Schlagwort-Archive: Bastei Lübbe

Joseph Wambaugh – Hollywood Station

Das geschieht:

Alltag im Los Angeles Police Department. Auf den Straßen regiert das Chaos, das nur noch verwaltet aber nicht mehr bekämpft werden kann: Seit das LAPD aufgrund einer Serie dokumentierter Polizeibrutalitäten unter staatliche Aufsicht gestellt wurde und die Medien auf weitere Verstöße förmlich lauern, sind den Beamten nicht nur die Schlagstöcke, sondern auch die Hände weitgehend gebunden. Generell herrscht aufgrund permanenter Unterbesetzung und Überlastung Frustration. Der ständige Druck fordert seine Opfer. Dienstmoral und Arbeitsleistung leiden erheblich. Viele Beamte haben quasi innerlich gekündigt. Auf den Straßen wissen die Kriminellen von den Beschränkungen und nutzen die Gelegenheit weidlich aus.

Die drogensüchtigen Kleinkriminellen Farley und Olive Ramsdale haben dem Nachwuchs-Gangster Cosmo Betrossian Informationen über ein anstehendes Diamantengeschäft verkauft. Cosmo überfiel den Händler und will die Beute dem Bandenboss Dmitri verkaufen, was gleichzeitig sein Einstieg ins organisierte Verbrechen von Los Angeles werden soll. Kein Wunder, dass er heftig reagiert, als Farley und Olive ihn plötzlich mit ihrem Wissen erpressen. Zu allem Überfluss geht kurz darauf der Überfall auf einen Geldtransporter zwar erfolgreich aber blutig aus. Panisch versteckt Cosmo die Beute ausgerechnet im Haus von Farley und Olive, deren Ermordung er gleichzeitig plant. Doch die Drogen haben das Paar so paranoid werden lassen, dass sie sich nicht in die Falle locken lassen. Joseph Wambaugh – Hollywood Station weiterlesen

Alison Croggon – Die Gabe (Die Pellinor-Saga 1)

Die Pellinor-Saga:

Band 1: „Die Gabe
Band 2: „Das Rätsel“
Band 3: „Die Krähe“
Band 4: „Das Baumlied“

Die junge Maerad führt ein erbärmliches Leben als Haussklavin in der heruntergekommenen Feste eines brutalen Lords. Sie hat keine Freunde, wird aber von den rauflustigen Kriegern ihres Herrn weitgehend verschont. Denn seit einer von ihr auf mysteriöse Weise erfolgreich abgewehrten Vergewaltigung, bei der ihr Peiniger an peinlicher Stelle zu Schaden kam, gilt sie als Hexe, und keiner traut sich mehr an sie heran. Da sie ein Händchen für Tiere hat, versorgt sie seitdem die Pferde, Schweine und Hunde. Ihr Leben ändert sich grundlegend, als sie einen geheimnisvollen Fremden im Stall entdeckt. Dieser ist selbst auf der Flucht, bietet ihr aber an, mit ihm zu fliehen.

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Ken Follett – Die Tore der Welt

Der Hauptgrund war die Art, wie Leute über „Die Säulen der Erde“ mit mir sprechen. Manche Leser sagen: „Es ist das beste Buch, das ich je gelesen habe.“ Andere erzählen mir, sie haben es zwei- oder dreimal gelesen. Ich kam zu dem Punkt, an dem ich mich entscheiden musste, ob ich das noch einmal tun könnte.

So antwortet Ken Follett in einem Interview mit Amazon.de auf die Frage, warum er nach 18 Jahren keinen weiteren modernen Thriller geschrieben hat, sondern in das Mittelalter zurückgekehrt ist, um die Fortsetzung seines wohl bekanntesten Bestsellers zu schreiben: [„Die Säulen der Erde“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?idbook=1227 ist ein Phänomen: Bereits beim Erscheinen ein Bestseller, wurde das Buch in den Folgejahren immer populärer und der Ruf nach einer Fortsetzung wurde laut. In „Die Tore der Welt“ (engl. „World Without End“, 2007) kehrt Follett im Jahr 1327 in die Priorei von Kingsbridge zurück.

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Michele Giuttari – Das Monster von Florenz. Anatomie einer Ermittlung

Der leitende Untersuchungsbeamte rekapituliert die 30 Jahre währenden Ermittlungen im Fall des „Monsters von Florenz“, das 16 Menschen ermordete, und schildert die zahlreichen Fehler und Manipulationen, die eine Bestrafung des oder der Schuldigen behinderten … – Überaus (und manchmal allzu) detailliert zeichnet der Verfasser die von ihm geleiteten Ermittlungen nach. „Das Monster von Florenz“ ist nicht nur Giuttaris Bericht, sondern auch sein Versuch, bittere berufliche und persönliche Erfahrungen aufzuarbeiten.
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Arto Paasilinna – Adams Pech, die Welt zu retten

Energiekrise, hinfort mit dir

Die Energiekrise ist in aller Munde, die Umweltverschmutzung und Klimaerwärmung spätestens seit den IPCC-Berichten ebenfalls, und genau dies will sich der Erfinder Aatami Rymättylä zunutze machen. Für ihn herrscht Saure-Gurken-Zeit. Seine Akku-AG läuft schlecht, die Aufträge und Reparaturen bleiben aus, da wirtschaftliche Flaute herrscht und niemand ihn beschäftigen will. Der Gerichtsvollzieher ist daher ein guter Bekannter Rymättyläs, aber vor allem seine Exfrauen und -freundinnen stehen permanent auf der Matte, da Aatami Rymättylä die Alimente für seine inzwischen sieben Kinder nicht zahlen kann. Doch eines Tages schafft er den Durchbruch, er erfindet einen leichten Akku auf organischer Basis, der viel leichter und handlicher ist als die herkömmlichen Bleiakkus, aber vor allem speichert sein neuer Akku viel mehr Energie. So trifft es Rymättylä nicht allzu schwer, als bei einer Explosion seine gesamte Werkstatt abbrennt und er selbst wegen vermeintlichen Versicherungsbetrugs im Gefängnis landet. Er hätte ohnehin nicht gewusst, wo er hätte unterkommen sollen, außerdem hat er im Gefängnis genügend Zeit, um seine Berechnungen für den neuen Akku zu verfeinern und zu überdenken.

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Alec Covin – Die Augen der Angst

Das geschieht:

Tusitala, ein kleines Städtchen im US-Staat Louisiana, soll für das gebeutelte Ehepaar Baldwin zur Stätte ihres beruflichen und privaten Neuanfangs werden. John hat gerade einen Schlussstrich unter seine gescheiterte Hollywood-Karriere gezogen und will das alte Fortier-Anwesen in ein Ferienhotel verwandeln. Deutlich weniger enthusiastisch ist ihm Gattin Laureen in die Provinz gefolgt. Ihr fehlt die Großstadt, und sie sorgt sich um Scotty, den fünfjährigen Sohn, den sie nach Ansicht des Vaters zu sehr verhätschelt.

Das Hotel der Baldwins wird zur Goldgrube. Scotty durchstreift die naturbelassene Wildnis der Umgebung. Dabei stößt er auf einen Spielkameraden, den er als Gespenst identifizieren könnte, hätten ihn seine Eltern über die unheimliche Vorgeschichte des Fortier-Hauses informiert: In den 1930er Jahren erhob sich hier die Villa der reichen und mächtigen Familie McNeice, bis es während eines glanzvolles Festes mit allen Gästen in Flammen aufging. Alec Covin – Die Augen der Angst weiterlesen

Joe Schreiber – Untot

Die Leichenfahrerin: Roadtrip des Horrors

Ein Unbekannter entführt Sues kleine Tochter Veda und verlangt von ihr, eine Leiche auszugraben und auf einer bestimmten Route zu einem bestimmten Ort an der Küste zu fahren – am längsten Tag des Jahres. Eine Jagd durch verlassene Dörfer und über verschneite Landstraßen beginnt, auf der Sue nicht nur bizarre Wesen kennenlernt, sondern auch ihren verschwundenen Ehemann Phillip wiedertrifft. Dumm nur, dass er besessen ist …

Der Autor

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Martin Edwards – Tote schlafen nicht

In einem kleinen englischen Dorf zweifelt ein Historiker an der Schuld eines ortsansässigen Mörders. Er stellt Fragen und versucht sich ungeschickt als Detektiv, was den wahren Täter so nervös werden lässt, dass er den lästigen Schnüffler (mund-) tot machen möchte … – Sehr britischer Krimi, der hinter einer idyllischen Szenerie menschliche Abgründe offenlegt. Die Handlung bietet weder inhaltlich noch formal Neues, hebt sich aber wohltuend von den Seifenoper-Krimis ab, die andere Autoren bzw. Autorinnen in ähnlichen Kulissen verbrechen.
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Laurell K. Hamilton – Gierige Schatten (Anita Blake 4)

„Gierige Schatten“ ist bereits der vierte Roman aus Laurell K. Hamiltons „Anita Blake, Vampire Hunter“ Serie. Für alle, die die bisherigen Romane nicht gelesen haben, hier eine kleine Einführung in die Welt Anita Blakes:

Anita Blake, 24, klein, schlank und drahtig, lebt in St. Louis und verdient ihre Brötchen damit, dass sie bei Animators Inc. Tote wieder zum Leben erweckt. Im Nebenjob hilft sie der Polizei bei übernatürlichen Fällen als Sachverständige (schließlich hat sie mal übernatürliche Biologie studiert). Doch damit nicht genug; in der Vampirgemeinde von St. Louis ist sie außerdem als der Scharfrichter bekannt, da sie auch ganz gern mal den ein oder anderen Untoten (endgültig) um die Ecke bringt.

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Ken Follett – Das Geheimnis des alten Filmstudios

Detektivisch: der Philip Marlowe von West Hinchley

So traurig hat Mick William seine Mutter noch nie zuvor gesehen. Das Haus, in dem sie wohnen, soll abgerissen werden – zusammen mit dem Filmstudio nebenan. Micks bestem Freund Izzi ist es auch nicht gleichgültig, was aus dem alten Studio wird. Und so ziehen die beiden los, das alte Filmstudio mal genauer unter die Lupe zu nehmen. Aber was sie dort entdecken, verschlägt ihnen den Atem … (Verlagsinfo)

Der Autor

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Jules Verne – Die geheimnisvolle Insel

Das geschieht:

Im März des Jahres 1865 ist Richmond im US-Staat Virginia die Hauptstadt der konföderierten Südstaaten, die im Bürgerkrieg mit der Union des Nordens liegen. Fünf Männer hat das Schicksal erst in Gefangenschaft geraten lassen und dort zusammengeführt. Cyrus Smith, Offizier der Nordstaaten-Armee und als Ingenieur ein Genie, Gideon Spilett, Journalist und Kriegsberichterstatter, Pencroff, ein Seemann, Harbert Brown, sein 15-jähriger Ziehsohn, und Nab, Smith‘ schwarzer Diener, planen die Flucht in einem Gasballon, den die Konföderierten für einen Kriegseinsatz startbereit halten.

Die kühne Tat gelingt, doch ein heftiger Orkan hält den Ballon in seiner Gewalt und treibt ihn in fünf Tagen fast 7000 Meilen fort. Irgendwo über dem Pazifik reißt die Hülle, sämtliche Fracht muss abgeworfen werden. Kurz vor der Küste einer unbekannten Insel stürzt der lecke Ballon ins Wasser. Spilett, Pencroff, Harbert und Nab können sich retten, doch Smith sowie der im letzten Augenblick in die Gondel gesprungene Hund Top gehen in der stürmischen See verloren. Jules Verne – Die geheimnisvolle Insel weiterlesen

Reginald Hill – Das Fremdenhaus

Das geschieht:

Illthwaite ist ein kleines Dorf in der englischen Provinz Cumbria. Seit Jahrhunderten lebt hier eine nicht unbedingt harmonische doch verschworene Gemeinschaft, die es gewohnt ist, Probleme intern zu lösen und der Außenwelt die kalte Schulter zu zeigen. Dabei ist es im Verlauf der Zeit mehrfach zu definitiv illegalen Aktivitäten gekommen, auf die man zum Teil stolz ist, während man weniger schmeichelhafte Ereignisse sorgfältig geheim zu halten sucht.

Nun kommen gleich zwei Besucher von sehr weit her nach Illthwaite, wo sie Nachforschungen über ihre Familien bzw. einen bestimmten Kirchenmann anstellen möchten. Samantha Flood, eine Mathematik-Studentin, reist aus Australien an, weil sie feststellen möchte, wieso ihre Großmutter, die hier im Ort ansässig gewesen sein soll, vor mehr als vier Jahrzehnten und noch als Kind davongejagt wurde. Reginald Hill – Das Fremdenhaus weiterlesen

Peter F. Hamilton – Die dunkle Festung, Die (Commonwealth-Saga 4)

Die Commonwealth-Saga:

Band 1: Der Stern der Pandora
Band 2: Die Boten des Unheils
Band 3: Der entfesselte Judas
Band 4: Die dunkle Festung

Mit „Die dunkle Festung“ schließt Peter F. Hamilton seine Commonwealth-Saga ab. Der geheimnisvolle Feind der Menschheit, der „Starflyer“, wird enttarnt und zum letzten Gefecht gestellt, auch der Konflikt mit den Primes strebt seinen Höhepunkt zu. Entweder die Primes gehen unter oder die Menschheit; es scheint keine Alternative zum eigenen Genozid oder dem Xenozid an den Primes zu geben. Das behagt dem von den Pfaden der Silfen heimgekehrten Ozzie nicht, während sein alter Partner Nigel Sheldon wesentlich pragmatischer denkt: Er hat für seine superreiche Dynastie bereits Generationsschiffe in Auftrag gegeben, mit denen er sich im Fall der Fälle absetzen kann …

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Stephen Lawhead – Der König der Raben (Rabenkönig 1)

Die Rabenkönig-Trilogie:

„Hood – König der Raben“
„Scarlet – Herr der Wälder“
„Tuck“ (Januar 2009, US-Ausgabe)

Der amerikanische Autor Stephen Lawhead (* 1950) liebt das englische Mittelalter wie kein anderer. So zog er zu Recherche-Zwecken für seinen internationalen Durchbruch, die Pendragon-Saga, nach Oxford. Heute lebt Lawhead abwechselnd in England, Österreich und den USA.

Nach der Artuslegende und vielen Romanen um die keltische Mythologie wagt sich Lawhead an eine Neuinterpretation des Mythos von Robin Hood. Diese ist fundiert und überzeugend recherchiert. Es ist zweifelhaft, ob es „einen“ Robin Hood jemals gab. Es scheint sich eher um eine aus mehreren Räubern und Freiheitskämpfern entstandene Legende zu handeln. Der Mythos hat sich verselbständigt; im Nachwort erklärt Lawhead, welche Elemente früh dazukamen und welche später. Lady Marian und die Liebesgeschichte waren zum Beispiel erst sehr spät ein Thema, der böse Sheriff von Nottingham hingegen war fast von Anfang an dabei. Zu Beginn stopft sich Robin auch ausschließlich selbst die Taschen voll, keine Spur vom edlen Geächteten, der von den Reichen nimmt und den Armen gibt.

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Stefan Bauer / Marco Schneiders (Hgg.) – Halloween

Inhalt:

Meist ohne Halloween-Bezug und auch sonst willkürlich zusammengeworfene Mischung aus (guten) klassischen und (überwiegend miserablen) deutschen Gruselgeschichten:

– Andreas Eschbach: Halloween, S. 11-25: Am Halloween-Abend kannst du dem Teufel einen Wunsch abringen, du solltest allerdings den Kalender unbedingt besser kennen als er.

Während die Ausgangsidee, ihre Entwicklung und der nur scheinbar überraschende Schlussgag nicht einmal mit gutem Willen als originell zu bewerten sind, lässt die Umsetzung dieser altmodischen Spukgeschichte nichts zu wünschen übrig. Wie der Vergleich mit den übrigen deutschen Gruselstorys dieses Bandes deprimierend belegt, ist dies eine Kunst, die hierzulande nicht viele Autoren beherrschen.

– Saki: Laura (Laura, 1914), S. 26-32: Wer kennt sie nicht – jene unerfreulichen Zeitgenossen, die ihre Mitmenschen zeitlebens vor den Kopf stoßen und womöglich einen Weg finden, dies nach dem Tode fortzusetzen?

Saki alias Hector Hugh Munro (1870-1916) legt eine seiner bissigen, gar nicht verstaubten Geschichten vor, mit denen er der verkrusteten englischen Klassengesellschaft Anfang des 20. Jahrhunderts satirisch einen Spiegel vorhielt. Zwei Jahre später fiel Munro in einem französischen Schützengraben; das oft verspottete blinde Pflichtgefühl seiner Zeit hatte ihn, der eigentlich schon viel zu alt war für das Soldatendasein, schließlich doch eingeholt. Stefan Bauer / Marco Schneiders (Hgg.) – Halloween weiterlesen

Robert Morgan – Der Fluch des Salomon

morgan fluch cover kleinDas geschieht:

Theodore London, leidlich erfolgreicher Privatdetektiv in New York City, wird von der reizenden Lisa Hutchinson konsultiert. Sie fühlt sich beobachtet und gejagt, seit sie ihr Elternhaus in Crifo, US-Staat Vermont, fluchtartig verlassen hatt Ihr Vater Royce, ‚Priester‘ einer obskuren Sekte, hatte sie dort wie eine Gefangene gehalten und ihr ein unschönes Schicksal im Rahmen eines bizarren Rituals angekündigt. London will helfen, mag aber an nicht an die monströsen Verfolger glauben, die Lisa in ihren Träumen und neuerdings auch in der Realität belästigen. Er wird eines Schlechteren belehrt, als ein echsenhaftes Flugwesen durch das Bürofenster bricht und ihn beinahe in Stücke reißt, bevor er es töten kann. Lisas Monster sind also echt, und da sich London in seine Klientin verliebt hat, stellt er sich erst recht auf ihre Seite.

London rekrutiert eine bunte Schar enthusiastischer Mitstreiter. Zu ihnen zählen Dr. Timothy Bodenfelt, ein idealistischer Arzt, Paul Morcey, ein abenteuerlustiger Hausmeister, und Pa’sha Lowe, ein krimineller Waffenhändler, der London nicht nur mit schwerer Artillerie und Giftgas ausstattet, sondern ihm auch die chinesische Wahrsagerin Lai Wan zur Seite stellt. Sie recherchiert Sensationelles: Londons monströser Gegner war einst ein Mensch, der in seine neue Gestalt mutiert wurde. Dafür verantwortlich ist Royce Hutchinson, der jedoch nur als Erfüllungsgehilfe für einen leibhaftigen Dämonen fungiert: Q’talu, der aufmerksamen Lesern des Alten Testaments als „Salomons Fluch“ bekannt ist, plant seine Rückkehr in diese Welt, die er bei dieser Gelegenheit in Besitz nehmen will. Dazu bedarf es unbedingt eines Menschenopfers, das – wer hätte es gedacht – die arme Lisa darstellen soll. Robert Morgan – Der Fluch des Salomon weiterlesen

Dübell, Richard – schwarzen Wasser von San Marco, Die

[„Der Tuchhändler“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=2750
[„Der Jahrtausendkaiser“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=3003
[„Eine Messe für die Medici“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=3288

_Story_

Nachdem sich die Wirren um das Attentat auf Giuliano und Lorenzo de Medici in Florenz gelegt haben, machen sich der Landshuter Tuchhändler Peter Bernward und seine Gefährtin, die polnische Kauffrau Jana Duglosz, auf den Heimweg. Doch heftige Schwächeanfälle, die Jana während der Reise überfallen, zwingen die beiden zu einem vorübergehenden Aufenthalt in Venedig.

Nach nur zwei Tagen, während denen Jana mit ihrer mysteriösen Krankheit niederliegt, wird Bernward von einem venezianischen Kaufmann, Enrico Dandolo, um Hilfe gebeten. Sein Neffe Pegno ist seit ein paar Tagen verschwunden, und noch bevor Bernward Informationen sammeln oder gar Ratschläge geben kann, kommt die Nachricht, dass die Leiche eines Jungen im See San Daniele geborgen wurde. Dandolo identifiziert seinen Neffen, obwohl das Gesicht des toten Jungen dermaßen verunstaltet wurde, dass ein Erkennen eigentlich auszuschließen sein sollte. Doch zwei hinzukommende Gassenjungen bestätigen seine Aussage.

Somit stellt sich Bernward und der ermittelnde Polizist Paolo Calendar die Frage, wie es der Junge auf das Gelände des Arsenals – Schiffswerft und Flottenbasis der Republik Venedig – geschafft haben soll und ob in diesem Fall ein Selbstmord oder ein Mord vorliegt. Bernwards Nachforschungen bringen relativ schnell ans Licht, dass dessen Vater Fabio Dandolo seine Söhne wohl falsch eingeschätzt hatte. Pegno, der ältere Sohn, sollte das Familiengeschäft erlernen, während Andrea für ein Leben hinter Klostermauern vorgesehen war. Doch Pegno war offensichtlich für die Geschäftswelt ungeeignet, weswegen er von seinem Vater nur Verachtung erntete und schließlich seinem Onkel als „Lehrling“ in Obhut gegeben wurde. Hatte Pegno sich selbst aus Gram und Enttäuschung ertränkt?

Bereits einen Tag später stößt Bernward durch Zufall auf eine weitere Kinderleiche: Einer der beiden Gassenjungen, die Pegno identifiziert hatten und nun von der Polizei als Zeugen gesucht werden, ist ermordet worden. Bernward ist von einem Zusammenhang überzeugt, und auch Calendar scheint an ein größeres Komplott zu glauben. Allerdings ist der Polizist alles andere als bereit, mit dem deutschen Kaufmann zusammenzuarbeiten, und so macht Bernward sich alleine auf die Suche nach Hinweisen auf den oder die Mörder. Die Spur führt über das Waisenhaus der Rara de Jadra, eine Frau, die Mädchen von Sklavenhändlern aufkauft, um sie später als Dienstmädchen, Kindermädchen oder Ähnliches in reiche Haushälter abgeben zu können. Unter ihrer Obhut befindet sich die Schwester des Gassenjungen Fratellino, der sich seit dem Mord an seinem Kumpanen versteckt hält. Doch das Mädchen ist zu verängstigt, um Bernward Informationen liefern zu können.

Erst als die Herbergswirtin Hilfe für Jana bei einer Kräuterkundigen sucht und diese das Mädchen Fiuzetta mitbringt, kommt etwas Licht ans Dunkel. Fiuzetta war bei Rara aufgewachsen und erzählt, dass die Mädchen von der Frau in allen Liebeskünsten ausgebildet werden, um dann Kunden zu bedienen. Bernward steigert sich daraufhin noch mehr in diesen Fall hinein, möchte zudem den Mädchen helfen und gerät dabei selbst in Lebensgefahr. Der Sumpf, den er nach und nach aufdeckt, zieht sich bis in die höchsten politischen Kreise Venedigs – und niemand hilft ihm, bis Calendar sein abweisendes Verhalten langsam aufgibt, und die zwei den Kampf gegen die mächtigen Gegner aufnehmen.

Und noch einen Kampf hat Bernward zu führen: Janas Krankheit heißt Schwangerschaft, und das Bild seiner Frau Marie steht ihm vor Augen. Marie starb bei der Geburt ihres vierten Kindes und auch das Baby überlebte nicht. Seine unbändige Angst, erneut seine Liebe zu verlieren, lässt ihn den Kopf verlieren …

_Meine Meinung_

Ohne zeitliche Verzögerung setzt Dübell da an, wo [„Eine Messe für die Medici“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id_book=3288 aufhört. Die beiden Protagonisten Bernward und Jana erreichen Venedig, wollten eigentlich weiter nach Polen, müssen aber eine Zwangspause einlegen, weil Jana erkrankt ist. Und wie sollte es auch anders sein, Bernward wird in einen Todesfall verstrickt, der natürlich ganz und gar nicht einfach aufzuklären ist. In bewährter Manier wird der alte Kaufmann von einer Rätsellösung zur nächsten geschickt und wie immer macht es Freude, ihm zu folgen. Der Fall ist verzwickt, die Zeugen sind eingeschüchtert, der Polizist hütet ein Geheimnis und die höchsten Stadtherren sind mehr als dubios. Schön inszeniert der Autor eine Jagd, die tempo- und auch actionreich quer durch das mittelalterliche Venedig führt.

Nicht zu vergessen, dass die Beziehung zwischen Bernward und Jana weitergeht. Durch die Schwangerschaft Janas erfährt der Leser nun mehr aus der Vergangenheit des deutschen Kaufmanns. Erinnerungen an seinen alten Lehrmeister, den Bischof von Augsburg, und den tragischen Tod seiner Frau Marie geben dem Charakter noch mehr Präsenz und Ausdruckskraft. Er ist nun gezwungen, sich seiner Angst zu stellen, eventuell erneut seine Familie zu verlieren. Schön, dass Dübell den Charakter nach wie vor reifen und ihn dem Leser somit glaubwürdig erscheinen lässt.

Wie schon in dem Vorgängerroman hat Dübell auch in „Die schwarzen Wasser von San Marco“ einen historisch belegten Vorfall zum Inhalt gemacht. Die Dalmatinerin Rara de Jadra wurde 1500 in Venedig hingerichtet, weil sie und zwei Helferinnen in ihrem Bordell junge Mädchen in verschiedensten Perversionen ausgebildet und an entsprechende Kunden vermittelt hatten. In dem Roman verschleiert die Frau ihr Bordell als Waisenhaus, verkauft sich selbst als eine Art Heilige, die es den Mädchen ermöglicht, später mittels einer guten Anstellung im Hause einer reichen Familie zu leben. Ein gewohntes Nachwort des Autors erläutert die Hintergründe, gibt Informationen zum Venedig des Mittelalters und erklärt die literarischen Freiheiten des Romans.

Es bleibt mir nur zu sagen, dass mich auch Dübells Buch Nummer vier voll und ganz überzeugt hat. Ich habe die Seiten verschlungen und werde sicherlich genauso das nächste spannende Abenteuer von Bernward in mich aufsaugen. Wie alle bisher besprochenen Romane des Autors Richard Dübell ist auch dieser eine glasklare Empfehlung wert!

(Anmerkung zur Taschenbuchausgabe 2004: Aus irgendeinem Grund wurde vor einem Bindestrich immer das Gradzeichen gedruckt, z. B. |… als er nach Hause wollte° – sein Haus befand sich …| Das ist gerade zu Beginn sehr verwirrend, ich konnte mich jedoch nach einigen Seiten daran gewöhnen.)

Homepage des Autors: http://www.duebell.de

http://www.bastei-luebbe.de

Jane R. Goodall – Keltenmond

Im ländlichen England der 1970er Jahre schlägt ein mysteriöser Mörder seinen Opfern die Schädel ein. Ein weiblicher Polizeiinspektor muss sich die Frage stellen, ob sie einem leibhaftig gewordenen Halbgott aus der Urzeit folgt … – Klassisch britischer Krimi, der den psychologischen Hintergrund nicht vernachlässig. Die Autorin übertreibt es freilich mit dem Legen falscher Spuren und opfert den ausführlich entwickelten ‚keltischen‘ Background für eine ‚normale‘ Auflösung, die so, wie sie präsentiert wird, enttäuscht. Als Lektüre primär dem Krimi-Vielfraß empfohlen.
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Lois McMaster Bujold – Im Schatten des Wolfes (Chalion 3)

Band 1: „Chalions Fluch“
Band 2: „Paladin der Seelen“

Prinz Boleso ist tot. Was nicht gerade bedauerlich ist, denn nach dem Mord an einem Dienstboten, dessen Leiche er danach gehäutet und in Stücke geschnitten hat, ist die königliche Familie froh, das im Exil lebende schwarze Schaf los zu sein, bevor es ihren Ruf weiter beschmutzen kann.

Leider ist der Prinz zu einem ungelegenen Zeitpunkt gestorben: Der Geheiligte König selbst kränkelt und Prinz Boleso ist unter alles andere als normalen Umständen gestorben. Er wurde erschlagen – von seiner eigenen Gespielin, Lady Ijada dy Castos, einem Kammerfräulein seiner Schwester, Prinzessin Fara.

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Ian Smith – Der innere Zirkel

Das geschieht:

Wieder einmal wird Professor William Bledsoe, Naturwissenschaftler und Dozent am Dartmouth College zu Hanover im US-Staat New Hampshire, mit einem hohen Preis ausgezeichnet. Der bescheidene Mann schätzt das Rampenlicht wenig. So stiehlt er sich früh davon, als er gefeiert werden soll, und fährt zu seinem einsam gelegenen Haus im Wald, wo seine Frau auf ihn wartet. Kurz vor dem Ziel, fällt Bledsoe ein am Straßenrand liegengebliebener Wagen auf. Er bietet seine Hilfe an – und erkennt zu spät, dass er in eine Falle geraten ist: Rednecks wollen ihn entführen. Bledsoe kann fliehen, wird jedoch gestellt und umgebracht.

In New York wird Sterling Bledsoe vom Verschwinden seines Bruders informiert. Der FBI-Agent bricht sofort in den Norden auf, um sich in die Ermittlungen der örtlichen Polizei einzuschalten. Als wenig später Williams Leiche gefunden wird, scheint alles auf eine rassistisch begründete Bluttat hinzuweisen: Die Bledsoes sind Afro-Amerikaner, und eine entsprechende Verunglimpfung wurde der Leiche tief in die Brust geschnitten. Ian Smith – Der innere Zirkel weiterlesen