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Heitz, Markus – Blutportale (Hörbuch)

_Nicht willkommen: Freifahrtschein für einen Höllenfürsten_

Saskia führt eigentlich ein ganz normales Leben. Das ändert sich, als sie bei einem Fechtturnier gegen den geheimnisvollen Levantin antritt. Mit seinem Degen fügt er ihr einige tiefe Schnitte zu, die sich schon nach kurzer Zeit von selbst schließen. Saskia ahnt nicht, dass ihr Gegner ein Dämon ist, der seit Jahrhunderten nach ihr sucht. Er will, dass sie für ihn die Blutportale öffnet, durch die er endlich in seine Heimat zurückkehren kann. Doch niemand hat Saskia auf ihr dunkles Talent vorbereitet. Und so stößt sie unbeabsichtigt Türen auf, die nie geöffnet werden sollten … (Verlagsinfo)

_Der Autor_

Markus Heitz, geboren 1971, studierte Germanistik und Geschichte und arbeitete als Journalist bei der Saarbrücker Zeitung. Sein Aufsehen erregender Debütroman „Schatten über Ulldart“ wurde mit dem Deutschen Phantastik-Preis ausgezeichnet. Seit dem Bestseller „Die Zwerge“ gehört Heitz zu den erfolgreichsten deutschen Fantasy-Autoren. Er lebt in Zweibrücken im Saarland. „Die Zwerge“ hat er ebenso fortgesetzt wie das inzwischen mehrbändige Ulldart-Epos.

Markus Heitz auf |Buchwurm.info|:

[Interview mit Markus Heitz]http://www.buchwurm.info/artikel/anzeigen.php?id=56
[„Gerechter Zorn“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=5983 (Die Legenden der Albae 1)
[„Ritus“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=2351 (Buch)
[„Ritus“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=3245 (Hörbuch)
[„Sanctum“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=2875 (Buch)
[„Sanctum“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=4143 (Hörbuch)
[„Blutportale“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=5528
[„Die Mächte des Feuers“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=2997
[„Die Mächte des Feuers“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=4655 (Hörbuch)
[„Kinder des Judas“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=4306
[„Blutportale“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=5528
[„Die Zwerge“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=2823
[„Die Zwerge“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=2941 (Hörbuch)
[„Die Rache der Zwerge“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=1958
[„Der Krieg der Zwerge“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=3074
[„Schatten über Ulldart“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=381 (Die Dunkle Zeit 1)
[„Trügerischer Friede“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=1732 (Ulldart – Zeit des Neuen 1)
[„Vampire! Vampire!“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=5866
[„05:58“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=1056 (Shadowrun)
[„Die dritte Expedition“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=2098

_Der Sprecher_

Simon Jäger, geboren 1972 in Berlin. Seit 1982 arbeitet er als Synchronsprecher bei Film und TV. Er lieh unter anderem Josh Hartnett, James Duvall, Balthazar Getty, River Phoenix seine Stimme, aber auch „Grisu dem kleinen Drache“, und war auch in TV-Serien wie „Waltons“, „Emergency Room“ zu hören. Seit 1998 arbeitet er zudem als Autor und Dialogregisseur. (Homepage-Info)

Regie führte Tommi Schneefuß. Seine Aufnahme erfolgte im Hörspielstudio XBerg GmbH.

_Handlung_

Es beginnt an Halloween in Hamburg-Uhlsdorf. Der Florist Will Guhl erhält in seinem Blumenladen ungebetenen Besuch, erst von der Immobilienmaklerin Mira Hansen, dann, als er auf ihr exorbitantes Angebot nicht eingeht, von fünf sehr bulligen Herren, die seinen Laden in die Bestandteile zerlegen. Und obwohl Will Meister in einer indischen Kampfkunst ist, zieht er am Schluss doch den Kürzeren. Er fragt sich, was diese unfreundlichen Typen bloß an der Villa, die Will für einen Lord verwaltet, nur so faszinierend finden, dass sie dafür erst 100.000 Euro Provision und dann ihre Fäuste herausholen. Eines ist jedoch völlig klar: Die alte Villa, die ihm gar nicht gehört, kann er auf keinen Fall verkaufen. Auch wenn es dort laufend zu Unfällen aller Art kommt, besonders gegenüber Tieren …

|Das Fechtduell|

Die Köchin und Restaurantbesitzerin Saskia Lange stoppt ihr Auto in der Speicherstadt und betritt das bewachte Haus einer Geheimgesellschaft. Diese ist ein Jahrhunderte alter Bund von Kämpfern, der Vereinigung der Klingen (Union des Lames), dem schon Saskias Vater und Großvater angehörten und deren Siegelring mit den gekreuzten Klingen sie trägt. Heute ist der Tag der ultimativen Prüfung: Entweder wird sie heute die neue Meisterin des Bundes oder sie stirbt. Sie hätte nie erwartet, dass es einen dritten Weg geben könnte, und der bringt ihr jede Menge Ärger.

Es ist 21: 45 Uhr, noch eine Viertelstunde bis zum Beginn des Kampfes. Der „Professor“ tritt in ihre Umkleide. Er ist der einzige Kämpfer bisher, der eine Begegnung mit dem Meisterkämpfer überlebt hat, und er trägt eine Menge Narben, um dieses Wunder zu belegen. Er bestätigt, dass Saskia, die er als „Rapier“ bezeichnet, fit wie ein Turnschuh ist, und spricht ihr Mut zu. Sie werde es schon schaffen, den Champion zu besiegen.

Die ehemalige Olympiasiegerin verlässt die Umkleide und begibt sich zur Planche, wo bereits das Schiedsgericht Platz genommen. Der Professor erscheint, dann der Maitre selbst, Saskias Gegner. Sie bemerkt sofort, dass der Champion keinerlei Narben aufweist. Es irritiert sie, dass sein Fechtvisier verspiegelt ist. Soll sie etwa gegen sich selbst kämpfen? Mit einem Heben seines Rapiers grüßt er sie. Der Schiedsrichter spricht das französische Motto des Orden und verkündet die Regeln des Kampfes. Wer fünfmal verwundet wurde, hat verloren. Doch da es sich um den Maitre selbst handelt, gegen den Saskia kämpft, ist es erlaubt, ausnahmsweise auch zu töten.

Der Kampf beginnt, und Saskia ist von der irren Geschwindigkeit ihres Gegners erstaunt. Sie ist zwar auch nicht schlecht, aber es gelingt ihm, ihre mehrere Wunden beizubringen. Sie fühlt sich kribbelig, heiß und irgendwie seltsam. Hat der Maitre etwa seine Klinge vergiftet? Erst später entdeckt sie, dass ihre Wunden in einem ganz bestimmten Muster angeordnet sind, die ein Symbol ergeben. Selbst als sie besiegt ist und sich ergibt, schlägt er erneut zu, um sie zu bestrafen – und um das Symbol zu vollenden.

Der Schiedsrichter bricht ab, der Maitre geht, der Arzt schaut nach Saskia und gibt ihr wider alle Regeln seine Visitenkarte. Wütend wünscht sich Saskia eine Revanche, als sie in die Umkleide geht, doch der Maitre ist schon verschwunden. Erst als sie auf die Straße tritt, entdeckt sie in einer auffällig langsam vorbeifahrenden Limousine einen blonden Mann, der sie neugierig anschaut. Er muss der Maitre sein, obwohl sie sein Gesicht nie gesehen hat. Warum nur hat er sie am Leben gelassen?

|Eine Party mit Folgen|

Am 7. November veranstaltet Will Guhl ohne Wissen des Hausbesitzers jene Party, die er seinen Freunden und Bekannten schon lange versprochen hat. Der „Sir“, von dem er nicht mal den Namen weiß, muss ja nicht alles wissen; wird schon alles schiefgehen. Will hat ihm von dem Angriff der fünf Gorillas und dem nachfolgenden Einbruch berichtet, ihm eine Liste der gestohlenen Gegenstände gefaxt. Jetzt sind die Caterer da. Als Will einen ihm unbekannten Kerl aus seinem Schlafzimmer kommen sieht, schöpft er Verdacht und will den Typ aufhalten, doch der macht sich aus dem Staub. Wenigstens hat sich der Unbekannte nicht am Wandteppich vergriffen, der für den „Sir“ sakrosankt ist. Der Gobelin ist ein uraltes Stück, weiß der Himmel, woher es stammt, aber es zeigt die furchterregende Fratze eines Dämons.

Saskia hat Schmerzmittel genommen und ist mit ihrem Sous-Chef Patric zu Wills Party gekommen. Alles ist auf indisches Ambiente getrimmt, und die Villa sieht aus wie der Palast eines Maharajas. Sogar ein Abbild der Göttin Kali ist da, und Saskia bemerkt mit Schaudern deren Halskette aus Totenschädeln. Will begrüßt sie und ihren Begleiter sehr freundlich, doch ihre Stimmung schlägt um, als sie einen dämlichen Restaurantkritiker entdeckt, der ihr „Bon gout“ niedergemacht hat.

Um sich zu beruhigen, geht sie in den Garten. Sie bemerkt ein unverhängtes Fenster. Als sie nähertritt, entdeckt sie ein Gesicht dahinter, das zu einem Schrei verzerrt ist. Erschrocken zuckt Saskia zurück Sie hat eine Vision verzerrter Realität, so als könne sie hinter die Fassade der Erscheinungen blicken. Das ist ihr noch nie passiert. Hat es etwas mit dem Gift des Maitres zu tun, fragt sie sich und geht vorsichtshalber wieder zurück zur Party.

Kurz meint sie, das Gesicht des Maitres in einem Seitegang vor einem Wandteppich zu sehen, doch da taucht der Restaurantkritiker schon wieder auf. Es kommt zum Streit, und Saskia haut ihm eine in die Fresse, sodass der Kerl mit blutender Nase davonstürzt. Aus Scham eilt Saskia zur Toilette und fragt sich, ob sie langsam den Verstand verliert. Als sie erfrischt zurückkehrt, passiert sie den Wandteppich und bemerkt einen seltsam brenzligen Geruch daran. Es wird doch nicht etwa Feuer ausgebrochen sein!

Der Wandteppich sieht aus, es seien seine Symbole in Bewegung, und sie interessiert sich sehr dafür. Doch woher kommt der Brandgeruch? Sie blickt hinter den Gobelin, als Patric sie entdeckt. Zusammen entdecken sie die kleine, eisenbeschlagene Pforte. Ui, wie rätselhaft, so eine uralte Pforte in dieser schnieken Villa. Sie ist über und über mit Symbolen und Schriftzeichen bedeckt, aber es gibt kein Schloss. Aus einem Impuls heraus berührt Saskia die Pforte, und die Symbole scheinen sich zu verzerren und neu anzuordnen. Die Pforte öffnet sich und Saskia vermeint, ein substanzloses Wesen herausschlüpfen und an sich vorbeirauschen zu sehen. Sicher nur eine weitere Sinnestäuschung, sagt sie sich, und geht mit Patric in die kleine enge Kammer dahinter …

Will sieht, wie sein Freund Oliver umfällt, als habe ihn etwas getroffen. Blaue Flammen schießen aus einer Nische hervor, dann dröhnt eine Explosion durch den Saal. Will hat ein Tosen in den Ohren, denkt an einen Notruf, doch dafür muss er vor die Tür. Als er die zweigeteilten Kellner und Türsteher entdeckt, vergisst er seinen Notruf. Er denkt kurz an den Fluch, der auf der Villa laste, wie Mira Hansen behauptet hat. Blödsinn, oder?

Er geht zurück ins Wohnzimmer. Großer Gott, überall Leichen! Doch dazwischen eine blutige Fußspur – jemand muss noch am Leben sein. Er folgt der Spur, während er versucht, sein Essen bei sich zu behalten. Die Spur führt führt zu einer kleinen Pforte hinter dem Wandteppich mit dem Dämon darauf. In der Kammer dahinter findet er Saskia. Gott sei Dank, sie lebt – noch. Denn der Mann, der neben ihr liegt, ist offensichtlich tot, weil ihm der Kopf fehlt. Die Runen an den Wänden scheinen zum Leben zu erwachen, und das Licht wechselt von Gold zu Blau. Aus dem Augenwinkel erblickt er substanzlose Gestält: ein Dämon? Und was hat er da in der Hand – etwa ein Schwert? Will ruft die Göttin Kali um Beistand an …

_Mein Eindruck_

Dies ist der furiose Auftakt zu einem Wettlauf um das Schicksal der Welt. Denn das Schwert, das der Schutzdämon da hält, ist einer von mehreren magischen Gegenständen, die zusammengetragen werden müssen, um das Portal in die Hölle zu öffnen. Dort wartet bereits ein Höllenfürst ungeduldig darauf, in unsere Welt gerufen zu werden. Das Sammeln dieser fünf Objekte dient als Grundlage für eine weltumspannende Schnitzeljagd, die Saskia bis an den Baikalsee und nach Syrien führt. Für entsprechende Bewegung ist also gesorgt.

Doch Saskia und ihr Kumpel Will sowie eine uns aus „Santum“ und „Ritus“ wohlbekannte Werwölfin sind natürlich nicht allein hinter den magischen Objekten her. Erstens ist da noch der Maitre, der den schönen Namen Levantin trägt. Dieser „Wanderer“ – über seine Heimat darf spekuliert werden – weilt schon 5000 Jahre auf Erden und glaubt, in Saskia seine verlorene Gefährtin wiedergefunden zu haben. Deshalb verehrt er ihr einen Teil seiner Magie: Mit Hilfe des Symbols, das er ihr beim Fechten in die Haut schneidet, verleiht er ihr die Fähigkeit, die titelgebenden Blutportale zu öffnen. Darunter sind Tore in andere Dimensionen, wie etwa die Hölle, aber auch in andere Zeiten, wie etwa ins biblische Syrien, zu verstehen.

Um die Geschichte nicht zu einem Schlagabtausch zwischen Saskia und Levantin verkommen zu lassen, sorgen zwei geheime Sekten für das Abwenden der drohenden Monotonie – und für jede Menge Action und Hasch-mich-Spielchen. Die Immobilienmaklerin Mira Hansen beispielsweise gehört zu den relativ gutartig gesinnten „Konsziten“, die einem Kodex gehorchen und vorgeben, sozusagen wohlwollende Beobachter am Spielfeldrand zu sein. Tatsächlich aber sorgen sie dafür, das die bösen Jungs der anderen Sekte nicht obsiegen.

Diese zweite Sekte, angeführt von einer Frau namens Valeska, dient jenem Höllenfürsten und ist natürlich darum bemüht, ihm den Eintritt in unsere Welt zu ermöglichen. Sollten sie die fünf magischen Objekte zuerst in ihren Besitz bekommen, wäre die Welt verloren, denn Höllenfürsten haben für gewöhnlich für menschliche Anliegen herzlich wenig übrig.

Selbstredend braucht Saskia eine ganze Weile, bis sie dieses Szenario kapiert hat. jede Menge rätselhafter Aktionen der Gegenseiten setzen ihrem Nervenkostüm heftig zu, doch als geübte und erprobte Fechterin weiß sie sich ihrer Haut zu wehren und die Nerven zu behalten. Zwei weitere Faktoren entwickeln sich zu ihren Gunsten. Erstens gelingt es ihr, die ihr verliehene Magie zunehmend zu kontrollieren und gesteuert einzusetzen. So betätigt sie sich am Baikalsee wie weiland Moses, der das Rote Meer teilte, und öffnet einen Schacht, der bis hinab zum Grund des tiefsten Süßwassersees der Erde führt. Und das ist sehr tief. Alles nur für ein kleines Buch …

Der zweite Faktor sind ihre zwei Gefährten. Will heißt in Wahrheit Wilhelm Shiva Arinand Guhl. Wie der Name Shiva bereits andeutet, vermag er sich zu einem zerstörerischen Faktor zu entwickeln, oder auch zu einem rettenden. Das macht ja seine Präsenz so spannend. Wir wissen nie genau, was wir letzten Endes von ihm zu erwarten haben. Er ist der Joker im Spiel, aber auch ein Wegweiser: Er hat die fünf Artefakte – allesamt Splitter eines Dämonenhorns – in fünf Objekten gesehen: in einem Monokel, einer Brille, einem Schwert (kennen wir schon), einer Harfe und einem Papyrus. Alle haben Hüter, und finden es nicht witzig, wenn man versucht, ihnen die Magie wegzunehmen. Die Auseinandersetzungen machen einen großen Teil des Buches aus.

Der zweite hilfreiche Gefährte ist Justine von Kastell, die Schwester von Eric, dem Werwolfjäger aus dem Doppelroman „Ritus“ und „Sanctum“. Justines Geschichte ist ziemlich kompliziert. Sie hat Freundinnen unter einem in Frankreich verborgenen Schwesterorden, der sie unterstützt. Allerdings hat sie sich in die Dienste eines Dämonenfürsten stellen müssen, den sie verriet. Folglich landete sie in der Hölle. Von dort wiederum hat Saskia sie mit Hilfe ihrer Mahrer Portalsmagie geholt: nackt und verwirrt, aber am Leben. Und stets bereit zu einem Kampf auf Leben und Tod.

Justine klärt Saskia über die magische Welt der Geister in anderen Dimensionen sowie über die Untoten – Werwölfe, Vampire usw. – auf. Saskias Magie sei die einer Mediatrice, die zwischen räumlichen und zeitlichen Dimensionen vermitteln könne. Saskia beweist ihr, dass sie auch in geistige Dimensionen eingreifen könne und unterdrückt die Bestie in Justine, die immer wieder ausbrechen will. Allerdings übersieht Saskia beim geliebten Will eine Kleinigkeit, und so kann sich Will zu einer Shiva-Figur mit Jokerqualitäten entwickeln.

Moderne Technik spielt eine nicht unbeträchtliche Rolle in der von Geheimdiensten aller Art befreiten Handlung: Handys klingeln allenthalben, und das Internet liefert jede Menge nützlicher Informationen. Aber auch die gute alte Magie tut ihre Dienste: magische Schwerter und Harfen sorgen für Ungemach, auch magische Winde in Palmyra sind voller Tücke, und der Baikalsee kann gar nicht tief genug sein, um die magischen Objekte zu verbergen.

Schlussendlich muss es natürlich zu einem actionreichen Showdown mit Levantin sowie dem Höllenfürsten Belual kommen. Und wie so oft bei diesen Gelegenheiten, wenn es ums Eingemachte geht, entgeht die Welt nur um Haaresbreite dem Untergang. Im Epilog erfahren wir, dass all dies nicht einmal an der nicht gerade umwerfenden Wahrheit kratzt, dass unsere Welt der Spielball höherer Mächte sei. So etwas haben wir schon in der Bibel, bei H. P. Lovecraft und vielen anderen Autoren gelesen, als dass es uns noch erstaunen könnte.

|Der Sprecher|

Simon Jäger, die deutsche Stimme von Heath Ledger und Josh Hartnett, ist ein sehr fähiger Sprecher für diesen gruseligen Text. Jäger ist sowohl zu sehr hohen wie zu sehr tiefen Stimmlagen fähig. Er lässt sich jede Menge Zeit, spricht deutlich und kitzelt die unterschwelligen Bedeutungen des Textes hervor. So entsteht ein deutliches Bild der Vorgänge.

Indem er die Figuren mit einer individuellen Ausdrucksweise und Stimmhöhe ausstattet, macht er sie leicht erkennbar. Doch erst in emotionalen Situationen erwachen sie zum Leben, wenn der Sprecher sie rufen, klagen, flüstern und brüllen lässt. Simon Jägers Vortragsweise ist zwar nicht so emotional wie die von Johannes Steck, doch viel fehlt nicht mehr. Verwirrend fand ich lediglich die Fülle des Personals, das an keiner Stelle aufgelistet wird. Wenigstens ist die zentrale Gruppe auf rund ein Dutzend Figuren begrenzt.

Da es weder Musik noch Geräusche gibt, brauche ich darüber keine Worte zu verlieren.

_Unterm Strich_

Wer diesen Roman nicht kennt, hat im Grunde nichts verpasst. Es mag zwar hilfreich sein, wenn die zitierten Ereignisse aus „Ritus“, „Sanctum“ und „Die Kinder des Judas“ (gemeint sind Vampire) schon bekannt sind. Aber es macht nichts, wenn man nur das Gröbste über dieses Gelichter weiß und sich nun dem vorliegenden Buch widmen will. Denn mit den „Wanderern“ wird ein neues mythologisches Element eingeführt, das nun an den Fäden der Geschichte zieht. Levantin ist allerdings nicht der verfluchte Jude Ahasver, sondern hat viel mehr mit dem schwertschwingenden Highlander Connor MacLeod gemeinsam.

Gut finde ich die Idee, mal keinen Schwertkämpfer zum Verfechter des Guten zu machen, sondern eine Frau, die ganz im Diesseits verwurzelt ist. Auch dass sie Eltern hatte, ist für das Fantasygenre ungewöhnlich, denn die Schablone verlangt ja, dass der Held als Waise oder bei Pflegeeltern aufwächst. Natüprlich lernt er dann später – meist im ungünstigsten Augenblick – seine wahre Herkunft kennen. Saskia hingegen kennt ihren Platz und weiß ihn mit zwei mächtigen Gefährten zu verteidigen. Dumm nur, dass sich Will zu einem unsicheren Kantonisten entwickelt: Er wird zum Joker im Spiel. Damit sorgt der Autor dafür, dass nicht alles nach dem üblichen Schwarzweißmuster verläuft.

Das zugrunde liegende Muster der Schnitzeljagd mit magischem Showdown ist sattsam bekannt, bekommt aber hier und da einen erfrischenden Twist, den man noch nicht bei den Epigonen von Dan Brown gelesen hat. Wer also Dan Brown und Heitz mag, wird an „Blutportale“ keinen Fehlgriff tun. Freunde des Realismus sollten dieses Buch jedoch weiträumig umgehen.

|Das Hörbuch|

Simon Jäger versucht die Figuren mit seiner stimmlichen Darstellungskraft zum Leben zu erwecken. Doch nur bei Justine gelingt ihm dies zu meiner vollen Zufriedenheit. Denn sowohl Saskia als auch Will erscheinen viel zu gewöhnlich, um sie als übermenschliche Wesen begreifen zu können. Da sind „der Professor“ und Levantin schon von anderem Kaliber.

Am besten funktioniert Jägers Vortrag in Actionszenen, wenn die Handlung im Vordergrund steht und nicht die Charakteristik einer Figur. Dadurch wird das Hörbuch aber auch zu einer wenig ansprechenden Abfolge von Actionszenen, deren Ausgang meist schon abzusehen ist. Dass sich das Ganze zu einem Herzschlagfinale steigert, gehört zu den Gepflogenheiten des Genres. Dass der Höllenfürst einen Tritt in den Hintern erhält, hat mich in keiner Weise gewundert.

|577 Minuten auf 8 CDs
ISBN-13: 978-3-86610-561-4|
http://www.mahet.de
http://www.argon-verlag.de
http://www.pakt-der-dunkelheit.de

Morrell, David – Creepers

_Action hoch zwei: Schatzsucher in der Todesfalle_

Asbury Park, New Jersey: In einer kalten Oktobernacht dringt eine Gruppe von fünf Abenteurern – sie selbst nennen sich Kulturarchäologen – in ein ehemaliges Luxushotel dieses fast ausgestorbenen Seebads ein. In dem halb verfallenen Gebäude ist die Vergangenheit unerwartet lebendig – und fordert von ihnen einen hohen Preis. Denn das Paragon Hotel hat immer noch Gäste. Die Nacht verwandelt sich in einen Albtraum, aus dem es für einige der fünf kein Entrinnen gibt …

_Der Autor_

Der Amerikaner David Morrell schreibt schon seit den siebziger Jahren Bestseller. Gleich sein Debütroman „First Blood“, in dem er die Figur des Vietnamveteranen John Rambo erfand, wurde mit Riesenerfolg verfilmt. Daher gilt der promovierte Literaturwissenschaftler Morrell inzwischen als Vater des Actionthrillers.

_Der Sprecher_

Stefan Kaminski wurde 1974 in Dresden geboren. Sein Schauspielstudium absolvierte er an der Hochschule für Schauspielkunst „Ernst Busch“ in Berlin. Seit 1996 ist er beim SFB/ORB als freier Schauspieler, Sprecher und Autor tätig. Am Deutschen Theater in Berlin spielte er zunächst als Gast, seit Januar 2003 gehört er fest zum Ensemble. Im |Hörverlag| ist er vor allem als Stimme von „Marvi Hämmer“ bekannt. Zuletzt vertonte er dort [„Septimus Heap“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=2469 auf beeindruckende Weise.

Die gekürzte Lesefassung erstellte Frank Bruder, der auch Regie führte. Die Aufnahme erfolgte im Berliner Studio „der apparat multimedia“.

_Handlung_

Statt in Kapitel sind die Abschnitte der Geschichte in Stunden eingeteilt. Um 21:00 trifft Frank Bellinger in dem abseits gelegenen Motel ein. Es ist der 24. Oktober 2005. Bellinger gibt sich als Journalist aus, als ihn Professor Robert Conklin einlässt und den anderen vorstellt. Das sind die rothaarige Cora und der muskulöse Rick Magell, ein Ehepaar, sowie Vincent Minelli, genannt Vinnie. Sie alle kennen sich von der Uni Buffalo, an der der Prof Literatur lehrt. Sie nennen sich Creepers, Infiltratoren.

Der Prof zieht es vor, sich als Großstadt-Paläontologen zu bezeichnen. Er riskiert heute Nacht zwar seine Karriere, aber er will Bellingers Artikel über sein Unternehmen in der Zeitung sehen. Jemand sollte den Amerikanern das Gedächtnis für ihre schwindende Kultur wiedergeben. Alles wird abgerissen, um schon wenige Jahre später durch etwas Neues ersetzt zu werden. Man nehme nur ihr heutiges Ziel: Das Paragon Hotel, 1901als Luxushotel in dem Seebad Asbury Park, New Jersey, errichtet, ist seit über 30 Jahren dem Verfall preisgegeben und soll nächste Woche abgerissen werden. Wahrscheinlich, um einen Supermarkt darauf zu errichten. Dabei steht in der Nähe sogar ein zehnstöckiges Wohnhaus leer.

Bellinger pfeift drauf, denn er hat anderes vor, aber das behält er für sich, und natürlich ist er kein Journalist. Um 22:00 Uhr geht’s los. Sie haben Ausrüstung dabei, die einem Team Höhlenforscher oder Bergsteiger alle Ehre gemacht hätte. Der Prof folgt einem Bauplan und lotst seine Gruppe durch die Entwässerungstunnel des in Strandnähe stehenden Hotels. Über ihnen ragt es wie eine Maya-Pyramide empor: Es sind sieben Stufen bis zur Spitze, wo das Penthouse sitzt. Eine verrückte Architektur, die sich nur ein Exzentriker wie Morgan Carlyle einfallen lassen konnte. Weil er ein Bluter war, traute er sich nie heraus und ließ sogar alle Fenster und Türen mit Läden aus stabilem Metall von innen versperren – daher der Umweg über den Tunnel. Es gibt keinen anderen Zugang.

Was die Studenten des Profs nicht wissen: Sowohl der Prof als auch Bellinger haben ihre geheimen Ziele. Wie er ihnen auf dem Weg verrät, sucht er nach dem Goldschatz eines Mafioso namens Carmine Danatta, der in den späten 20er und den 30er Jahren hier in einer exklusiven Suite wohnte. Er wurde 1940 erschossen und muss einen Berg von seltenen Goldmünzen hinterlassen haben. Aber keiner weiß, wo sich der Tresorraum dafür befindet. Höchstens Carlyle wusste es, doch der erschoss sich schon 1971 – seltsamerweise draußen auf dem Strand.

Mutierte Katzen und Ratten scheinen die einzigen Bewohner dieses verrotteten Kastens zu sein. In der feuchten Dunkelheit durchsuchen die Forscher einige Zimmer. Die morschen Dielenbretter geben plötzlich nach und Vinnie stürzt um ein Haar in die Tiefe. Sie können gerade noch retten. Da hören sie Stimmen, die ihnen gefolgt sind: drei junge Einbrecher. Und sie können mit ihren Nachtsichtbrillen sehr gut im Dunkeln sehen. Die Kerle wollen genau das, was auch der Professor will: das Gold der Mafia. Wie ernst es ihnen ist, demonstrieren Todd, Mac und J.D. sogleich an Rick …

Allerdings rechnet keiner in dieser illustren Gesellschaft damit, dass es noch zwei Bewohner des alten Kastens gibt. Der Herr des Hauses kennt sich hervorragend mit den Geheimgängen, Falltüren und Gucklöchern in den Zwischenwänden aus. (Wer weiß, was Carlyle alles in seinen vier Wänden beobachtet hat.) Der Herr des Hauses hat nicht vor, irgendjemanden entkommen zu lassen. Niemand darf von seinem Geheimnis erfahren. Und auf genau dieses Geheimnis hat es Frank Bellinger abgesehen.

_Mein Eindruck_

„Creepers“ ist wieder mal ein makelloser, perfekt gebauter Actionthriller vom Meister himself. Die Action beginnt nach einem langsamen Auftakt, der den Entdeckungen gilt: an Ort und Stelle, aber auch in der Vergangenheit des geschichtsträchtigen Hotels. Diese Vergangenheit scheint mit Leichen gepflastert zu sein, und sie stoßen auch auf die eine oder andere: mumifiziert. Und alle sind blond …

|Der Faktor X|

Richtig zur Sache geht es erst mit dem Auftauchen der drei Einbrecher. Das sind hammerharte Typen, die nichts anbrennen lassen, so dass sich unsere Infiltratoren schon bald in der Defensive wiederfinden und um ihr Leben bangen. Und Cora muss um mehr als ihr Leben bangen, denn Mac hat Gefallen an ihr gefunden. Der Triumph, den Tresorraum gefunden und geöffnet zu haben, verfliegt jedoch schnell, als sie entdecken, dass es noch jemanden im Haus geben muss.

Ein Gewittersturm schüttet Wassermassen durchs Oberlicht ins den Treppenschacht, die Treppen sind ebenso morsch wie die Zimmerböden. Jederzeit kann jemand durchbrechen. Diese Szenerie erinnerte mich stark an den Schluss von [„Blade Runner“,]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=1663 wo sich Harrison Ford und Rutger Hauer, der Letzte der Androiden, einen packenden Showdown liefern. Schauplatz ist das alte Bradbury Hotel (eine Hommage an Ray Bradbury, den Autor der Story „The day it rained forever“), und es gießt in Strömen. An einer Stelle bricht Hauer durch eine der morschen Wände und packt Ford an der Gurgel. Genau so hat man sich den Schauplatz des Paragon Hotel vorzustellen, nur ein klein wenig trockener – und viel explosiver …

|Ein Golfkriegsopfer|

Die wichtigste Figur ist Frank Bellinger. Seine Maske als Journalist verrutscht schon bald, als er zu viel von sich preisgibt. Das ist aber nichts gegen die hammerharte Story, die er Todd, Mac und J.D. erzählt, um seinen Hals als ihr wichtigster Helfer auf der Suche nach dem Mafiatresor zu retten. Der Mann war nicht nur im ersten, sondern auch im zweiten Golfkrieg! Und dort hatte er ein derart traumatisches Erlebnis, dass er es unbedingt loswerden muss. Die drei harten Jungs staunen nicht schlecht. Bellinger darf leben.

|Der Schauplatz|

Eine weitere Hauptperson ist das Hotel selbst. Obwohl es selbst nicht dämonisiert und mit einem Willen ausgestattet wird, so sorgen seine vergangenen und gegenwärtigen Herren für genügend Schrecken, um jede Menge Menschenleben zu fordern. Der Erbauer spielte einen unsichtbaren aber allgegenwärtigen Gott, als er seine Gäste ausspionierte. Doch der gegenwärtige Beherrscher der Pyramide hat ein weit weniger harmloses Hobby. Die beiden sind durch Vorfälle in den sechziger Jahren verbunden, die ich einem Leser bzw. Hörer erst ab 16 Jahren zumuten würde.

Geisterhäuser gibt es in der Horrorliteratur und im Film natürlich haufenweise. Man denke nur an Shirley Jacksons wunderbaren Gruselroman [„The Haunting of Hill House“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=368 (1959) und seine Verfilmungen. In jedem Fall entpuppt sich der Ort des schaurigen Geschehens als eine Versuchsanordnung, die man leichthin als Todesfalle bezeichnen könnte. In jedem Fall fördert eine schwere psychologische Prüfung zutage, aus welchem Holz die gefangenen Insassen geschnitzt sind.

In Frank Bellingers Fall bricht aus ihm die Vergangenheit im Golfkrieg hervor, im Fall der Einbrecher und des Prof hat man es auf den Mafiaschatz abgesehen – schnöder Mammon (im Wert von einigen Millionen Dollar). Doch das wertvollste Gut, das auf dem Prüfstand steht, sind natürlich Menschen – und ihre Vergangenheit. Werden sich die Überlebenden gegenseitig so helfen, dass sie a) überleben und b) auch dem Verletzten beistehen statt ihn zurückzulassen? Hat Solidarität eine Chance oder herrscht nur noch der nackte Überlebenstrieb?

|“Schwester Carrie“|

Vinnie erwähnt keineswegs zufällig (bei einem Literaturwissenschaftler kann so etwas kein Zufall sein) den Roman „Schwester Carrie“ des deutsch-amerikanischen Schriftstellers Theodore Dreiser (1871-1945). Veröffentlicht in England im Jahr 1901 (nach zahlreichen Änderungen) und in den USA erst 1908, beschreibt „Sister Carrie“ den Lebensweg einer 18-jährigen Frau (die auf seiner Schwester Emma beruht), die aus dem Mittelwesten in die Großstadt zieht. Deren Werte sind völlig andere als in ihrer Heimat und schon bald hat sie als „gefallene Frau“ erhebliche Schwierigkeiten.

Was Dreiser demonstrieren will, ist, dass die Herkunft und die Umstände den Weg eines Menschen determinieren. Menschen existieren nicht als soziale und moralische Wesen, sondern als reagierende Objekte ihrer Umwelt. Der freie Wille ist maximal eingeschränkt, als Carrie Meeber zu überleben versucht. Sie muss alle möglichen Kompromisse eingehen – einer der Gründe, warum die Verleger das Buch als „unmoralisch“ ablehnten. Aber obwohl es sich schlecht verkaufte, begründete es einen harschen amerikanischen Naturalismus, der Romane von Frank Norris, John Steinbeck und Upton Sinclair ermöglichte – allesamt Reporter.

|Das Experiment|

Die Versuchsanordnung des Paragon Hotels, mit seinen schicksalhaft darin gefangenen Insassen, ist der Versuch des Autors zu beweisen, dass es möglich ist, seiner eigenen Vergangenheit zu entkommen, ohne sie zu leugnen. Frank Bellinger ist sein Alter Ego, der seinen Fall in der Geschichte verficht – besonders gegen den aktuellen Herrn des Hauses. Der Zweck, so scheint mir, besteht darin, das Bewusstsein Amerikas von der Besessenheit allem Neuen gegenüber zu befreien. Die amerikanische Zivilisation hat mit ihren vielen besonderen Merkmalen nicht nur Großartiges geschaffen, sondern auch jede Menge Opfer gefordert, inner- wie außerhalb der Landesgrenzen. Diese Schuld wird unterschiedlich verarbeitet, häufig leider beschönigend und revisionistisch, zuweilen aber auch einfach ignorant nach dem Motto: Schwamm drüber!

Doch der Protagonist Bellinger kann weder das eine noch das andere tun. Er kann nicht anders, als sich mit der Vergangenheit des Hotels auseinanderzusetzen und sie zu bewältigen. Sein Grund sei hier nicht genannt, aber man kann es sich leicht anhand meiner Andeutungen vorstellen. Es kostet ihn alle Kraft, die er hat, um diese Konfrontation zu überleben. Das ist packend erzählt und äußerst fesselnd. Ob er es schafft? Selber lesen! Und wer nicht lesen will, muss hören.

|Der Sprecher|

Stefan Kaminski zuzuhören, ist ein Erlebnis. Und mit ein wenig Glück vergisst man sogar, dass es ihn gibt. Das ist gar nicht so schwierig, wie man glaubt, denn es gelingt ihm, hinter den Figuren zu verschwinden. Das Einzige, was noch echter Kaminski ist, ist der Erzähler.

Für jede – und wirklich jede – Figur hat Kaminski eine passende Interpretation gefunden: Tonlage, Stimmfarbe, Gefühlsausdruck, Sprechweise und Ausdruck kommen zu einer jeweils individuellen Darstellung für die jeweilige Figur zusammen, um den Anschein eines Auftritts zu vermitteln. Lediglich das Bild fehlt noch – das muss man sich selbst ausmalen. So macht der Sprecher mit seinen vielfältigen Ausdrucksmöglichkeiten die Lesung zum Hörspiel. Fehlt nur noch die Musik, und das Kino für die Ohren wäre perfekt.

_Unterm Strich_

Wie gesagt, ist „Creepers“ ein perfekt gebauter und mit steigender Spannung fesselnder Actionthriller, der an einem Schauplatz spielt, den man eigentlich aus dem Horrorgenre kennt. Nur beherbergt das Paragon Hotel, diese alte Maya-Pyramide, keinen Geist in seinen Wänden, sondern fast so etwas wie einen rachsüchtigen Gott, der keinen der Eindringlinge entkommen lassen will. Durch den Hinweis auf Großstadt-Archäologie, Golfkriegssyndrom und den Roman „Schwester Carrie“ schafft der Autor zahlreiche Bezüge, die dem Kenner einen Blick in die philosophische und psychologische Tiefe der Erzählung erlauben. Dies ist mitnichten ein Fliegengewicht, eignet sich aber dennoch als Thrillerkost für zwischendurch.

Stefan Kaminski ist einer meiner Lieblingssprecher, denn es gelingt ihm, jeder Figur ihren ganz individuellen, unverwechselbaren Ausdruck zu verleihen. Obendrein hat er ein Repertoire an Ausdrucksmöglichkeiten – hohe und tiefe Stimmlagen, Flüstern, Wimmern, Schreien und sogar Brüllen –, welches das Anhören seiner Geschichte zu einem Erlebnis macht.

|Originaltitel: Creepers, 2005
Aus dem US-Englischen übersetzt von Christine Gaspard
422 Minuten auf 6 CDs|
http://www.argon-verlag.de

Siehe auch die [Rezension]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=3049 von Dr. Michael Drewniok zur Buchausgabe bei |Knaur|.

Marklund, Liza – Lebenslänglich (Hörbuch)

_Halbgarer Schwedenkrimi, wenig spannend umgesetzt_

Stockholm in einer Juninacht. David Lindholm, ein angesehener Polizist, wird erschossen in seinem Bett aufgefunden. Seine Frau Julia hockt verstört im Badezimmer, und von ihrem vierjährigen Sohn Alexander fehlt jede Spur. Bald gerät Julia in den Verdacht, nicht nur ihren Mann, sondern auch den kleinen Alexander umgebracht zu haben … (Verlagsinfo)

_Die Autorin_

Liza Marklund, geboren 1962, studierte Journalismus und arbeitete bei verschiedenen Zeitungen und Zeitschriften. Mehrere Jahre war sie Nachrichtenchefin des schwedischen Privatsenders „TV 4“. Diesen Traumjob kündigte sie, um Romane zu schreiben. Für ihren Debütroman „Olympisches Feuer“ (dt. 2000) erhielt sie bedeutende Literaturpreise. Auch die Nachfolgeromane „Studio 6“ und „Paradies“ wurden offenbar erfolgreiche Krimis. Die Romane wurden laut Verlag fürs Kino verfilmt. Marklund lebt mit ihrer Familie in Stockholm. (Verlagsinfo)

_Die Sprecherin_

Judy Winters Karriere am Theater begann 1962. Die 1944 Geborene wurde von Peter Zadek ans Bremer Theater engagiert und feierte in Musicals wie „My Fair Lady“ oder „Hello Dolly“ große Erfolge. Es folgten zahlreiche TV-Filme, u. a. Simmel-Verfilmungen und der Kult-Tatort „Reifezeugnis“. Mit dem Programm „Marlene“ hat Judy Winter einen Meilenstein ihrer Kunst gesetzt. Damit ging sie im Sommer 2001 auf Japan-Tournee. Sie hat bereits die Marklund-Romane
„Olympisches Feuer“,
„Paradies“,
[„Prime Time“, ]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=385
[„Der Rote Wolf“,]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=573
„Mia. Ein Leben im Versteck“ und
[„Studio 6“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=904 gelesen, die alle als Buch & Hörbuch bei |Hoffmann & Campe| erschienen.

Regie führte Georg Gess. Die Aufnahme erfolgte bei |Küss Mich Musik| in Berlin durch Martin Freitag. Das Buch erschien bei |Kindler|.

_Handlung_

Am Donnerstag, den 3. Juni, wird den Polizeistreifen um 3 Uhr 21 ein Schusswaffengebrauch in der Innenstadt von Stockholm gemeldet. Nina Hofmann und ihr Kollege Andersen fahren hin. Du meine Güte, denkt Nina, das ist ja die Adresse von David und Julia! David Lindholm ist einer der beliebtesten Polizisten der Stadt und schon mehrmals belobigt worden. Was kann ihm zugestoßen sein? Und Julia war bis vor kurzem ebenfalls Polizistin. Sie haben einen kleinen Sohn, Alexander. Als ihre Freundin kennt Nina den Code zu ihrer Haustür auswendig. Andersen kommt mit. Das Viertel wird unterdessen abgesperrt, und Verstärkung rückt an.

Gunnar Erlandsson, ein Nachbar der Lindholms, hat von oben Schüsse gehört und die Polizei gerufen. Nina und Andersen gehen weiter die Treppe hoch. Niemand reagiert auf Klingeln, Klopfen und Rufen, alles still. Zu still. Auf einen Anruf reagiert nur der AB. Im Schlafzimmer ist jedoch durch den Briefschlitz Licht zu sehen. Die Polizisten brechen ein und finden dort eine grausige Szene vor: David liegt nackt auf dem Bett, ein Loch in der Stirn, aus dem zerschossenen Unterleib ist viel Blut gequollen. Eine Polizeiwaffe liegt neben dem Bett auf dem Boden – Julias Waffe, wie sich herausstellen wird.

Doch wo ist Julia selbst, fragt sich Nina, und der Junge? Andersen ruft sie zu sich: Julia liegt in Fötalstellung auf dem Boden des Badezimmers, die Augen weit aufgerissen, würgend und röchelnd. Sie ist unansprechbar, aber ansonsten unverletzt. Andersen sagt, der Junge sei nirgends zu finden. Nina redet auf Julia ein, um sie zu trösten und zu befragen. Julia sagt, die „Anderen“ haben den Kleinen mitgenommen. Nach einer ersten Untersuchung wird Julia Lindholm zur Hauptverdächtigen erklärt.

|Annika Bengtzon|

Die Journalistin Annika Bengtzon vom „Abendblatt“ – Marklunds Serienheldin – hat eine schlimme Nacht hinter sich: Ihr Haus ist abgebrannt. Sie hat die zwei Kinder geschnappt und ist, ausgestattet nur mit einem Handy, aber ohne Geld, mit einem Taxi zu ihrer Freundin Anne Snafane gefahren. Der Fahrer hat das Handy als Kaution genommen. Anne Snafane öffnet nach langem Klingeln, Rufen und Klopfen endlich die Tür, reagiert aber alles andere als freundlich auf den Besuch morgens um vier.

Dass die Kinder Kalle und Ellen bibbern und ihre Freundin Annika völlig aus dem Häuschen ist, scheint sie jedoch nicht zu kümmern, muss Annika entsetzt feststellen. Anne hat einen jungen Lover bei sich im Bett, den sie nicht verlieren will. Es kommt zu einem wütenden Streit, als sich Anne stur weigert, Annika und ihrer Brut Asyl zu gewähren. Unverrichteter Dinge muss Annika in ein Hotel gehen, ohne Geld und Gepäck. Zum Glück hilft ihr am nächsten Morgen eine Kollegin aus der Redaktion. Berit gibt ihr auch Geld und gewährt ihr Unterschlupf in ihrem Ferienhäuschen am See.

Annika denkt an Thomas. Der verfluchte Schweinehund, der sie für die „dumme (aber reiche) Schlampe“ Sofia Greburi verlassen hat, pennt wahrscheinlich gerade in ihrer Villa und träumt von seiner Pension, sobald er erst einmal Ministerialbeamter geworden ist. Sie ahnt nicht, dass Thomas gerade völlig entgeistert vor der ausgebrannten Ruine des Hauses steht, das ihm und Annika gehört. Er wollte sich eigentlich die Hälfte seines Wertes auszahlen lassen. Die Nachbarin weiß nichts Näheres über den Brand und ob seine Familie überhaupt noch lebt. Keine Nachricht, keine SMS, absolut nichts von Annika.

|Annika und Nina|

Annika muss Geld verdienen. Also ruft sie Nina Hofmann an, die in der Zeitung steht. Nach der Pressekonferenz von Polizei und Staatsanwaltschaft weiß Annika, dass Julia Lindholm als Hauptverdächtige für den Mord an David Lindholm betrachtet wird. Ihr droht eine lebenslange Haftstrafe. Aber Annika kennt sowohl Nina als auch Julia, denn vor fünf Jahren ist sie mit den beiden Polizistinnen einmal Streife gefahren, um eine Reportage schreiben zu können. Der Tatort war voller Leichen – das Werk eines Killers, heißt es. Stattdessen wurde ein Finanzkaufmann verurteilt.

Annika glaubt nicht, dass Julia fähig war, ihren Mann und ihr Kind zu töten. Sie ruft ihren Chefredakteur an, um ihm die Story zu verkaufen, kriegt ein Okay und ruft Nina Hofmann an, um sich mit ihr zu treffen. Nina ist inzwischen von diversen Vorwürfen entlastet worden und muss sich nicht vor der Dienstaufsicht verantworten. Nach einigem Hin und Her rückt sie mit der Sprache heraus: Die Tatwaffe gehörte Julia, ihre Fingerabdrücke befanden sich darauf. Und: Julia hatte vor gut zwei Wochen den Dienst quittiert.

Die öffentlichen Lobreden auf den Polizeihelden David Lindholm machen Annika misstrauisch. Wenn David gegen seine eigene Frau so ein Schwein war, wie Nina ihn schildert, dann hatte er vielleicht ein paar Disziplinarverfahren am Hals. Bingo! Vor fast 20 Jahren wurden zwei Disziplinarverfahren gegen ihn eröffnet und ergebnislos eingestellt. Er hatte zwei Kleinverbrecher fertiggemacht, die für die Mafia dealten. Merkwürdig, dass beide das Gleiche aussagten.

|Machenschaften|

Als sie Nina damit konfrontiert, ist diese bestürzt. Julia wollte David verlassen, weil er sie ständig mit anderen Frauen betrog. Eine seiner Geliebten rief sogar bei Julia an, und David setzte seine Frau sogar mehrmals nackt vor die Wohnungstür. Nicht gerade der liebende Ehemann, oder? Annika beschließt, sich den finanziellen Hintergrund Davids anzusehen und stößt auf ein Geflecht zwielichtiger Firmen, bei denen immer wieder die gleichen Namen auftauchen, deren Geschäftspartner David Lindholm war. Betrieb der Polizist eine Art Schattenwirtschaft? Womöglich mit einer seiner Geliebten? Annika stößt auf den Namen Lena Yvonne Nordin und beschließt, die Frau zu befragen. Doch ihre Recherche ergibt, dass die Frau seit zehn Jahren Witwe ist, aber keine Adresse hat. Das macht Annika erst recht stutzig. Sie geht dieser Spur nach.

|BHs und Dynamit|

Zuvor soll sie bei Thomas und Sofia die beiden Kinder hüten, während die Turteltäubchen zusammen in die Oper gehen. Das Domizil der „dummen Schlampe“ Sofia Grenburi ist vom Allerfeinsten, und Annika rächt sich an der Nebenbuhlerin, indem sie einen teuren Spitzen-BH klaut. Die Schlampe wird davon eh nichts merken: Sie hat ganze Schubladen voll davon (ganz im Gegensatz zur „abgebrannten“ Annika).

Und Annika hat auch keine Skrupel, sich auf der Festplatte von Thomas‘ Laptop umzusehen. Dort stößt sie auf einen brisanten Mailaustausch mit dem Justizministerium: pures Dynamit, das den Ministerstuhl gehörig zum Wackeln bringen wird! Sie muss Thomas‘ Gutachten zur Reform des schwedischen Strafvollzugs nur an die richtigen Leute bei ihrer Zeitung schicken, natürlich anonym …

_Mein Eindruck_

Wieder mal mischt sich Annika, Marklunds Serienheldin, in Dinge ein, die für die schwedische Gesellschaft unangenehme Wahrheiten bereithalten. Natürlich sind Polizeiführung und Justizministerium in keiner Weise daran interessiert, solchen Sprengstoff an die Öffentlichkeit gelangen zu lassen. David Lindholm soll weiterhin als strahlender Held der Kriminalpolizei dastehen. Dass Annika an diesem Denkmal kratzt, wird gar nicht gern gesehen. Eines Tages sieht sie sich von zwei brutal aussehenden Kerlen bedroht, die sie davor warnen, noch weiter in Lindholms Vergangenheit herumzuschnüffeln.

Auch ein Verbrecher, der lebenslänglich im Gefängnis sitzt, weil David Lindholms Arbeit ihn dorthin gebracht hat, weiß nichts besonders Nettes über den Cop zu sagen. Aber er rückt auch nicht mit der Sprache heraus. Annika hat den Eindruck, dass der Kerl, immerhin ein Axtmörder, vor irgendetwas Angst hat. Etwas, das noch da draußen ist und auf ihn lauert, sollte er den Mund aufmachen. Auch andere Opfer Davids wissen nichts Gutes über ihn zu sagen. All das macht sich gut in der Zeitung, aber es hilft nicht, Alexander Lindholm zu finden.

Der Titel „Lebenslänglich“ (Original: Livstid = Lebenszeit) bezieht sich auf mehrere Aspekte des Romans. Die Gefängnisstrafe ist offensichtlich der erste Aspekt, der gemeint ist. Darum geht es in Thomas‘ Gutachten und bei Annikas Besuchen im Gefängnis. Die Berechtigung dieser Strafe wird natürlich wie so vieles andere in Zweifel gezogen. Zum Beispiel lange Ehen und deren angebliches Glück, das lediglich eine papierdünne Fassade ist – siehe die Lindholms und die Bengtzons. Die Gefahr besteht, dass auch der entführte Alexander eine lebenslange Strafe in den Armen einer Kidnapperin verbringen muss. Das will Annika ebenso verhindern wie die lebenslange Strafe, zu der Julia Lindholm verurteilt werden soll.

Annika ist wieder zum einen Teil Lebensretterin (Julia, Alexander), zum anderen Störenfried und Racheengel. Eine derartig engagierte Journalistin würde man sich hierzulande auch wünschen. Journalistinnen, die solche Aktivitäten in Russland (besonders Moskau) an den Tag gelegt haben, wurden jedoch alle ermordet, zuletzt Anna Politkowskaja und eine Menschenrechtlerin in Tschetschenien. Dass sich auch Annika in Lebensgefahr begibt, wird ihr erst klar, als sie die erste Spur von Alexander Lindholm findet …

|Schwächen|

Das alles hört sich an, als wäre es genügend Stoff für einen spannenden Thriller. Das mag auch so sein, aber der Thriller wird gehörig verwässert, sobald Annikas Privatleben ins Spiel kommt. Ihre Querelen mit Thomas und dessen Freundin Sofia nervten mich schon bald derartig, dass ich am liebsten weggehört hätte. Eine Heldin, die sich die Seele aus dem Leib weint, ist nicht gerade das, was man in einem Krimi zu erwarten gewohnt ist. Es mag allerdings realistisch sein und auf einen weiblichen Zuhörer durchaus glaubwürdig wirken – was wäre eine Heldin ohne ihre menschliche Seite? Aber wenn sie Annika zum fünften Mal sagt: „Mensch, du musst dein Leben in den Griff kriegen!“, dann möchte man ihr am liebsten einen Tritt in den Hintern versetzen, damit sie endlich in die Gänge kommt. Eine Frau würde Annika natürlich fest in den Arm nehmen, ist ja klar.

Zu dieser Schwäche an Annika kommt noch ein Aspekt hinzu, den wir erst in der letzten Szene, quasi im Epilog, verraten bekommen. Sie hat etwas Wichtiges übersehen, was ihre wichtigste Zeugin Nina Hofmann betrifft. Ich werde aber den Teufel tun und verraten, was das sein könnte. Ich hatte Nina die ganze Zeit im Verdacht, die Entführerin des kleinen Alexander zu sein, aber das haut nicht hin und wird auch nie bestätigt. Immerhin wird Nina ein Drittel der Handlung zugestanden (Thomas hat ebenfalls ein paar Szenen), so dass für eine gewisse Abwechslung (Erleichterung!) gesorgt ist.

_Die Sprecherin_

Judy Winter verfügt über einen unglaublichen Stimmumfang, offenbar geschult durch ihre Schauspielausbildung und Musicalkarriere. Die Stimme reicht vom maskulinen Bass bis in die Höhen von Kinderstimmchen und Zickengekreisch. Deswegen fällt es ihr auch nicht schwer, Vertreter beider Geschlechter ebenso glaubwürdig zu sprechen wie etwa ein Kind.

Die Wirkung von Judy Winters Vortrag ist durchaus fesselnd. An spannenden Stellen liest sie langsam, an actionreichen natürlich schneller. Dennoch gehört die Mehrheit der Stimmen weiblichen Figuren, und da könnte die Charakterisierung durch unterschiedliche Stimm- oder Tonlage größer sein, um die jeweilige Figur besser unterscheidbar zu machen – eines der Hauptprobleme bei einem Hörbuchvortrag. Bei einer Handlung mit etwa einem halben Dutzend Figuren ist dies umso notwendiger.

Doch Winter gelingt es nicht, Annikas Gedanken, die den Großteil des Textes ausmachen, irgendwie aufregend zu gestalten. Es ist das gleiche Problem wie mit Annikas Heulkrämpfen: Allzu viel davon nervt einfach nur. Dennoch versucht die Sprecherin ihr Möglichstes, um das Beste etwa aus einer drögen Internetrecherche zu machen und Zitate aus langweiligen Dokumenten halbwegs interessant zu gestalten. Das ist sicher nicht einfach, aber es sind eben Monologe, und Monologe sind das Gegenteil von Unterhaltung (es sei denn, man heißt Hamlet).

Deshalb ist jede Abwechslung willkommen. Mal lallt Thomas in schönster Säufermanier ins Telefon, mal wird Annika von Kommissar Kuh (den wir schon aus „Der Rote Wolf“ kennen) in die Mangel genommen. Dann quengeln wieder die Kinder. Ganz wunderbar fand ich Winters Darstellung von Sofia Grenburi, die wirklich das Inbild einer reichen Gesellschaftsdame abgibt, die mit Thomas einen vermeintlich guten Fang gemacht hat. Sofia ist so schrecklich nett zu Annika, der sie den Ehemann ausgespannt hat, dass man sie inbrünstig zu verabscheuen lernt. Wir haben volles Verständnis, wenn Annika in einem Anfall manischen Hasses den geklauten Spitzen-BH zerfetzt.

|Aussprache top!|

Beeindruckend ist Winters Beherrschung des Englischen und Schwedischen, die sie gleichermaßen korrekt aussprechen kann. Ihre Aussprache des Schwedischen stellt sicher ähnliche Ansprüche, und wie im Englischen und Deutschen entspricht das geschriebene Wort nicht immer dem gesprochenen. Das kann besonders bei den zahlreichen Namen des Romans Verwirrung stiften, insbesondere dann, falls die Aussprache schwankt. Die Aussprache des wichtigsten Namens, Luleå, schwankt zum Glück nicht.

Da es weder Geräusche noch Musik gibt, brauche ich darüber kein Wort zu verlieren.

_Unterm Strich_

Ich hatte etwas mehr Pfiff erwartet. So ist beispielsweise die Aufklärung des Brandanschlags auf Annika und ihre Familie doch eine recht dringliche Sache, würde ich meinen. Aber obwohl Annika ganz klar ihren Nachbarn beschuldigt, wird dieser Ermittlung keine Aufmerksamkeit geschenkt. Das mag aber auf die Kürzung des Textes zurückzuführen sein. Die Aufklärung erfolgt dann im abschließenden Gespräch mit Kommissar Kuh, was einen ziemlich späten und unspektakulären Abschluss dieses Spannungsbogen darstellt. Aber dieser Handlungsstrang soll nur verdeutlichen, dass auch Annika nicht mit vorschnellen Verurteilungen zu locker bei der Hand sein sollte, wie es etwa die Stockholmer Staatsanwaltschaft mit Julia Lindholm getan hat.

Es ist ja schön und gut, dass Annikas Arbeit Julia vor der lebenslangen Haftstrafe bewahrt, die sie wahrscheinlich umgebracht hätte. Und auch der entführte Alexander kehrt wieder zurück. Aber von David Lindholms Ruhm bleibt nichts mehr übrig. Was mich wirklich vermisst habe, ist die taffe Reporterin aus „Der Rote Wolf“, die sich in die Höhle des Löwen begibt. Stattdessen müssen wir eine aufs menschliche Maß reduzierte, häufig flennende Annika ertragen.

Es ist lange nicht klar, wohin ihre Recherche sie führen wird, dann kristallisiert sich heraus, dass die Kindesentführer auch die Mörder von David Lindholm sein dürften. Man muss sie bloß in Davids Vergangenheit finden, und das ist alles andere als einfach. Das Finale zeigt uns eine verängstigte Annika auf der Flucht, die Verbrecher auf der Flucht – und das Ende findet irgendwie offscreen statt. So mag es zwar im richtigen Leben ausgehen, aber in einer Fiktion wie diesem Krimi wirkt dies reichlich unbefriedigend. Genau wie die Aufklärung des Brandanschlags.

|Das Hörbuch|

Judy Winter macht ihre Sache wieder mal zur vollen Zufriedenheit. Allerdings kann sie selbst aus einem schlechten Text nicht das Optimum an Unterhaltung herausholen. Und sie zeigt sie mehrmals selbst als Sprecherin/Erzählerin, obwohl sie doch eigentlich hinter den Figuren verschwinden sollte. Das ist aber alles andere als einfach, wenn die Hauptfiguren ständig Monologe mit sich selbst führen.

|Originaltitel: Livstid, 2007
Aus dem Schwedischen übersetzt von Dagmar Lendt und Anne Bubenzer
399 Minuten auf 6 CDs
ISBN-13: 978-3-86610-568-3|
http://www.lizamarklund.net
http://www.argon-verlag.de
http://www.rowohlt.de

[NEWS] Brit Bennett – Die verschwindende Hälfte

Ein kleiner Ort im ländlichen Louisiana. Seine afroamerikanischen Bewohner blicken mit Stolz auf eine lange Tradition und Geschichte, und vor allem auf ihre Kinder, die von Generation zu Generation hellhäutiger zu werden scheinen. Stella und Desiree etwa, Zwillingsschwestern von ganz unterschiedlichem Wesen. Aber in einem sind sie sich einig: Hier sehen sie keine Zukunft für sich. In New Orleans trennen sich ihre Wege. Denn Stella tritt unbemerkt in eine nur weißen Amerikanern vorbehaltene Welt – und bricht alle Brücken hinter sich ab. Desiree dagegen heiratet den dunkelhäutigsten Mann, den sie finden kann. Und Jahrzehnte müssen vergehen, bis zu einem unwahrscheinlichen Wiedersehen.(Verlagsinfo)


8 Stunden, 40 Minuten
2 MP3- CDs im Digifile
Sprecherin: Tessa Mittelstaedt
Argon

E. T. A. Hoffmann – Das Fräulein von Scuderi

Seniorenkrimi: Mitgefühl überwindet den Terror

Mysteriöse Raubmorde erschüttern das Paris Ludwigs XIV. Die Morde haben eines gemeinsam: Alle Opfer trugen Schmuck des Goldschmiedes Cardillac bei sich. Eines Nachts klopft ein geheimnisvoller Bote an der Tür des ehrbaren Fräuleins von Scuderi und überbringt ein verziertes Kästchen. Es enthält ein von Cardillac gefertigtes Collier und einen Brief mit den besten Grüßen des Mörders. (Verlagsinfo)

Der Autor

E. T. A. Hoffmann – Das Fräulein von Scuderi weiterlesen

Edgar Allan Poe – Der Doppelmord in der Rue Morgue

Spannend: der Meisterdetektiv bei der Arbeit

Auguste Dupin erfährt von einem mysteriösen Mord an einer Frau und ihrer Tochter in der Rue Morgue. Die Frauen sind bestialisch zugerichtet worden und die Polizei kann sich keinen Reim auf den Hergang der Tat machen, da Türen und Fenster des Zimmers von innen verschlossen waren. Doch dann berichten Zeugen von einem Streit zweier Fremder unmittelbar vor der Tat – und alle widersprechen einander. (Verlagsinfo)

Edgar Allan Poe – Der Doppelmord in der Rue Morgue weiterlesen

[NEWS] Ursula Poznanski – Grau wie Asche (Vanitas 2)

Seit wann muss man auf dem Friedhof um sein Leben fürchten? Carolin ist zurück in der Blumenhandlung am Wiener Zentralfriedhof. Ihre Verfolger wissen: Sie ist am Leben. Nichts wünscht sie sich jetzt so sehr wie etwas Langeweile – da wird der Friedhof von Grabschändern heimgesucht. Nachts werden Gräber geöffnet, die Überreste der Toten herausgeholt und die Grabsteine mit satanistischen Symbolen beschmiert. Nicht lange, und auf einem der Gräber liegt eine frische Leiche. Doch fast noch irritierender ist ein junger Mann, der täglich den Blumenladen besucht und sich seltsam verhält, wenn er sich unbeobachtet glaubt. In Carolin wächst die Angst. Sie entschließt sich zu einem folgenreichen Schritt … Luise Helm spielte u. a. in „Polizeiruf 110“ und „Tatort“ mit und ist bekannt als die deutsche Stimme von Scarlett Johansson. Mit kühler Eleganz und Ausdrucksstärke interpretiert sie Ursula Poznanskis rasante Spannungsreihe.
(Verlagsinfo)

Autorisierte Lesung auf 2 MP3 CDs
Laufzeit: ca. 9 Stunden
Sprecherin: Luise Helm

Argon

[NEWS] Andreas Föhr – Eisenberg

Er weiß, wovon er schreibt: Andreas Föhr hat Jura studiert und in München promoviert. Jahrelang war er als Anwalt tätig, bevor er sich mit dem Schreiben von Drehbüchern einen Namen machte. Jetzt hat der Bestsellerautor eine Figur geschaffen, die nicht nur sein juristisches Fachwissen teilt, sondern auch seinen Glauben daran, dass jeder, ob schuldig oder nicht, einen Verteidiger verdient, der ganz auf seiner Seite steht: Dr. Rachel Eisenberg. Rachel ist Mitinhaberin einer angesehenen Münchner Kanzlei, frisch getrennt und Mutter einer 13-jährigen Tochter. Ihr neuer Fall soll eigentlich nur ein bisschen Medienpräsenz bringen – ein Obdachloser, der eines äußerst gewalttätigen Mordes verdächtigt wird –, doch als sie ihrem Mandanten zum ersten Mal gegenübersitzt, ist Rachel sprachlos: Sie kennt den Mann – oder glaubte das zumindest … (Verlagsinfo)

MP3-CD
Lesung: 8:41 Std.
Sprecher: Michael Schwarzmaier
Argon

[NEWS] Whitney Scharer – Die Zeit des Lichts

»Ich würde lieber ein Bild machen, als eines zu sein« – zu dieser Erkenntnis kommt Lee Miller im Alter von zweiundzwanzig Jahren. Sie gibt ihre Karriere als Mannequin in New York auf und zieht nach Paris. Ohne Geld oder einen Plan, dafür aber mit der Kamera ihres Vaters. Inmitten der schillernden Künstlerwelt der 1930er Jahre verliebt sie sich in den ebenso genialen wie eifersüchtigen Man Ray, der sie als Assistentin einstellt und unterrichtet. Ihre Freunde sind Picasso und Cocteau, mit ihnen durchtanzt sie die Nächte und macht Ausflüge ans Meer. Lee jedoch kämpft vor allem darum, in dieser Welt männlicher Genies selbst als Künstlerin ernst genommen zu werden. Berühmt wird sie erst in den Kriegsjahren und mit den Fotografien, die sie im besiegten Deutschland macht. (Verlagsinfo)

2 MP3-CDs
Lesung mit 11:15 Std.
Sprecherin: Tessa Mittelstaedt

[NEWS] Ursula Poznanski – Vanitas – Schwarz wie Erde

Auf dem Wiener Zentralfriedhof ist die Blumenhändlerin Carolin ein so gewohnter Anblick, dass sie beinahe unsichtbar ist. Ebenso wie die Botschaften, die sie mit ihren Auftraggebern austauscht, verschlüsselt in der Sprache der Blumen – denn ihre größte Angst ist es, gefunden zu werden. Noch vor einem Jahr war Carolins Name ein anderer; damals war sie als Polizeispitzel in Frankfurt einer der brutalsten Banden des organisierten Verbrechens auf der Spur. Kaum jemand weiß, dass sie ihren letzten Einsatz überlebt hat. Doch dann erhält sie einen Blumengruß, der sie fürchten lässt, dass sie ihren eigenen Tod bald ein zweites Mal erleben könnte … (Verlagsinfo)

7 Stunden auf 6 CDs in einer Multibox
Autorisierte Lesefassung
Gelesen von Luise Helm
Argon

Jonathan Safran Foer – Extrem laut und unglaublich nah (Lesung)

Dresden 1945 – New York 9/11: Odyssee zum Geheimnis

Dies ist die Geschichte von Oskar Schell. Oskar ist neun, er ist Erfinder, Pazifist, Veganer, Schmuckdesigner und Tamburinspieler. Obendrein hat er jede Menge Frage, auf die er dringend eine Antwort braucht. Wieso gab es den Anschlag vom 11. September? Warum musste sein Vater eines der Opfer sein? Als er in dessen Sachen einen Schlüssel in einem Umschlag mit der Aufschrift „BLACK“ findet, probiert er alle Schlösser in der Wohnung durch: nichts. Bleibt also nur, alle Menschen in New York City, die Black heißen, zu befragen, ob der Schlüssel bei ihnen passt. Eine abenteuerliche Odyssee beginnt.

Der Autor

Jonathan Safran Foer – Extrem laut und unglaublich nah (Lesung) weiterlesen

[NEWS] David Safier – Die Ballade von Max und Amelie

Eine kleine große Liebe
Die Wildhündin Amelie fristet auf der Müllkippe von Neapel ein hartes Dasein. Sie hat ihr Auge bei einem Kampf verloren und kann sich nicht vorstellen, dass eine wie sie jemals geliebt werden könnte. Bis sich der sanfte Labradoodle Max auf die Müllkippe verirrt und von seinem wunderschönen Zuhause bei den Menschen erzählt, das er nicht mehr finden kann. Amelie begleitet Max auf seiner gefährlichen Suche, die die beiden vom sommerlichen Italien über die schneebedeckten Alpen führen wird. (Verlagsinfo)

Autorisierte Lesung auf 6 CDs
ca. 7 Stunden Laufzeit
Sprecherin: Jodie Ahlborn
argon

[NEWS] Heinz Erhardt – Seien Sie mal immer komisch: Geschichten, Gedichte und Lieder

Eine herrliche Auswahl von bekannten sowie bisher unveröffentlichten Geschichten, Gedichten, Liedern und Interviews von und mit Heinz Erhardt, der auch viele Jahre nach seinem Tod noch immer einer der beliebtesten, wenn nicht DER beliebteste Wortkünstler Deutschlands ist.
Mit Axel Prahl, Wotan Wilke Möhring, Hannelore Hoger, Stefan Gwildis, Gustav Peter Wöhler, Tom Gaebel, Max Hopp und Ingrid van Bergen. (Verlagsinfo)

Audio-CD

Laufzeit: 1:05 Std.
argon

 

[NEWS] Horst Evers – Früher war mehr Weihnachten

So komisch war Weihnachten noch nie
Horst Evers erzählt die schönsten Weihnachtsgeschichten: Er berichtet von traumatischen Erlebnissen mit dem Weihnachtsmann und testet Geschenkideen, von Ich-selbst-ganz-nackig-mit-Schleife bis zur Smartphone-Stirnhalterung. Was nach drei »alkoholfreien Glühwein mit Schuss« auf der Eisbahn passiert, ist so lehrreich wie das, was uns der Romantik-Autodidakt für unsere Liebsten ans Herz legt. Und es bleibt Zeit für etwas Völkerkunde: Warum haben Eskimos 30 Wörter für Schnee, aber keins für Schadenfreude? (Verlagsinfo)

Ungekürzte Lesung auf 2 CDs
Dauer: ca. 2 Std.
Sprecher: Horst Evers
argon

[NEWS] S. K. Tremayne – Mädchen aus dem Moor

Erinnere dich, warum du sterben wolltest …
Seit man ihr gesagt hat, sie habe im Dartmoor Selbstmord begehen wollen, scheint Kath Redways Leben langsam, aber sicher in einem finsteren Abgrund zu versinken: An den Vorfall selbst kann sie sich nicht erinnern, auch die Woche davor scheint aus ihrem Gedächtnis gelöscht. Kath glaubt, sie sei glücklich gewesen, doch verhält ihr Mann Mark sich nicht seltsam abweisend? Welches Geheimnis verbirgt ihr Bruder vor ihr? Und was treibt ihre kleine Tochter Lyla nachts draußen im Moor? Verliert Kath den Verstand – oder ist sie einer furchtbaren Wahrheit auf der Spur? (Verlagsinfo)

6 CDs, ca. 7 Std. Spielzeit
Sprecherin: Vera Teltz
argon

[NEWS] Chris McGeorge – Escape Room. Nur drei Stunden

Du hast nur drei Stunden Zeit, das Rätsel zu lösen …
TV-Star Morgan Sheppard erwacht in einem fremden Hotelzimmer, mit Handschellen ans Bett gefesselt. Außer ihm befinden sich noch fünf weitere Personen im Raum – und eine Leiche in der Badewanne. Über den Fernseher meldet sich ein maskierter Mann: Morgan habe drei Stunden Zeit, unter den Anwesenden den Mörder zu enttarnen. Gelinge das nicht, würden sie alle sterben. Aus dem Zimmer gibt es kein Entkommen, und während die Uhr gnadenlos tickt, greifen Panik und Misstrauen um sich, bis die Situation eskaliert … (Verlagsinfo)

1 MP3-CD
Laufzeit: ca. 8 Std.
Sprecher: Torben Kessler
argon

[NEWS] Isabel Bogdan – Der Pfau

Ein charmant-heruntergekommener Landsitz in den schottischen Highlands, eine Gruppe Banker beim Teambuilding, eine schwungvolle Haushälterin mit gebrochenem Arm, Lord und Lady McIntosh, die das alles unter einen Hut bringen müssen, dazu jede Menge Tiere – und am Ende weiß keiner, was eigentlich passiert ist.

Isabel Bogdan erzählt in ihrem ersten Roman pointenreich und überraschend von einem Wochenende, das ganz anders verläuft als geplant: Chefbankerin Liz und ihre vierköpfige Abteilung wollen in der ländlichen Abgeschiedenheit ihre Zusammenarbeit verbessern, werden aber durch das spartanische Ambiente und einen verrückt gewordenen Pfau aus dem Konzept gebracht. Lord McIntosh stoppt den Problem-Pfau auf rustikale Weise – und das führt zu urkomischen Verwicklungen. (Verlagsinfo)

Hörbuch-Download
Spieldauer: 5:16 Stunden (ungekürzt)
Sprecher: Christoph Maria Herbst
argon

[NEWS] Linda Castillo – Ewige Schuld

»Finde den Mörder meiner Frau!«
Seit zwei Jahren sitzt Joseph King wegen des Mordes an seiner Frau Naomi hinter Gittern. Er gilt als ein »gefallener« Amischer, einer, der ständig mit dem Gesetz in Konflikt geriet. Doch den Mord hat er immer vehement bestritten. Jetzt ist er ausgebrochen und hat seine fünf Kinder als Geiseln genommen. Als Kate Burkholder sie auf eigene Faust befreien will, wird sie von King überwältigt. Seine Forderung lautet: Du kannst gehen, aber finde den Mörder meiner Frau! Als Kate den alten Fall wieder aufrollt, ahnt sie noch nicht, wie gefährlich diese Ermittlung wird und welches Drama sich daraus entwickelt. (Verlagsinfo)

Lesung auf 6 CDs, Dauer ca. 7 Std.
Aus dem amerikanischen Englisch von Helga Augustin
Sprecherin: Tanja Geke
argon

[NEWS] Nina George – Die Schönheit der Nacht

Die angesehene Anthropologin Claire sehnt sich – innerlich verzweifelt, doch nach außen völlig beherrscht – danach, wieder wahrhaftig zu spüren, dass sie lebt. Die junge Julie wartet – verwirrt und voller Angst, dass der Moment niemals kommt – auf etwas, das sie innerlich in Brand steckt, auf Rausch, auf Farben. In der glühenden Sommerhitze der Bretagne, am Ende der Welt, entdecken die beiden unterschiedlichen Frauen Lebenslust und Leidenschaft neu – und werden danach nie wieder dieselben sein. In ihrem neuen Roman lotet Nina George in beeindruckender Sprache, sinnlich, intensiv und präzise, Weiblichkeit in allen Facetten aus, erzählt eine Geschichte vom Werden, vom Versteinern und vom Aufbrechen. (Verlagsinfo)

Laufzeit: 8 Stunden
7 CDs im Digifile
Sprecherin: Cathlen Gawlich
argon

[NEWS] Wolfgang Schorlau – Der große Plan (Denglers neunter Fall)

Endlich, die mageren Jahre sind vorbei! So jedenfalls scheint es dem Stuttgarter Privatermittler Georg Dengler. Zum ersten Mal ergattert er einen gut bezahlten Auftrag: Das Auswärtige Amt will, dass er nach der Mitarbeiterin Angela Förster sucht. Ein Handyvideo legt nahe, dass sie entführt wurde. Förster war als Beamtin an die Troika ausgeliehen worden, die Griechenland die Bedingungen der Eurogruppe diktiert hat. Dengler beginnt seine Ermittlung und stößt auf das größte Geheimnis der sogenannten Griechenlandrettung: Auf welchen Konten sind die vielen Milliarden europäischer Steuergelder letztlich gelandet? Als Dengler die Namen der Personen und Institutionen herausfindet, die diese gewaltigen Summen kassiert haben, gerät er selbst ins Visier. (Verlagsinfo)

2 MP3-CDs, 9 Std.
Sprecher: Frank Arnold