt er sie notgedrungen wieder laufen. Schon am nächsten Tag meldet sich der Anrufer erneut und berichtet von einem Feuer – diesmal im Buchladen von Mr. Smith. Wieder folgt ein Rätselspruch und wieder setzt sich Justus in die Nesseln bzw. belastet sich und seine Kollegen, indem er die Feuerwehr per Telefon zum angegebenen Ort schickt.

Dieses Feuer ist in der Tat wesentlich größer als das erste, aber auch nicht sonderlich gefährlich. Man vermutet es schon: Es wird natürlich eine weitere der berühmten Visitenkarten der drei ??? gefunden – Detective Franks taucht selbstredend am Tatort auf und knöpft sich das Detektiv-Trio vor, lässt sich aber dazu breitschlagen, das Telefon der Zentrale anzuzapfen und ein paar Beamte zu postieren, wenn die drei ihm versprechen, die Stadt nicht zu verlassen und in allen Belangen zu kooperieren. Dass die durchtriebenen Spürnasen sich davon nur vordergründig beeindrucken lassen, dürfte klar sein – sie ermitteln logischerweise auf eigene Faust weiter, um herauszubekommen, wer und warum ihnen so übel mitspielen will. Eine erste buchstäblich heiße Spur haben sie bereits, doch wo sind die Zusammenhänge der Brände und was hat das alles mit dem Schrottplatz bzw. Justus zu tun?

_Eindrücke_

Eine reine Kriminalgeschichte gibt es diesmal, ohne die sonst oft verwendeten Mystery-Elemente, und trotzdem geheimnisvoll genug gemacht, damit der Spannungsbogen und somit die Neugier aufrechterhalten bleiben. Die Idee, die drei Jungs in Misskredit zu bringen und ihnen als Spaßbremse einen anderen Polizeiermittler vor die Nase zu setzen, der ihnen nicht so wohlgesonnen und väterlich gegenübertritt wie etwa Hauptkommissar Reynolds oder Inspector Cotta, ist nicht neu, das hat man auch in anderen Folgen bereits mit – mal mehr, mal weniger – Erfolg versucht.

Dennoch bringt genau das hier einen glaubhaften Touch in die Geschichte, denn in der Realität würde sich sicher kein Detective von drei jugendlichen Grünschnäbeln (mit fragwürdigem Alibi) einfach so von ihrer Unschuld überzeugen lassen, nur weil sie solch eine tolle Visitenkarte haben und vorgeben, in Polizeikreisen wohlgelitten zu sein. Lobenswerterweise ist das hier mal nicht der Fall. Die Atmosphäre ist stimmig und die Handlungsstränge bleiben übersichtlich, auch wenn sich vermeintlich viele unterschiedliche Charaktere tummeln. Vom Flair her gleicht „Der rote Rächer“ eher einem Psychothriller, denn der Gegenspieler der drei ist alles andere als dumm und auch nicht so eindimensional, wie das sonst leider häufig der Fall ist. Der ganze Plot ist noch dazu sehr detailliert ausgearbeitet, jede Kleinigkeit zählt, auf die man als Hörer achten muss.

Musik und Effekte bieten keinen Anlass zur Klage, ebenso wenig wie die Sprecher. Der Detective wird vollkommen erstklassig von Wolf Frass verkörpert, der seine Skepsis und die Verhörmethoden sehr realistisch rüberbringt. Ein weiteres Sprachgenie ist Helmut Gentsch in seiner Mehrfachrolle, ein äußerst variabler Akteur, der selbst vor der Imitation einer Frauenstimme nicht zurückschreckt, die sich sogar noch dazu hören lassen kann – normal klingt es einfach lächerlich, wenn Männer versuchen, ein altes Mütterchen zu geben, aber hier klappt das. Die Stammsprecher mit Lob zu überziehen, ist ja fast schon Standard, allerdings müsste man bei Oliver Rohrbeck bei dieser Folge ein paar Abstriche machen. Das hat allerdings eher mit der Ausgestaltung seiner Rolle zu tun und nicht mit seiner Qualität als Sprecher.

Es passt irgendwie nicht mehr zu Justus‘ mittlerweile erwachsenen gewordenen Stimme, wenn er weinerlich lamentiert oder stottert. Als gereifter Jugendlicher müsste er über falschen Verdächtigungen stehen oder längst nicht mehr so geschockt sein, wenn er anonyme Anrufe bekommt – ansonsten ist er ja auch schlagfertig und selbstbewusst altklug. Es sind aber nur wenige Dialoge, die aus Sicht des (erwachsenen) Hörers nicht so recht in die Charakterentwicklung innerhalb der Serie passen wollen. Das andere Ende markiert Bob. Seine Sprüche werden mit zunehmender Folgenzahl immer trockener und seine Performance stetig besser. Andreas Fröhlich verleiht seinem Charakter die glaubhafteste Transformation zum jungen Erwachsenen.

_Fazit_

Eine Folge im „alten Stil“, bei der sich das Nachdenken und Selbstkombinieren wieder lohnen und die auch von den Machern des Hörspiels so ausgelegt wurde, dass man die Lösung zwar ahnt, doch die letzten Puzzleteile erst zum Schluss an den richtigen Platz rieseln. Die spannende Geschichte ist gekonnt umgesetzt und weist zu keiner Zeit einen Hänger auf. Stets ist irgend etwas los, das die Story vorantreibt. Am Ende gibt’s auch wieder einen knackigen Sinnspruch à la Justus (allerdings ohne das sonst typische Gelächter), was die Folge noch weiter aufwertet und die kleinen Unzulänglichkeiten bei der Ausgestaltung seiner Rolle vergessen machen. Eine klare Empfehlung für Fans und Einsteiger gleichermaßen.

_Die Hörspieldaten auf einen Blick:_

Titel: „Die drei ??? und der rote Rächer“ – Folge 96
Ersterscheinung: 2001
Lauflänge: 53.13 Minuten
Label: EUROPA – BMG Ariola Miller
Produktion & Regie: Heikedine Körting
Buchumsetzung & Effekte: André Minninger
Musik: Conrad, Morgenstern, Zeiberts
Cover-Illustration: Silvia Christoph

_Die Figuren und ihre Sprecher:_

Erzähler – Alfred Hitchcock: Mathias Fuchs
Erster Detektiv – Justus Jonas: Oliver Rohrbeck
Zweiter Detektiv – Peter Shaw: Jens Wawrzceck
Recherchen und Archiv – Bob Andrews: Andreas Fröhlich
Mathilda Jonas: Karin Lieneweg
Mrs. Shaw: Heikedine Körting
Feuerwehrleitstelle – Mr. Sheppard: Marius Kreissler
Detective Franks: Wolf Frass
Lesley Dimple: Ann Montenbruck
Mr. Smith: Douglas Welbat
Dave Rawling: Helmut Gentsch
Feuerwehrmann: Wolfgang Kaven

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Francis, H. G. – Die drei ??? und die Geisterinsel (Folge 18) – Collector\’s Edition

_Hintergrund_

Seit nunmehr vier Dekaden sind die von Alfred Hitchcock inspirierten Jugenddetektive Justus, Bob und Peter nun schon unter dem Banner „Die drei ???“ aktiv, und drei Viertel dieser Zeit agieren die drei Jungs aus Rocky Beach in Kalifornien nun auch schon in der gleichnamigen Hörspielserie, in der die Romane in Kurzform zum Leben erweckt werden. Dennoch dauerte es bis zum Herbst letzten Jahres, bis sich ein Filmteam ein Herz fasste und den Stoff, sicherlich auch inspiriert vom Erfolg des TKKG-Streifens, endlich ins Kino brachte. Allerdings wählte das Regieteam für den Themenkomplex des Kinostreifens ein bereits vorhandenes Abenteuer der pfiffigen Schnüffler aus. Mangelnde Risikobereitschaft? Vertrauen in alte Werte? Schließlich hat man sich für eine relativ alte Episode entschieden. Wie auch immer: Für Fans der Serie war der Kinotermin das Ereignis im Jahr 2007 und natürlich auch der willkommenste Diskussionsstoff. Auch die drei Sprecher der Hörspielserie wollten da nicht nachstehen und diskutieren mit: Auf der Collector’s Edition der 18. Hörspiel-Episode, die zeitgleich zum Medienevent noch einmal aufgepeppt und neu aufgelegt wurde.

_Story_

Als Mr. Shaw den drei Detektiven das Angebot unterbreitet, in der Nähe des neuen Drehorts seiner Filmcrew ein paar Tage Urlaub zu machen, sind Peter, Justus und Bob sofort begeistert. Allerdings ist die Ferienstimmung auf Skeleton Island schnell vorbei, denn schon kurz nach ihrer Ankunft auf der Insel winkt den drei Fragezeichen einer neuer, unverhoffter Fall. Eine Diebstahlserie und ein intriganter Sabotageakt behindern die Dreharbeiten, und außerdem mutmaßen die Inselbewohner, dass es auf der Insel spuken soll. Als wäre dies nicht schon genug, soll Berichten zufolge auch noch ein alter Schatz in den Tiefen des Meers schlummern. Erst nach und nach begreifen Mr. Shaws Gäste, dass die merkwürdigen Geschehnisse in unmittelbarem Zusammenhang mit dem versteckten Schatz stehen. Irgendwer will ganz offensichtlich alle Störenfriede von der Insel vertreiben …

_Persönlicher Eindruck_

„Die drei ??? und die Geisterinsel“ hat sowohl in der literarischen als auch in der Hörspielfassung schon etliche Jahre auf dem Buckel und sich damals zum Start der audiovisuellen Ermittlungen als eines der besten Kapitel in der Historie der drei Detektive etabliert. Insofern stellte sich vor dem Release der Neufassung eigentlich nicht die Frage nach der inhaltlichen Qualität des Hörspiels – welche demnach auch unbestritten hoch ist -, sondern vornehmlich nach eventuellen Veränderungen und Neuerungen im Vergleich zur Originalausgabe. Allerdings gibt es hier, wenig überraschend, nichts Bedeutsames zu verzeichnen. Das Hörspiel wurde in der ursprünglichen Version übernommen und weder von den Sprechern noch hinsichtlich der klanglichen Untermalung bearbeitet. Enttäuschend? Nein, ganz bestimmt nicht, denn schließlich gibt und gab es kaum etwas zu verbessern.

Sinn und Zweck der Collector’s Edition war stattdessen, noch einmal gesonderte Promotion für den Film zu betreiben und natürlich vom Rummel um dessen Release zu profitieren, andererseits aber auch, die bereits bekannten Sprecher der Hörspielreihe noch einmal zu Wort kommen zu lassen und sich über den Transfer der Materie auf die Leinwand zu äußern. In einer angehängten Interviewsequenz erfährt man somit, warum Justus-Mime Oliver Rohrbeck es gar nicht begrüßt hätte, wenn man seine Stimme auch für den Film verwendet hätte, wie Peters Alter Ego Jens Wawrczeck zur Adaption steht und was Andreas Fröhlich alias Bob Andrews mit dieser Episode verbindet. Immerhin 25 Minuten Bonusmaterial kommen somit zusammen, die gerade für Fans viel Wissenswertes über die sonst so selten präsenten Darsteller bieten und somit als Extra-Schmankerl absolut begrüßenswert sind.

Zudem stimmt auch das Design der Spezialedition. „Die drei ??? und die Geisterinsel“ erscheint im schmucken Digipak und enthält neben dem Audio-Bonus auch noch ein Booklet mit Fotos aus dem Kinostreifen. Es werden also, anders als sonst, alle Sinne befriedigt. Bleibt noch die Frage, inwiefern sich das Ganze für diejenigen lohnt, die Folge 18 schon in ihrer Sammlung wissen. Nun, alleine für die Extras lohnt die Investition sicherlich nur für beinharte Fans. Was den unveränderten Inhalt betrifft, reicht es indes aus, die Originalfassung zu besitzen.

_Fazit_

Die Neuauflage der „Geisterinsel“-Folge zeichnet sich durch einige interessante, zusätzliche Interview-Sequenzen aus, die man sich als Fan auf jeden Fall einverleiben sollte. Ob dies aber alleine ausreicht, um einen Zweitkauf zu rechtfertigen, muss jeder selber entscheiden. Allerdings: Wer das Original noch nicht sein Eigen nennt, sollte die sich nun bietende Chance auf jeden Fall ergreifen!

|ISBN-13: 978-3-86629-068-6|
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Minninger, André – Die drei ??? und der schwarze Skorpion (Folge 120)

Die drei Fragezeichen sind schon seit meiner Kindheit absoluter Kult und waren auch damals Stammgast in meinem Kassettenrecorder. Schnell waren die Kassetten so abgenudelt, dass ich inzwischen auf die CD-Version umgestiegen bin, damit mir diese Geschichten noch länger erhalten bleiben. Bei den drei Fragezeichen handelt es sich um ein Detektivtrio aus Rocky Beach, nämlich um Justus, Peter und Bob. Justus ist sozusagen das Oberhaupt der drei Detektive, er ist etwas dick geraten, gleicht dieses kleine Handicap aber durch seine Intelligenz aus. Peter ist eher ein sportlicher Typ, outet sich in vielen Situationen aber als kleiner Hasenfuß, weil er der Erste ist, der auf Flucht plädiert. Bob ist zuständig für Recherchen und Archiv und sorgt dafür, dass die drei Detektive (die im Übrigen jeden Fall übernehmen) genügend Informationen über ihre Fälle bekommen. Am 10. Oktober ist bereits das 125. Hörspiel erschienen. Nach einigen rechtlichen Querelen und nachdem wir mit der Serie „Die Dr3i“ gequält wurden, darf die Originalserie seit Frühjahr 2008 dankenswerterweise fortgesetzt werden, sodass wir uns nun alle (etwa) vier Wochen auf ein neues Hörspiel freuen dürfen.

_Besetzung der Folge 120_

Erzähler: Thomas Fritsch
Justus Jonas: Oliver Rohrbeck
Peter Shaw: Jens Wawrczeck
Bob Andrews: Andreas Fröhlich
Ken Parker: Jürgen Holdorf
Dr. Robinson: Heinz Lieven
Mickey McQuire: Marco Sand
Mrs. Bancroft: Ilka Kirsch
John Trevis: Manou Lubowsky
Zuschauer: Alexander Müller
Strandgirl: Veronika Neugebauer

_Inhalt_

Die drei Fragezeichen befinden sich im Sportfieber: Begeistert verfolgen sie die Beachvolleyball-Weltmeisterschaft. Justus, Peter und Bob fiebern dem Sieg der Heimmannschaft entgegen, die noch eine letzte Auszeit nimmt, doch dann bricht Panik aus: Einer der besten Spieler, nämlich Ken Parker, wird von einem schwarzen Tier gestochen und geht zu Boden. Die Zuschauermenge kreischt und die drei Fragezeichen entdecken einen riesigen schwarzen Skorpion. Auf der Flucht stolpert Justus, geht zu Boden und fällt direkt in den aufgestellten Stachel. Doch er hat Glück, denn er zerquetscht das tödliche Tier gezielt mit seinem Rucksack. Bei näherer Betrachtung fällt den Jungdetektiven nicht nur die erstaunliche Größe des Tieres auf, sondern auch ein kleiner Klumpen schwarzen Wachses. Was hat dieses am Strand zu suchen?

Zurück in der Zentrale, lassen sie die Ereignisse Revue passieren, als Ken Parker aus dem Krankenhaus anruft, um sich bei Justus dafür zu bedanken, dass er ihm das Leben gerettet hat. Justus ist erstaunt, weil er nicht versteht, worauf Parker anspielt, doch als die drei Fragezeichen den Sportler im Krankenhaus besuchen, erklärt er ihnen, dass das Gift des schwarzen Skorpions innerhalb einer Stunde tötet, wenn man nicht das passende Gegengift verabreicht bekommt. Und dank Justus‘ unfreiwilliger Rettungsaktion konnte man den Skorpion rechtzeitig zuordnen.

Anschließend statten Justus, Peter und Bob dem Tropenmediziner Dr. Robinson einen Besuch ab, um sich genau erzählen zu lassen, was es mit dem Skorpion auf sich hat. Im Wartezimmer vernehmen sie eine aufgeregte Stimme, bevor Robinson Zeit für sie hat und sie gleich ins Labor geleitet, wo tödliche Tiere in ihren Terrarien leben. Plötzlich fällt Peter auf, dass eines geöffnet ist. Kurz darauf wird Robinson schon von einer gefährlichen Schlange gebissen. Wer hat bloß das tödliche Tier freigelassen? Wer hat es auf Robinson und auf Parker abgesehen? Das fragen sich natürlich auch die drei Detektive, die ihren 120. Fall zu lösen haben…

_Kritische Betrachtungen_

Die Folge beginnt zunächst sehr spannend: Ein tödliches Tier fällt einen Sportler an, der nur durch Glück gerettet werden kann. Schnell stellt sich heraus, dass es sich bei dem schwarzen Skorpion nicht um ein einheimisches Tier handelt, sondern um einen Skorpion aus Südafrika, der jedem Erwachsenen gefährlich werden kann. Wie dieses Tier nach Rocky Beach gelangt sein kann, fragt man sich natürlich automatisch.

Und es geht mysteriös weiter, denn nicht nur Ken Parker kann nur mit Not einem Anschlag entgehen, sondern auch Dr. Robinson wird von einem seiner Labortiere gebissen. Wer hat hier seine gefährlichen Finger im Spiel? Bis man zu dieser Frage vordringt, steigt die Spannung kontinuierlich an, der Zuhörer wird von dem Fall gepackt, doch leider geht es von diesem Moment an steil bergab: Als Justus und Peter bei Dr. Robinson einbrechen, finden sie die Terrassentür geöffnet vor. Was für ein netter Zufall! Dort machen die beiden Detektive eine erstaunliche Entdeckung, und als Peter resümiert, was bislang passiert ist, wird Justus schlagartig alles klar – nur dem Zuhörer leider nicht, denn dafür haben wir einfach zu wenige Informationen.

Von hier an überschlagen sich die Ereignisse, der dritte Detektiv muss noch aus einer brenzligen Situation gerettet werden, und dann kann auch schon der Bösewicht der Polizei übergeben werden. In einer Schlusssequenz erklären die drei Detektive dem inzwischen gesundeten Ken Parker, worum es überhaupt geht, was vorgefallen ist und wieso er Opfer des schwarzen Skorpions wurde. Und dies ist die Szene, in der es auch dem Zuhörer wie Schuppen von den Augen fällt. Doch leider fällt hier die Lösung vom Himmel, ohne dass man hätte mitraten können. Und Justus schlaumeiert mal wieder permanent vor sich hin, was langsam sehr lästig wird.

Die Folge hat noch mit weiteren Ärgernissen aufzuwarten: Gleich zu Beginn wundern sich die drei Fragezeichen über die Ausmaße des Skorpions am Strand, denn aus dem Unterricht haben sie offensichtlich fundierte Kenntnisse über diese Tiere. Dass alle drei derart detaillierte Kenntnisse über Skorpione besitzen, wunderte mich schon, zumal Justus gleich einen drauflegt und seine Kollegen verbessert, indem er sie darüber aufklärt, dass derart große Skorpione durchaus in Rocky Beach vorkommen können, weil Tiere sich auch in unbekannte Gegenden verirren und in ihren Proportionen variieren können. Mir war das deutlich zu viel „Schulstunde“ gleich zu Beginn der Folge. Und das Klugscheißen geht weiter, als Parker vom Skorpion berichtet, einem Transvalicus! Dieses Wort, das Bob später nicht mal über die Lippen bekommt, identifiziert Justus ohne Zögern als eine frühere Provinz in Südafrika. Schon klar, das weiß jedes Kind …

Nervig fand ich auch die Szene, in der Peter im Labor des Dr. Robinson einen Kalender entdeckt – in Buchform! Wo jeder Tag eine einzelne Seite hat! Und überall stehen Uhrzeiten, Namen, Notizen und anderer Kram! Genau so erklärt Peter seinen Kollegen diesen sensationellen Fund. Na sowas, offensichtlich sind den Dreien Kalender in Buchform ebenso unbekannt wie ihre Funktion. Schließlich rät Bob dazu, zum aktuellen Tag zu blättern, um zu sehen, wer zuvor im Labor gewesen ist. Na sowas, darauf wäre wohl niemand gekommen! Im Kalender finden sich dann noch viele kryptische Kürzel aus Buchstaben und Zahlen, die die Detektive sich gegenseitig vorlesen. Das ist schon sehr nervig, weil man diesen Abkürzungen ohnehin nicht folgen kann und sowohl den drei Fragezeichen wie auch dem Zuhörer nicht klar ist, wofür diese Zeichen stehen.

Trotz des vielversprechenden Beginns strotzt diese Folge vor Ärgernissen, die einem das Hören sehr verleiden – schade! Nach dem gelungenen Einstieg hätte man auch mal wieder eine spannende Folge erwarten können …

_Sprecher_

Die Sprecher der drei Fragezeichen machen einen gewohnt routinierten Job – wäre ja auch traurig, wenn sie inzwischen nicht wirklich überzeugend ihre Rollen darstellen könnten! Justus nervt mit seiner ewigen Schlaumeierei und seinem arroganten Tonfall, den Oliver Rohrbeck perfektioniert hat. Jens Wawrczecks Stärke liegt definitiv in Peters ängstlichem bis panischem Tonfall, aber auch die Verwirrung, als Justus Peter eröffnet, dass er die Lösung kennt, während der zweite Detektiv nur Bahnhof versteht, wirkt authentisch. Dieses Mal darf sogar Andreas Fröhlich zeigen, dass er Angst mimen kann, denn es gibt genügend gefährliche Szenen, in denen auch Bob ins Schwitzen gerät. Und man merkt den Stimmen an, dass die Detektive älter geworden sind: Als sie sich setzen, ächzen sie bereits wie alte Männer. 🙂

Das andere Highlight ist die ruhige Erzählerstimme von Thomas Fritsch, der für den richtigen Rahmen sorgt. Häufig, wenn es etwas zu erklären gibt, kommt Fritsch ins Spiel, und er sorgt auch für die richtigen Überleitungen, damit der Zuhörer weiß, wo die drei Fragezeichen sich nun befinden. Von ihm würde ich mir sogar mehr wünschen, denn oftmals tauchen Szenen auf, in denen sich die drei Detektive die banalsten Dinge gegenseitig erklären – das könnte der Erzähler viel besser übernehmen.

Die anderen Sprecher dagegen konnten mich nicht überzeugen: Jürgen Holdorf ruft als Ken Parker aus dem Krankenhaus an, und später beschreibt der Erzähler noch dessen blasse Lippen. Doch als er die drei Fragezeichen anruft, ist weder von der Aufregung angesichts des Skorpionenbisses etwas zu hören noch von Schmerzen oder Erleichterung. Er klingt eher so, als wäre nichts gewesen. Absolutes Lowlight ist die Sekretärin des Tropenmediziners Robinson, die sich anhört wie ein kleiner Junge. Ihre Stimme ist unbeholfen und wirkt völlig aufgesetzt, ihr Tonfall erinnert an eine Automatenstimme. Das ist wirklich dilettantisch! Und besonders helle scheint sie auch nicht zu sein, denn als die drei Fragezeichen sie fragen, wer an fraglichem Tag im Labor gewesen ist, antwortet sie nur „Eigentlich niemand, nur ein Mann …“ – Ja was denn nun, niemand oder ein Mann?

_Soundeffekte & Musik_

Immerhin die Soundeffekte sind gelungen. Die Geräusche bei der Beachvolleyball-WM wirken genauso glaubwürdig wie die bellenden Hunde, der allgegenwärtige krächzende Papagei in der Zentrale unserer drei Freunde oder auch Wasser, das in ein Glas eingeschenkt wird. Insgesamt waren es allerdings keine wirklich aufwändigen Geräusche, wundern könnte man sich auch darüber, dass bei den drei Fragezeichen immer noch alle Türen quietschen. 🙂

Langsam habe ich mich an die modernere Musik gewöhnt, auch wenn ich immer noch der Original-Titelmusik hinterhertrauere, aber die wird es nun mal nicht mehr geben. Die Überleitungen zwischen den einzelnen Tracks sind stets musikalisch untermalt. Mal gibt es Streichermusik, mal poppige Sounds eines Synthesizers, am Ende gar Countrymusik, welche die letzte Szene unterlegt. Auch wenn ich Countrymusik nicht wirklich mag, wirkte diese musikalische Untermalung doch recht atmosphärisch.

_Unter dem Strich_

Insgesamt kann ich die Folge nicht weiterempfehlen. Der Einstieg war wirklich gelungen, warf einige Fragen auf und weckte gleich mein Interesse. Die ersten Szenen sorgen für einen guten Spannungsanstieg, doch spätestens ab der Hälfte reiht sich ein Ärgernis ans andere, und am Ende gibt es wieder die berüchtigte „Justus weiß alles besser“-Antwort, die unter treuesten ???-Fans bereits gefürchtet ist. Außer den Stammsprechern konnten die Stimmen mich nicht überzeugen, und auch im Sektor der Soundeffekte gab es keine großen Überraschungen. Unter dem Strich leider eine eher schwache Folge, die ich mir so schnell nicht noch einmal anhören werde.

|ISBN-13: 978-3865361288
ISBN-10: 3865361285|
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Minninger, André – Die drei ??? – Toteninsel (Folge 100)

Dies ist sie also, die sagenumwobene Jubiläumsfolge. Nummer 100. Genauer: 100 A, B, und C. Denn die unter dem Oberbegriff „Toteninsel“ zusammengefasste Story besteht aus drei CDs – einzeln verpackt im Pappschuber geliefert. Jene Folge, die den Wendepunkt der Serie hin zur Moderne endgültig besiegelte. Dafür hat man sich eine extravagante und extralange Geschichte ausgedacht, eine Hommage an sich selbst, und bereits die Tracklist lässt Kenner schmunzeln: Die Titel tragen allesamt passende Namen von Hörspielen aus der Reihe.

_100A – Das Rätsel der Sphinx_

Weitere Sprecher dieser CD:

Erzfeind der ??? – Skinny Norris: Andreas von der Meden
Jelena Charkova: Alexandra Doerk

Ein geheimnisvoller, bedrohlich klingender Anruf schreckt Justus hoch: Die drei Fragezeichen sollen ein Rätsel lösen, das dem eines Sphinx würdig ist, der heiser klingende Anrufer spricht noch eine Drohung aus und legt auf – natürlich ohne seine Identität preiszugeben. Justus knackt die ihnen gestellte Nuss jedoch noch bevor seine Kollegen Peter und Bob in der Zentrale eintreffen. Kurz darauf klingelt das Telefon erneut und der Unbekannte verlangt die Antwort auf seine Frage, die Justus ihm auch prompt präsentiert. Der Anonymus unterbricht unvermittelt die Verbindung, stattdessen springt das Fax an.

Dieses liefert einen weiteren Hinweis, der zu einer nicht ganz astreinen archäologischen Vereinigung namens „Sphinx“ führt, die illegale Schatzsuche betreibt und verständlicherweise im Verborgenen arbeitet. Es stellt sich heraus, dass irgendetwas auf der mysteriösen, so genannten „Toteninsel“ Macatao vorgehen muss, das jemand zu verschleiern versucht. Doch was haben halbseidene Archäologen, die große Firma Hadden-Industries, der alte Erzfeind der drei Jungs – Skinny Norris – und das geheimnisvolle, verschwundene Schiff „Montana“ damit zu tun?

_100B – Das vergessene Volk_

Weitere Sprecher dieser CD:

Erzfeind der ??? – Skinny Norris: Andreas von der Meden
Chauffeur der ??? – Morton: Andreas von der Meden
Professor Phoenix: Wilfried Glatzeder
Rachel Hadden: Anna Carlson
Al: Nico König
Anne Fox: Corinna Wodrich

Hilflos mussten Justus, Bob und Jelena mit ansehen, wie das Schiff „Hadden Explorer“ mit Peter an Bord in Richtung Mikronesien ablegte. Die Polizei kann und will sie nicht informieren, denn scheinbar hat die CIA ihre Finger im Spiel, das jedenfalls hat Jelena zufällig herausgefunden. Eine undurchsichtige Frau bietet Justus und Peter tags darauf an, die Tickets und Ausrüstung für den Trip in den Pazifik zu bezahlen, um den zweiten Detektiv herauszuboxen. Die beiden sind sich zunächst unschlüssig, ob sie dieses ungewöhnliche Angebot annehmen sollen.

Peter befindet sich in einer misslichen Lage: Als er sich an Bord schlich, wurde er betäubt und in eine Koje verfrachtet, doch kann er sich frei auf dem Schiff bewegen – alle Anwesenden halten ihn für Skinny Norris, den Hadden aus unerfindlichen Gründen auf die Expedition mitschickte. Peter muss also das Spiel als reguläres Besatzungsmitglied mitspielen, und nach sieben Tagen erreichen sie tatsächlich Macatao, von der verschwundenen „Montana“ und der ersten Expedition jedoch keine Spur. Die Grabanlage des vergessenen Volkes scheint unberührt, birgt in ihren Katakomben aber ein weit größeres Geheimnis als nur mumifizierte Mikronesier.

_100C – Der Fluch der Gräber_

Weitere Sprecher dieser CD:

Professor Phoenix: Wilfried Glatzeder
Al: Nico König
Anne Fox: Corinna Wodrich

Endlich sind die drei wieder vereint, doch ein Fluchtversuch wird vom misstrauischen Juan vereitelt, der Peter die ganze Zeit schon argwöhnisch beobachtete. Notgedrungen müssen die drei Fragezeichen ihre ziemlich unglaubliche Geschichte bis hierher zum Besten geben. So recht wird ihnen kein Glaube geschenkt, denn es klingt ja wirklich alles wahrhaft abenteuerlich. Dennoch bekommen sie (natürlich!) ihre Chance, sich zu profilieren und einem ganz anderen Geheimnis auf die Spur zu kommen, dessen Ausmaße und Gefährlichkeit alle ihre bis dato gelösten Fälle in den Schatten stellen.

Die Grabanlage und Kultstätte der Mikronesier ist nicht das, was sie vorgibt zu sein. Vordergründig schon, doch ist das nicht ihre ganze Funktion. Oder was soll man von Stahltüren und geheimen Computersystemen in ihrem Inneren halten? Sollten die Toten mit Videospielchen im Jenseits bei Laune gehalten werden? Wohl kaum. Bis es zum Showdown kommt, geht es um Verrat, Wahnvorstellungen und geheime Regierungsmachenschaften. Diesmal steht nicht nur der gute Ruf des Trios auf dem Spiel, sondern das Leben aller auf der Insel befindlichen Personen. Justus, Peter und Bob müssen sich etwas einfallen lassen, damit das Eiland nicht zu ihrer ganz persönlichen Toteninsel wird.

_Eindrücke_

Eingeweihte ersehen bereits aus der Sprecherliste, dass sich hochkarätige Wiedersehen anbahnen: Jelena, Morton und Skinny Norris sind mit von der Partie. Leider hat man es nicht geschaff,t Inspector Cotta sowie einige andere Dauergäste bei den drei Satzzeichen auch noch unterzubringen. Dafür handelt es sich bei diesem Abenteuer mal wieder um einen richtigen Off-Shore-Fall, weit weg von Rocky Beach; auf den letzten beiden CDs jedenfalls. Überhaupt: Die drei Silberlinge separat zu behandeln und zu rezensieren, ist wenig erfolgversprechend. Sie gehören untrennbar zusammen und ergeben auch nur im Verbund einen Sinn. Reden wir in diesem Kontext lieber von Kapiteln oder Episoden, das trifft es im Kern wesentlich exakter.

Die drei Kapitel sind halbwegs in sich abgeschlossen. Sie losgelöst voneinander zu hören, bringt nichts. Man vermeint hinter der magischen Zahl Drei auch ein subtiles System zu erkennen: CD1 ist etwas Bob-lastiger, auf CD2 hat Peter den Hauptpart, CD3 ist Justus‘ Finale furioso – natürlich, was auch sonst? Ob das so beabsichtigt ist? Möglich wäre es. Generell haben die Autoren einen verzwickten Fall ausgeheckt, dessen Gliederung durch die Episoden aber klar strukturiert ist. Natürlich dürfen auf CD1 und CD2 Cliffhanger als Appetizer für den jeweils nächsten Teil nicht fehlen. Nicht wegzappen, dies ist nicht die „Lindenstraße“ in der Inszenierung von Hitchcock – ähm, pardon! Minninger natürlich.

Während die Geschichte eher mit dem klassischen Element des „geheimnisvollen Anrufs“ startet, der in der Serie bis zum Erbrechen praktiziert wurde (und wird), geht es dann munter mit einem weiteren oft verwendeten Stilmittel weiter: dem „Wort-Rätsel“. Als wäre das nicht genug an Tribut, folgt die übliche „Schnitzeljagd“ – und zwar die nach Informationen. Eine Geheimorganisation (Sphinx) und ein martialisch-mysteriös klingender Ort (Toteninsel) dürfen selbstverständlich nicht fehlen. Kurzum: Bis zum Ende der ersten CD hat man ziemlich genau alle in der Serie häufig verwendeten Klischees und Prozedere durchexerziert, nebst einem halbwegs unerwarteten Zusammentreffen mit alten Bekannten. Man weiß, was man der Hörerschaft schuldig ist; lediglich Nebel hat’s keinen gegeben. Okay, man kann nicht alles haben. Dafür zeigen sich erfreulich wenig Fehler trotz der üppigen Länge des Teils.

So weit die beliebten Standard-Zutaten, die man seit Jahrzehnten kennt. Zur Verfeinerung des Menüs im Hauptgang jagt man nun noch ein paar weitere erlesene Gewürze aus (fremden) Kräutergärten durch den Küchenmixer. Eine Prise Indiana Jones aus dem Archäologieregal, eine (Schweizer-Offiziers-)Messerspitze MacGyver, eine Prise von Onkel Grishams Agentensalz (wahlweise mit Follett-Aroma) und schmeckt das Ganze mit einem Tropfen CIA-Wermut der Marke Tom Clancy ab. Gerührt, nicht geschüttelt. Während man die Verschwörungspastete auf drei Platten hochkocht, wirft man noch ein paar supersaure Paratroopers aus dem Airwolf-Streuer in den Topf, das verleiht dem Ganzen ein wenig Schärfe und sorgt für die feine Pulverdampf-Note. Garniert wird alles zum Schluss mit dem wahnwitzigen Nuklear-Sahnehäubchen. Ach verdammt! Jetzt ist die Geheim(dienst)zutat doch noch verraten. Sacre bleu!

Schwer verdaulich? Nun, es geht. Immerhin ist es ein Drei-Gänge-Menü, da kann man sich zwischendrin ja mal eine Pause gönnen. Doch bei einem Jubiläumsessen soll man nicht so kleinlich sein und ordentlich zulangen. Trotzdem liegt manches davon schwer im Magen und ist ziemlich unverdaulich. Nicht nur viele Köche verderben den Brei, auch zu dick Aufgetragenes ist ungesund. Allerdings kann man sich hier damit rausreden, dass es eben eine Fun-Folge ist, in welche man Sachen eingebaut hat, die absichtlich stark übertrieben sind. Dabei fängt alles – wie immer – recht harmlos an und steigert sich dann Schritt für Schritt, bis zu dem Punkt, wo man denkt: Aua, jetzt sind sie übers Ziel hinausgeschossen – wer soll den haarsträubenden Nonsens noch glauben? Hmmm. Clancy-Leser vielleicht, die sind anspruchslos, was die Realitätswahrnehmung angeht.

Von technischer Seite her ist aber alles roger. Die Sprecher, die Musik, die Geräusche, das alles ist nicht zu beanstanden. Jeder kniet sich mächtig rein, und ausnahmsweise krankt mal kein einziger Mime an Unglaubwürdigkeit, sieht man von dem durchgeknallten Maulwurf am Ende ab – man kann’s mit der Darbietung auch übertreiben. Over-Acting nennt das der Ami. Die Atmosphäre ist weitgehend in Ordnung, auch was die leisen Mystery-Einflüsse angeht. Klar, kann man nicht über drei CDs volle Power gehen, was Spannung anbelangt, und so gibt es sicher seichte Passagen. Die halten sich aber in Grenzen und dienen dem Vorankommen der Story, bis zu eben jenem Punkt, wo es dann richtig krude und somit die Logik eh zweitrangig wird. Wie sagt der Governator bei solchen Gelegenheiten immer? „Hauptsach‘, Ääääktschn!“ Danke Arnie, genau so isses!

_Jubel, Trubel, Heiterkeit? Das Fazit._

Die Jubiläumsfolge nimmt sicherlich einen Sonderstatus ein, allein schon wegen ihrer Lauflänge von insgesamt fast drei Stunden. Die selbstironisch ausgelegte Toteninsel macht eigentlich eine gar nicht mal so schlechte Figur und stellt eine Hommage an die vorhergegangenen Fälle dar – wäre da nicht die mit Biegen und Brechen sehr weit hergeholte Geschichte, bei der sich 007-Justus dann auch noch gerissener als die CIA erweist. Nun ja. Etwas weniger auf den Putz gehauen, hätt’s auch getan. Dabei fing die Story wirklich gut und vielversprechend an: Alte Bekannte geben sich ein Stelldichein und die Erzählstruktur setzt auf bewährte Konzepte, welche die Serie groß gemacht haben. Am Ende steht eine solide, aber leider eben nur mittelprächtige Folge.

_Die Hörspieldaten auf einen Blick:_

Titel: „Die drei ??? – Die Toteninsel“ – Folge 100
Ersterscheinung: 2001
EUROPA – Sony BMG
Laufzeit: 54 (A) + 56 (B) + 60 (C) Minuten
Buch und Effekte: André Minninger
Regie und Produktion: Heikedine Körting
Musik: Conrad, Morgenstern, Zeiberts
Cover-Illustration: Silvia Cristoph
ISBN-10: 3-86536-088-2
ISBN-13: 978-3-86536-088-5

|Figuren und ihre Sprecher (alle drei Folgen)*:|

Erzähler – Alfred Hitchcock: Matthias Fuchs
Erster Detektiv – Justus Jonas: Oliver Rohrbeck
Zweiter Detektiv – Peter Shaw: Jens Wawrzceck
Recherchen & Archiv – Bob Andrews: Andreas Fröhlich
Dr. Maria Svenson: Antje Roosch
Mr. Schwarz: Erik Schäffler
Mr. Olin: Uli Krohm
Juan: Oliver Böttcher

*) Diese Figuren und Sprecher tauchen auf allen drei CDs auf, zusätzliche Charaktere und ihre Stimmen sind bei den jeweiligen Einzelteilen vermerkt.

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Francis, H. G. / Arden, William – Die drei ??? und die schwarze Katze (Folge 4)

Wie auch der „Super-Papagei“, der „Phantomsee“ und der „Karpatenhund“, gehört „… und die schwarze Katze“ ebenfalls zur ersten Tranche der Veröffentlichungen aus dem Hause |EUROPA| und datiert somit zurück auf den 12. Oktober 1979. Im Laufe der folgenden (fast) 30 Jahre summierten sich die Hörspiele der drei kultigen Junior-Detektive auf über 120 auf. Zwischendrin gab es in den Neunzigern mal einen etwas größeren Hänger und neuerliche Lizenzstreitigkeiten, welche Ende 2007 beigelegt wurden. Seither geht es mit den Vertonungen der Buchreihe weiter, was Fans – altgediente und neue – zum Aufatmen brachte.

_Zur Story_

Ein Wanderzirkus/Jahrmarkt gastiert in Rocky Beach, und unsere drei Helden Justus, Peter und Bob liefern für den Zirkus etwas im Auftrag von Justus‘ Onkel Titus, den Schrotthändler, aus – ein Podest für die Löwen-Nummer. Dabei werden sie Zeugen eines Diebstahls: Ein bärtiger Mann mit Schlapphut entwendet eine hässliche, schwarze Plüschkatze von einem Stand und schickt sich an, sich aus dem Staub zu machen. Flugs nehmen die drei Junior-Detektive die Verfolgung in sicherem Abstand auf. Als der Dieb in eine scheinbare Sackgasse flüchtet, werden die Gesichter der drei ??? und der herbeigeeilten Sicherheitskräfte lang: Der Mann ist verschwunden.

Obwohl ein etwa vier Meter hoher und massiver Bretter-Zaun sein Entkommen hätte verhindern müssen, ist er offensichtlich weg; seine Fußspuren führen bis zum besagten Zaun und enden dort abrupt. Zumindest war er nicht in der Lage, die Katze endgültig zu entwenden, denn sie liegt zurückgelassen auf dem Boden. Die drei Jungs bringen die Katze zurück zum Schießstand, woher sie stammt, und Peter kommt auf die Idee, sein Glück zu versuchen und das seltsame Maskottchen regulär zu gewinnen. Gesagt, getan – Peter räumt tatsächlich mit fünf Schuss alle Ziele ab und ist nun rechtmäßiger Besitzer der Plüschkatze.

Die Freude über den Gewinn währt jedoch nicht lang, denn irgendjemand hat den (eigentlich harmlosen) Jahrmarkts-Löwen aus seinem Käfig gelassen, und als Peter die Stellung hält, um den Löwen zu beruhigen, legt er die Katze unbeachtet zur Seite, während die anderen zusammen mit dem Jungen Andy Carson, dem Sohn des Zirkus-Veranstalters, Hilfe holen. Als die Situation dank des Löwenbändigers geklärt wird, ist die Katze verschwunden, und nicht nur das: Die drei Detektive finden dank Andy heraus, dass es seit Monaten immer wieder zu scheinbaren „Unfällen“ beim Wanderzirkus kam.

Außerdem taucht am nächsten Tag eine Zeitungsannonce im lokalen Blatt auf, in der irgendjemand vorgeblich für ein Kinderheim nach exakt jenen Katzen sucht, wie sie Andy an seinem Schießstand als Hauptpreis hat, zu einem Preis von 25 Dollar das Stück. Doch wer will schon eine augenscheinlich so hässliche schwarze, bucklige Stoffkatze mit krummen Beinen, abgenicktem Ohr, die ein Auge zukneift, für ein Kinderheim? Steckt etwa ein Mitarbeiter des Jahrmarkts dahinter, oder gar – wie Andy vermutet – seine Großmutter, die geschworen hat, den Zirkus zu ruinieren? Die drei ??? haben jedenfalls mal wieder einen Fall zu lösen.

_Eindrücke_

Nicht zu überhören ist der berühmte, unvergleichliche Horst Frank, der uns auch in dieser Folge wieder als Hauptkommissar Samuel Reynolds beglückt. Er und auch Urgestein Peter Pasetti (Erzähler / Alfred Hitchcock) weilen seit Mitte der 90er leider nicht mehr unter uns. Bedauerlicherweise ist die alte Musik in der Neuauflage dem modernen Soundtrack gewichen; Nostalgieanflüge werden dennoch geweckt, doch irgendwie ist das nicht dasselbe, aber man gewöhnt sich dran.

Das Drehbuch stammt von H. G. Francis, der das Originalbuch von William Arden aus dem Jahre 1970 (US) bzw. 1971 (D) für das Hörspiel aufbereitete. Bezeichnenderweise ist „Die schwarze Katze“ eigentlich Buch Nr. 13 (gleich zwei unglücksbringende Faktoren: eine schwarze Katze und die Zahl 13) und nicht wie bei den Hörspielen die Nummer vier, was daran liegt, dass man sich auf Seiten |EUROPA|s nicht an die amerikanische Reihenfolge gehalten hat. Ursprünglich sollte „Das Gespensterschloss“ den Auftakt zur Serie bilden, wurde aber aus Marketing-Gründen erst als Folge elf veröffentlicht. Regie führt auch in diesmal Heikedine Körting, die ab und zu in den Hörspielen auch als Sprecherin unter Pseudonym einspringt.

Gehen die Sprecher wieder vollkommen in Ordnung und sind über jeden Zweifel erhaben, so haben sich auf der anderen Seite doch kleinere Mängel eingeschlichen: Mal abgesehen davon, dass hier wieder mal der Mystery-Faktor nicht gegeben ist und sich die Handlung auf eine typische Junior-Detektivgeschichte mit (relativ gut getroffenem) Jahrmarktsflair beschränkt, ist „Die schwarze Katze“ eine der schwächeren Folgen und krankt daran, dass sie zu gekünstelt und konstruiert wirkt. Auch logische Fehler sind nicht ganz von der Hand zu weisen. Ohne jetzt zu viel von der Handlung zu verraten, sei hier dennoch ein Beispiel angeführt:

Als die Jungs mit einer gefälschten Stoffkatze vor dem Haus des mutmaßlichen Täters stehen (der diese ja für 25 Dollar aufkaufen will), diskutiert man darüber, wer hineingeht, Andy fällt natürlich aus, denn sollte der Dieb beim Zirkus arbeiten, würde er ihn natürlich erkennen und Verdacht schöpfen. So einigt man sich auf Peter und Bob, mit einer Erklärung von Justus, die nicht logisch nachvollziehbar ist, denn der Dieb hat ja Peters Katze bereits gestohlen und dürfte ihn zweifelsohne ebenfalls wiedererkennen. Zudem ist dem Täter auch die Katze vertraut und es ist unwahrscheinlich, dass er auf die Fälschung hereinfällt, zumal er ja ganz genau weiß, dass er Peter seine gewonnene Katze schon auf dem Jahrmarkt abgeluchst hat.

_Steif(f)tier – Das Fazit_

Eine recht schwache Folge, die mit allerhand Fehlern und zu vielen „Zufällen“ gespickt ist. Sie hat überdies schlichtweg zu wenig Pep, und es fehlt ihr die Spur von geforderter Kombinationsgabe, die sonst in fast allen ???-Hörspielen erforderlich ist. Gerade das Ende, als die Identität des Schurken bereits klar ist auch, und was er bezweckt, wird krampfhaft versucht, die Spannung noch einmal final in die Höhe zu treiben. Das hätte man lieber vorher tun sollen. So verkommt der Showdown leider zu einer mäßigen Brechstangen-Farce.

_Die Hörspieldaten auf einen Blick:_

Titel: „Die drei ??? und die schwarze Katze“ – Folge 4
Buch-Autor: William Arden
Drehbuch: H. G. Francis
Produktion & Regie: Heikedine Körting
Label: EUROPA Studio (jetzt BMG Ariola Miller)
Ersterscheinung: 12.10.1979
Musik: Conrad, Morgenstern, Zeiberts

Die Figuren und ihre Sprecher:

Erzähler (alias Alfred Hitchcock): Peter Pasetti
Erster Detektiv – Justus Jonas: Oliver Rohrbeck
Zweiter Detektiv – Peter Shaw: Jens Wawrczeck
Recherchen & Archiv – Bob Andrews: Andreas Fröhlich
Andy Carson: Stefan Schwade
Mr. Carson: Reiner Brönneke
Khan, „Der Kraftmensch“: René Genesis
Der einzigartige Gabbo: Iwan Raszinsky (Karl-Ulrich Meves)*
Iwan der Grosse: Borris Stepin
Hauptkommissar Reynolds: Horst Frank
Junge: Philip Baader

*) Pseudonym, Klarname in (Klammern)

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Francis, H. G. / Carey, M. V. – Die drei ??? und der Karpatenhund (Folge 3)

„Der Karpatenhund“ gehört zur ersten Tranche der Veröffentlichungen aus dem Hause EUROPA und datiert zurück auf den 12. Oktober 1979. Im Laufe der folgenden (fast) 30 Jahre summierten sich die Hörspiele der drei kultigen Junior-Detektive auf über 120 auf. Zwischendrin gab es in den Neunzigern mal einen etwas größeren Hänger und kürzlich neuerliche Lizenzstreitigkeiten, welche erst Anfang 2008 (hoffentlich) endgültig beigelegt wurden. Seither geht es mit den Vertonungen der Buchreihe weiter, was Fans – altgediente und neue – zum Aufatmen brachte.

_Zur Story_

Der freundliche, alte Mr. Prentice lädt die drei Junior-Detektive zu sich ein, da es in seinem Apartment scheinbar spukt. Nicht nur, dass sich jemand während seiner Abwesenheit augenscheinlich in seiner Wohnung aufgehalten hat; auch mysteriöse Lichtblitze in seinem Arbeitszimmer lassen ihn die Dienste der drei ??? in Anspruch nehmen. Noch während die drei Jungs bei ihm sind, wird Justus Zeuge einer dieser Lichterscheinungen, doch damit nicht genug – draußen scheint sich ebenfalls etwas zu tun: Aufgeschreckt durch ein knallendes Geräusch, begeben sich die vier auf den Balkon, wo sie mit ansehen, wie eine Gestalt aus einem Haus gegenüber flüchtet und in einer Kirche verschwindet.

Es stellt sich heraus, das dieses Haus einem Mr. Prentice wohl bekannten (und von ihm finanziell unterstützten) Künstler gehörte, der erst kürzlich verstarb, die Gestalt hat etwas von dort entwendet, was rechtmäßig ihm gehört: Die Glas-Skulptur des legendären Karpatenhundes, den Mr. Prentice in Auftrag gab. Er möchte diesen auf jeden Fall zurückhaben, nicht wegen des Geldes – er ist versichert , sondern es geht ihm um das unersetzliche Kunstwerk. Just, Peter und Bob nehmen den Fall an und untersuchen die möglichen Verdächtigen, vornehmlich natürlich die Hausbewohner.

Darunter sind einige schräge Charaktere, wie der abgespacte Esoterik-Freak Elmquist, der reiche Börsenmakler Murphy, die hartgesottene Mrs. Chalmers, die sogar mitten im Winter noch im hauseigenen Pool schwimmen geht, und nicht zuletzt die überaus neugierige und stets nervige Hausverwalterin Mrs. Boogle. Wer bricht beim freundlichen Mr. Prentice ein? Was haben die Lichtblitze zu bedeuten? Die Sache spitzt sich zu, als eine Reihe von Anschlägen auf die Bewohner verübt wird und der Dieb 10.000 Dollar Lösegeld von Mr. Prentice fordert, um den Karpatenhund wiederzuerlangen – sogar Just und Bob bekommen einen über den Schädel gezogen. Eine wahrhaft harte Nuss für unsere Helden.

_Eindrücke_

Grade in den ersten Folgen tauchen altgediente |EUROPA|-Recken verstärkt als Figuren auf. So sind der Gernot Endemann sowie Ernst von Klippstein, Gerlach Fiedler, Hans Hessling und Rolf Mamero in allerlei Hörspielen des Labels ebenfalls zu hören. Gernot Endemann hat beispielsweise zusammen mit Rolf Mamero bei „Commander Perkins“ mitgewirkt (als Major Hoffmann) und Ernst von Klippstein gab den arkonidischen Wissenschaftler Crest in der SF-Erwachsenen-Serie „Perry Rhodan“. Gerlach Fiedlers raue, markante Stimme war auch schon in der allerersten veröffentlichten Folge der drei ??? [(„Der Super-Papagei“)]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=5145 als Mr. Claudius aktiv.

Hans Hessling ist manchem Thirtysomething eventuell aus der Enid-Blyton-Serie „Rätsel um …“ noch gut in Erinnerung. Last but not least wirkt hier auch Heikedine Körting selbst als Sprecherin mit; ansonsten bescherte sie uns stets als Regisseurin und treibende Kraft im Hintergrund u. a. solche Knaller wie „TKKG“ und nicht zuletzt das knuffige Schlossgespenst „Hui-Buh“. Das Drehbuch stammt – wie bei allen alten Folgen – von H. G. Francis, der das Originalbuch von M. V. Carey aus dem Jahre 1977 in eine deutsche und hörbare Fassung gebracht hat.

Dieser Folge fehlt das ansonsten gepflegte Mystery-Ambiente ein wenig. Zwar wird die Geschichte des transsylvanischen Hundes recht spannend ausgebreitet, da er aber keinerlei augenscheinlichen geheimnisvollen Kräfte besitzt, verpufft das Gruselmoment recht schnell, und auch die seltsamen Lichtblitze sind nicht als bedrohlich einzustufen. Spannend und gut gesprochen ist diese Folge dennoch, beschränkt sich aber auf Detektivarbeit und Kombinationsgabe, angereichert mit allerlei Action-Sequenzen. So finden sich in der Handlung von Diebstahl über Giftanschlag bis hin zur Autobombe eine ganze Reihe handfester Straftaten, die Erpressung und die tätlichen Angriffe auf Justus und Bob nicht mitgerechnet.

Somit gehört diese Folge sicher zu den aktionsgeladeneren der Serie, die weniger auf dichte Story setzt. Die Soundeffekte und Musik passen wie üblich recht gut, aber gerade die Geräusche sind etwas schlaff abgemischt und können nicht ganz überzeugen. Auf die Lösung des Falles kann man allenfalls spekulieren, aus eigener Kraft und Logik ist dieses Problem nicht so einfach bzw. gar nicht zu knacken. Ein kleiner logischer Fehler hat sich überdies auch eingeschlichen: Direkt am Anfang schließt Just ein Eindringen des potenziellen Diebes über den Balkon aus, da das Apartment dafür zu hoch im Gebäude liege. Später aber verfolgen Peter und Bob einen Verdächtigen, indem sie von Mr. Prentices Balkon aus über die Freitreppe/Feuerleiter hinter ihm her wetzen – ergo gab es doch eine Möglichkeit, von außen an die Wohnung/Balkon zu kommen.

_Fazit_

Solide gemachte Folge, die aber nicht das sonst vorherrschende Mystery-Feeling aufweist; zudem ist ein bisschen viel auf einmal an Action auf zu kurze Zeit gepackt worden. Die Jagd nach dem Karpatenhund und seinem Dieb gleicht eher einer wilden Hatz, bei der man den Grips nicht zu sehr anzustrengen braucht. Seitens des Hörspiels werden die Hinweise nicht ausführlich genug dargebracht, um sich als Hörer selbst einen Reim darauf machen zu können, wenngleich die Figuren wirklich interessant und ziemlich schräg sind. So wartet man sehnsüchtig darauf, dass Justus endlich die Sache am Ende aufklärt. Die Lösung ist pfiffig, geht aber in der Action zu sehr unter. Anhörenswert ist die Folge drei allemal, gehört aber zu den schwächeren Vertretern.

_Die Hörspieldaten auf einen Blick:_

Titel: „Die drei ??? und der Karpatenhund“ – Folge 3
Buch-Autor: M.V. Carey / Drehbuch: H.G. Francis
Ersterscheinung: Oktober 1979
EUROPA (BMG Ariola Miller)
Lauflänge: ca. 44 Minuten
Produktion & Regie: Heikedine Körting
Musik: Conrad, Morgenstern, Zeiberts
Cover-Design: Aiga Rasch

Die Figuren und ihre Sprecher:

Erzähler (alias Alfred Hitchcock): Peter Pasetti
Erster Detektiv – Justus Jonas: Oliver Rohrbeck
Zweiter Detektiv – Peter Shaw: Jens Wawrczeck
Recherchen & Archiv – Bob Andrews: Andreas Fröhlich
Mr. Prentice: Ernst von Klippstein
Mr. Niedland: Gerlach Fiedler
Pfarrer: Hans Hessling
Mrs. Boogle: Katharina Brauren
Sonny Elmquist: Philip Kunzmann (Gernot Endemann)*
Mr. Murphy: Karl-Ulrich Meves
Miss Chalmers: Pamela Punti (Heikedine Körting)*
Mr. Hassel: Rolf Hundertwasser
Polizist: Rolf Mamero

*) Pseudonyme, Klarnamen in (Klammern)

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Die drei ??? und der Phantomsee (Folge 2)

Auf Nummer eins folgt Nummer zwei. So ist es natürlich auch bei der Kulthörspielserie der drei Fragezeichen, wobei damals keiner wusste, ob die Serie in Deutschland überhaupt Anklang finden würde, als man die ersten drei Hörspiele bei den EUROPA-Studios (heute einverleibt in BMG Ariola Miller) im Oktober 1979 auf die jugendliche Welt losließ.

Seither hat die Serie einige Wendungen genommen; so musste die damalige Musik in den heute erhältlichen Neuabmischungen komplett wegen Lizenzstreitigkeiten geändert werden, der Drehbuchautor H. G. Francis wird schon seit Folge 60 von André Minninger ersetzt, und wie es in 24 Jahren Laufzeit nun mal so ist, haben einige Stammsprecher in der Zwischenzeit auch den Weg alles Irdischen genommen.

Die drei ??? und der Phantomsee (Folge 2) weiterlesen

Francis, H. G. / Arthur, Robert – Die drei ??? und der Super-Papagei (Folge 1)

Was macht diese Folge eigentlich so besonders? Nun, als Nummer 1 ist man immer Vorreiter, das ist hier nicht anders, allerdings konnten die |EUROPA|-Studios als Macher dieser Geschichte damals nicht ahnen, dass sie die Einstiegsdroge für eine ganze Generationen von Hörspielfreaks hinlegen. Im Gegenteil. Man nummerierte sogar die eigentliche Nummer 1 „Gespensterschloss“ um, sie wurde zur Nummer 11 degradiert, da man nicht wusste, ob Deutschlands Jugend 1979 schon bereit für die spukige Umsetzung dieser Folge von „The Three Investigators“ (so der Serientitel des Originals) war. Rückwirkend kann man sagen: Sie war es.

_Zur Story_

Justus und Peter werden von Alfred Hitchcock zu dessen Kollegen Mr. Fentriss geschickt, der seinen Papagei „Lukullus“ vermisst, doch die Polizei des kalifornischen Kleinstädtchens Rocky Beach will nichts unternehmen. Am Haus des potenziellen neuen Klienten der drei ??? abgekommen hören sie jedoch Hilfeschreie und beschließen, sich dem Gemäuer vorsichtig zu nähern. Dabei werden sie von einem dicken Kerl überrascht, der sie mit vorgehaltener Pistole ins Haus scheucht und sich ihnen als Mr. Fentriss vorstellt. Der Papagei sei wieder aufgetaucht und hätte den Hilfeschrei ausgestoßen, zudem wäre er telefonisch von Hitchcock über ihr Kommen informiert gewesen und wollte sie nur ein wenig testen.

Die vermeintliche Pistole entpuppt sich als Feuerzeug. Justus und Peter bringen (ohne den Vogel persönlich zu Gesicht zu bekommen) in Erfahrung, dass der Papagei stets einen sehr seltsamen Spruch zum Besten gibt: „Lucius et Licinius et Lukullus – Kopf oder Zahl? – erare humanum est!“, doch einen neuen Fall haben die jungen Detektive wohl nicht … Ein wenig enttäuscht zuckeln sie in dem ihnen kostenlos überlassenen Rolls Royce – samt Chauffeur Morton – von dannen … bis Just ein Geistesblitz trifft. Mr. Hitchcock kann gar nicht angerufen haben, denn zum Haus von Mr. Fentriss führt keine Telefonleitung!

Als sie schnurstracks mit dem Rolls kehrtmachen (lassen), kommt ihnen aus der Ausfahrt des Grundstücks ein schwarzes Ranger-Sport-Coupé entgegengebraust, am Steuer: der Dicke von vorhin! Leider konnten sie trotz des Beinahe-Crashs nur die letzten Ziffern des Kennzeichens erhaschen: „13“. Die beiden Jungs finden den richtigen Mr. Fentriss gefesselt in seinem Haus und befreien ihn. Dabei erfahren sie, dass er den sprachbegabten Vogel von einem mexikanischen Hausierer gekauft hat, und er ist nicht der Einzige. Seine Nachbarin Mrs. Waggoner hat ebenfalls einen solchen Papagei gekauft, der auf den Namen „Schneewittchen“ hört und ähnlich komisches Zeug brabbelt: „Weiß wie Schnee. Rot wie Blut. Schwarz wie Zedernholz … Ist Sherlock Holmes zu Hause?!“

Auch ihr Papagei ist, wie man sich unschwer denken kann, verschwunden, und sie sucht ihn verzweifelt, kann den Jungs aber einen Mann beschreiben, der sich seit geraumer Zeit verdächtig in der Gegend herumtreibt. Natürlich passt die Beschreibung des Mannes und seines Autos auf den Dicken mit seinem Sportwagen. Zwei verschwundene Papageien, die seltsam verdrehte Sprüche klopfen, und ein höchst verdächtiger Kerl, der es offensichtlich darauf abgesehen hat, alle Tiere (es sind deren sieben – inklusive des ominösen Super-Papageis „Blackbeard“) in seine Hände zu bekommen. Doch warum? Welches Geheimnis umgibt diese höchst seltsamen Vögel?

_Eindrücke_

Ein knackiges, schlichtweg geniales und höchst mysteriöses Wort-Rätsel, ein düsterer Friedhof im Nebel und zunächst undurchsichtige Charaktere plus Monsigneur Victor Hugenay, der französische Meisterdieb, der den drei Jungs nicht zum letzten Mal über den Weg dackeln soll, zeichnen die Nummer 1 aus. Gewürzt ist das Ganze mit pädagogisch wertvollen Zuckerlis, wie der Erwähnung, dass Blackbeard, das spätere Maskottchen der Detektei, eigentlich gar kein Papagei ist, sondern ein Star aus der Familie der Mynah, die bekannt sind für ihre exzellenten Spracheigenschaften. Man lernt durch die verdrehten Sprüche der anderen Vögel auch noch eine ganze Menge über klassische Literatur und Geschichte, denn unter ihnen befinden sich außerdem noch Käpt’n Kidd, Sherlock Holmes, Robin Hood und Al Capone. Interessanter und kindgerechter kann man ein wenig Allgemeinbildung nicht verpacken.

Selbstverständlich werden hier schon Tugendhaftigkeit und Freundschaft großgeschrieben, wie es im späteren Verlauf der Serie (bis heute) auch ausnahmslos praktiziert wird. Die kindlichen Stimmen der drei Hauptfiguren sind von ihrer heutigen Tonlage natürlich verschieden und für Kenner nur der neueren Folgen (nach deren Stimmbruch) bestimmt lustig anzuhören. Das heißt: Peter (Jens Wawrzceck) scheint diesen irgendwie verpasst zu haben, er klingt auch als erwachsener Sprecher fast noch genauso wie anno Tuppdich als Bengel. Für Justus (Oliver Rohrbeck) gilt beinahe dasselbe – auch seine Stimme ist zwar sehr jung und eine ganze Oktave höher als heute, aber schon unverkenn- und wechselbar.

Der Einzige, dessen Stimme sich heutzutage ganz anders anhört (und das meine ich überhaupt nicht negativ – im Gegenteil) ist die von Bob (Andreas Fröhlich); er hat heute eine angenehme, recht tiefe und sonore Stimme (und sprach unter anderem den Gollum aus „Herr der Ringe“), während er in diesen frühen Tagen sogar noch Jens Wawrzceck in Sachen Pieps-Stimme in den Schatten stellt. Gerlach Fiedlers dunkel-nasaler Bass passt hervorragend zu seiner Figur, und er beehrt die Fan-Gemeinschaft später noch in drei weiteren Rollen. Auch Katharina Brauren mit ihrer leicht bedeckt-heiseren Oma-Stimme ist ein wahres Urgestein der Serie und wird in deren Verlauf immer mal wieder eingesetzt. Die spätere Dauer-Nemesis der Jungdetektive – Victor Hugenay – wird hier noch von Wolfgang Kubach gegeben, leider auch mit zu wenig französischem Akzent, aber trotzdem aller Ehren wert. Kurzum, hier finden sich erstklassige Sprecher zusammen, um eine hervorragende Leistung abzuliefern.

Sie Soundkulisse und die Musik sind ein wichtiger Punkt, und trotz der Neuabmischung hat man – zumindest, was die Effekte angeht – die Finger davon gelassen, daher befinden sich Schnitt und Geräusche noch im Originalzustand. Lediglich die Musik musste geändert werden, das war nötig wegen Lizenzstreitigkeiten um die Original-Musik von Brac/George – heute kümmern sich die Herren Conrad, Morgenstern und Zeiberts um die Soundtracks. Die Folge an sich ist natürlich meilenweit von der Perfektion heutiger Produktionen entfernt und strotzt auch vor einigen heftigen Fehlern der Regie. Tatsächlich gehört die Nummer 1 (neben „Hexen-Handy“) zu den Folgen mit den wohl meisten Fehlern, die dem geneigten Hörer beim aufmerksamen Lauschen ins Ohr springen, als da wären:

Mr. Fentriss ist nach eigenen Angaben „geknebelt“ worden – wie kann er dann um Hilfe rufen? Carlos verdreht ständig die Zahlen des Kennzeichens (3-1 statt 1-3), Blackbeard krächzt bereits in der Zentrale, obwohl sie ihn noch gar nicht gefunden haben. Justus nennt den Namen „Mr. Claudius“, wenngleich er dessen Namen zu diesem Zeitpunkt noch gar nicht kennen kann. Justus nennt Tante Mathilda „meine Mutter“ uva. Bleibt zu erwähnen, dass 2004 eine überarbeitete Version des Hörspiels mit dem Titel „Superpapagei 2004“ veröffentlicht wurde, bei der die bekannten Fehler ausgemerzt wurden. Wer Spaß an den Missgriffen der Serie hat, surft mal auf http://www.rocky-beach.com vorbei – der wohl führenden Fan-Site der drei Fragezeichen. Hier finden sich neben dem Fehlerteufel auch sonst eine ganze Menge Infos rund um die Serie.

_Da kuckste in die Röhre, was?! – Das Fazit_

Die Neuabmischung begleitet immer noch das gute alte Mystery-Flair mit allen klassischen Elementen eines herausragenden Jugendhörspiels, auch wenn mir der alte Soundtrack ein wenig abgeht, denn auch (und gerade) daran macht man Kindheitserinnerungen fest. Trotz manchen Schnitzers ist dies immer noch |die| Kultfolge schlechthin, welche man Neulingen als Start in die Serie empfehlen kann.

_Die Hörspieldaten auf einen Blick:_

Titel: „Die drei ??? und der Super-Papagei“ – Folge 1
Ersterscheinung: Oktober 1979
Label: EUROPA – Sony BMG Ariola Miller
Lauflänge: ca. 48 Minuten
Drehbuch: H. G. Francis
Produktion & Regie: Heikedine Körting
Musik: Conrad, Morgenstern, Zeiberts
Cover-Design: Aiga Rasch

_Die Figuren und ihre Sprecher:_

Erzähler – Alfred Hitchcock: Peter Pasetti
Erster Detektiv – Justus Jonas: Oliver Rohrbeck
Zweiter Detektiv – Peter Shaw: Jens Wawrczeck
Recherchen & Archiv – Bob Andrews: Andreas Fröhlich
Morton: Andreas von der Meden**
Mr. Claudius: Gerlach Fiedler
Mrs. Claudius: Ingrid Andree
Mr. Fentriss: Richard Lauffen
Mrs. Waggoner: Katharina Brauren
Hausierer Ramos: Juan Perez (Karl-Ulrich Meves)*
Carlos: Stefan Brönneke
Victor Hugenay: Albert Giro (Wolfgang Kubach)*
Papageien, insbesondere „Blacky“: Heikedine Körting**

*) Pseudonym. Die in Klammern aufgeführten Namen sind die Klarnamen der Sprecher.

**) Andreas von der Meden und Heikedine Körting werden komischerweise auch im aktuellen Release immer noch nicht in der Sprecherliste genannt.

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Minninger, André – Die drei ??? – Nacht in Angst (Folge 86)

_Besetzung:_

Justus Jonas: O. Rohrbeck
Peter Shaw: J. Wawrczeck
Bob Andrews: A. Fröhlich
Morton: A. von der Meden
Mr. Peacock: H. Ahner
Alpha: A. Schülke
Erzähler: M. Fuchs

_Inhalt:_

Nachdem Justus, Peter und Bob vergeblich versucht haben, Karten für den neuen Star-Wars-Film zu ergattern, lassen sie sich von Morton abholen. Morton erhält auf der Fahrt einen Anruf von Mr. Peacock, dem Direktor des Steadmans-Museums, der ebenfalls sein Kunde ist und zum Museum gebracht werden will. Der nette, aber etwas schusselige Mr. Peacock hat seinen Cheftimer mit allen wichtigen Daten im Museumsbüro vergessen. Als Entschädigung für den kleinen Umweg bietet er den drei Detektiven eine kurze nächtliche Museumsführung an.

Da morgen eine interessante Ausstellung beginnt, bei welcher der wertvollste Diamant der Welt gezeigt werden wird, nehmen die Jungs die Einladung erfreut an. Während Justus und Morton den Aufzug nehmen, gehen die anderen zu Fuß in den dritten Stock. Doch kurz darauf erlöscht plötzlich das Licht. Zunächst glauben sie noch an einen Stromausfall, aber alles deutet auf einen Einbruch hin. Mr. Peacock und Bob eilen rauf ins Büro, um die Leitungen zu überprüfen, während Peter den Diamanten in Sicherheit bringen soll. Justus und Morton stecken derweil im Aufzug fest.

Bob und Mr. Peacock werden jedoch von der Diebesbande gefangen genommen und eingesperrt. Sie halten den flüchtigen Peter für einen weiteren Dieb und Bob und Mr. Peacock für Komplizen. Nach einer langen Verfolgungsjagd wird auch Peter gefangen – doch den Stein hat er nicht mehr bei sich. Ein weiterer Dieb, der sich als Nachtwächter ausgab, hat ihn ihm abgenommen. Während der Anführer der Diebesbande immer unberechenbarer wird und seine Komplizen das Museum durchsuchen, hoffen Peter und Bob entkommen zu können …

_Bewertung:_

„Nacht in Angst“ ist eine sehr gelungene Folge der drei Fragezeichen, die allen Erwartungen standhält.

|Spannende Echtzeit-Handlung|

Das Besondere an dieser Folge ist ihr Tempo, denn anders als gewöhnlich wird sie quasi in Echtzeit erzählt. Der Hörer erlebt hautnah mit, wie Justus, Peter, Bob, Morton und Mr. Peacock von den Verbrechern gefangen gehalten werden. Das ist eine angenehme Abwechslung zu den sonstigen Fällen, die sich meist über Tage oder Wochen hinziehen. Weiterhin gelungen ist die Abweichung vom üblichen Schema, indem die drei die meiste Zeit über getrennt voneinander agieren. Justus steckt mit Morton im Fahrstuhl fest und kann nur per Sprechanlage mithören, was im Museum geschieht, aber lange Zeit nicht eingreifen. Bob wird gemeinsam mit Mr. Peacock festgehalten, während Peter zunächst durch das Museum irrt, verfolgt von den Gangstern, die ihn ebenfalls für einen Dieb halten. Jeder der drei Detektive trägt auf seine Weise etwas zur Lösung bei, und auch wenn Justus am Ende mal wieder derjenige ist, der die Zusammenhänge am besten durchschaut, haben seine beiden Kollegen zuvor schon ganze Arbeit geleistet.

Spektakulär ist die Folge auch wegen der Gefahr, in welcher die Freunde schweben. Der Anführer der Diebesbande richtet eine Pistole auf sie, Mr. Peacock wird niedergeschlagen und es besteht kaum eine Chance zu entkommen. Zeitweise wissen weder die drei Detektive noch die Gangster, wie viele Leute sich eigentlich zurzeit im Museum bewegen. Der unbekannte Auftraggeber sorgt trickreich dafür, dass sich die Verbrecher gegenseitig nicht mehr trauen, indem er sie gegeneinander ausspielt, und die Handlung hält mehrere überraschende Wendungen bereit. Nie kommt Langeweile auf, da sich die Jungs entweder auf der Flucht oder in Gefahr befinden oder neue Informationen erhalten.

|Amüsante Szenen|

Humorvolle Auflockerungen gibt es auch in dieser spannungsgeladenen Folge. Dass Justus lieber den Aufzug statt der Treppe nimmt, bietet Peter mal wieder Grund zur Häme, denn auf diese Art wird der Erste Detektiv seine überflüssigen Pfunde nie los. Das ist zwar eine recht gemeine Bemerkung, aber da Justus andererseits gerne mal besserwisserisch auftritt und ein gesundes Selbstbewusstsein besitzt, durchaus legitim. Unfreiwillig komisch ist der wütende Alpha, der Anführer der Diebesbande, als er entdeckt, dass sich nicht nur Peter und Bob, sondern anscheinend auch noch ein Nachtwächter im Museum befinden, und er seine Leute anbrüllt, warum hier zig Leute im Gebäude herumrennen, von denen sie keine Ahnung haben. Eine witzige Kabbelei gibt es zwischen Peter und Bob, als Peter zögert, in den Wasserkasten der Toilette zu greifen, und Bob ihn tadelt: „Eklig wird’s erst weiter unten.“ Die größten Lacher auf seiner Seite hat aber Justus, der beim großen Finale völlig unverhofft auftaucht und das obligatorische Überreichen der Visitenkarte diesmal äußerst originell gestaltet.

|Sehr gute Sprecher|

Die Darsteller der Nebenfiguren sind keine Unbekannten und liefern eine sehr gute Leistung ab. Helmut Ahner kennt man auch als Stimme des Butlers Johann in „Duck Tales“, als unfreundlicher Nachbar in „Benjamin Blümchen als Gärtner“, als distinguierte Bulldogge Francis im |Disney|-Film „Oliver und Co“ und bei den |Drei Fragezeichen| beispielsweise als Kapitän Joy in „Der rote Pirat“ und als Slater in „Der Super-Wal“. Auch Achim Schülke hatte bereits Auftritte bei den |Drei Fragezeichen|, beispielsweise in „Das Gold der Wikinger“. Regelmäßig spricht er in der Serie „Bob der Baumeister“ und bei den „Teenage Mutant Hero Turtles“ und als Titus Jonas in der Ablegerserie „Die drei Fragezeichen-Kids“. Gut wie immer ist auch Andreas von der Meden als vornehmer Morton, der ähnlich umständlich auch als Kastellan in der Hörspielserie „Hui Buh“ auftritt. Populär auch seine Rolle als zerstreuter Onkel Quentin bei den „Fünf Freunden“.

|Kaum Schwächen|

So gut gelungen, wie die Folge ist, kann von echten Schwächen nicht die Rede sein. Es ist nur ein kleines bisschen störend, wie ausführlich Justus seine Freunde auf deren Flucht informiert und ihnen wichtige Informationen zukommen lässt. Anstatt kurz und knapp den entscheidenden Namen zu sagen, verliert er mehrere Sätze, als hätten sie alle Zeit der Welt, und umschreibt umständlich die Person, was angesichts der Eile unrealistisch ist. Weiterhin kommt Justus bei der Entlarvung des Täters ein kleiner Zufall zu Hilfe. Zwar gelingt ihm die Identifizierung anhand von logischen Schlussfolgerungen, doch beweisen kann er seine Theorie erst durch einen Zufall, der seine Vermutung bestätigt. Aber beide Punkte sind insgesamt kaum der Rede wert.

_Als Fazit_ bleibt eine sehr empfehlenswerte Folge, sicherlich eines der Highlights unter den neueren Produktionen. Die Episode überzeugt durch Spannung, überraschende Wendungen, eine temporeiche Handlung in Echtzeit und sehr gute Sprecher. Die winzigen Mängel sind kaum der Rede wert.

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