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Doyle, Arthur Conan – geheimnisvolle Kiste, Die

_Beklemmend: Terroristen an Bord?_

Auf einer Seereise beobachtet der Schriftsteller Hammond zwei finstere Kerle, die sich an einer kleinen geheimnisvollen Kiste zu schaffen machen, die sie mit an Bord brachten. Für Hammond steht fest: Es muss eine Bombe sein. Zusammen mit seinem Freund Dick Martin versucht er die drohende Katastrophe zu verhindern und belauscht die Männer, fordert sie sogar mit Worten heraus. Schließlich muss er seine Feigheit überwinden und den Kampf mit ihnen aufnehmen. Da macht er eine überraschende Entdeckung.

_Der Autor_

Sir Arthur Conan Doyle lebte von 1859 bis 1930 und gelangte mit seinen Erzählungen um den Meisterdetektiv Sherlock Holmes zu Weltruhm. Dabei begann der Mediziner, der eine eigene Praxis hatte, erst 1882 mit dem Schreiben, um sein Einkommen aufzubessern. Neben mystischen und parapsychologischen Themen griff er 1912 auch die Idee einer verschollenen Region (mit Dinosauriern und Urzeitmenschen) auf, die von der modernen Welt abgeschnitten ist: [„The Lost World“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=1780 erwies sich als enorm einflussreich und wurde schon dreizehn Jahre später von einem Trickspezialisten verfilmt.

_Der Sprecher_

Philipp Schepmann, Jahrgang 1966, erhielt seine Ausbildung als Schauspieler an der renommierten Folkwang-Schule in Essen. Er ist laut Verlagsangaben verheiratet, Vater von drei Kindern und lebt in Bergisch Gladbach bei Köln. Schepmann arbeitet als Sprecher und Schauspieler für Film, Funk und Theater. Er hat u. a. die kompletten Narnia-Chroniken als Lesung aufgenommen (bei |Brendow|).

Regie führte die Übersetzerin Daniela Wakonigg, die Tontechnik und Musikeinspielungen steuerte Peter Harrsch.

_Handlung_

Es ist Mittwoch neun Uhr in der Frühe, als der Ozeandampfer „Sparta“ vom Bostoner Hafen aus in See stechen soll, um nach Großbritannien zu fahren. In letzter Sekunde springen noch zwei Männer an Bord, die dem Schriftsteller und Ich-Erzähler Hammond dadurch auffallen und in Erinnerung bleiben. Hammond ist eigentlich Brite von Geburt, wurde aber von amerikanischen Bürgern adoptiert und, nach Jahren an einem englischen Internat, in den USA zum Schriftsteller. Er bezeichnet sich selbst als neurotisch und ängstlich von Natur aus. Positiv zu vermerken ist jedoch seine Neugier auf charakteristische Gesichtszüge, quasi eines seiner Hobbys.

Da er gerne abseits steht, zieht er sich hinter einen Stapel Gepäck zurück. So ungesehen, wird er Zeuge des ersten Gesprächs, das die beiden Spätankömmlinge nahe seinem Ohr führen. Der Große nennt sich Flanigan und ist offenbar ein Ire, und von den Iren weiß alle Welt, dass sie mit allen Mitteln um ihre Unabhängigkeit von den Briten kämpfen. Der Kleine heißt Müller, ist offenbar ein Deutscher, und von denen weiß ja alle Welt, dass sie sozialistisch gesinnt sind (man denke nur an Marx, Engels und Lassalle).

Die beiden haben eine kleine, etwa 30 Zentimeter lange Holzkiste an Bord geschmuggelt, in die sie nun ein weißes Granulat schütten, woraufhin es darin klickt. Auf der Kiste sitzt ein speziell angefertigter Auslöser. O mein Gott, eine Höllenmaschine!, schießt es Hammond durch den Kopf, und seine Eingeweide scheinen sich zu verflüssigen. Während die beiden Terroristen unter Deck gehen, versucht sich Hammond, der Feigling, wieder in die Gewalt zu bekommen. Was soll er tun?

Da begegnet ihm zufällig sein alter Freund aus Internatstagen Dick Martin. Der ist zum Glück das genaue Gegenteil unseres Neurotikers: heiter, zuversichtlich, zupackend – und gelassen. Er tut Hammonds unbewiesene Befürchtungen ab, will ihnen aber trotzdem nachgehen, um seinen Freund zu beruhigen. Zusammen wollen sie die beiden vermeintlichen Terroristen beobachten und wenn möglich sogar verbal herausfordern, damit diese sich als Übeltäter verraten.

Im Raucherzimmer setzt sich das dynamische Duo in die Nähe der beiden zwielichtigen Gestalten, um ihnen zu lauschen. Flanigan und besonders Müller führen seltsame Reden, worin sie das Erscheinen einer „geheimnisvolle Macht“ erwähnen, und zwar noch heute Nacht! Hammond wird schon wieder ganz anders, aber Martin weist darauf hin, dass es sich immer noch um ein Missverständnis handeln können.

Sie sehen die beiden Männer erst wieder beim Abendessen, wo sie sie in das Gespräch verwickeln, das der Kapitän des Dampfers, seinem Rang gemäß, leitet. Keck bringt Hammond die Sprache auf Terroristen, und der Kapitän tut diese Gefahr als vernachlässigbar ab, doch Flanigan verteidigt die Ehre der so genannten irischen „Freiheitskämpfer“ und spricht ihnen einen gewissen Mut im Kampf für ihr Ideal nicht ab. Hammond glaubt, dass sich damit Flanigan endgültig verraten habe. Doch wie sieht es mit der Verantwortung aus, die aus diesem Wissen resultiert? Liegt diese nicht in den Händen der ach so fähigen Schiffsoffiziere?

Auch der strahlende Sonnenuntergang beruhigt Hammonds Nerven und er tröstet sich mit Philosophie. Dick Martin, der sich mit Flanigan unterhalten hat, fordert Hammond direkt auf, sich an den Kapitän zu wenden. Doch der Hasenfuß will abwarten, bis der Schiffsführer seinen Disput über eine nautische Frage beendet hat, und lauert in einem Rettungsboot auf ihn.

Es wird Abend, es wird Nacht, und bevor sich Hammond an den Kapitän wenden kann, treten Flanigan und Müller direkt ans Rettungsboot, in dem Hammond lauert, und bereiten die „Sache“ vor, wegen der sie an Bord gekommen sind. Der Countdown beginnt: noch fünf Minuten. Sie ziehen die ominöse kleine Kiste hervor und stellen sie auf. Noch drei Minuten – es ist alles bereit für das große Ereignis.

Hammond schwitzt inzwischen bereits Blut und Wasser, und als der Countdown bei eineinhalb Minuten steht, springt er aus seinem Versteck, um die „Terroristen“ zur Rede zu stellen und aufzuhalten. Doch er kann das „Ereignis“ nicht mehr verhindern. Da passiert etwas völlig Unerwartetes.

_Mein Eindruck_

Diese Geschichte des Schöpfers von Sherlock Holmes und Dr. Watson ist eine der frühesten veröffentlichten Erzählungen Doyles, geschrieben nur kurze Zeit nach seinen eigenen Seereisen als Schiffsarzt. Sie erschien 1881 erstmals in der Weihnachtsausgabe der „London Society“ und wurde 1890 als Teil des Erzählbandes „The Captain of the Pole Star and Other Tales“ in Buchform verlegt.

Die Geschichte ist in zweierlei Hinsicht interessant. Erstens zeichnet Doyle mit der Figur des Hammond bereits den deduktiven Geist seines späteren Meisterdetektivs vor. Anders als in den Holmes-Storys werden diese Fähigkeiten hier jedoch satirisch gebrochen. Hammond ist kein Genie und mutiger Kämpfer, sondern ein neurotischer Anti-Held, und obwohl seine Schlussfolgerungen logisch einwandfrei sind, ist am Ende doch alles ganz anders, als er denkt. Immerhin teilt er mit Holmes das Interesse an „charakteristischen Gesichtszügen“, denn diese scheinen ihm Aufschluss über den Charakter eines Menschen zu geben.

Dies ist also der Aspekt, WIE die Geschichte erzählt wird. Der zweite Aspekt betrifft den Inhalt der Geschichte. Da es um vermeintliche Terroristen geht, entpuppt sich die Story als in höchstem Maße aktuell. Wie würde ich, als Zeitgenosse von Al-Qaida und Co., mich verhalten, wenn ich von einer Bombe erführe? Würde ich zur Polizei rennen, obwohl ich eventuell ein Hasenfuß bin? Oder würde ich mich den vermeintlichen Schurken heroisch in den Weg stellen, um ihnen bei ihrem Tun in die Hand zu fallen?

|Anarchie!|

Der Grund, warum der Ich-Erzähler überhaupt auf die Idee kommt, es könne sich bei der geheimnisvollen Kiste um eine Höllenmaschine handeln, sind nicht nur die aufgeschnappten Gesprächsfetzen, die aus dem Zusammenhang gerissen sind, sondern auch das allgemeine Wissen um sogenannte Terroristen. In Russland werden von Anarchisten Attentate verübt (denen später ein Zar zum Opfer fällt), in Deutschland gewinnen die Sozialisten unter Lassalle an Einfluss, in Irland sind die aufrührerischen Rebellen am Werk (die schließlich ihre Unabhängigkeit erkämpfen).

Das gesamte spätviktorianische Zeitalter ist im Umbruch. Auch in England dürfte es erhebliche Unruhen gegeben haben, und ein kurzer Blick in die Chroniken würde darüber Klarheit verschaffen, dass beispielsweise die Fabian Society, der H. G. Wells und George Bernard Shaw angehörten, sich für soziale Reformen einsetzte.

|Aufklärung|

Hammonds Furcht stützt sich also nicht auf Beweise, sondern a) auf die allgemeine Lage und b) auf aufgeschnappte und beobachtete Hinweise. Beide verursachen bei dem Neurotiker akute Paranoia. Er glaubt, noch heute werde der Untergang des Schiffes herbeigeführt (das hier für eine Nation stehen kann). Als am Schluss das Geheimnis gelüftet wird, sieht er sich natürlich blamiert. Die beiden Gentlemen Flanigan und Müller haben zwar etwas Bahnbrechendes vollbracht, doch hat es ganz und gar nichts mit Höllenmaschinen zu tun. Ein Zeitungsartikel setzt den Leser bzw. Hörer davon in Kenntnis, welche Bedeutung das Treiben der beiden Gentlemen hat. (Und wer das genau wissen will, der höre sich die Story an oder lese sie nach.)

|Sherlock|

Schon in dieser Story macht Doyle wie in vielen seiner Holmes-Storys deutlich, dass es nicht genügt, Hinweise und Indizien zu sammeln und sie mittels deduktivem Denken mit einer Bedeutung zu versehen. Nein, der Beweis muss erbracht werden, dass es sich wie gedacht verhält. Wie dieser Beweis zu erbringen ist, dafür gibt es verschiedene Mittel und Wege. Zum Glück wählt Holmes stets die aktive Vorgehensweise statt passiv herumzusitzen und auf Beweise zu warten, wie Hammond es tut.

|Der Sprecher|

Philip Schepmann verfügt über eine ähnlich große Fähigkeit, seine Stimme zu verstellen, wie Rufus Beck. Jede Figur erhält so ihre eigene charakteristische Stimmfärbung, um sie kenntlich zu machen. Und das sind eine Reihe unterschiedlichster Stimmen. Flanigan spricht ebenso tief wie der Kapitän, doch grob und barsch, während der Kapitän voll Zuversicht und Autorität formuliert. Auch Dick Martin gehört in diese Kategorie.

Ganz anders hingegen die beiden nervösen Typen Hammond und Müller. Ihre Stimmlage ist etwas höher: Hammond klingt etwas quengelig, wohingegen Müller wieder ungehobelt und nervös lamentiert oder droht. Eine Frau kommt im ganzen Text jedoch nicht vor.

Man muss allerdings schon genauer hinhören, um diese Unterschied im stimmlichen Ausdruck herauszuhören. Denn Schepmann tut alles, nur nicht übertreiben. Das überlässt er anderen Sprechern und tut es selbst höchstens in Kinderhörbüchern. In einer Erzählung über wohlerzogene Viktorianer ist Übertreibung jedoch in jedem Falle unangebracht.

|Geräusche|

Die vielfältigen Geräusche verleihen der Geschichte das Flair eines Kinofilms. Schon der erste Ton, den wir hören, ist das tiefe Nebelhorn eines Dampfers. Eine Schiffsglocke ertönt ebenso wie Möwengeschrei, später klappert Besteck auf Tellern, und im Raucherzimmer ist leise tickend eine Wanduhr zu vernehmen. An Deck selbst ist häufig eine steife Brise zu hören, wie es ja auch in der Realität der Fall wäre. Die Geräusche und Hintergrundstimmen – wie etwa amerikanisch quasselnde Passagiere – sind so dezent eingesetzt, dass sie niemals den Vortrag des Textes beeinträchtigen.

|Musik|

Die Musik ist ebenso dezent und steuert die Emotionen des Zuhörers auf fast unmerkliche Weise. Doch der Fachmann hört heraus, wann ein Moment heiter und dynamisch, ein anderer hingegen traurig, besinnlich oder gar verzweifelt klingen soll. Die Gemütlichkeit einer Schiffsreise wird ebenso ausgedrückt wie der dramatische Moment der vermeintliche Katastrophe oder vielmehr die Anbahnung desselben. Zum Einsatz kommen ausschließlich klassische Instrumente wie etwa Piano, Harfe und Oboe, aber auch ein Xylophon ist häufig zu vernehmen. Das Outro wird wieder von einem sanften Walzer bestritten.

|Das Booklet|

Das vierseitige Booklet erfreut mit umfassenden Informationen über den Autor Conan Doyle (s. o.) und einer Inhaltsangabe, die nicht zu viel verrät. Außerdem wird ein Interpretationsansatz geliefert, der dem einen oder anderen Literaturstudenten hilfreiche Hinweise liefern kann. Als i-Tüpfelchen verrät das Booklet auch, wann und wo der Text zuerst erschien und gedruckt wurde – so viel Service findet man bei Single-CD-Hörbüchern selten.

_Unterm Strich_

Die inszenierte Lesung lässt sich am ehesten als Vorstufe zu den Sherlock-Holmes-Geschichten verstehen, die den Autor später berühmt und wohlhabend machen sollten. Die Thematik ist durchaus aktuell, insofern als hier das Thema Terrorismus aufgegriffen wird – welches sich dann aber als völlig harmlos herausstellt. Der Ich-Erzähler wendet bereits Deduktion und Scharfsinn an, doch seine Befürchtungen werden von Leuten besänftigt, die Ruhe und Gelassenheit ausstrahlen, so wie später Dr. John Watson.

Der Unterhaltungswert ist nicht gerade hoch, denn so etwas wie dramatische Action gibt es lediglich am Schluss, und auch diese entpuppt sich als relativ unbegründet. So lässt sich die Geschichte am ehesten als eine Studie in Psychologie und Zeitstimmung – Freiheitsbewegungen, Anarchisten usw. – genießen und akzeptieren. Dass sie sprachlich gut formuliert und geschickt erzählt ist, versteht sich bei einem Autor wie Doyle fast von selbst. Die akustische Untermalung wechselt zwischen behaglicher Gemütlichkeit und dramatischer Bewegung, so dass für Abwechslung gesorgt ist.

Das Hörbuch wurde von Daniela Wakonigg und Peter Harrsch sauber produziert und mit einem informativen Booklet ausgestattet. Der Gesamteindruck ist tadellos.

|Originaltitel: That little square box, 1881
Aus dem Englischen übersetzt von Daniela Wakonigg
55 Minuten auf 1 CD|
http://www.stimmbuch.de

Doyle, Arthur Conan – Im Zeichen der Vier

_Unterhaltsamer Nostalgie-Krimi in zeitgenössischer Übersetzung_

Vier Jahre nach dem rätselhaften Verschwinden ihres Vaters hat Mary Morstan von einem Unbekannten ein Geschenk erhalten: eine sehr große, prächtige Perle. Jahr für Jahr hat sich das wiederholt. Doch nun, im Jahr 1888, ist sie aufgefordert worden, sich noch am selben Abend mit dem unbekannten Spender zu treffen. Sie bittet Sherlock Holmes um Hilfe. Holmes und Dr. Watson begleiten sie zum Rendezvous mit dem Unbekannten. Damit beginnt die Suche nach dem riesigen, fluchbeladenen Agra-Schatz. Eine Suche, die mit einer nächtlichen Verfolgungsjagd auf der Themse ihren gefährlichen Höhepunkt erreicht. (abgewandelte Verlagsinfo)

Dies ist der zweite Teil der Gesamtausgabe der Sherlock-Holmes-Serie, die Prof. Volker Beuhaus bei |Delta Music| herausgibt. Auf dem Titel ist als Autor ein gewisser „C. Doyle“ angegeben, nicht Arthur Conan Doyle. Das spricht nicht gerade für editorische Sorgfalt.

_Der Autor_

Sir Arthur Conan Doyle lebte von 1859 bis 1930 und gelangte mit seinen Erzählungen um den Meisterdetektiv Sherlock Holmes zu Weltruhm. Dabei begann der Mediziner, der eine eigene Praxis hatte, erst 1882 mit dem Schreiben, um sein Einkommen aufzubessern. Neben mystischen und parapsychologischen Themen griff er 1912 auch die Idee einer verschollenen Region (mit Dinosauriern und Urzeitmenschen) auf, die von der modernen Welt abgeschnitten ist: [„The Lost World“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=1780 erwies sich als enorm einflussreich und wurde schon 13 Jahre später von einem Trickspezialisten verfilmt. Schon 1913 ließ Doyle eine Fortsetzung unter dem Titel „The Poison Belt“ (dt. als „Im Giftstrom“, 1924) folgen.

_Der Sprecher_

Der Schauspieler Peter Lieck hatte an verschiedenen Theaterbühnen Deutschlands Engagements. Seit vielen Jahren ist er für den Rundfunk tätig: mit Romanlesungen, Gedichten, Hörspielen wie etwa Goethes „Dichtung und Wahrheit“, Flauberts „Erziehung des Herzens“ und Romanen von Saul Bellow. Er tritt in Köln auf der Bühne auf, macht noch szenische Lesungen von Saint-Exupérys „Der kleine Prinz“. Auf der Rückseite des Hörbuchalbums ist sein Foto abgedruckt.

Zu Regie und Tonmeister liefert das Hörbuch keine Angaben.

_Handlung_

Die Chronologie der Ereignisse wird in der berühmten Erzählung bzw. im Hörbuch ziemlich verschachtelt und häppchenweise vorgelegt. Daher versuche ich, ein wenig Licht in diesen Dschungel zu bringen, ohne das Meiste zu verraten.

Es waren einmal zwei dicke Freunde, die als Gefängnisaufseher auf den anglo-indischen Andamanen-Inseln arbeiteten: Sholto und Morstan. Durch glückliche Umstände gelangten sie in den Besitz eines großen Schatzes, den sie sich brüderlich teilen wollten. Doch es kam alles ganz anders …

Am 18. April 1882 kehrt Bartholomew Sholto vom Studium in sein Elternhaus Pondycherry Lodge in der Nähe von London zurück. Sein Zwillingsbruder Thaddeus ist froh, ihn wiederzusehen, denn in letzter Zeit leidet ihr Vater an einem beunruhigenden Verfolgungswahn. Er hat zwei Preisboxer als Leibwächter eingestellt, nachdem er Eindringlinge am Fenster gesehen habe. Insbesondere Einbeinige lasse er verfolgen. Da bringt der Butler einen Brief aus Indien, der Major Sholto in Angst und Schrecken versetzt: Eine Gruppe, die sich „Das Zeichen der Vier“ nennt, hat darin gedroht, sich das, was er geraubt habe, zurückzuholen und ihn für seinen Verrat zu bestrafen. Er erleidet einen Schwächeanfall, flüstert noch ein paar letzte Worte von einem „Schatz“ und einer Mary Morstan – und gibt den Löffel ab.

1888, sechs Jahre später.

Eben jene Mary Morstan besucht Sherlock Holmes und Dr. John Watson, einen jungen mittellosen Militärarzt, in Holmes‘ Büro in London, Baker Street 221B. Holmes hat sich mal wieder eine seiner, wie Watson sagen würde, „entsetzlichen“ Kokainspritzen gesetzt und ist folglich bester Laune. Diese hebt sich noch viel mehr angesichts des wunderschönen Geschöpfes, das durch seine Tür tritt. Denn im Gegensatz zu manchen Darstellungen in gewissen Filmen ist Holmes kein Griesgram, sondern ein weltzugewandter Genießer, dem nichts lieber ist als eine Herausforderung seiner formidablen geisten Fähigkeiten. Nach Zeiten mentalen Hungers bietet Mary Morstan ihm nun eine leckere Geistes-Mahlzeit: ein Rätsel!

Die Ärmste schlägt sich seit dem Verschwinden ihres Vaters im Jahre 1878 als Gesellschafterin bei Mrs. Cecil Forrester durch, doch seit 1882 erhält sie von einem unbekannten Gönner alljährlich eine wunderschöne Perle geschickt, so dass sich ihr Lebensstandard ein wenig gehoben hat.

Watson und Holmes, die ihre daraus gefertigte Halskette in Augenschein nehmen dürfen, sind völlig von den Socken: edelste Ware, no doubt! Aber deswegen ist Miss Mary nicht hier. Sie hat eine Einladung zu einem geheimen Treffen erhalten. Sie dürfe zwei Freunde, aber keinerlei Polizeibeamte mitbringen. Ob die beiden Herren wohl so nett wären?

Und ob sie wären! Vorsichtshalber nimmt Holmes aber seinen zuverlässigen Revolver mit. Ein Kutscher sammelt sie am Treffpunkt auf und fährt sie in die schlechteren Viertel Süd-Londons. Als ein Inder sie in das Haus einlässt, staunen alle Bauklötze: ein veritabler Palast wie aus dem Orient. Wem gehört die noble Hütte? Es ist Thaddeus Sholto und er hat eine lange Geschichte zu erzählen.

Doch als sie in Pondicherry Lodge eintreffen, um Mary den ihr rechtmäßig zustehenden Schatz zu zeigen, kommen sie zu spät. Jemand ist ihnen zuvorgekommen, was dem armen Bartholomew gar nicht gut bekommen ist: In seinem Hals steckt ein Dorn mit einem tödlichen Gift …

Doch wie konnte der Täter in einen komplett abgeschlossenen Raum eindringen und – vor allem – wieder entkommen? Holmes stellt sich endlich das ersehnte Rätsel: ein klassisches |locked room mystery|!

_Mein Eindruck_

Natürlich ist es von diesem bis zur Ergreifung der Täter noch ein weiter Weg. Und ich kann mit Fug und Recht behaupten, dass sich auch das Anhören der restlichen Handlung lohnt. Die Gehörgänge kommen voll auf ihre Kosten – siehe meine Abschnitte „Musik“ und „Geräusche“. Endlich erfahren wir am Schluss auch, wie alles begann, irgendwo am anderen Ende des Empires, als ein unvorsichtiger Kaufmann seinem Kollegen etwas von einem Schatz zuflüsterte.

Natürlich ist eine Schatzjagd immer ein netter Aufhänger für eine flotte Story, und umso mehr für das viktorianische Publikum, das das angesehene „Strand Magazine“ las, in dem Doyle seine Storys veröffentlichen konnte. Abenteuer, Gefahr, ein waschechter Kannibale – beim Jupiter! Es gibt genügend Unterhaltsames in der Story, um einen Roman daraus zu spinnen.

Doch Doyle lässt auch eine gewisse Kritik an den erschreckenden Zuständen auf den Gefängnisinseln eben dieses British Empires einfließen. Die Schlussrede des Täters ist voller Anklagen, die offenbar allesamt gerechtfertigt sind. Er stellt sich natürlich selbst als Opfer hin, aber es war sicher nicht ungewöhnlich, dass britische Aufseher wie Sholto und Morstan den ihnen ausgelieferten Häftlingen sämtliche Habseligkeiten abnahmen, die sie besaßen. Und dazu gehörte eben auch die Information über den Schatz in der Stadt Agra, wo das Tadsch Mahal steht.

Die Gier nach dem Gold ist das ausschlaggebende Thema hinter der ganzen Schatzsuche. Und bevor die Truhe geöffnet wird, fragt sich vielleicht der eine oder andere Zuhörer, ob der Schatz nicht besser drin bleiben sollte als noch mehr Menschen ins Unglück zu stürzen, beispielsweise die liebliche Miss Morstan …

_Der Sprecher_

Man merkt es dem Sprecher Peter Lieck deutlich an, dass er sowohl Bühnen- als auch Rundfunkerfahrung hat: Er spricht sehr deutlich, macht Pausen zwischen und in den Sätzen, so dass Bedeutungseinheiten klar hervorgehoben werden. Über weniger wichtigen Text wie etwa einen Zeitungsartikel fliegt er schnell hinweg, eben genau so, wie man den Text selber lesen würde.

Dies ist aber nur die eine Seite seiner Kunst. Natürlich sind auch die zahlreich auftretenden Figuren auf eine Weise zu charakterisieren, dass sie der Hörer unterscheiden kann, und zwar jederzeit. Das geht am besten anhand ihrer Stimmhöhe und Sprechweise. Dr. Watson, der Ich-Erzähler, nimmt die Stelle des zweifelnden gesunden Menschenverstandes gegenüber Holmes ein, welcher ein getriebener Junkie der Vernunftarbeit zu sein scheint. Watson, der Gemütsmensch, entwickelt aufgrund seiner Menschlichkeit rasch Beschützergefühle für die liebliche und furchtsam und sanft sprechende Mary Marston.

Während diese beiden Männer einen solides Fundament der zweigeteilten Erkenntnis – reiner Geist (Holmes) und verständiges Gefühl (Watson) – bilden, so stehen ihnen durchweg relativ labile Figuren gegenüber. Da wäre zum einen natürlich der arme Thaddäus Sholto, dessen Bruder sich erhängt. Sholto wird mit einer recht hohen Stimme gesprochen und befleißigt sich einer fast schon greinenden Sprechweise, so wie eben ein alter, hilf- und ratloser Mann angesichts schrecklicher Ereignisse zu sprechen geneigt ist.

Sholtos genaues Gegenteil, aber ebenso wenig verlässlich, ist der brave Scotland-Yard-Inspektor Ethelney Jones. Er kommt brummig und kurzatmig daher, wischt alle anderen Meinungen kurzerhand beiseite und führt sich ganz allgemein auf wie der Elefant im Porzellanladen. Erst als ihm der ratzfatz festgenommene Th. Sholto ein hieb- und stichfestes Alibi vorlegen kann, kommt Jones ins Schwimmen und Schwitzen. Er bittet ein wenig kleinlaut und verlegen den „beratenden“ Detektiv Holmes um Mithilfe in diesem „überaus kniffligen“ Fall. Man kann ihn sich lebhaft als kauzigen Eigenbrötler vorstellen.

Natürlich gibt es nicht nur hilflose Frauen und unausgeglichene Männer, sondern auch robuste Kerle von echtem Schrot und Korn in dieser Geschichte. Da wäre zunächst McMurdo, der Hausdiener von B. Sholto, der zunächst niemandem Einlass gewähren will, doch beim Anblick von Sherlock Holmes sofort auftaut: Er hat Holmes beim Boxen kennen gelernt!

Zudem ist auch der Besitzer des formidablen Spürhundes Toby, ein gewisser Taxidermist namens Sherman, ebenfalls ein Bursche aus dem Volk, der weiß, was ein abgerichteter Hund anrichten kann. Auch hier wirkt der Name „Sherlock Holmes“ ein Wunder. Ganz anders hingegen Jonathan Small. Obwohl ein Mann aus dem Volk und ein rechter Kerl, ist mit ihm nicht gut Kirschen essen: Er ist der Drahtzieher der Attacken „im Zeichen der Vier“. Seine Stimme ist ebenfalls männlich tief, doch seine Ausdrucksweise lässt sehr an Kultiviertheit zu wünschen übrig.

_Unterm Strich_

„Das Zeichen der Vier“ ist eine recht gelungene Umsetzung der klassischen Holmes-Erzählung. Die Story ist, wie nicht anders zu erwarten, einigermaßen spannend, witzig und bis zum Schluss straff inszeniert. Aber es gibt doch einige Längen, die darauf zurückzuführen sind, dass diese Fassung den ungekürzten Text bietet. Und dies auch noch in der Erstübersetzung aus dem 19. Jahrhundert!

Hinzu kommen ein Schuss Romantik (Watson & Morstan – ob das wohl klappt?) und eine Menge erfrischende Ironie an den richtigen Stellen. Holmes‘ Auftritt in Verkleidung, die sowohl Dr. Watson als auch Inspektor Jones täuscht, ist sicher ein Highlight der verblüffenden Effekte, und humorvolle Szenen halten das Zwerchfell auf Trab.

Aber um ehrlich zu sein, hat mir bislang die dramatisch-humorvolle Hörspiel-Inszenierung von |Titania Medien| am besten von allen Hörbuch-Ausgaben dieser Erzählung gefallen.

|300 Minuten auf 4 CDs|

Arthur Conan Doyle – Die Abenteuer des Sherlock Holmes

Sherlock Holmes ermittelt; er jagt keineswegs ausschließlich Verbrecher, sondern löst generell Rätsel aller Art, wobei er problemlos als Detektiv, Richter und Vollstrecker in Personalunion auftreten kann … – Erste und wohl beste Sammlung von Kurzgeschichten um Sherlock Holmes und Dr. Watson; ein Füllhorn klassischer und spannender Fälle, die sich noch heute fabelhaft lesen. Arthur Conan Doyle – Die Abenteuer des Sherlock Holmes weiterlesen

Arthur Conan Doyle – Der Dauer-Patient (Sherlock Holmes 31)

Die große Deduktions-Show des Meisterdetektivs

Dr. Trevelyan wird in der Baker Street vorstellig und berichtet den (wohlbekannten) Bewohnern von Nr. 221B von sehr seltsamen Ereignissen rund um seinen Dauerpatienten Mr. Blessington, welcher ihn protegiert hat und in dem Haus wohnt, in dem der Arzt lebt und seine Praxis führt. Wird der Meisterdetektiv Licht ins Dunkel bringen können?
Arthur Conan Doyle – Der Dauer-Patient (Sherlock Holmes 31) weiterlesen

Arthur Conan Doyle – Das Zeichen der Vier [Sherlock Holmes]

Der jungen Mary Morstan werden Perlen zugesandt. Dies sei der kleine Teil eines Vermögens, um den ihr vor Jahren verschollener Vater geprellt worden sei, informiert sie der anonym bleibende Wohltäter, der nun für Genugtuung sorgen möchte. Mary wendet sich Hilfe suchend an den Beratenden Detektiv Sherlock Holmes, der den interessanten Fall übernimmt und sich rasch in eine turbulent-mörderische Schatzsuche verwickelt sieht … – Zweiter Auftritt von Sherlock Holmes, im Vergleich zum Debüt mit deutlich erkennbaren Fortschritten im Handlungsbogen, der straff in ein spannendes Finale mündet, dem freilich ein allzu ausführliches Erklärbär-Kapitel aufgepfropft wird.
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Arthur Conan Doyle – Der Kapitän der ‘Polestar’ (Gruselkabinett 108)

Tragische Liebe und die Schreie der Todesfee

Im Eismeer 1884: Das Walfänger-Schiff „Polestar“ liegt im Packeis fest. Zur Besatzung gehört auch der Medizinstudent John McAllister Ray, der auf der „Polestar“ als Schiffsarzt angeheuert hat. Unheimliche nächtliche Ereignisse lassen die Mannschaft zunehmend nervöser werden. Hat der Kapitän womöglich seinen Verstand verloren? (Verlagsinfo)

Der Autor

Sir Arthur Conan Doyle lebte von 1859 bis 1930. Er wurde 1859 in Edinburgh geboren, studierte Medizin und praktizierte von 1882 bis 1890 in Southsea. Reisen führten ihn in die Polargebiete und nach Westafrika. und gelangte mit seinen fast 50 Erzählungen und Romanen um den Meisterdetektiv Sherlock Holmes zu Weltruhm. Dabei begann der Mediziner, der eine eigene Praxis hatte, erst 1882 mit dem Schreiben, um seinen Einkommen aufzubessern.

Arthur Conan Doyle – Der Kapitän der ‘Polestar’ (Gruselkabinett 108) weiterlesen

Kriminell gute Weihnachtstipps – Krimi-Tipps

Und zu guter Letzt darf es auch mal unterm Weihnachtsbaum knistern vor Spannung! Hier unsere Krimi-Tipps:

Robert B. Parker – Drei Kugeln für Hawk

Nachdem sein bester Freund Hawk in den Rücken geschossen wurde, während der einen Buchmacher beschützte, begibt sich der Bostoner Privatdetektiv Spenser mit dem genesenen Hawk auf einen Rachefeldzug gegen die Hintermänner dieses feigen Anschlags. Wie sich herausstellt, handelt es sich um Ukrainer, der von Marshport aus operieren. Aber wieso lässt Tony Marcus, der Gangsterboss von Boston, sie das überhaupt tun?

Parkers Detektiv-Krimis sind nie einfach, sondern vielmehr komplex, und stets engagiert. Frauen spielen wider Erwarten eine wichtige Rollen: Sie analysieren die beiden Helden und reagieren auf sie.
Unsere Rezi

Ace Atkins – Robert B. Parkers Cheap Shot: A Spenser Novel

Polizei-Chef Jesse Stone steht mächtig unter Druck. Der Mord an einem stinkreichen Talkshow-Moderator erschüttert das kleine Städtchen Paradise. Mit seiner scharfen Zunge hat sich Walton Weeks zu Lebzeiten zahlreiche Feinde gemacht. Ein vertrackter Fall für Jesse Stone, zumal das Medieninteresse an dem Mord gewaltig ist. Als auf dem Höhepunkt des Presserummels eine weitere Leiche gefunden wird, will die Öffentlichkeit ganz schnell einen Täter präsentiert bekommen, aber Jesse Stone ermittelt unbeirrt weiter.

Polizeichef Jeff Stone ist aus unzähligen Wiederholungen seiner Verfilmungen durchaus eine bekannte Krimifigur. Anders als Kommissar Schimanski ist er entwurzelt, versucht aber dennoch das Richtige zu tun. Sein Codex ist komplex und hält Überraschungen bereit.
Unsere Rezi

Robert Ludlum, Eric van Lustbader – Die Bourne-Vergeltung

Jason Bourne ist am Boden zerstört, als seine Gefährtin, die Mossad-Agentin Rebekka, bei einem gemeinsamen Einsatz in Mexiko getötet wird. So nimmt er den Auftrag an, für den ihn der Chef des israelischen Geheimdienstes gewinnen will: den chinesischen Minister Ouyang Jidan auszuschalten, der nicht nur für Rebekkas Tod verantwortlich zeichnet, sondern mit seinen dunklen Plänen eine Bedrohung für die gesamte westliche Welt darstellt.

Bourne ist hier nicht mehr der ferngesteuerte Superkiller, sondern ein Mann, der die Wahrheit aufdeckt und es mit dem Herz der Finsternis aufnimmt. In diesem Band spielen Frauen erstmals eine ausnehmend wichtige Rolle für die Entwicklung der Handlung.

Unsere Rezi

Arnaldur Indriadson – Nacht über Reykjavik

Der junge, grüblerisch veranlagte Erlendur Sveinsson hat vor Kurzem seine Tätigkeit als Streifenpolizist in Reykjavík aufgenommen. In den Nachtschichten lernt er die dunklen Seiten der isländischen Hauptstadt kennen: betrunkene Autofahrer, häusliche Gewalt, Einbrüche, Drogenhandel. Ihn bewegt das Schicksal von Randfiguren der Gesellschaft. An einem Wochenende wird ein Obdachloser in einem Tümpel am Stadtrand ertrunken aufgefunden, und eine junge Frau verschwindet spurlos. Beide Fälle lassen Erlendur keine Ruhe, und er beginnt auf eigene Faust zu ermitteln …

Dieser Krimi bietet quasi ein Prequel für Indridasons lange Serie über Kommissar Erlendur Sveinsson, die 2013 mit „Eiseskälte“ (siehe dort) abgeschlossen wurde. Der Band nimmt den Leser zurück in die seltsamen 1970er Jahre und den Fan zu den Anfängen seines Lieblingskommissars – der hier noch ganz normal Streife fährt.

Unsere Rezi

Andrea Camilleri – Das Lächeln der Signorina: Commissario Montalbano lässt sich blenden

Eine Serie von Diebstählen sorgt für Aufregung im sizilianischen Vigàta. Als Commissario Montalbano im Rahmen der Ermittlungen Bekanntschaft mit der jungen Angelica Cosulich macht, fühlt er sich schlagartig in seine Jugend zurückversetzt: Mit ihrem wallenden Blondhaar erinnert ihn die schöne Angelica an die Heldin selben Vornamens aus Ariosts Epos „Der rasende Roland“, die ihm seinerzeit die Träume versüßt hat. Doch hinter dem betörenden Lächeln der Signorina verbirgt sich ein gefährliches Geheimnis…

Auf vielschichtige und gekonnte Weise verknüpft der italienische Altmeister Montalbanos Erleben der aktuellen Ermittlung und fatalen Liebe mit jenen Jugendtagen, als der junge Salvo noch von heroischen Frauen träumte. Darf ihn diese Sehnsucht blenden? Natürlich nicht. Doch wer wird ihn davor bewahren?

Unsere Rezi

Hörbuch

Arthur Conan Doyle – Der Daumen des Ingenieurs (Sherlock Holmes 19)

Der junge Ingenieur Victor Hatherley befindet sich in finanziellen Schwierigkeiten und entschließt sich daher, einen äußerst mysteriösen – und dem nächtlichen – Auftrag anzunehmen. Als er am nächsten Morgen wieder zu sich kommt, fehlt ihm einer seiner Daumen…

Dies ist zwar nicht der bekannteste Fall des Meisterdetektivs, doch in der Inszenierung durch Titania Medien wird eine packende Erzählung daraus: Ein scheinbar harmloser Auftrag entpuppt sich nach und nach als tödliche Falle – in einer Hochdruckpresse…

Unsere Rezi

[NEWS] Arthur Conan Doyle – Die Memoiren des Sherlock Holmes: Der Verwachsene & Der niedergelassene Patient

Oliver Kalkofe ist Dr.Watson

„Der Verwachsene“

Der Fall scheint klar: Nach einem Ehestreit wird der Regimentskommandeur Colonel Barclay tot im Salon seines Hauses gefunden. Seine Gattin leidet seitdem an einem schweren Nervenfieber. Hat der verkrüppelte Mann, dem Mrs. Barclay am Vorabend bei einer Wohltätigkeitsveranstaltung begegnet ist, den tödlichen Streit verursacht? Oder weisen die Pfotenabdrücke an den Vorhängen auf den wahren Täter hin?

„Der niedergelassene Patient“

Da bei zwei Einbrüchen bei dem Dauerpatienten Mr. Blessington rätselhafterweise nichts gestohlen wurde, macht sich dessen Hausarzt auf den Weg in die Baker Street. Doch auch Sherlock Holmes und Doktor Watson können den Mord an Mr. Blessington nicht mehr verhindern, nur noch aufklären … (Verlagsinfo)

2 Audio-CDs
Spieldauer: ca, 1:34 Std.
Der Hörverlag

Arthur Conan Doyle – Die fünf Orangenkerne (Sherlock Holmes 17)

Der Fluch des Hauses Openshaw: Sherlock Holmes wird nachlässig

An einem verregneten Abend sucht der junge John Openshaw den Rat des Meisterdetektivs in der Baker Street 221b. In seiner Familie ereignen sich seit einigen Jahren mysteriöse Todesfälle, die stets mit der Zusendung von fünf Orangenkernen angekündigt werden… (Verlagsinfo)

Arthur Conan Doyle – Die fünf Orangenkerne (Sherlock Holmes 17) weiterlesen

Arthur Conan Doyle – Der Kapitän der Polestar

doyle-kapitaen-polestar-cover-1983-kleinSechs Kurzgeschichten beweisen, dass Arthur Conan Doyle, der Schöpfer von Sherlock Holmes & Dr. Watson, auch im phantastischen Genre ein versierter Autor war. Diese zusätzlich durch Nostalgie aufgewerteten Storys dürften vor allem die Leser klassischen Grusels angelsächsischer Prägung interessieren; sie finden weniger tiefgründige, sondern vor allem spannende Lektüre.
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Arthur Conan Doyle: Sherlock Holmes – Das Rätsel von Boscombe Valley (Folge 15)

Der Hinkebein-Mord am Teich: Holmes ermittelt in der Provinz

Im westenglischen Boscombe Valley wird der Pächter der Hatherley-Farm, Charles McCarthy, an einem kleinen Waldsee erschlagen. Er hatte dort angeblich einen wichtigen Termin mit einem Unbekannten. Zeugenaussagen zufolge soll ihm sein 19-jähriger Sohn James mit einer Waffe gefolgt sein… (Verlagsinfo)

Der Verlag empfiehlt das Hörbuch ab 12 Jahren.

Die Serie wurde mit dem „Blauen Karfunkel“ der Deutschen Sherlock Holmes-Gesellschaft ausgezeichnet.

Der Autor

Sir Arthur Conan Doyle lebte von 1859 bis 1930 und gelangte mit seinen ca. 60 Erzählungen um den Meisterdetektiv Sherlock Holmes zu Weltruhm. Dabei begann der Mediziner, der eine eigene Praxis hatte, erst 1882 mit dem Schreiben, um sein Einkommen aufzubessern. Neben mystischen und parapsychologischen Themen griff er 1912 auch die Idee einer verschollenen Region (mit Dinosauriern und Urzeitmenschen) auf, die von der modernen Welt abgeschnitten ist: „The Lost World“ erwies sich enorm einflussreich und wurde schon 13 Jahre später von einem Trickspezialisten verfilmt. Schon 1913 ließ Doyle eine Fortsetzung unter dem Titel „The Poison Belt“ (dt. als Im Giftstrom, 1924) folgen.

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Arthur Conan Doyle – Ring des Thot, Der (Gruselkabinett 61)

Für die Ewigkeit: eine Liebe und ein Fluch

John Vansittart Smith war eine merkwürdige Gestalt – sicherlich wäre er der Welt noch heute, so viele Jahre nach seiner Forschungstätigkeit am Ende des 19. Jahrhunderts, ein Begriff, wenn er sich nicht durch unvorsichtige Reden über das, was er an einem trüben Oktobertag in der ägyptischen Sammlung des Louvre in Paris erlebt haben will, für alle Zeiten unmöglich gemacht hätte … (Verlagsinfo)

_Der Autor_

Sir Arthur Conan Doyle lebte von 1859 bis 1930 und gelangte mit seinen fast 50 Erzählungen und Romanen um den Meisterdetektiv Sherlock Holmes zu Weltruhm. Dabei begann der Mediziner, der eine eigene Praxis hatte, erst 1882 mit dem Schreiben, um seinen Einkommen aufzubessern.

Arthur Conan Doyle – Ring des Thot, Der (Gruselkabinett 61) weiterlesen

Arthur Conan Doyle – Eine Studie in Scharlachrot [Sherlock Holmes]

Im London der frühen 1880er Jahre lernt der Arzt Dr. Watson den „beratenden Detektiv“ Sherlock Holmes kennen. Die beiden Männer werden Freunde, und so ist Watson an Holmes’ Seite, als dieser den Mord an einem reichen Amerikaner aufklärt und eine düstere Geschichte von Fanatismus, Betrug und Mord ans Tageslicht bringt – Erster, schon gelungener Auftritt des legendären Mr. Holmes, wobei die eigentlich spannende Story nicht mit der Figurenzeichnung mithalten kann.
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Arthur Conan Doyle – Der Hund der Baskervilles [Sherlock Holmes]

Für ein vor Jahrhunderten begangenes Unrecht wird das Geschlecht der Baskervilles von einem mörderischen Geisterhund gejagt. Nun soll der berühmte Detektiv Sherlock Holmes den Spuk bannen. Mit seinem treuen Gefährten Dr. Watson macht er sich auf in das Moor von Devonshire, wo des Nachts freilich nicht nur der Hund umgeht … – Berühmtester und mit Abstand bester der vier Holmes-Romane, gelungen in der Handlung, spannend, atmosphärisch unerhört dicht: jede Zeile mit Recht ein Klassiker des Kriminalromans.
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