Schlagwort-Archive: DAV (Der Audio Verlag)

Douglas Adams & Terry Jones – Raumschiff Titanic

Warnung vor dem Spontanen Massiven Existenz-Fehlschlag!

An alle Passagiere: „Herzlich willkommen an Bord der Titanic, des größten Luxusraumschiffs aller Äonen. Während Sie bisher per Anhalter durch die Galaxis reisen mußten, lassen Sie sich nun im kybernautischen Meisterwerk des genialen Leovinus verwöhnen. Eventuelle Gerüchte über Sabotageakte vor der feierlichen Schiffstaufe sind als Propaganda feindlich gesinnter Planentenvölker zurückzuweisen.

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Dmitry Glukhovsky – Metro 2034 (Hörbuch)

In der ewigen Dunkelheit der postapokalyptischen Metro Moskaus leben die letzten Menschen in den Stationen, haben Gänge, alte Bahnen und Dienstzimmer zu Wohnorten umfunktioniert und sind stets bedroht durch die Mutationen, welche die Strahlung hervor gerufen hat und die auf verschiedenste Weisen versuchen, auch diesen letzten Zufluchtsort zu überrennen. Einzig unterirdische Wasserläufe ermöglichen einen geringen Gewinn an lichterzeugenden Strömen, die von peripheren Stationen wie der Sewastopolskaja an die inneren, sichereren und reicheren Stationen verkauft werden. Hier, in der Peripherie, sind die Menschen den größten Gefahren ausgesetzt und müssen sich jederzeit vor Übergriffen der Ungeheuer schützen.

Die Sewastopolskaja ist seit Tagen von den nächsten Stationen abgeschnitten. Mehrere trotz akuter Kämpferknappheit ausgeschickte Erkundungstrupps verbleiben ohne Meldungen in den Tiefen der Metro. Ein alter Kämpe, der sich seit der Katastrophe als Homer bezeichnet, begleitet den geheimnisvollen und unheimlichen Kämpfer Hunter, der endlich für eine Klärung der Lage sorgen will und die Station nach einem Jahr der Unnahbarkeit verlässt.

Die Geschichte ist gut konzipiert und folgt einem verbreiteten, oft erfolgreich angewandten Modell: Aus der Abgeschiedenheit bricht eine kleine Gruppe auf, verschiedenen Aufgaben zu erledigen, Abenteuer zu bestehen, Antworten zu finden und das große Ganze zu retten, um der abgeschieden lebenden Heimat zu helfen. Hier ist nur die Motivation eine andere und erst sehr spät erklärte. Hunter treibt es nicht voran, um der Sewastopolskaja und ihren Bewohnern zu helfen, schließlich stieß er erst vor einem Jahr zu dieser Station; mehr, um sich zu verkriechen. Ihn treibt ein zwiespältiges Gewissen den letzten Menschen insgesamt gegenüber, denn zwar scheint er für die Station unterwegs zu sein, doch ihm liegt nur daran, eine große Gefahr, die auf die gesamte Metro übergreifen könnte, auszuschalten.

Bei der Wahl der Mittel ist er nicht zimperlich und schreckt auch nicht vor dem Opfer Unbeteiligter zurück, wenn sie ihm nur aus Unwissenheit oder Befehlsausübung im Wege stehen. So ändert sich auch im Laufe der Geschichte der Schwerpunkt bei den Gegnern und Problemen, die zu überwinden sind. Anfangs vor allem Mutanten und unbegreifliche Kreaturen aus den Tiefen der Metro, werden es verstärkt Wachtposten, politisch orientierte Schreibtischtäter und schließlich das eigene Selbst, angestachelt von innen, aus der kleinen Gruppe heraus.

Homer, der auf der Suche nach dem ultimativen Stoff für seinen unsterblichen Ruhm ist, sieht in Hunter seinen Protagonisten und hängt an ihm, um ihn und seine Handlungen zu beobachten. Dass er dabei die Gefahr bis in die Polis, das Zentrum der Metro, bringt, wird von ihm bewusst ignoriert, in der Hoffnung, später eine Lösung dieses Problems zu finden. Als sie die junge Frau Sacha finden, wacht Homer eifersüchtig über sie als seine Romanpartnerin für Hunter, auf den sie einen erstaunlichen Einfluss hat. Homer ist weniger an der erfolgreichen Queste interessiert als vielmehr an der Erlangung philosophischer Klarheit über den Sinn des Lebens. Immer wieder fragt er sich: Was bleibt von einem Menschen, wenn er tot und vergessen ist?

Hunter ist der undurchsichtigste Charakter der Geschichte. Seine Motivation ist die Triebfeder der Handlung, denn obwohl sie lange unklar bleibt, da meist aus Homers Sicht erzählt wird, ist es der Brigadier, der immer weiter vorwärts drängt und so auf ein Ziel zusteuert. Man erfährt wenig über diesen gezeichneten Kämpfer, und als endlich seine Motivation offenbart wird, erscheint es etwas aufgepfropft und nur als Entschuldigung für die Geschichte schnell eingefügt zu sein. Im Endeffekt treibt ihn eine unbändige Angst; auch wenn er im Kampf völlig emotionslos zu sein scheint, erklärt der Autor seine Handlungen mit verschiedenen Ängsten, die sich im Laufe seiner harten Laufbahn angestaut haben. Angst vor dem Killer in ihm, Angst vor den unheimlichen „Schwarzen“, die er nicht bekämpfen konnte und für deren Ende er durch seine Meldungen an den „Orden“ verantwortlich ist, Angst vor der Zukunft, da er schließlich erkannt zu haben glaubt, dass die „Schwarzen“ Gottes letzte Chance für die Menschheit darstellten und sie durch ihn zum Scheitern kam, noch ehe man sie näher kennen lernen konnte. Angst vor einem weiteren Versagen und Angst vor der selbst auferlegten Verantwortung für die Menschen, denen er die letzte echte Chance nahm.

Sacha ist ein in der Metro aufgewachsenes Mädchen, eine junge Frau, für die die Metro das Zuhause ist, auch wenn sie die längste Zeit ihres Lebens mit ihrem Vater in der Verbannung, also völlig allein in einer abgelegenen Station, verbracht hat. Sie erkennt in Hunter einen mächtigen Verbündeten der Menschen, der aber den falschen Weg beschreitet. Sie erkennt in sich die Fähigkeit, Einfluss auf Hunter auszuüben, und hegt nur noch den Wunsch, bei ihm zu sein und ihm zu helfen, zu sich selbst zu finden und mit ihm die Menschen zu beschützen. Sie denkt und handelt sehr naiv und selbstlos, was aber durch die langen Jahre an der Seite ihres dahinsiechenden Vaters erklärt werden kann. In ihrer Selbstlosigkeit und ihrem Unverständnis wird ihr die Metro schließlich zum Verhängnis.

Im Laufe der Erzählung führt uns der Autor von den peripheren Bereichen der Metro bis in ihr Zentrum, konfrontiert uns mit den verschiedenen Gefahren und Lebensanschauungen ihrer Bewohner, ihren Legenden und Geheimnissen. Sind es außen vor allem die Wesen, die in ihrer Vielzahl und Widerstandsfähigkeit tödlich sind und die Menschen vor echte Probleme stellen, werden sie immer weniger greifbar, je weiter man nach innen kommt. Manche Stationen erhalten einen verwunschenen Charakter; dort erliegt man geistiger Beeinflussung oder der willkürlichen Gier von unbekannten Wesen. Im Zentrum schließlich denkt niemand auch nur an Mutanten; hier dreht sich alles um uns bekannte Probleme, die beherrscht werden durch Konflikte zwischen verschiedenen Lebensanschauungen.

Es scheint, als diene die Geschichte einzig dazu, das Horrorszenario eines apokalyptischen Weltuntergangs, das vor Glukhovskys Augen herumzuirren scheint, vor dem Leser auszubreiten und in verschiedensten Blickwinkeln zu beleuchten. Die Geschichte selbst bleibt unbefriedigend, ihr Hintergrund, nämlich der Ausbruch einer tödlichen Krankheit, ist nur ein weiteres Detail des düsteren Bildes. Die Protagonisten wirken wie eine Ballung menschlicher Eigenschaften und Motivationen, die stellvertretend für die letzten paar tausend Menschen der Metro handeln – und sich, von diesen weitgehend unbeachtet, zwischen ihnen bewegen. Es ist eine kleine, enge, dreckige und düstere Welt dort unten, deren Entwurf durchaus interessant ist. Die Handlung ist leider unwichtig und führt zu keinem befriedigenden Ergebnis.

Bei der Inszenierung gibt es nichts zu meckern. Detlef Bierstedt nutzt seine rauhe, modulationsfähige Stimme mit einer großartigen Bandbreite aus und verleiht den Protagonisten wiedererkennbare Stimmen mit sehr gutem Eigenleben. Man hätte sich für diesen Roman keines besseren Lesers bedienen können, denn neben seiner wirklich guten Leistung ist auch die Stimme selbst perfekt auf das Thema zugeschnitten. Ihr großer Vorteil: Irgendwie klingt sie „typisch russisch“.

Insgesamt ein durchaus unterhaltsamer postapokalyptischer Roman ohne Längen und große Schnitzer, allerdings auch ohne die echt interessante Handlung als roten Faden durch einen Plot voll abartiger und unheimlicher Wesen, Träume, Menschen. Gute Unterhaltung in einer weit und detailiert gedachten Welt, die eine echte Handlung verdient hätte.

6 Audio-CDs
ISBN-13: 978-3898138864
Gelesen von Detlef Bierstedt

http://www.der-audio-verlag.de

Daphne du Maurier / Regina Ahrem – Wenn die Gondeln Trauer tragen

Unheimlicher Thriller: Vorausgesagter Tod in Venedig

Nach dem tragischen Unfalltod ihrer kleinen Tochter fahren John und Laura Morrison nach Venedig, um etwas Abstand zu gewinnen. Kaum angelangt, deuten jedoch mysteriöse Vorfälle und Zeichen darauf hin, dass der Albtraum noch nicht zu Ende ist. Ein psychopathischer Mörder versetzt die Stadt in Angst und Schrecken …

Die Autorin

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Wolfgang Menge / Jürgen Roland – Stahlnetz 1: Das 12. Messer

Zeitreise in die Urzeit der deutschen Krimi-TV-Serien

Die Frau eines Zechenbruders (= Bergarbeiter) wird in ihrem Schlafzimmer brutal ermordet. Die beiden Kommissare Kardorf und Kerkan aus dem Ruhrgebiet konzentrieren ihre Ermittlungen auf die Tatwaffe: ein spitz geschliffenes Tafelmesser. Die Spurensuche nimmt ihren Lauf und entführt in die Welt der Steinkohlereviere (als es diese noch gab).

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Kurt Vonnegut – Schlachthof 5

So geht das: schwarze Komödie über den Krieg

Billy Pilgrim, amerikanischer Veteran des 2. Weltkriegs, überlebte 1945 den „Feuersturm“ in Dresden als Kriegsgefangener im „Schlachthof 5“. Nach dem Krieg lebt er mit seiner Frau und seinen zwei Kindern als wohlhabender Optiker in Ilium, New York. Doch dann geht sein Sohn mit den „Green Berets“ nach Vietnam – und Pilgrim selbst wird auf überraschende Weise zum „Pilger zwischen den Zeiten“. Kurt Vonnegut hat den alliierten Bombenangriff auf Dresden selbst miterlebt. Sein Roman wurde zu einem Kultbuch der Anti-Vietnam-Bewegung und nicht nur verfilmt, sondern auch zu einer Oper verarbeitet (siehe unten).

Der Autor

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Karel Capek – R.U.R. – Rossums Universal Robots

Humanistische Satire: die Abschaffung des Menschen

Die amerikanische Firma R.U.R. will die Menschheit mit humanoiden Maschinen vom Zwang der Arbeit befreien. Mit Gefühlen ausgestattet, rebellieren die Robotter jedoch gegen ihre Ausbeutung. Capeks „utopisches Kollektivdrama“ ist eine Warnung vor der Verselbständigung der Technik – inzwischen ein Klassiker der SF über den künstlichen Menschen, die Technologie in menschlicher Form.

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Gustave Flaubert – Salambo

Vor den Toren des antiken Karthago entbrennt der Streit zwischen der Seerepublik und rebellierenden Söldnertruppen. Im Mittelpunkt des Konflikts steht die tragische Liebe zwischen der Priesterin Salambo, Tochter des umstrittenen Staatsmanns Hamilkar, und dem Söldnerführer Matho.

In der Verbindung von politischen und religiösen Themen schildert der französische Schriftsteller Gustave Flaubert in seinem historischen Roman die Grausamkeit der Vernichtung, die bis in intimste Bereiche vordringt. „Emma Bovary noch einmal, nur in barbarische Vorzeiten versetzt.“ Die FAZ.

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Jules Verne – Von der Erde zum Mond (Hörspiel, 1967)

Die Eroberung des Erdtrabanten war in der Literatur schon seit der Antike – etwa bei Lukian – ein gängiges Motiv. Die meisten Autoren ließen sich irgendwelche fantastischen Tricks einfallen, um von A nach B zu gelangen, was ihre Geschichte denn auch als Fabel auswies. Doch erst Verne strengte sich an, eine technische Lösung für das Problem der Personenbeförderung zum Erdmond zu suchen. Und er fand sie in Gestalt einer 300 Meter langen Superkanone. Sie funktioniert allerdings auch nur in seiner Geschichte …

Der Autor

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Isaac Asimov – Falsch korrigiert

Wer den Film „I, Robot“ mit Will Smith in der Hauptrolle gesehen hat, bemerkte vielleicht an der Seite des Detektivs die Roboterentwicklerin Dr. Susan Calvin. Diese von Isaac Asimov erfundene kluge Wissenschaftlerin spielt in mehreren Robot-Storys eine wichtige Rolle. Ihr fällt die Aufgabe zu, die bekannten drei Gesetze der Robotik in Form positronischer Schaltkreise umzusetzen. So auch im vorliegenden Hörspiel: Dr. Calvin steht vor Gericht.

Der Autor

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Stanislaw Lem – Die lymphatersche Formel

„Die lymphatersche Formel“ behandelt ein Thema, das seit E. A. Poe und Meyrinks „Der Golem“ zu großen Visionen in Literatur und Film geführt hat: den Wahnsinn eines genialen Wissenschaftlers, der fatale Konsequenzen hat.

Der Autor

Stanislaw Lem, geboren am 12. September 1921 in Lwòw, dem galizischen Lemberg, lebt heute in Krakow. Er studierte Medizin und war nach dem Staatsexamen als Assistent für Probleme der angewandten Psychologie tätig. Privat beschäftigte er sich mit Problemen der Kybernetik, der Mathematik und übersetzte wissenschaftliche Publikationen. 1985 wurde Lem mit dem Großen Österreichischen Staatspreis für Europäische Literatur ausgezeichnet und 1987 mit dem Literaturpreis der Alfred Jurzykowski Foundation. Am bekanntesten wurde er für die literarische Vorlage für zwei Filme: „Solaris“, das 1961 veröffentlicht wurde.

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William Gibson – Neuromancer

„Case ist 24 und seine Karriere am Ende. Das Nervensystem des abgehalfterten Daten-Cowboys ist zerstört, er hat keinen Zugang mehr zur Matrix des Cyberspace. Bis er Molly kennen lernt, eine durch Implantate getunte Kämpferin. Ein unerwarteter Auftrag führt sie in die gefährliche Auseinandersetzung zwischen den künstlichen Zwillings-Intelligenzen Neuromancer und Wintermute …“ (Klappentext)

Der Autor

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