Schlagwort-Archive: Bastei Lübbe

Dave Duncan – Die Jägersschenke

Die „Omar„-Romane:

„Die Straße der Plünderer“
„Die Jägersschenke“

auch als Sammelband erschienen: „Omar, der Geschichtenerzähler“

Die Handlung:

Unglückliche Umstände verschlagen den Geschichtenerzähler Omar ziemlich durchgefroren in die „Jägersschenke“. Unglücklich deshalb, weil er hier im Sommer zuvor nicht nur die Zeche geprellt hat, nachdem er seine Speisen nicht bezahlen konnte, sondern auch noch den Hund des Wirts erschlagen.

Verständlicherweise möchte sich der Wirt nun rächen und Omar nackt zurück in den Winter schicken, da kommt Omar auf eine Idee. In einem Geschichtenwettbewerb will er im Wechsel gegen die anwesenden Gäste antreten und so lange seine Geschichten als die besseren anerkannt werden, darf er bleiben. Und so fängt Omar an, um sein Leben zu erzählen. (Veränderte Verlagsinfo)

Mein Eindruck:

Nachdem die 1992 und 1995 erschienen zwei „Omar“-Bücher bei uns bereits 2007 als Sammelband bei Otherworld veröffentlicht wurden, entschied sich Bastei Lübbe nun dazu, die beiden Romane „Die Straße der Plünderer“ und „Die Jägersschenke“ noch einmal separat als preiswerte Taschenbuchausgaben zu veröffentlichen. In beiden Büchern steht der Geschichtenerzähler Omar im Mittelpunkt und beide können auch einzeln gelesen werden, ohne die jeweils andere Geschichte zu kennen.

Die Gäste in der „Jägersschenke“, gegen die Omar antritt, sind vom Autor interessant gezeichnet und sehr unterschiedlich. Sechs Geschichten hat der Geschichtenerzähler zu erzählen und tritt dabei gegen einen Soldaten, eine Schauspielerin, einen Spielmann, einen Rechtspfleger, eine Zofe und einen Pferdehändler an.

Das klingt auf den ersten Blick nach einer Menge Abwechslung, allein auf Grund der unterschiedlichen Charaktere, aber leider erzählen sowohl die Gäste als auch Omar im Prinzip eine einzige große Geschichte um ein kriegerisches Königreich immer ein Stückchen weiter. Natürlich werden von Omar immer neue Details eingefügt und er schmückt seine Geschichten ein wenig mehr aus als seine Gegner … muss er ja auch, denn er will ja gewinnen und nicht nackt hinaus in die Kälte geschickt werden. Dennoch hätte ich von einem Geschichtenerzähler, der mit geschilderten Abenteuern handelt, nach dem Lesen des Klappentextes erwartet, dass er nicht einfach die Vorlage der anderen Gäste aufgreift und einfach nur weiter erzählt, sondern völlig eigenständige Geschichten zum Besten gibt. Hierfür fehlten dem Autor entweder die Ideen oder er sparte sie sich für andere Bücher auf.

Dennoch ist Omar ein Charakter, dem man als Leser (dem er ja nichts getan hat) nicht böse sein kann, wenn er wieder einmal die Wahrheit so hindreht, wie sie ihm zuträglich ist. Auch die Zeche hat er ja nie geprellt, er wollte ja bezahlen …

Interessant ist auch, dass der Roman keine einfache Sammlung von aneinandergereihten Geschichten ist, sondern sich auch in der Gruppe der Gäste mit zunehmender Zeit eine eigene Dynamik und Anspannung bildet. Natürlich ist Omar auch hieran nicht ganz unschuldig. Und so wird zwischen den Geschichten eifrig diskutiert.

Mein Fazit:

Der Roman über den liebenswerten Wahrheitsverdreher Omar lässt sich trotz der zum Genre passenden altertümlichen Sprache flüssig lesen. Sobald der Geschichtenerzähler in seinem Element war, stellte sich bei mir unweigerlich ein dauerhaftes Grinsen ein und ich wünschte ihm, dass er den Wettstreit gewinnen würde.

Ein Fantasy-Roman ohne Trolle, Oger, Elfen und Orks in den Hauptrollen, sondern ein Charakterroman, der seine Aufgabe erfüllt: er unterhält, und das gut. Der geneigte Leser kann anschließend wie schon erwähnt problemlos zum Vorgänger- oder Sammelband greifen.

Taschenbuch: 480 Seiten
Originaltitel: The Hunter’s Haunt (1995)
Aus dem Englischen von Michael Krug
ISBN-13: 978-3404206261
www.luebbe.de

Der Autor vergibt: (4/5) Ihr vergebt: SchrecklichNa jaGeht soGutSuper (No Ratings Yet)

 

Philip Jolowicz – Das Vermächtnis des Bösen

Als ein Anwalt die Vergangenheit seiner Familie erforscht, stößt er auf die wahre Geschichte von Jack the Ripper und beschwört ein Drama herauf, das in der Gegenwart neue Opfer fordert … – Auf zwei zeitlichen Ebenen spinnt der Autor ein obskures, nur bedingt spannendes Garn, baut seine Geschichte faktenkundig aber nie subtil in die historische Realität des Ripper-Mythos‘ ein und legt eine halbgar wirkende Mischung aus Historienkrimi und Thriller vor.
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Mike Resnick – Wilson Cole 4: Die Rebellen

Die „Wilson Cole“-Romane bringen endlich, muss man sagen, Mike Resnicks Romane in den deutschen Sprachraum. Als einer der beliebtesten und erfolgreichsten amerikanischen Science-Fiction-Schriftsteller wurde er mit Auszeichnungen überhäuft, so dass es erstaunt, wie wenig davon über den großen Teich geschwappt ist. Allein seine Kurzgeschichten erhielten vor allen lebenden wie toten SF-Autoren die meisten Preise.

„Wilson Cole“ ist eine fünfteilige Geschichte um ein Raumschiff, seine Besatzung und ihren Captain, ebenso wie es eine Geschichte ist um Missbrauch von Staatsgewalt, Ethik, blinden militärischen Gehorsam und bedingungslose Freundschaft. „Die Rebellen“ ist der Titel des vierten Teils, der sich nahtlos in die Geschichte fügt.

Was bisher geschah:

Der unbequem gewordene Held der Republik Wilson Cole kommt als zweiter Offizier an Bord der Theodore Roosevelt. Nachdem sein dortiger Captain die sinnlose Vernichtung eines ganzen bevölkerten Planeten befiehlt, übernimmt Cole das Kommando und setzt den Captain in Haft, bis ein offizielles Kriegsgericht sich dem fehlgeleiteten Druck der Öffentlichkeit beugt und Cole verurteilen will. Die Mannschaft der Teddy R befreit ihn und sie flüchten an die Innere Grenze, einen weitgehend gesetzlosen und unabhängigen Bereich der Galaxis.

Hier versuchen sie sich als Piraten, was sich nicht mit ihrer Moral vereinen lässt. Also wird die Teddy R ein Söldnerschiff und erfüllt militärische Aufträge, wobei Cole Wert auf Menschlichkeit legt und dadurch immer neue Schiffe in seine wachsende Flotte eingliedern kann. Das Hauptquartier wird die elf Kilometer große Station Singapur.

Der vierte Roman

Die desertierten Republikaner gewinnen Freunde und Verbündete in ihrem Exil, doch als Coles erster Offizier und bester Freund Four Eyes von einem Schiff der Raumflotte gefangen und von deren Captain zu Tode gefoltert wird, startet er einen Vernichtungsfeldzug gegen die Teile der Flotte, die immer wieder in die Innere Grenze eindringen und sich mit erschreckender Brutalität (wobei sie auch vor Völkermorden nicht zurückschrecken) Rohstoffe, Nahrung und Besatzungen beschaffen. Cole stellt der Republik das Ultimatum, die Innere Grenze als unabhängigen Raum zu achten und von weiteren Übergriffen abzusehen.

Selbst aus der Republik kommen jetzt Sympathisanten und schließen sich Coles Flotte an, denn überall gährt der Unmut über die Republik und ihre Willkür. Schließlich kann die Republik die ständigen Attacken auf ihre Flottenschiffe nicht mehr tolerieren und startet einen Feldzug gegen Station Singapur …

Die wichtigen Charaktere festigen sich immer mehr und erlangen ein Eigenleben, das sie und ihre Handlungen bestimmt. Es gibt auch einige Nebendarsteller und Ausführende von Coles Befehlen (der natürlich nicht alles selbst machen kann), so gibt es Computerspezialisten, Piloten oder Buchhalter. Was er aber wirklich nicht brauchte, waren zwei Seelenklempner. Seine Gefährtin Sharon Blacksmith, zugleich Chef der Bordsicherheit, übernimmt diese Aufgabe immer besser, so dass Four Eyes in dieser Richtung immer weniger zu tun hatte. Er war als Erster Offizier immer dann im Geschehen, wenn Cole schlief oder sich anderswo aufhielt, und so gab es für Resnick wenig Chancen, ihn weiter als Charakter aufzubauen und ihm Tiefe zu schenken. Doch als Opfer der Republik, schwer verstümmelt und gefoltert, gibt er post mortem einen wichtigen Wendepunkt für die Geschichte her, so dass die bisher schon angedeutete Richtung einen klaren Ausgangspunkt erhält. Detailliert und überzeugend schildert Resnick Coles Rachedurst und die daraus entstehende Feinderkenntnis.

Zwar dreht sich im zweiten Teil des Romans alles um die Abwehr der republikanischen Flotte, doch Resnick entwickelt in den Zwischengesprächen seiner Protagonisten eine Stimmung und die Grundlage der neuen Fixierung, die Cole uns am Ende des Romans offenbart.

Das Tempo bleibt weiter hoch, denn obwohl es militärische Science Fiction ist, fokussiert sich Resnick weniger auf die Kämpfe, sondern eher auf die Ideen, die Cole und seine Leute immer wieder zum Sieg führen. Dabei bleibt auch weiterhin Zeit für kleine humoristische Einlagen, die meist zu Lasten des feigen Außerirdischen „David Copperfield“ gehen. Die Geschichte hat keine Auflockerung nötig, sonst könnte man die schrägen Figuren als zwischenzeitliche Auflockerungshelfer bezeichnen, doch Resnick erzählt flüssig und in sympathischer Geradlinigkeit seine Geschichte, die von der ersten Seite des ersten Romans bis jetzt einen sehr hohen Unterhaltungs- und Spaßfaktor bietet, und man lehnt sich nicht sehr weit aus dem Fenster, wenn man für den letzten Roman „Flaggschiff“ ein furioses Finale erwartet.

Broschiert: 352 Seiten
ISBN-13: 978-3404233427
Originaltitel: 
Starship: Rebel

Der Autor vergibt: (4/5) Ihr vergebt: SchrecklichNa jaGeht soGutSuper (No Ratings Yet)

Mike Resnick – Wilson Cole 3: Die Söldner

3000 Jahre in der Zukunft: Die Menschheit hat sich in Form einer Republik über die Galaxis ausgebreitet. Der große Krieg gegen die Teroni-Föderation erfordert die Wehrpflicht der Menschen, doch ihr berühmtester Offizier Wilson Cole wurde wegen Meuterei (die einem Planeten mit mehreren Milliarden Bewohnern das Leben rettete) lebenslänglich verknackt. Seine Mannschaft befreite ihn aus dem Untersuchungsgefängnis und flüchtete mit ihm als Captain an Bord der Theodore Roosevelt in den Grenzbereich der Republik. Für Cole stellt sich eine wichtige Frage: Wie soll er das Schlachtschiff unterhalten und seine Mannschaft ernähren, geschweige denn bezahlen? Als Pirat hielt er sich mehr schlecht als recht, doch was kann ein Soldat besser, als seine Wehrkraft zu verkaufen? Kurzerhand werden sie zu Söldnern …

Auch als Söldner gibt es einiges an Bürokram zu erledigen, und so übernimmt der ehemalige Hehler David Copperfield den Job, die lukrativsten Aufträge an Land zu ziehen. Zum Leidwesen Coles und der Mannschaft geht Copperfield hierbei sehr unrealistisch zu Werke, denn obwohl sie es noch immer schaffen, ihren Auftrag zu erfüllen, gerät die Teddy R in immer stärkere Bedrängnis, je mehr der Job einbringen soll. Offenbar hat der Hehler kein Gespür für die militärische Stärke des Schiffes und demnach für die Jobs, bei denen sie auch eine Chance haben.

Um das Schiff zu überholen und neue Aufträge einzuholen lässt Cole die wichtigste Sektorstation mit dem Eigennamen Singapur ansteuern. Das Konglomerat aus tausenden einzelner Stationen ist neutrales Territorium für alle Interessenten, es bietet neben jeglichen Kontaktmöglichkeiten Bars, Spielkasinos, Hurenhäuser aller denk- und undenkbaren Ausrichtung sowie Hotels und Vergnügungsbezirke für jeden Geschmack. Mit ihrem Chef, dem „Platinherzog“, gelingt Cole ein wichtiges Arrangement für die Zukunft: Gegen eine Gewinnbeteiligung vermittelt der Herzog Kontakte und bietet der Teddy R die Station als Hauptquartier.

Während der Erfüllung seiner Aufträge gewinnt Cole einige kleinere Schiffe und ihre Mannschaften als neue Gefolgschaft hinzu, doch er muss auch zwei seiner Soldaten in einer stationären Krankenbehandlung lassen. Seine beste Kampfpartnerin, die eigenwillige Walli, geht im Suff einen Deal mit einem lokalen Kriegsherren ein und verlässt Coles Geschwader. Dumm nur, dass dieser Kriegsherr gerade den Planeten, den die Krankenstation umkreist, zum Ziel erkoren hat und Cole sich ihm deshalb in den Weg stellen muss. Aus Walli und Cole werden direkte Gegner mit ungewissem Ausgang …

Resnick produziert bisher nur einige wenige ausgefeilte Charaktere wie Cole selbst, seinen besten Freund Four Eyes, die Walküre Walli und Coles Freundin und Sicherheitschefin Sharon Blacksmith. Auch David Copperfield erhält in diesem dritten Band deutlich mehr Profil und zeigt der in Brutalität groß gewordenen Walküre (Resnicks „Piratenkönigin“), was echte Loyalität – und noch darüber hinaus gehendes Gemeinschaftsgefühl – erstens bedeuten und zweitens bewirken können.

Der neue Charakter, der Platinherzog, ist erneut eine aufgestaute Kuriosität wie zuvor Walli und David Copperfield. Sein Körper besteht aus Prothesen, deren sichtbare Oberflächen aus Platin bestehen. Offenbar gibt es noch natürliche Innereien, denn sowohl sind seine natürlichen Lippen durchblutet, als er auch mit menschlichem Wesen und den ebenfalls erhaltenen Geschlechtsteilen gesegnet ist. Bisher übernimmt dieser Charakter einen Teil der Rolle, die Copperfield noch zukam: Kontakte knüpfen, Beziehungen spielen lassen, den Vermittler für den doch noch immer recht fremden, da republikserzogenen Cole abgeben. Eigene Persönlichkeit entwickelt er dabei wenig.

Wieder sind Coles Gegner überwiegend brutale Kriegsherren, die sich einige Planeten der Zone unter den Nagel gerissen haben und ihnen Schutzgelder abpressen. Dabei stellt Resnick erneut die Überlegenheit von Coles Intelligenz über deren tumbe Gnadenlosigkeit heraus, auch wenn es in manchen Situationen durchaus auf Körperlichkeit ankommt, wie er Cole erleben lässt. Und natürlich ist und bleibt die Theodore Roosevelt als Militärschiff den meisten regionalen Schiffen überlegen. Man trifft hier also bis auf die zahlenmäßige Überlegenheit, die Cole mit Geist auszuschalten hat, nicht auf echte Schwierigkeiten – bis Walli zur direkten Konfrontation mit Cole gezwungen wird, was das entscheidende Konfliktthema des Romans ist.

Hier entwickelt Resnick aus den Charaktereigenschaften dieser Piratenkönigin einen Konflikt, auf den er schon seit Einführung von Walli hinarbeitet: Zwar führt ein im Suff geführter Streit mit Cole zu ihrer Entscheidung, sich dem Gegner anzubieten, doch hat Resnick sie schon vorher deutlich machen lassen, was sie von Coles Lebensachtung hält. Und in der folgenden Nüchternheit ist es ihre Ehre, die sie an einem Rückzieher hindert, und ihre Ehre bleibt ihr eigentlicher Gegner bis zuletzt.

Cole selbst merkt es nicht, aber seine Freunde, allen voran der Molarier Four Eyes, bemerken, wie seine Kräfte unter der Verantwortung schwinden, die er für das Schiff und seine Tätigkeiten übernommen hat. Der Molarier schließlich bringt das Problem zur Sprache und artikuliert auch Coles eigene Unzufriedenheit mit der Sinnlosigkeit ihrer Mühen. Nicht nur einmal wird scheinbar lapidar der Kommentar eingeworfen, bald könne Cole der Republik entgegentreten. Und auch der Titel des folgenden Bandes „Die Rebellen“ deutet in diese Richtung …

Es ist bemerkenswert zu lesen, wie sich die Ausrichtung von Coles Tätigkeitsschwerpunkten verschiebt und wohin (laut folgender Titel) das Ganze noch führen kann: Vom ungünstig positionierten und missverstandenen Offizier der Republiksflotte über den parasitären Piraten, als der er seine Fähigkeiten vergraben muss, bis zum jetzigen Söldner, der bereits deutlich mehr militärisches Geschick verlangt, sich aber keinem größeren Ziel unterordnen kann und darum in seinem Tun keinen Sinn sieht – deutlich zeichnet sich der Weg bereits jetzt ab, den Cole und seine Mitstreiter werden gehen müssen, um die Erfüllung zu finden. Während Cole als Captain auch mal zwiespältige Entscheidungen zu treffen hat, ist Four Eyes sein handelndes Gewissen. Cole würde dem widersprechen und sagen, er brauche kein Gewissen, und von seiner Mentalität her gesehen, müssten wir ihm zustimmen. Auch der dritte Band der Wilson-Cole-Geschichte ist ein Feuerwerk aus Action und spannender Unterhaltung, wie man es sich nur wünschen kann.

Broschiert: 366 Seiten
ISBN-13: 978-3404233373
Originaltitel:
Starshhip: Mercenary
Übersetzt von Thomas Schichtel

Der Autor vergibt: (4/5) Ihr vergebt: SchrecklichNa jaGeht soGutSuper (No Ratings Yet)

Mike Resnick – Wilson Cole 2: Die Piraten

3000 Jahre in der Zukunft: Die Menschheit hat sich in Form einer Republik über die Galaxis ausgebreitet. Der große Krieg gegen die Teroni-Föderation erfordert die Wehrpflicht der Menschen, doch ihr berühmtester Offizier Wilson Cole wurde wegen Meuterei (die einem Planeten mit mehreren Milliarden Bewohnern das Leben rettete) lebenslänglich verknackt. Seine Mannschaft befreite ihn aus dem Untersuchungsgefängnis und flüchtete mit ihm als Captain an Bord der Theodore Roosevelt in den Grenzbereich der Republik. Für Cole stellt sich eine wichtige Frage: Wie soll er das Schlachtschiff unterhalten und seine Mannschaft ernähren, geschweige denn bezahlen? Er sieht einen Ausweg: als Pirat …

Der Job als Pirat stellt Cole und seine Mannschaft vor unerwartete Probleme: Zwar ist die alte, ausmusterungswürdige Teddy R hier außerhalb der Republik ein überlegenes Kriegsschiff, doch lässt es sich nicht mit der Moral der Besatzung verbinden, Unschuldige auszurauben, zu töten oder anders zu schädigen. Coles Idee: Man beraube Piraten und verkaufe die Beute an Hehler.

Schon beim ersten Versuch – sie geraten an einen außerirdischen Hehler, der sich David Copperfield nennt und alle echten Bücher Charles Dickens‘ mit völliger Verrücktheit sammelt – stellt Cole fest, dass dieser Weg nicht lukrativ genug ist, um dauerhaft für das Schiff sorgen zu können. Die neue, bessere Idee: Man beraube weiterhin Piraten, verkaufe die Beute aber an die zugehörige Versicherung, die den Betroffenen für den Schaden aufkommen muss und billiger davonkäme, wenn sie die Ware bei Cole zurückkaufte.

Nach wenigen Versuchen gerät Cole bei einer solchen Transaktion in einen Hinterhalt, aus dem er sich nur mit Hilfe einer außergewöhnlichen Piratin, die er auf Grund ihres Aussehens und ihrer Fähigkeiten „Walküre“ (kurz: Walli) nennt, retten. Sie wurde um ihr Schiff betrogen und lässt sich auf der Teddy R als Zweiter Offizier anstellen mit der Option, ihr Schiff bei Gelegenheit zurückzuerkämpfen. Der Gegner, ein berüchtigter Pirat mit dem Namen „Hammerhai“, bringt nicht nur Cole und seine Meute in Bedrängnis …

Dieser zweite Band des Fünfteilers um Wilson Cole bestätigt schnell den Eindruck, der schon im ersten Band „Die Meuterer“ entsteht: Eine kurzweilige, handlungs- und actionreiche Geschichte, angesiedelt in einem galaktischen Universum, dem es nicht an kreativen und ausgefallenen Details fehlt. Dabei kann man zwar den Eindruck gewinnen, mit Wilson Cole hätte Resnick einen übermächtigen Charakter geschaffen, doch entwickelt sich dieser Charakter im Laufe der Geschichte ständig weiter, da aus seiner Sicht erzählt wird und Resnick seine Entscheidungsfindung immer wunderbar illustriert.

Cole ist ein durchschnittlicher Mensch, der aber stets die passende Antwort parat hat, meist jedoch nicht die Antworten gibt, sondern die Fragen stellt. Er ist der Captain des Raumschiffs Theodore Roosevelt und sollte sich als solcher nach Meinung seiner Mitstreiter weitgehend aus der eigentlichen Handlung heraushalten, doch findet er immer wieder Argumente, die seinen persönlichen Einsatz rechtfertigen, so dass man hier einen echten Space-Opera-Captain vorfindet, der alle wichtigen Angelegenheiten selber regelt. Immerhin stellt er sich als ausnehmend menschlich dar wie ein Old Shatterhand der alten Garde, vergießt er doch nie ohne Not das Blut seiner Gegner, ohne allerdings zu zögern, wenn es ihm nötig erscheint. Gegen brutale Widersacher wie den Hammerhai setzt er sich geistig überlegen und energisch durch frei nach dem Motto: „Unter all den unbewussten Lebensformen gibt es wenige, die des Denkens fähig sind. Ich habe ein Gehirn und halte es für eine Straftat, es nicht zu benutzen.“

Die anderen Charaktere kann man weitgehend vernachlässigen, sie agieren meist im Hintergrund oder geben ihre Gedanken zu Coles Überlegungen hinzu, was schließlich für ihn und für den Leser zur Erkenntnis der neuen Strategie (oder des zum Erfolg führenden Tricks) führt. Die wichtigsten wurden bereits im ersten Band eingeführt und haben sich seither nicht merklich weiter entwickelt. Neu sind David Copperfield und Walli, die Piratenkönigin.

Copperfield ist zwar ein verrückter Außerirdischer, findet aber keinen richtigen Zugang zum Flair der Geschichte. Er wirkt etwas konstruiert und bleibt überwiegend uninteressant.

Walli bringt das in die Handlung, was Cole fehlt und was aus den beiden ein karrierefähiges Duo macht: überragende Kampfkunst und Angriffslust, bei Verhandlungen spielt sie Coles Rückendeckung und den aggressiven Verhandlungspartner. Sie kommt zwar erst in der zweiten Hälfte des Romans dazu, wird uns aber hoffentlich noch einige interessante Kämpfe liefern. Bis zu ihrem Auftritt gab es tatsächlich keinen Cole ebenbürtigen Charakter in der Geschichte, und so musste Resnick quasi mit Cole allein zurechtkommen. Mit Walli steht ein echter Partner bereit, der die Handlung auch mal übernehmen kann und ihr dadurch zu einem breiteren Spektrum verhilft.

Insgesamt bietet die Handlung ein fast klischéehaftes Umfeld mit ebensolchen Protagonisten, doch bei genauerem Hinsehen offenbart sich mehr Tiefgang als erwartet. Wilson Cole ist schnelle, spannende Unterhaltung mit mal wieder interessanten und außergewöhnlichen Gedankengängen und überraschenden Tricks. Warum ist Mike Resnick hierzulande so überaus unbekannt? Seine Produktivität und die gelobte und bepreiste Qualität seiner Geschichten sollten doch auch hier ihre Fangemeinde finden.

Taschenbuch: 384 Seiten
ISBN-13: 978-3404233298
Originaltitel: 
Starship: Pirate
Übersetzt von Thomas Schichtel

Der Autor vergibt: (3.5/5) Ihr vergebt: SchrecklichNa jaGeht soGutSuper (No Ratings Yet)

Charles Finch – September Society. Der Club der tödlichen Gentlemen

Das Verschwinden eines adligen Oxford-Studenten verwickelt 1866 einen frühen Privatdetektiv in eine Verschwörung, die zwei Jahrzehnte zuvor im fernen Ostindien ihren Anfang nahm … – Ein früher Sherlock Holmes löst unter Einsatz zeitgenössischer Ermittlungsmethoden seinen Fall, während er gleichzeitig mit privaten Liebeshändeln ringt: gemächlicher Häkel-Krimi mit Lady-Thriller-Schmalz-Ballast und überkonstruiertem Plot.
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Andreas Eschbach – Die blauen Türme (Das Marsprojekt 2)

Spannende Agenten-Action auf dem Mars

Arianna, Ronny, Carl und Elinn – alle zwischen 13 und 15 Jahren alt – sind als erste Kinder auf dem Mars geboren worden und aufgewachsen. Doch im Jahr 2086 sollen sie gemeinsam mit anderen Marssiedlern zur Erde zurückkehren, weil machthungrige Politiker behaupten, das Marsprojekt sei gescheitert. Die Vorbereitung zur Stilllegung der Forschungsstation laufen bereits auf Hochtouren – aber die vier Jugendlichen sind fest entschlossen, auf dem Roten Planeten zu bleiben. Besonders Elinn, die aus medizinischen Gründen auf der Erde nicht überleben könnte. Sie büchsen aus und kommen einem verborgenen Geheimnis des Planeten auf die Spur.

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Mike Resnick – Wilson Cole 1: Die Meuterer

Auf Platz vier der meistgeehrten Science-Fiction-Autoren findet man Mike Resnick – noch vor bekannten Größen wie Asimov, Bradbury, Heinlein und Clarke. So teilt der Anhang des vorliegenden Romans mit und bezieht sich damit auf eine Liste, die vom Locus-Magazin geführt wird. Umso verwunderlicher, wie wenig ehrerbietige Nennung sein Name findet, so dass sich die Frage aufwirft, ob sich diese Preise an der Qualität einer Geschichte oder an ihrer jeweils aktuellen Beliebtheit orientieren (wobei Qualität auch ein zu definierender Begriff in diesem Zusammenhang wäre).

Resnick hält sich vor allem in seinem groß angelegten |Birthright|-Universum auf, das die Zukunft der Menschheit von der Entwicklung eines Überlichtantriebs bis zu ihrer Auslöschung umfasst. Natürlich spielt auch die Geschichte um Wilson Cole in dieser Welt und fügt ihr eine wichtige Facette hinzu.

Das altersschwache Kriegsschiff Theodore Roosevelt, von seiner Besatzung liebevoll „Teddy R“ genannt, fliegt abkommandiert als Patrouille eines großen Abschnitts des Randsektors mit einer explosiven Besatzung, die aus dem Flottenkommando unbeliebten Militärs besteht, in dieser weitgehend vom Krieg unbehelligten Zone seit Jahren ohne Feindkontakt und ist froh über diesen Zustand. Bis Wilson Cole als Zweiter Offizier an Bord geht und mit ihm die Probleme kommen: Plötzlich entdeckt man feindliche Aktivitäten in der Gegend, wird ihrer dank Coles intelligenten Einsatzes Herr, wird in einen ebenso abgeschiedenen Sternhaufen versetzt und dort erneut mit dem Feind konfrontiert, wobei der Captain sein Leben verliert und der paragrafentreuen Ersten Offizierin seinen Platz überlässt, die Coles erneuten erfolgreichen Einsatz als Fehlverhalten meldet und so eine neuerliche Versetzung des Schiffes bewirkt.

Cole, der eine eigene Auffassung von militärischem Gehorsam hat und stets so handelt, wie es ihm der Republik dienlich scheint, findet immer einen Weg, die Zurückhaltung seiner Captains zu umgehen und sich aktiv am Krieg zu beteiligen. So hindert er seine neue Captain am Völkermord und bekommt dafür lebenslänglich …

Wilson Cole ist ein Held und wird auch von der ersten Seite an als solcher eingeführt. Die Leute starren vor Lobhudelei und sind fassungslos, dass es einen Held der Republik – immerhin ist er der höchstdekorierte Offizier der Flotte – in dieses abgetakelte alte Schiff und die abgelegenste Gegend der Galaxis verschlagen hat. Und damit wird ein wichtiger Konfliktpunkt von Anfang an hervorgehoben: Die Heldenverehrung durch die Massen führt dazu, dass das Militär nicht anders kann, als diesen Mann zu ehren, obwohl es ihn lieber loswäre, da er ein unformbarer Charakter ist. Hinter den Kulissen versuchen sie ihren Helden kalt zu stellen, doch Cole schafft es an jedem Ort, wichtige Dienste für die Republik zu leisten – ob mit oder gegen den Willen seiner Vorgesetzten – und sich wieder ins Rampenlicht zu stellen, um die Bevölkerung hinter sich zu haben.

Resnick beschreibt seinen Helden deutlich als Teil der Gripsfraktion, Cole sieht sich weder als besonders draufgängerisch, noch wird er als überdurchschnittlich in irgend einem körperlichen Attribut geschildert. Trotzdem hat er ein großes Talent, Konfrontationen zu meistern und aus Krisensituationen gestärkt hervorzugehen. Er spannt jeden in seinem Umfeld für seine Zwecke ein und manipuliert selbst die scheinbar völlig regelkonforme und logisch denkende Frau aus dem Volk der Polonoi, die seine Vorgesetzte ist und eigentlich schon grundsätzlich völlig konträr zu Coles Ansichten steht.

Man könnte Cole als einen typischen Überhelden und Moralapostel sehen, wenn nicht auf spannende Art und Weise seine Ecken und Kanten ausgearbeitet würden. Sein Zweckegoismus, der im Endeffekt nur dem Erreichen von Militärzielen oder – später – der Ziele seiner Crew gilt, lässt ihn oft arrogant erscheinen, und auch seine verbalen Spielereien und diesbezüglichen perfekten Fähigkeiten schlagen in diese Kerbe. Seine hohen moralischen Ansprüche werden im Laufe des Buches immer deutlicher, bis er schließlich, um dem Titel des Buches gerecht zu werden, meutert, um einer kompletten Planetenbevölkerung das Leben zu retten. Und das wird schließlich zum Auslöser seiner Verknackung auf Lebenszeit sowie für sein Überdenken der Loyalität der Republik gegenüber. Mit diesem Charakter hat Resnick auf jeden Fall eine großartige Führerpersönlichkeit mit Legendenpotenzial geschaffen.

Relativ unkreativ sind allerdings Coles Mitstreiter: Die Sicherheitschefin, mit der er schläft und die ihn (auch vorher schon) völlig loyal unterstützt; die junge Offiziersanwärterin, die total verknallt ist; die junge, fähige Brückenoffizierin und der Waffensergeant, dem Cole die Vollmacht für körperliche Züchtigung bei Drogenmissbrauch erteilt. Allerdings sind dann noch einige außerirdische Attribute, die Resnick interessant schildert und einführt und damit noch einen Gegenpart zur menschlichen Übermacht konstruiert. Ihm fällt diese Übermacht dann auch leicht negativ auf, denn er lässt Cole einen frei gewordenen leitenden Posten extra mit einem Außerirdischen besetzen.

Insgesamt ein schneller Roman, den man ungern aus der Hand legt und der unbedingt nach mehr verlangt, denn sowohl die wunderbar unterhaltend geschriebene Geschichte als auch das Universum hinterlassen einen rundum positiven Eindruck.

Broschiert: 320 Seiten
ISBN-13: 978-3-404-23326-7
Originaltitel: Starship: Mutiny
Übersetzt von Thomas Schichtel

Der Autor vergibt: (4/5) Ihr vergebt: SchrecklichNa jaGeht soGutSuper (No Ratings Yet)

Joseph Wambaugh – Die Chorknaben

In Los Angeles praktizieren vom Berufs- und Alltagsstress geplagte Polizisten eine Form des nächtlichen Stressabbaus, die stetig ausartet und schließlich in einer Katastrophe gipfelt … – Mit beißendem Humor aber scharfem Blick auf reale Missstände beschreibt der Autor das Pandämonium einer aus den Fugen geratenden Welt, deren bedrängte Hüter resignieren und sich dem Wahnsinn anpassen: ein Klassiker des Kriminalromans, der an Intensität und Unterhaltungskraft keinen Deut verloren hat.
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Bernard Cornwell – Sharpes Sieg. 1803: Richard Sharpe und die Schlacht von Assaye

Vier Jahre sind vergangen, seit Richard Sharpe, seines Zeichens Sergeant der britischen Armee in Indien, in „Sharpes Feuerprobe“  Tippu, den Herrscher von Seringapatam, tötete und um dessen Juwelen erleichterte. Eigentlich führt er nun ein relativ beschauliches Soldatenleben unter dem Kommando von Major Stokes und macht sich hauptsächlich Gedanken darüber, wie er die erbeuteten Juwelen wohl am besten in seine Kleidung einnähen könnte. Doch dann führt ihn das Schicksal (oder eher Stokes‘ Befehl) nach Chasalgaon, gerade als dessen Bewohner vom Verräter Dodd hingemetzelt werden. Sharpe, als einziger Überlebender, kann nur entkommen, indem er sich tot stellt.

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Alison Croggon – Das Baumlied (Die Pellinor-Saga 4)

Die Pellinor-Saga:

Band 1: „Die Gabe“
Band 2: „Das Rätsel“
Band 3: „Die Krähe“
Band 4: Das Baumlied“

Von dem abschließenden Band der Pellinor-Saga habe ich mir eine Verbindung der Handlungsstränge um den Winterkönig Arkan aus „Das Rätsel“ und um die schwarze Armee – beziehungsweise die Probleme des Namenlosen mit den Generälen derselben – aus „Die Krähe“ erwartet. Doch Alison Croggon schafft es in geradezu verblüffender Weise, beide Bände vollständig zu ignorieren. „Das Baumlied“ schließt inhaltlich direkt an „Die Gabe“ an; was dazwischen vorgefallen ist, verkommt zur reinen Makulatur. Selten hat ein Autor sein eigenes Werk dermaßen ignoriert, sich der Möglichkeit gesteigerter Komplexität beraubt. Schade! Doch damit nicht genug; das vermeintlich grandiose Finale, welches auf dem Buchrücken angekündigt wird, entpuppt sich als Strohfeuer. Von wegen |Die schwarze Armee marschiert nach Norden. Die sieben Königreiche stehen vor dem Untergang.|

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Arnaldur Indriðason – Codex Regius

Die anfänglich akademische Jagd auf eine mittelalterliche Handschrift entwickelt sich zum mörderischen Kampf mit fanatischen Alt-Nazis und Geheimbündlern, die ihre Teilnehmer in den 1950er Jahren durch Skandinavien und Zentraleuropa bis auf die ferne Insel Island führt … – Spannende Mischung aus ‚literarischem‘ Historienkrimi und „Coming-of-Age“-Story, die anders als (viel zu) viele Mystery-Munkel-Thriller talentfreier Dan-Brown-Klone den simplen aber gut umgesetzten Plot schlüssig mit der historischen Realität verzahnt.
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E. Benjamin Skinner – Menschenhandel. Sklaverei im 21. Jahrhundert

Der moderne Sklavenhandel – ein Milliardengeschäft

Nie gab es mehr Sklaven als heute: 27 Millionen Menschen. Sklaverei ist ein globales Phänomen und aktueller denn je. Auch in Deutschland ist Sklaverei in Form von Zwangsprostitution an der Tagesordnung. Überall auf der Welt begegnet der Autor einem blühenden Menschenhandel. Er infiltrierte Schleusernetzwerke, traf sich mit Kinderhändlern auf Haiti und im Sudan, beschreibt das Schicksal einzelner Opfer und lässt diese zu Wort kommen. Doch was unternehmen westliche Industrienationen wie die Vereinigten Staaten gegen Sklavenhandel? Dieses Kapitel ist so spannend wie ein Krimi.

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Dennis Shryack/Michael Butler – Der Teufel auf Rädern

shryack-teufel-cover-kleinEin Höllendämon baut sich ein unzerstörbares Auto und bläst damit in der Wüste von Utah zur Jagd auf US-Kleinstadtbürger, bis sich ihm ein mutiger Sheriff in den Weg stellt … – Gelingt es, den hanebüchenen Plot zu akzeptieren, liest man ein durchaus solide geschriebenes Buch, das wesentlich besser geraten ist als der Film, nach dem es entstand.
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Ridley Pearson – Der blinde Tod

Das geschieht:

In Sun Valley, US-Staat Idaho, verbringt Generalstaatsanwältin Elizabeth Shalor gern ihre raren Urlaubstage. Das ist bemerkenswert, denn vor acht Jahren versuchte sie genau hier ein mit ihrer Arbeit unzufriedener Staatsbürger umzubringen. Damals entkam Shalor nur, weil der junge Deputy Walter Fleming rechtzeitig auf der Bildfläche erschien und den Strolch ausschaltete.

Seither ist Fleming Shalors Freund, ein Status, der neuerdings mit Privilegien aber auch Pflichten verbunden ist: Elizabeth Shalor gedenkt sich für das US-Präsidentenamt zu bewerben. In Sun Valley möchte sie vorab ausspannen sowie auf einer Tagung ihre Kandidatur bekanntzugeben. Walter Fleming, seit seiner Heldentat Sheriff von Sun Valley, ist für ihre Sicherheit verantwortlich. Das FBI ist wenig erfreut darüber, denn Shalor ist aufgrund ihrer politischen Ziele außerordentlich exponiert. Mit Anschlägen ist zu rechnen. Gern würde das FBI sie isolieren, doch Shalor sperrt sich. Sie vertraut ihrem Lebensretter Fleming.

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Massimo Marcotullio – Das Blut des Skorpions

Im Rom des 17. Jahrhunderts treibt ein Attentäter und Serienmörder sein Unwesen. Ein cholerischer Maler und seine Gefährten geraten erst in sein Visier und dann in eine politische Intrige, die Herrscherhäuser in ganz Europa ins Wanken bringen könnte … – Anspruchsloser, ausschließlich der Unterhaltung verpflichteter und historische Akkuratesse nie in den Vordergrund stellender Thriller mit wüsten Morden, simpel gestrickten Figuren und stetigem Druck aufs erzählerische Gaspedal.
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Alison Croggon – Das Rätsel (Die Pellinor-Saga 2)

Die Pellinor-Saga:

Band 1: „Die Gabe“
Band 2: „Das Rätsel“
Band 3: „Die Krähe“
Band 4: „Das Baumlied“

Die Bedrohung durch den Namenlosen zwingt die Gruppe um Maerad zur Teilung. Während Cadvan und Maerad weiter nach dem Ursprung des Baumlieds suchen, soll Saliman ihren Bruder Hem nach Turbansk in Sicherheit bringen und dort zum Barden ausbilden. Doch auch dort gibt es keine Sicherheit, denn Imank, der Feldherr des Namenlosen, rückt unaufhaltsam vor.

Alison Croggon – Das Rätsel (Die Pellinor-Saga 2) weiterlesen

Charles Atkins – Risiko

Der Amerikaner Charles Atkins weiß, wovon er schreibt. Genau wie die Hauptfigur in „Risiko“ ist er Psychiater, und es scheint, als ob dieser Beruf eine gute Inspirationsquelle für Geschichten darstellt. Auf seiner Website berichtet er, dass er dieses Buch schrieb, während er mit verhaltensauffälligen Jugendlichen arbeitete. Und genau darum geht es in diesem Buch. Ab wann ist ein Jugendlicher verhaltensauffällig? Wie kam es dazu? Und sind sie wirklich alle Monster?

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Richard Montanari – Lunatic

Der übliche genial-verrückte Serienkiller treibt bizarren Schabernack mit Frauenleichen. Im Wettlauf mit dem Täter ermittelt ein männlich-weibliches Polizisten-Duo. Zusätzlich erschwert wird die Fahndung durch zwei weitere Mörder, die sich ebenfalls gewaltsam in das Geschehen einbringen … – Trotz vieler Klischees und galoppierender Unlogik überaus einfallreich gestrickter, temporeicher und mit schwarzem Humor abgerundeter Thriller, der einfach(en) Spaß verbreiten soll und kann.
Richard Montanari – Lunatic weiterlesen

Arthur C. Clarke – Rendezvous mit Rama

Das geschieht:

Im Jahre 2131 ist die Menschheit zwar vereint aber keineswegs einig. Im Rat der „United Planets“ sitzen Vertreter der Erde, des Mondes, der Planeten Merkur und Mars sowie der Monde Ganymed, Titan und Triton: Das Sonnensystem ist bis zur Umlaufbahn des Uranus‘ besiedelt.

Die sieben Mitglieder der UP stellen auch das „Rama-Komitee“, das seine Arbeit aufnimmt, nachdem ein gigantischer, offensichtlich künstlicher Himmelskörper gesichtet wird: Objekt 31/439, später benannt nach der Hindu-Göttin Rama, ist eine Raumarche von zylindrischer Form, misst stolze 50 km in der Länge und weist einen Durchmesser von 8 km auf. Seit Jahrmillionen ist dieses Schiff unterwegs, dessen Kurs direkt auf die Sonne zielt. Arthur C. Clarke – Rendezvous mit Rama weiterlesen