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C. S. Forester – Gnadenlose Gier

Das geschieht:

Morris, Oldroyd und Reddy arbeiten für die kleine Werbeagentur Universal in London – noch, denn sie haben sich von einem Grafikatelier bestechen und das Angebot eines Konkurrenzunternehmens verschwinden lassen. Zu ihrem Pech sind die drei aufgeflogen. Geschäftsführer Harrison will noch die Rückkehr des Agenturchefs Campbell abwarten, um diesen über die Untat zu informieren. Anschließend werden die Übeltäter auf der Straße stehen.

Vor allem der ehrgeizige und skrupellose Morris sucht nach einem Ausweg. Er hatte Oldroyd und Reddy überredet, das Schmiergeld anzunehmen. Nun findet er eine ebenso simple wie riskante Lösung: Harrison muss sterben! Morris versteht es, seine Kollegen erneut zu manipulieren. Großzügig erklärt er sich bereit, den Mord zu übernehmen. Wenig später fällt Harrison einem mysteriösen und der Polizei rätselhaft bleibenden Attentat zum Opfer. Oldroyd und Reddy aber müssen erkennen, dass sie sich der Beihilfe schuldig gemacht haben und wie Morris am Galgen enden könnten. So hat dieser sie wie geplant in der Hand. C. S. Forester – Gnadenlose Gier weiterlesen

Josephine Tey – Alibi für einen König

Das geschieht:

Durch einem Beinbruch lahmgelegt, langweilt sich Scotland-Yard-Inspektor Alan Grant in seinem Krankenhausbett. Eine Freundin rät ihm, sich im Gedankenspiel an einem der vielen ungelösten Rätsel der (Kriminal-) Geschichte zu versuchen. Grämlich lehnt Grant zunächst ab, kann jedoch bald der Versuchung nicht mehr widerstehen, als ihm ein Porträt des Königs Richard III. (1452-1485) in die Hände fällt: Das Gesicht des Mannes, der als Usurpator, Tyrann und Mörder der eigenen Neffen unrühmlich in die englische Geschichte einging, wirkt auf den erfahrenen Polizisten nicht wie eine Verbrechervisage.

Seine notgedrungen eingeschränkten Recherchen beginnt Grant mit dem Studium von Geschichtsbüchern. Dabei stellt er rasch fest, dass ihn die Beweislage nicht überzeugt. Wichtige Darstellungen über Richards Übeltaten entstanden nicht durch Zeitzeugen sowie erst nach seinem Tod; außerdem zeichneten politische Gegner des mit Richard untergegangenen Königshauses Plantagenet dafür verantwortlich. Josephine Tey – Alibi für einen König weiterlesen

Jussi Adler-Olsen – Verheißung

Worum gehts?
Polizeikommissar Christian Habersaat ermittelt seit siebzehn Jahre in einem unaufgeklärten Mordfall. Dabei geht er wie besessen vor und scheut keine Mühen. Dennoch kann er den Fall nicht auflösen. Vor lauter Verzweiflung wendet er sich an Carl Morck, dem Leiter des Sonderdezernats Q. Eine Abteilung, die sich mit sogenannten „Cold Cases“ beschäftigt, den Straftaten, die nicht aufgeklärt werden konnten und irgendwann ad acta gelegt wurden.

Kurz nachdem Habersaat telefonisch um Hilfe der Kollegen gebeten hat, stirbt er auf eine grausame Weise. Als kurze Zeit später auch noch sein Sohn tot aufgefunden wird, spitzt die Lage sich erneut zu. Carl Morck und sein Assistent Assad machen sich auf die Reise nach Bornholm – dem Ort des Geschehens.

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Colleen Hoover – Hope Forever

Worum gehts?

Die 17-jährige Sky hat bislang keinerlei Erfahrung in Sachen Jungs. An sie heranzukommen ist auch nicht besonders leicht, denn sie geht Gefühlen strikt aus dem Weg und verspürt auch keine Anziehung beim anderen Geschlecht, im Gegenteil – sie fühlt sich in der Nähe von Jungen wie betäubt. Sie fühlt ganz einfach nichts. Jedenfalls war das solange der Fall, bis sie Dean Holder kennenlernt. Gleich zu Beginn löst er etwas bislang völlig Unbekanntes in ihr aus, es knistert heftig zwischen den beiden Jugendlichen. Doch ihr Weg muss erst noch geebnet werden, denn plötzlich wird Sky mit ihrer Vergangenheit konfrontiert. Hat die ganz große Liebe zwischen den beiden dennoch eine Chance?

Inhalt

Sky lebt gemeinsam mit ihrer Stiefmutter unter einem Dach. Karen adoptierte sie im Alter von 5 Jahren. Der größte Unterschied zu gleichaltrigen Mädchen besteht wahrscheinlich darin, dass Sky bislang zuhause unterrichtet wurde statt wie die anderen auf die Highschool zu gehen. Ein weiterer Unterschied ist, dass Sky mehr oder weniger „ohne Medien“ aufwächst, das bedeutet, dass es im Haushalt weder Handies, noch Computer oder Fernsehegeräte gibt – Karen, die außerdem streng vegan lebt, mag diese neumodischen Dinge nämlich nicht. Erstaunlicherweise lebt Sky ganz gut mit dieser Tatsache, sie kennt es nun mal nicht anders und hat nicht das Gefühl, dass es ihr an etwas fehlt und außerdem hat sie ja noch ihre beste Freundin Six, mit ihr verbringt sie nämlich regelmäßig, nächtelange Fernsehabende. Colleen Hoover – Hope Forever weiterlesen

Rosemarie Bus – Gefährliches Gelände

Worum geht’s?

Eine gesellige Grillparty am Rande des Schlierseeufers wird durch die hektischen Schreie zweier Wanderinnen gestört. Grund ihrer Aufregung ist der Fund einer Wasserleiche. Wie gut, dass Hauptkommissarin Josefa Lautenschlager ein Teil der Grillparty war und quasi direkt in die Ermittlungsarbeit einsteigen kann. Der Beginn eines Rätsels ist geschaffen, denn nicht nur die Identität des Opfers ist unklar, sondern auch woher die 1,8 Millionen Euro, sowie der wertvolle, goldene Ammonit-Ohrring in seinem Appartement stammen. Schon bald schaltet sich Stella Felix in den Fall ein, denn als Journalistin kann sie mit sachdienlichen Hinweisen glänzen und Josefa ein Stück weit näher ans Ziel bringen.

Inhalt

Die Gegend rund um den Schliersee ist ein beliebtes Ziel für Wanderer und im Grunde genommen ist dieser Ort sehr idyllisch, vorausgesetzt man sieht von Josefas „Joes“ neustem Fall ab. Sie soll den Täter in einem aktuellen Mordfall überführen. Das Opfer, ein nackter, junger Mann, der mit seinem Fahrrad am Schliersee unterwegs war, wird im seichten Ufergewässer gefunden. Der erste Eindruck lässt vermuten, dass es sich um ein Sexual-Delikt handelt. Doch aufgrund der Obduktion stellt sich heraus, dass das Opfer wohl mit einer chemischen Substanz außer Gefecht gesetzt wurde und anschließend im zentimetertiefen Wasser ertrank. Rosemarie Bus – Gefährliches Gelände weiterlesen

Charlaine Harris – Vampirmelodie (Sookie Stackhouse 13)

Da ist er nun also: Der dreizehnte und letzte Band der Sookie-Stackhouse-Reihe. Vor dreizehn Jahren erschien das erste Buch um die gedankenlesende Kellnerin Sookie Stackhouse, die im kleinen Städtchen Bon Temps in einer Kneipe arbeitet und plötzlich an einen Vampir gerät. Damit nahm ihr bisher beschauliches Leben eine drastische Wende. Hatte sie sich bisher durch ihre Begabung (sie nennt es Behinderung) in zwischenmenschlichen Dingen geradezu gehandicappt gefühlt, lernt sie nun endlich zu leben – und zu lieben. Natürlich wird es auch zunehmend gefährlich, denn wie sich bald herausstellt, wird die Welt nicht nur von Vampiren bevölkert. Je mehr Bücher der Reihe erscheinen, desto mehr übernatürliche Wesen lernt der Leser kennen: Vampire, Werwölfe, Gestaltwandler, Dämonen, Hexen und Elfen.
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Jussi Adler-Olsen – Erbarmen. Die Frau im Bunker. Der erste Fall für Carl Mørck, Sonderdezernat Q (Das Buch zum Film)

Spannend, anrührend: verschnörkelter Krimi, reich an Ballast

Die verzerrte Stimme kam aus einem Lautsprecher irgendwo im Dunklen: »Herzlichen Glückwunsch zu deinem Geburtstag, Merete. Du bist jetzt hier seit 126 Tagen, und das ist unser Geburtstagsgeschenk: Das Licht wird von nun an ein Jahr lang eingeschaltet bleiben. Es sei denn, du weißt die Antwort: Warum halten wir dich fest?«

Am 2. März 2002 verschwindet eine Frau spurlos auf der Fähre von Rødby nach Puttgarden, man vermutet Tod durch Ertrinken. Doch sie ist nicht tot, sondern wird in einem Gefängnis aus Beton gefangen gehalten.

Wer sind die Täter?

Was wollen sie von dieser Frau?

Und: Kann ein Mensch ein solches Martyrium überleben?

Der erste Fall für Carl Mørck, Spezialermittler des neu eingerichteten Sonderdezernats Q bei der Kopenhagener Polizei, und seinen syrischen Assistenten Hafez el-Assad, der seinen Chef nicht nur durch unkonventionelle Ermittlungsmethoden überrascht … (Verlagsinfo)

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John Harvey – Der Kinderfänger. Ein Fall für Charlie Resnick

Verschwundene Kinder, zerstörte Träume

Ein neuer Krimi aus der Serie, mit der sich John Harvey an die Spitze der britischen Kriminalliteratur geschrieben hat. Als die 6-jährige Emily Morrison an einem ruhigen Sonntagnachmittag aus dem Garten ihrer Eltern verschwindet, befürchtet ihr Vater Michael das Schlimmste. Erst kurz zuvor wurde die in einen Müllsack verpackte Leiche eines gleichaltrigen Mädchens in einem verlassenen Lagerhaus gefunden. Keine leichte Situation für Detective Inspector Charlie Resnick: Die Öffentlichkeit ist alarmiert und ein Kindermörder auf freiem Fuß, der jederzeit ein drittes Mal zuschlagen kann … (Verlagsinfo)

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Marlies Ferber – Null-Null-Siebzig, Mord in Hangzhou

Worum gehts?

Der pensionierte Geheimagent James nimmt abermals einen Auftrag des Secret Intelligence Service (SIS) an und soll undercover in China ermitteln. Bei dem Auftrag handelt es sich und die Sabotage des Teehandels, die zur Folge einen großen wirtschaftlichen Verlust trägt. James soll herausfinden, wer für diesen Skandal verantwortlich ist. Gleichzeitig ist er in China zu der Hochzeit seines Patenkindes eingeladen. Das Gute daran ist, dass er so seiner Freundin und früheren Kollegin Sheila den wahren Grund der Reise verheimlichen kann, um sie nicht unnötig in Angst und Schrecken zu versetzen.

In China angekommen, erfährt James schnell am eigenen Leib, wie gefährlich dieser Auftrag für ihn sein wird, doch die Steigerung erlebt er, als plötzlich seine Freundin Sheila im Hotel vor ihm steht. Nun gilt es, manipulierte Essstäbchen und vergifteten Tee vor ihr zu verbergen. Marlies Ferber – Null-Null-Siebzig, Mord in Hangzhou weiterlesen

[NEWS] MATT HAIG – Ich und die Menschen

dtv bringts in Premium: Ich und die Menschen ist die Frage, die sich Matt Haig stellt.

In einer regnerischen Freitagnacht wird Andrew Martin, Professor für Mathematik in Cambridge, aufgegriffen, als er nackt eine Autobahn entlangwandert. Professor Martin ist nicht mehr er selbst. Ein Wesen mit überlegener Intelligenz und von einem weit entfernten Stern hat von ihm Besitz ergriffen. Dieser neue Andrew ist nicht begeistert von seiner neuen Existenz. Er hat eine denkbar negative Meinung von den Menschen. Jeder weiß schließlich, dass sie zu Egoismus, übermäßigem Ehrgeiz und Gewalttätigkeit neigen. Doch andererseits: Kann eine Lebensform, die Dinge wie Weißwein und Erdnussbutter erfunden hat, wirklich grundschlecht und böse sein? Und was sind das für seltsame Gefühle, die ihn überkommen, wenn er Debussy hört oder Isobel, der Frau des Professors, in die Augen blickt? (Verlagsinfo)

Broschiert: 352 Seiten
Deutsche Erstausgabe
Deutsch von Sophie Zeitz
ISBN-13: 9783423260145
Originaltitel: The Humans
Der Verlag bietet auch eine Leseprobe an!

Charlaine Harris – Cocktail für einen Vampir (Sookie Stackhouse 12)

Nach über zehn Jahren befindet sich Charlaine Harris nun auf der Zielgeraden: „Cocktail für einen Vampir“ ist das zwölfte und damit vorletzte Buch ihrer Reihe um die gedankenlesende Kellnerin Sookie Stackhouse. Die „Southern Vampire Mysteries“, wie die Romanreihe ursprünglich einmal hieß, wurde vor ein paar Jahren von HBO fürs Fernsehen adaptiert und geistert nun als „True Blood“ auch über die deutschen Bildschirme. Wer als Fan der TV-Serie allerdings erwartet, mehr vom Gleichen in Buchform präsentiert zu bekommen, wird enttäuscht werden. TV- und Romanreihe haben außer den Charakteren relativ wenig miteinander zu tun. Beide sind mehr oder weniger eigenständige Universen.

Was passiert also in „Cocktail für einen Vampir“? Felipe hat sich mit seiner Entourage bei Eric eingeladen, um dem Mord an Victor auf den Grund zu gehen. Entsprechend nervös sind die Vampire aus Shreveport, schließlich haben sie Victor vorsätzlich um die Ecke gebracht. Eric spannt seine Vampirehefrau Sookie ein, zu der Party in seinem Haus als hübsches Anhängsel zu erscheinen. Doch als sie endlich eintrifft, findet sie Eric im Schlafzimmer vor, wie er gerade am Hals einer unbekannten Werwölfin nuckelt. Sookie ist wenig begeistert, Eric ist wortkarg, und die unbekannte Blutspenderin liegt Minuten später tot in Erics Vorgarten.

Da ein Unbekannter die Polizei informiert hat, muss sich der gesamte Northman’sche Haushalt einer Befragung durch Detective Ambroselli stellen, einer sehr ambitionierten Polizistin, die im Roman dennoch nichts anderes tut, als den gleichen Charakteren erfolglos die immer gleichen Fragen zu stellen. Da die Tote aber in Erics Vorgarten gefunden wurde, ist er irgendwie verdächtig, sie getötet zu haben, und so hat auch Sookie ein Interesse daran, seinen Namen reinzuwaschen.

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Judith Winter – Siebenschön

Worum gehts?

Zunächst hat Christina keine bösen Hintergedanken, als sie den rätselhaften Brief, der nur an sie und nicht an ihren Mann adressiert ist, in den Händen hält. Doch der mehr als merkwürdige Inhalt lässt sie nicht mehr los. „Theo hat versagt“ ist der erste Satz, mit „Du solltest Dich lieber beeilen“ geht es weiter. Außerdem ist dort eine Adresse aufgeführt, an der Christina angeblich auf eine Jennifer stoßen soll. Doch Christina kennt weder einen Theo noch eine Jennifer und auch die genannte Adresse sagt ihr nichts.

Sie ist schließlich von dem Brief so sehr verunsichert und beunruhigt, dass sie ihrem Mann davon erzählt. Gemeinsam beschließen sie letzendlich sich auf den Weg zur Fordstraße 237 zu machen, um dann festzustellen, dass kein Funken Wahrheit hinter den handschriftlichen Zeilen steckt und sie den Brief als üblen Scherz abtun können. Doch dabei handelt es sich um einen großen Irrtum, denn die beiden machen vor Ort eine grausame Entdeckung. Judith Winter – Siebenschön weiterlesen

Susanne Goga – Mord in Babelsberg

Worum gehts?

Berlin-Kreuzberg im Jahre 1926. In einer gehobeneren Wohnsiedlung wird die blutüberströmte Leiche einer jungen Frau entdeckt. Sie wurde mit einer roten Glasscherbe ermordet. Kriminalkommissar Leo Wechsler erstarrt vor Schreck als er an den Tatort kommt, denn die Tote ist seine frühere Geliebte, Marlene Dornow. Nach ersten Ermittlungen stellt sich heraus, dass das Opfer sich gerne mit reichen Männern abgegeben hat und sich von ihnen hat aushalten lassen.

Kurze Zeit später wird erneut eine Leiche gefunden. Dieses Mal handelt es sich um den erfolgreichen Filmregisseur Viktor König. Sowohl der Tathergang, als auch die Todesursache ist nahezu identisch, doch bislang fehlt den Ermittlern der Inspektion A, dem Trio um Leo Wechsler, jegliche Verbindung, die die beiden Fälle miteinander verknüpft. Susanne Goga – Mord in Babelsberg weiterlesen

Christa Bernuth – Das Falsche in mir

Worum gehts?

Lukas Salfeld führt ein völlig normales Leben. Er hat einen Job, ist verheiratet und Vater von zwei Töchtern. Dass er jedoch als Jugendlicher seine Freundin ermordet hat und dafür zehn Jahre im Gefängnis eingesessen hat, wissen nur die Wenigsten.

Jetzt, Jahrzehnte nach der Tat wird ein gut behütetes, junges Mädchen tot aufgefunden. Der Modus Operandi ist derselbe wie damals bei Lukas‘ Opfer. Sofort fällt jeglicher Verdacht auf Lukas. Dass er sich an die Tatnacht nicht erinnern kann und somit kein Alibi hat, ist nicht zu seinen Gunsten. Schließlich flieht er vor der Polizei und gerät somit einmal mehr ins Visier der Ermittler.

Inhalt

Lukas Salfeld verlebt mit seiner Frau Birgit und seinen beiden Kindern Teresa und Kira ein völlig normales Leben. Seine Familie ahnt jedoch nicht, dass er als Jugendlicher seine damalige Freundin Marion umgebracht hat. Als aber plötzlich, Jahrzehnte später erneut eine Mädchenleiche gefunden wird, die auf dieselbe Weise umgebracht wurde wie Marion damals, gerät Lukas erneut ins Visier der Polizei. Und spätestens als die zwei Kriminalkommissare Sina Ratsegar und Kronburg vor der Tür der Familie Salfesld stehen, weiß auch Birgit um die Vergangenheit ihres Mannes Bescheid. Christa Bernuth – Das Falsche in mir weiterlesen

Alexandre Dumas – Der Graf von Monte Christo (Vollständige Ausgabe)

Zur Story

Der junge, redliche Edmond Dantès ist Erster Offizier an Bord des Handelsschiffes „Pharaon“. Als der Kapitän auf der Rückfahrt nach Marseilles unerwartet verstirbt, übernimmt er kommissarisch das Kommando. Bei einem Zwischenstopp auf der Insel Elba hatte Käpt’n Leclère zuvor ein konspiratives Treffen mit dem dort im Exil befindlichen Ex-Kaiser Napoleon Bonaparte, der diesem einen wichtigen Brief offenbar brisantem Inhalts anvertraute. Der letzte Wille des Dahingeschiedenen war nun, dass Edmond eben jenes ominöse Schriftstück statt seiner nach Paris überstelle. Sein treuer Erster Offizier gedenkt genau dies zu tun, nachdem er die „Pharaon“ und ihre Ladung mit sicherer Hand in den Hafen bugsiert, sich an Land über den Zustand seines armen und kränklichen Vaters informiert und dann noch rasch seine Verlobte Mercédès geehelicht hat. Der Reeder Morrel hat dem wackeren Seemann bereits in Aussicht gestellt, dass er auch zukünftig das Kommando über den Dreimaster innehaben wird. Die Beförderung ist quasi reine Formsache.

Doch Dantès hat Feinde. Der Zahlmeister Danglars neidet ihm seinen raschen Aufstieg und wäre selbst gern zum Kapitän der „Pharaon“ geworden. Währenddessen grollt ein anderer ihm die Verlobung mit Mercédès, da er die unglaublich liebreizende Katalanin sofort heiraten würde, wenn ihr Herz nicht voll und ganz Edmond gehören würde: Fernand Mondego. Zusammen mit dem versoffenen Nachbarn des alten Dantès – Caderousse – entsteht ein Komplott, dessen vollständige Ausmaße wohl kaum einer der Intriganten wirklich hat voraussehen können. Alexandre Dumas – Der Graf von Monte Christo (Vollständige Ausgabe) weiterlesen

Jussi Adler-Olsen – Erwartung

Worum gehts?

Für den fünfzehnjährigen Marco gehört Kriminalität schon seit Kindertagen zum Alltag. Er wächst in einem Clan auf, dessen Oberhaupt Zola sein Onkel ist. Täglich wird er zum Stehlen und Raub gezwungen. Seine eigenen Wurzeln sind ihm nicht wirklich bekannt, seine Mutter kennt er überhaupt nicht und sein Vater, der Bruder von Zola, ist ebenfalls im Clan aktiv.

Als ihm bewusst wird, dass sein bisheriges Leben nicht das ist, was er sich für seine Zukunft vorstellt, beschließt er, dem Clan zu entfliehen. Doch aus Angst, verraten zu werden, setzt Zola seine Meute auf Marco an, wodurch sich eine Hetzjagd durch ganz Kopenhagen ereignet. Als Marco sich schließlich in einem abgelegenen Waldstück vor seinen Verfolgern versteckt, traut er seinen Augen kaum, denn direkt neben ihm entdeckt er eine menschliche Leiche. Noch ist ihm nicht bewusst, dass dies erst der Anfang eines unglaublichen Trips ist, denn mit dem Leichenfund hat er unbewusst eine ganze Lawine von Ereignissen losgetreten und gerät von immer mehr Leuten ins Visier.
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Sybil Volks – Torstraße 1


Worum geht’s?

Soho House Berlin. Elsa hofft auf den Einlass in das berühmte Soho House an der Torstraße 1 in Berlin, in dem an diesem Abend eine exklusive Party stattfindet. Dieser Tag ist für sie ein ganz besonderer, denn genau in diesem Haus kam sie vor achtzig Jahren zur Welt, ebenso Bernhard, dessen Vater das Haus gebaut hat. Von Geburt an sind die beiden miteinander verbunden. Nach Jahren der der Trennung sollen sie sich heute, an ihrem Geburtstag, wieder treffen, in dem Haus, in dem sie beide geboren wurden.

Inhalt

Das Kaufhaus Jonass ist eines der ersten Kreditkaufhäuser seiner Zeit. Vicky, eine junge hochschwangere Frau, die dort angestellt ist, bringt am Tag der Eröffnung eine kleine Tochter zur Welt, auf dem Packtisch der Poststelle. Zur Hilfe bei der Geburt ist Wilhelm, ein Zimmermann, der dieses Haus mit geschaffen hat und zur selben Zeit ebenfalls Vater wird.

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Jussi Adler-Olsen – Das Washington-Dekret

Worum gehts?

Bruce Jansen ist der neue, frisch gewählte Präsident der USA. Doch am Tag des Wahlsiegs wird seine hochschwangere Frau kaltblütig erschossen. Sowohl Frau als auch ungeborenes Kind kommen bei dem Attentat ums Leben. Alles deutet auf Bud Curtis, Vater einer Mitarbeiterin Jansens, als Täter hin, und kurze Zeit später ist er zum Tode verurteilt.

Nach Wochen der Trauer nimmt Jansen schließlich sein Amt auf und trifft immer häufiger fragwürdige Entscheidungen, so dass innerhalb kürzester Zeit die gesamte USA in einen Ausnahmezustand versetzt wird. Niemand darf mehr öffentlich seine Meinung äußern, Radiosender werden ausgelöscht und Talkshows zensiert. Alles droht aus den Fugen zu geraten …

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Gray, John – Von Menschen und anderen Tieren – Abschied vom Humanismus

Irgendwie neigt die Beschäftigung mit Philosophie dazu auszuufern. Nun muss ich gestehen, dass ich keinesfalls ein Philosophie-Experte bin. Genau genommen ist Grays Buch das erste philosophische Buch, das ich vollständig gelesen habe. Ich nehme deshalb an, dass ich nach Grays Ansicht zu der Gruppe „reflektierter Zeitgenossen“ …(wie kann man Menschen reflektieren?) …gehöre, deren „unreflektierte Überzeugungen“ er laut Vorwort angreifen möchte. Sollte das der Fall gewesen sein, kann der Autor zumindest von sich sagen, dass sein Buch mich zur Reflexion gebracht hat. Ob ihm das Ergebnis gefallen würde, werden wir sehen …

In „Von Menschen und anderen Tieren“ kritisiert Gray den Humanismus und vertritt dabei – unter anderem – folgende Standpunkte:

1. Der Mensch unterscheidet sich nicht wesentlich vom Tier.
2. Es gibt kein in sich geschlossenes, kontinuierliches, menschliches Selbst.
3. Der Mensch besitzt keinen freien Willen und ist deshalb auch nicht für seine Entscheidungen verantwortlich

Diese drei habe ich unter mehreren Punkten herausgegriffen, um den Umfang wenigstens ein klein wenig zu begrenzen.

1. Der Mensch unterscheidet sich nicht wesentlich vom Tier.

Zunächst als Beleg dafür, dass Gray diese These vertritt, hier eine kleine Auswahl an Zitaten:

Zitat S. 17 Absatz 2 Satz 1 und 2:
„Um zu erkennen, dass wir den Tieren zuzurechnen sind, müssen wir nicht Darwin bemühen. Ein Blick darauf, wie wir leben, führt zum selben Schluss.“

Zitat S. 42, Absatz 3, Satz 4:
„[…], den vor-darwinistischen Irrtum wieder aufleben zu lassen, die Menschen seien anders als alle anderen Tiere.“

Zitat S. 70, Absatz 4, Satz 2:
„Doch auch nach all der Denkarbeit, die [diverse Philosophen] geleistet haben, können wir uns nicht sicherer sein als andere Tiere, dass die Sonne morgen aufgehen wird.“

Nun, dieser Ansicht kann man sein. Zumindest, bis man die nächste Seite liest.

Zitat S. 71, Absatz 1, Satz 2:
„Das spezifisch Menschliche ist nicht das Sprachvermögen, sondern die Kristallisation der Sprache in der Schrift.“

Zitat S. 71, Absatz 3, Satz 1:
„Schrift erzeugt ein künstliches Gedächtnis, mit deren Hilfe der Mensch seinen Erfahrungshorizont […] ausweiten kann.“

Ein Philosoph, der seine eigene These selbst widerlegt, unmittelbar, nachdem er sie aufgestellt hat! Interessant!

Tatsache ist, dass der Mensch das einzige Tier ist, das vollkommen anders lebt als seine Mitgeschöpfe. Keine andere Spezies nutzt Werkzeuge und Feuer im selben Ausmaß; nichts lässt erkennen, dass andere Spezies sich Gedanken um die Zukunft machen, wie es zum Beispiel die Bestattungsriten der Menschen seit der Steinzeit erkennen lassen; und keine andere Spezies hat den Planeten so massiv beeinflusst und verändert wie der Mensch.

Ja, der Mensch ist ein Tier. Aber nicht, weil er lebt wie andere Tiere. Sondern weil am Beginn seines Stammbaumes dieselben Einzeller stehen wie bei Hummern, Libellen, Quallen und Rindviechern. Und dass der Mensch ein Tier ist, heißt das nicht, dass er sich nicht von allen anderen Tieren gravierend unterscheiden kann.

2. Es gibt kein in sich geschlossenes, kontinuierliches, menschliches Selbst.

Zitat Seite 88, Absatz 4, Satz 1:
„Dem Identitätserleben liegt kein kohärenter Wesenskern zugrunde.“

Zitat Seite 89, Absatz 4, Satz 3:
„Wahrnehmung und Verhalten vollziehen sich sowohl beim Menschen als auch in einer Insektenkolonie, als gäbe es ein lenkendes Selbst, das aber in Wirklichkeit nicht existiert.“

Diese These stützt sich vor allem auf Erkenntnisse der Neurologie. Das Bewusstsein des Menschen selektiert. Nur ein winziger Bruchteil – etwa ein Millionstel – aller Sinneseindrücke kommt dort an, und wir können nicht beeinflussen, welche. Auf die meisten Situationen reagieren wir unbewusst.

Nun wird die Identität, das „Selbst“ eines Menschen, in diesem Kontext definiert durch die Summe seiner Handlungen. Da das menschliche Handeln aber nur zu einem verschwindend geringen Anteil bewusst ablaufe, könne auch das „Selbst“ bestenfalls ein bruchstückhaftes, unvollständiges, sich stets wandelndes Etwas sein, ein Sammelsurium aus kurzen Momentaufnahmen.

Dass das Handeln des Menschen dennoch eine starke Strukturiertheit aufweist, erklärt Gray mit einem Phänomen, das im Zusammenhang mit Ameisen, Termiten oder Bienen als „Gruppenseele“ beschrieben wird, die allerdings eine Eigenschaft der Spezies sei, und nicht des Individuums. Die Handlung erfolgt demnach als Reaktion auf lokale Komponenten. Sprich: versetze eine Brutpflegetermite aus dem Stock nach draußen, und sie wird anfangen, Futter zu sammeln. Setze sie zurück, und sie wird wieder Maden füttern.

Demnach müsste ein Mongole, den man nach Polynesien versetzt, völlig selbstverständlich in ein Kanu steigen und zum Fischen fahren.
Ich denke nicht, dass es wirklich so einfach ist!
Nun gut, nehmen wir ein weniger krasses Beispiel:
Ein Systeminformatiker, der den ganzen Tag am Schreibtisch sitzt, wird auf eine Baustelle geschickt, um dort eine Ziegelmauer hochzuziehen.

Sieht so aus, als wäre das Vorbild der Insektenstaaten nicht so einfach auf den Menschen übertragbar. Jedenfalls nicht innerhalb der Bereiche der gesellschaftstragenden Arbeitsteilung. Bestenfalls funktioniert das auf der Ebene der unbewussten Tätigkeiten wie „in Hausschuhe schlüpfen“ oder „die Toilettenspülung betätigen“. Ich glaube aber nicht, dass das „Selbst“ irgendeines Menschen sich danach definiert, welche Hausschuhe er trägt, oder mit welcher Hand er die Spültaste betätigt! Selbst dann nicht, wenn Handlungen wie diese 999.999 Millionstel seiner Gesamttätigkeit ausmachten.

Da andere Tiere oft wesentlich leistungsfähigere Sinnesorgane haben als Menschen, dürfen wir wohl getrost davon ausgehen, dass auch sie ihre Eindrücke in irgendeiner Form selektieren, je nachdem, was für sie relevant ist.

Das menschliche Bewusstsein mag im Vergleich zum gesamten Sinneseindruck bruchstückhaft sein. Das muss aber nicht zwangsläufig bedeuten, dass daraus kein „Selbst“ entstehen kann. Vielleicht setzt es sich nur vorwiegend aus den Eindrücken und Erfahrungen zusammen, die es als relevant erachtet. Wie Mosaike beweisen, kann auch eine Ansammlung vieler loser Steine ein sinnvolles Bild ergeben, wenn man sie richtig anordnet. dass es mehrere Möglichkeiten gibt, die Steine zu Bildern zu fügen, bedeutet lediglich, dass niemand vorher sagen kann, auf welche Weise ein Eindruck oder eine Erfahrung das „Selbst“ eines Menschen beeinflussen wird. Es bestreitet auch niemand, dass neue Erfahrungen Veränderungen bewirken. Das schließt die Existenz eines „Selbst“ aber nicht aus. Womöglich hat die Neurologie einfach bloß noch nicht herausgefunden, wie genau es entsteht.

3. Der Mensch besitzt keinen freien Willen.

Zitat Seite 81, Absatz 4, Satz 2:
„[…], dass der neurologische Impuls, der ein Verhalten initiiert, eine halbe Sekunde vor der bewussten Entscheidung zum Handeln auftritt.“

Gray zieht daraus den Schluss, dass wir

Zitat Seite 83, Absatz 2, Satz 1:
„In dem Augenblick, in dem wir zu einer Handlung ansetzen, noch gar kein Bewusstsein davon , wie wir handeln werden.“

dass Willensfreiheit folglich eine Illusion ist.

Gegen diese These zu argumentieren, fällt etwas schwer, weil Gray kein Wort darüber verliert, wie der neurologische Test aussah, der das obige Ergebnis erbracht hat. Dabei ist eine Bewertung des Ergebnisses ohne das Wissen über den Versuchsaufbau gar nicht möglich. Zum Beispiel spielt die Frage, welche Entscheidung das „Versuchskaninchen“ denn treffen sollte, eine ziemlich große Rolle, genauso wie die möglichen Konsequenzen der Entscheidung.

Um bei dem literarischen Beispiel zu bleiben, das Gray selbst zur Veranschaulichung herangezogen hat:

Der junge Seeoffizier, der – nachdem seine sämtlichen Vorgesetzten das sinkende Schiff bereits verlassen haben – nach kurzem Zögern ebenfalls noch ins Rettungsboot gesprungen ist, obwohl sämtliche Passagiere noch an Bord waren, musste damit rechnen, dass er die Entscheidung zu bleiben womöglich mit dem Leben bezahlen würde, und er musste seine Entscheidung schnell treffen, möglichst, bevor das Rettungsboot abgelegt hatte.

Eine solche Entscheidung ist nicht vergleichbar mit der Entscheidung darüber, ob man grundsätzlich lieber zur Miete oder lieber in einer Eigentumswohnung wohnen möchte. Zwischen Grundsatzentscheidungen und ihrer Durchführung liegen meist längere Zeiträume. Wäre also womöglich das Ergebnis des neurologischen Tests bei einer solch langfristigen Frage anders ausgefallen als bei der tatsächlich gestellten?

Tatsache ist, dass je größer der Druck, desto reflexartiger die Reaktion. Die Übergänge zwischen Reflex und bewusster Entscheidung sind deshalb fließend. Auch die Frage, ob jemand in seinem Leben bereits mit einer ähnlichen Situation konfrontiert war oder nicht, könnte eine Rolle spielen. Folglich dürften wohl mehrere Versuchsketten unterschiedlichen Aufbaus nötig sein, um ein aussagekräftiges Ergebnis zu erzielen.

Unterm Strich:

Grays Absicht, den Humanismus zu demontieren, hat irgendwie nicht so richtig funktioniert. Das liegt nicht nur daran, dass er sich wie oben dargelegt selbst widerspricht oder die Beweise für seine Thesen einer kritischen Überprüfung nicht standhalten. Es kommt auch daher, dass er teilweise Aspekte angreift, die längst überholt sind.
Dass Descartes Tiere für nicht denkfähig hielt, ist kein Wunder, denn damals wusste die Forschung kaum etwas von dem, was sie heute über Tiere weiß. Dies dem Humanismus als Ganzem vorzuwerfen, klingt etwas kleinlich. Ähnliches gilt für Grays Kritik an Kant. Ich bin zwar kein Kenner zeitgenössischer Humanisten. Aber da nicht einmal meine vierzehnjährige Tochter daran glaubt, dass der Mensch das Maß aller Dinge ist oder sich irgendwann zu einem vollkommen guten und edlen Wesen entwickeln wird, können wir, denke ich, auch diesen Punkt als veraltet abhaken.

Grays Aussagen zur Drogenproblematik wiederum zeugen von genau der Ignoranz, die er anderen Zeitgenossen vorwirft. Seine Äußerung in Bezug auf China läßt den geschichtlichen Kontext völlig außer Acht, und wer über die Antidrogenbemühungen der USA von „puritanischem Krieg gegen den Genuss“ spricht, hat noch keinen Heroinsüchtigen elendiglich verrecken sehen. Dass Legalisierung zwar die Gewinne der Drogenbosse, aber nicht die Zahl der Drogentoten verringert, ist ihm offenbar ebenso entgangen wie die Tatsache, dass Legalisierung auch eine strafrechtliche Verfolgung verhindert.

Für besonders destruktiv halte ich jedoch seine These über die Verantwortlichkeit des Menschen. Die Diskussion darüber, wie viel Einfluss Gene, Kultur und soziales Umfeld auf das Leben eines Menschen haben, ist ja nicht neu. Wozu wird es wohl führen, wenn wir das Argument der „schlimmen Kindheit“ auch noch mit einem mauen neurologischen „Beweis nicht-bewusster Entscheidung“ unterstützen? Müssen dann die Eltern in den Knast, weil sie mit der Geburt ihres Kindes einen Menschen in die Welt gesetzt haben, dessen Gene ihn zum Mörder programmierten? Zahlt dann der Staat Entschädigung an die Opfer, weil er nicht in der Lage war, den sozialen Brennpunkt auszumerzen, in dem der spätere Täter gezwungen war aufzuwachsen? Oder schaffen wir die Justiz gleich ganz ab, weil ja eh keiner was für irgendwas kann, und es deshalb keinen Schuldigen zu bestrafen gibt? Eigentlich können wir die Ethik dann auch gleich mit abschaffen. Denn wenn wir eh nichts von dem vermeiden können, was wir tun, brauchen wir auch nicht darüber nachzudenken, ob es gut oder schlecht ist.

Das wäre offenbar tatsächlich Grays Ideal für menschliche Lebensführung: überhaupt nicht nachzudenken, sondern stets rein instinktiv zu handeln. Der Autor selbst stellt allerdings fest, dass dies dem Mensch nicht mehr möglich ist, weil er sich bereits zu weit davon entfernt hat. Mit der durchaus versöhnlich klingenden „Notlösung“, die er aufgrund der Unerreichbarkeit des Ideals vorschlägt – und die mich, nach all dem, was ich zuvor gelesen hatte, ehrlich überrascht hat – könnte ich dagegen gut leben. Dumm nur, dass wir uns nach Meinung des Autors gar nicht dafür entscheiden können, so zu leben, weil wir ja keine Willensfreiheit besitzen. Insofern war das ganze Buch eigentlich völlig für die Katz! Fast könnte Gray mir leidtun.

Taschenbuch 245 Seiten
Orininaltitel: Straw Dogs – Thoughts of Humans and Other Animals
Aus dem Englischen von Alain Kleinschmied
ISBN-13: 978-3423347266

www.dtv.de

Der Autor vergibt: (2.5/5) Ihr vergebt: SchrecklichNa jaGeht soGutSuper (No Ratings Yet)

E.L. Greiff – Zu den Anfängen (Zwölf Wasser 1)

Zwölf Wasser:

Band 1: „Zu den Anfängen“
Band 2: (erscheint Oktober 2013)
Band 3 (erscheint Oktober 2014)

Babu entstammt einem Volk ehemaliger Nomaden. Doch im Gegensatz zu seinen Stammesgenossen ist er rastlos und unzufrieden. Als ein Sterbender ihm ein gefährliches Geheimnis verrät, verlässt Babu seine Heimat, um … ja was eigentlich?
Felt ist im Grunde das genaue Gegenteil von Babu. Er hätte keine großen Schwierigkeiten damit, sein gesamtes Leben damit zu verbringen, auf den Mauern seiner Heimatstadt Goradt zu patrouillieren, obwohl es der ungastlichste Ort auf dem gesamten Kontinent zu sein scheint. Aber dann geschieht das Ungeheuerliche: Die Undae brechen ihr Schweigen und sprechen eine Warnung aus! Und gegen seinen Willen findet Felt sich bald darauf auf einer Reise wieder, deren Ziel er nicht kennt, und deren Zweck er nicht begreift …

E.L.Greiff macht es dem Leser nicht leicht mit seinen Charakteren. Selten habe ich über Figuren gelesen, die so außerhalb jeglicher Schublade standen wie Babu und Felt.

Felt ist Soldat, pflichtbewusst, diszipliniert, sorgfältig. Aber sein Vorstellungsvermögen ist begrenzt, und so ist sein einziger Halt auf der gemeinsamen Reise mit den Undae die Tatsache, dass er es gewohnt ist, Befehle zu befolgen, selbst wenn er ihren Sinn nicht versteht. Je länger er unterwegs ist, desto deutlicher wird allerdings, dass Felt sich auf Dauer nicht davor drücken kann, die Zusammenhänge zu verstehen. Der Panzer aus Sturheit und Unwissenheit bekommt Risse.

Babu dagegen ist ein Getriebener, der nicht weiß, was ihn treibt. Er sucht nach Freiheit, ohne eine Vorstellung davon zu haben, was Freiheit ist, und gleichzeitig nach seinen Wurzeln, die er nicht zu haben scheint. Und doch kann er sich erst von seinem Zuhause trennen, als er dazu gezwungen wird.

Bei beiden hat der Leser das Gefühl, die Undae hätten ihnen Hemden übergestreift, die ihnen ein paar Nummern zu groß sind, und jetzt müssen die beiden irgendwie da hineinwachsen. Ein schmerzhafter Prozess.

Mit der Handlung verhält es sich ähnlich. Wer den Klappentext des Buches gelesen hat, wird sich irgendwann im Laufe der ersten Kapitel fragen, ob die Seiten den richtigen Einband tragen. Nur eine kurze Szene am Fluss verrät, dass es sich bei dem Text tatsächlich um das beschriebene Buch handelt. Denn zunächst dreht sich die Handlung ausschließlich um Babu. Erst als sie sich nach gut hundert Seiten Felt zuwendet, taucht auch die eigentliche Thematik des Buches auf: Das Wasser und die Bedrohung der Quellen. Aber auch, nachdem die Undae und ihre Begleiter sich auf den Weg gemacht haben, scheint die ganze Angelegenheit nicht so recht vom Fleck zu kommen. Das liegt nicht nur an den weltlichen Hindernissen, sondern auch ein wenig an den Undae.

Die Undae sind so etwas wie die Priesterinnen des Wassers. Jahrhundertelang haben sie nichts weiter getan, als seinem Gemurmel zu lauschen. Und es ist das erste Mal in all dieser Zeit, dass Hohe Frauen ihre Grotte verlassen. Man könnte meinen, dass sie deshalb ziemlich weltfremd sind, doch das ist ein Irrtum. Durch das Wasser sind die Undae mit allem verbunden, was lebt. Allerdings haben sie eine völlig andere Sichtweise! Und da sie ihr Verhalten niemals im Voraus erklären, wird der Leser genau wie Felt und Babu immer wieder mit Situationen konfrontiert, die seltsam, unverständlich, ja befremdlich wirken, letztlich aber doch immer irgendwie Sinn machen.

Nicht nur die Undae sind rätselhaft, auch sonst ist das Buch voller Geheimnisse. Das fängt an mit demjenigen, das Babu veranlasst hat, seine Heimat zu verlassen und reicht über Babus eindeutig magischen Falken und die offizielle Geschichtsschreibung, die offenbar nicht ganz vollständig ist, bis hin zu den einzelnen Stationen der Reise. Dabei sind es vor allem die diversen Orte, die am meisten zum mystischen Flair der Geschichte beitragen. Schon allein die Ascheebenen des ehemaligen Welsien wirken entrückt und fremdartig, noch mehr gilt das für die Quellen, für die Sümpfe und Boirad, den Nebelwald, und ganz besonders für die Stadt in den Wolken. Fantasy ist ja – zumindest bis zu einem gewissen Grad – immer mit einer Welt verbunden, die fremdartige Züge trägt, hier jedoch ist es so, dass selbst innerhalb des Fantastischen noch eine weitere Ebene zu existieren scheint, halb losgelöst von Babus Tal, Goradt und der reichen Stadt Pram, eine Art geistige Parallelwelt, die wie ein Schleier über dem Alltäglichen liegt, und mit dem Felt und Babu nun zum ersten Mal in Berührung kommen. Selbst die Kämpfe, die hier ausgefochten werden, finden gleichzeitig sowohl auf greifbarer als auch geistiger Ebene statt.

Ich fand dieses Buch ausgesprochen faszinierend. Schon die Idee der Quellen, die mehr als nur Ursprung eines Gewässers sind, klang hochinteressant, aber auch die Umsetzung hat mir sehr gefallen. Greiff schreibt sehr plastisch und eindringlich, ob es nun um Träume, Örtlichkeiten oder Ereignisse geht. Die beiden Hauptfiguren sind weder edle Übermenschen noch unfreiwillige Helden voller Selbstzweifel, sondern lebendige und glaubhafte Personen, die nicht nur mit ihren eigenen inneren Dämonen zu kämpfen haben, sondern auch mit denen, die die Existenz der Welt bedrohen.

Wer von seiner Lektüre erwartet, dass sie sofort zur Sache kommt, wer beim Lesen gern auf der Ebene greifbarerer Schwierigkeiten wie geographischen Hindernissen, Schwertkämpfen und hinterhältigen Intrigen bleibt, der ist hier wahrscheinlich eher falsch. Wer allerdings schon lang in den Massen der Drachen-Elfen-Vampir-Fantasy nach etwas wirklich Neuem, Ausgefallenem sucht, der sollte sich dieses Buch auf jeden Fall gönnen. Es ist keine Geschichte, die man einfach so wegliest. Aber in dieses Hemd reinzuwachsen, lohnt sich!

E. L. Greiff ist in Kapstadt geboren und lebt inzwischen in den Niederlanden. Nach einem Studium der Germanistik und der Theaterwissenschaften folgte eine längere Tätigkeit in der Filmregie. „Zu den Anfängen“ ist nicht nur der erste Band der Trilogie |Zwölf Wasser|, sondern auch Greiffs Romandebut. Die Fortsetzungen sollen jeweils im Oktober 2013 und 2014 erscheinen.

Broschiert 608 Seiten
ISBN-13: 9783423249140

http://www.12wasser.de/
http://www.dtv.de/

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