Schlagwort-Archive: Arnaldur Indriðason

[NEWS] Arnaldur Indriðason – Das Mädchen an der Brücke (Kommissar Konrad 2)

Eine junge Frau ist spurlos verschwunden. Verzweifelt wenden sich ihre Großeltern an den pensionierten Kommissar Konráð, den sie von früher kennen. Sie wissen, dass ihre Enkelin Drogen geschmuggelt hat, und nun ist sie unauffindbar. Eigentlich hat Konráð mit seiner beruflichen Vergangenheit abgeschlossen und widmet sich vor allem seiner eigenen Familiengeschichte. Doch als er bei seinen Recherchen auf ein kleines Mädchen stößt, das vor Jahrzehnten im Reykjavíker Stadtsee Tjörnin ertrunken ist, will er die Wahrheit unbedingt ans Licht bringen. War der Tod des Mädchens wirklich nur ein tragischer Unfall? Und gibt es eine Verbindung zum Verschwinden der jungen Frau? (Verlagsinfo)


Taschenbuch ‏ : ‎ 384 Seiten
Lübbe

[NEWS] Arnaldur Indriðason – Kältezone (Kommissar Erlendur 6)

In einem See südlich von Reykjavík wird ein Toter entdeckt. Der Wasserspiegel hatte sich nach einem Erdbeben drastisch gesenkt und ein menschliches Skelett sichtbar werden lassen, das an ein russisches Sendegerät angekettet ist. Ein natürlicher Tod ist ausgeschlossen. Hat man sich hier eines Spions entledigt? Erlendur, Elínborg und Sigurður Óli von der Kripo Reykjavík werden mit der Lösung des Falls beauftragt. Ihre Nachforschungen führen sie in das Leipzig der Nachkriegsjahre, wo eine tragische Geschichte um Liebe, Verlust und berechnender Grausamkeit ihren Anfang nahm …(Verlagsinfo)


Broschiert ‏ : ‎ 416 Seiten
Lübbe

[NEWS] Arnaldur Indriðason – Frostnacht (Kommissar Erlendur 7)

Ein offenbar kaltblütig ausgeführter Mord lässt den Menschen in Island das Blut in den Adern gefrieren – mehr noch als die Stürme, die in diesem ungewöhnlich kalten Winter über die Insel im Nordatlantik wegfegen: Ein kleiner Junge isländisch-thailändischer Abstammung wird erstochen aufgefunden. Wir konnte es zu diesem grausamen Mord kommen? Die Ermittlungen von Erlendur, Sigurður Óli und Elinborg von der Kripo Reykjavík konzentrieren sich zunächst auf das direkte Umfeld des Kindes: die Lehrer, die Mitschüler und die Angehörigen. Je mehr sie dabei in Erfahrung bringen, desto tragischer erscheint der Tod des kleinen Jungen … (Verlagsinfo)


Broschiert ‏ : ‎ 400 Seiten
Lübbe

[NEWS] Arnaldur Indriðason – Todeshauch (Kommissa Erlendur 4)

In einer Baugrube am Stadtrand von Reykjavík werden menschliche Knochen gefunden. Wer ist der Tote, der hier verscharrt wurde? Wurde er lebendig begraben? Erlendur und seine Kollegen von der Kripo Reykjavík werden mit grausamen Details konfrontiert. Stück für Stück rollen sie Ereignisse aus der Vergangenheit auf und bringen Licht in eine menschliche Tragödie, die bis in die Gegenwart hineinreicht. Während Erlendur mit Schrecknissen früherer Zeiten beschäftigt ist, kämpft seine Tochter Eva Lind auf der Intensivstation um ihr Leben … (Verlagsinfo)


Broschiert ‏ : ‎ 368 Seiten
Lübbe

[NEWS] Arnaldur Indriðason – Nordermoor (Kommissar Erlendur 3)

Was zunächst aussieht wie ein typisch isländischer Mord – schäbig, sinnlos und schlampig ausgeführt -, erweist sich als überaus schwieriger Fall für Erlendur von der Kripo Reykjavik. Wer ist der tote alte Mann in der Souterrainwohnung in Nordermoor? Warum hinterlässt der Mörder eine Nachricht bei seinem Opfer, die niemand versteht? – Während schwere Islandtiefs sich über der Insel im Nordatlantik austoben, wird eine weitere Leiche gefunden … (Verlagsinfo)


Broschiert ‏ : ‎ 320 Seiten
Lübbe

Arnaldur Indriðason – Codex Regius

Literaturthriller: Die Jagd nach der Handschrift

Kopenhagen in den 1950er Jahren: Die Begegnung mit seinem Professor stellt Valdemars bisher beschauliches Leben völlig auf den Kopf. Der junge Isländer war nach Dänemark gereist, um hier über die alten Pergamenthandschriften zu forschen. Dort kommt er düsteren Geheimnissen auf die Spur und macht sich zusammen mit dem Professor auf die Suche nach einer Reihe verloren gegangener Manuskripte. Ihre Jagd führt die beiden durch halb Europa und nicht selten geraten sie dabei in große Gefahr – denn für diese wertvollen Kulturschätze sind andere bereit, über Leichen zu gehen… (Verlagsinfo)
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Indriðason, Arnaldur – Gletschergrab

_Ein Isländer in Dan Browns Fußstapfen_

Die Eiskappe des Vatnajökull-Gletschers auf Island schmilzt. Die Streitkräfte der US-Basis Keflavík sind in Alarmbereitschaft, denn der Gletscher hütet ein Geheimnis: Ein abgestürztes Flugzeug aus dem Zweiten Weltkrieg mit brisanter Fracht. Vor der grandiosen Kulisse des ewigen Eises gerät eine junge Isländerin in Lebensgefahr. Sie weiß nur wenig, aber das ist schon zu viel für die Drahtzieher der »Operation Napoleon« …

_Der Autor_

Arnaldur Indriðason, Jahrgang 1961, graduierte 1996 in Geschichte an der University of Iceland und war Journalist sowie Filmkritiker bei Islands größter Tageszeitung „Morgunbladid“. Heute lebt er als freier Autor mit seiner Frau und drei Kindern in Reykjavik und veröffentlicht mit sensationellem Erfolg seine Romane. Arnaldur Indriðasons Vater war ebenfalls Schriftsteller. 1995 begann er mit Erlendurs erstem Fall, weil er heraus finden wollte, ob er überhaupt ein Buch schreiben könnte. Seine Krimis belegen allesamt seit Jahren die oberen Ränge der Bestsellerlisten auf Island, und das in einem Land, indem es nur drei Mordfälle pro Jahr gibt.

Seine Kriminalromane „Nordermoor“ und „Todeshauch“ wurden mit dem „Nordic Crime Novel’s Award“ ausgezeichnet – ein einmaliger Erfolg in der Geschichte dieses renommierten Krimipreises. Darüber hinaus erhielt Indriðason für „Todeshauch“ 2005 den begehrten „Gold Dagger Award“. Inzwischen sind weitere Krimis in Deutschland erschienen, zuletzt „Kältezone“ im Januar 2006.

_Der Sprecher_

Ulrich Peitgen wurde 1946 in Hannover geboren und machte dort eine Ausbildung an der Hochschule für Musik und Theater. Er war 20 Jahre lang einer der renommiertesten deutschen Bühnendarsteller, bevor er sich Ende der 80er Jahre ganz dem Film und Fernsehen verschrieb. 1994 wurde er mit dem |Bambi| ausgezeichnet. In der „Edgar Allan Poe“-Hörspielserie übernimmt Ulrich Pleitgen die Rolle des Poe.

Die gekürzte Textfassung stammt von Sabine Bode, die Aufnahmeleitung oblag Horst-Günter Hank, die Musik stammt von Michael Marianetti, und Regie führte Kerstin Kaiser.

_Handlung_

|PROLOG.|

Anfang des Jahres 1945 stürzt auf dem größten europäischen Gletscher, dem isländischen Vatnajökull, eine Junkers Ju-52 ab. An Bord befindet sich eine sonderbare Gruppe, die bunt zusammengemixt zu sein scheint. Der Pilot ist ein Amerikaner, und auch ein Generalmajor der Amis ist an Bord, doch der Rest der Passagiere sind alles Deutsche: Offiziere der Wehrmacht. Was haben sie in einem über Island fliegenden deutschen Flugzeug zu suchen, das Amerikaner steuern? Wie auch immer: In den Sturm, der über den Gletscher fegt, wagt sich nur ein Mann hinaus, der den Namen von Manteuffel trägt. Die anderen sechs Männern werden erfrieren.

Erst vier Tage später ist der Sturm so weit abgeklungen, dass Amerikaner von der Luftwaffen-Basis Reykjavik ausgesandt werden können. Sie werden von Captain Miller angeführt, der nach seinem Bruder, dem Piloten der Maschine, sucht. Zwei Brüder auf einem Bauernhof am Rand des Gletschers führen die Amerikaner. Doch das Wrack ist längst von Schneemassen zugedeckt, und lediglich die Felge des Bugrads wird gefunden. Darauf steht das deutsche Wort „Kruppstahl“ …

|Haupthandlung.|

44 Jahre später spähen die Satelliten der Amerikaner immer noch nach dem Wrack, und dieses Mal entdecken sie etwas. Die Schneeschmelze gibt einen schwarzen Punkt frei. Sofort schickt der siebzigjährige General Ka, der Nachfolger von Miller an der Spitze des militärischen Geheimdienstes, einen Geheimtrupp los, der den Inhalt des Wracks bergen und unversehrt in die USA schaffen soll. Natürlich dürfen die Isländer nicht auch nur das Geringste ahnen, was in Wahrheit auf ihrem Gletscher vor sich geht. Man muss diesen Hinterwäldlern irgendein Märchen auftischen. Und wenn sie’s nicht schlucken, wird man auf die Milliarden an US-Dollars hinweisen, die durch den Stützpunkt Keflavik in das Land geflossen sind.

Wer wäre für ein solches Himmelfahrtskommando besser geeignet als der Söldner Ratov, der schon früher eingesetzt wurde. Er mag zwar etwas psychopathisch veranlagt sein, aber herrje! Er soll ja keineswegs lebend zurückkommen. Das Geheimnis dieses Flugzeugs aus dem Krieg muss um jeden Preis gewahrt bleiben.

Kristin ist eine resolute Beamtin im Handelsministerium, doch im Moment wird sie von einem Mann namens Randolf genervt, der unbedingt das Geld eines ziemlich dämlichen Deals mit den Russen zurückhaben will. Sie wirft ihn kurzerhand raus und geht mit Kopfschmerzen nach Hause. Seit ihrer Scheidung lebt sie alleine in Reykjavik. Sie macht sich wie immer Gedanken um ihren Bruder Elias, für den sie seit seiner Kindheit die Rolle der Mutter einnimmt, denn ihre Eltern waren beide Alkoholiker und kümmerten sich wenig um „Nebensächlichkeiten“ wie die Aufzucht von Kindern.

Kristin hat in der Tat allen Grund, sich um Elias Sorgen zu machen, denn er steht im Begriff, eine Riesendummheit zu begehen. Mit seinen Kollegen von der Bergnotrettung ist er auf den Vatnajökull gefahren und probiert bei dieser Gelegenheit die brandneuen Schneemobile aus. Dabei stoßen er und sein Kollege auf das Wrack des alten Flugzeugs, allerdings ohne es zu betreten. Elias ruft mit seinem Satellitentelefon seine Schwester an und erzählt, wo er sich befindet. Allerdings ist die Verbindung ziemlich schlecht, so dass sie nur die Hälfte versteht. Elias und sein Freund werden sofort von Soldaten der Amis festgenommen. Ratov will gleich wissen, was die beiden Isländer gesehen haben. Er schreckt auch nicht vor Foltermethoden zurück. Dabei erfährt er von Elias‘ Telefonat mit seiner Schwester. Er alarmiert die Agenten in der Hauptstadt. David und Simon beteuern, sie würden sich um die Frau „kümmern“.

Als Kristin keine Antwort mehr von Elias bekommt, startet sie einen Rundruf, der nichts erbringt. Da klingelt es abends an ihrer Tür. Nanu, Mormonen? Doch diese „Mormonen“ richten schon bald eine Pistolenmündung auf ihren Kopf …

_Mein Eindruck_

In diesem waschechten Actionthriller schickt der isländische Autor seinen Serienstar Erlendur Sveinson in den Urlaub. Der schwer depressive Kommissar der Kripo von Reykjavik wäre wirklich nur im Weg, wenn es um den Ringelpietz mit den Amerikanern geht. Und viel zu langsam.

Denn Kristin ist eine echte Powerfrau. Sie ist willensstark und furchtlos, eben so wie eine Mutter, die ihr Kind zu verlieren droht. Und sie hat nicht nur Verbindungen zu Politikern, sondern auch zu Amerikanern, die auf der Airforce Basis leben. Mit Steve, dem Ami, mischt sie die Heimlichtuerei des US-Generals Ka gehörig auf und macht Ratov die Hölle heiß. So weit, so schön. Der Thriller kommt in Fahrt.

Die meisten Leser, die diesen Roman im Netz besprochen haben, waren schwer von Erlendurs Fehlen enttäuscht. Dabei übersehen sie vielleicht, dass es sich bei „Gletschergrab“ um ein ganz anderes Kaliber handelt: Dieser Action-Thriller wandelt auf den Spuren von Dan Browns Erfolgsromanen „Diabolus“ (alias „Digital Fortress“) und „Meteor“ (alias „Deception Point“) oder von Frederick Forsyth („Die Akte Odessa“). Dieser Vergleich ließe sich endlos fortsetzen, und das offenbart die grundsätzliche Schwäche des Romans: Er ist in seiner Grundthematik völlig austauschbar.

|Das Geheimnis der Ju-52|

Wer hat nicht schon vom Nazigold gehört, von den „Wunderwaffen“ des 3. Reiches – und den einen oder anderen Thriller darüber gelesen. Natürlich kommt daher auch bei Indriðason Nazigold vor, denn schließlich geht es ja um Nazis, die offenbar von Amerikanern ausgeflogen wurden. Kurz vor dem Ende des Krieges – was hatten die Nazibonzen den Alliierten da noch zu bieten? Mal vom Gold der Juden aus den KZs und anderem Raubgut abgesehen, das die Alliierten noch nicht mal mit einer Zange angefasst hätten.

Aus der Geschichtsforschung wissen wir jedoch inzwischen, dass es Geheimverhandlungen mit den Briten unter Churchill gab, um eine Angriffsallianz gegen die vordringenden Russen zu schmieden: den Plan „Unthinkable“. Das wird im Roman angesprochen. Churchill wollte die Amis, Deutschen und Franzosen einspannen, um die Russen einzudämmen. Die Amis waren dagegen, und damit platzte der Plan. Der Drahtzieher auf deutscher Seite war der zweite Mann im Staate, SS-Boss Heinrich Himmler …

Doch wem kann Kristin trauen, als sie all diese Storys aufgetischt bekommt (und wir mit ihr)? Ist das nicht nur eine weitere Finte, um sie von der Entdeckung einer noch verabscheuungswürdigen Wahrheit abzuhalten? Genau wie Dan Browns „Meteor“ können wir uns nie sicher sein, den eigentlichen Sachverhalt herausgefunden zu haben. Und so dauert es bis zum Schluss, bis Kristin nach Jahren endlich eine schockierende Spur der Wahrheit findet, am anderen Ende der Welt. Wie seine Vorbilder versteht der Autor durchaus sein Handwerk. Spannung muss sein, um jeden Preis.

|Die Lizenz zum Schreiben|

Die einzige Berechtigung, einen solchen 08/15-Thriller zu schreiben, besteht für den Autor in seiner Volkszugehörigkeit. Er greift eine unbequeme Wahrheit nach der anderen über den Aufenthalt der Amerikaner auf seiner Insel auf. Wie schon erwähnt, haben die Amis über Jahrzehnte hinweg Milliarden ihrer Dollars in die Infrastruktur ihres Stützpunkts gepumpt. (Sie können von dort die Russen sehr gut beobachten und abhören.) Davon hat die einheimische Bevölkerung sehr gut leben können. Aber die Politiker sind von diesem Geldstrom ebenfalls abhängig geworden. Von einer kommunistischen Partei auf Island hat man jedenfalls noch nichts gehört.

Eine zweite Kehrseite betrifft die zwischenmenschlichen Beziehungen. Mehrmals wird Kristin als Ami-Schlampe angemacht, sobald sie sich nur in die Nähe eines Amerikaners begibt. Der männliche Machismo von miesen Typen wie Ka oder Ratov setzt einfach voraus, dass eine Isländerin, die sich mit Amis einlässt – wie Kristin mit Steve – eine lockere Moral besitzt, die man nach Belieben ausnutzen kann.

Doch wenn die Isländerinnen die Nutten der Amis sind, was sind dann die isländischen Männer, scheint der Autor zu fragen. Sind das nur Waschlappen, die sich bestechen lassen? Die jedes Lügenmärchen glauben, das ihnen die „Gäste“ auftischen? Und es sind mordsmäßige Lügen: Astronauten sollen auf Island für die Mondlandung trainiert haben – dabei wurde die Suche nach dem verhängnisvollen Flugzeug fortgesetzt. Und nun, im Jahr 1999, führen die Amis angeblich mit NATO-Partnern ein Manöver durch, natürlich nur zufällig an der gleichen Stelle wie 1945 und 1968/69. Oder war’s doch eine verlorene Wasserstoffbombe? Als der Premierminister diesmal die Lüge nicht schluckt, knallt ihnen General Wesson die volle Ladung knallhart ins Gesicht: „Wenn ihr weiterhin unsere Dollars wollt, dann schaut gefälligst weg!“ Danach herrscht Ruhe in der Kiste. (Allerdings gilt dies nicht für Kristin.)

Indriðasons Kritik an Gästen, die sich wie eine Besatzungsmacht aufführen, ließe sich vielleicht bis zu einem gewissen Grad auf die aktuelle Lage im Irak übertragen. Bekanntlich haben dort seit dreieinhalb Jahren die Amerikaner das Sagen. Aber ob dies so eine gute Idee ist, bezweifeln inzwischen nicht nur die meisten Iraker, sondern auch immer mehr amerikanische Bürger.

Es sieht also so aus, als habe der Autor seine berechtigte Frage und Kritik an der Lage seines Landes in die gefällige, weil unterhaltsame Thriller-Verpackung gesteckt, um sie nicht nur ungestraft äußern, sondern auch lukrativ verkaufen zu können. Denn wozu schreibt schließlich ein engagierter Autor? Sicher nicht nur für Ruhm und Ehre, sondern auch fürs Bankkonto.

|Der Sprecher|

Ulrich Pleitgen ist zwar ein klasse Vorleser, wenn es um dramatische Stoffe wie diesen geht, aber diesmal ist weniger sein Nuancenreichtum gefragt, sondern sprachliche Wucht. Das ist eigentlich mehr das Metier von Leuten wie Lutz Riedel oder Frank Glaubrecht. Sie haben die entsprechend tiefe und raue Stimme.

Dafür kann Pleitgen auch mal die heiteren und ironischen Elemente der Dialoge aufblitzen lassen. Hebt er die Stimme in eine höhere Tonlage, um eine Frau darzustellen – beispielsweise die Hauptfigur Kristin -, so klingt das halbwegs glaubwürdig. Durch seine normalerweise tiefe Stimme klingen die Figuren Ratov und Ka jedoch etwas glaubhafter als die Frauen.

Wofür ich Pleitgens Vortrag sehr bewundert habe, ist jedoch etwas ganz anderes. Wie schon im Handlungsabriss erwähnt, nimmt Elias per Handy mit seiner Schwester Kontakt auf. Die Verbindung ist aber so mies, dass nur Wortfetzen verständlich sind. Diese Wortfetzen liest Pleitgen dementsprechend bruchstückhaft und stockend vor. Dabei kommt er jedoch nie ins Straucheln, und so entsteht ein sehr realistischer Eindruck von den Kommunikationsbedingungen auf dem Gletscher. Das Spiel wiederholt sich später noch einmal mit Elias‘ Rettungstruppleiter Julius.

Achja: Die Aussprache des Isländischen ist bei Pleitgen korrekt und das führte bei mir zu einigen Momenten des Erstaunens. So wird aus Keflavik „keplavik“ und aus Vatnajökull „vatnajöküdd“. Prost!

|Die Musik|

… ist dem Genre Thriller angemessen und führt den Hörer mit einem spannenden musikalischen Motiv in die Geschichte ein. Am Schluss ist dies noch einmal als Outro zu hören. Die Absage spricht Daniela Hoffmann, die deutsche Stimme von Julia Roberts – charmant! Geräusche gibt es keine.

_Unterm Strich_

Eigentlich habe ich bei einem so guten Krimi-Autor wie Indriðason nicht gerade einen 08/15-Action-Thriller erwartet, aber dies ist „Gletschergrab“ zweifellos. Wer Spannung mit Tiefgang und einigen verborgenen Kritikpunkten sucht, ist hier genau richtig.

Von psychologischen Entwicklungen, wie wir sie von Indriðasons Serienstar Kommissar Sveinsson erwarten, kann hier jedoch keine Rede sein. Er tritt nicht auf, und auch Kristin, die Hauptfigur, ist eine fertig abgeschlossene Persönlichkeit, die nur als Handlungsträger dient. Sie verändert sich nicht, sondern sie verändert vielmehr die Welt um sich herum – ein weiblicher James Bond, der es auch mit Killern und Generälen aufnimmt. Das Geheimnis, dem sie auf die Spur kommt, werde ich hier natürlich nicht aufdecken.

Ulrich Pleitgen tut sein Bestes, um dem Text zu einer gewissen menschlich-emotionalen Tiefe zu verhelfen, und das gelingt ihm auch sehr gut. Den harten Macker, wie ihn die US-Generäle und ihr Killer Ratov markieren, habe ich ihm aber nicht ganz abgenommen. Es liegt aber nicht an seinem Vortrag, sondern an seinem Image: Für das Bild des harten Mackers ist er schon zu lange bei der Hörspielreihe um Edgar Allan Poe, bei der emotionale Zwischentöne und die Liebe zu einer Frau (wie Iris Berben sie spielt) gefragt sind. Hörer, die diese Reihe nicht kennen, haben also einen Vorteil: Sie können Pleitgen ganz unbelastet zuhören.

|Originaltitel: Napóleonsskjölin, 1999
Aus dem Isländischen übersetzt von Coletta & Kerstin Bürling
271 Minuten auf 4 CDs|
http://www.luebbe-audio.de

Indriðason, Arnaldur – Engelsstimme

In einem gut besuchten Hotel Reykjavíks wird kurz vor Weihnachten ein toter Weihnachtsmann gefunden. Er hatte hier schon 20 Jahre als Portier gearbeitet und wohnte allein in einem Kellerraum. Kommissar Erlendur erfährt zu seinem Erstaunen, dass der Fünfzigjährige einst ein bekannter Kinderstar gewesen war, dessen Knabensopran bewundert wurde. Warum sollte ihn irgendjemand töten wollen? Erlendur muss weit zurück in die Vergangenheit, um den Fall zu verstehen.

|Der Autor|

Arnaldur Indriðason, Jahrgang 1961, studierte Geschichte an der Universität von Island und war Journalist und Filmkritiker bei Islands größter Tageszeitung |Morgunblaðið|. Heute lebt er als freier Autor bei Reykjavík und veröffentlicht mit großem Erfolg seine Romane. Sein Kriminalroman [„Nordermoor“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=402 hat den „Nordic Crime Novel’s Award 2002“ erhalten, wurde also zum besten nordeuropäischen Kriminalroman gewählt, und das bei Konkurrenz durch Håkan Nesser und Henning Mankell!

|Der Sprecher|

Frank Glaubrecht ist einer der erfolgreichsten Synchronsprecher Deutschlands. Er leiht beispielsweise so bekannten Filmstars wie Al Pacino, Pierce Brosnan, Jeremy Irons und Richard Gere seine markante Stimme. Er hat u. a. Indriðasons Hörbuch „Nordermoor“ gelesen.

_Handlung_

Kommissar Erlendur wird wenige Tage vor Weihnachten in das zweitgrößte Hotel der Hauptstadt Reykjavík gerufen. Tief unten in den Gewölben, in einem engen Kellerraum, liegt ein Weihnachtsmann in seinem Blut. Die Leiche weist zahlreiche Stichwunden im Brust- und Bauchbereich auf. Wie eine obszöne Fußnote mutet es Erlendur an, dass der entblößte Penis des Mannes von einem Kondom bedeckt ist.

Gusladur Egilsson, 50, war zu Lebzeiten Portier und Faktotum im Hotel gewesen, in dem er mehr als zwanzig Jahre gelebt hatte. Der Hotelmanager, mit seinen 180 Kilo fett wie ein Wal, mauert, weil er einen Skandal fürchtet, der ihm das Weihnachtsgeschäft mit den ausländischen Gästen verhageln würde. Also nimmt sich Erlendur das junge Zimmermädchen vor, das die Leiche gefunden hat: Ösp (= Espe). Und sie zittert auch wie Espenlaub, fällt dem Kommissar auf.

Gusladur sollte auf der Weihnachtsfeier der Hotelangestellten auftreten. Er war dem Empfangschef unterstellt, doch der mauert ebenfalls. Anscheinend haben in diesem Hotel viele Menschen eine ganze Menge zu verbergen. Als sich am Kondom Speichelspuren und somit DNS finden, führen die Maßnahmen zur Erlangung der Speichelproben unter den Angestellten zu einem regelrechten Aufruhr. Der Chefkoch weigert sich schlankweg und wirft die Polizisten aus seinem Reich hinaus.

Am zweiten Tag gibt ein Zettel auf Gusladurs Nachttisch den Hinweis auf den Engländer Henry Wapshot, den Erlendur sofort in die Mangel nimmt. Der schon betagte, aber kettenrauchende Lebemann ist ein Sammler seltener Schallplattenaufnahmen. Er wundert sich, dass die wenigsten Isländer wissen, welcher bekannte Kinderstar in diesem Hotel gelebt hat. Als Gusladur zwölf Jahre alt – vor 38 Jahren – nahm er zwei Schallplatten auf, darunter Schuberts „Ave Maria“, die ihn in den Sternenhimmel der Chorknaben katapultierten. Er machte eine Skandinavientournee und bereitete die nächste Platte vor, als ihn der Stimmbruch unversehens bei einem Konzert in seiner Heimatstadt Hafnafjödur überraschte und seiner Karriere ein abruptes Ende setzte.

Erlendur betrachtet nun nicht nur Gusladur mit anderen Augen, sondern auch dessen Poster, das einen weiteren Kinderstar zeigt: Shirley Temple in ihrem Film „The little princess“. Wie er entdeckt, war dies auch Gusladurs Schimpfname in der Schule. Er ist überrascht, als Wapshot endlich mit der Aussage herausrückt, er habe Gusladur einen Vorschuss von 500.000 Kronen – ein Vermögen – für die Restauflage der historischen Schallplattenaufnahmen gezahlt, die dieser gehortet hatte. Er wollte sogar noch mehr für den Rest zahlen.

Nach und nach hat Erlendur mehrere Tatverdächtige beisammen: Wapshot selbst, von dem Interpolinformationen besagen, dass er zweimal mit Vergewaltigung von Knaben zu tun hatte (einmal verurteilt); den Empfangschef, der Schulden bei einer Hotelnutte in Höhe von 80.000 Kronen hat und Gusladur sicher gut gebrauchen konnte; und schließlich das Zimmermädchen Ösp, dessen Bruder Rainier, ein verschuldeter Junkie, wahrscheinlich Gusladur sein letztes Kondom übergezogen hatte.

Womit er aber überhaupt nicht gerechnet hat, findet er auf den Überwachungsvideos der benachbarten Bank, auf denen einer der Hoteleingänge auf Band gebannt ist. Er entdeckt, wie Gusladurs Schwester Stefania das Hotel am Tag betritt, als der Mord geschah. Sie hatte ihn in der ersten Vernehmung angelogen! So etwas bringt Erlendur natürlich auf die Palme. Er stößt auf ein Familiengeheimnis der Egilssons, das ein ganz anderes Licht auf das Leben des Ermordeten wirft.

Den entscheidenden Hinweis liefert aber Erlendurs Tochter Evalind. Auch in ihrer Familie gibt es ein dunkles Geheimnis. Sie ist darüber zum Junkie geworden. Nach ihrem Entzug hat sie sich auf die Suche nach ihrem Vater gemacht, ihn aufgestöbert und besucht ihn nun in seinem Hotelzimmer, wo er Gusladurs Platten anhört. Sie weiß ebenso gut über Drogen Bescheid wie über Reykjavíks Unterwelt. In diesem Hotel, in dem die Manager mauern, müssen noch einige andere krumme Geschäfte gelaufen sein …

_Mein Eindruck_

An Anfang und Ende des Hörbuchs ist Schuberts „Ave Maria“ zu hören, gesungen von einer wunderschönen Knabenstimme. „Ora pro nobis peccatoribus“ – „Bitte für uns Sünder“, ist da zu hören. Und diese Fürbitte können die gebrochenen Menschen in Indridasons Kriminalroman durchaus gut gebrauchen.

Denn „Engelsstimme“ ist nicht nur die Geschichte eines grausamen Verbrechens, sondern auch die Chronik zweier Familien, die zerbrochen sind. Was der Autor hier darstellt, ist der Versuch, die isländische (skandinavische?) Gesellschaft über drei Generationen hinweg zu beschreiben und sogar zu einem Teil zu erklären. Als Symbol für die heutige Gesellschaft ragt das Hotel als ein Mikrokosmos heraus. Es ist nicht nur Arbeitsplatz und Gast-Haus, sondern auch ein Bordell, ein Drogenumschlagplatz, ein klassischer Sündenpfuhl – und die letzte Zuflucht eines Verfolgten, dem man soeben gekündigt hat.

Und da Weihnachten das wichtigste Familienfest des Jahres ist, kommt dem Mordfall Gusladur Egilsson besondere Bedeutung zu: Die Gesellschaft steht auf dem Prüfstand. Sie besteht – bei Indriðason wie auch für jeden einzelnen von uns – aus Familien, die sich über mehrere Generationen erstrecken. Zu Weihnachten sollten die Familien zusammenkommen und heil sein. Doch Erlendur stößt auf welche, die weit davon entfernt sind.

Für ihn wird die Woche, die er für den Fall hat, zum Prüfstein, an dem der Ermittler zeigen kann, ob er in der Lage ist, Weihnachten als Familienfest – und symbolisch „die Gesellschaft“ – zu retten. Um dazu in der Lage zu sein, muss sich der Ermittler jedoch zunächst selbst retten, wie sich erweist. Wäre Erlendur korrupt oder gar pflichtvergessen, wäre der Fall ebenso verloren wie alles, was er symbolisiert.

|Parallelität der Familienchroniken|

In „Nordermoor“ betrachtete der Autor die biologisch-genetischen Grundlagen der durch Inzucht gefährdeten isländischen Gesellschaft. In „Engelsstimme“ begibt sich Indriðason eine Ebene höher, auf die Stufe der familiären und sozialen Interaktion. Gusladur Egilsson ist zeitlebens das Opfer seines Vaters gewesen. Der Tyrann zwang seinen Sohn, Musik wichtiger zu nehmen als Freundschaft, wodurch er ihn ausgrenzte. Das erscheint Erlendur umso grausamer, als der Tyrann wissen musste – wie es der Chordirigent Gabriel Hermansson später sagt -, dass ein Knabensopran eine sehr kurzlebige Sache ist.

Durch den Stimmbruch blamierte der Knabe denn auch seinen stolzen Vater bis auf die Knochen vor versammelter Gemeinde. Der Hass des Vaters war entsprechend groß und unversöhnlich. Der ausgegrenzte Knabe befreundete sich nur noch mit gleich gesinnten Jungs und wurde schwul. Der Vater verstieß ihn, hatte Streit und wurde bei einem „Unfall“ die Treppe hinabgestoßen. Durch den Unfall erlitt er eine Querschnittslähmung. Gusladurs Schwester, zuvor die Benachteiligte, kam nun aus dem Schatten hervor und durfte sich als Fürsorgerin des Vaters stolz hervortun, während ihr Rivale auszog. Erst in Gusladurs und seines Vaters letzten Tagen nahm sie wieder Kontakt mit ihm auf, unter anderem weil es um viel Geld ging.

Die Chronik der Egilssons ist eine Geschichte von Verstoßung, falschem Stolz und Schuld. Wenig anders erging es Erlendur in seiner eigenen Familie, wie er seiner Tochter erklärt. Eines Winters nahm der Vater entgegen Rat und Bitten der Mutter seine zwei Söhne mit hinaus auf die Schafweide, um die Tiere hereinzubringen. Der Schneesturm überraschte die Söhne, doch später wurde nur Erlendur von den Rettern gefunden. Seinen achtjährigen Bruder fand die trauernde Familie trotz jahrelanger Suche niemals. Die Trauer brach den Vater, die Schuld am Tod des jüngeren Bruders zerstörte etwas in ihm und in Erlendur, der daran litt, der einzige Überlebende zu sein.

Infolge dieses Traumas weigerte sich Erlendur später, die Verantwortung für seine Kinder zu übernehmen, als sich seine Frau von ihm scheiden ließ. Jahrelang kümmerte er sich weder um ihren Unterhalt noch um ihren Verbleib. Die Kinder, Evalind und ihr Bruder Sundri, fragten sich, was sie am Vater verbrochen hatten, entwickelten selbst Schuldgefühle, die sie mit Alkohol oder harten Drogen zu verdrängen suchen.

Erst als Erlendur diese seine Schuld, auch im Licht der parallelen Familienchronik der Egilssons, erkennt, entwickelt er Verantwortung für Evalind. Nun kann er nicht nur sein eigenes Weihnachtsfest begehen, sondern auch das der isländischen Gesellschaft durch Lösung des Falls legitimieren. Der Gerechtigkeit ist zwar Genüge getan, aber wie immer um einen hohen Preis. Sie ist dem Fortbestand des Verbrechens, symbolisiert in den Mauern des Hotels, das nun wie ein hohler Zahn erscheint, abgetrotzt.

|Die Erzählweise|

Man kann sich leicht denken, dass die skizzierten Hintergrundgeschichten auf irgendeine Weise mit den vordergründigen Ermittlungen vor Ort verknüpft sein müssen. Im Fall der Egilssons greift der Autor auf das Stilmittel der Rückblende zurück, da Gusladur schon tot ist. Doch Erlendur hat nicht dieses Glück: Er muss Albträume erleiden, die ihn in jenen Winter zurückführen. Das erscheint jedoch als angemessen und legitim, denn da wir die Handlung aus Erlendurs Blickwinkel erleben, also sozusagen durch seine Augen sehen, liegt es nahe, uns auch Zutritt zu Erlendurs Gedanken- und Gefühlswelt zu gewähren. Dazu gehören auch die Albträume. Diese sind natürlich keine angenehmen Szenen, doch lange nicht so schlimm wie gewisse Szenen in „Nordermoor“, die heftigen Horror bereithalten.

|Ergo|

So hat sich also, um Indriðasons Aussage zusammenzufassen, die Schuld der Väter auf die Kinder und Kindeskinder übertragen – nicht nur im biblischen, sondern im ganz wörtlichen Sinne. Gusladurs Vater wollte an seinem Sohn ein Vermögen verdienen, indem er ihn zum Singen in einem künstlerischen Orchideenfach, dem Knabensopran, prostituierte. Als dessen Stimmbruch ihm einen Strich durch die Rechnung machte, verstieß er ihn, insbesondere dann, als dieser sich auch noch als homosexuell erwies.

Erlendur sieht sich nun peinlicherweise in der gleichen Situation wie Gusladurs Vater. Durch Ablehnung seiner väterlichen Verantwortung trieb er seine Tochter nicht nur in Drogensucht, sondern auch in die Beschaffungsprostitution. Dem nicht genug, stößt er allenthalben auf Stricher und Huren, insbesondere natürlich im Hotel, das nichts anderes darstellt als ein von kriminellen Zuhältern geführtes Bordell. Das Zimmermädchen Ösp und ihr Bruder sind selbst Opfer von brutalen Dealern. Stefania Egilsson hat ihr Leben und ihre Zukunft ihrem gelähmten Vater geopfert.

All diese ausgebeuteten und sich selbst entfremdeten Menschen befinden sich in einem Teufelskreis. Als Gusladur plötzlich eine Riesensumme von dem Ausländer bekam, führte dies zu einer Kurzschlussreaktion. Ich verrate aber nicht, bei wem. Ein Weihnachtsfest in diesem Brennpunkt sozialer Probleme erscheint ebenso unwahrscheinlich wie grotesk. Der Ermittler Erlendur kann nur sich selbst und seine Tochter retten, niemanden sonst. Merry Christmas, Herr Kommissar!

|Der Sprecher|

Frank Glaubrecht fängt zunächst recht sachlich und gleichmütig zu erzählen an, und man denkt an nichts Böses. Je mehr sich jedoch die seelischen und sozialen Abgründe hinter Gusladurs Tod auftun, desto mehr seelische Pein erfährt Erlendur am eigenen Leib. Und obwohl er sich stets an den Verhaltenskodex der Kriminalpolizei zu halten versucht, fällt ihm dies zunehmend schwerer angesichts des Unrechts, das nicht nur Gusladur angetan wurde, sondern das er selbst seinen Kindern angetan hat. Glaubrechts Stimme wirkt zunehmend emotionsgeladener.

Gegen Schluss möchte man fast erwarten, dass der Ermittler ausrastet, jemanden über den Haufen schießt oder sonst etwas Unsinniges tut. Sein Kollege Sigurdur Oli wundert sich allmählich wirklich. Stattdessen erklingt am Schluss lediglich das „Ave Maria“: „Bitte für uns Sünder“. Das, was Gusladurs Vater ehrfürchtig als „Engelsstimme“ bezeichnet hat, erscheint nun – in bitterer Ironie – als der Fluch des Sängers. Das Lied transzendiert den Textvortrag Glaubrechts und hebt die Wirkung auf eine andere Ebene, dorthin, wo die Ratio ausgespielt hat und nur Emotionen wirken …

_Unterm Strich_

Das Hörbuch kann die von Indriðason beabsichtigte kritische Sozialanalyse nicht leisten, jedenfalls nicht in glaubwürdigem Maße. Dafür wäre schon der ungekürzte Text des Buches nötig. Aber das Hörbuch soll dies auch nicht leisten, sondern soll nach Vorgabe des Verlags nur den Mordfall so interessant und spannend wie möglich präsentieren und einer für den Hörer befriedigenden Auslösung zuführen. Dies gelingt auch, ohne dass der vorgetragene Text zu lang geworden wäre.

Die wichtigste Voraussetzung, dass die Spannung bis zum Schluss aufrechterhalten bleibt, ist die Vielzahl der Kandidaten für die Täterschaft. Wie jeder ordentliche und achtbare Krimiautor legt Indriðason eine Reihe falscher Fährten aus. Die Hauptarbeit liegt nun darin herauszufinden, welche Fährte am wahrscheinlichsten zum richtigen Täter führt. James Patterson hätte gewiss gleich zwei Top-Kandidaten präsentiert, von denen der erste Verhaftete garantiert der falsche gewesen wäre. Dazu lässt es Indriðason nicht kommen. Für ihn ist ein Krimi eine zu ernste Sache, um mit dem Leser Katz und Maus zu spielen.

Frank Glaubrechts sonore Stimme – man stelle sich den Klang von Al Pacino in „The Insider“ vor – trägt die Geschichte, die Indriðason spinnt, ausgezeichnet und ohne je die für die Geschichte und den Ermittler notwendige Autorität und Ruhe zu verlieren. Dennoch entwickelt sein Vortrag zusammen mit der Handlung eine tiefere psychologische Dimension, die sich in der zunehmenden Emotionalität in seiner Stimme äußert – ein gewisses zusätzliches Vibrato, das ich vernommen zu haben glaube. Das i-Tüpfelchen liefert, wie gesagt, nicht der Sprecher, sondern das Lied am Schluss. Der Knabensopran hat das letzte Wort, als spreche das Opfer noch einmal und als sei der Kommissar/Autor lediglich der „Sprecher für die Toten“.

|Umfang: 235 Minuten auf 4 CDs|

[NEWS] Arnaldur Indriðason – Der Reisende

Reykjavík, 1942. Ein Handelsreisender wird in einer Wohnung in der Innenstadt ermordet. Der gezielte Schuss in den Kopf erinnert an eine Hinrichtung. Der Verdacht der Polizei fällt sofort auf die ausländischen Soldaten, die während der Kriegsjahre die Straßen Reykjavíks bevölkern. Thorson, kanadischer Soldat mit isländischen Wurzeln, und Flóvent von der Reykjavíker Polizei nehmen die Ermittlungen auf. Steht der Mord mit Spionagetätigkeiten auf Island in Verbindung? – Ein Fünf-Sterne-Island-Krimi
(Verlagsinfo)


Taschenbuch: 416 Seiten
Bastei Lübbe

[NEWS] Arnaldur Indriðason – Der Reisende (Flovent Thorson 1)

Reykjavík 1941. Ein Handelsreisender wird mitten in der Stadt in seiner kleinen Wohnung tot aufgefunden. Er wurde mit einem Pistolenschuss in den Kopf getötet. Die Polizei ist gleich vor Ort und der Verdacht fällt auf die ausländischen Soldaten, die während der Kriegsjahre die Straßen Reykjavíks bevölkern. Thorson, neu bei der Polizei, und sein erfahrener Kollege Flovent nehmen die Ermittlungen auf. Schon bald stoßen sie auf eine heiße Spur … (Verlagsinfo)

Gebundene Ausgabe: 432 Seiten
Originaltitel: þýska húsið
Bastei Lübbe

Arnaldur Indridason – Schattenwege

Die Liebe der GIs: eine Vergewaltigung Islands

„Ein alleinstehender Mann wird ermordet in seiner Wohnung entdeckt. Auf seinem Tisch liegen Zeitungsberichte über einen Mordfall aus den Kriegsjahren: Die junge Rósmunda war damals am Nationaltheater in Reykjavik aufgefunden worden. Die Wohnung des alten Mannes wirkt abgesehen von diesen Artikeln unverdächtig.

Bei einem gemeinsamen Essen mit seiner Ehemaligen Marta erfährt der pensionierte Polizist Konrad von dem Fall. Als sie ihm von den Zeitungsberichten erzählt, wird er hellhörig, denn dieser Fall ist ihm aus seiner Kindheit bekannt…“ (Verlagsinfo)

Konrad bietet der völlig überlasteten Marta an, sich in dem Mordfall umzuhören und stößt auf eine weitere Mordermittlung, die Anfang 1944 ergebnislos verlief. Aber warum wurde der alte mann, der damals einer der Ermittler war, erst jetzt getötet? Er muss auf eine brisante Information gestoßen sein.

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Kriminell gute Weihnachtstipps – Krimi-Tipps

Und zu guter Letzt darf es auch mal unterm Weihnachtsbaum knistern vor Spannung! Hier unsere Krimi-Tipps:

Robert B. Parker – Drei Kugeln für Hawk

Nachdem sein bester Freund Hawk in den Rücken geschossen wurde, während der einen Buchmacher beschützte, begibt sich der Bostoner Privatdetektiv Spenser mit dem genesenen Hawk auf einen Rachefeldzug gegen die Hintermänner dieses feigen Anschlags. Wie sich herausstellt, handelt es sich um Ukrainer, der von Marshport aus operieren. Aber wieso lässt Tony Marcus, der Gangsterboss von Boston, sie das überhaupt tun?

Parkers Detektiv-Krimis sind nie einfach, sondern vielmehr komplex, und stets engagiert. Frauen spielen wider Erwarten eine wichtige Rollen: Sie analysieren die beiden Helden und reagieren auf sie.
Unsere Rezi

Ace Atkins – Robert B. Parkers Cheap Shot: A Spenser Novel

Polizei-Chef Jesse Stone steht mächtig unter Druck. Der Mord an einem stinkreichen Talkshow-Moderator erschüttert das kleine Städtchen Paradise. Mit seiner scharfen Zunge hat sich Walton Weeks zu Lebzeiten zahlreiche Feinde gemacht. Ein vertrackter Fall für Jesse Stone, zumal das Medieninteresse an dem Mord gewaltig ist. Als auf dem Höhepunkt des Presserummels eine weitere Leiche gefunden wird, will die Öffentlichkeit ganz schnell einen Täter präsentiert bekommen, aber Jesse Stone ermittelt unbeirrt weiter.

Polizeichef Jeff Stone ist aus unzähligen Wiederholungen seiner Verfilmungen durchaus eine bekannte Krimifigur. Anders als Kommissar Schimanski ist er entwurzelt, versucht aber dennoch das Richtige zu tun. Sein Codex ist komplex und hält Überraschungen bereit.
Unsere Rezi

Robert Ludlum, Eric van Lustbader – Die Bourne-Vergeltung

Jason Bourne ist am Boden zerstört, als seine Gefährtin, die Mossad-Agentin Rebekka, bei einem gemeinsamen Einsatz in Mexiko getötet wird. So nimmt er den Auftrag an, für den ihn der Chef des israelischen Geheimdienstes gewinnen will: den chinesischen Minister Ouyang Jidan auszuschalten, der nicht nur für Rebekkas Tod verantwortlich zeichnet, sondern mit seinen dunklen Plänen eine Bedrohung für die gesamte westliche Welt darstellt.

Bourne ist hier nicht mehr der ferngesteuerte Superkiller, sondern ein Mann, der die Wahrheit aufdeckt und es mit dem Herz der Finsternis aufnimmt. In diesem Band spielen Frauen erstmals eine ausnehmend wichtige Rolle für die Entwicklung der Handlung.

Unsere Rezi

Arnaldur Indriadson – Nacht über Reykjavik

Der junge, grüblerisch veranlagte Erlendur Sveinsson hat vor Kurzem seine Tätigkeit als Streifenpolizist in Reykjavík aufgenommen. In den Nachtschichten lernt er die dunklen Seiten der isländischen Hauptstadt kennen: betrunkene Autofahrer, häusliche Gewalt, Einbrüche, Drogenhandel. Ihn bewegt das Schicksal von Randfiguren der Gesellschaft. An einem Wochenende wird ein Obdachloser in einem Tümpel am Stadtrand ertrunken aufgefunden, und eine junge Frau verschwindet spurlos. Beide Fälle lassen Erlendur keine Ruhe, und er beginnt auf eigene Faust zu ermitteln …

Dieser Krimi bietet quasi ein Prequel für Indridasons lange Serie über Kommissar Erlendur Sveinsson, die 2013 mit „Eiseskälte“ (siehe dort) abgeschlossen wurde. Der Band nimmt den Leser zurück in die seltsamen 1970er Jahre und den Fan zu den Anfängen seines Lieblingskommissars – der hier noch ganz normal Streife fährt.

Unsere Rezi

Andrea Camilleri – Das Lächeln der Signorina: Commissario Montalbano lässt sich blenden

Eine Serie von Diebstählen sorgt für Aufregung im sizilianischen Vigàta. Als Commissario Montalbano im Rahmen der Ermittlungen Bekanntschaft mit der jungen Angelica Cosulich macht, fühlt er sich schlagartig in seine Jugend zurückversetzt: Mit ihrem wallenden Blondhaar erinnert ihn die schöne Angelica an die Heldin selben Vornamens aus Ariosts Epos „Der rasende Roland“, die ihm seinerzeit die Träume versüßt hat. Doch hinter dem betörenden Lächeln der Signorina verbirgt sich ein gefährliches Geheimnis…

Auf vielschichtige und gekonnte Weise verknüpft der italienische Altmeister Montalbanos Erleben der aktuellen Ermittlung und fatalen Liebe mit jenen Jugendtagen, als der junge Salvo noch von heroischen Frauen träumte. Darf ihn diese Sehnsucht blenden? Natürlich nicht. Doch wer wird ihn davor bewahren?

Unsere Rezi

Hörbuch

Arthur Conan Doyle – Der Daumen des Ingenieurs (Sherlock Holmes 19)

Der junge Ingenieur Victor Hatherley befindet sich in finanziellen Schwierigkeiten und entschließt sich daher, einen äußerst mysteriösen – und dem nächtlichen – Auftrag anzunehmen. Als er am nächsten Morgen wieder zu sich kommt, fehlt ihm einer seiner Daumen…

Dies ist zwar nicht der bekannteste Fall des Meisterdetektivs, doch in der Inszenierung durch Titania Medien wird eine packende Erzählung daraus: Ein scheinbar harmloser Auftrag entpuppt sich nach und nach als tödliche Falle – in einer Hochdruckpresse…

Unsere Rezi

[NEWS] Arnaldur Indriðason – Schattenwege

Ein Mann wird in seiner Wohnung in Reykjavík ermordet aufgefunden. Auf seinem Schreibtisch liegen Zeitungsausschnitte aus den Kriegsjahren, die von einem brutalen Mord berichten: Ein Mädchen wurde damals mitten in der Stadt erdrosselt, dort, wo in jener Zeit das Lager des amerikanischen Militärs war. Konráð, ein pensionierter Polizist, erfährt davon, und seine Neugier erwacht. Er hatte schon früher von dem ermordeten Mädchen gehört – aber warum sollte jemand Berichte über ihren Tod so lange Zeit aufbewahren? Wochenlang Platz 1 der isländischen Bestsellerliste Mit dem Premio RBA de Novela Negra 2013 ausgezeichnet. (Verlagsinfo)

Gebundene Ausgabe: 432 Seiten
Originaltitel: Skuggasund
Bastei Lübbe

Arnaldur Indriðason – Eiseskälte: Erlendur Sveinssons 11. Fall: Island-Krimi

Gruselkrimi: Von Untoten, Grabräubern und der Liebe der Fischer

Ohne Abschied zu nehmen, ist Kommissar Erlendur in die Ostfjorde gereist – dorthin, wo er als Kind seinen kleinen Bruder im Schneesturm verloren hat. Jahrzehnte zuvor hatten sich hier dramatische Szenen abgespielt: Englische Soldaten gerieten in ein tödliches Unwetter und eine junge Frau verschwand spurlos. Deren Schicksal zieht Erlendur in seinen Bann: Er will unbedingt herausfinden, was sich damals zugetragen hat, so schmerzlich es für ihn auch sein mag, Ereignisse aus dieser Zeit ans Licht zu bringen. (Verlagsinfo)

Arnaldur Indriðason – Eiseskälte: Erlendur Sveinssons 11. Fall: Island-Krimi weiterlesen

Arnaldur Indridason – Nacht über Reykjavik

Der Kommissar in jungen Jahren: ein unkonventioneller Ermittler

Der junge, grüblerisch veranlagte Erlendur Sveinsson hat vor Kurzem seine Tätigkeit als Streifenpolizist in Reykjavík aufgenommen. In den Nachtschichten lernt er die dunklen Seiten der isländischen Hauptstadt kennen: betrunkene Autofahrer, häusliche Gewalt, Einbrüche, Drogenhandel. Ihn bewegt das Schicksal von Randfiguren der Gesellschaft. An einem Wochenende wird ein Obdachloser in einem Tümpel am Stadtrand ertrunken aufgefunden, und eine junge Frau verschwindet spurlos. Beide Fälle lassen Erlendur keine Ruhe, und er beginnt auf eigene Faust zu ermitteln … (Verlagsinfo)

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[NEWS] Arnaldur Indriðason – Nacht über Reykjavik

Der junge, grüblerisch veranlagte Erlendur Sveinsson hat vor Kurzem seine Tätigkeit als Streifenpolizist in Reykjavík aufgenommen. In den Nachtschichten lernt er die dunklen Seiten der isländischen Hauptstadt kennen: betrunkene Autofahrer, häusliche Gewalt, Einbrüche, Drogenhandel. Ihn bewegt das Schicksal von Randfiguren der Gesellschaft. An einem Wochenende wird ein Obdachloser in einem Tümpel am Stadtrand ertrunken aufgefunden, und eine junge Frau verschwindet spurlos. Beide Fälle lassen Erlendur keine Ruhe, und er beginnt auf eigene Faust zu ermitteln … (Verlagsinfo)

Gebundene Ausgabe: 384 Seiten
Originaltitel: Reykjavikur naetur
Lübbe Ehrenwith

[NEWS] ARNALDUR INDRIÐASON – Abgründe

Arnaldur Indriðasons Islandkrimi „Abgründe“ gibt es bei Bastei Lübbe nun auch als Taschenbuch.

Island 2005 – die Wirtschaft boomt. Ehrgeizige Unternehmer machen durch clevere Finanzgeschäfte weltweit von sich reden. Ganz Island bewundert seine „Expansionswikinger“. In dieser Zeit des unbegrenzten Wachstums stürzt ein Banker von einer Steilklippe in den Tod. Ein Unfall? Kurz darauf wird eine junge Frau von einem Schuldeneintreiber zu Tode geprügelt. Beide Ereignisse scheinen zunächst nichts miteinander zu tun zu haben. Nur eines ist sicher, Geld spielt in beiden Fällen die entscheidende Rolle.
(Verlagsinfo)

Taschenbuch, 432 Seiten
Originaltitel: Svörtuloft

Arnaldur Indriðason – Codex Regius

Die anfänglich akademische Jagd auf eine mittelalterliche Handschrift entwickelt sich zum mörderischen Kampf mit fanatischen Alt-Nazis und Geheimbündlern, die ihre Teilnehmer in den 1950er Jahren durch Skandinavien und Zentraleuropa bis auf die ferne Insel Island führt … – Spannende Mischung aus ‚literarischem‘ Historienkrimi und „Coming-of-Age“-Story, die anders als (viel zu) viele Mystery-Munkel-Thriller talentfreier Dan-Brown-Klone den simplen aber gut umgesetzten Plot schlüssig mit der historischen Realität verzahnt.
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Arnaldur Indriðason – Todeshauch [Erlendur 4]

Am Rand von Reykvavík, der Hauptstadt von Island, wird eine vor vielen Jahren verscharrte Leiche entdeckt. Die Aufklärung dieses Falls gestaltet sich für die Männer und Frauen um Kommissar Erlendur schwierig, doch Stück für Stück kommt eine alte Familientragödie zum Vorschein, die es schwerfallen lässt, Tätern von Opfern zu unterscheiden … – Ausgezeichneter Thriller, der dem in Deutschland beliebten, aber inzwischen arg strapazierten „Skandinavien-Krimi“ neuen Glanz verleiht. Indriðason gelingt das Kunststück, eine an sich bedrückende Geschichte spannend und sogar mit trockenem Witz zu erzählen: die beste Begründung dafür, wieso der Verfasser längst kein Geheimtipp mehr ist. Arnaldur Indriðason – Todeshauch [Erlendur 4] weiterlesen

Arnaldur Indriðason – Nordermoor [Erlendur 3]

In der isländischen Hauptstadt Reykvavík wird ein alter Mann umgebracht. Das Opfer war ein Gewaltverbrecher, der vom Gesetz gedeckt wurde, bis ihn nun die Vergeltung ereilte. Kommissar Erlendur Sveinsson folgt hartnäckig den Spuren eines Verbrechens, das alle Beteiligten gern unter den Teppich gekehrt sähen … – Endlich wieder ein Krimi aus Skandinavien, der die kollektiven Vorschussbeeren verdient, die hierzulande für Texte aus dem Norden allzu großzügig vergeben werden. Tragik, Spannung, dazu ein leiser aber kundig eingesetzter Humor: „Nordermoor“ ist das gelungene deutsche Debüt eines Schriftstellers, der sein Handwerk versteht.
Arnaldur Indriðason – Nordermoor [Erlendur 3] weiterlesen