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Clive Staples Lewis – Das Wunder von Narnia (Die Chroniken von Narnia)

Wunderbar: Weltenreise mit Ringticket

Die mehrbändigen „Chroniken von Narnia“ stehen in Großbritannien auf einer Stufe mit dem „Kleinen Hobbit“, „Alice in Wunderland“ und dem „Wind in den Weiden“. Zu Weihnachten 2005 kommt sogar eine 200 Mio. Dollar teure Verfilmung des Stoffes in unsere Kinos. Narnia ist also aktueller denn je!

Dieser Teil der siebenbändigen Saga berichtet von der Entstehung Narnias, woher die böse Zauberin Jadis kam und welche Rolle Adamssöhne und Evastöchter bei der Gestaltung des Landes spielten. Obwohl also viel später als „König von Narnia“ entstanden, spielt die Handlung vor den in diesem Buch geschilderten Ereignissen.

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Michael Coren – C. S. Lewis – Der Mann, der Narnia schuf

Der Narnia-Mann: bildreicher, unterhaltsamer Einstieg

C.S. Lewis ist der Schöpfer des Narnia-Universums und Autor zahlreicher Klassiker der Weltliteratur wie die „Dienstanweisung an einen Unterteufel“ und die „Perelandra“-Trilogie. Die Verfilmung seines ersten Narnia-Kinderbuches kommt zu Weihnachten in unsere Kinos. Ein Teil seines Lebens wurde in dem Spielfilm „Shadowlands“, mit Anthony Hopkins in der Rolle des Autors, auf die Leinwand gebracht. Ein Bild daraus wurde als Titelbild verwendet.

Der Autor

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Lewis, Clive Staples – Prinz Kaspian von Narnia (Die Chroniken von Narnia)

_Spannend: Im Wald der verborgenen Wesen_

Hochverrat! Der Thronfolger soll beseitigt werden. Miraz, der diktatorisch über Narnia herrscht und das Land allein den Menschen unterordnen will, beansprucht die Krone für sich und seinen erstgeborenen Sohn. Sein Neffe Kaspian, der wahre Erbe, und sein Mentor Dr. Cornelius befürchten den Untergang Narnias. Sie ahnen, dass ohne Hilfe die entscheidende Schlacht der sprechenden Tiere und der Zwerge gegen Miraz nicht zu gewinnen ist. Mit dem Wunderhorn rufen sie Hilfe herbei – doch statt der legendären Könige und Königinnen tauchen vier Schulkinder aus England auf: Peter, Edmund, Lucy und Suze. Was können die schon ausrichten? (abgewandelte Verlagsinfo)

_Der Autor_

Clive Staples Lewis, der von 1898 bis 1963 lebte, war ein Freund und Kollege Professor J.R.R. Tolkiens (mehr dazu weiter unten). Dass dieser zufällige Umstand ihn auszeichnen soll, lässt darauf schließen, dass er im Bewusstsein der gegenwärtigen Leser hinter seinem bekannter gewordenen Kollegen zurückgetreten, wenn nicht sogar fast verschwunden ist. Tolkiens Stern leuchtet heller.

Dabei hat Lewis sowohl in der Fantasy als auch Science-Fiction Spuren hinterlassen. Auch in der Philosophie und Theologie schrieb er bekannte und gelobte Werke. Doch lediglich die „Chroniken von Narnia“, Fantasy für kleine und große Kinder, wurden auch verfilmt. Die Science-Fiction-Trilogie „Perelandra“, ein ambitionierter Weltentwurf, ist eben zu sperrig und dialoglastig für den heutigen Geschmack.

Viel ist in die Narnia-Romane hineingedeutet worden. Dies muss nicht alles wiederholt werden. Feststeht aber, dass die Narnia-Chroniken seit über 50 Jahren in Großbritannien zum Standard der Jugendliteratur gehören, und das sicher nicht ohne Grund – sie verbinden Abenteuer und Wunder mit einer christlichen Botschaft.

Hier kommen altbekannte Fantasythemen zum Tragen, so etwa der Gegensatz zwischen Gut und Böse. Außerdem ist Narnia eine Parallelwelt, die durch ein Tor erreicht wird; es gibt sogar Zeitreisen und andere Dimensionen. Die Bücher werden als christliche Allegorien interpretiert, aber das würde ihnen wenig gerecht: Sie sind hervorragende und bewegende Geschichten – wenn auch mit sprechenden Tieren.

Die Narnia-Chroniken in der richtigen Reihenfolge und mit aktuellem Titel:

1. Das Wunder von Narnia
2. Der König von Narnia
3. Der Ritt nach Narnia
4. Prinz Kaspian von Narnia
5. Die Reise auf der „Morgenröte“
6. Der silberne Sessel
7. Der letzte Kampf

Mehr Infos sind auf http://www.narnia.com und http://www.narnia-welt.de/ zu finden.

_Der Sprecher_

Philipp Schepmann, Jahrgang 1966, erhielt seine Ausbildung als Schauspieler an der renommierten Folkwang-Schule in Essen. Er ist laut Verlagsangaben verheiratet, Vater von drei Kindern und lebt in Bergisch Gladbach bei Köln. Schepmann arbeitet als Sprecher und Schauspieler für Film, Funk und Theater. Schepmann liest wie immer bei den Narnia-Hörbüchern eine ungekürzte Fassung.

_Handlung_

Vier englische Schulkinder warten auf dem Bahnhof auf den Zug, der sie zurück ins Internat bringen soll: Peter, Edmund, Lucy und Suze müssen sich nach Mädchen und Jungs trennen. Die Sitten im Jahr 1950 sind streng. Sie erinnern sich, wie gut sie es doch als Könige und Königinnen von Narnia hatten. Das waren noch Zeiten! Und das war erst vor einem Jahr …

Plötzlich fühlen sie sich durch etwas angezogen, das sie aus ihrer Zeit herausreißt, dann verschwinden sie in eine andere Dimension. Sie finden sich an einem Waldrand wieder, der am blauen Meer liegt, über dem die Sonne lacht. Es ist wie bei Robinson Crusoe. Ob dies wirklich eine Insel ist? An einem Bach finden sie Wasser, das sie trinken können. Nach den Frühstücksrationen gibt es auch Früchte aus einem Apfelhain. Dahinter stoßen sie auf eine verfallene Mauer, dann auf einen freien Platz und schließlich auf eine Schlossruine.

Wie seltsam: Das Schloss sieht aus wie damals ihr eigenes Schloss Feeneden, aber die Ruine wirkt, als wäre das vor hunderten von Jahren gewesen. Sie brauchen also Beweise. Die finden sie in etwas, das wie eine Schatzkammer aussieht. Hier finden sie ihre alten Wunderwaffen wie den Bogen und das Schwert. Nur das Wunderhorn, mit dem sie Aslan rufen konnten, fehlt. Wo mag es sein?

Am nächsten Morgen kommt ein Boot mit drei seltsamen Gestalten in Sicht. Zwei Soldaten bewachen einen gefesselten Zwerg. Suze schießt mit ihrem unfehlbaren Bogen und trifft einen der Soldaten, der zweite springt ins Wasser und schwimmt weg. Der befreite Zwerg ist ein kratzbürstiger Zeitgenosse, zwar nur einen Meter groß, aber temperamentvoll. Er stellt sich als Trumpkin, Bote von König Kaspian X, vor, das ist zumindest der gegenwärtige König der Altnarnianen. Der tatsächlich über diesen Landstrich herrschende König ist Miraz, und der ist eigentlich Telmarer. Zu kompliziert? Deshalb erzählt Trumpkin den Kindern eine Geschichte.

|Über Prinz Kaspian|

Kaspian wächst als Waise bei seinem Onkel Miraz in Narnia auf. Miraz und seine Königin haben keine Kinder, deshalb soll Kaspian Thronerbe sein. Doch Kaspians Kinderfrau hat ihm von den gute alten Zeiten erzählt, als vier Kinder in Feeneden herrschten und die Tiere von Narnia sprechen konnten. Miraz verbietet ihm solch ketzerische Reden und lässt die Kinderfrau vom Hof verbannen. Er gibt Kaspian einen neuen Hauslehrer, den Weisen Dr. Cornelius. Der bringt Kaspian die ganze Ahnenreihe bei, von Kaspian dem Ersten aus Telmar bis zu König Miraz, der den vorherigen König Kaspian irgendwie auf dem Thron ablöste.

Auf einem hohen versteckten Turm vertraut Dr. Cornelius Kaspian sein Geheimnis an: Er sei kein Telmarer, sondern ein Mischling aus einem Zwerg und einem Menschen. Und ein Zwerg ist eines der verbotenen Fabelwesen. Kaspian will ihm helfen, Wesen zu suchen, mit denen das goldene Zeitalter der vier Könige von Feeneden wiederhergestellt werden könnte. Dr. C ist ein minderer Zauberer, doch er setzt Kaspians Ausbildung nach Kräften fort. Bis eines Tages die Königin einen Sohn zur Welt bringt. Nun ist Kaspian nicht mehr der Thronerbe, sondern bloß noch ein gefährlicher Rivale. Dr. C drängt ihn zur Flucht und verrät ihm, dass er der wahre König sei. Miraz hat den Thron geraubt und ermordete Kaspians Vater. Nun müsse der Prinz fliehen.

|Die Geschöpfe im Verborgenen|

Wie geheißen, flieht Kaspian mit dem Wunderhorn, das ihm Dr. C gegeben hat, gen Süden nach Archenland. Ein Dachs, ein Schwarz- und ein Rot-Zwerg schlagen ihn nieder und beraten, ob sie ihn gleich umbringen sollen oder erst später. Kaspian erwacht und wundert sich, dass Tiere sprechen können. Dann erklärt er, wer er ist. Das rettet ihm sein Leben, denn der Dachs will wieder einen Adamssohn auf dem Thron von Altnarnia sehen, und der Rotzwerg Trumpkin hat nichts dagegen einzuwenden. Nur der finstere Schwarzzwerg traut Kaspian nicht.

Im Wald von Archenland stellt Kaspian eine Armee von sprechenden Tieren auf, die Narnia zurückerobern soll. Wenn die Bäume nur auch gehen könnten – so einen Wald als Soldaten könnte Kaspian gut gebrauchen. Beim Kriegsrat taucht auch Dr. Cornelius auf. Aufgeregt berichtet er, man habe ihn verraten und der König Miraz sei mit seinem Heer bereits im Anmarsch!

|Der Aufstand|

Alle begeben sich zu Aslans Mal, am Rande des Waldes, wo die Geister wohnen und wo die Ruine von Feeneden liegt. Doch die kleine Tiertruppe verliert die ersten Kämpfe gegen Miraz und beratschlagt, was zu tun ist. Sie müssen Hilfe herbeiholen. Aber von woher? Da wird empfohlen, Kaspians Wunderhorn zu blasen. Jeder weiß, was es damit auf sich hat. Doch während das Horn erklingt, hat der Schwarzzwerg sein Vertrauen bereits auf eine andere Macht gesetzt: auf die Weiße Hexe des Nordens, die den vier Kindern besser als Schneekönigin bekannt ist.

Das Horn ruft die vier Kinder nach Narnia, so viel ist klar. Jetzt sind sie durch Trumpkins Geschichte voll im Bilde. Doch werden sie noch rechtzeitig eintreffen, um Kaspians seltsamer Truppe beistehen zu können?

_Mein Eindruck_

„Prinz Kaspian von Narnia“ ist ein schlagendes Beispiel dafür, dass sich auf nur zweihundert bis zweihundertfünfzig Seiten – bzw. in 300 Minuten – ein unterhaltsames und spannendes Kinderbuch realisieren lässt, das bis zum Rand mit Abenteuer und Action voll gepackt ist, ohne dabei an Zauber und Hoffnung einzubüßen. Prinz Kaspians Fabelwesen-Truppen reichen nicht aus, um gegen die königliche Armee zu bestehen. Er ruft Beistand herbei, und dieser besteht quasi in Agenten des göttlichen Aslan. Es sind die vier Kinder Peter, Edmund, Suze und Lucy. Erst sie rufen Aslan herbei, und dies wird die Schlacht entscheiden. Denn die Ungläubigen haben sich mit der Gegenseite eingelassen: mit der Hexe des Nordens.

|Gretchenfrage: Wie hältst du’s mit Gott?|

Die zentrale Frage ist die nach dem Wesen von Aslan, dem Löwen, der Narnia erschuf und es hütete, bis er wieder verschwand. Wenn Aslan eine Inkarnation Gottes ist und er hinter all diesen Geschehnissen heimlich die Fäden gezogen hat, wo bleibt dann der freie Willen des Menschen? Das ist eine eminent wichtige theologische Frage, die Konsequenzen für Ethik und Moral hat. Aslan manipuliert zwar die Ereignisse, doch rechnet er stets mit dem inneren Wesen des oder der Menschen, dass diese sich ihre eigenen Antriebe in die gewünschte Richtung bewegen bzw. lenken lassen. Ist Gott also eine Art Motivationshilfe?

Diese Frage lässt sich eindeutig mit „ja“ beantworten. Der Glaube an Aslan versetzt in der Tat Berge und verhilft den Gläubigen zum Sieg. Doch zuvor gibt es ein kleines Problem. Nicht jeder ist bereit, Aslan zu erkennen und an ihn zu glauben. So gehen die vier Kinder, geholt vom Zwerg, zwar an Land, aber sie müssen die Armee Miraz’ umgehen. Da behauptet Lucy, sie könne Aslan sehen und er würde ihnen bestimmt den Weg zeigen, wie sie die Soldaten umgehen und zu Prinz Kaspian gelangen könnten.

Doch ihre drei Geschwister können Aslan nicht sehen und bestehen darauf, ihren eigenen Weg zu gehen. Dieser erweist sich als ebenso beschwerlich wie nutzlos. Sie laufen beinahe den Soldaten in die Arme. Schließlich hören sie doch noch auf Lucy. Diese folgt einfach ihrem „Gefühl“ beziehungsweise ihrem Glauben. Der Weg ist schmal und verborgen, führt aber direkt zum Ziel. Nun sind die drei Geschwister ebenfalls bereit, an Aslan zu glauben und beginnen, ihn in all seiner Majestät zu sehen.

|Glaube macht frei|

Prinz Kaspian entspricht der häufig vorkommenden Märchenfigur des „wahren Erben im Exil“, dem Entrechteten, durch dessen Verbannung das „Land an sich“ unter einem Unglücks-, weil Unrechts-Stern steht. Um die Dinge wieder ins Lot zu bringen und alles wieder zu-Recht-zurücken, muss der Ursurpator verjagt und der Recht-mäßige Erbe auf den Sitz der Macht gesetzt werden. Leichter gesagt als getan. Die Lügen des Usurpators und seiner Helfer unterdrücken nicht nur die Rechtgläubigen und Rechtmäßigen, sie unterdrücken auch das Wissen, dass es jemals anders gewesen sei. Nachkommende Generationen nehmen daher den Unrechtszustand als gegeben hin und bekämpfen ihn nicht. Simples Propagandadenken.

Wäre da nicht der alte Glaube, dem wieder zum angestammten Recht zu verhelfen ist. Allein schon die Voraussetzung, dass überhaupt wieder jemand an ihn glaubt, ruft Aslan zurück in die Existenz und verhilft seinen Gläubigen zum Sieg. Dass auch Kaspian an ihn zu glauben lernt, versteht sich von selbst. „In hoc signo vinces!“, möchte man ihm wie einst Kaiser Konstantin zurufen und ihm zum rechtmäßigen Thron verhelfen.

|Tolkien|

Genau wie in Tolkiens „Herr der Ringe“ muss das Recht erkämpft werden: Nur so gelangt Aragorn auf den Thron. Selbst noch als die vier Hobbits nach Hause zurückkehren, finden sie dort nicht alles, wie es sein soll. Da Saruman das Kommando über das Auenland übernommen hat, sind Frodo & Co. plötzlich selbst Prinzen im Exil. Sie müssen die Recht-Gläubigen sammeln und gegen Sarumans Schergen eine Schlacht führen, die sie erfolgreich für sich entscheiden. Das Häufchen Macht, das Saruman noch geblieben ist, löst sich folglich in Luft auf – genauso wie sein Körper.

Ein Aslan kommt bei Tolkien allerdings nicht vor. Obwohl er ein strenggläubiger Katholik war, lehnte er Allegorien in Erzählungen ab. Aber er hatte nichts gegen Metaphern und Symbole einzuwenden. Wenn jedoch Aslan eins-zu-eins für den christlichen Gott stehen sollte, dann hatte Tolkien damit ein Problem. Zunächst lehnte er deshalb die Narnia-Romane seines Freundes C.S. Lewis ab (vgl. dazu Colin Duriez: „Tolkien und C.S. Lewis“, Brendow-Verlag 2005, Moers). Später akzeptierte er sie doch. Sie hatten eben nichts mit den von ihm geliebten alten Epen aus Island, Irland, Wales, Finnland, Altengland, Schweden und Dänemark zu tun (Eddas, „Beowulf“, „Kalevala“ usw.).

_Der Sprecher_

Philip Schepmann verfügt über eine ähnlich große Fähigkeit, seine Stimme zu verstellen, wie Rufus Beck. Jede Figur erhält so ihre eigene charakteristische Stimmfärbung, um sie kenntlich zu machen. Und das sind eine ganze Menge unterschiedlichster Stimmen: Löwen, junge Frauen, Zentauren, piepsige Mäuse, brummige Bären, selbstverständlich auch Zwerge und Faune.

Außerdem kommt dem Sprecher die moderne Technik zu Hilfe. Mal erklingen die Stimmen unisono, mal stereo (oder trio), dann wieder mit einem Halleffekt. So ist für eine Menge Abwechslung gesorgt. Bei nur vier CDs kann man in dieser Hinsicht nicht viel falsch machen. Aber es ist trotzdem eine Menge Text: fast fünf Stunden.

Das Booklet …

… weist nicht nur ein schönes neues Cover auf, sondern enthält auch eine Tracklist mit den Titeln der 17 Kapitel sowie Informationen über den Autor und den Sprecher. Dass sich auch jede Menge Werbung für weitere Narnia-(Hör-)Bücher findet, dürfte wohl nicht verwundern. Übrigens wird das Cover-Motiv auf den CDs selbst wiederholt, was das Einlegen und Abspielen auch zu einem optisch schönen Erlebnis macht.

_Unterm Strich_

Für Kinder ist dieses Hörbuch ein ideales Geschenk, das es durchaus mit Tolkiens „Kleinem Hobbit“ aufnehmen kann. Die Interpretation durch den Sprecher macht das Zuhören zu einem Erlebnis, dem man mit Spannung folgt. Der Text ist übrigens ungekürzt.

„Prinz Kaspian“ ist ein unterhaltsames und spannendes Kinderbuch, das bis zum Rand mit Abenteuer und Action voll gepackt ist, ohne dabei an Zauber und Hoffnung einzubüßen. Es wartet mit zahlreichen Überraschungen, einer veritablen Schlacht und einem packenden Zweikampf zwischen König Miraz und Peter auf. Diesmal kommt der Humor aber etwas zu kurz. Sicher – es gibt jede Menge putzige und heroische Tierhelden, über die sich Kinder amüsieren können. Doch das Thema von Kampf, Verrat und Sieg erscheint mir diesmal zu vorherrschend, als dass viel Vergnügen aufkommen könnte.

Philipp Schepmann macht das Hörbuch wieder zu einem Hör-Erlebnis. Ihm gelingt es, unter Einsatz verschiedener Aufnahmetricks und den zahlreichen Stimmlagen, die ihm zur Verfügung stehen, die unterschiedlichsten Figuren zur Geltung zu bringen. Da wird das Hörbuch schnell kurzweilig, und die Zeit vergeht wie im Fluge.

|Originaltitel: The Chronicles of Narnia – Prince Caspian, 1951
300 Minuten auf 4 CDs
Aus dem Englischen übersetzt von Lena Lademann-Wildhagen (1977)|

Clive Staples Lewis – König von Narnia, Der (Die Chroniken von Narnia)

Die mehrbändigen „Chroniken von Narnia“ stehen in Großbritannien auf einer Stufe mit dem „Kleinen Hobbit“, „Alice in Wunderland“ und dem „Wind in den Weiden“. Das vorliegende Hörbuch ist das einzige mir bekannte Hörbuch dazu in deutscher Sprache. Es handelt sich nicht um ein Hörspiel wie fürs Radio, sondern um eine – leicht gekürzte – Lesung.

_Der Autor_

Clive Staples Lewis, der von 1898 bis 1963 lebte, war ein Freund und Kollege Professor J. R. R. Tolkiens (mehr dazu weiter unten). Dass dieser zufällige Umstand ihn auszeichnen soll, lässt darauf schließen, dass er im Bewusstsein der gegenwärtigen Leser hinter seinem bekannter gewordenen Kollegen zurückgetreten, wenn nicht sogar fast verschwunden ist. Tolkiens Stern leuchtet heller.

Dabei hat Lewis sowohl in der Fantasy als auch in der Science-Fiction Spuren hinterlassen. Auch in der Philosophie und Theologie schrieb er bekannte und gelobte Werke. Doch lediglich die „Chroniken von Narnia“, Fantasy für kleine und große Kinder, wurden auch verfilmt. Die Science-Fiction-Trilogie [„Perelandra“,]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=1665 ein ambitionierter Weltentwurf, ist eben zu sperrig und dialoglastig für den heutigen Geschmack.

In den Narnia-Büchern hingegen kommen altbekannte Fantasythemen zum Tragen, so etwa der Gegensatz zwischen Gut und Böse. Außerdem ist Narnia eine Parallelwelt, die durch ein Tor erreicht wird; es gibt sogar Zeitreisen und andere Dimensionen. Die Bücher werden als christliche Allegorien interpretiert, aber das würde ihnen wenig gerecht: Sie sind hervorragende und bewegende Geschichten – wenn auch mit sprechenden Tieren.

_Der Sprecher_

Philipp Schepmann, Jahrgang 1966, erhielt seine Ausbildung als Schauspieler an der renommierten Folkwang-Schule in Essen. Er ist laut Verlagsangaben verheiratet, Vater von drei Kindern und lebt in Bergisch Gladbach bei Köln. Schepmann arbeitet als Sprecher und Schauspieler für Film, Funk und Theater.

_Handlung_

Während des Zweiten Weltkriegs wurden viele Londoner Kinder aus der bombardierten Stadt aufs Land evakuiert. Dies passiert auch den vier Geschwistern Peter (dem Ältesten), Edmund, Suse und Lucy (sie ist die Jüngste). Sie finden ein neues Zuhause im weitläufigen Haus eines alten Professors, der hier mit seiner Haushälterin lebt.

Eines Tages erkundet Lucy, die Jüngste, einen riesigen Wandschrank, in dem Kleider hängen. Jenseits des Schrankes liegt jedoch Narnia. Es ist im Augenblick ihres Besuchs tief verschneit. Der Grund dafür ist, wie sie später herausfindet, die Herrschaft der Eiskönigin Jadis.

Als erstes Wesen trifft Lucy Herrn Tumnus, einen Faun. Sein Menschenkopf sitzt auf einem aufrecht gehenden Ziegenkörper, in der Hand hält er einen roten Regenschirm. Der freundliche Herr Tumnus erzählt Lucy von einer lang vergangenen Zeit: dem Sommer. Da tummelten sich Bacchus, Silenus und diverse Waldnymphen im Grünen. Man kann sich ja denken, was sie so trieben.

Nach dem Tee in seiner Wohnhöhle entschuldigt er sich bei der Evastochter, dass er sie angelockt habe, und schickt sie zurück in den Wandschrank. Natürlich glaubt ihr mal wieder keiner. Doch als Nächster gerät Edmund in die Parallelwelt Narnia, und ihm ergeht es schlechter als Lucy: Er trifft die Eiskönigin persönlich. Durch Essen und Trinken von ihrer Tafel gerät er unter ihren Bann. Sie will ihn zum Prinzen in ihrem Palast machen, sofern er alle seine Geschwister – lauter Adamssöhne und Evastöchter – beim nächsten Mal mitbringt.

Das verspricht Edmund, kehrt in das Professorenhaus zurück, zeiht Lucy der Lüge – es gebe kein Narnia – und wird dafür von Peter und dem Professor ausgescholten. Beim nächsten Mal gehen alle vier Geschwister nach Narnia, wobei sich Edmund selbst als Heuchler entlarvt, indem er auf die Straßenlaterne hinweist, die auf der Narniaseite steht. Herrn Tumnus‘ Wohnhöhle ist verwüstet, und eine Bekanntmachung der Geheimpolizei der Königin Jadis erklärt, warum: Tumnus war nicht linientreu und wurde im Palast von der Hexe in Stein verwandelt.

In den nächsten Kapiteln erleben die Geschwister Abenteuer mit sprechenden Bibern und ziehen zum Palast der Königin in Feeneden. Sie erfahren von einer Prophezeiung, die das Verhalten der Königin erklärt, die nicht von Eva, sondern von Adams erster Frau Lilith abstammt: „Sitzen zwei Adamssöhne und zwei Evastöchter auf den vier leeren Thronen von Feendeden, so endet die Herrschaft der Hexe.“

Da aber die Menschen dies nicht allein fertigbringen, erhalten sie mächtige Hilfe: Aslan, der Löwe, herrscht normalerweise über das Königreich Narnia. Doch mit ihm hat es eine ganz besondere Bewandtnis …

_Mein Eindruck_

Viel ist in dieses Buch und andere Narnia-Romane hineingedeutet worden. Dies muss nicht alles wiederholt werden. Feststeht aber, dass die Narnia-Chroniken seit über 50 Jahren in Großbritannien zum Standard der Jugendliteratur gehören, und das sicher nicht ohne Grund. Sie verbinden Abenteuer und Wunder mit einer christlichen Botschaft.

Denn Edmund ist ein gefallener Mensch, der dem Bösen erlegen ist – ähnlich wie Gollum dem Bann des Einen Ringes. Er muss unbedingt erlöst werden, soll die Welt Narnia weiterbestehen können. Dafür aber muss ein bestimmtes Wesen eine der bösen Macht ebenbürtige Tat vollbringen. So viel sei verraten: Dieses zauberische Wesen ist der Löwe Aslan. Aber welche bewegende und erlösende Heilstat er vollbringt, müsst ihr selbst herausfinden.

Die Ähnlichkeit mit bestimmten Aspekten des „Herrn der Ringe“ ist unübersehbar, kommt aber nicht von ungefähr: Die Oxforder Professoren C. S. Lewis und Tolkien gehörten der gleichen lockeren Literatenvereinigung an, den |Inklings| (das heißt sowohl „Tintenkleckser“ als auch „Ahnungen“) und lasen sich bei den Meetings ihre Manuskripte vor. Doch während Tolkien auf altisländische (Edda) und altenglische Quellen (Beowulf) zurückgriff, fühlte sich der Theologe C. S. Lewis in antiken Gefilden wesentlich heimischer: Daher die vielen Fabelwesen und Naturgeister, die noch bis in die Spätantike und Renaissance die mediterrane Vorstellungswelt bevölkerten.

Aber die beiden Profs verband der religiöse Glaube: Während sich Lewis mit der christlichen Religion als Atheist auseinandersetzte, war Tolkien von einem tiefgläubigen Katholizismus erfüllt, den er sicher nicht immer in seinem Werk verbergen konnte. Frodo etwa ist ebenso eine Erlösergestalt wie der wiederkehrende König Aragorn / Elessar. Und auch der gefallene Hobbit Gollum hat eine zentrale Rolle zu spielen. Von einem |deus ex machina| kann keinesfalls die Rede sein, weder bei Tolkien noch bei Lewis. Aber Lewis ist wesentlich einfacher zu lesen.

_Der Sprecher_

Philip Schepmann verfügt über eine ähnlich große Fähigkeit, seine Stimme zu verstellen, wie Rufus Beck. Jede Figur erhält so ihre eigene charakteristische Stimmfärbung, um sie kenntlich zu machen. Außerdem kommt dem Sprecher die moderne Technik zu Hilfe. Mal erklingen die Stimmen unisono, mal stereo, dann wieder mit einem Halleffekt. So ist für Abwechslung gesorgt. Bei nur drei CDs kann man nicht viel falsch machen. Aber es ist trotzdem eine Menge Text: fast vier Stunden.

_Unterm Strich_

Für Kinder ist dieses Hörbuch ein ideales Geschenk, das es durchaus mit Tolkiens „Kleinem Hobbit“ aufnehmen kann. Die Interpretation durch den Sprecher macht das Zuhören zu einem Erlebnis, dem man mit Spannung folgt. Der Text ist übrigens ein ganz klein wenig gekürzt, wie mir ein Vergleich mit dem Buch zeigte.

_Die Übersetzung_

… von Lisa Tetzner aus dem Jahr 1982 ist jedoch recht betulich und klingt heute ebenso altmodisch und überholt wie die erste deutsche Übersetzung des „Herrn der Ringe“. Doch wie die Reaktion der Fans auf die HdR-Neuübersetzung durch Wolfgang Krege gezeigt hat, muss dies keineswegs ein Nachteil sein: Kreges Leistung wurde vielfach abgelehnt. Deshalb kann es gut sein, dass Tetzners Übersetzung überdauert. Ich störte mich jedenfalls nur selten an ihren Formulierungen.

© _Michael Matzer_

Duriez, Colin – Tolkien und C. S. Lewis – Das Geschenk der Freundschaft

_Zwei Autoren in christlicher Mission, kritisch betrachtet_

Es gibt schon eine Reihe von Biografien über Lewis, den Schöpfer der Narnia-Chroniken, und Tolkien, den Schöpfer von Mittelerde. Das vorliegende Buch ist jedoch eine Biografie der besonderen Art: Nicht nur unternimmt es der Autor, gleich zwei Schriftsteller zu porträtieren, sondern auch noch ihre persönliche und literarische Wechselwirkung so zu würdigen, dass unser Verständnis von ihrer beider Werk erhöht und erweitert wird. Man sollte beachten, dass „Der Herr der Ringe“ ohne das Drängen C. S. Lewis’ nie vollendet worden wäre. Was sich Duriez vorgenommen hat, ist zweifellos eine anspruchsvolle Aufgabe. Mal sehen, ob er sie bewältigen konnte.

_Der Autor_

Colin Duriez hat laut Verlag sowohl über Tolkien als auch über C. S. Lewis und ihr jeweiliges Werk geforscht und gelehrt. „Er ist in Narnia und Mittelerde zu Hause und lebt in einem Haus voller Bücher in Leicester, England.“ Sein Buch erschien trotzdem zuerst in New Jersey, USA.

_Die vorgestellten Autoren_

|John Ronald Reuel Tolkien|

… wurde 1892 im südafrikanischen Bloemfontein geboren, übersiedelte aber schon zwei Jahre später nach England in die Nähe von Birmingham. Schon früh erweckte seine Mutter in ihm eine Vorliebe für Sprachen, er entwickelte eigene Sprachsysteme, so etwa zwei für Elben, eines für Zwerge und mehrere für Menschen. Sein Studium der englischen Sprache und Literatur in Oxford bestand er mit Auszeichnung. 1916/17 kämpfte er in Frankreich, wurde verwundet und lag längere Zeit im Lazarett, wo er anfing, seine Privatmythologie niederzuschreiben (gesammelt in den „Verschollenen Geschichten“). Danach ging er als Lektor und später Professor an die Uni Leeds, dem sich eine 34-jährige Laufbahn als Professor für Angelsächsisch in Oxford anschloss.

1937 erschien mit [„The Hobbit“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=481 sein erster Bucherfolg, der ihn bekannt machte. Als sein Veleger eine Fortsetzung bestellte, begann Tolkien „Der Herr der Ringe“ zu schreiben. Er brauchte nach drei Anläufen insgesamt zwölf Jahre dafür. Doch obwohl der 1000-Seiten-Roman 1949 fertig war, konnte er wegen Papierknappheit erst 1954 und 1955 in drei separaten Bänden erschien. Dadurch erschien der Roman als eine Trilogie, was er keineswegs ist.

Nach Tolkiens Tod 1973 arbeitete sein Sohn Christopher den umfangreichen Nachlass auf. Das Ergebnis erschien 1978 unter dem Titel [„The Silmarillion“.]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=408 Es enthält Schöpfungsmythen, Heldensagen und zahlreiche Gedichte sowie Anhänge.

|Clive Staples Lewis|

…, der von 1898 bis 1963 lebte, war ein Freund und Kollege Professor J. R. R. Tolkiens (mehr dazu weiter unten). Dass dieser zufällige Umstand ihn auszeichnen soll, lässt darauf schließen, dass er im Bewusstsein der gegenwärtigen Leser hinter seinem bekannter gewordenen Kollegen zurückgetreten, wenn nicht sogar fast verschwunden ist. Tolkiens Stern leuchtet heller.

Dabei hat Lewis sowohl in der Fantasy als auch Science-Fiction Spuren hinterlassen. Auch in der Philosophie und Theologie schrieb er bekannte und gelobte Werke. Doch lediglich die „Chroniken von Narnia“, Fantasy für kleine und große Kinder, wurde auch verfilmt. Die Science-Fiction-Trilogie [„Perelandra“,]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=1665 ein ambitionierter Weltentwurf, ist eben zu sperrig und dialoglastig für den heutigen Geschmack.

Viel ist in die Narnia-Romane hineingedeutet worden. Dies muss nicht alles wiederholt werden. Feststeht aber, dass die Narnia-Chroniken seit über 50 Jahren in Großbritannien zum Standard der Jugendliteratur gehören, und das sicher nicht ohne Grund – sie verbinden Abenteuer und Wunder mit einer christlichen Botschaft.

Hier kommen altbekannte Fantasythemen zum Tragen, so etwa der Gegensatz zwischen Gut und Böse. Außerdem ist Narnia eine Parallelwelt, die durch ein Tor erreicht wird; es gibt sogar Zeitreisen und andere Dimensionen. Die Bücher werden als christliche Allegorien interpretiert, aber das würde ihnen wenig gerecht: Sie sind hervorragende und bewegende Geschichten – wenn auch mit sprechenden Tieren.

Mehr Infos sind auf http://www.narnia.com und http://www.narnia-welt.de zu finden.

_Inhalte_

1) Im ersten Kapitel „Prägejahre“ wird der Zeitraum von 1892, dem Geburtsjahr Tolkiens, bis 1925, als sie sich zum ersten Mal begegneten, betrachtet. Wer über die Biografie der Autoren detailliert Bescheid weiß, kann diesen Abschnitt überspringen. Tolkien liebt seit 1907/08 Edith Bratt, doch 1909 wird ihr Verhältnis entdeckt und sie werden getrennt. Er wird sich erst 1914 mit ihr verloben können, nachdem sie zu seiner römisch-katholischen Kirche übergetreten ist. Erst zwei Jahre später können sie heiraten. Dies ist unter dem Aspekt des Beren-Lúthien-Motivs bedeutsam.

Lewis hingegen heiratete erst 1956, als erst schon 58 war. Beide aber waren Soldaten im Ersten Weltkrieg: Tolkien erkrankte 1916 am Grabenfieber und verlor alle seine Jugendfreunde, im April 1918 wurde Lewis schwer verwundet, so dass er bereits für tot gehalten wurde. 1924 sind beide bereits Profi-Dozenten: Tolkien ist in Leeds Professor für Englische Sprache geworden (nach drei Jahren Assistenzprofessur), Lewis vertritt einen Professor in Oxford, wird 29 Jahre lang Fellow in Oxford, bekommt einen eigenen Lehrstuhl aber erst 1954 – in Cambridge (auf Drängen Tolkiens hin).

2) Das zweite Kapitel trägt den Titel „Begegnung in Geist und Fantasie: ‚Tolkien und ich sprachen über Drachen …'“ und deckt die Jahre 1926 bis 1929 ab. Zu dieser Zeit war C. S. Lewis noch ein Atheist, und seine Begegnung mit einem strenggläubigen Katholiken wie J. R. R. Tolkien verlief alles andere als reibungslos.

1925 bekam Tolkien eine Oxford-Professur für Angelsächsisch. Für den 11. Mai 1926 wird die erste Begegnung der beiden Dozenten dokumentiert. Nachdem er sich drei Jahre lang mit Tolkiens Ansichten und dessen Glauben auseinandergesetzt hat, wird Lewis zunächst Theist: Es gibt einen Gott – aber wie sieht er aus? Am 25.9.1929 stirbt sein Vater in Belfast (Lewis ist Nordire).

Seit 1912 erfindet Tolkien neue Sprachen auf der Grundlage des Walisischen (Sindarin) und des Finnischen (Quenya), dann beginnt er mit seiner privaten Mythologie 1916. Ende 1929 zeigt er Lewis seine „Skizze der Mythologie“ und ein langes Erzählgedicht mit dem Titel „Lay of Leithien“, der es in der Nikolausnacht komplett durchliest.

3) Eine Welt aus Geschichten: „Mythopoeia“ (1929-1931)

1930 oder 1931 beginnt Tolkien mit „Der kleine Hobbit“, das 1937 zu einem großen Kinderbucherfolg werden soll. Am 19./20. September 1931 kommt Lewis zu der Überzeugung, dass der christliche Glaube wahr sein muss. Am 28. September 1931 erlebt er auf der Fahrt im Beiwagen eines Motorrads, das sein Bruder Warren steuert, eine Epiphanie und kehrt zum 1911 verlorenen christlichen Glauben zurück.

4) Die dreißiger Jahre: Der Kontext der imaginativen Orthodoxie

Ende 1932 gibt Tolkien seinem Freund Lewis eine unvollständige Erstfassung des „kleinen Hobbits“ zu lesen. Lewis ist begeistert. Er hat bereits 1931 mit der Niederschrift eines eigenen Fantasy-Romans begonnen, der den seltsam programmatisch klingenden Titel „Flucht aus Puritanien“ trägt. Lewis tut sich in zahlreichen Debattierklubs der Universitätsstadt hervor, um seinen christlichen Glauben zu festigen. Er unterliegt in all den Jahren nur ein einziges Mal: gegen eine Frau!

5) Beginn der „Inklings“: Geteilte Freundschaft? (1933-1939)

Im Herbst 1933 versammelt Lewis zum ersten Mal einen Freundeskreis, der sich den Namen „Die Inklings“ gibt. Er ist die Fortsetzung des Literatenkreises „The Coalbiters“. Die Inklings treffen sich meist in einem Pub namens „The Child and Eagle“, den sie in ihrer despektierlichen Art stets „The babe and bird“ nennen. Bedeutende Literaten wie Charles Williams und Dorothy L. Sayers versammeln sich hier, aber auch Nichtschriftsteller wie der Philosoph Owen Barfield. 1936 erhält Lewis erstmals einen Brief von Williams, der sich für die positive Besprechung seines Romans „Die Stätte des Löwen“ bedankt. Tolkien wurde stets „Ronald“ genannt und Lewis immer „Jack“.

1936 rehabilitiert Tolkien vor wichtigen Mitgliedern der British Academy „Beowulf“ und die Märchen in seiner Vorlesung „Beowulf: Die Ungeheuer und ihre Kritiker“. Er vertieft diesen Ansatz 1939 in der Vorlesung „Über Märchen“. Beide Autoren entwickeln ihr literarisches Programm weiter, das sie in „Mythopoeia“ konzipierten.

6) Zweimal hin und wieder zurück: „Flucht aus Puritanien“ und „Der kleine Hobbit“ (1930-1937)

1931 schreibt Lewis das Buch „Flucht aus Puritanien“, das den Originaltitel „The Pilgrim’s Regress: A Allegorical Apology for Christianity, Reason and Romanticism“ trägt. Das Buch erscheint am 25. Mai 1933. Es ist sein drittes nach „Spirits in Bondage“, das er 1919 unter Pseudonym veröffentlichte, und „Dymer“ (1926). Am 21. September 1937 erscheint „The Hobbit or There and Back Again“. Die zahlreichen Parallelen zwischen diesen beiden Werken nimmt der Autor zum Anlass, sie detailliert zu vergleichen. Lewis‘ Allegorieroman ist heute nur noch Insidern geläufig, doch der „Hobbit“ soll von Peter Jackson verfilmt werden. Das sagt schon alles über das Urteil der Nachwelt.

7) Raum, Zeit und der „Neue Hobbit“ (1936-1939)

Im Dezember 1937 beginnt Tolkien mit dem „Neuen Hobbit“, der 17 Jahre später unter dem Titel „Der Herr der Ringe“ erscheinen soll. Er verwirft mehrere Anfänge, bevor er richtig loslegen kann. (Vergleiche dazu Tom Shippey: [„J. R. R. Tolkien – der Autor des Jahrhunderts“.)]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=1653 Lewis und die Inklings sind von Anfang eingeweiht, denn jeder weiß, dass auf den erfolgreichen „Hobbit“ eine Fortsetzung folgen muss.

1936 veröffentlicht Lewis sein Sachbuch „The Allegory of Love. A study in medieval tradition“, und 1938 beginnt er mit „Out of the Silent Planet” seine Perelandra-Trilogie, in der er SF-Motive mit christlichen Begriffen wie Himmel, Hölle, Engel, Satan usw. verbindet, allerdings nicht in alter Nomenklatur, sondern verkleidet. Der zweite Roman „Perelandra“ erscheint 1943 und „That Hideous Strength“ 1945. Obwohl inzwischen etwas unterbewertet, setzt sich hier Lewis mit den gleichen Themen wie Tolkien in „Herr der Ringe“ auseinander, so etwa mit Macht, Glaube und Freundschaft sowie mit der Natur des Bösen.

8) Der zweite Weltkrieg und danach: Charles Williams kommt nach Oxford (1939-1949)

Eine schwere Zeit für Tolkien, denn zwei seiner Söhne kämpfen in diesem Krieg auf Seiten der alliierten Truppen. (Er hat vier Kinder.) Er arbeitet weiter am „Herrn der Ringe“ und wird 1949 mit der ersten Fassung fertig. Lewis beginnt 1940 mit seinen Vorträgen vor der Royal Air Force, die er bis 1941 fortsetzt. Ab dem 6. August 1941 – die deutsche Wehrmacht hat Russland überfallen – hält er nicht weniger als fünfundzwanzig Radioansprachen bei der BBC.

Am 14.10.1940 erscheint sein Buch „Über den Schmerz“ und Charles Williams , der seit 1939 in Oxford lebt, veröffentlicht 1942 „The Forgiveness of Sin“. Beide Bücher sind den Inklings gewidmet. Tolkien jedoch widmet Lewis sein humorvolles Büchlein „The Screwtape Letters“ bzw. „Dienstanweisung an einen Unterteufel“, das bis heute sein populärstes Werk überhaupt geblieben ist. 1944 hält er Vorlesungen über Literatur in Cambridge. Am 15.5.1945 stirbt Williams unerwartet. Im Herbst wird Tolkien zum Professor für Englische Sprache und Literatur in Oxford berufen. Am 20. Oktober 1949 wird das letzte literarische Treffen der Inklings verzeichnet. Man trifft sich weiterhin informell bis zu Lewis‘ Tod 1963.

9) Der Kleiderschrank des Professors und die Zauberringe (1949-1963)

Ein erstes Manuskript von Tolkien „The Silmarillion“ wird mit Bedauern abgelehnt. Dieses Werk ist keinesfalls mit „The Hobbit“ zu vergleichen. Noch vier Jahre bis zum „Herrn der Ringe“. Bei Lewis läuft es besser: Er bringt den [ersten Roman]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=1758 seiner „Narnia-Chroniken“ im Jahr 1950 heraus und sechs weitere sollen folgen. Zunächst ist Tolkien skeptisch, weil ihm zu viele Allegorien – die er grundsätzlich ablehnt – darin vorzukommen scheinen, doch allmählich ändert er seine Meinung.

Lewis‘ Ruhm verbreitet sich besonders in den USA rasch, nachdem ein Artikel im „TIME Magazine“ 1947 beträchtlich zu seiner Bekanntheit beigetragen hat. Am 10. Januar 1950 erhält er einen Brief der 34-jährigen US-Schriftstellerin Helen Joy Davidman Gresham. Offensichtlich ist sie verheiratet. Wie schade! Im September 1952 trifft er sie zum ersten Mal persönlich.

10) Überrascht von Cambridge und enttäuscht von Joy (1954-1963)

Lewis verliebt sich in die unglücklich verheiratete Frau, schreibt ein Buch über diese Liebe („Surprised by Joy“, 1955) und heiratet die Geschiedene 1956 standesamtlich, ein Jahr später auch kirchlich, nachdem man bei ihr Krebs festgestellt hat. Im Oktober 1959 wird eine Remission festgestellt, 1960 liegen sie und Edith Bratt gemeinsam im Krankenhaus. Am 13. Juli stirbt sie und hinterlässt ihm ihre beiden Söhne. Am 15. Juni 1963 erleidet Lewis einen Herzanfall, doch er stirbt erst am 22. November, nur wenige Tage nach der Ermordung von John F. Kennedy. Es erscheinen weitere Bücher von ihm und über ihn.

1959 hält Tolkien seine Abschiedsrede in Oxford und widmet sich fortan ganz seinen literarischen Projekten. Das „Silmarillion“, sein Lebenswerk, ist immer noch nicht erschienen. Ab Sommer 1966 hilft ihm dabei Prof. Clyde S. Kilby.

11) Abschied von den Schattenlanden (1963-1973)

Nach dem Erscheinen der Raubdruck-Taschenbuchausgabe von „Der Herr der Ringe“ nimmt Tolkiens Ruhm, der schon zuvor beträchtlich gewachsen war, erheblich zu und gewinnt gelegentlich groteske Formen. „Frodo lives“ und „Gandalf for president“ steht auf Buttons der US-Studenten. Für die Bearbeitung der Briefzuschriften muss Tolkien eine Sekretärin einstellen. Fans belagern sein Haus, so dass die Tolkiens 1968 in das beschauliche Seebad Bournemouth ziehen.

12) Die Gabe der Freundschaft: „Wer hätte sie verdient?“

Am 29. November 1971 stirbt Edith Bratt Tolkien, und Tolkien kehrt nach Oxford zurück. Am 28. März 1972 erhebt ihn die Königin in den Rang eines Commander of the British Empire (CBE). Am 2. September 1973 stirbt Tolkien in Bournemouth. 1977, nach Jahren des Editierens, gibt Christopher Tolkien endlich „Das Silmarillion“ heraus, dann folgen die Ergänzungsbände „The History of Middle-Earth“ (zwölf Bücher), „The Book of Lost Tales“ und „Unfinished Tales“. Im April 2007 erscheint mit „Die Kinder Húrins“ die erste vereinheitlichte Romanversion von „Das Silmarillion“.

|Anhänge|

A) Kurze Zeittafel zu Tolkien und Lewis

Ich habe mich in meiner obigen Darstellung auf diese Zeittafel gestützt. Es sind natürliche noch viele weitere Daten enthalten, denn sie reicht vom Jahr 1857, als Tolkiens Vater Arthur Reuel in Birmingham geboren wurde, bis zum Jahr 2003, als das Buch entstand.

B) In seinem kurzen Essay führt der Autor in gedrängter Form Gründe für „Die anhaltende Popularität von Tolkien und Lewis“ auf – es ist eine verdichtete Form der Darlegungen aus den Hauptkapiteln und äußerst nützlich, um entsprechende Argumente für Tolkiens und Lewis‘ heutige Bedeutung zu erhalten. Kritik ist hier eher weniger gefragt.

Danach folgenden die bibliografischen Anmerkungen, also Endnoten statt Fußnoten – notwendig für Wissenschaftler. Es schließt sich eine recht vollständige und aktuelle Bibliografie der Tolkienschen und Lewis’schen Werke an, darauf folgt die Bibliografie der Sekundärliteratur. Den Abschluss bilden Quellenverweise des Autors. Einen Index sucht man vergeblich.

_Mein Eindruck_

Die wichtigste Erkenntnis, die ich aus diesem Buch mitgenommen habe und an die ich mich erinnern kann, ist folgende: Der strenggläubige Katholik Tolkien betrachtete das Neue Testament der Bibel als eine wahre Geschichte. Dies muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen, um die Idee in all ihren Weiterungen zu begreifen. Denn wenn es Jesus wirklich gegeben hat und er Gottes Sohn war, dann gab es auch all die Wunder, von denen uns die Evangelisten berichten. Das ist der Aspekt der Wahrheit. Das ist die „history“.

Hinzukommt der Aspekt der Geschichte als „story“: Hier haben Leute von einem Mann berichtet, den sie gar nicht selbst kennen gelernt hatten, und sie berichteten in einer Sprache, die er gar nicht selbst sprach. Jehoschua von Nazareth sprach Aramäisch, die Evangelisten hingegen überlieferten ihre Chroniken in Griechisch, der Handelssprache der Antike.

Es kann also durchaus sein, überlegte Tolkien zusammen mit Lewis, dass es erstens Bearbeitungen gab und dass uns nicht die ganze „story“ überliefert wurde. Noch dazu in einer Sprache und Form, die in einer gottlosen Zeit wie den Jahren nach dem Ersten Weltkrieg von der Mehrheit der britischen Intellektuellen abgelehnt wurde. Wer wollte schon etwas von Lazarus hören, wenn auf den Straßen die Bettler verhungerten? Soziales Engagement und Reformen waren gefragt, nicht salbungsvolles Geseiere von der Kanzel herab. Die Welt schien Werte wie Liebe, religiösen Glauben und Hoffnung endgültig auf die Müllkippe der Geschichte geworfen zu haben. Statt dieser Werte gab es neue Götzen, die sich Hitler, Stalin, Franco und Mussolini nannten und absolute Unterwerfung forderten.

|Einfluss Tolkiens auf Lewis|

Was offenkundig nötig war, bestand in einer Erneuerung des Glaubens in einer fiktional relevanten Form. Das Erstere fand schon 1931 bei Lewis seinen Anfang (s. o.) und die Fiktionalisierung nahm in der Folge immer größere und verzweigtere Formen an. Wenn das Neue Testament Wahrheit, Wunder und „story“ in glaubwürdiger Form für Milliarden von Christen darstellt, warum soll es dann nicht gelingen, ein Wunder in einer „Story“ so zu verpacken, dass es wie Wahrheit aussieht?

Dieses Vorhaben war zu keinem Zeitpunkt zynisch gemeint, als Unterhaltung von Intellektuellen etwa, sondern als eine Art Missionierung auf dem Wege der erzählenden Literatur. Bei Lewis nahm dies auch Formen einer Predigt in Selbstbekenntnissen an, aber Tolkien hielt sich davon fern. Er war ein Mann der Geschichten, die aus uralter Zeit zu uns gekommen sind: die Götter-, Helden- und Familien-Sagas Islands, die Heldengedichte um Siegfried, Artus und Beowulf, Epen wie das finnische „Kalevala“ – dies war seine Welt.

Von all diesen Einflüssen sind Spuren in seinen Werken nachgewiesen worden. Dazu lese man am besten Tom Shippeys kritisch würdigende Sachbücher „The Road to Middle-Earth“ (noch unübersetzt!) und „Tolkien – Autor des Jahrhunderts“ (|Klett-Cotta|). Beide Autoren verstanden sich als Schöpfer von Sekundärwelten, man nenne sie Mittelerde, Narnia oder Perelandra – stets bilden sie einen geschlossenen Kosmos, in dem eigene Gesetze gelten, die aber dennoch für den hiesigen und heutigen Leser nachvollziehbar dargestellt werden.

|Lewis‘ Einfluss auf Tolkien|

Der Einfluss Tolkiens auf seinen Freund Lewis ist in dessen Romantrilogien und Narnia-Chroniken unübersehbar, aber wie sieht es mit dem Einfluss des ursprünglichen Atheisten Lewis auf Tolkien aus? Ich sehe nun Lewis in einer vermittelnden Funktion: Er machte Tolkien nicht nur mit maßgeblichen Schriftstellern und Philosophen wie Owen Barfield und Charles Williams bekannt. Nein, er trommelte stets auch für die Anerkennung von Tolkiens Werken, und sein Wort hatte als Dozent und langjähriger Kritiker Gewicht, nicht nur bei den Akademikern, sondern auch in der breiten Masse der Zeitungsleser.

Seine dritte Aufgabe sehe ich in der permanenten Unterstützung des Freundes beim Schreiben. Ohne Lewis‘ Drängen wäre „Der Herr der Ringe“ nicht fertig geworden und wir müssten uns heute mit ähnlichen Bruchstücken wie mit dem „Silmarillion“ begnügen. Bei den Diskussionsrunden der Inklings übernahm „Jack“ gerne den Vorsitz, denn er verfügte über die mit Abstand lauteste Stimme (man denke an „Baumbart“) und jemand führte Protokoll, während bis 1949 meist Tolkien aus seinem Manuskript des „Herrn der Ringe“ vorlas. In dieser Eigenschaft des Vorsitzenden lancierte Lewis das entstehende Mammutwerk in die akademische Öffentlichkeit und lieferte in umgekehrter Richtung kritische Anmerkungen an den Autor Tolkien.

|Defizite dieses Buches|

Die Anhänge sind teils dem wissenschaftlichen Anspruch des Buches geschuldet, teils der „populären Bedeutung“ der beiden Autoren. Für das vollkommene Bild und die optimale Brauchbarkeit des Buches fehlt aber ein Stichwortverzeichnis. Auch Fotos wären sehr willkommen gewesen. Diese findet man in der Tolkien-Biografie von Humphrey Carpenter und in der Lewis-Biografie von Michael Coren (ebenfalls bei |Brendow| erschienen).

_Unterm Strich_

Es gibt einen C. S. Lewis Literaturpreis, aber keinen Tolkien-Literaturpreis. Dennoch hat Tolkien zweifellos wesentlich mehr Jünger, Anhänger und Nachfolger gefunden als sein langjähriger Freund und Mitstreiter. Dabei wäre der „Herr der Ringe“, der Tolkiens Ruhm und Popularität eigentlich erst begründete, ohne Lewis‘ Drängen und Fördern nicht fertig geworden, sondern Fragment geblieben. Beide Autoren unterstützten einander, wie sich das für Freunde gehört, aber sie kritisierten einander auch. Das ist für den Vorgebildeten manchmal spannend zu lesen, manchmal aber auch mit etwas Leerlauf verbunden. Die Schilderung von Lewis‘ Lebensumgebung in Oxford fand ich besonders uninteressant, obwohl sie seine Narnia-Bücher entscheidend beeinflusste.

Dieses Bild der zwei Autoren und ihres Verhältnisses zueinander vermittelt der Autor Duriez nicht ohne eigene kritische Distanz, vor allem gegenüber dem in vielen Büchern und Ansprachen oftmals predigenden Lewis. Das Bild ist ein echter Gewinn für den Kenner der beiden Autoren. Dass sich Duriez‘ Darstellung nachvollziehen und überprüfen lässt, verdanken wir seiner peniblen wissenschaftlichen Arbeit, die sich in den Anhängen niederschlug. Obwohl beide Autoren sich als Christen mit einer Mission verstanden, springt der Autor Duriez nicht auf diesen wohlfeilen Zug auf, sondern betrachtet die Zugfahrt aus sicherem Abstand, der alleine auch glaubwürdige Kritik erlaubt.

Das Buch wendet sich an Literaturwissenschaftler und weniger an Fans, die sich näher mit Tolkiens oder Lewis‘ Werk beschäftigen wollen. Der Laie findet hier vielmehr das philosophische und theologische Fundament erörtert, auf dem diese Werke entstanden. Außerdem handelt es sich um zwei parallele geführte Biografien. Doch jede Einzelbiografie ist ausführlicher, als es Duriez hier möglich ist. Insofern bietet das Buch eine bislang einzigartige Ergänzung im Kanon der bestehenden Sekundärliteratur über diese beiden maßgeblichen Autoren des 20. Jahrhunderts.

|Originaltitel: Tolkien and C. S. Lewis. The Gift of Friendship, 2003
304 Seiten
Aus dem US-Englischen von Christian Rendel|
http://www.narnia-welt.de
http://www.brendow-verlag.de/

Barbara Büchner – Der Pestarzt

Wien, 1898. Gründerzeit, Aufbruchzeit. Die Pest gilt in Mitteleuropa als Schrecken der Vergangenheit, lange noch nicht besiegt, aber doch zurückgedrängt in weniger zivilisierte Länder. Aus einem dieser fernen Länder jedoch, aus Indien, bringt ein ehrgeiziges Ärzte-Team den Pesterreger mit nach Wien, um ihn dort zu erforschen. Doch nicht nur die Information über das brisante Unterfangen sickert nach außen, auch der Erreger lässt sich nicht vollständig isolieren. Die Pest bricht aus. Mitten in Wien.

Dr. Müller, der Pestspezialist, ein furchtloser und gläubiger Arzt, fühlt sich immun gegen die Seuche und pflegt aufopfernd seine Patienten. Ein äußerst spannendes Buch, mit viel Zeit- und Lokalkolorit. Das Denkmal für den tatsächlich gelebten Dr. Hermann Müller ist in Wien zu besichtigen.

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