Schlagwort-Archive: Fantasy

[NEWS] SIRI LINDBERG – Nachtlilien

„Nachtlilien“ von Siri Lindberg gibt es bei Piper jetzt auch als Taschenbuch.

Für Jerusha liegen Liebe und Tod nahe beieinander: Denn ein Fluch zwingt sie dazu, jeden zu verraten, in den sie sich verliebt. Doch als sie auf Kiéran trifft, fällt sie die Entscheidung, den Bann zu brechen. Auch wenn es sie das Leben kosten könnte … Seit Generationen lastet auf der Familie der jungen Jerusha ein schrecklicher Fluch: Alle Frauen sind dazu verdammt, den Menschen zu verraten, den sie am meisten lieben. Jerusha droht das gleiche Schicksal, als sie Kiéran begegnet, einem Krieger, der nach einer schweren Schlacht erblindet ist. Jerusha verliebt sich in ihn, doch sie will ihn auf keinen Fall ins Unglück stürzen. Aber ist es richtig, der wahren Liebe für immer zu entsagen? Oder ist es Zeit, eine Entscheidung zu treffen, auch wenn es die mutigste und gefährlichste ihres Lebens sein wird? Siri Lindbergs Debüt »Nachtlilien« lässt einen nicht mehr los – romantisch, spannend und fesselnd wie ein gefährlicher Liebesbann.
(Verlagsinfo)

Taschenbuch, 592 Seiten

Der Verlag bietet unter dieser Adresse eine Leseprobe an.

[NEWS] RICHARD SCHWARTZ – Die Festung der Titanen (Die Götterkriege 4)

Bei Piper erscheint der vierte Band der Reihe „Die Götterkriege“ von Richard Schwartz: „Die Festung der Titanen“.

Endlich setzt Richard Schwartz seine hochgelobte Saga »Die Götterkriege« fort – diesmal sieht sich Havald, der Engel des Todes, seiner dunkelsten Bedrohung gegenüber: Der Feind hat einen raffinierten Plan entworfen, um den vernichtenden Angriff Thalaks auf die sieben Reiche vorzubereiten. An der Festung der Titanen soll ein Wettkampf entscheiden, wer die Krone der Vergessenen gewinnt und damit die Barbaren der Ostmark anführt. Bis dahin herrscht Waffenstillstand, doch während der Nekromantenkaiser nach einem alten Artefakt gräbt und Havalds Verbündete sich gefährlichen Intrigen aussetzen müssen, steht die wahre Bedrohung noch bevor. Denn Havald ahnt nicht, welch schreckliches Verhängnis der letzte Gegner des Wettkampfes für ihn bereithält – und dass ein tiefes Dunkel in seiner eigenen Seele auf den Moment wartet, um auszubrechen …
(Verlagsinfo)

Taschenbuch, 400 Seiten

Der Verlag bietet unter dieser Adresse eine Leseprobe an.

Garth Nix – Goldener Sonntag (Die Schlüssel zum Königreich 7)

Tag Nr. 7: Das Finale ist erreicht!

Eigentlich ist Arthur Penhaligon kein Held. Genau genommen, ist ihm sogar ein früher Tod vorherbestimmt. Doch dann rettet ihm ein geheimnisvoller Gegenstand das Leben: Er sieht aus wie ein Uhrzeiger und wird von seltsam gekleideten Männern als „Schlüssel zum Königreich“ bezeichnet.

Doch zugleich mit dem Schlüssel erscheinen bizarre Wesen aus einer anderen Dimension, die ihn um jeden Preis zurückgewinnen wollen. In seiner Verzweiflung wagt es Arthur, ein geheimnisvolles Haus zu betreten – ein Haus, das nur er sehen kann und das in andere Dimensionen führt. Dort will er nicht nur sein wahres Schicksal erkennen, sondern auch sieben Schlüssel besorgen …

Sechs Schlüssel hat Arthur bisher aus den magischen Reichen erobert. Doch als er in seine eigene Welt zurückkehren will, stellt er fest, dass die Macht von Lord Sonntag seine eigene übertrifft – er landet in dessen Unvergleichlichen Gärten in Gefangenschaft…

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[NEWS] DANIEL LOY – Das Schwert des Sehers

Der Schwertkämpfer Dauras hat eine schwierige Aufgabe zu erfüllen: „Das Schwert des Sehers“ von Daniel Loy erscheint bei Bastei Lübbe.

Dauras ist eine Legende unter den Schwertkämpfern. Er führt die Klinge mit übermenschlicher Schnelligkeit. Aber Dauras ist auch von Geburt an blind. Allein die magische Gabe des „Sehens“ ermöglicht ihm, ohne Nachteile zu kämpfen. Jahrelang lebte er von illegalen Beutezügen, doch nun hat das Schicksal ihn für eine höchst ehrenvolle Aufgabe ausersehen: Er soll die neue Thronerbin wohlbehalten zu ihrem Thron bringen. Quer durch ein Land, das von Todfeinden der Prinzessin nur so wimmelt.
(Verlagsinfo)

Taschenbuch, 496 Seiten
Ab 12 Jahren

Der Verlag bietet unter dieser Adresse eine Leseprobe an.

Anstiftung zum Selberdenken. Interview mit Ralf Isau

Ralf Isau (c) Isabelle Grubert
Ralf Isau (c) Isabelle Grubert

Buchwurm.info: Lieber Ralf, wie geht es Dir? Wo bist Du?

Ralf Isau: Danke, mir geht es gut. Ich bin gerade überall und nirgendwo. Kürzlich hat mich das „Haus der Technik“ in Essen zum Botschafter für den Deutschen Weiterbildungspreis ernannt. Mitte März ging es zur Buchmesse nach Leipzig. Und im Mai fliege ich nach Südkorea. Ich darf am Changwon International Children’s Literature Festival 2013 teilnehmen. An der Uni von Changwong halte ich eine Vorlesung zur deutschen Kinder- und Jugendliteratur im Allgemeinen sowie der Phantastik von Michael Ende und Ralf Isau im Besonderen. Anschließend geht es zum Goethe-Institut nach Seoul. Du siehst, ich bin ein Globetrotter in Sachen Literatur.

Manche Leser kennen Dich und Deine zahlreichen Werke noch nicht. Stell Dich doch bitte ein wenig selbst vor.

Ich bin Baujahr 1956, in Berlin geboren. Seit 30 Jahren lebe ich mit meiner Frau Karin in der Nähe von Stuttgart. (Eine ausführliche, mit Fotos dokumentierte Biografie findet sich unter der URL http://www.isau.de/vita.html.) Bücher der Phantastischen Literatur veröffentliche ich seit 1994. Alles begann mit dem „Drachen Gertrud“, einem Kinderbuch, das ich Michael Ende schenkte. Es hat ihm gefallen und er empfahl mich seinem Verlag. Seitdem sind fast 40 Bücher entstanden, fast alle im Genre der Phantastik. Viele davon wurden ins Ausland verkauft, in 14 verschiedene Länder. Mein neuer All-age-Roman „Die Masken des Morpheus“ erscheint am 18. März beim Verlag CBJ. (Mehr zum Roman ist unter http://www.isau.de/werk/masken.html nachzulesen.)

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Michael Scott – Der dunkle Magier (Die Geheimnisse des Nicholas Flamel 2)

Die abenteuerliche Jagd nach dem magischen Buch, mit dem allein Nicholas Flamel sich seine Unsterblichkeit erhalten kann, geht weiter! Flamel und die Zwillinge Josh und Sophie sind nun in Paris gelandet, der Geburtsstadt Flamels. Nur ist Nicholas´ Heimkehr alles andere als friedlich, denn Dr. John Dee – der dunkelste aller dunklen Magier – hat in Paris in dem skrupellosen Niccolò Machiavelli einen gefährlichen Verbündeten. Dee und Machiavelli beschwören nicht nur alle Mächte der Unterwelt, es gelingt ihnen auch noch, Josh auf ihre Seite zu ziehen und Zwietracht zwischen den Zwillingen zu säen. Höchste Zeit, dass Sophie in der zweiten magischen Kraft ausgebildet wird: der Feuermagie. Und es gibt nur einen in Paris, der sie darin ausbilden kann: der Graf von Saint-Germain – Alchemist, Abenteurer und Geheimagent! (Verlagsinfo)

Das Buch eignet sich für jugendliche Leser ab 14 oder 15 Jahren, aber mein zwölfjähriger Neffe hat damit ebenfalls keine Schwierigkeiten.

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[NEWS] WOLFGANG HOHLBEIN: Pestmond

Neues von Wolfgang Hohlbein: „Pestmond“ erscheint bei Egmont LYX.

In Ägypten verliert sich die Grenze zwischen Leben und Tod, und Andrej muss sich einem neuen Feind stellen: Abu Dun! Wie ein Dämon fährt der Nubier in die Reihen des Sultans und seiner Gegner. Erst als Unschuldige sterben, kann Andrej ihn von der dunklen Seite zurückholen, und gemeinsam verfolgen sie die zwischen den Fronten stehende Murida, die inzwischen das Land verlassen hat und nach Norden flieht. Als ihr Andrej und Abu Dun folgen, ahnen sie nicht, dass Murida nicht Rettung, sondern Verderben bringt – und dass nicht nur für sie selbst, sondern auch für die Kinder einer ganzen Stadt …
(Verlagsinfo)

Gebundene Ausgabe, 500 Seiten

Der Verlag bietet unter dieser Adresse eine Leseprobe an.

Norman, John – The Totems of Abydos

Entdeckungen im Urwald: Totems, Monster, Wandlungen

In der fernen Zukunft besuchen zwei Anthropologen den abgelegenen Planeten Abydos. Die zwei sind sehr verschieden: Was dem älteren Rodriguez selbstverständlich erscheint, schockiert den jungen Brenner zutiefst. Beispielsweise menschliche Frauen, die sexuelle Bedürfnisse haben und quasi in Leibeigenschaft gehalten werden.

Aber die zwei Forscher sind hier, um die einheimische Spezies der Pons zu untersuchen. Diese hat sie eingeladen, sie in den tiefen Wäldern von Abydos zu besuchen. Was die Forscher vorfinden, ist eigentlich schon vordekretiert worden, doch als sich die Ereignisse bei den Pons überstürzen, erhalten die beiden Forscher eine Erkenntnis, die die Heimatwelt des menschlichen Sternenimperiums erschüttern würde …

Der Autor

In seinem bis dato 34 Bände umfassenden Gor-Zyklus erzählt der 1931 geborene US-amerikanische Geschichtsprofessor John Norman (eigentlich John Frederick Lange) die Abenteuer des Erdenmenschen Tarl Cabot auf Gor, einem Planeten, der sich in seiner Umlaufbahn um unsere Sonne der Erde genau gegenüber befindet. Aber er hat noch etliche weitere Romane veröffentlicht, darunter die „Telnarischen Chroniken“, in deren Universum „Totems of Abydos“ spielt.

1: Gor – die Gegenerde (Tarnsman of Gor)
2: Der Geächtete von Gor (Outlaw of Gor)
3: Die Priesterkönige von Gor
4: Die Nomaden von Gor
5: Die Meuchelmörder von Gor
6: Die Piratenstadt von Gor
7: Die Sklavin von Gor
8: Die Jäger von Gor
9: Die Marodeure von Gor
10: Die Stammeskrieger von Gor
11: In Sklavenketten auf Gor
12: Bestien von Gor
13: Die Erforscher von Gor
14: Kampfsklave auf Gor (Jason Marshall #1)
15: Der Schurke von Gor (Jason Marshall #2)
16: Der Leibwächter von Gor (Jason Marshall #3)
17: Die Wilden von Gor
18: Die Blutsbrüder von Gor
19: Kajira von Gor
20: Die Spieler von Gor
21: Die Söldner von Gor
22: Dancer of Gor / Die Tänzerin
23: Die Verräter von Gor
24: Die Vagabunden von Gor
25: Die Zauberer von Gor
26: Witness of Gor
27: Prize of Gor
28: Kur of Gor
29: Swordsmen of Gor
30: Mariners of Gor
31: Conspirators of Gor
32: Smugglers of Gor
33: Rebels of Gor
34: Plunder of Gor

Handlung

PROLOG

Auf dem Planeten Abydos, der von Urwald bedeckt ist, lebt die Bruderschaft in einem kleinen wohlgeschützten Dorf. Denn im Urwald lauern wilde Tiere auf den unachtsamen Wanderer. Der alte Horemheb begibt sich dennoch immer wieder auf den unsichtbaren Pfad, der von seinem Dorf zu einer Plattform mitten im Wald führt. Indem er einen Faden aufnimmt, kann der Blinde dem Pfad folgen, bis er zur Plattform gelangt.

Hier tut er praktisch nichts, außer ein wenig von seinen Vorräten zu sich zu nehmen und zu warten. Niemals geschieht etwas, und selbst die Bestien, die ihn nach umschleichen, greifen ihn an. Was Horemheb hier in der Finsternis sucht, sind drei Dinge:

1) das Geheimnis
2) die Wahrheit
3) die Erinnerung

Er hat vor langer Zeit Bilder in seinem Verstand gesehen, die ihn vermuten lassen, dass es diese drei Dinge hinter der Wirklichkeit gibt, die die Bruderschaft kennt. Vielleicht liegt das Geheimnis in dem alten Pergament mit seinen Sprüchen und Anrufungen. Doch auf die Anrufung hin rührt sich auf der Plattform ebenfalls nichts. Die Frage ist allerdings, wer überhaupt diese Plattform errichtet hat. Sie ist groß und aus hartem Stein. Horemheb hat von Raumschiffen gehört, aber noch nie eines gesehen. Unverrichteter Dinge kehrt er ins Dorf zurück.

Haupthandlung

In der fernen Zukunft haben die Menschen das Universum erschlossen und den einen oder anderen Planeten besiedelt, aber es gibt viele Welten, mit denen sie Freundschaft schlossen. Der Kapitän des Raumschiffes, das die zwei Anthropologen Brenner und Rodriguez nach Abydos bringt, ist so ein Fremdwesen, ein Zard. Doch der Translator erlaubt ihm , sich mit ihnen zu verständigen.

Allan Brenner ist jung, naiv und ehrgeizig. Emilio Rodriguez hingegen nähert sich dem Ende seiner Laufbahn und genießt diverse Laster, wie etwa Alkohol und Tabak beziehungsweise deren Äquivalente in dieser Zukunft. Er sagt, er habe den Tod vielfach gesucht, um mehr über das Leben herauszufinden. Allein schon dieses Unterfangen wäre auf der Heimwelt verpönt, denn dort sind alle gleich und alle gleich zufrieden. Sie müssen es auch sein, denn die wohltätige Administration sorgt dafür, so oder so. Brenner hat herausgefunden, dass er selbst um ein Haar postnatal abgetrieben worden wäre. Kann eine Gesellschaft, die die absolute Macht über ihre Mitglieder beansprucht, wirklich so wohltätig sein, wie sie behauptet?

Die Bergbaugesellschaft, die eine Erschließungslizenz für Abydos hat, betreibt (ähnlich wie in „Avatar“) ein ausgedehntes Lager auf der Planetenoberfläche: Company Station. Diese Station ist ringsum von einem hohen Zaun gegen den Urwald abgeschottet – ob aus notwendigem Schutz gegen außen oder um den Diebstahl von wertvollem Gerät zu verhindern, bleibt offen. Mehrere nichtmenschliche Spezies leben hier, nicht zuletzt wieder die geschäftstüchtigen Zards.

Schon die erste Nacht hält für Brenner mehrere Schocks bereit. Auf der verregneten Straße stößt er mit einer vermummten Gestalt zusammen: eine barfuß gehende, sehr hübsche Frau, die unglaublicherweise unter ihrem Regenmantel ein „Kleid“ trägt. Ein derart antiquiertes und unzüchtiges Kleidungsstück kennt Brenner nur aus historischen Büchern. Denn auf der Commonworld gibt es weder Mann noch Frau, sondern nur Personen, und so etwas Sex ist seit Langem abgeschafft und durch künstliche Befruchtung ersetzt worden. Schließlich weiß der Staat ja am besten, was für seine Mitglieder am besten ist.

Der zweite Schock sind die Zimmermädchen, die gerade im Company Hostel das Zimmer der beiden Besucher herrichten. Auch sie tragen „Kleider“, aber obendrein noch kleine Fußkettchen, an denen eine kleine Scheibe angebracht ist. Rodriguez zeigt Brenner an einem Exemplar, was diese Scheibe zeigt: das Logo der Company. Das Fußkettchen ist also keineswegs Schmuck. Diese Zimmermädchen sind vielmehr vertragsgebundene Leibeigene der Company.

Doch es kommt für den armen Brenner noch viel schlimmer: Körperkontakt! Die erste Lokalität, die Rodriguez aufsucht, ist eine Bar. Dort süffelt er mit Genuss sein velasisches Bier namens „Heimat“. Fehlt nur noch, dass er sein bertinisches Kraut raucht, befürchtet Brenner. Der Barbesitzer ist ein Zard, der mit einer Gerte zweimal auf seinen Tisch knallt. Beim ersten Mal kommt eine Blondine in einem „Kleid“ zu den beiden Besuchern, doch die zeigen kein Interesse. Es ist klar, dass ihr Interesse nur gespielt ist, erkennt Brenner. Ganz anders das zweite Mädchen, eine Brünette. Ihre Unterwürdigkeit ist echt. Und wegen der Angst, die sie vor der Gerte des Besitzers hat, schmiegt sie sich mit Armen und Wange an Brenners linkes Bein.

Er möchte am liebsten vor Scham im Boden versinken. Nicht weil sie offensichtlich eine nicht ganz freie Person ist – auch sie trägt ein Kettchen am Fußgelenk -, sondern wegen seiner eigenen physischen Reaktion: Er begehrt sie. Er hat es Rodriguez bereits gestanden: Er habe sexuelle Bedürfnisse. Dafür hätten ihn die Behörden auf Commonworld ins Umerziehungslager geschickt. Oder postnatal abgetrieben.

Dass es einen erheblichen unterschied ausmacht, ob eine Frau, die sich ihm anbietet, eine Sklavin ohne jede Rechte oder eine freie Frau ist, lernt Brenner nicht nur durch Rodriguez‘ Lehren, sondern auch durch praktische Erfahrung. Die Brünette hat die Wahl, ob sie ihm in allen Belangen zu Willen ist, selbst wenn sie bei Weigerung ihren Vertragskalter, den Zard, dadurch vergraulen und dazu veranlassen würde, ihr eine Vertragsstrafe aufzubrummen. Eine Sklavin hingegen hätte keinerlei Wahl und könnte bei Weigerung ohne Folgen getötet werden.

Brenner hätte nie geglaubt, dass ihn eine Frau dazu bringen könnte, alle seine Prinzipien und indoktrinierten Überzeugungen zu überwinden, zu vergessen, aber die Brünette schafft es. Es ist genau das, was sie will: eine Frau zu sein, die mit einem Mann, dem sie sich freiwillig unterwirft, zusammen sein will. Umso besser, wenn der Kunde auch noch mit ihrem betragen und ihren Leistungen vollauf zufrieden ist!

Bei den Pons

So ein Pon sieht sehr unscheinbar aus: Gerade mal drei Fuß ragt er über den Boden hinaus, ist meist in eine grob gewebte Kutte gehüllt, hat ein, wie Brenner findet, äffisch aussehendes Gesicht und spricht meist kein Wort. Dieser erste Eindruck, so muss er feststellen, täuscht. Von den Händlern in der Company Station haben einige Pons durchaus Ausdrücke der Gemeinsprache aufgeschnappt, die sie sinnvoll einsetzen können. Sie können sogar zählen, solange man mit der Zahl, sagen wir: drei, einen konkreten, sichtbaren Gegenstand verbindet, sagen wir; einen Kieselstein. Das abstrakte Konzept einer Zahl „drei“, mit der sich rechnen ließe, ist ihnen unerreichbar.

Wie clever die Pons sind, zeigt sich Brenner, als er mit Rodriguez dem Pfad folgt, der kilometerweit durch den Urwald von Abydos führt: In jeweils 50 Metern Abstand liegt ein weißer Stein, der als Markierung des Wegs dient. Dass sich solche Steine auch versetzen lassen, um den Wanderer in die Irre zu führen, muss Brenner später zu seinem Leidwesen herausfinden. Die Pons benutzen auch Werkzeuge, nämlich einen Graber, und wahrscheinlich auch Werkzeuge zum Schneiden und Schnitzen. In ihrem Dorf ragt ein aus Holz errichteter Tempel zwischen den Holzhütten auf, zu dem ihnen die Pons den Zutritt verwehren.

Die Totems

Aber sie scheinen keine Waffen außer zugespitzten Stöcken zu haben. Was hat es nun mit ihren Totems auf sich, fragt sich Brenner, denn wegen denen ist er ja lichtjahreweit geflogen. So ein Totem sei eine vielschichtige Angelegenheit, doziert Rodriguez (zu unserem Nutzen). Es sei herauszufinden, welche Art von Totemkult die Pons pflegen.

So ein Totem sei an sich ein Schutzgeist, den eine Gruppe verehrt und dessen Regeln und Tabus sie befolgt. Jeder Tabubruch werde durch Buße bestraft. Ein Totem ist aber auch dessen Abbild, wie man etwa an den Totempfählen der Ureinwohner der amerikanischen Pazifikküsten sehen kann. Zu den strengsten Regeln des Totems gehört die Exogamie. Das bedeutet, dass jeder Gruppenangehörige keinen anderen Angehörigen seiner Gruppe berühren oder sich gar mit ihm paaren darf. Jede Paarung muss also mit den Mitgliedern einer anderen Totemgruppe erfolgen. Dumm nur, denkt Brenner, dass die Pons nur ein Totem haben, die Waldmaus: Wie wollen sie da Exogamie realisieren?

Monster

Dies ist nur eines der vielen Rätsel, auf die die beiden Forscher bei ihrem wochenlangen Aufenthalt stoßen. Die Pons sind auch Diebe. Auf einmal sind die beiden Walkie-Talkies verschwunden, ein Rasierspiegel, die Kamera, der Audiorekorder und vieles mehr. Nur sein als Teleskop getarntes Gewehr, das hier höchst illegal ist, hat Rodriguez bislang vor den Langfingern bewahren können.

Wie nützlich das Gewehr, das Explosivgeschosse abfeuert, ist, stellt sich heraus, als Brenner die ultimative Katastrophe auslöst. Zwei Gruppenmitglieder haben einander berührt und das Tabu verletzt. Sie sollen sterben. Brenner stellt sich zwischen Verteilte und Henker und behauptet, es sei in Ordnung, einander zu berühren. Hat er das bei seiner Begegnung mit der Brünetten gelernt? Auf seiner Heimatwelt nämlich herrscht strengstes Berührungsverbot, genau wie bei den Pons.

Die Pons sind erst vor Entsetzen wie erstarrt. Wer das tabu des Totems verletzt, hat nicht nur mit schlimmen Bestrafungen zu rechnen, sondern hebt die Gültigkeit des Tabus und somit des Totems an sich auf. Wenn es aber keine Totems mehr gibt, gibt es nichts mehr, das als Leitfaden fürs leben dienen kann. Übrig bliebe nur das blanke Chaos. Rodriguez, der Brenner auf diese Konsequenzen hinzuweisen versucht, dringt bei Brenner, der sich als Retter sieht, nicht durch.

Schon am nächsten Tag greift das erste Monster einen Pon an, der auf dem Feld arbeitet. Und dreimal darf man fragen, wem die Pons die Schuld daran geben werden, fragt sich Rodriguez. Er eilt mit Brenner in den Wald, um mit seinem Gewehr das Raubtier zu erlegen …

Mein Eindruck

In einem Interview hat John Norman gesagt, dass seine drei Lieblingsautoren Homer, Freud und Nietzsche seien. In „Totems von Abydos“ kann man ablesen, wie die Gedanken Nietzsches und die Theorien Freuds mit dem Abenteuergarn einer „Odyssee“ verknüpft worden sind. Ein guter Schuss H. Rider Haggard findet sich ebenfalls. Mehr dazu weiter unten.

Formal und werkchronologisch lässt sich der Einzelroman an die „Telnarischen Chroniken“ anknüpfen, eine SF & Fantasy-Trilogie, die von Warner Brooks rabiat abgewürgt wurde, als der zuständige Lektor wechselte. Dass der neue Lektor das Ideengut, das Norman verbreitet, ablehnte, ohne den bereits erzielten Bucherfolg zu berücksichtigen, ließ sich der Autor eine Lehre sein. Seitdem achtet er darauf, nur bei E-Reads zu veröffentlichen, und zwar ausschließlich ungekürzte Ausgaben.

Konditioniert

Auch in „Totems“ wird der Leser bereits im zweiten, rund 60 bis 70 Seiten langen Kapitel darauf gestoßen, dass die Gesellschaft von Commonworld, die mehrere Jahrtausende in der Zukunft existiert, von politischen Imperativen abgewürgt wird. Brenner ist das direkte Produkt dieser verkrüpppelnden psychosozialen Konditionierung. Doch Rodriguez ist sein Gegenteil, ein Außenseiter und Rebell. Dass sie zusammen zu den Pons geschickt werden, hat einen Grund, der erst sehr viel später enthüllt wird. Ohne den Nietzscheaner Rodriguez hätte der naive Brenner einfach nicht überlebt.

Vorgeblich soll das dynamische Duo die Pons als die „ideale Gesellschaft“ entdecken, eine sanfte, friedliebende Art des frühen Menschen, wie er von der Meta-Partei der Commonworld als Ideal propagiert wird, um die Massen ruhig und leicht regierbar zu halten. Es ist eine grandiose Ironie, die ans Satirische grenzt, dass sich die Pons als die Endstufe des Menschengeschlechts von der Heimatwelt erweisen: Sie sind unfruchtbar und nähern sich dem Aussterben ihrer Rasse.

Wahrheitssucher

Doch sowohl Brenner als auch der rebellische Rodriguez suchen die Wahrheit, als Wissenschaftler wie auch als Männer. Seine Männlichkeit muss Brenner erst noch im Bordell der Company Station entdecken, während Rodriguez dort etwas ganz anderes vorhat: Er schwängert die Leibeigene des Zard, die er gemietet hat. Beide Erfahrungen verwirren Brenner, doch das ist noch nichts im Vergleich zu den Entdeckungen, die er mit seinem Mitreisenden bei den Pons macht. Diese 250 Seiten des Anfangs erweisen sich später als notwendig, um sowohl die beiden Protagonisten als auch die Brünette verstehen, die am Schluss erneut auftaucht.

Nachdem die mühselige Kärrnerarbeit der Einführung erledigt ist, legt die Handlung mit hohem Tempo los. Ich meinte, mich stellenweise in einem Abenteuergarn von Henry Rider Haggard zu befinden, dem berühmten viktorianischen Autor solcher Klassiker wie „Sie“ und „König Salomons Minen“. Allerdings wäre dies kein John-Norman-Roman, wenn er nicht auch Nietzsches Ideen und Freuds Lehren mit einbrächte. So wird daraus etwas völlig Unerwartetes. Es ist schwierig, nicht zuviel davon zu verraten. Ich war jedenfalls mehrmals überrascht und am Schluss begeistert.

Die Totems

Dies ist kein Vorläufer von „Avatar“, denn es gibt keine ökologische Botschaft, und das vom Aussterben bedrohte Volk der Pons ist keine fremde Spezies, sondern die Endstufe der menschlichen. Nein, es geht um Entdeckungen, die im Bereich des Religiösen liegen und zwar in der frühesten Form jeder Religion: im Totemkult.

Wie oben erwähnt, dient der Totemkult zwei Hauptzwecken: Die Verehrung eines Schutzgeistes dient dem Schutz des Totemtiers ebenso wie der Errichtung von Regeln, die vom Totemgeist (lies: Gott, großer Geist, Schöpfer usw.) abgeleitet sind und Tabus rechtfertigen. Das wichtigste dieser Tabus ist das der Exogamie. Es legt fest, dass es keine Paarung innerhalb einer Totemgruppe geben darf. So lässt sich Inzest vermeiden, der zu negativen Mutationen im Erbgut der Gruppe führen würde. Das ist also ein sinnvolles Tabu.

Grüße von Oidipos rex

Doch Rodriguez, der ketzerische Nietzscheaner, hat in uralten, verborgenen Schriften, die sämtlich verboten sind, eine weitere Theorie gefunden, die den Totemkult rechtfertigt, ja, notwendig macht: das Ödipus-Syndrom. (Spätestens jetzt dürfte bei den Freud-Gegnern Alarmstufe Rot ausgelöst werden!) Es besagt, vereinfacht gesagt, dass die Nachkommenschaft eines Vaters und einer Mutter das Problem hat, den Vater zu wollen, um die Mutter begatten zu können. Bei König Ödipus, der sich blendete, erfolgte dies unwissentlich. Dennoch wurde er von den Göttern gestraft.

Aber wie verhält sich dies bei den so sanft und unschuldig erscheinenden Pons? Auch sie haben in ihren Totemkult, der keineswegs der Waldmaus gilt, eine Vaterfigur eingebaut: Es handelt sich um einen riesigen Löwen, der von einer anderen Welt importiert worden sein muss. Doch warum hat das über zehn Meter hohe Raubtier nicht schon längst sämtliche Pons zum Dessert verspeist? Im Gegenteil: Es scheint, wundert sich Brenner, die Pons vor den anderen Raubtieren des Urwaldes zu beschützen.

Wer aber Ödipus und Freud kennt, ahnt schon, worauf dies hinausläuft: Der Riesenlöwe mag eine Vaterfigur sein, die als totemistischer Schutzgeist dient, doch ihre Tage sind gezählt: Das Tier ist alt geworden. Die Pons zählen darauf, dass der Vater, anders als etwa der Titanenvater Chronos, seine Kinder nicht verspeisen wird. Ganz im Gegenteil: Es kommt der Tag, das sich der Vater für seine Kinder opfert und der Pakt so erneut besiegelt wird.

Die Aufgabe eines Helden

Wer aber wird das Riesentier erledigen und seinen Verehrern zum Fraß vorlegen? Ein Held wird dringend benötigt, ein Riesentöter, der den Wandel im Pakt einläutet. Brenner hätte sich nie träumen lassen, dass ausgerechnet er dieser Held zu sein hätte. Und dass er sein ganzes Leben lang für genau diese Aufgabe und was danach kommt, ausgewählt worden ist. Denn für Normans Ansichten gilt stets, dass das Ende stets der Beginn von etwas Neuem, etwas Anderem, vielleicht etwas Besserem darstellt. Die neue Form, die Brenner annimmt, kann man sich bereits denken…

Schwächen

Wie schon erwähnt, muss der Leser die Aufgabe bewältigen, die ersten 250 Seiten dichter Exposition zu überwinden. Zugegeben, es ist nicht uninteressant, was die beiden Forscher über sich und ihre Gesellschaft kundgeben. Und die Sexszene, die sich mit der Brünetten über Dutzende von Seiten entspinnt, hat ihren ganz eigenwilligen erotischen Reiz. Brenner ist, wie der goreanische Held John Marshall, ein sanfter Mann, der keiner Frau, die sich ihm unterwerfen will, etwas zuleide tun könnte. Er wird eines Besseren belehrt, als sich seine unterdrückten Leidenschaften regen, wenn sie ihre Verführungskünste anwendet.

Sobald dieser 250-Seiten-Komplex überwunden ist, kommt die Handlung richtig flott in die Gänge, und die Dialoge, die die beiden Forscher führen, führen den Leser von einer bemerkenswerten Entdeckung zur nächsten – bis Brenner die Katastrophe unter den Pons auslöst, indem er ihr stärkstes Tabu negiert: Es sei in Ordnung, wenn zwei Liebende aus der gleiche Totemgruppe zusammen seien. Das Ende des Exogamie-Tabus würde aber die Grundfesten der Pons-Religion und -Gesellschaftsordnung erschüttern…

Druckfehler

Was mich wirklich frustriert hat, sind jedoch nicht die langen Reden am Anfang, sondern die zahlreichen Druckfehler im Text. Irrelevante Zeichen und fehlerhafte Wortformen („amongstst“) tauchen zuhauf auf, und nicht selten stehen zwei Einsen für zwei L. Warum dieser Text nicht redigiert wurde, weiß ich nicht, aber die Kostenfrage dürfte eine Rolle gespielt haben. Die Textformen der Gor-Romane sehen jedenfalls viel besser aus.

Unterm Strich

Dieser Norman-Roman ist in vielerlei Hinsicht ein Solitär. Obwohl im Telnarischen Imperium (oder was davon noch übrig ist) angesiedelt, hat er nichts mit den typischen Master-and-Slave-Handlungen zu tun (außer in einer Sequenz am Anfang). Und mit den Gor-Romanen teilt er sich nur die Ansicht, dass es auf vielen Welten dieses Sternenreiches Sklaven, Arenen, Gladiatorenkämpfe usw. wie im alten Rom gibt. Die vielen Namen aus der bekannten Antike, wie Megara, Sybaris, Naxos, Chios usw. belegen, dass sich der Geschichtsprofessor bestens damit auskennt.

Wichtiger sind die philosophischen Konzepte, die hier – mal wieder – verhandelt werden: Was sind Wahrheit, Vernunft, Moral, Gut und Böse? Dies ist aber der erste Roman Normans, der sich explizit mit einem religiösen Konzept befasst, nämlich dem Totemkult. Das römische Wort „religio“, von dem unser Wort „Religion“ stammt, bedeutet „Hingabe, Verehrung“, und genau das tun die Pons mit ihrem Schutzgeist, dem Totem. Wer an die Totemtiere der nordamerikanischen Ureinwohner denkt oder an afrikanische Kulte, liegt richtig. Der Autor erklärt sie im Detail, so dass der Leser nichts selbst nachlesen muss – aber ein Blick in die Wikipedia wäre nützlich.

Ödipus lässt grüßen

Der verblüffende Kniff, den Norman einsetzt, besteht nun darin, dieses mehr oder weniger bekannte und verbreitete Konzept mit einem tiefenpsychologischen Phänomen zu begründen, nämlich dem Ödipus-Komplex. Klar stand hier Sigmund Freud Pate, aber die Umsetzung ist purer Norman, als in erzählerischer Form. Ich folgte den Ausführungen von Rodriguez, der mittlerweile ebenso wie Brenner stark verwandelt ist, mit großer Aufmerksamkeit und einigem Erstaunen.

Anschließend die Welt von Abydos aus der ungewohnten Sicht eines Riesenlöwen zu betrachten, der einen Pakt mit den winzigen Pons geschlossen hat, ist ein besonderes Erlebnis. Die Natur des Paktes zwischen den Pons und ihrem Totemtier hat sich merklich verändert: Der Pakt repräsentiert nun nicht mehr ein einengendes Tabu, das immer wieder Opfer fordert – es gibt nur noch 70 Pons -, sondern das nun zum Symbol der Freiheit geworden ist.

Freiheit – das ist die Kernbotschaft des Romans. Wie sie zu erringen ist, erfordert nicht nur Einsichten in das, was wahr und was wirklich ist, sondern auch den Mut, alte Barrieren und Denkverbote zu überwinden. Der Preis dafür ist manchmal hoch – mitunter das Menschsein selbst, sofern man Menschlichkeit als den Besitz eines menschlichen Bewusstseins in einem menschlichen Körper definiert. Es geht aber auch anders, wie dieser Roman zeigt.

Englischniveau

Aber auch hier ist, wie im gesamten Roman, ein sehr hohes Englischniveau vonnöten, um dem vielfach akademischen Sprachgebrauch folgen zu können. Wohl dem, der ein dickes Wörterbuch sein Eigen nennen kann – oder einen leichten Webzugang zu LEO und Co. Während die Gor-Romane meist vergleichsweise einfach im Vokabular und im Aufbau zu bewerten sind, kommen die Einzelromane Normans „Ghost Dance“, „Totems“ und „Time Slave“) ziemlich schwierig daher. Ganz besonders dann, wenn sie nicht redigiert worden sind.

Für wen sich das Buch eignet

Kurzum: Dieser Norman-Roman ist nur etwas für die allerentschlossensten und furchtlosesten Fans des Autors. Sie werden jedoch mit außergewöhnlich schönen Szenen und Entdeckungen belohnt werden. Wer Michael Bishops streckenweise anstrengenden Anthropologen-Roman „Transfigurationen“ (s. meinen Bericht) bewältigt hat, dürfte auch für „Totems“ fit sein. Nur dass Norman sich einiges bei H. Rider Haggard abgeguckt hat – zu seinem Vorteil und unserem Vergnügen.

Taschenbuch: 564 Seiten
ISBN-13: 978-1617564765

[NEWS] STEFANIE SIMON: Feuer der Götter

Fantasy bei Knaur: „Feuer der Götter“ von Stefanie Simon.

Als der jungen Naave eines Tages ein waschechter Feuerdämon gegenübersteht, gefriert ihr buchstäblich das Blut in den Adern. Denn Feuerdämonen sind die gefährlichsten Geschöpfe der Welt, das weiß Naave aus schmerzlicher Erfahrung – schließlich tötete eines dieser Wesen ihre Mutter. Allerdings scheint dieser spezielle Feuerdämon verletzt zu sein, denn er bricht vor ihren Augen bewusstlos zusammen. Äußerst widerwillig hilft sie dem Fremden, nicht ahnend, dass sie damit Ereignisse auslösen wird, die ihre Welt von Grund auf verändern werden.
(Verlagsinfo)

Taschenbuch, 432 Seiten

Der Verlag bietet unter dieser Adresse eine Leseprobe an.

[NEWS] JACKSON PEARCE: Drei Wünsche hast du frei

„Drei Wünsche hast du frei von Jackson Pearce gibt es bei Knaur jetzt auch als Taschenbuch.

Als Viola von ihrem Freund verlassen wird, bricht für sie eine Welt zusammen. Sie wünscht sich nichts mehr, als wieder glücklich zu werden – und beschwört so ver­sehentlich einen Dschinn herbei. Er ist jung, er sieht gut aus … und er ist furchtbar schlecht gelaunt, denn er hält Menschen für ungemein nervtötend. Aber bevor er in seine Heimat zurückkehren kann, muss er Viola drei Wünsche erfüllen. Und das ist nicht so einfach, wie es sich anhört …
(Verlagsinfo)

Taschenbuch, 288 Seiten

Unsere Rezension zum Buch findet sich HIER!

Der Verlag bietet unter dieser dieser Adresse eine Leseprobe an.

Weitere Bücher von Jackson Pearce bei buchwurm.info:
„Blutrote Schwestern

[NEWS] DAVID BARNETT: Angelglass

Mysteriöse Vorkommnisse in Prag – heute und damals: „Angelglass“ von David Barnett erscheint bei Ueberreuter.

Im Prag der Gegenwart wird ein junger Mann aufgefunden, der offenbar sein Gedächtnis verloren hat. Aufgenommen wird er von Globalisierungsgegnern, die sich auf eine große Protestkampagne zum Weltwirtschaftsgipfel vorbereiten. Im Prag des ausgehenden 16. Jahrhunderts wird ebenfalls ein Mann ohne Gedächtnis aufgefunden und an den Hof König Rudolfs II. gebracht. Der Mann ohne Gedächtnis heißt Poutnik der Wanderer. Wer ist Poutnik? Es stellt sich heraus, dass in beiden Zeiten nicht weniger als der gesellschaftliche Frieden von ihm abhängt.
(Verlagsinfo)

Broschiert, 363 Seiten

Der Verlag bietet unter dieser Adresse eine Leseprobe an.

Scott, Michael – mächtige Zauberin, Die ( Die Geheimnisse des Nicholas Flamel 3)

_|Die Geheimnisse des Nicholas Flamel|_

Band 1. [„Der unsterbliche Alchemyst“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=7702
Band 2. „Der dunkle Magier“
Band 3. _“Die mächtige Zauberin“_
Band 4. „Der unheimliche Geisterrufer“
Band 5: „Der schwarze Hexenmeister“
Band 6: „Die silberne Magierin“ (25.02.2013)

_Flamel Nr. 3: Showdown in Stonehenge_

Der berühmte Alchemist Nicholas Flamel und die Zwillinge Josh und Sophie sind in London gelandet, in der Stadt ihrer erbittertsten Feinde. Alles hängt nun davon ab, ob Josh und Sophie in der dritten magischen Kraft – der Wassermagie – ausgebildet werden können. Der Einzige, der sie darin schulen kann, lebt zwar in London, ist aber völlig unberechenbar: Es ist Gilgamesch, der uralte König, zerrissen vom Wahnsinn. Und die Freunde müssen versuchen, ihre Kräfte wieder mit der Macht der Zauberin zu vereinen – mit den Zauberkräften von Flamels geliebter Perenelle! (Verlagsinfo)

_Der Autor_

Michael Scott ist einer der profiliertesten und erfolgreichsten Autoren Irland und ein international anerkannter Fachmann für mythen- und kulturgeschichtliche Themen. Seine zahlreichen Fantasy- und Science-Fiction-Romane für Jugendliche wie für Erwachsene veröffentlichte er in mehr als zwanzig Ländern. Scott lebt und schreibt in Dublin.

_Was bisher geschah_

Juni 2007. Eigentlich wollten die Zwillinge Sophie und Josh Newman in den Sommermonaten nur ein bisschen Geld verdienen. Josh arbeitet in einer kleinen Buchhandlung und Sophie im gegenüberliegenden Coffee Shop. Als sie bei einem Überfall auf die Buchhandlung dem Besitzer Nick Fleming zur Seite eilen, ahnen sie noch nicht, in welches Abenteuer sie sich begeben. Nick Fleming entpuppt sich als der unsterbliche Alchemyst. Und nun hat jemand den CODEX gestohlen, das er für seine Unsterblichkeit braucht: sein alter Widersacher Dr. John Dee.

Doch Dee handelt im Auftrag der Dunklen Älteren, der Erstgewesenen, die vor Jahrtausenden die Erde beherrschten. Sie wollen sie zurückhaben und die Menschen unterjochen. Was sie brauchen, um Erfolg zu haben, sind die letzten beiden Seiten des CODEX. Die Jagd danach führt nach Paris, wo Nicoló Machiavelli Dr. Dees Verbündeter wird.

Doch Josh und Sophie, die Flamel begleiten, sind Kinder der Prophezeiung, die über schlummernde magische Kräfte verfügen. In Kalifornien wurde Sophies Magie erweckt, in Paris die von Josh. In einem Kampf bei Notre Dame verlieren sie ihre Mitstreiterin Scathach und treten den Rückzug an.

Im dritten Band flüchtet das magische Trio ausgerechnet nach London, die Heimat von Dr. Dee. In England gibt es zahlreiche Dunkle Ältere, Erstgewesene und ihre Diener. Schon in den ersten Stunden ihrer Ankunft müssen sie sich zur Wehr setzen. Doch in London sollen sie das dritte Element der Magie lernen: Nach Luft und Erde ist nun Wasser an der Reihe.

Um die Hintergründe hinsichtlich der Unsterblichen, Erstgewesenen und Dunklen Ältesten zu verstehen, verweise ich auf meinen Bericht zu Band 1.

_Handlung_

Kaum sind Nicholas Flamel, Sophie und Josh Newman in einem Bahnhof von London eingetroffen, als sie auch schon erblickt und beschattet werden. Sophie entdeckt die drei Späher des Feindes zuerst: Sie stinken nach verfaultem Fleisch. „Sie sind Genii Cucullati“, informiert Nicholas und eilt von dannen. Unweit Euston Station gerät das Trio in eine Sackgasse, wo die Genii sie stellen.

Die Verfolger verwandeln sich in Bärenmarder bzw. Vielfraße, bereit, sich auf ihre Beute zu stürzen. Doch sowohl Nicholas als auch Josh verfügen über überraschend wirksame Waffen. Josh hat das Steinschwert Clarenet aus Paris mitgebracht. Eine Berührung damit verwandelt den Getroffenen zu Stein. Doch Nicholas‘ Zauber ist wesentlich raffinierter …

|Unterdessen in Paris|

Dr. John Dee und Niccoló Machiavelli „telefonieren“ mit den Erstgewesenen und Dunklen Ältesten. Jeder der beiden hat einen anderen Gebieter, und die zwei Gebieter sind einander nicht grün. Darin sieht Niccoló, der Intrigant, eine Chance, einen Keil zwischen seine Herren zu treiben und sich selbst einen Vorteil herauszuschlagen. Er soll nach Kalifornien gehen, um dort Perenelle zu erledigen, die sich aus dem Gefängnis von Alcatraz befreien konnte, in das Dee sie steckte.

Dee hingegen soll sich um Nicholas und die beiden Zwillinge kümmern. Die Dunklen Ältesten beginnen, ihre Truppen aus den Schattenreichen und Anderwelten zusammenzuziehen, um für die Invasion der Welt der Sterblichen bereit zu sein: pünktlich zur Sommersonnenwende, also in drei Wochen. Sobald Dee und Machiavelli Erfolg gehabt haben, was sicherlich nur eine Frage von Tagen sein kann. Doch sie sollen sich irren.

|In San Francisco|

Perenelle, Flamels Frau, ist eine mächtige Zauberin. Sie befindet sich immer noch auf dem Eiland von Alcatraz bei San Francisco, in das sie John Dees Schergen verschleppt haben. Doch sie hat sich längst befreien können. Mit einer Erstgewesenen, die als riesige Spinne verkörpert ist, gebietet sie über alle Spinnentiere der Insel. Doch nach all den Angriffen der Gegner ist die Riesenspinne geschwächt. Als der Nächste folgt, vorgetragen von dem Unsterblichen Billy the Kid, spinnt sie daher Perenelle erst einmal in einen Kokon ein …

|London|

Ein dunkelhäutiger Taxifahrer holt das Trio ab. Es handelt sich um den sarazenischen Ritter Palamedes, wie er in den Artus-Epen beschrieben wird. Seine Burg ist als Autofriedhof und Schrottplatz getarnt, der inmitten eines aufgekauften Fabrikareals liegt, das seit 40 Jahren verfällt.

Doch auf welcher Seite steht Palamedes eigentlich, fragen ihn Flamel und Josh. Der einstige Ritter stellt sehr kritische Fragen und klagt Flamel, Joshs Mentor, praktisch des jahrhundertelangen Massenmords an, unter anderem auch an den Schattenreichen. Dabei war es doch Dee, der Hekates Reich zerstörte, indem er das Elementarschwert Excalibur in die Weltenesche Yggrasill stieß.

Wolfshunde mit roten Augen schleichen um das Eingangsportal herum und sehen dabei nicht sonderlich vertrauenerweckend aus. Josh, der vom Gott Mars, der seine Magie erweckte, eine bis dato unerprobte Gabe erhalten hat, berechnet die Vektoren von Geschossen. Ganz automatisch, als wäre er wirklich ein Stratege. Doch Sophie, die die Erinnerungen der Hexe von Endor geerbt hat, hält wenig von solchem Wissen.

Als eine stinkende menschliche Kreatur auf den Vorplatz krabbelt und Flamel anruft, als wäre er ein lange verschollener Freund, löst dies eine Kettenreaktion aus. Palamedes drückt Flamel nieder, der seine Aura aktiviert und das verborgen mitgebrachte Schwert Clarent zückt. „Lauft!“ ruft Nicholas, „es ist eine Falle!“ Josh zwingt Sophie zu ihrem Erstaunen, ihre Aura zu unterdrücken. Auf welcher Seite steht er eigentlich?

Doch Josh hat einen guten Grund für seine Reaktion …

_Mein Eindruck_

Von Palamedes erfahren Josh und Sophie, dass sie zwar die auserwählten Zwillinge aus der Prophezeiung sind – aber keineswegs die Ersten. Nicholas und seine Frau Perenelle haben über die Jahrhunderte schon viele Zwillingspaare gefunden, ausgebildet und in den Kampf gegen die Dunklen Ältesten geschickt. Warum hat man nie etwas von diesen Zwillingen gehört, fragen sich Josh und Sophie.

Palamedes‘ düstere Auskunft lautet, dass sie entweder starben oder wahnsinnig wurden, als die Flamels versuchten, ihre jeweils fünf Mächte zu erwecken. Und ausgerechnet jetzt will Flamel sie zu einem verrückten König namens Gilgamesch bringen, der in ihnen die Macht des Wassers erwecken soll! Man kann sich vorstellen, dass die Zwillinge erhebliche Zweifel hegen, was die Fähigkeiten Gilgameschs angeht.

Doch wie so häufig in diesem Zyklus sorgen äußere Ereignisse dafür, dass ein erheblicher Druck aufgebaut wird, der die Guten dazu zwingt, sich auf solche Risiken einzulassen. Unter dem Druck seiner übernatürlichen Auftraggeber sorgt Dr. Dee dafür, dass mächtige Verbündete der Dunklen Ältesten auftreten, um Flamel und seine Schützlinge in Bedrängnis zu bringen.

In der Mitte kommt es zum ersten Actionhöhepunkt, als einer der ältesten keltischen Götter auftritt: Cernunnos ist der Geweih tragende Gott des Urwaldes – und er hat seine Wilde Jagd mitgebracht. Dies sind die in Wölfe etc. verwandelten Opfer der Wälder, angefangen von den Moorvölkern über die ersten Britonen und Pikten bis zu den Römern und Schotten. Allerdings sind diese Untoten leicht verwundbar: Man muss sie nur mit kaltem Eisen, Stahl oder heiligem Stein berühren, und schon zerfallen sie zu schwarzem Staub.

Auch der Einsatz einer Aura-Kraft kann helfen, besonders gegen Cernunnos. Doch wenn das geschieht, zieht dies nur weitere aura-hungrige Kreaturen an. Man sieht also, dass keiner der Guten seine Aura verschwenden darf. Wenn er oder sie das tut, gerät in Gefahr, sich selbst in Brand zu setzen. Spontane Selbstentzündung ist ja in der menschlichen Geschichte kein unbekanntes Phänomen. Es gibt ein Gleichgewicht der Kräfte, denn jedem Einsatz wohnt das Risiko der Selbstzerstörung inne. Das schiebt allen Allmachtsgelüsten einen Riegel vor.

Das ist letzten Endes der Grund, warum Flamel und seine Getreuen und Schützlinge vor Dee, Cernunnos und ihren Gefolgschaften in Sicherheit bringen müssen. Der Fluchtpunkt heißt Stonehenge, ein uralter Steinkreis auf der Ebene von Salisburg, der – wie der Autor im Nachwort erläutert – in drei Phasen errichtet wurde, denn hier gab es Jahrtausende lang einen heiligen Ort. Flamel muss hier ein Ritual ausführen, um das Fluchtportal zu öffnen. Werden die Kräfte der Zwillinge dafür ausreichen?

|Perenelle|

Dieser Band würde den Titel „Die mächtige Zauberin“ nicht verdienen, wenn die andere Hälfte der Handlung nicht von Perenelle bestritten würde. Auch sie ist ins Visier der Erstgewesenen und Dunklen Ältesten geraten. Diese haben Niccoló Machiavelli in Marsch gesetzt, einen Unsterblichen mit Kräften wie Dr. Dee. Schon 1669 bezwang Perenelle ihn in einem Duell am Fuße des Ätna, der durch die freigesetzten Energien prompt ausbrach. Machiavelli nimmt sich vor, sofort zuzuschlagen, sobald er die Zauberin zu Gesicht bekommt. Doch sie schlägt ihm ein Schnippchen …

_Die Übersetzung _

Bertelsmann alias Random House alias CBJ hat sich bei der Ausstattung der sechs FLAMEL-Bände nicht lumpen lassen. Jede gebundene Ausgabe weist einen Schutzumschlag im Prägedruck auf, der mit Goldfarbe geschmückt ist. Diese Goldfarbe wird für die vier Symbole in den Ecken des Titelmotivs benötigt.

Die Symbolik zieht sich durch bis ins Innere des Buches: Jedes Kapitel ist mit einer von zwei Reihen astrologischer und alchemistischer Symbole geschmückt. Da finden sich die Symbole für Frau/Venus ebenso wie für Mann/Mars oder auch Gold und so weiter. Ich musste an die Elbenschriften in Tolkiens Werken denken.

_Unterm Strich_

Diesmal habe ich wesentlich länger als für den ersten Band gebraucht. Ich habe den 2. Band, der mir zunächst nicht vorlag, übersprungen, und das hat sich als verhängnisvoll erwiesen: Ich war erheblich verwirrt und irritiert. Man muss nämlich die Handlung der Einzelbände wie einen einzigen zusammenhängenden Roman lesen. Diese fünf Kräfte, die in den Zwillingen erweckt werden müssen, geben die Reihenfolge, der man folgen sollte, ebenso vor wie die Ereignisse der Vorgängerbände, auf die nachher ständig verwiesen wird. Kurzum: Man sollte die Bände in der richtigen Reihenfolge lesen.

Dass sich das Handlungsprinzip des ersten Bandes wiederholt, hat nicht gerade zur Spannung beigetragen. Es war klar, dass Dee wieder Verbündete aufbieten würde, um die Zwillinge, Flamel und das Schwert Clarent in die Hände zu bekommen. Ebenso war durch die Fortsetzung klar, dass ihm dies kaum gelingen dürfte. Das gleiche Prinzip gilt auch für Perenelle. Dass ihre jeweiligen Kämpfe für Unterhaltung und Action sorgen würden, ist klar. Aber reicht das als Grund aus, um aus diesen und alle weiteren Bände lesen zu wollen?

Die Dunklen Ältesten werden zunehmend ungeduldig, je näher der 22. Juni, der Zeitpunkt ihrer Rückkehr zur Erde, näherrückt. Dass ihr Diener ständig versagt, die Widersacher, zu beseitigen, macht sie nicht geduldiger, ganz im Gegenteil. Die ständigen Misserfolge zwingen sie zu überstürztem Handeln. Dies wiederum lässt ihre Ängste und Motive sichtbarer werden. Ihre Diener sind ja nicht auf den Kopf gefallen, sondern suchen nach Schlupflöchern, um sich aus der Knechtschaft zu befreien. Die spannende Frage lautet also für alle Beteiligten: Warum haben die Dunklen Ältesten so große Angst vor den Zwillingen und den beiden Flamels?

Um herauszufinden, wie die Antwort auf diese Frage lautet, muss der Leser wohl oder übel die nächsten Bände lesen. Das Finale des gesamten Zyklus kann praktisch nur in einer gigantischen Schlacht gegen die gesammelte Macht der Dunklen Ältesten bestehen. Noch zweifelt der Leser, dass die prophezeiten Zwillinge in der Lage sein werden, diese Schlacht zugunsten der Humani zu entscheiden. Doch je mehr Kräfte in den Zwillinge geweckt werden und je mehr Verbündete sie erhalten, desto besser sieht die Lage für sie aus. Aber was passiert, wenn es Dees geheimnisvollem Oberherrn, der sich bislang verborgen gehalten hat, einfallen sollte, vorher zur Erde niederzusteigen, um die Schlacht vorzubereiten?

Letzten Endes bleibt der Zyklus also doch recht spannend, denn wir wissen nie, welche Widersacher sich vier Zentralfiguren noch entgegenstellen. Sie habe n es geschafft, beinahe Paris in Schutt und Asche zu legen, und auch von Nord-London ließen sie nicht viel übrig. Wir können nur für die nächste Stadt die Daumen drücken, in denen sie Unterschlupf suchen.

|Taschenbuch: 528 Seiten
Originaltitel: The Secrets of the immortal Nicholas Flamel – The Sorceress (2009)
Aus dem Englischen von Ursula Höfker
ISBN-13: 978-3570401040|
http://www.randomhouse.de/cbjugendbuch

_Michael Scott bei |Buchwurm.info|_
[„Der unsterbliche Alchemyst“(Lesung)]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=4760

Nix, Garth – Mächtiger Samstag (Die Schlüssel zum Königreich 6) (Hörbuch)

_|Die Schlüssel zum Königreich|:_

01 [„Schwarzer Montag“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=3719
01 [„Schwarzer Montag“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=3172 (Hörbuch)
02 [„Grimmiger Dienstag“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=3725
02 [„Grimmiger Dienstag“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=4528 (Hörbuch)
03 [„Kalter Mittwoch“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=4242
03 [„Kalter Mittwoch“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=5101 (Hörbuch)
04 [„Rauer Donnerstag“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=4831
04 [„Rauer Donnerstag“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=5051 (Hörbuch)
05 [„Listiger Freitag“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=5626
06 _“Mächtiger Samstag“_
07 „Goldener Sonntag“

_Die Erstürmung des Himmels: Arthurs sechste Station_

Arthur Penhaligon war eigentlich dem Tod geweiht. Doch man ließ ihn nicht sterben, sondern erlegte ihm eine schier unlösbare Aufgabe auf: Er muss sieben Schlüssel zum Königreich von sieben Erzfeinden besorgen. Arthur Penhaligon, Held wider Willen, hat Großes geleistet: Fünf Gegner sind besiegt und mussten ihre Schlüssel an ihn abgeben.

Nun ist nach fünf Abenteuern die Jagd auf den Schlüssel der mächtigen Lady Samstag dran. Sie ist die älteste Bewohnerin und größte Zauberin des HAUSes, und sie befehligt unzählige Magier. Ehe Arthur sich’s versieht, muss er an allen Fronten kämpfen: Das Nichts droht, das HAUS aufzulösen, Arthurs Mutter ist verschwunden. Seine Heimatstadt wird angegriffen. Er kann nicht einmal in das anscheinend uneinnehmbare Ober-HAUS gelangen – und selbst wenn: Den sechsten Schlüssel zu erobern ist vielleicht nicht ausreichend, um die zaubernden Horden von Lady Samstag und ihr Streben nach der absoluten Macht aufzuhalten … (Verlagsinfo)

Der Verlag empfiehlt das Hörbuch ab zehn Jahren.

_Der Autor_

Garth Nix wurde 1963 in Melbourne / Australien geboren. Nach seinem Studium arbeitete er in einer Buchhandlung, später als Verleger, Buchhandelsvertreter, Zeitungsredakteur und Marketingberater. Seit 2002 bestreitet er seinen Lebensunterhalt ausschließlich als Autor. Er lebt heute mit seiner Frau, einer Verlegerin, und seinem Sohn in einem Vorort von Sydney. Zu seinen bekanntesten Büchern gehört die „Abhorsen“-Trilogie, die komplett bei Carlsen und Lübbe erschienen ist („Sabriel“, „Lirael“, „Abhorsen“).

_Der Sprecher_

Oliver Rohrbeck, geboren 1965 in Berlin, ist Schauspieler und Synchronsprecher. Er ist bekannt für seine Sprechrolle als Justus Jonas in der Hörspielserie „Die drei Fragezeichen“. Als Sprecher synchronisierte er Hauptrollen in vielen Filmen und ist die deutsche Stimmbandvertretung von Ben Stiller.

Rohrbeck liest eine von Frank Gustavus gekürzte Fassung. Regie führte Kerstin Kaiser, die Aufnahmeleitung hatte Christian Päschk. Die Musik steuerte Andy Matern bei.

_Der Komponist_

Andy Matern wurde 1974 in Tirschenreuth, Bayern geboren. Nach seiner klassischen Klavier-Ausbildung arbeitete er einige Jahre als DJ in Clubs. Seit 1996 ist er als freiberuflicher Keyboarder, Produzent, Remixer, Songwriter und Arrangeur tätig. Er kann trotz seiner jungen Jahre bereits mehr als 120 kommerzielle CD-Veröffentlichungen vorweisen. Darunter finden sich nationale und internationale Chart-Platzierungen mit diversen Gold- und Platin-Auszeichnungen.

Bereits Andy Materns erste Hörbuch-Rhythmen erreichten schnell Kultstatus bei den Fans und der Fachpresse. Durch seine musikalische Mitarbeit wurde „Der Cthulhu Mythos“ zum besten Hörbuch des Jahres gewählt (Deutscher Phantastik Preis 2003). Andy Matern lebt und arbeitet in München. (Verlagsinfos)

_Der Hintergrund _

Gepriesen sei die Architektin! Sie schuf die wahre Welt, das HAUS. Dies ist der Mittelpunkt aller Schöpfung, das Königreich aller Realität. Es ist eingeteilt in die sieben Wochentage von Montag bis Sonntag, und diese wiederum sind in jeweils zwölf Stunden eingeteilt. Minuten- und Stundenzeiger sind die Insignien eines jeden Tages – und mächtige Instrumente.

Rundherum liegen die sekundären Reiche, zu denen auch unsere bescheidene Welt zählt. Und SIE ließ alles darin archivieren. Als SIE sah, dass es gut war, verabschiedete SIE sich, hinter ließ jedoch das VERMÄCHTNIS, in dem sie bestimmte, dass nur Sterbliche das Königreich erben können. Das VERMÄCHTNIS besteht vollständig aus Text, wie sich denken lässt. Doch die sieben Treuhänder vollstreckten das VERMÄCHTNIS nicht, sondern teilten sich die Macht in ihren sieben Herrschaftsbereichen. Das VERMÄCHTNIS teilten sie in sieben Stücke, von denen jedes woanders versteckt wurde.

Eines Tages begab es sich, dass das Bruchstück von MONTAG, ein auf einem toten Stern in Glas versiegelter Kristall, der von metallischen Wächtern bewacht wurde, von einem Inspektor des ARCHIVs begutachtet wurde. Die Wächter, nach Äonen des Wachens müde geworden, meldeten dem Inspektor keinerlei besondere Vorkommnisse. Doch als er sich die Nase putzte, bemerkte er aus dem Augenwinkel ein kleines flinkes Etwas vorbeihuschen. Nein, dachte er, ich muss mich getäuscht haben.

Doch er hatte sich nicht getäuscht: Ein kleines Stück VERMÄCHTNIS-Text bemächtigt sich jedoch der Transferplatte, mit der er vom ARCHIV gekommen ist, und verschwindet damit. Oh-oh, denkt der Inspektor. Damit hat er Recht. Wenig später kommen zwei großmächtige Herren, die Silberstöcke tragen. Sie sagen, sie kämen von einem, der sogar noch höher stehe als MONTAG. Oh-oh, denkt der Inspektor. Das gibt großen Ärger.

_Handlung_

|Lady Samstag|

Lady Erhabener Samstag überblickt ihre Domäne. Sie steht in ihrem gläsernen Büro auf der Spitze eines sechs Kilometer hohen Turmes auf Bürozellen. An diesem Turm wird seit rund zehntausend Jahren gebaut, und sein Ziel ist unübersehbar: der Boden der Domäne von Lord Sonntag. Dessen unvergleichliche Gärten, gestützt von vier riesigen Bäumen, haben an ihrer Unterseite eine Schwachstelle, durch die Lady Samstag mit einem Sturmbock stoßen will, um seine Domäne zu erobern. Denn diese, so behauptet sie, stehe rechtmäßig ihr zu.

Ihr Verwalter, Abenddämmerung, tritt vor, um Bericht zu erstatten. Das vorrückende Nichts habe bereits die Fernen Weiten und das Untere HAUS verschlungen, es schicke sich nun an, das Mittlere HAUS anzugreifen. Lady Samstag ist sich der Präsenz des Thronanwärters namens Arthur Penhaligon wohl bewusst, und auch der Pfeifer, der Thron Sohn der ARCHITEKTIN, hat Absichten auf ihre Herrschaft. Doch Arthur befindet sich noch in den Sekundären Reichen der Sterblichen. Die Herrscherin befiehlt die Beseitigung der Kinder des Pfeifers und den Angriff auf Sonntags Domäne in vierzig Minuten, also exakt um Mitternacht.

|Arthur|

In den Sekundären Reichen, die unserer bekannten Welt entsprechen, stehen die Dinge nicht zum Besten. Arthur hat zwar Dr. Freitag besiegt und zahlreiche Schläfer aus ihrem HAUS befreit. Doch wohin mit 2000 Schlafenden? Seine Freundin Blatt und er sind ratlos. Martine, die Assistentin von Lady Freitag, hilft ihnen.

Da ruft Erasmus, Arthurs ältester Bruder, an: Alle sollten spätestens in zehn Minuten in einen Bunker oder tiefen Keller. Der Grund: Das militärische Oberkommando hat beschlossen, den „Seuchenherd“ zu beseitigen und will dann vier Atombomben auf das östliche Krankenhaus abwerfen! Arthur befindet sich davon nur einen Kilometer entfernt. Was soll er tun? Er nimmt seinen fünften Schlüssel und verhängt einen Zeitstopp über seiner Stadt, der sie wie eine Blase schützt. Die Uhrzeiger bleiben bei 23:57 Minuten stehen. Aber für wie lange?

|Im HAUS|

Er öffnet ein Portal zum Haus und begibt sich in Lord Montags Thronsaal. Doch auch dorthin ist das Nichts bereits vorgedrungen. Er gebietet ihm Einhalt, und die Nichts-Woge bleibt stehen. Er braucht einen Ratgeber: Dr. Skamandros. Er transferiert dorthin und findet ihn im Kohlenkeller, während hinter ihm das Nichts das Untere HAUS verschlingt. Dr. Skamandros rät ihm zu einem Besuch beim ALTEN, der an eine riesige Uhr gekettet sei. Doch der ALTE fragt ihn nur, was Arthur eigentlich wolle, wenn er das Erbe der ARCHITEKTIN antrete. Eines ist klar: Arthur ist bereits zu sechs Zehnteln ein unsterblicher Bürger des HAUSes.

Er transferiert mit Skamandros zur Zitadelle in der vierten Domäne. Hier hält DAME PRIMUS die Stellung für ihn, besitzt sie doch die anderen vier Schlüssel. Die große Machtfülle macht sie hochnäsig. Sie verplappert sich sogar: Die Vernichtung des HAUSes, so hoffe, sie, werde verzögert. Arthur beharrt auf dem Aufhalten der Zerstörung. Nach einigen Debatten einigen sie sich darauf, dass sie sich teilt, um andere Aufgaben zu erledigen, während er sich zu Samstags Domäne aufmacht, um der Lady ihren Schlüssel und den sechsten Teil des Vermächtnisses abzunehmen. Lord Sonntag hat sich in einem Brief an Arthur für neutral erklärt.

|Die Domäne von SAMSTAG|

Das Pfeiferkind Susi Blau begleitet ihn, und mit ihr und einer zur Intelligenz erhobenen Ratte namens Stachelborste gelangen sie unentdeckt in die untersten Tiefen der sechsten Domäne. Dr. Skamandros hat ihm ein Schutz-Etui für den fünften Schlüssel gegeben. Überall lauern hier Wachtzauberer darüber, dass kein Unbefugter Magie einsetzt.

Mit Stachelborstes Hilfe verkleiden sich Arthur und Susi in Pfeiferkinder, die als „Schmieraffen“ für alle technischen Arbeiten am hohen Turm von Lady Samstag zuständig sind. Eine Transportkette bringt sie aus dem Untergrund an die Erdoberfläche der Domäne. Hier trifft ihn der Regen, der ständig fällt, zum ersten Mal, und erstmals hört er die Stimme des Vermächtnisses in seinem Kopf. Es ruft ihn, damit er es findet. Aber noch stellt er keinen Zusammenhang zwischen der Stimme und dem Regen her, das wäre ja auch zu unwahrscheinlich. Doch nach dem dritten Ruf ist die Schlussfolgerung unausweichlich: Er muss das Becken finden, wo sich der unablässige Regen sammelt.

Dem schiebt Alice, die Truppführerin der Schmieraffen, entschieden einen Riegel vor. Sie will ihr Leben noch eine ganze Weile behalten und kann mit Verrätern oder Spionen rein gar nichts anfangen. In letzter Sekunde entdeckt er Alices Verrat. Doch die Wachtzauberer werden auf ihn aufmerksam, als er den fünften Schlüssel einsetzt …

|Zeitstopp|

Unterdessen bemerkt Blatt im Krankenhaus, dass der Minutenzeiger der Uhr im Krankenhaus um eine Minute vorgerückt ist. Martine ist aus Angst vor dem Ende geflohen. Wie soll sie, Blatt, alleine 2000 Schläfer in eine atombombensichere Unterkunft bringen? Da erschüttert ein Beben das Krankenhaus. War das die Bombe – oder etwas aus dem HAUS?

_Mein Eindruck_

Die Story braucht diesmal einen langen Anlauf, um so richtig in die Gänge zu kommen. Arthur braucht beine Weile, um die wahre Lage der Dinge herauszubekommen, sowohl im HAUS, dessen Bürger er wird, aber auch in seiner Heimat. Ob der Zeitstopp, den er als Magier dort bewirkt, wirklich hält? Wir wagen es zu bezweifeln. Und als verlautet, dass der Pfeifer im HAUS eine Nichts-Bombe gezündet habe, kommt der Verdacht auf, dass es einen Zusammenhang geben könnte. Doch Arthurs Showdown mit dem Pfeifer lässt bis Band 7 auf sich warten.

Spannender ist da schon Arthurs Vordringen in Samstags Herrschaftsbereich. Die Domäne wird von einem babylonischen Turm beherrscht, der nichts weniger als die Eroberung des Himmels zum Ziel hat, nämlich die Domäne von Lord Sonntag. Die Parallele zum Alten Testament ist unübersehbar. Doch hier herrscht kein „babylonisches Sprachengewirr“, sondern eine streng überwachte Hierarchie: Die Bürger-Magier auf der einen Seite, die Pfeiferkinder auf der anderen.

Eine Sache, die Arthur und Susi beträchtlich hilft, ist der Umstand, dass den Pfeiferkindern von den Bürgern regelmäßig das Gedächtnis „geschrubbt“ wird. Wenn sie also keine Ahnung von ihrem neuen Job haben, lässt sich das ganz leicht entschuldigen. Doch sobald er seinen fünften Schlüssel einsetzt, um sich eines misstrauisch gewordenen Bürgers zu erwehren, ergreift die Bürokratie Gegenmaßnahmen. Zu seinem Glück verkündet Lady Samstag in dieser brenzligen Lage die Endphase des Angriffs auf Sonntags Domäne.

Dass sich der sechste Teil des Vermächtnisses im Regen verbirgt, der à la „Blade Runner“ fortwährend fällt, habe ich schon erwähnt. Doch welche Endform das Vermächtnis besitzt und wie es ihm helfen kann, soll hier nicht verraten werden. Richtig gut wie das Finale: Der „Sturmbock“ schlägt ein, und die Eroberungsschlacht um Lord Sonntags Domäne ist schnell in vollem Gang. Dessen Verteidiger sind ungewöhnlich: Insekten und Würmer. Arthur ist nun scharf auf Lady Samstags Schlüssel …

_Der Sprecher_

Oliver Rohrbeck ist ja schon ein alter Hase im Synchronsprechergeschäft und in Sachen Hörspielserie (s. o.). Seine „normale“ Stimme eignet sich gut für Kinderstoffe, also Märchen, Fantasy und ähnliches, denn sie erklingt nicht besonders tief oder autoritär, ist also sympathisch. Jedenfalls alles andere als furchteinflößend, schon gar nicht, wenn er mit der hohen Stimme einer weiblichen Figur spricht, oder sich gestelzt und hochnäsig ausdrückt, etwa als Dame Primus. Vielfach erklingen im Turm Meldungen, Berichte und Befehle, die alle sehr autoritär und streng daherkommen. Diesmal ist für zwischenmenschliche Gefühle kaum Platz.

Doch da es in der Geschichte einige bedrohliche Situationen darzustellen gilt, muss Rohrbeck zu ein paar Hilfsmitteln greifen. Er kann ohne Weiteres seine Stimmlage absenken, um autoritär zu wirken, er kann sie aber auch verzerren, denn mehrfach wird durchs Telefon gesprochen. Und wenn die Figuren denken, so spricht er mit einem deutlichen Halleffekt und mit doppelter Stimme. Das sollte jedem jungen Zuhörer klarmachen, dass im Augenblick nicht laut geredet wird.

|Geräusche|

Die Tonregie hat diesmal eine Unmenge von Geräuschen hinzugemischt. Dazu gehören vielfach metallische Sounds und das Zischen von Dampf – Samstags Domäne ist vollmechanisiert. Im Finale sind vielfach Knalle, Kampfgeräusche und ein Donnern zu hören. Sind dies Kanonen – oder Atombombenexplosionen aus den Sekundären Reichen?

|Die Musik|

Die Hintergrundmusik von Andy Matern wird meist recht dezent und vielfältig eingesetzt. Sie drängt sich niemals in den Vordergrund, sondern bildet einen Klangteppich, der unterbewusst die Emotionen des Zuhörers steuert, die der jeweiligen Szene angemessen sind. Das kann sowohl bedrohlich als auch fröhlich, dynamisch oder entspannt wirken. Wer genau hinhört, kann hören, wie die einzelnen Motive wiederholt werden. Eines davon erinnerte mich stark an den Soundtrack von „Inception“: ein von Bläsern getragener Teppich von tiefen Akkorden.

Die Instrumente sind in der Regel elektronisch, nur bei einem wiederkehrenden Leitmotiv – eine kurze Abfolge von elegischen Tönen – wird ein elektrisches Piano eingesetzt. Ich fand die Musik, die überraschend häufig zu hören ist, sehr passend. Ihre vielfältige Dynamik ist ernstgemeint und kein Kasperletheater, genau richtig für das Thema des Kampfes und der Eroberung des HAUSes.

_Unterm Strich_

Auch dieses sechste Hörbuch des siebenteiligen Zyklus „Die Schlüssel zum Königreich“ wartet mit zahlreichen Rätseln, Wundern, Gefahren und Kämpfen auf. Der junge Zuhörer bangt mit Lord Arthur ebenso mit wie mit der jungen Blatt, die auf ihre eigene Art ums Überleben kämpfen muss.

Nachdem er bereits fünf Schlüssel erobert hat, tritt Arthur recht autoritär auf. Dazu steht seine immer noch zaghafte, jungenhafte Stimme, die der Sprecher ihm verleiht, in einem gewissen Widerspruch, der mich verwirrt hat. Arthur erscheint schwach, wo er eigentlich stark ist. Zusammen mit Susi und dem Vermächtnis setzt er sich gegen zahlreiche Widersacher durch, bis er sich schließlich dem finalen Angriff von 5000 Bürgern und Lady Samstag auf Sonntags Domäne anschließt.

Würde man dieses Finale als Anime realisieren, wäre ein gewaltiges Panorama vonnöten, denn die Ausmaße von Trum, Rakete und Sturmbock sind gigantisch – die Apotheose der Maschinerie. Die Viktorianer hätten dies geliebt, und das steht völlig in Einklang mit der grundlegend viktorianischen Kultur und Umgebung des HAUSes. Warum der Autor ausgerechnet diese vergangene Epoche gewählt hat, bleibt sein Geheimnis. Aber es distanziert das HAUS von Arthurs eigener Gegenwart und erlaubt dem Leser bzw. Hörer dadurch einen eigenen Standpunkt, der Kritik erlaubt.

Der Sprecher Oliver Rohrbeck bietet dem Hörer, vor allem dem kindlichen Zuhörer ab 12 bis 13 Jahren, eine breite Palette von stimmlichen Tonlagen und Klang-Effekten, die zu einer Charakterisierung verschiedenster Wesen beitragen. Mit ein wenig Phantasie kann sich der Zuhörer daher die fremde Welt des HAUSes viel besser vorstellen. Die Geräusche tragen noch mehr zum Realismus bei, überlagern aber nie den Vortrag.

Dennoch fragte ich mich zu Anfang und in der Mitte, wann die Handlung denn endlich spannend werden würde. Die Action lässt bis zur vierten CD auf sich warten. Und dann fällt der Showdown mit der Zauberin auch noch aus. Ich war ein wenig enttäuscht, aber vielleicht wird Samstag noch für Band 7 gebraucht.

Ein Vergleich mit dem Buch deckt zahlreiche Kürzungen auf. Außerdem entgehen dem Hörer so die schönen Zeichnungen, die Daniel Ernle beigesteuert hat.

|4 Audio-CDs mit 269 Minuten Spieldauer
Originaltitel: Superior Saturday (2008)
Aus dem Australischen Englisch von Axel Franken
ISBN-13: 9783785738474|
http://www.luebbe.de

_Garth Nix bei |Buchwurm.info|:_

[„Sabriel“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=1109 (Das alte Königreich 1)
[„Lirael“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=1140 (Das alte Königreich 2)
[„Abhorsen“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=1157 (Das alte Königreich 3)

Nix, Garth – Mächtiger Samstag (Die Schlüssel zum Königreich / Keys to the Kingdom 6))

_|Die Schlüssel zum Königreich|:_

01 [„Schwarzer Montag“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=3719
01 [„Schwarzer Montag“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=3172 (Hörbuch)
02 [„Grimmiger Dienstag“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=3725
02 [„Grimmiger Dienstag“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=4528 (Hörbuch)
03 [„Kalter Mittwoch“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=4242
03 [„Kalter Mittwoch“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=5101 (Hörbuch)
04 [„Rauer Donnerstag“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=4831
04 [„Rauer Donnerstag“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=5051 (Hörbuch)
05 [„Listiger Freitag“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=5626
06 _“Mächtiger Samstag“_
07 „Goldener Sonntag“

_Arthurs sechste Station: Die Erstürmung des Himmels_

Arthur Penhaligon war eigentlich dem Tod geweiht. Doch man ließ ihn nicht sterben, sondern erlegte ihm eine schier unlösbare Aufgabe auf: Er muss sieben Schlüssel besorgen von sieben Erzfeinden. Arthur Penhaligon, Held wider Willen, hat Großes geleistet: Fünf Gegner sind besiegt und mussten ihre Schlüssel an ihn abgeben.

Nun ist nach fünf Abenteuern die Jagd auf den Schlüssel der mächtigen Lady Samstag dran. Sie ist die älteste Bewohnerin und größte Zauberin des HAUSes, und sie befehligt unzählige Magier. Ehe Arthur sich’s versieht, muss er an allen Fronten kämpfen: Das Nicht droht, das HAUS aufzulösen, Arthurs Mutter ist verschwunden. Seine Heimatstadt wird angegriffen. Er kann nicht einmal in das anscheinend uneinnehmbare Ober-HAUS gelangen – und selbst wenn: Den sechsten Schlüssel zu erobern ist vielleicht nicht ausreichend, um die zaubernden Horden von Lady Samstag und ihr Streben nach der absoluten macht aufzuhalten … (Verlagsinfo)

Der Verlag empfiehlt das Buch ab zehn Jahren.

_Der Autor_

Garth Nix wurde 1963 in Melbourne / Australien geboren. Nach seinem Studium arbeitete er in einer Buchhandlung, später als Verleger, Buchhandelsvertreter, Zeitungsredakteur und Marketingberater. Seit 2002 bestreitet er seinen Lebensunterhalte ausschließlich als Autor. Er lebt heute mit seiner Frau, einer Verlegerin, und seinem Sohn in einem Vorort von Sydney. Zu seinen bekanntesten Büchern gehört die „Abhorsen“-Trilogie, die komplett bei Carlsen und Lübbe erschienen ist („Sabriel“, „Lirael“, „Abhorsen“).

_Der Hintergrund _

Gepriesen sei die Architektin! Sie schuf die wahre Welt, das HAUS. Dies ist der Mittelpunkt aller Schöpfung, das Königreich aller Realität. Es ist eingeteilt in die sieben Wochentage von Montag bis Sonntag, und diese wiederum sind in jeweils zwölf Stunden eingeteilt. Minuten- und Stundenzeiger sind die Insignien eines jeden Tages – und mächtige Instrumente.

Rundherum liegen die sekundären Reiche, zu denen auch unsere bescheidene Welt zählt. Und SIE ließ alles darin archivieren. Als SIE sah, dass es gut war, verabschiedete SIE sich, hinter ließ jedoch das VERMÄCHTNIS, in dem sie bestimmte, dass nur Sterbliche das Königreich erben können. Das VERMÄCHTNIS besteht vollständig aus Text, wie sich denken lässt. Doch die sieben Treuhänder vollstreckten das VERMÄCHTNIS nicht, sondern teilten sich die Macht in ihren sieben Herrschaftsbereichen. Das VERMÄCHTNIS teilten sie in sieben Stücke, von denen jedes woanders versteckt wurde.

Eines Tages begab es sich, dass das Bruchstück von MONTAG, ein auf einem toten Stern in Glas versiegelter Kristall, der von metallischen Wächtern bewacht wurde, von einem Inspektor des ARCHIVs begutachtet wurde. Die Wächter, nach Äonen des Wachens müde geworden, meldeten dem Inspektor keinerlei besondere Vorkommnisse. Doch als er sich die Nase putzte, bemerkte er aus dem Augenwinkel ein kleines flinkes Etwas vorbeihuschen. Nein, dachte er, ich muss mich getäuscht haben.

Doch er hatte sich nicht getäuscht: Ein kleines Stück VERMÄCHTNIS-Text bemächtigt sich jedoch der Transferplatte, mit der er vom ARCHIV gekommen ist, und verschwindet damit. Oh-oh, denkt der Inspektor. Damit hat er Recht. Wenig später kommen zwei großmächtige Herren, die Silberstöcke tragen. Sie sagen, sie kämen von einem, der sogar noch höher stehe als MONTAG. Oh-oh, denkt der Inspektor. Das gibt großen Ärger.

_Handlung_

|Lady Samstag|

Lady Erhabener Samstag überblickt ihre Domäne. Sie steht in ihrem gläsernen Büro auf der Spitze eines sechs Kilometer hohen Turmes auf Bürozellen. An diesem Turm wird seit rund zehntausend Jahren gebaut, und sein Ziel ist unübersehbar: der Boden der Domäne von Lord Sonntag. Dessen unvergleichliche Gärten, gestützt von vier riesigen Bäumen, haben an ihrer Unterseite eine Schwachstelle, durch die Lady Samstag mit einem Sturmbock stoßen will, um seine Domäne zu erobern. Denn diese, so behauptet sie, stehe rechtmäßig ihr zu.

Ihr Verwalter, Abenddämmerung, tritt vor, um Bericht zu erstatten. Das vorrückende Nichts habe bereits die Fernen Weiten und das Untere HAUS verschlungen, es schicke sich nun an, das Mittlere HAUS anzugreifen. Lady Samstag ist sich der Präsenz des Thronanwärters namens Arthur Penhaligon wohl bewusst, und auch der Pfeifer, der Thron Sohn der ARCHITEKTIN, hat Absichten auf ihre Herrschaft. Doch Arthur befindet sich noch in den Sekundären Reichen der Sterblichen. Die Herrscherin befiehlt die Beseitigung der Kinder des Pfeifers und den Angriff auf Sonntags Domäne in vierzig Minuten, also exakt um Mitternacht.

|Arthur|

In den Sekundären Reichen, die unserer bekannten Welt entsprechen, stehen die Dinge nicht zum Besten. Arthur hat zwar Dr. Freitag besiegt und zahlreiche Schläfer aus ihrem HAUS befreit. Doch wohin mit 2000 Schlafenden? Seine Freundin Blatt und er sind ratlos. Martine, die Assistentin von Lady Freitag, hilft ihnen.

Da ruft Erasmus, Arthurs ältester Bruder, an: Alle sollten spätestens in zehn Minuten in einen Bunker oder tiefen Keller. Der Grund: Das militärische Oberkommando hat beschlossen, den „Seuchenherd“ zu beseitigen und will dann vier Atombomben auf das östliche Krankenhaus abwerfen! Arthur befindet sich davon nur einen Kilometer entfernt. Was soll er tun? Er nimmt seinen fünften Schlüssel und verhängt einen Zeitstopp über seiner Stadt, der sie wie eine Blase schützt. Die Uhrzeiger bleiben bei 23:57 Minuten stehen. Aber für wie lange?

|Im HAUS|

Er öffnet ein Portal zum Haus und begibt sich in Lord Montags Thronsaal. Doch auch dorthin ist das Nichts bereits vorgedrungen. Er gebietet ihm Einhalt, und die Nichts-Woge bleibt stehen. Er braucht einen Ratgeber: Dr. Scamandros. Er transferiert dorthin und findet ihn im Kohlenkeller, während hinter ihm das Nichts das Untere HAUS verschlingt. Dr. Scamandros rät ihm zu einem Besuch beim ALTEN, der an eine riesige Uhr gekettet sei. Doch der ALTE fragt ihn nur, was Arthur eigentlich wolle, wenn er das Erbe der ARCHITEKTIN antrete. Eines ist klar: Arthur ist bereits zu sechs Zehnteln ein unsterblicher Bürger des HAUSes.

Er transferiert mit Scamandros zur Zitadelle in der vierten Domäne. Hier hält DAME PRIMUS die Stellung für ihn, besitzt sie doch die anderen vier Schlüssel. Die große Machtfülle macht sie hochnäsig. Sie verplappert sich sogar: Die Vernichtung des HAUSes, so hoffe, sie, werde verzögert. Arthur beharrt auf dem Aufhalten der Zerstörung. Nach einigen Debatten einigen sie sich darauf, dass sie sich teilt, um andere Aufgaben zu erledigen, während er sich zu Samstags Domäne aufmacht, um der Lady ihren Schlüssel und den sechsten Teil des Vermächtnisses abzunehmen. Lord Sonntag hat sich in einem Brief an Arthur für neutral erklärt.

|Die Domäne von SAMSTAG|

Das Pfeiferkind Susi Blau begleitet ihn, und mit ihr und einer zur Intelligenz erhobenen Ratte namens Stachelborste gelangen sie unentdeckt in die untersten Tiefen der sechsten Domäne. Dr. Scamandros hat ihm ein Schutz-Etui für den fünften Schlüssel gegeben. Überall lauern hier Wachtzauberer darüber, dass kein Unbefugter Magie einsetzt.

Mit Stachelborstes Hilfe verkleiden sich Arthur und Susi in Pfeiferkinder, die als „Schmieraffen“ für alle technischen Arbeiten am hohen Turm von Lady Samstag zuständig sind. Eine Transportkette bringt sie aus dem Untergrund an die Erdoberfläche der Domäne. Hier trifft ihn der Regen, der ständig fällt, zum ersten Mal, und erstmals hört er die Stimme des Vermächtnisses in seinem Kopf. Es ruft ihn, damit er es findet. Aber noch stellt er keinen Zusammenhang zwischen der Stimme und dem Regen her, das wäre ja auch zu unwahrscheinlich. Doch nach dem dritten Ruf ist die Schlussfolgerung unausweichlich: Er muss das Becken finden, wo sich der unablässige Regen sammelt.

Dem schiebt Alice, die Truppführerin der Schmieraffen, entschieden einen Riegel vor. Sie will ihr Leben noch eine ganze Weile behalten und kann mit Verrätern oder Spionen rein gar nichts anfangen. In letzter Sekunde entdeckt er Alices Verrat. Doch die Wachtzauberer werden auf ihn aufmerksam, als er den fünften Schlüssel einsetzt…

|Zeitstopp|

Unterdessen bemerkt Blatt im Krankenhaus, dass der Minutenzeiger der Uhr im Krankenhaus um eine Minute vorgerückt ist. Martine ist aus Angst vor dem Ende geflohen. Wie soll sie, Blatt, alleine 2000 Schläfer in eine atombombensichere Unterkunft bringen? Da erschüttert ein Beben das Krankenhaus. War das die Bombe – oder etwas aus dem HAUS?

_Mein Eindruck_

Die Story braucht diesmal einen langen Anlauf, um so richtig in die Gänge zu kommen. Arthur braucht beine Weile, um die wahre Lage der Dinge herauszubekommen, sowohl im HAUS, dessen Bürger er wird, aber auch in seiner Heimat. Ob der Zeitstopp, den er als Magier dort bewirkt, wirklich hält? Wir wagen es zu bezweifeln. Und als verlautet, dass der Pfeifer im HAUS eine Nichts-Bombe gezündet habe, kommt der Verdacht auf, dass es einen Zusammenhang geben könnte. Doch Arthurs Showdown mit dem Pfeifer lässt bis Band 7 auf sich warten.

Spannender ist da schon Arthurs Vordringen in Samatgs Herrschaftsbereich. Die Domäne wird von einem babylonischen Turm beherrscht, der nichts weniger als die Eroberung des Himmels zum Ziel hat, nämlich die Domäne von Lord Sonntag. Die Parallele zum Alten Testament ist unübersehbar. Doch hier herrscht kein „babylonisches Sprachengewirr“, sondern eine streng überwachte Hierarchie: Die Bürger-Magier auf der einen Seite, die Pfeiferkinder auf der anderen.

Eine Sache, die Arthur und Susi beträchtlich hilft, ist der Umstand, dass den Pfeiferkindern von den Bürgern regelmäßig das Gedächtnis „geschrubbt“ wird. Wenn sie also keine Ahnung von ihrem neuen Job haben, lässt sich das ganz leicht entschuldigen. Doch sobald er seinen fünften Schlüssel einsetzt, um sich eines misstrauisch gewordenen Bürgers zu erwehren, ergreift die Bürokratie Gegenmaßnahmen. Zu seinem Glück verkündet Lady Samstag in dieser brenzligen Lage die Endphase des Angriffs auf Sonntags Domäne.

Dass sich der sechste Teil des Vermächtnisses im Regen verbirgt, der à la „Blade Runner“ fortwährend fällt, habe ich schon erwähnt. Doch welche Endform das Vermächtnis besitzt und wie es ihm helfen kann, soll hier nicht verraten werden. Richtig gut wie das Finale: Der „Sturmbock“ schlägt ein, und die Eroberungsschlacht um Lord Sonntags Domäne ist schnell in vollem Gang. Dessen Verteidiger sind ungewöhnlich: Insekten und Würmer. Arthur ist nun scharf auf Lady Samstags Schlüssel …

_Die Illustrationen_

Etliche Zeichnungen von Daniel Ernle schmücken die deutsche Ausgabe – auch die des Taschenbuchs – und werten sie deutlich auf. So kann man sich die Vorgänge und Szenen viel besser vorstellen. Besonders interessant fand ich die Darstellung der Titelfigur: Sie sieht in ihrer Rüstung und den großen Flügeln wie ein geharnischter Erzengel Gabriel aus, in ihrer Hand der sechste Schlüssel. Die Symbolik ist unübersehbar: Mit Wort und Text greift dieser aufmüpfig gewordene Engel den Herrn des Himmels an. Wer dies ist, muss sich noch herausstellen.

_Unterm Strich_

Auch dieses sechste Buch des siebenteiligen Zyklus „Die Schlüssel zum Königreich“ wartet mit zahlreichen Rätseln, Wundern, Gefahren und Kämpfen auf. Der junge Zuhörer Leser mit Lord Arthur ebenso mit wie mit der jungen Blatt, die auf ihre eigene Art ums Überleben kämpfen muss.

Nachdem er bereits fünf Schlüssel erobert hat, tritt Arthur recht autoritär auf. Zusammen mit Susi und dem Vermächtnis setzt er sich gegen zahlreiche Widersacher durch, bis er sich schließlich dem finalen Angriff von 5000 Bürgern und Lady Samstag auf Sonntags Domäne anschließt.

Würde man dieses Finale als Anime realisieren, wäre ein gewaltiges Panorama vonnöten, denn die Ausmaße von Trum, Rakete und Sturmbock sind gigantisch – die Apotheose der Maschinerie. Die Viktorianer hätten dies geliebt, und das steht völlig in Einklang mit der grundlegend viktorianischen Kultur und Umgebung des HAUSes.

Warum der Autor ausgerechnet diese vergangene Epoche gewählt hat, bleibt sein Geheimnis. Vielleicht wollte er die englischen Leser besonders ansprechen. Aber es distanziert das HAUS von Arthurs eigener Gegenwart und erlaubt dem Leser bzw. Hörer dadurch einen eigenen Standpunkt, der Kritik erlaubt.

Dennoch fragte ich mich zu Anfang und in der Mitte, wann die Handlung denn endlich spannend werden würde. Die Action lässt bis zur vierten CD auf sich warten. Und dann fällt der Showdown mit der Zauberin auch noch aus. Ich war ein wenig enttäuscht, aber vielleicht wird Samstag noch für Band 7 gebraucht.

Diesmal bekommt Arthur am Schluss keine Einladung von einem weiteren Herrscher, sondern einen Notruf von Blatt: Die Erde ist in großer Gefahr! Es heißt also weiterlesen!

|Gebunden mit Schutzumschlag: 269 Seiten
Originaltitel: Superior Saturday
Aus dem Englischen von Axel Franken
Illustrationen von Daniel Ernle
Empfohlen ab 10 Jahren
ISBN-13: 978-3-431-03776-0|
http://www.ehrenwirth.de

_Garth Nix bei |Buchwurm.info|:_

[„Sabriel“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=1109 (Das alte Königreich 1)
[„Lirael“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=1140 (Das alte Königreich 2)
[„Abhorsen“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=1157 (Das alte Königreich 3)

Riordan, Rick (Autor) / Kaminski, Stefan (Sprecher) / Ohm, Lotte (Sprecherin) – rote Pyramide, Die (Die Kane-Chroniken 1) (Lesung)

_|Die Kane-Chroniken|-Trilogie:_

01 _“Die rote Pyramide“_
02 „Der Feuerthron“
03 „The Serpents Shadow“ (noch ohne dt. Titel)

_Abenteuer- und lehrreiche Kopie nach Percy-Jackson-Vorbild_

Ein Besuch im Museum? An Heiligabend? Eine bescheuerte Idee, finden Sadie und Carter. Aber ihr Vater, der berühmte Ägyptologe Dr. Julius Kane, will ihnen gar keine verstaubten Sarkophage zeigen – er plant nichts weniger, als den ägyptischen Gott Osiris zu beschwören. Doch das geht schief, und er wird von einem unheimlichen glutroten Kerl entführt. Um ihn zu befreien, müssen die Geschwister es mit der gesamten ägyptischen Götterwelt aufnehmen. (Verlagsinfo)

_Der Autor_

Rick Riordan war viele Jahre lang Lehrer für Englisch und Geschichte. Mit seiner Frau und seinen zwei Söhnen lebt er in San Antonio, Texas, und widmet sich ausschließlich dem Schreiben. „Percy Jackson. Diebe im Olymp“ war sein erstes Buch für junge Leser. Dessen Verfilmung mit Pierce Brosnan und Uma Thurman lief ab 11. Februar 2010 in deutschen Kinos.

Der PERCY-JACKSON-Zyklus (im Buch bei Carlsen):

1) Diebe im Olymp
2) Im Bann des Zyklopen
3) Der Fluch des Titanen
4) Die Schlacht um das Labyrinth
5) Die letzte Göttin (Hörbuch, Oktober 2011)
6) The Ultimate Guide (2010)

DIE KANE-CHRONIKEN:

1) Die rote Pyramide (Hörbuch 01/2012)
2) Der Feuerthron (Hörbuch 15.3.2013)
3) The Serpent’s Shadow (2012)

HELDEN DES OLYMP

1) Der verschwundene Halbgott (Hörbuch 12.10.2012)
2) Der Sohn des Neptun (Hörbuch 14.3.2013)
3) The Demigod Diaries (Sachbuch) – August 2012
4) The Mark of Athena (Oktober 2012)
5) The House of Hades (Oktober 2013)
6) geplant für Herbst 2014

_Der Sprecher/Die Sprecherin_

Stefan Kaminski, geboren 1974 an der Hochschule für Schauspielkunst „Ernst Busch“ sein Schauspielstudium absolviert. Als Sprecher ist er v.a. durch seine Live-Hörspiele am Deutschen Theater und sein „Stimmen-Morphing“ bekannt. Mehr Info: http://www.kaminski-on-air.de

Lotte Ohm studierte Schauspiel an der Hochschule für Musik und Theater in Leipzig. Im Fernsehen war sie bereits in diversen Produktionen wie „Tatort“ und „Polizeiruf 110“ zu sehen. Sie spielt am Deutschen Theater in Berlin.

Regie im Studio Wort zu Berlin führte Gabriele Kreis.

_Handlung_

Carter Kane ist der vierzehnjährige Sohn des Ägyptologen Dr. Julius Kane. Zu Heiligabend besucht er seine zwei Jahre jüngere Schwester Sadie bei ihren Großeltern in London, bei denen sie seit dem Tod ihrer beider Mutter lebt. Ihr Vater fühlt sich verfolgt und umklammert seine Arbeitstasche, als er Carter zu den Fausts begleitet. Sieht jener Typ im Trenchcoat dort nicht verdächtigt aus? Er schickt Carter vor. Als Sadie und Carter zurückkommen, spricht ihr Dad mit dem Typen im Trenchcoat: Er nennt sich Amos, und offenbar kennt er Dad, denn er nennt ihn Julius. Julius verfolgt offenbar einen Plan, um die Kinder zu schützen. Doch vor wem oder was? Kaum ist Amos weg, schlägt ihr Dad einen Besuch im British Museum vor. Warum nicht?

Ein Zwischenstopp an Cleopatra’s Needle, dem berühmten Obelisken mitten in London. Hier sah ihr Dad Mom zum allerletzten Mal. War es ein Unfall? Er schweigt über dieses Geheimnis. Seitdem trägt Sadie wie ihr Bruder ein Schutzamulett. Wie in einem Blitz erscheinen ein Mann und eine junge Frau aus dem Nichts. Sie sehen irgendwie ägyptisch aus, findet Sadie. Dad reagiert sofort: ins Taxi!

Am Eingang zum Museum erkennen die Wärter und Bediensteten Dr. Kane sofort und winken ihn hinein zur Hauptattraktion der aktuellen Ausstellung: dem Original des Rosetta-Steins, der die Übersetzung der Hieroglyphen ins Griechische und dann ins Englische ermöglichte. Er sei 1799 gefunden worden, erklärt der Leiter der Ausstellung. Er öffnet die Vitrine und holt Dokumente heraus. Doch Julius Kane überlistet Dr. Martin und sperrt ihn ein.

Endlich allein – das ist die erhoffte Gelegenheit! Sadie sieht ihren Dad in einem blau leuchtenden Kreis, wie er direkt auf den Rosetta-Stein Hieroglyphen schreibt, die Sadie lesen kann: „Öffne dich! Osiris, komm!“ Sie will ihn noch warnen, doch es ist bereits zu spät: Der Stein fliegt in die Luft …

Als das Trio wieder erwacht, hören sie ein höhnisches Lachen. Da steht ein glutroter Mann, den Dad zurück in die Unterwelt, die Duat, schicken will. Doch der Rote lacht nur und wehrt alle Angriffe ab: „Die FÜNF sind freigesetzt!“ Dann droht er Dad und sperrt ihn in einen leuchtenden Sarg. Dad ruft noch: „Lauft!“, bevor sein Sarg im Boden versinkt. Doch der Rote wird in seinem Angriff auf die Kinder aufgehalten, als zwei Zauberer erscheinen und ihn vertreiben können. Die beiden sind das Paar, das sie an Cleopatra’s Needle gesehen und stehengelassen haben, ein Franzose und eine Ägypterin.

Die beiden Kane-Kinder, die alle Verhöre geduldig über sich haben ergehen lassen, werden von Kommissar Williams im Namen der Regierung des Landes verwiesen. Als Amerikaner müssen sie zurück in die Vereinigten Staaten. Die Großeltern sind erschüttert, können aber nichts unternehmen. Amos, Dads Bruder, holt sie zum Flughafen ab, denken die Geschwister, doch weit gefehlt: Amos zeichnet ein Boot in die Luft, setzt es auf die Themse, heißt alle einsteigen, Sadie Katze Muffin mitnehmen – und schon geht’s los!

Wie auf einer Achterbahn sausen sie durch die Finsternis, bis sie in Brooklyn anlangen. Gegenüber des Flusses liegt der Lichterglanz Manhattans. Auf einem Lagerhaus erhebt sich eine fünfstöckige Villa, in die Amos seine Passagiere führt. Er tut ja gerade so, als stünde die Villa in einem der Bezirke des alten Ägypten, stutzen sie. Ist er vielleicht plemplem?

Das Innere der Villa ist weitaus größer als ihre Abmessungen vermuten lassen: ein Saal von gigantischen Ausmaßen versetzt Sadie in Erstaunen. Darin steht eine Riesenstatue von Thot, dem Gott mit dem Ibiskopf, der ein Ankh hält, ein Henkelkreuz, das für das Leben steht. Thot ist der Gott des Wissens und der Erfinder der Schrift, doziert Amos. Sadie wundert sich über einen Pavian, der ein T-Shirt trägt: Er heiße Cheops, sagt Amos, und sei der Butler. Carter übergibt Amos Dads Arbeitstasche. Cheops bringt die Kids auf ihre Zimmer. Sadie vermisst ihren Dad in all dieser Magie.

Carter träumt, er befinde sich im alten Ägypten und begegne zwei Dämonen. Da ist auch wieder der rote Gott, und vor diesem werfen sich die Kröte und der Vogel in den Staub. Sie erzählen ihm, an dieser Stelle solle ein Tempel in der Stadt namens Phoenix gebaut werden. Der Rote erwidert, er werde einen Sturm schicken und dann Phoenix niederbrennen. Das klingt nicht gut für die Stadt in Arizona. Als Carter erwacht, hört er in seinem Kopf eine Stimme, die ihn beruhigt. Er müsse sich jedoch gegen IHN, den Roten, wappnen.

Als sie am Pool chillen, erklärt ihnen Onkel Amos endlich, was hier eigentlich abgeht. „Julius wollte den Gott Osiris herbeirufen, aber das ging schief.“ Das haben sie gesehen, weiß Gott. Was sie aber erstaunt, ist Amos‘ Behauptung, die alten Götter Ägyptens seien bis heute lebendig. Die Villa hier sei ein Tempel, ein Lebenshaus, ein per-Ankh. Mom und Dad seien Magier, deren magische Fähigkeiten angeboren seien bzw. waren. Genau wie bei Cater und Sadie – den zaubermächtigsten Kane-Kindern seit Jahrhunderten.

Aber warum wollte Dad Osiris beschwören, fragt Carter und Sadie weiß es: „Er wollte Mom von den Toten zurückrufen!“ Das sei Wahnsinn, findet Carter. Amos erklärt, der rote Gott namens Seth sei einer von fünf Göttern, die Julius stattdessen verbotenerweise freisetzte. Denn er brach damit den Bann, der nach Moms Tod über ihn verhängt worden war. Das Magierpaar seien nur Beobachter und Wächter. Sagt Amos wirklich die Wahrheit, fragen sich die beiden Kids.

Eins sei jedenfalls klar: Sadie und Carter müssten in ägyptischer Magie unterwiesen werden, nicht nur, um sie zu schützen, sondern auch, um sie vor Dummheiten zu bewahren. Und der Rote, fragt Carter. Dieser Agent des Chaos könne mit seinem Sturm nicht nur die Stadt Phoenix zerstören, sondern die gesamten USA dem Erdboden gleichmachen. Gar nicht gut. Da wollen sie sich mal lieber mit der Ausbildung beeilen, um ihm rechtzeitig das Handwerk legen zu können. Doch wieviel Zeit haben sie? Viel weniger, als sie gehofft hatten …

_Mein Eindruck_

Es ist nicht leicht, es mit einem Gott wie Seth aufzunehmen. Er hat jede Menge Handlanger in Gestalt von Dämonen, die ihm lästige Angreifer wie Sadie und Carter vom Leibe halten. Doch die Kane-Geschwister sind auch nicht irgendwer: In Carter wohnt der Geist von Horus, dem Sohn des Osiris, und in Sadie kommt eine noch eindrucksvollere Göttin zum Vorschein: Isis, die Gattin von Osiris.

Doch bevor die beiden Götter den beiden Jugendlichen helfen können, müssen diese lernen, mit ihren magischen Fähigkeiten, die sie von Mom und Dad geerbt haben, zurechtzukommen und sie zu beherrschen. Wie schon in Camp Half Blood durchlaufen sie eine Art Zaubererschule nach dem Vorbild von Hogwarts. So können sie etwa ihre Seele, das Ba, auf eine Geistreise schicken, um in der Geisterwelt, der Duat, andere Geister zu treffen und Neues zu erfahren. Die junge Magierin Zia Raschid ist ihre Lehrerin, und Bastet, die katzengestaltige Göttin, steht ihn als Kriegerin zur Seite.

Beistand von diesen beiden Damen benötigen sie dringend, denn es gibt auch eine Gegenseite unter den Menschen. Ein Franzose namens Dejardin, der über ähnliche magische Fähigkeiten verfügt, besitzt das wertvollste Buch, das sie brauchen, um es mit Seth aufnehmen zu können. Darin steht das Ritual, das man ausführen muss, um Seth aufzuhalten. Das Ritual selbst wiederum besteht aus zwei Komponenten: Man muss den wahren Namen Seths aussprechen und eine Feder der Göttin Ma’at, die die Wahrheit anzeigt, werfen.

Die Befolgung all dieser Spielregeln ist nötig, um Seths Werk aufzuhalten. An seinem Geburtstag am Jahresende will er eine Pyramide errichten, die all seine Macht konzentriert, und die Vereinigten Staaten übernehmen. Nicht witzig! Eine unangenehme Begleiterscheinung: der Megasturm, der alle Menschlein hinwegfegen wird. Keine Frage also, ob man ihn aufhalten soll oder nicht. Doch wie sich zeigt, wird es extrem knapp …

|Percy Jackson reloaded|

Wieder einmal hat Rick Riordan, der Schöpfer des PERCY-JACKSON-Zyklus‘, seine jugendlichen Helden aus der amerikanischen Gegenwart – sie stammen aus Los Angeles – in eine mythische Vergangenheit versetzt, um die Welt, wie wir sie kennen, vor dem Untergang zu bewahren. Das war schon so ziemlich der Plot des PERCY-JACKSON-Zyklus‘, nur dass es dort um die griechische Götterwelt ging.

Neben der Erledigung von allerlei Aufgaben erleben die Geschwister jede Menge Abenteuer, bekämpfen die seltsamsten Ungeheuer und Dämonen, werden aber dann doch in letzter Sekunde gerettet. Sadie verliebt sich in keinen anderen als Anubis, den Führer der Toten, der in einem schmucken Jüngling wohnt. Aber ob sie ihre Eltern je wiedersehen werden, darf hier nicht verraten werden.

_Der Sprecher/Die Sprecherin_

Die beiden Sprecher wechseln sich häufig ab. Deshalb muss der Hörer aufpassen, welchen Blickwinkel er oder sie gerade einnimmt, den von Carter oder den von Sadie. Nach einer Weile identifiziert man die Stimme von Kaminski automatisch mit der der Figur des Carter Kane.

Lotte Ohm ist mir nicht als eindrücklich in Erinnerung, eher im Gegenteil: Im Vergleich zur fulminanten Darstellungskunst von Kaminski wirkt sie blass und ihre Darstellung der Sadie flach und farblos. Das wird der aktiven Rolle der Figur in keinster Weise gerecht. Dass sie in einer höheren Stimmlage spricht, versteht sich fast von selbst.

Stefan Kaminski ist es somit, der das Hörbuch trägt. Auf seine Auftritte mit Carters Stimme habe ich mich immer gefreut. Am besten kommt aber seine Sprachkunst zur Geltung, wenn er die schrägsten Typen porträtieren soll. Dejardin etwa spricht mit französischem Akzent, der ihn arrogant erscheinen lässt. Kaminski gibt dem fiesen Gott Seth eine enorm tiefe Stimme, die höhnisch und überheblich wirkt. Wer würde ihm nicht eine reinwürgen wollen? Die Monster und Dämonen, die Seth schickt, sind entweder dämlich oder wirken zumindest in ihrer Sprechweise so. Eine Kröte etwa quakt.

Es liegt nahe, dass Kaminski auch Tiere „spricht“. Der Affe Cheops Quietscht und kreischt, wohingegen die Göttin Bastet, verkörpert in der Katze Muffin, schnurrt wie ein richtiger Stubentiger. Wenn sie Kummer hat, miaut sie höchst kläglich. Dass Vögel krächzen und Falken schreien, liege nahe. Carter nimmt als Horus-Verkörperung die magische Gestalt eines Falken an und Sadie materialisiert als Milan. Uschebtis hingegen sind kleine magische Diener, ungefähr wie Hauselfen in Hogwarts. Sie sprechen auch mit genauso hohen Stimmen, und der Netteste davon heißt Marshmallow.

|Musik/Geräusche|

Dieses Hörbuch weist weder Musik noch Geräusche auf, kostet aber trotzdem rund 20 Euronen.

_Unterm Strich_

Der Plot ist uns von den Percy-Jackson-Büchern recht vertraut, und wer den ersten Film gesehen hat, dürfte keine Schwierigkeiten haben, das Handlungsprinzip wiederzuerkennen. Man nehme zwei Zauberlehrlinge, die erblich vorbelastet sind und auf eine Mission geraten: Sie wollen ihre verschwundenen Eltern wiederfinden. Damit dies gelingt, müssen sie erst die Welt vor dem fiesen Gott Seth retten, der auch gleich die USA plattmachen will. Selbstredend brauchen sie allerlei Hilfe, nicht zuletzt ihre eigenen magischen Fähigkeiten.

Als wäre dies lediglich ein anderes Spielbrett, auf dem die Regeln der altägyptischen Mythologie herrschen, inszeniert der Autor mehr oder weniger die gleiche Handlung. Zu den Spielmöglichkeiten gehören Geistreisen, Verkörperungen, magische Rituale und jede menge Portale, die es zu durchschreiten gilt. Und wer hätte das gedacht? Am Schluss machen die beiden Zauberlehrlinge, nunmehr graduiert, ihr eigenes Camp Half Blood auf.

Man merkt eben, dass Riordan lange Jahre Pädagoge war und nun sein Anliegen darin sieht, seine Schüler, pardon!, Leser und Hörer, durch die Abenteuer der Figuren sowohl zu unterhalten als auch zu informieren. Am Schluss sollen sie in der Lage sein, selbständig zu denken und moralisch zu handeln – nicht selbstverständlich in einer Umgebung des krassen kapitalistischen Materialismus wie den USA. Insofern ist Riordans Dauerprojekt durchaus zu loben.

|Das Hörbuch|

Diese akustische Umsetzung des 600-Seiten-Buches wird praktisch allein von Stefan Kaminski getragen, dessen Sprachkunst wirklich eindrucksvoll ist. Lotte Ohm verblasst dagegen, was ihrer Figur der Sadie nicht gerecht wird. Dass es weder Musik noch Geräusche gibt, finde ich schade. Ärgerlich ist deshalb der hohe Preis.

|6 Audio-CDs
Spieldauer: 8:01 Std.
Tracks: 132
Originaltitel: The Red Pyramid (The Kane-Chronicles 1)
Gelesen von Stefan Kaminksi und Lotte Ohm
Vom Verlag empfohlen ab 11 Jahren
ISBN: 978-3-86742-115-7|
http://www.silberfisch-hoerbuch.de

_Rick Riordan bei |Buchwurm.info|:_
[„Im Bann des Zyklopen“ (Percy Jackson 2) (Lesung)]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=7273
[„Der Fluch der Titanen“ (Percy Jackson 3) (Lesung)]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=7344
[„Die Schlacht um das Labyrinth“ (Percy Jackson 4) (Lesung)]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=7362

JANA OLVIVER – Aller Anfang ist Hölle (Die Dämonenfängerin 1)

Die Dämonenfängerin:

Band 1: „Aller Anfang ist Hölle“
Band 2: „Forbidden“ (noch ohne dt. Titel)
Band 3: „Forgiven“ (noch ohne dt. Titel)

Die Hölle ist leer, und alle Teufel sind hier (Shakespeare).

Atlanta 2018. Riley Blackthorne lässt sich von ihrem Vater zu einer Dämonenfängerin ausbilden. Luzifer hat die Zahl der Dämonen stark erhöht und so will die junge Riley in die Fußstapfen ihres Vaters Paul treten. Dieser gilt als der erfolgreichste Dämonenfänger und Riley begegnet daher nicht nur Wohlwollen in der Zunft der Dämonenjäger.

Als ihr Vater überraschend bei einem Auftrag ums Leben kommt, stellt sich das Leben der 17 Jahre jungen Riley auf den Kopf. Ihre Mutter musste sie bereits zu Grabe tragen und so erträgt sie es nur schwer, auch noch ihren Vater zu verlieren. Nun hat sie nur noch Denver Beck, Pauls ehemaligen Lehrling und Partner an ihrer Seite. Vor Jahren war Riley sehr verliebt in den jungen Dämonenfänger, der sie aber zurückwies. So erträgt Riley Beck kaum.

Nekromanten haben es zusätzlich auf den Leichnam ihres Vaters abgesehen, Reiche würden eine Menge Geld für so einen untoten Diener zahlen. So bleibt Riley nichts anderes über, als nächtelang auf dem Friedhof Wache zu halten.

Kritik

Mit „Aller Anfang ist Hölle“ eröffnet Jana Oliver ihre Serie um die Dämonenfängerin Riley Blackthorne. Die Serie spielt in Atlanta, einer Stadt, die Luzifer mit Dämonen überspült.

Auf jugendliche Leser ausgerichtet, ist dem lockeren Erzählstil leicht zu folgen. Verständlich und flüssig geschrieben erleben die Leser die fesselnden Abenteuer Rileys mit. Dem Verlauf der Geschichte kann spielend gefolgt werden. Zwischen den interessanten Figuren geführte Dialoge sind in jugendlicher Sprache verfasst. Dies passt zwar hervorragend zu den heranwachsenden Charakteren. Bei Sätzen wie: „Die Hütte tut bald einstürzen …“ dürften sich die Leser jedoch ernsthaft fragen was sich Autorin oder Lektorat dabei gedacht haben. Witzig sind die Wortstellungen der Dämonen, diese erinnern stark an Yoda aus „Star Wars“.

Das Atlanta in dem Riley lebt wird ausführlich beschrieben und so entsteht auch schnell ein umfassendes Bild der Gesamtsituation. Interessant ist vor allem, wie es mit der Schulbildung steht und mit welchen Problemen die Bevölkerung zu kämpfen hat, nicht nur die unterschiedlichen Dämonen machen den Menschen das Leben schwer.

„Aller Anfang ist Hölle“ ist definitiv als Einführung in das Leben der jugendlichen Riley und die Serie um diese Figur zu verstehen. Viel wird erklärt und die unterschiedlichen Charaktere eingeführt. Da bleibt die Spannung so manches Mal auf der Strecke, faszinierend ist der Plot allerdings allemal. Aufgrund der interessanten Handlung bleibt der Lesefluss auch nicht auf der Strecke und interessiert verfolgt der Leser wie das Schicksal Rileys sich entwickelt. Auch wenn das Buch die meiste Zeit vor sich hinplätschert, kommt es doch zu einem gewaltigen Showdown, der extrem spannende Folgebände verspricht.

Rückwirkend erzählt ein vorurteilsfreier Beobachter die aufregenden Erlebnisse von Riley. Dabei konzentriert sich die dritte Person vollkommen auf Riley, dadurch lernt der Leser die ansprechende Protagonistin überaus gut kennen. Die persönlichen Hintergründe der weiteren interessanten Figuren bleiben allerdings noch auf der Strecke. Dies dürfte sich allerdings in den Folgebänden nach und nach legen, gehören diese offenen Fragen unter anderem zu den Dingen, die neugierig auf mehr machen.

Die Figurenzeichnung ist der Autorin sehr glaubwürdig und überzeugend gelungen. Die zumeist jugendlichen Charaktere verhalten sich, wie der Leser es von dieser Altersgruppe erwarten kann.

Rileys Charakter und auch ihre Motivation werden ausführlich und glaubwürdig beschrieben. Wie sie mit den Problemen umgeht, die sich im Zuge ihrer außergewöhnlichen Tätigkeit und des Todes ihres Vaters entwickeln, werden authentisch vermittelt. Auch die weiteren Darsteller wirken meist sympathisch. Offene Fragen gibt es zu manchen, dies macht einen Serienstart allerdings auch aus. Letztendlich lebt eine Serie davon, dass der Leser in den Folgebänden auf Antworten hofft. Dämonen stellen ja in der Regel das vollkommene Böse dar, in dem vorliegenden Roman ist dies auch genau so. Zumindest ab der Dämonenstufe drei. Durch die Sprache, die die Autorin den dämonischen Wesen in den Mund gelegt hat, schmunzelt der Leser sicherlich aber auch so manches Mal.

Das Cover ist sehr ansprechend gelungen. Hell gehalten ist ein junges Mädchen abgebildet, das durchaus Riley sein kann. In der Hand hält sie eine, in der Handlung öfter vorkommende, Glaskugel. Der Serientitel wird durch Prägung und Spotlack hervorgehoben.

Autorin

Jana Oliver, geboren und aufgewachsen in Iowa, ist eine preisgekrönte Autorin. Sie ist am glücklichsten, wenn sie haarsträubende Legenden recherchiert, auf alten Friedhöfen umherwandert und neue Geschichten erträumt. Sie glaubt wirklich, dass sie den besten Job der Welt hat. „Aller Anfang ist Hölle“ ist der erste Band ihrer neuen Serie „Die Dämonenfängerin“. Die Autorin lebt wie ihre Heldin Riley Blackthorne in Atlanta, Georgia.

Fazit

Mit „Aller Anfang ist Hölle“ hat Jana Oliver den äußerst vielversprechenden Start ihrer Serie um die Dämonenfängerin Riley Blackthorne veröffentlicht. Sicherlich als Einführung in die folgenden Bände gedacht, lernt der Leser die verschiedenen Charaktere, besonders die Protagonistin Riley Blackthorne, sehr gut kennen. Neben dem spannenden Showdown überzeugt der Roman durch den feinen Humor und die lebendigen Figuren. Der fesselnde Plot tut sein Übriges.

Ich bin sehr gespannt, wie es mit Riley weitergeht. Ich denke wir Leser können uns hier noch auf viele unterhaltsame Lesestunden freuen.

Gebundene Ausgabe: 537 Seiten
Orginaltitel: The Demon Trappers 1. Forsaken
ISBN-13: 978-3841421104

Verlagshomepage

Terry Pratchett – Hohle Köpfe (Lesung)

Hohle Köpfe sind sie fürwahr, die Bewohner der Stadt Ankh Morpork. Und das ist gerade ein Teil des Charmes, der Pratchetts Bücher so lesenswert macht. Denn trotz all ihrer Hohlheit entwickeln die Charaktere immer wieder ungeahnte Gedanken und Ideen, laufen strahlend vor Dummheit genau in die verzwicktesten Geheimnisse und retten sich selbst, sich selbst, sich selbst und neben bei auch immer allen anderen das Leben und die Freiheit. Ausnahmen bestätigen die Regel.

Unerklärliche Morde suchen die unbescholtenen Bürger Ankh Morporks heim, und so wird ein alter Priester, ein Museumswärter und der Patrizier der Stadt tot aufgefunden – wobei Letzterer sich immer wieder aufrappelt und erst im Laufe seiner täglichen Arbeit wieder dahinsiecht. Das ruft die gesamte Mannschaft der Stadtwache auf den Plan, deren Hauptarbeitgeber der Patrizier ist. Zwischen Arsen unter den Fingernägeln des Priesters, Brennöfen für Zwergenkampfbrot, ungeheuerlichen Vorgängen unter den Golems der Stadt und Geschlechtskonflikten bei der Stadtwache ermittelt der Inspektor Mum intelligent, sein Hauptmann Karotte ehrlich und mit unerschütterlichem Glauben an die Liebe, der Rest der Wache mit sympathischer Hohlheit und erstaunlichen Zufallserfolgen. Doch es ahnt niemand, dass hier mehr auf dem Spiel steht als nur die rätselhafte Mordserie, dass es um eine gravierende Umwälzung der Gesellschaft geht …

Während sich eine amüsante Handlung in einem verstrickten Netz ausbreitet und die Wachen mehr stolpernd als zielstrebig an die Puzzlestücke gelangen, offenbart Pratchett so ganz nebenbei mal wieder kleine Einzelheiten, die seine grandiose Schöpfung schmücken, reicher machen und bunt und lebendig in ihr Umfeld betten. Die Worte in den „Hohlen Köpfen“ der Golems, die ihr Gewissen, ihre Programmierung darstellen – und sie an ihre Herren binden. War das bei dem Rabbi auch so? Neu ist jedenfalls die Idee, einen Golem zu befreien, indem man ihm seine Kaufquittung statt der Worte in den Kopf legt. Die Zwergin, die nicht über Gold und Schlachten singen will, sondern sich mit Make-up und Kleidern ausstaffiert und dadurch bei ihren Kollegen bei der Stadtwache grandiose Verwirrung stiftet. Die grandiose Verhörtechnik des trollischen Korporals, der dumpf und stur, aber konsequent, den Verdächtigen mit den Wörtern bombardiert „Du es sein gewesen? Ich wissen du es sein gewesen! Gib zu! Du es sein gewesen!“, bis die richtige Antwort fällt, die lautet „Ja ja ja, ich war es! Ich weiß zwar nicht mal, was mir vorgeworfen wird, aber ich war es, und bitte halt den Mund!“

Hohl im wörtlichen Sinne sind also die Köpfe der Golems, während sie im übertragenen Sinne mehr, wenn nicht sogar mindestens genauso viel darin haben wie ihre hohlen menschlichen (oder trollischen, zwergischen, …) Herrn. Davon heben sich ein paar Personen ab, wie Hauptmann Karotte, der zwar etwas weltfremd und naiv durch die Geschichte läuft, aber gerade dadurch in der Achtung der Städter ganz oben steht. Oder Kommandeur Mum, der die wirkliche Ermittlungsarbeit leistet, wenn er auch auf die unbeabsichtigten Treffer seiner Untergebenen angewiesen ist. Und der Patrizier belächelt sein Volk und bleibt an der Spitze, weil er der ruhende Pol, der Garant für Stabilität in der Politik der Stadt ist.

Die Zauberer der Unsichtbaren Universität bleiben diesmal außen vor, denn noch mehr Hohlheit hätte der Geschichte sicherlich mehr geschadet als genutzt …

Der Vorleser, kein geringerer als Rufus Beck, der sich nicht zuletzt über die Harry-Potter-Vertonung im Hörbuchsektor etabliert hat, zeigt bei seinen Arbeiten für die Terry-Pratchett-Romane ein besonderes und sicheres Gespür für die Charaktereigenschaften der Protagonisten. Inzwischen ist seine enorm wandelbare Stimme keine Überraschung mehr, wenn es auch bemerkenswert bleibt, wie er den Figuren Leben einhaucht – sogar den Golems. So zeigt er sich auch diesmal wieder als Pfeiler, und natürlich steht und fällt ein Hörbuch mit seinem Interpreten. Beck ist nicht nur eine sichere Wahl, sondern auch eine ausgesprochen sympathische.

Diese Geschichte hebt sich nicht erkennbar aus der Masse der Pratchetts heraus, die Qualität und der Einfallsreichtum des Autors machen es immer schwerer, eine qualitative Einordnung seiner Romane unter ihresgleichen vorzunehmen. Außerhalb seiner eigenen Schöpfung fehlt es Pratchett an vergleichbarer Konkurrenz, zu einzigartig ist und bleibt die Scheibenwelt.

6 Audio CDs, 420 Minuten Spieldauer
Gelesen von Rufus Beck
ISBN-13: 978-3837107876

Der Autor vergibt: (5/5) Ihr vergebt: SchrecklichNa jaGeht soGutSuper (No Ratings Yet)

Terry Pratchett – Ruhig Blut! (Lesung)

Neues von der vielseitigen Scheibenwelt: Vampire bedrohen das Königreich! Unbemerkt von allen, außer einigen Hexen, beeinflussen die Vampire König und Hofstaat, um sich ein modernes Volk von Vasallen und „Nahrung“ zu schaffen. Modern, das ist die Devise des amtierenden Grafen: Jahrelange Konfrontation mit den vampirschreckenden Mitteln wie Knoblauch, Zitronen, heiligen Symbolen, Licht und normaler Nahrung haben tatsächlich für eine gewisse Toleranz gegenüber dieser Dinge geschaffen – ausgenommen bleiben natürlich die Pflöcke, die man einem Vampir ins Herz rammen soll …

Agnes, eine Hexe von fülliger Gestalt, beherbergt eine zweite Persönlichkeit in ihrem Innern. Die stets mit nervenden Kommentaren bezüglich Agnes‘ Figur stichelnde „Perdita“ erweist sich jedoch als Vorteil, als die Vampirfamilie aus Überwald zur Geburt des königlichen Kindes eingeladen wird und diesen Vorwand nutzt, die geistige Herrschaft im Schloss von Lancre zu übernehmen – den doppelten Geist Agnes‘ bekommen sie nicht zu fassen.

Agnes geling es, ihre Hexenkolleginnen (Frau Ogg und die Königin Magrat Knoblauch) aus dem Bann zu befreien und mit ihnen auf die Suche nach Oma Wetterwachs, der ältesten und mächtigsten Hexe des Reiches, zu gehen, die allein eine Chance hätte, gegen den Grafen zu bestehen.

Zwar finden sie Oma, die aber keine Anstalten macht, sich an dem Kampf zu beteiligen. Da tauchen kleine blaue Männchen auf, die für Unruhe sorgen und König Verence befreien könnten. Und obwohl die Vampire gegen übliche Abwehrmittel immun zu sein scheinen und Oma Wetterwachs außer Gefecht setzen, gewinnen die Hexen an Boden. Da erweckt Igor, der persönliche Diener des Grafen, den alten Grafen in seiner Gruft zu neuem Leben …

Die Scheibenwelt bietet in ihrem Wahnsinn unendliche Spielwiesen für die absurden Ideen ihres Schöpfers. Vampire, die eine Art Hyposensibilisierung durchziehen, um sich gegen religiöse Symbole, Zitronen, Knoblauch und Silber immun zu machen (nur der Pflock ins Herz zeigt weiterhin Erfolg); eine neue Betrachtung des Phönix als natürlichen Bewohner der Scheibenwelt mit interessanten pseudowissenschaftlichen Ansätzen. Schizophrene Hexen und ein unter Drogen wütender König mit blauen Gnomen, die zu viert eine Kuh entführen können (je einer unter einem Huf) – Pratchett verbreitert seine Sammlung neuer Ansätze bei bekannten Figuren des Genres und erzählt dabei ein Abenteuer voller Spannung und humorvoller Unterhaltung.

Katharina Thalbach als Sprecherin erfüllt mit ihrer kratzigen Stimme gerade die Hexen mit charaktervollem Leben, beherrscht aber auch die Kunst, männliche Stimmen glaubhaft zu erzeugen. Ihre Leistung erzielt die Qualität, mit der das Hörbuch gesehen werden muss.

Agnes ist als Charakter etwas schwach ausgebildet, doch Nanny Ogg und Oma Wetterwachs erhalten mit wenigen Strichen eine eindrucksvolle Persönlichkeit, ebenso wie der junge Vampir Vlad und der Diener Igor ihr glaubhaftes Eigenleben entwickeln.

Die Gnome sind mehr als Kuriosität zu sehen, sie tragen wenig zur eigentlichen Geschichte bei. Aber der Priester von Ohm wirkt kräftig mit und macht eine konsequente Entwicklung durch, an deren Ende er sogar die Axt in ein religiöses Symbol verwandelt, um die Vampire anzugreifen.

Insgesamt ein buntes Spektakel mit sehr anspruchsvoller Umsetzung durch die Erzählerin. Weit weniger verworren als andere Romane Pratchetts, aber ein sehr unterhaltsamer voller Überraschungen.

6 Audio-CDs mit ca. 420 Minuten Spieldauer
ISBN-13: 978-3837103137

Der Autor vergibt: (4/5) Ihr vergebt: SchrecklichNa jaGeht soGutSuper (No Ratings Yet)

Terry Pratchett – Heiße Hüpfer (inszenierte Lesung)

Seit dem ersten Roman von Terry Pratchetts „Scheibenwelt“ mit dem Titel „Die Farben der Magie“, sind etliche Jahre vergangen. Und noch immer arbeitet der Parodist an seiner skurrilen (ein Wort, das in diesem Text noch mehrfach fallen wird, da es den Charakter am ehesten trifft) Welt, die von vier Elefanten auf dem Rücken einer Schildkröte getragen wird und so ihren Weg durch das Universum nimmt.

Schon der erste Absatz, die Einführung in den vorliegenden Roman, verdeutlicht, dass es eine von Pratchetts Prämissen ist, absurde Streitfragen aufzugreifen und zu parodieren, denn auf seiner Welt ist wahrlich alles möglich. Konkret spricht er von einer das Universum erklärenden Legende, nach der ein alter Mann es in einem Lederbeutel am Gürtel trägt. Kritiker bemängeln dies, da der Beutel also auch den Mann und den Beutel enthalten müsse, da er das Universum enthalte und somit auch den Mann und den Beutel, der ja bereits den Mann und den Beutel enthalte. Als Antwort verkündet Pratchetts Erzählstimme: „Na und?“

Auf diese Weise sammeln sich in seinen Romanen wissenschaftliche Themen wie die Evolution, das Universum, Lichtgeschwindigkeiten und ihre jeweils eigene Masse, um auf unmöglichste Art keine Erklärung zu erfahren. Das macht eigentlich neben den genauso undenkbaren Geschöpfen und Handlungen einen großen Teil des charakteristischen Tonfalls aus, der Pratchetts Romane auszeichnet. Und mit Rufus Beck hat die Vorlesung eine Stimme gewonnen, die der Skurrilität des Romans in höchstem Maße gerecht wird.

In „Heiße Hüpfer“ findet man nicht einen einzigen als Person bezeichenbaren Charakter, der in irgend einer Weise normal wäre. Der schon im ersten Roman eingeführte „Zaubberer“ Rincewind mit seiner Truhe „Truhe“ oder auch „Truhi“, die auf unzähligen Füßen läuft, nimmt hier die eine Handlungsebene ein, während eine Gruppe richtiger Zauberer von der Unsichtbaren Universität auf der Suche nach Rincewind die andere Ebene beschlagnahmen. Sie wollen ihrem einem krankhaften Magiefeld ausgesetzten Bibliothekar helfen, können dies aber ohne Rincewinds Hilfe nicht tun. Da sie Rincewind allerdings an einen unbekannten Ort verbannt haben, können sie ihn auch nicht so ohne Weiteres finden. So erleben beide Seiten ihre Abenteuer und fügen dabei dem unerklärlichen Charakter der Scheibenwelt neue Facetten hinzu, bis sie sich schließlich treffen und in einem schöpferischen Akt alles zum Guten wenden.

Dabei ist die Hintergrundhandlung der Geschichte so verzwickt, dass es das Hörbuch schwer hat, die ganzen Zusammenhänge verständlich darzustellen. Hier hat der geschriebene Text den Vorteil, dass man bei Nichtverständnis die betreffende Stelle mehrmals lesen kann, bzw. auch zurückblättern kann. Im Hörbuch einen Knotenpunkt wieder ausfindig zu machen ist ungleich schwerer, auch kann man hier die Stelle nicht einfach kurz überfliegen. So bleiben beim ersten Hören einige Punkte ungeklärt. Sie schmälern den Hörgenuss aber wenig, denn sie dienen mehr als Mittel zum Zweck, das heißt, sie schaffen Voraussetzungen für die Handlung, auch das Überleben des nicht gerade fähigen Rincewinds, bis schließlich für die Möglichkeit des Zusammenführens beider Stränge.

Mehrmals kommen auch höhere Mächte ins Spiel, so stranden zum Beispiel die Zauberer auf einer Insel in jahrtausendealter Vergangenheit und stören einen zurückgezogenen Gott bei der Erfindung der Evolution, während Rincewind von einer unsichtbaren Macht überwacht und als Held der Geschichte gelenkt/beeinflusst wird.

Wenn sich Hörbücher dadurch auszeichnen, dass der Leser den betreffenden Text vorliest und dabei zur Untermalung von Stimmungen, verschiedenen Sprechern oder Spannungen nur die Modulationsfähigkeit seiner eigenen Stimme verwendet, trifft dies auch auf eine inszenierte Lesung zu, mit einem Unterschied: technische Klangeffekte erzeugen den passenden Hintergrund, zum Beispiel wird im vorliegenden Band Rincewind in einen Kampf verwickelt, bei dem man im Hintergrund Menschen schreien hört, Waffen klappern, Gaukler dudeln … Auch wird jede Handlungsebene mit einer passenden Erkennungsmelodie eingeführt, so dass die oft plötzlichen Sprünge auch beim Hören erkennbar bleiben. Für das Hörerleben sind diese zusätzlich eingefügten Klangspiele manchmal hilfreich, manchmal vertiefen sie die Bilder vor dem geistigen Auge, außerdem sind gerade auch die Melodien so gut erstellt, dass man sich an typische Heldenklänge aus dem Fernsehen erinnert fühlt. Das passt hervorragend zu Pratchetts parodistischem Stil, indem es die Schippe noch vergrößert.

Insgesamt scheint die auf drei CDs gekürzte Fassung etwas der erklärenden Zusammenhänge zu verlieren, doch für die Geschichte selbst reicht dieser Umfang und bietet ein interessantes Hörerlebnis bei ständiger undenkbarer, verrückter Ausuferung von parodierten gesellschaftlichen Themen, Tabuthemen, Theorien, … Pratchetts Genie findet kein Ende.

3 Audio CDs, 235 Minuten
Gelesen von Rufus Beck
Originaltitel: The Last Continent
ISBN-13: 978-3837100396

Der Autor vergibt: (4/5) Ihr vergebt: SchrecklichNa jaGeht soGutSuper (No Ratings Yet)

Cherryh, C. J. – Stein der Träume (Ealdwood 1)

Bewegende Fantasy: Der Kampf der letzten Elfenfrau

Der Fantasy-Roman „The Dreaming Tree“ stellt die zusammengefasste Ealdwood-Duologie dar, die C. J. Cherryh in den achtziger Jahren veröffentlichte. In dieser Ausgabe wurden Unstimmigkeiten beseitigt und ein neuer Schluss angefügt. Bei uns erschien der Doppelroman in folgenden Ausgaben:

– „Der Stein der Träume“ (The Dreamstone, 1983, dt. 1985)
– „Der Baum der Schwerter und Juwelen“ (The Tree of Swords and Jewels, 1983, dt. 1988)
Cherryh, C. J. – Stein der Träume (Ealdwood 1) weiterlesen