Schlagwort-Archive: Ed McBain

Ed McBain – Acht schwarze Pferde (87. Polizeirevier 38)

Zum vierten Mal fordert ein genialer Verbrecher das 87. Polizeirevier zu einem ‚Ratespiel‘ heraus, an dessen Ende ein ganz großes Ding steht. Der Wettlauf beginnt, und am Laufbahnrand bleiben Leichen zurück … – Der 38. Roman der Serie um das 87. Revier bringt den mysteriösen, psychopathischen, unterhaltsamen „Tauben“ zurück. Dabei wird deutlich, dass zum ‚Spiel‘ auch Mord gehört, was der Story einen ernsten Unterton verleiht; auch aufgrund der (inzwischen reizvoll veralteten) Detailschilderung der Polizeiarbeit ist dies ein lesenswerter Krimi. Ed McBain – Acht schwarze Pferde (87. Polizeirevier 38) weiterlesen

Ed McBain – Totes Ohr am Telefon (87. Polizeirevier 27)

Auch die Kriminellen der Großstadt Isola erleben Frühlingsgefühle, weshalb die Polizisten des 87. Reviers gut beschäftigt sind. Ausgerechnet jetzt meldet sich „der Taube“, ein ebenso genialer wie psychopathischer Verbrecher, der einen neuen Coup ankündigt, um die Polizei herauszufordern … – Der 27. Roman der Serie um das 87. Revier gewinnt durch den dritten Auftritt des charismatischen „Tauben“ an Schwung, bietet aber auch sonst alltägliche und bizarre Übeltaten, die vom eingespielten Team des besagten Reviers unterhaltsam gelöst werden: wie üblich ein Lektüre-Vergnügen. Ed McBain – Totes Ohr am Telefon (87. Polizeirevier 27) weiterlesen

Ed McBain – Puppe [87. Polizeirevier 20]

Als Polizist Steve Carella im Alleingang einen Frauenmörder festnehmen will, gerät er in eine Falle. Von den Kollegen für tot gehalten, pokert er gefangen verzweifelt um sein Leben, solange seine Kerkermeister zaudern ihn umzubringen … – Der 20. Roman um das 87. Polizeirevier ist ein spannendes Psycho-Drama auf zwei Ebenen: Kann Carella die unberechenbaren Peiniger auf Abstand halten? Werden die Kollegen seine Fährte aufnehmen und ihn retten? Das Ergebnis ist geradliniges, schnelles, kurzweiliges Krimi-Handwerk.
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Ed McBain – Polizisten leben gefährlich

In einer US-amerikanischen Großstadt eröffnet ein Mörder die Jagd auf Polizeibeamte, die er aus dem Hinterhalt niederschießt. Unter großem Druck auch der Medien versuchen die Kollegen, den Täter dingfest zu machen, bevor der nächste Cop zu Boden geht … – Schon der erste von insgesamt 55 Romanen um das 87. Revier bietet knappe, spannende, dabei gefühlsduselfreie aber keineswegs emotionslose Krimi-Unterhaltung und verdeutlicht, wieso die ein halbes Jahrhundert fortgesetzte Serie so erfolgreich war: ein moderner Klassiker.
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Ed McBain – Dead Man’s Song

Ein Routine-Mordfall führt die Beamten des 87. Polizeireviers auf die Spur eines Verbrechens, das zwar tief in der Vergangenheit wurzelt, jedoch in der Gegenwart bis zur Auflösung für weitere Leichen sorgt … – Der 50. Band der legendären Serie um besagtes Polizeirevier zelebriert nicht das Jubiläum, sondern bietet, was die Leser kennen und schätzen: einen solide geplotteten, spannend entwickelten, schnellen Kriminalroman der klassischen Schule.
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Ed McBain – Das Unschuldslamm

McBain Unschuldslamm Cover 1984 kleinRoger, ein einfacher Mann vom Lande, hat in der großen Stadt etwas falsch gemacht und möchte gern beichten, aber stets kommt ihm etwas dazwischen, und dann steigt in ihm schon wieder diese schreckliche Wut auf … – Der 19. Roman um das 87. Polizeirevier kommt fast völlig ohne die bewährten Figuren aus, sondern erzählt die Geschichte eines Mannes mit einem Geheimnis, das sich einfach nicht lüften lassen will. Schrecken, Spannung und Humor gehen eine bemerkenswert gelungene Mischung ein und heben diesen Roman noch über das Niveau der ohnehin großartigen Cop-Thriller McBains.
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Ed McBain – Schnapp-Schuss

McBain Schnapp-Schuss Cover 1971 kleinDas geschieht:

Mit einer abenteuerlichen Geschichte kommt Versicherungsdetektiv Irwin Krutch zu den Beamten des 87. Polizeireviers: Sechs Jahre zuvor hatten vier Männer bei einem spektakulären Banküberfall 750.000 Dollar erbeutet. Auf der Flucht hatte man sie wenig später gestellt und erschossen – doch das Geld war verschwunden! Offenbar hatten es die Verbrechen noch kurz vor ihrem Ende verstecken können. Krutch, der im Auftrag seiner Gesellschaft beauftragt wurde, die Beute wiederzubeschaffen, blieb erfolglos und musste in der Folge einen argen Karriereknick hinnehmen.

Diese Scharte will er seither unbedingt wieder auswetzen – und nun bietet sich ihm die Chance! Krutch hat herausgefunden, dass der Anführer der Bankräuber das Geldversteck fotografiert, das Bild in acht Teile zerschnitten und die Schnipsel an seine Kumpane verteilt hatte. Diese haben ihre Ausschnitte ihrerseits an Personen ihres Vertrauens weitergegeben, und unter diesen ist offenbar ein erbitterter Krieg ausgebrochen.

Gerade haben die Männer vom 87. Revier zwei der Schatzjäger gefunden, die sich in einem Streit um eines der Fotofragmente gegenseitig umgebracht haben. Da der Bankraub damals im Zuständigkeitsbereich des 87ten erfolgte und die Akten noch nicht geschlossen wurden, sind auch die Beamten daran interessiert, die Beute aufzufinden. So schließt sich Detective Arthur Brown undercover der Schnitzeljagd an, bei der sich die vom Goldfieber gepackten Teilnehmer argwöhnisch belauern. Bündnisse werden geschlossen, um sogleich wieder gebrochen zu werden; Verbündete werden zu Gegnern und wieder zu Verbündeten, und der nächste Mord lässt auch nicht lange auf sich warten …

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Ed McBain – Schrot und Horn

Schrot und Horn Cover kleinEin Ehepaar wird geradezu in Stücke geschossen, eine Barfrau endet mit einem Messer in der Brust: Zwei scheinbar beliebige Fälle des 87. Polizeireviers entpuppen sich als Stationen eines Verbrechens, das einem neuen Höhepunkt entgegensteuert … – Zumindest in Deutschland gehört dieser 23. Band zu den weniger bekannten Romanen der berühmten McBain-Serie, was seiner realistischen Eindringlichkeit keinerlei Abbruch tut: ein zeitloser Lektüre-Genuss.
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Ed McBain – Heißer Sonntagmorgen

Auf dem Weg zu einem Mord erlebt eine Jugendgang, wie ihr kriminelles Idol in eine Polizeifalle gerät; aus der Festnahme wird ein öffentliches Spektakel, das unterdrückten Volkszorn und tödliche Gegenattacken auslöst … – Das spannende Geschehen gleicht einer bedrückend reibungslos arbeitenden Maschine, die durch rassistische Vorurteile angetrieben wird und mit hoher Produktionsrate neue Gewalt erzeugt: ein manchmal didaktisch wirkender aber weiterhin eindrucksvoller Kriminalroman.
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Ed McBain – Kings Lösegeld

_Das geschieht:_

Schon in jungen Jahren schuftete Douglas King, Kind armer Eltern und geboren in einem verrufenen Viertel der Großstadt Isola, in der Schuhfabrik Granger. Mit eiserner Disziplin und rücksichtslos hat er sich seinen Weg nach ganz oben gebahnt. Nun steht er vor der Erfüllung seines Herzenswunsches: King kann und wird die Aktenmehrheit und damit die Fabrik übernehmen. Freilich musste er nicht nur sein gesamtes Geldvermögen einsetzen, sondern auch seinen beträchtlichen Besitz verpfänden, um die erforderliche Summe aufzubringen. Platzt das Geschäft, ist Kings Ruf als erfolgreicher Manager dahin und er selbst finanziell ruiniert.

Genau jetzt schlagen die Kleinkriminellen Sy Barnard, Eddie Folsom und seine Ehefrau Kathy zu. Barnard will groß absahnen und plant die Entführung von Bobby, Kings achtjährigem Sohn. Er überredet Eddie mitzumachen, wozu dieser ohne Kathys Wissen bereit ist, denn 500.000 Dollar Lösegeld locken. Doch die unerfahrenen Kidnapper begehen einen kapitalen Fehler: Sie schnappen sich nicht Bobby, sondern Jeff, den Sohn von Kings Chauffeur Charles Reynolds.

Als sich der Schrecken legt, sieht Barnard keinen Grund, die Entführung abzubrechen. King soll für Jeff zahlen. Die Gangster sehen ihn in der Verpflichtung. Genauso geht es Kings Gattin Diane und den Polizisten vom 87. Revier, die mit dem Fall betraut wurden. Deshalb fallen die Beteiligten aus allen Wolken, als King sich weigert: Er kann und will seinen Traum vom Besitz der Schuhfabrik nicht aufgeben. Zwingen kann man ihn nicht, und dem moralischen Druck hält er Stand. Für Steve Carella und seine Kollegen herrscht Alarmstufe Rot. Die Kidnapper dürfen nicht erfahren, dass sie kein Geld bekommen werden. Ohnehin kommt es innerhalb der Bande zum Streit, denn Kathy ahnt, dass Barnard nicht vorhat, Jeff lebendig freizulassen …

_Ein Autor verschafft sich Freiraum_

Ed McBains Kriminalromane um das 87. Polizeirevier enthalten immer ein moralisches Element. In den frühen Werken war es – aus heutiger Sicht – noch recht deutlich und ein wenig aufdringlich. Später verpackte McBain seine Anliegen eleganter und wurde wohl auch ein wenig zynischer; gänzlich mochte er aber nicht auf die Moral von der Geschicht‘ verzichten. „Kings Lösegeld“ ist der 10. Roman um das genannte Revier – 54 wurden es insgesamt – und entstand 1959. Moral stand damals hoch im Kurs, wobei sich ein Gutteil Bigotterie in die Rechtschaffenheit mischte, mit der die braven Bürger auf jene hinabblickten, die ins Straucheln gerieten.

McBain machte da nicht mit. Allerdings war er kein ‚großer‘ Autor, sondern schrieb Unterhaltungsromane. Davon lebte er und musste sich deshalb mit seiner Kritik zurückhalten. Dass er seine Kriminalgeschichten nicht in einer realen Großstadt, sondern in einer fiktiven Metropole spielen ließ, war dabei hilfreich. Isola wurde zwar ein Spiegelbild von New York, doch hier war McBain Herr über seine eigene Welt. Was hier schief lief, musste der empfindliche Leser nicht auf die Realität ’seiner‘ USA beziehen.

|Der reiche Mann liebt sein Geld|

Denn McBain bot mit „Kings Lösegeld“ in mehrfacher Hinsicht durchaus harten Tobak. Da war vor allem die Kardinalfrage nach dem Wert eines Menschenlebens. McBain scheute nicht davor zurück, ein Kind in Lebensgefahr zu bringen. Unabhängig von der Zahlung des Lösegelds wird Jeff die Entführung nicht überleben. Daran lässt der Verfasser keinen Zweifel. Auf diese Weise schürt er die Spannung – wie kann Jeff gerettet werden? – und verschärft gleichzeitig die Gewissensqualen, in denen sich Douglas King windet.

McBain kennt kein Erbarmen. King muss Farbe bekennen. Ausflüchte werden ihm nicht gestattet. Wie würdest du dich entscheiden? Diese Frage stellt McBain auch seinen Lesern, was er geschickt mit der Handlung verknüpft. Als King seine Entscheidung fällt, unterwirft er sich nicht der gängigen Moral, sondern folgt seinem Egoismus. Dafür zahlt er einen hohen Preis: Seine Frau, sein Sohn und die Polizei verachten ihn. Reynolds, Jeffs Vater, demütigt sich in einer schwer erträglichen Szene und fleht seinen Chef an, das Geld zu zahlen. Er bleibt dabei der klägliche Wurm, als den ihn McBain charakterisierte, und King verliert noch den Rest seiner Integrität.

McBain schafft es, seine Leser verstehen zu lassen, wieso King ist, wie er ist bzw. wie er geschaffen wurde. King ist selbst ein Opfer. Seine Menschlichkeit hat er dem finanziellen und gesellschaftlichen Aufstieg geopfert. Angesicht der dabei erfahrenen Erniedrigungen ist es ihm unmöglich, das Erreichte aufs Spiel zu setzen.

|Die Kehrseite der Medaille|

Kidnapper rangieren in der Verbrecherwelt tief unten. Gewalt gegen Kinder sorgt sogar unter Kriminellen für Abscheu. Politisch korrekt hätte McBain Jeffs Entführer als Tiere in Menschengestalt schildern müssen. Solche plumpen Vereinfachungen erspart der Verfasser sich und seinem Publikum. Höchstens der brutale und zum Kindsmord bereite Sy Barnard scheint in diese Kategorie zu fallen, aber auch er überrascht im Finale mit unerwarteter und echter Emotionalität.

Im Zentrum stehen Eddie und Kathy Folsom. Eddie ist Douglas Kings dunkles Spiegelbild – ein Mann, der nach oben will, weil er es ganz unten nicht mehr aushält. Dabei treibt Folsom nicht reiner Eigennutz. Er will seiner Kathy ein Leben bieten, das sie ‚verdient‘. Sie war bisher problemlos einverstanden damit, dass er dies als Räuber und Dieb versuchte. Doch nun hat Eddie eine Grenze überschritten. Kathy muss ihren moralischen Status neu definieren. Sie wird aktiv, will Jeff, sich und Eddie retten. Dafür begibt sie sich notfalls selbst in Lebensgefahr.

„Kings Lösegeld“ endet versöhnlich aber nicht ‚happy‘. Das Schlimmste kann verhindert werden. Nicht alle Entführer enden im Gefängnis. Douglas King muss weder seinen finanziellen noch moralischen Bankrott erklären. Diane kann zu ihm und in ihr luxuriöses Heim zurückkehren – eine ironische Note, mit der McBain das Finale seiner Sentimentalität entkleidet. „King’s Ransom“ lautet der Originaltitel, den er seinem Roman gab. Dies bedeutet nicht nur „Kings Lösegeld“, sondern auch „Kings Erlösung“. Sie wird ihm zuteil, aber McBain lässt offen, ob er sie wirklich verdient hat. Zumindest die Polizisten des 87. Reviers sind da skeptisch.

|Männer des Gesetzes|

Sie sind zwar alle wieder dabei, spielen aber dennoch Nebenrollen und beschränken sich vor allem auf ihre Arbeit, die McBain, der Meister des „police procedural“, gewohnt penibel und trotzdem spannend beschreibt. Aus heutiger Sicht wirken die Methoden veraltet, aber im zeitgenössischen Rahmen funktionieren sie gut genug, um den Kidnappern auf die Spur zu kommen. Einmal mehr macht McBain deutlich, dass Polizisten keine maschinenhaften Vertreter von Law & Order, sondern Menschen sind. Steve Carella ist es dieses Mal, der keinen Hehl aus seiner Verachtung gegenüber King macht, bis er von einem Vorgesetzten zur Ordnung gerufen wird.

Was den Leser heute erstaunt, ist die Tatsache, dass offenbar niemand die geforderten 500.000 Dollar aufzubringen gedenkt, die Douglas King ausgeben soll. Lässt das Gesetz unvermögende Entführungsopfer völlig im Stich? Schießt keine Behörde dieses Geld vor? Leider geht McBain auf diesen Aspekt nicht ein. An der beachtlichen Leistung des Verfassers, der auf weniger als 180 Seiten schnörkelfrei und ohne Längen eine Vielzahl menschlicher Dramen durchspielt, ändert dies freilich nichts.

|Eine ungewöhnliche Verfilmung|

Vier Jahre nach der Veröffentlichung wurde „Kings Lösegeld“ verfilmt – allerdings nicht in den USA, sondern in Japan. Meisterregisseur Akira Kurosawa (1910-1998) faszinierte die Frage, ob der ‚Wert‘ eines Kindes am Vermögen des Vaters zu messen ist. Als |Tengoku to jigoku| (dt. |Zwischen Himmel und Hölle|) inszenierte er mit seinem Schauspieler-Favoriten Toshirō Mifune (1920-1997) eine 143 Minuten lange Mischung aus Krimi und Drama, die nicht zu Kurosawas Glanzleistungen gezählt wird, aber durch die für diesen Regisseur typischen urjapanischen und ‚westlichen‘ Film-Elemente das Beste beider Kino-Welten unterhaltsam vereint.

_Autor_

Ed McBain wurde als Salvatore Albert Lombino am 15. Oktober 1926 geboren. Dies war in den USA in den Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg kein Name, der einem ehrgeizigen Nachwuchsschriftsteller hilfreich gewesen wäre. Also ‚amerikanisierte‘ sich Lombino 1952 zu Evan Hunter und schrieb ‚richtige‘ Bücher, d. h. Literatur mit Botschaft und Anspruch, darüber hinaus Kinderbücher und Drehbücher.

Da sich der Erfolg in Grenzen hielt, wählte Vollprofi Hunter ein neues Pseudonym und verfasste als „Ed McBain“ den ersten der von Anfang an als Serie konzipierten Kriminalromane um das 87. Polizeirevier. Schnelles Geld sollten sie vor allem bringen und ohne großen Aufwand zu recherchieren sein. Deshalb ist Isola mehr oder weniger das Spiegelbild von New York, wo Lombino im italienischen Getto East Harlems groß wurde. Aber Hunter bzw. McBain kochte nicht einfach alte Erfolgsrezepte auf. Er schuf ein neues Konzept, ließ realistisch gezeichnete Polizisten im Team auf ‚richtigen‘ Straßen ihren Job erledigen. Das Subgenre „police procedural“ hat er nicht erfunden aber entscheidend geprägt.

1956 erschien „Cop Hater“ (dt. „Polizisten leben gefährlich“). Schnell kam der Erfolg und es folgten bis 2005 54 weitere Folgen dieser Serie, der McBain niemals überdrüssig wurde, obwohl er ’nebenher‘ weiter als Evan Hunter publizierte und als McBain die 13-teilige Serie um den Anwalt Matthew Hope verfasste. Mehr als 100 Romane umfasste das Gesamtwerk schließlich – solides Handwerk, oft genug Überdurchschnittliches, geradlinig und gern fast dokumentarisch in Szene gesetzt, immer lesenswert -, als der Verfasser am 6. Juli 2005 einem Krebsleiden erlag.

Taschenbuch: 173 Seiten
Originaltitel: King’s Ransom (New York : Simon & Schuster 1959)
Übersetzung: Gitta Bauer
Deutsche Erstausgabe: 1961 (Ullstein Verlag/Ullstein Kriminalroman 817)
[keine ISBN]
Bisher letzte Ausgabe: August 1994 (Ullstein Verlag/Ullstein Kriminalroman 10657)
ISBN-13: 978-3-548-10657-1
www.ullsteinverlage.de
www.edmcbain.com

Ed McBain – Fahr langsam übers Massengrab

Sechs Leichen bilden nur die Ouvertüre zu einem Gemetzel zwischen drei konkurrierenden Straßenbanden, das schließlich zu einem regelrechten Krieg ausartet, während die Polizei nach dem fanatischen Rädelsführer fahndet … – Weder „Whodunit“ noch „Howdunit“, ist dieser Kriminalroman vor allem Chronik der Kettenreaktion einer Gewalt, die sich aus Führerwahn und Bandenwesen speist; nüchtern und schonungslos schildert McBain einen aussichtslosen Kampf, dessen siegloser Ausgang von Anfang an feststeht. Ed McBain – Fahr langsam übers Massengrab weiterlesen

Ed McBain – Die Gosse und das Grab

Ein abgehalfterter Ex-Detektiv lässt sich zu einer Ermittlung überreden, die umgehend in einen Mordfall mündet. Bedrängt von der Polizei, attackiert von unbekannten Schlägern und im Kampf mit den inneren Dämonen setzt er hartnäckig seine Arbeit fort, an deren Ende nichts als sein Tod stehen könnte … – Sehr ‚schwarzer‘ und pulpiger Thriller, der seine düstere Geschichte temporeich, in klaren Worten und ohne Beschönigungen erzählt; die Welt ist schlecht, und McBain liefert den Beweis!
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Ed McBain – Neun im Fadenkreuz

McBain Neun Fadenkreuz Cover 1986 kleinDas geschieht:

In diesen Frühlingswochen wird die Bürgerschaft der US-Großstadt Isola durch eine Mordserie erschüttert: Ein Scharfschütze erschießt mit seinem Präzisionsgewehr offenbar wahllos Menschen. Die Beamten Steve Carella und Meyer Meyer vom 87. Polizeirevier, denen der Fall übertragen wird, können trotz intensiver Ermittlungen keine Gemeinsamkeiten zwischen den Opfern erkennen.

Der Druck auf die Polizisten steigt mit der Zahl der Leichen. Panik greift um sich, denn der Täter mordet unerbittlich weiter und bleibt dabei unsichtbar. Erst der Zufall zeigt den Zusammenhang: Alle Opfer wirkten vor vielen Jahren in einer College-Theateraufführung mit. Dass diese bizarre Tatsache der Schlüssel zum Geschehen ist, wird den Beamen bewusst, als weitere Darsteller sterben, bevor sie ausfindig gemacht werden können. Ed McBain – Neun im Fadenkreuz weiterlesen

Ed McBain – Selbstmord kommt vor dem Fall

McBain Selbstmord Cover 1989 kleinDas geschieht:

Frühling in Isola. Für die Männer vom 87. Polizeirevier beginnt er alltäglich, d. h. hässlich: Ein Pechvogel von Vertreter wird durch eine Gasexplosion in Stücke gerissen. In den Trümmern der verwüsteten Wohnung findet man zwei weitere Leichen: Der junge Tommy und die noch jüngere Irene haben offenbar den Gashahn aufgedreht; ein Abschiedsbrief, der ihre unmögliche Liebe beklagt, wird gefunden.

Routine also für Steve Carella und Cotton Hawes, die mit dem Fall betraut werden. Doch die erfahrenen Beamten stoßen bei ihren Nachforschungen auf seltsame Widersprüche. So schildern die Familien ihre Verstorbenen keineswegs als lebensmüde Zeitgenossen. Im Gegenteil: Irene schöpfte gerade neuen Lebensmut, nachdem sie sich entschlossen hatte, den ungeliebten Gatten Michael Thayer für besagten Tommy zu verlassen. Dieser wird wiederum von seinem jüngeren Bruder Amos als Ausbund schierer Lebensfreude geschildert. Ed McBain – Selbstmord kommt vor dem Fall weiterlesen

Ed McBain – Big Bad City

Trotz Sommerhitze und Überlastung versuchen die Polizisten des 87. Reviers, einige ebenso blutige wie bizarre Verbrechen aufzuklären, während sich ein Attentäter daranmacht, an einem der Beamten tödliche Rache zu üben … – Mit dem 49. Band führt Autor McBain seine legendäre Krimi-Serie problemlos ins 21. Jahrhundert. Klassisch setzt er diverse Stränge zu einer spannenden Geschichte zusammen, die wie immer auch Teil der Chronik des 87. Polizeireviers ist: wunderbar!
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Ed McBain – Eine große Hand zum Gruß

Die Polizei findet eine Menschenhand. Ist ihr ‚Besitzer‘ tot, womöglich ermordet? Die Ermittlungen geraten ständig in Sackgassen, bis die Nerven der Kriminologen bloßliegen. Sie müssen auf weitere Leichenteile warten, was die Untersuchung freilich keineswegs einfacher macht … – Der 11. Krimiklassiker aus McBains legendärer, mehr als ein halbes Jahrhundert laufender Serie um das „87. Polizeirevier“ gerät zum unwiderstehlichen Cop-Thriller mit frühem „CSI“-Plot, der mit Spannung, Menschlichkeit und lakonisch-rauem Witz erzählt wird.
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Ed McBain – Der anonyme Brief (auch: Nackt ist die beste Maske)

Das geschieht:

„Ich will die Lady heute Abend um 8 Uhr umbringen. Tun Sie was dagegen, wenn Sie können!“

Hochsommer in Isola, der 8-Millionen-Stadt, die irgendwie an New York erinnert. Es ist heiß, Abkühlung nicht in Sicht. Sogar die braven Bürger drehen allmählich durch, fallen tot um oder übereinander her. Im 87. Polizeirevier schmachten die chronisch überlasteten Beamten. Bei diesem Wetter gesellen sich zu den üblichen Strolchen die gefürchteten Spinner mit ihren seltsamen, oft genug mörderischen Einfällen. Einer ließ der Polizei die eingangs zitierte Nachricht zukommen. Oder handelt es sich gar nicht um einen Spinner? Cotton Hawes und Steve Carella sind skeptisch. Sie halten es für durchaus möglich, dass ein irrer Mörder die Polizei zu einem Wettbewerb herausfordert. Oder will er etwa erwischt werden? Lieber auf Nummer Sicher gehen, so die Beamten, bloß: Welche Konsequenzen hat das für diesen Fall?

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