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[NEWS] DAVID BARNETT: Angelglass

Mysteriöse Vorkommnisse in Prag – heute und damals: „Angelglass“ von David Barnett erscheint bei Ueberreuter.

Im Prag der Gegenwart wird ein junger Mann aufgefunden, der offenbar sein Gedächtnis verloren hat. Aufgenommen wird er von Globalisierungsgegnern, die sich auf eine große Protestkampagne zum Weltwirtschaftsgipfel vorbereiten. Im Prag des ausgehenden 16. Jahrhunderts wird ebenfalls ein Mann ohne Gedächtnis aufgefunden und an den Hof König Rudolfs II. gebracht. Der Mann ohne Gedächtnis heißt Poutnik der Wanderer. Wer ist Poutnik? Es stellt sich heraus, dass in beiden Zeiten nicht weniger als der gesellschaftliche Frieden von ihm abhängt.
(Verlagsinfo)

Broschiert, 363 Seiten

Der Verlag bietet unter dieser Adresse eine Leseprobe an.

Norman, John – Assassin of Gor (Gor 5)

|Agent Cabot in der Arena – im Sand und in _der Luft_ |

Tarl Cabot sucht in der Verkleidung eines Attentäters seinen eigenen Mörder. Er ist auf der Suche nach demjenigen Mann, der ihn auf einer Brücke hinterrücks mit einem Wurfmesser ermorden wollte und stattdessen einen jungen Soldaten traf. Tarl gerät mitten hinein in die Intrigen, die um die Wettkämpfe der Tarn-Rennen von Ar gesponnen werden. Tarl hat mit Vella, einem Erdenmädchen namens Elizabeth, den Auftrag der Priesterkönige, nach dem Kontaktmann zu den Kurii, den feindseligen Aliens, in Ar zu suchen.

_Der Autor_

In seinem bis dato 32 Bände umfassenden Gor-Zyklus erzählt der amerikanische Geschichts- und Philosophie-Professor John Norman (eigentlich John Frederick Lange, geb. 1932) die Abenteuer von Menschen auf der Welt Gor, einem Planeten, der sich in seiner Umlaufbahn um unsere Sonne der Erde genau gegenüber befindet. Gor ist somit eine Art Zwillingswelt, allerdings weitaus wilder, altertümlicher, wenig erforscht und von zwei Alienspezies umkämpft, den auf Gor im Verborgenen herrschenden Priesterkönigen und den sie bedrängenden Kurii. Raumschiffe der Priesterkönige verkehren zwischen Erde und Gor: Sie bringen geheime Technik, Gold und entführte junge Damen auf die Gegenerde.

1: Gor – die Gegenerde
2: Der Geächtete von Gor
3: Die Priesterkönige von Gor
4: Die Nomaden von Gor
5: _Die Meuchelmörder von Gor_
6: Die Piratenstadt von Gor
7: Die Sklavin von Gor
8: Die Jäger von Gor
9: Die Marodeure von Gor
10: Die Stammeskrieger von Gor
11: In Sklavenketten auf Gor
12: Bestien von Gor
13: Die Erforscher von Gor
14: Kampfsklave auf Gor (Jason Marshall #1)
15: Der Schurke von Gor (Jason Marshall #2)
16: Der Leibwächter von Gor (Jason Marshall #3)
17: Die Wilden von Gor
18: Die Blutsbrüder von Gor
19: Kajira von Gor
20: Die Spieler von Gor
21: Die Söldner von Gor
22: Dancer of Gor
23: Die Verräter von Gor
24: Die Vagabunden von Gor
25: Die Zauberer von Gor
26: [Witness of Gor]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=8256
27: Prize of Gor
28: [Kur of Gor]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=8323
29: [Swordsmen of Gor]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=8250
30. Mariners of Gor
31. Conspirators of Gor
32: Smugglers of Gor

_Handlung_

In der wiederaufgebauten Stadt Ko-ro-ba wird Kuurus, ein Mann aus der Kaste der Attentäter, Zeuge einer Trauerfeier: Eine Leiche wird auf einem Scheiterhaufen verbrannt. Als die Trauergäste abgezogen sind, wagt sich Kuurus aus seinem Versteck, um seinen neuen Auftraggeber zu begrüßen. Der Kopf des Mannes ist völlig haarlos. Das soll Kuurus nicht verdrießen, denn der Kunde hält als Lohn nicht weniger als 20 Goldstücke bereit. Der Auftrag ist einfach: Er soll den Mörder des Toten finden. Einziger Hinweis ist ein grünes Loyalitätsband, wie es die Zuschauer der Tarnrennen in Ar tragen, um die Unterstützung ihrer Mannschaft zu bekunden. Und der Name des Toten, der gerächt werden soll, fragt Kuurus. „Tarl Cabot“, lautet die lapidare Antwort.

|In Ar|

Der geheimnisvolle Kuurus aus der Kaste der Attentäter ist in Ar, der größten Stadt Gors, aufgetaucht. Er trägt das Zeichen des Schwarzen Dolchs auf der Stirn, den Beweis dafür, dass er einen Auftrag angenommen hat und sich auf der Suche nach seinem Opfer befindet. Schon das erste Mädchen, das er vor einer Taverne anspricht, ist zu Tode erschrocken. Dennoch bucht er sie beim Wirt, für später.

Denn zuvor hat er etwas zu erledigen. Als vier Schwertkämpfer von Portus, dem Sklavenhändler, hereinplatzen, um den Zwerg Hup fertigzumachen, stellt sich ihnen Kuurus entgegen. Der Schwertkampf ist denkbar kurz: Vier tote Portus-Kämpfer liegen am Borden. Portus selbst tritt an Kuurus heran: Er möchte sich der Dienste dieses formidablen Schwertkämpfers sichern, vor allem für das Haus des Administrators Hinrabius – und gegen das konkurrierende Haus Cernus. Kuurus lehnt ab: Er will lieber, zu Portrus’ Entsetzen, dem Haus Cernus dienen.

|Ein Wiedersehen|

Das Sklavenmädchen wartet immer noch in seinem Alkoven. Als Kuurus es aufsucht, begrüßt sie ihn als „Tarl“ und er sie als „Vella“. Die vormalige Elizabeth Cardwell, jetzt Vella, stammt von der Erde und wurde von Tarl in den Steppen von Turia (in „Die Nomaden von Gor“) erobert und hierhergebracht. Beide sind Agenten der Priesterkönige. Tarl alias Kuurus gibt Vella Anweisungen, zum Haus ihres Besitzers zurückzukehren: zu Cernus. Dort soll sie für Tarl, der sich ebenfalls von Cernus anstellen lässt, spionieren.

Der Plan tatsächlich: Doch Vella tut natürlich, als wäre sie entsetzt darüber, einem solchen Flegel, der sie misshandelte, im Haus Cernus dienen zu müssen. Und das auch noch während ihrer harten Ausbildung. Denn Cernus glaubt natürlich, was Kuurus berichtet: Dass er den Mörder von „Tarl von Bristol“ suche. Daher das Zeichen des schwarzen Dolches auf seiner Stirn. Dieser Mörder, so weiß Tarl, wollte ihn auf einer Brücke bei Koroba hinterrücks mit einem Wurfmesser ermorden und traf stattdessen einen jungen Soldaten. Das Messer war vergiftet: So etwas würden Assassinen nie benutzen. Wer steckt also hinter dem feigen Anschlag? Der einzige Anhaltspunkt: das Band der grünen Fraktion in den Tarnrennen. Leider kommen tausende von Männern in Betracht.

|Vorgeschichte|

Doch aus welchem Grund befinden sich Vella und Tarl ausgerechnet im Haus von Cernus? Was erwarten sie hier zu finden? Die Erklärung gibt uns Tarl in einem langen Exkurs, zu dem unter anderem die Vorgeschichte zu Kuurus’ und Vellas Mission gehört. Im ersten Band führte Tarl den Sturz des Ubars von Ar, Marlenus, herbei und raubte dessen Tochter Talena sowie den Heimstein von Ar, ein unverzeihliches Verbrechen. Im zweiten Band wurden Koroba von einer Fraktion der Priesterkönige zerstört und alle Bewohner in die Winde zerstreut – Talena verschwand in den Wirren. Das war vor acht Jahren.

Dann begann der Nestkrieg, dessen Zeuge Tarl wurde. Die den Menschen wohlgesonnene Fraktion unter Priesterkönig Misk obsiegte. Misk schickte Tarl nach Turia, um ein Ei sicherzustellen, das die Anderen (die Kurii) haben wollen. Dies gelingt Tarl ebenso wie die Befreiung Vellas. Zusammen fliegen sie zu Misk.

Dank Misk werden die Anderen in ihren Raumschiffen weiterhin davon abgehalten, die Erde oder Gor zu erobern. Doch die Priesterkönige haben den Anderen erlaubt, a) Menschen von der Erde in ihren Dienst zu stellen und als Agenten auf Gor zu platzieren sowie b) wenigen Anderen erlaubt, in zugewiesenen Regionen auf Gor zu leben.

Nun scheint es so zu sein, dass die Anderen einige Agenten unter den Menschen von Gor platziert haben, um mit diesen enger in ihrem Kampf gegen die Priesterkönige kooperieren zu können. Einer dieser Kontaktpunkte ist das Haus des Sklavenhändlers Cernus in Ar. Obwohl Misk es keineswegs von Tarl erbeten hat, beschließt Tarl, dort den Kampf gegen die Anderen aufzunehmen. Vella, deren Besitzer Tarl keineswegs ist, sondern vielmehr eine freie Frau, will mitmachen: Sie will sich ebenfalls bei Cernus einschleusen lassen. Da Cernus ein Sklavenhändler ist, wird Vella am besten als Handelsware, sprich: Sklavin, deklariert. Sie begibt sich zuerst nach Thentis und wird dort vom Haus Clark an Cernus verkauft.

(Ende der Vorgeschichte)

Im Haus von Cernus, dem Sklavenhändler, arbeitet bereits ein Agent der Priesterkönige: Caprus, der Erste Schreiber und Buchhalter. Er registriert Vella als eine Nummer unter vielen. Erst Cernus entscheidet, Vella die volle Ausbildung zukommen zu lassen. In Tarls Gemach streiten die beiden freien Menschen auf amüsante Weise über die Technik von Schlösser und wer den besseren Knoten knüpfen kann. Doch gegenüber dem Sklavenaufseher gibt sich Vella sehr unterwürfig. Er ruft Tarl zu Cernus’ Tafel.

Er findet heraus, dass in einem der umfangreichen Verliese und Gehege ein blutdürstiges Ungeheuer lebt: ein Kur. Cernus erhält von den Raumschiffen der Kurii Nachschub an irdischen Sklavinnen, die bei ihm ausgebildet werden, an Gold und verbotenen Waffen. Mit dem Gold kann er andere Sklavenhändler unterbieten und an den Tarnrennen teilnehmen. Schau- und Wettkämpfe finden in der Arena der Stadt statt.

Bei einem der Tarn-Rennen stößt Tarl unerwartet auf Marlenus, der vertriebenen früheren Ubar. Was hat das zu bedeuten, fragt er sich aufgeregt. Denn Tarl hat selbst vor Jahren (in Band 1) durch seinen Diebstahl des Heimsteins von Ar die Vertreibung des Ubars in Gang gesetzt. Will Marlenus aus dem Exil zurückkommen, um die Macht an sich zu reißen?

_Mein Eindruck_

Die erste Hälfte des Romans, also rund hundert Seiten, dient nur der Einführung, wirkt recht schleppend, und es scheint zunächst überhaupt nichts zu passieren außer ein paar Begegnungen. Dazu gehören vor allem erotische Momente, denn die von der Erde verschleppten jungen Damen – darunter eine Deutsche – haben zwar Geschichten über die Gegenerde gehört, glaubten sie aber nicht. Aber sie haben immerhin von Tarl Cabots Abenteuern gehört!

Eine von ihnen spricht deutsch: „Meine Herren!“ ruft sie im Original. Und sie müssen erfahren, dass Goreaner keinen Spaß verstehen, wenn es um Gehorsam geht. Und so nutzt der Erzähler, Tarl, die Gelegenheit zu detaillierten Beschreibungen des Trainings der drei Sklavinnen Elizabeth, Phyllis und Virginia, das mit psychologischen, rhetorischen und körperlichen Mitteln erfolgt.

Diese erotische Seite der Geschichte kontrastiert mit der Agentenstory Tarls und Vellas, die noch durch Andeutungen über die Entwicklung der Politik verstärkt wird. Diese politische Entwicklung steuert allmählich einer Katastrophe zu, die im Aufstieg Cernus‘ zum Administrator Ars kulminiert. Zur Agentenstory gehört unter anderem eine sehr schöne, sehr lebendig erzählte Szene in den Capacischen Bädern, wo Tarl eine Gegenagentin näher kennenlernt …

Vor dem Start der zweiten Hälfte des Romans liegt der Karneval der Sklaven, die Kajuralia. In dieser Ausnahmezeit von einem Tag dürfen Sklaven freie Menschen gefangennehmen und lieben und auch sonst viel Unsinn treiben. So ist auch dies eine Zeit, die Wahrheit ans Licht zu bringen und alle Verhältnisse zu ändern …

Die zweite Hälfte des relativ umfangreichen Romans ist dafür umso reicher an Action, Auseinandersetzungen, spannenden Wettkämpfen usw., die schließlich zur Entscheidung führen. Denn der gefangen genommene Tarl soll nach Cernus‘ Willen in der Arena unter dem Schwert von Gardesoldaten sterben. Er dreht den Spieß um.

Anschließend begibt er sich in die Arena, in der die Wettflüge mit den Tarn-Vögeln stattfinden. Diese Szenenfolge entspricht dem berühmten Wagenrennen in „Ben Hur“ und bildet den absoluten, bis ins letzte Detail hinein fein säuberlich beschriebenen und ausgetüftelten Action-Höhepunkt. Denn Tarl fliegt nicht für sich, sondern mit seiner Fraktion der Steels gegen den neuen Administrator Cernus persönlich. Und der weiß alle möglichen fiesen Tricks aufzubieten, um die drohende Niederlage abzuwenden. Dies ist „Ben Hur“ hoch zwei!

Die Geschichte ist also doch relativ clever aufgebaut. Nach diesen zwei Actionhöhepunkten folgen zwei Szenen mit Abrechnungen – mit Cernus und Marlenus, der hinter dem Aufstand des Volkes gegen den Thronräuber steckt. Vor Marlenus stehend muss Tarl Angst haben, wegen des Raubs des Heimsteins von Ar zum Tode verurteilt zu werden. Er kommt mit Verbannung davon. Doch wo steckt Vella? Ohne die will er Ar nicht verlassen.

_Unterm Strich_

Insgesamt vergebe ich vier von fünf Sternen, denn die zwei Actionhöhepunkte – besonders das phänomenale Tarn-Rennen – entschädigen für die anfangs etwas ziellos wirkende erste Hälfte des Romans. Verglichen mit „Marauders of Gor“ und „Raiders of Gor“ ist „Assassin“ (Nr. 5) etwas weniger wild und actionbetont, dafür aber mehr an politischen Entwicklungen interessiert.

Sehr lustig fand ich hingegen die Kajuralia, erotisch die Erziehung der drei neuen Ladys von der Erde – und erhellend den gesamten Schluss, in dem alles aufgeklärt wird, was mir zunächst ein Rätsel war. Dann herrscht wieder Friede, Freude, Eierkuchen – und Kuurus, der titelgebende Attentäter, der den Mörder von „Tarl Cabot“ gefunden hat – wird nicht mehr gebraucht. Bis zum nächsten Abenteuer.

|Taschenbuch: 392 Seiten
e-reads Publication, New York City
ISBN-13: 978-0759200913|
http://ereads.com

Scott, Michael – mächtige Zauberin, Die ( Die Geheimnisse des Nicholas Flamel 3)

_|Die Geheimnisse des Nicholas Flamel|_

Band 1. [„Der unsterbliche Alchemyst“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=7702
Band 2. „Der dunkle Magier“
Band 3. _“Die mächtige Zauberin“_
Band 4. „Der unheimliche Geisterrufer“
Band 5: „Der schwarze Hexenmeister“
Band 6: „Die silberne Magierin“ (25.02.2013)

_Flamel Nr. 3: Showdown in Stonehenge_

Der berühmte Alchemist Nicholas Flamel und die Zwillinge Josh und Sophie sind in London gelandet, in der Stadt ihrer erbittertsten Feinde. Alles hängt nun davon ab, ob Josh und Sophie in der dritten magischen Kraft – der Wassermagie – ausgebildet werden können. Der Einzige, der sie darin schulen kann, lebt zwar in London, ist aber völlig unberechenbar: Es ist Gilgamesch, der uralte König, zerrissen vom Wahnsinn. Und die Freunde müssen versuchen, ihre Kräfte wieder mit der Macht der Zauberin zu vereinen – mit den Zauberkräften von Flamels geliebter Perenelle! (Verlagsinfo)

_Der Autor_

Michael Scott ist einer der profiliertesten und erfolgreichsten Autoren Irland und ein international anerkannter Fachmann für mythen- und kulturgeschichtliche Themen. Seine zahlreichen Fantasy- und Science-Fiction-Romane für Jugendliche wie für Erwachsene veröffentlichte er in mehr als zwanzig Ländern. Scott lebt und schreibt in Dublin.

_Was bisher geschah_

Juni 2007. Eigentlich wollten die Zwillinge Sophie und Josh Newman in den Sommermonaten nur ein bisschen Geld verdienen. Josh arbeitet in einer kleinen Buchhandlung und Sophie im gegenüberliegenden Coffee Shop. Als sie bei einem Überfall auf die Buchhandlung dem Besitzer Nick Fleming zur Seite eilen, ahnen sie noch nicht, in welches Abenteuer sie sich begeben. Nick Fleming entpuppt sich als der unsterbliche Alchemyst. Und nun hat jemand den CODEX gestohlen, das er für seine Unsterblichkeit braucht: sein alter Widersacher Dr. John Dee.

Doch Dee handelt im Auftrag der Dunklen Älteren, der Erstgewesenen, die vor Jahrtausenden die Erde beherrschten. Sie wollen sie zurückhaben und die Menschen unterjochen. Was sie brauchen, um Erfolg zu haben, sind die letzten beiden Seiten des CODEX. Die Jagd danach führt nach Paris, wo Nicoló Machiavelli Dr. Dees Verbündeter wird.

Doch Josh und Sophie, die Flamel begleiten, sind Kinder der Prophezeiung, die über schlummernde magische Kräfte verfügen. In Kalifornien wurde Sophies Magie erweckt, in Paris die von Josh. In einem Kampf bei Notre Dame verlieren sie ihre Mitstreiterin Scathach und treten den Rückzug an.

Im dritten Band flüchtet das magische Trio ausgerechnet nach London, die Heimat von Dr. Dee. In England gibt es zahlreiche Dunkle Ältere, Erstgewesene und ihre Diener. Schon in den ersten Stunden ihrer Ankunft müssen sie sich zur Wehr setzen. Doch in London sollen sie das dritte Element der Magie lernen: Nach Luft und Erde ist nun Wasser an der Reihe.

Um die Hintergründe hinsichtlich der Unsterblichen, Erstgewesenen und Dunklen Ältesten zu verstehen, verweise ich auf meinen Bericht zu Band 1.

_Handlung_

Kaum sind Nicholas Flamel, Sophie und Josh Newman in einem Bahnhof von London eingetroffen, als sie auch schon erblickt und beschattet werden. Sophie entdeckt die drei Späher des Feindes zuerst: Sie stinken nach verfaultem Fleisch. „Sie sind Genii Cucullati“, informiert Nicholas und eilt von dannen. Unweit Euston Station gerät das Trio in eine Sackgasse, wo die Genii sie stellen.

Die Verfolger verwandeln sich in Bärenmarder bzw. Vielfraße, bereit, sich auf ihre Beute zu stürzen. Doch sowohl Nicholas als auch Josh verfügen über überraschend wirksame Waffen. Josh hat das Steinschwert Clarenet aus Paris mitgebracht. Eine Berührung damit verwandelt den Getroffenen zu Stein. Doch Nicholas‘ Zauber ist wesentlich raffinierter …

|Unterdessen in Paris|

Dr. John Dee und Niccoló Machiavelli „telefonieren“ mit den Erstgewesenen und Dunklen Ältesten. Jeder der beiden hat einen anderen Gebieter, und die zwei Gebieter sind einander nicht grün. Darin sieht Niccoló, der Intrigant, eine Chance, einen Keil zwischen seine Herren zu treiben und sich selbst einen Vorteil herauszuschlagen. Er soll nach Kalifornien gehen, um dort Perenelle zu erledigen, die sich aus dem Gefängnis von Alcatraz befreien konnte, in das Dee sie steckte.

Dee hingegen soll sich um Nicholas und die beiden Zwillinge kümmern. Die Dunklen Ältesten beginnen, ihre Truppen aus den Schattenreichen und Anderwelten zusammenzuziehen, um für die Invasion der Welt der Sterblichen bereit zu sein: pünktlich zur Sommersonnenwende, also in drei Wochen. Sobald Dee und Machiavelli Erfolg gehabt haben, was sicherlich nur eine Frage von Tagen sein kann. Doch sie sollen sich irren.

|In San Francisco|

Perenelle, Flamels Frau, ist eine mächtige Zauberin. Sie befindet sich immer noch auf dem Eiland von Alcatraz bei San Francisco, in das sie John Dees Schergen verschleppt haben. Doch sie hat sich längst befreien können. Mit einer Erstgewesenen, die als riesige Spinne verkörpert ist, gebietet sie über alle Spinnentiere der Insel. Doch nach all den Angriffen der Gegner ist die Riesenspinne geschwächt. Als der Nächste folgt, vorgetragen von dem Unsterblichen Billy the Kid, spinnt sie daher Perenelle erst einmal in einen Kokon ein …

|London|

Ein dunkelhäutiger Taxifahrer holt das Trio ab. Es handelt sich um den sarazenischen Ritter Palamedes, wie er in den Artus-Epen beschrieben wird. Seine Burg ist als Autofriedhof und Schrottplatz getarnt, der inmitten eines aufgekauften Fabrikareals liegt, das seit 40 Jahren verfällt.

Doch auf welcher Seite steht Palamedes eigentlich, fragen ihn Flamel und Josh. Der einstige Ritter stellt sehr kritische Fragen und klagt Flamel, Joshs Mentor, praktisch des jahrhundertelangen Massenmords an, unter anderem auch an den Schattenreichen. Dabei war es doch Dee, der Hekates Reich zerstörte, indem er das Elementarschwert Excalibur in die Weltenesche Yggrasill stieß.

Wolfshunde mit roten Augen schleichen um das Eingangsportal herum und sehen dabei nicht sonderlich vertrauenerweckend aus. Josh, der vom Gott Mars, der seine Magie erweckte, eine bis dato unerprobte Gabe erhalten hat, berechnet die Vektoren von Geschossen. Ganz automatisch, als wäre er wirklich ein Stratege. Doch Sophie, die die Erinnerungen der Hexe von Endor geerbt hat, hält wenig von solchem Wissen.

Als eine stinkende menschliche Kreatur auf den Vorplatz krabbelt und Flamel anruft, als wäre er ein lange verschollener Freund, löst dies eine Kettenreaktion aus. Palamedes drückt Flamel nieder, der seine Aura aktiviert und das verborgen mitgebrachte Schwert Clarent zückt. „Lauft!“ ruft Nicholas, „es ist eine Falle!“ Josh zwingt Sophie zu ihrem Erstaunen, ihre Aura zu unterdrücken. Auf welcher Seite steht er eigentlich?

Doch Josh hat einen guten Grund für seine Reaktion …

_Mein Eindruck_

Von Palamedes erfahren Josh und Sophie, dass sie zwar die auserwählten Zwillinge aus der Prophezeiung sind – aber keineswegs die Ersten. Nicholas und seine Frau Perenelle haben über die Jahrhunderte schon viele Zwillingspaare gefunden, ausgebildet und in den Kampf gegen die Dunklen Ältesten geschickt. Warum hat man nie etwas von diesen Zwillingen gehört, fragen sich Josh und Sophie.

Palamedes‘ düstere Auskunft lautet, dass sie entweder starben oder wahnsinnig wurden, als die Flamels versuchten, ihre jeweils fünf Mächte zu erwecken. Und ausgerechnet jetzt will Flamel sie zu einem verrückten König namens Gilgamesch bringen, der in ihnen die Macht des Wassers erwecken soll! Man kann sich vorstellen, dass die Zwillinge erhebliche Zweifel hegen, was die Fähigkeiten Gilgameschs angeht.

Doch wie so häufig in diesem Zyklus sorgen äußere Ereignisse dafür, dass ein erheblicher Druck aufgebaut wird, der die Guten dazu zwingt, sich auf solche Risiken einzulassen. Unter dem Druck seiner übernatürlichen Auftraggeber sorgt Dr. Dee dafür, dass mächtige Verbündete der Dunklen Ältesten auftreten, um Flamel und seine Schützlinge in Bedrängnis zu bringen.

In der Mitte kommt es zum ersten Actionhöhepunkt, als einer der ältesten keltischen Götter auftritt: Cernunnos ist der Geweih tragende Gott des Urwaldes – und er hat seine Wilde Jagd mitgebracht. Dies sind die in Wölfe etc. verwandelten Opfer der Wälder, angefangen von den Moorvölkern über die ersten Britonen und Pikten bis zu den Römern und Schotten. Allerdings sind diese Untoten leicht verwundbar: Man muss sie nur mit kaltem Eisen, Stahl oder heiligem Stein berühren, und schon zerfallen sie zu schwarzem Staub.

Auch der Einsatz einer Aura-Kraft kann helfen, besonders gegen Cernunnos. Doch wenn das geschieht, zieht dies nur weitere aura-hungrige Kreaturen an. Man sieht also, dass keiner der Guten seine Aura verschwenden darf. Wenn er oder sie das tut, gerät in Gefahr, sich selbst in Brand zu setzen. Spontane Selbstentzündung ist ja in der menschlichen Geschichte kein unbekanntes Phänomen. Es gibt ein Gleichgewicht der Kräfte, denn jedem Einsatz wohnt das Risiko der Selbstzerstörung inne. Das schiebt allen Allmachtsgelüsten einen Riegel vor.

Das ist letzten Endes der Grund, warum Flamel und seine Getreuen und Schützlinge vor Dee, Cernunnos und ihren Gefolgschaften in Sicherheit bringen müssen. Der Fluchtpunkt heißt Stonehenge, ein uralter Steinkreis auf der Ebene von Salisburg, der – wie der Autor im Nachwort erläutert – in drei Phasen errichtet wurde, denn hier gab es Jahrtausende lang einen heiligen Ort. Flamel muss hier ein Ritual ausführen, um das Fluchtportal zu öffnen. Werden die Kräfte der Zwillinge dafür ausreichen?

|Perenelle|

Dieser Band würde den Titel „Die mächtige Zauberin“ nicht verdienen, wenn die andere Hälfte der Handlung nicht von Perenelle bestritten würde. Auch sie ist ins Visier der Erstgewesenen und Dunklen Ältesten geraten. Diese haben Niccoló Machiavelli in Marsch gesetzt, einen Unsterblichen mit Kräften wie Dr. Dee. Schon 1669 bezwang Perenelle ihn in einem Duell am Fuße des Ätna, der durch die freigesetzten Energien prompt ausbrach. Machiavelli nimmt sich vor, sofort zuzuschlagen, sobald er die Zauberin zu Gesicht bekommt. Doch sie schlägt ihm ein Schnippchen …

_Die Übersetzung _

Bertelsmann alias Random House alias CBJ hat sich bei der Ausstattung der sechs FLAMEL-Bände nicht lumpen lassen. Jede gebundene Ausgabe weist einen Schutzumschlag im Prägedruck auf, der mit Goldfarbe geschmückt ist. Diese Goldfarbe wird für die vier Symbole in den Ecken des Titelmotivs benötigt.

Die Symbolik zieht sich durch bis ins Innere des Buches: Jedes Kapitel ist mit einer von zwei Reihen astrologischer und alchemistischer Symbole geschmückt. Da finden sich die Symbole für Frau/Venus ebenso wie für Mann/Mars oder auch Gold und so weiter. Ich musste an die Elbenschriften in Tolkiens Werken denken.

_Unterm Strich_

Diesmal habe ich wesentlich länger als für den ersten Band gebraucht. Ich habe den 2. Band, der mir zunächst nicht vorlag, übersprungen, und das hat sich als verhängnisvoll erwiesen: Ich war erheblich verwirrt und irritiert. Man muss nämlich die Handlung der Einzelbände wie einen einzigen zusammenhängenden Roman lesen. Diese fünf Kräfte, die in den Zwillingen erweckt werden müssen, geben die Reihenfolge, der man folgen sollte, ebenso vor wie die Ereignisse der Vorgängerbände, auf die nachher ständig verwiesen wird. Kurzum: Man sollte die Bände in der richtigen Reihenfolge lesen.

Dass sich das Handlungsprinzip des ersten Bandes wiederholt, hat nicht gerade zur Spannung beigetragen. Es war klar, dass Dee wieder Verbündete aufbieten würde, um die Zwillinge, Flamel und das Schwert Clarent in die Hände zu bekommen. Ebenso war durch die Fortsetzung klar, dass ihm dies kaum gelingen dürfte. Das gleiche Prinzip gilt auch für Perenelle. Dass ihre jeweiligen Kämpfe für Unterhaltung und Action sorgen würden, ist klar. Aber reicht das als Grund aus, um aus diesen und alle weiteren Bände lesen zu wollen?

Die Dunklen Ältesten werden zunehmend ungeduldig, je näher der 22. Juni, der Zeitpunkt ihrer Rückkehr zur Erde, näherrückt. Dass ihr Diener ständig versagt, die Widersacher, zu beseitigen, macht sie nicht geduldiger, ganz im Gegenteil. Die ständigen Misserfolge zwingen sie zu überstürztem Handeln. Dies wiederum lässt ihre Ängste und Motive sichtbarer werden. Ihre Diener sind ja nicht auf den Kopf gefallen, sondern suchen nach Schlupflöchern, um sich aus der Knechtschaft zu befreien. Die spannende Frage lautet also für alle Beteiligten: Warum haben die Dunklen Ältesten so große Angst vor den Zwillingen und den beiden Flamels?

Um herauszufinden, wie die Antwort auf diese Frage lautet, muss der Leser wohl oder übel die nächsten Bände lesen. Das Finale des gesamten Zyklus kann praktisch nur in einer gigantischen Schlacht gegen die gesammelte Macht der Dunklen Ältesten bestehen. Noch zweifelt der Leser, dass die prophezeiten Zwillinge in der Lage sein werden, diese Schlacht zugunsten der Humani zu entscheiden. Doch je mehr Kräfte in den Zwillinge geweckt werden und je mehr Verbündete sie erhalten, desto besser sieht die Lage für sie aus. Aber was passiert, wenn es Dees geheimnisvollem Oberherrn, der sich bislang verborgen gehalten hat, einfallen sollte, vorher zur Erde niederzusteigen, um die Schlacht vorzubereiten?

Letzten Endes bleibt der Zyklus also doch recht spannend, denn wir wissen nie, welche Widersacher sich vier Zentralfiguren noch entgegenstellen. Sie habe n es geschafft, beinahe Paris in Schutt und Asche zu legen, und auch von Nord-London ließen sie nicht viel übrig. Wir können nur für die nächste Stadt die Daumen drücken, in denen sie Unterschlupf suchen.

|Taschenbuch: 528 Seiten
Originaltitel: The Secrets of the immortal Nicholas Flamel – The Sorceress (2009)
Aus dem Englischen von Ursula Höfker
ISBN-13: 978-3570401040|
http://www.randomhouse.de/cbjugendbuch

_Michael Scott bei |Buchwurm.info|_
[„Der unsterbliche Alchemyst“(Lesung)]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=4760

Nix, Garth – Mächtiger Samstag (Die Schlüssel zum Königreich 6) (Hörbuch)

_|Die Schlüssel zum Königreich|:_

01 [„Schwarzer Montag“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=3719
01 [„Schwarzer Montag“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=3172 (Hörbuch)
02 [„Grimmiger Dienstag“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=3725
02 [„Grimmiger Dienstag“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=4528 (Hörbuch)
03 [„Kalter Mittwoch“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=4242
03 [„Kalter Mittwoch“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=5101 (Hörbuch)
04 [„Rauer Donnerstag“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=4831
04 [„Rauer Donnerstag“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=5051 (Hörbuch)
05 [„Listiger Freitag“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=5626
06 _“Mächtiger Samstag“_
07 „Goldener Sonntag“

_Die Erstürmung des Himmels: Arthurs sechste Station_

Arthur Penhaligon war eigentlich dem Tod geweiht. Doch man ließ ihn nicht sterben, sondern erlegte ihm eine schier unlösbare Aufgabe auf: Er muss sieben Schlüssel zum Königreich von sieben Erzfeinden besorgen. Arthur Penhaligon, Held wider Willen, hat Großes geleistet: Fünf Gegner sind besiegt und mussten ihre Schlüssel an ihn abgeben.

Nun ist nach fünf Abenteuern die Jagd auf den Schlüssel der mächtigen Lady Samstag dran. Sie ist die älteste Bewohnerin und größte Zauberin des HAUSes, und sie befehligt unzählige Magier. Ehe Arthur sich’s versieht, muss er an allen Fronten kämpfen: Das Nichts droht, das HAUS aufzulösen, Arthurs Mutter ist verschwunden. Seine Heimatstadt wird angegriffen. Er kann nicht einmal in das anscheinend uneinnehmbare Ober-HAUS gelangen – und selbst wenn: Den sechsten Schlüssel zu erobern ist vielleicht nicht ausreichend, um die zaubernden Horden von Lady Samstag und ihr Streben nach der absoluten Macht aufzuhalten … (Verlagsinfo)

Der Verlag empfiehlt das Hörbuch ab zehn Jahren.

_Der Autor_

Garth Nix wurde 1963 in Melbourne / Australien geboren. Nach seinem Studium arbeitete er in einer Buchhandlung, später als Verleger, Buchhandelsvertreter, Zeitungsredakteur und Marketingberater. Seit 2002 bestreitet er seinen Lebensunterhalt ausschließlich als Autor. Er lebt heute mit seiner Frau, einer Verlegerin, und seinem Sohn in einem Vorort von Sydney. Zu seinen bekanntesten Büchern gehört die „Abhorsen“-Trilogie, die komplett bei Carlsen und Lübbe erschienen ist („Sabriel“, „Lirael“, „Abhorsen“).

_Der Sprecher_

Oliver Rohrbeck, geboren 1965 in Berlin, ist Schauspieler und Synchronsprecher. Er ist bekannt für seine Sprechrolle als Justus Jonas in der Hörspielserie „Die drei Fragezeichen“. Als Sprecher synchronisierte er Hauptrollen in vielen Filmen und ist die deutsche Stimmbandvertretung von Ben Stiller.

Rohrbeck liest eine von Frank Gustavus gekürzte Fassung. Regie führte Kerstin Kaiser, die Aufnahmeleitung hatte Christian Päschk. Die Musik steuerte Andy Matern bei.

_Der Komponist_

Andy Matern wurde 1974 in Tirschenreuth, Bayern geboren. Nach seiner klassischen Klavier-Ausbildung arbeitete er einige Jahre als DJ in Clubs. Seit 1996 ist er als freiberuflicher Keyboarder, Produzent, Remixer, Songwriter und Arrangeur tätig. Er kann trotz seiner jungen Jahre bereits mehr als 120 kommerzielle CD-Veröffentlichungen vorweisen. Darunter finden sich nationale und internationale Chart-Platzierungen mit diversen Gold- und Platin-Auszeichnungen.

Bereits Andy Materns erste Hörbuch-Rhythmen erreichten schnell Kultstatus bei den Fans und der Fachpresse. Durch seine musikalische Mitarbeit wurde „Der Cthulhu Mythos“ zum besten Hörbuch des Jahres gewählt (Deutscher Phantastik Preis 2003). Andy Matern lebt und arbeitet in München. (Verlagsinfos)

_Der Hintergrund _

Gepriesen sei die Architektin! Sie schuf die wahre Welt, das HAUS. Dies ist der Mittelpunkt aller Schöpfung, das Königreich aller Realität. Es ist eingeteilt in die sieben Wochentage von Montag bis Sonntag, und diese wiederum sind in jeweils zwölf Stunden eingeteilt. Minuten- und Stundenzeiger sind die Insignien eines jeden Tages – und mächtige Instrumente.

Rundherum liegen die sekundären Reiche, zu denen auch unsere bescheidene Welt zählt. Und SIE ließ alles darin archivieren. Als SIE sah, dass es gut war, verabschiedete SIE sich, hinter ließ jedoch das VERMÄCHTNIS, in dem sie bestimmte, dass nur Sterbliche das Königreich erben können. Das VERMÄCHTNIS besteht vollständig aus Text, wie sich denken lässt. Doch die sieben Treuhänder vollstreckten das VERMÄCHTNIS nicht, sondern teilten sich die Macht in ihren sieben Herrschaftsbereichen. Das VERMÄCHTNIS teilten sie in sieben Stücke, von denen jedes woanders versteckt wurde.

Eines Tages begab es sich, dass das Bruchstück von MONTAG, ein auf einem toten Stern in Glas versiegelter Kristall, der von metallischen Wächtern bewacht wurde, von einem Inspektor des ARCHIVs begutachtet wurde. Die Wächter, nach Äonen des Wachens müde geworden, meldeten dem Inspektor keinerlei besondere Vorkommnisse. Doch als er sich die Nase putzte, bemerkte er aus dem Augenwinkel ein kleines flinkes Etwas vorbeihuschen. Nein, dachte er, ich muss mich getäuscht haben.

Doch er hatte sich nicht getäuscht: Ein kleines Stück VERMÄCHTNIS-Text bemächtigt sich jedoch der Transferplatte, mit der er vom ARCHIV gekommen ist, und verschwindet damit. Oh-oh, denkt der Inspektor. Damit hat er Recht. Wenig später kommen zwei großmächtige Herren, die Silberstöcke tragen. Sie sagen, sie kämen von einem, der sogar noch höher stehe als MONTAG. Oh-oh, denkt der Inspektor. Das gibt großen Ärger.

_Handlung_

|Lady Samstag|

Lady Erhabener Samstag überblickt ihre Domäne. Sie steht in ihrem gläsernen Büro auf der Spitze eines sechs Kilometer hohen Turmes auf Bürozellen. An diesem Turm wird seit rund zehntausend Jahren gebaut, und sein Ziel ist unübersehbar: der Boden der Domäne von Lord Sonntag. Dessen unvergleichliche Gärten, gestützt von vier riesigen Bäumen, haben an ihrer Unterseite eine Schwachstelle, durch die Lady Samstag mit einem Sturmbock stoßen will, um seine Domäne zu erobern. Denn diese, so behauptet sie, stehe rechtmäßig ihr zu.

Ihr Verwalter, Abenddämmerung, tritt vor, um Bericht zu erstatten. Das vorrückende Nichts habe bereits die Fernen Weiten und das Untere HAUS verschlungen, es schicke sich nun an, das Mittlere HAUS anzugreifen. Lady Samstag ist sich der Präsenz des Thronanwärters namens Arthur Penhaligon wohl bewusst, und auch der Pfeifer, der Thron Sohn der ARCHITEKTIN, hat Absichten auf ihre Herrschaft. Doch Arthur befindet sich noch in den Sekundären Reichen der Sterblichen. Die Herrscherin befiehlt die Beseitigung der Kinder des Pfeifers und den Angriff auf Sonntags Domäne in vierzig Minuten, also exakt um Mitternacht.

|Arthur|

In den Sekundären Reichen, die unserer bekannten Welt entsprechen, stehen die Dinge nicht zum Besten. Arthur hat zwar Dr. Freitag besiegt und zahlreiche Schläfer aus ihrem HAUS befreit. Doch wohin mit 2000 Schlafenden? Seine Freundin Blatt und er sind ratlos. Martine, die Assistentin von Lady Freitag, hilft ihnen.

Da ruft Erasmus, Arthurs ältester Bruder, an: Alle sollten spätestens in zehn Minuten in einen Bunker oder tiefen Keller. Der Grund: Das militärische Oberkommando hat beschlossen, den „Seuchenherd“ zu beseitigen und will dann vier Atombomben auf das östliche Krankenhaus abwerfen! Arthur befindet sich davon nur einen Kilometer entfernt. Was soll er tun? Er nimmt seinen fünften Schlüssel und verhängt einen Zeitstopp über seiner Stadt, der sie wie eine Blase schützt. Die Uhrzeiger bleiben bei 23:57 Minuten stehen. Aber für wie lange?

|Im HAUS|

Er öffnet ein Portal zum Haus und begibt sich in Lord Montags Thronsaal. Doch auch dorthin ist das Nichts bereits vorgedrungen. Er gebietet ihm Einhalt, und die Nichts-Woge bleibt stehen. Er braucht einen Ratgeber: Dr. Skamandros. Er transferiert dorthin und findet ihn im Kohlenkeller, während hinter ihm das Nichts das Untere HAUS verschlingt. Dr. Skamandros rät ihm zu einem Besuch beim ALTEN, der an eine riesige Uhr gekettet sei. Doch der ALTE fragt ihn nur, was Arthur eigentlich wolle, wenn er das Erbe der ARCHITEKTIN antrete. Eines ist klar: Arthur ist bereits zu sechs Zehnteln ein unsterblicher Bürger des HAUSes.

Er transferiert mit Skamandros zur Zitadelle in der vierten Domäne. Hier hält DAME PRIMUS die Stellung für ihn, besitzt sie doch die anderen vier Schlüssel. Die große Machtfülle macht sie hochnäsig. Sie verplappert sich sogar: Die Vernichtung des HAUSes, so hoffe, sie, werde verzögert. Arthur beharrt auf dem Aufhalten der Zerstörung. Nach einigen Debatten einigen sie sich darauf, dass sie sich teilt, um andere Aufgaben zu erledigen, während er sich zu Samstags Domäne aufmacht, um der Lady ihren Schlüssel und den sechsten Teil des Vermächtnisses abzunehmen. Lord Sonntag hat sich in einem Brief an Arthur für neutral erklärt.

|Die Domäne von SAMSTAG|

Das Pfeiferkind Susi Blau begleitet ihn, und mit ihr und einer zur Intelligenz erhobenen Ratte namens Stachelborste gelangen sie unentdeckt in die untersten Tiefen der sechsten Domäne. Dr. Skamandros hat ihm ein Schutz-Etui für den fünften Schlüssel gegeben. Überall lauern hier Wachtzauberer darüber, dass kein Unbefugter Magie einsetzt.

Mit Stachelborstes Hilfe verkleiden sich Arthur und Susi in Pfeiferkinder, die als „Schmieraffen“ für alle technischen Arbeiten am hohen Turm von Lady Samstag zuständig sind. Eine Transportkette bringt sie aus dem Untergrund an die Erdoberfläche der Domäne. Hier trifft ihn der Regen, der ständig fällt, zum ersten Mal, und erstmals hört er die Stimme des Vermächtnisses in seinem Kopf. Es ruft ihn, damit er es findet. Aber noch stellt er keinen Zusammenhang zwischen der Stimme und dem Regen her, das wäre ja auch zu unwahrscheinlich. Doch nach dem dritten Ruf ist die Schlussfolgerung unausweichlich: Er muss das Becken finden, wo sich der unablässige Regen sammelt.

Dem schiebt Alice, die Truppführerin der Schmieraffen, entschieden einen Riegel vor. Sie will ihr Leben noch eine ganze Weile behalten und kann mit Verrätern oder Spionen rein gar nichts anfangen. In letzter Sekunde entdeckt er Alices Verrat. Doch die Wachtzauberer werden auf ihn aufmerksam, als er den fünften Schlüssel einsetzt …

|Zeitstopp|

Unterdessen bemerkt Blatt im Krankenhaus, dass der Minutenzeiger der Uhr im Krankenhaus um eine Minute vorgerückt ist. Martine ist aus Angst vor dem Ende geflohen. Wie soll sie, Blatt, alleine 2000 Schläfer in eine atombombensichere Unterkunft bringen? Da erschüttert ein Beben das Krankenhaus. War das die Bombe – oder etwas aus dem HAUS?

_Mein Eindruck_

Die Story braucht diesmal einen langen Anlauf, um so richtig in die Gänge zu kommen. Arthur braucht beine Weile, um die wahre Lage der Dinge herauszubekommen, sowohl im HAUS, dessen Bürger er wird, aber auch in seiner Heimat. Ob der Zeitstopp, den er als Magier dort bewirkt, wirklich hält? Wir wagen es zu bezweifeln. Und als verlautet, dass der Pfeifer im HAUS eine Nichts-Bombe gezündet habe, kommt der Verdacht auf, dass es einen Zusammenhang geben könnte. Doch Arthurs Showdown mit dem Pfeifer lässt bis Band 7 auf sich warten.

Spannender ist da schon Arthurs Vordringen in Samstags Herrschaftsbereich. Die Domäne wird von einem babylonischen Turm beherrscht, der nichts weniger als die Eroberung des Himmels zum Ziel hat, nämlich die Domäne von Lord Sonntag. Die Parallele zum Alten Testament ist unübersehbar. Doch hier herrscht kein „babylonisches Sprachengewirr“, sondern eine streng überwachte Hierarchie: Die Bürger-Magier auf der einen Seite, die Pfeiferkinder auf der anderen.

Eine Sache, die Arthur und Susi beträchtlich hilft, ist der Umstand, dass den Pfeiferkindern von den Bürgern regelmäßig das Gedächtnis „geschrubbt“ wird. Wenn sie also keine Ahnung von ihrem neuen Job haben, lässt sich das ganz leicht entschuldigen. Doch sobald er seinen fünften Schlüssel einsetzt, um sich eines misstrauisch gewordenen Bürgers zu erwehren, ergreift die Bürokratie Gegenmaßnahmen. Zu seinem Glück verkündet Lady Samstag in dieser brenzligen Lage die Endphase des Angriffs auf Sonntags Domäne.

Dass sich der sechste Teil des Vermächtnisses im Regen verbirgt, der à la „Blade Runner“ fortwährend fällt, habe ich schon erwähnt. Doch welche Endform das Vermächtnis besitzt und wie es ihm helfen kann, soll hier nicht verraten werden. Richtig gut wie das Finale: Der „Sturmbock“ schlägt ein, und die Eroberungsschlacht um Lord Sonntags Domäne ist schnell in vollem Gang. Dessen Verteidiger sind ungewöhnlich: Insekten und Würmer. Arthur ist nun scharf auf Lady Samstags Schlüssel …

_Der Sprecher_

Oliver Rohrbeck ist ja schon ein alter Hase im Synchronsprechergeschäft und in Sachen Hörspielserie (s. o.). Seine „normale“ Stimme eignet sich gut für Kinderstoffe, also Märchen, Fantasy und ähnliches, denn sie erklingt nicht besonders tief oder autoritär, ist also sympathisch. Jedenfalls alles andere als furchteinflößend, schon gar nicht, wenn er mit der hohen Stimme einer weiblichen Figur spricht, oder sich gestelzt und hochnäsig ausdrückt, etwa als Dame Primus. Vielfach erklingen im Turm Meldungen, Berichte und Befehle, die alle sehr autoritär und streng daherkommen. Diesmal ist für zwischenmenschliche Gefühle kaum Platz.

Doch da es in der Geschichte einige bedrohliche Situationen darzustellen gilt, muss Rohrbeck zu ein paar Hilfsmitteln greifen. Er kann ohne Weiteres seine Stimmlage absenken, um autoritär zu wirken, er kann sie aber auch verzerren, denn mehrfach wird durchs Telefon gesprochen. Und wenn die Figuren denken, so spricht er mit einem deutlichen Halleffekt und mit doppelter Stimme. Das sollte jedem jungen Zuhörer klarmachen, dass im Augenblick nicht laut geredet wird.

|Geräusche|

Die Tonregie hat diesmal eine Unmenge von Geräuschen hinzugemischt. Dazu gehören vielfach metallische Sounds und das Zischen von Dampf – Samstags Domäne ist vollmechanisiert. Im Finale sind vielfach Knalle, Kampfgeräusche und ein Donnern zu hören. Sind dies Kanonen – oder Atombombenexplosionen aus den Sekundären Reichen?

|Die Musik|

Die Hintergrundmusik von Andy Matern wird meist recht dezent und vielfältig eingesetzt. Sie drängt sich niemals in den Vordergrund, sondern bildet einen Klangteppich, der unterbewusst die Emotionen des Zuhörers steuert, die der jeweiligen Szene angemessen sind. Das kann sowohl bedrohlich als auch fröhlich, dynamisch oder entspannt wirken. Wer genau hinhört, kann hören, wie die einzelnen Motive wiederholt werden. Eines davon erinnerte mich stark an den Soundtrack von „Inception“: ein von Bläsern getragener Teppich von tiefen Akkorden.

Die Instrumente sind in der Regel elektronisch, nur bei einem wiederkehrenden Leitmotiv – eine kurze Abfolge von elegischen Tönen – wird ein elektrisches Piano eingesetzt. Ich fand die Musik, die überraschend häufig zu hören ist, sehr passend. Ihre vielfältige Dynamik ist ernstgemeint und kein Kasperletheater, genau richtig für das Thema des Kampfes und der Eroberung des HAUSes.

_Unterm Strich_

Auch dieses sechste Hörbuch des siebenteiligen Zyklus „Die Schlüssel zum Königreich“ wartet mit zahlreichen Rätseln, Wundern, Gefahren und Kämpfen auf. Der junge Zuhörer bangt mit Lord Arthur ebenso mit wie mit der jungen Blatt, die auf ihre eigene Art ums Überleben kämpfen muss.

Nachdem er bereits fünf Schlüssel erobert hat, tritt Arthur recht autoritär auf. Dazu steht seine immer noch zaghafte, jungenhafte Stimme, die der Sprecher ihm verleiht, in einem gewissen Widerspruch, der mich verwirrt hat. Arthur erscheint schwach, wo er eigentlich stark ist. Zusammen mit Susi und dem Vermächtnis setzt er sich gegen zahlreiche Widersacher durch, bis er sich schließlich dem finalen Angriff von 5000 Bürgern und Lady Samstag auf Sonntags Domäne anschließt.

Würde man dieses Finale als Anime realisieren, wäre ein gewaltiges Panorama vonnöten, denn die Ausmaße von Trum, Rakete und Sturmbock sind gigantisch – die Apotheose der Maschinerie. Die Viktorianer hätten dies geliebt, und das steht völlig in Einklang mit der grundlegend viktorianischen Kultur und Umgebung des HAUSes. Warum der Autor ausgerechnet diese vergangene Epoche gewählt hat, bleibt sein Geheimnis. Aber es distanziert das HAUS von Arthurs eigener Gegenwart und erlaubt dem Leser bzw. Hörer dadurch einen eigenen Standpunkt, der Kritik erlaubt.

Der Sprecher Oliver Rohrbeck bietet dem Hörer, vor allem dem kindlichen Zuhörer ab 12 bis 13 Jahren, eine breite Palette von stimmlichen Tonlagen und Klang-Effekten, die zu einer Charakterisierung verschiedenster Wesen beitragen. Mit ein wenig Phantasie kann sich der Zuhörer daher die fremde Welt des HAUSes viel besser vorstellen. Die Geräusche tragen noch mehr zum Realismus bei, überlagern aber nie den Vortrag.

Dennoch fragte ich mich zu Anfang und in der Mitte, wann die Handlung denn endlich spannend werden würde. Die Action lässt bis zur vierten CD auf sich warten. Und dann fällt der Showdown mit der Zauberin auch noch aus. Ich war ein wenig enttäuscht, aber vielleicht wird Samstag noch für Band 7 gebraucht.

Ein Vergleich mit dem Buch deckt zahlreiche Kürzungen auf. Außerdem entgehen dem Hörer so die schönen Zeichnungen, die Daniel Ernle beigesteuert hat.

|4 Audio-CDs mit 269 Minuten Spieldauer
Originaltitel: Superior Saturday (2008)
Aus dem Australischen Englisch von Axel Franken
ISBN-13: 9783785738474|
http://www.luebbe.de

_Garth Nix bei |Buchwurm.info|:_

[„Sabriel“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=1109 (Das alte Königreich 1)
[„Lirael“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=1140 (Das alte Königreich 2)
[„Abhorsen“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=1157 (Das alte Königreich 3)

Nix, Garth – Mächtiger Samstag (Die Schlüssel zum Königreich / Keys to the Kingdom 6))

_|Die Schlüssel zum Königreich|:_

01 [„Schwarzer Montag“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=3719
01 [„Schwarzer Montag“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=3172 (Hörbuch)
02 [„Grimmiger Dienstag“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=3725
02 [„Grimmiger Dienstag“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=4528 (Hörbuch)
03 [„Kalter Mittwoch“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=4242
03 [„Kalter Mittwoch“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=5101 (Hörbuch)
04 [„Rauer Donnerstag“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=4831
04 [„Rauer Donnerstag“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=5051 (Hörbuch)
05 [„Listiger Freitag“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=5626
06 _“Mächtiger Samstag“_
07 „Goldener Sonntag“

_Arthurs sechste Station: Die Erstürmung des Himmels_

Arthur Penhaligon war eigentlich dem Tod geweiht. Doch man ließ ihn nicht sterben, sondern erlegte ihm eine schier unlösbare Aufgabe auf: Er muss sieben Schlüssel besorgen von sieben Erzfeinden. Arthur Penhaligon, Held wider Willen, hat Großes geleistet: Fünf Gegner sind besiegt und mussten ihre Schlüssel an ihn abgeben.

Nun ist nach fünf Abenteuern die Jagd auf den Schlüssel der mächtigen Lady Samstag dran. Sie ist die älteste Bewohnerin und größte Zauberin des HAUSes, und sie befehligt unzählige Magier. Ehe Arthur sich’s versieht, muss er an allen Fronten kämpfen: Das Nicht droht, das HAUS aufzulösen, Arthurs Mutter ist verschwunden. Seine Heimatstadt wird angegriffen. Er kann nicht einmal in das anscheinend uneinnehmbare Ober-HAUS gelangen – und selbst wenn: Den sechsten Schlüssel zu erobern ist vielleicht nicht ausreichend, um die zaubernden Horden von Lady Samstag und ihr Streben nach der absoluten macht aufzuhalten … (Verlagsinfo)

Der Verlag empfiehlt das Buch ab zehn Jahren.

_Der Autor_

Garth Nix wurde 1963 in Melbourne / Australien geboren. Nach seinem Studium arbeitete er in einer Buchhandlung, später als Verleger, Buchhandelsvertreter, Zeitungsredakteur und Marketingberater. Seit 2002 bestreitet er seinen Lebensunterhalte ausschließlich als Autor. Er lebt heute mit seiner Frau, einer Verlegerin, und seinem Sohn in einem Vorort von Sydney. Zu seinen bekanntesten Büchern gehört die „Abhorsen“-Trilogie, die komplett bei Carlsen und Lübbe erschienen ist („Sabriel“, „Lirael“, „Abhorsen“).

_Der Hintergrund _

Gepriesen sei die Architektin! Sie schuf die wahre Welt, das HAUS. Dies ist der Mittelpunkt aller Schöpfung, das Königreich aller Realität. Es ist eingeteilt in die sieben Wochentage von Montag bis Sonntag, und diese wiederum sind in jeweils zwölf Stunden eingeteilt. Minuten- und Stundenzeiger sind die Insignien eines jeden Tages – und mächtige Instrumente.

Rundherum liegen die sekundären Reiche, zu denen auch unsere bescheidene Welt zählt. Und SIE ließ alles darin archivieren. Als SIE sah, dass es gut war, verabschiedete SIE sich, hinter ließ jedoch das VERMÄCHTNIS, in dem sie bestimmte, dass nur Sterbliche das Königreich erben können. Das VERMÄCHTNIS besteht vollständig aus Text, wie sich denken lässt. Doch die sieben Treuhänder vollstreckten das VERMÄCHTNIS nicht, sondern teilten sich die Macht in ihren sieben Herrschaftsbereichen. Das VERMÄCHTNIS teilten sie in sieben Stücke, von denen jedes woanders versteckt wurde.

Eines Tages begab es sich, dass das Bruchstück von MONTAG, ein auf einem toten Stern in Glas versiegelter Kristall, der von metallischen Wächtern bewacht wurde, von einem Inspektor des ARCHIVs begutachtet wurde. Die Wächter, nach Äonen des Wachens müde geworden, meldeten dem Inspektor keinerlei besondere Vorkommnisse. Doch als er sich die Nase putzte, bemerkte er aus dem Augenwinkel ein kleines flinkes Etwas vorbeihuschen. Nein, dachte er, ich muss mich getäuscht haben.

Doch er hatte sich nicht getäuscht: Ein kleines Stück VERMÄCHTNIS-Text bemächtigt sich jedoch der Transferplatte, mit der er vom ARCHIV gekommen ist, und verschwindet damit. Oh-oh, denkt der Inspektor. Damit hat er Recht. Wenig später kommen zwei großmächtige Herren, die Silberstöcke tragen. Sie sagen, sie kämen von einem, der sogar noch höher stehe als MONTAG. Oh-oh, denkt der Inspektor. Das gibt großen Ärger.

_Handlung_

|Lady Samstag|

Lady Erhabener Samstag überblickt ihre Domäne. Sie steht in ihrem gläsernen Büro auf der Spitze eines sechs Kilometer hohen Turmes auf Bürozellen. An diesem Turm wird seit rund zehntausend Jahren gebaut, und sein Ziel ist unübersehbar: der Boden der Domäne von Lord Sonntag. Dessen unvergleichliche Gärten, gestützt von vier riesigen Bäumen, haben an ihrer Unterseite eine Schwachstelle, durch die Lady Samstag mit einem Sturmbock stoßen will, um seine Domäne zu erobern. Denn diese, so behauptet sie, stehe rechtmäßig ihr zu.

Ihr Verwalter, Abenddämmerung, tritt vor, um Bericht zu erstatten. Das vorrückende Nichts habe bereits die Fernen Weiten und das Untere HAUS verschlungen, es schicke sich nun an, das Mittlere HAUS anzugreifen. Lady Samstag ist sich der Präsenz des Thronanwärters namens Arthur Penhaligon wohl bewusst, und auch der Pfeifer, der Thron Sohn der ARCHITEKTIN, hat Absichten auf ihre Herrschaft. Doch Arthur befindet sich noch in den Sekundären Reichen der Sterblichen. Die Herrscherin befiehlt die Beseitigung der Kinder des Pfeifers und den Angriff auf Sonntags Domäne in vierzig Minuten, also exakt um Mitternacht.

|Arthur|

In den Sekundären Reichen, die unserer bekannten Welt entsprechen, stehen die Dinge nicht zum Besten. Arthur hat zwar Dr. Freitag besiegt und zahlreiche Schläfer aus ihrem HAUS befreit. Doch wohin mit 2000 Schlafenden? Seine Freundin Blatt und er sind ratlos. Martine, die Assistentin von Lady Freitag, hilft ihnen.

Da ruft Erasmus, Arthurs ältester Bruder, an: Alle sollten spätestens in zehn Minuten in einen Bunker oder tiefen Keller. Der Grund: Das militärische Oberkommando hat beschlossen, den „Seuchenherd“ zu beseitigen und will dann vier Atombomben auf das östliche Krankenhaus abwerfen! Arthur befindet sich davon nur einen Kilometer entfernt. Was soll er tun? Er nimmt seinen fünften Schlüssel und verhängt einen Zeitstopp über seiner Stadt, der sie wie eine Blase schützt. Die Uhrzeiger bleiben bei 23:57 Minuten stehen. Aber für wie lange?

|Im HAUS|

Er öffnet ein Portal zum Haus und begibt sich in Lord Montags Thronsaal. Doch auch dorthin ist das Nichts bereits vorgedrungen. Er gebietet ihm Einhalt, und die Nichts-Woge bleibt stehen. Er braucht einen Ratgeber: Dr. Scamandros. Er transferiert dorthin und findet ihn im Kohlenkeller, während hinter ihm das Nichts das Untere HAUS verschlingt. Dr. Scamandros rät ihm zu einem Besuch beim ALTEN, der an eine riesige Uhr gekettet sei. Doch der ALTE fragt ihn nur, was Arthur eigentlich wolle, wenn er das Erbe der ARCHITEKTIN antrete. Eines ist klar: Arthur ist bereits zu sechs Zehnteln ein unsterblicher Bürger des HAUSes.

Er transferiert mit Scamandros zur Zitadelle in der vierten Domäne. Hier hält DAME PRIMUS die Stellung für ihn, besitzt sie doch die anderen vier Schlüssel. Die große Machtfülle macht sie hochnäsig. Sie verplappert sich sogar: Die Vernichtung des HAUSes, so hoffe, sie, werde verzögert. Arthur beharrt auf dem Aufhalten der Zerstörung. Nach einigen Debatten einigen sie sich darauf, dass sie sich teilt, um andere Aufgaben zu erledigen, während er sich zu Samstags Domäne aufmacht, um der Lady ihren Schlüssel und den sechsten Teil des Vermächtnisses abzunehmen. Lord Sonntag hat sich in einem Brief an Arthur für neutral erklärt.

|Die Domäne von SAMSTAG|

Das Pfeiferkind Susi Blau begleitet ihn, und mit ihr und einer zur Intelligenz erhobenen Ratte namens Stachelborste gelangen sie unentdeckt in die untersten Tiefen der sechsten Domäne. Dr. Scamandros hat ihm ein Schutz-Etui für den fünften Schlüssel gegeben. Überall lauern hier Wachtzauberer darüber, dass kein Unbefugter Magie einsetzt.

Mit Stachelborstes Hilfe verkleiden sich Arthur und Susi in Pfeiferkinder, die als „Schmieraffen“ für alle technischen Arbeiten am hohen Turm von Lady Samstag zuständig sind. Eine Transportkette bringt sie aus dem Untergrund an die Erdoberfläche der Domäne. Hier trifft ihn der Regen, der ständig fällt, zum ersten Mal, und erstmals hört er die Stimme des Vermächtnisses in seinem Kopf. Es ruft ihn, damit er es findet. Aber noch stellt er keinen Zusammenhang zwischen der Stimme und dem Regen her, das wäre ja auch zu unwahrscheinlich. Doch nach dem dritten Ruf ist die Schlussfolgerung unausweichlich: Er muss das Becken finden, wo sich der unablässige Regen sammelt.

Dem schiebt Alice, die Truppführerin der Schmieraffen, entschieden einen Riegel vor. Sie will ihr Leben noch eine ganze Weile behalten und kann mit Verrätern oder Spionen rein gar nichts anfangen. In letzter Sekunde entdeckt er Alices Verrat. Doch die Wachtzauberer werden auf ihn aufmerksam, als er den fünften Schlüssel einsetzt…

|Zeitstopp|

Unterdessen bemerkt Blatt im Krankenhaus, dass der Minutenzeiger der Uhr im Krankenhaus um eine Minute vorgerückt ist. Martine ist aus Angst vor dem Ende geflohen. Wie soll sie, Blatt, alleine 2000 Schläfer in eine atombombensichere Unterkunft bringen? Da erschüttert ein Beben das Krankenhaus. War das die Bombe – oder etwas aus dem HAUS?

_Mein Eindruck_

Die Story braucht diesmal einen langen Anlauf, um so richtig in die Gänge zu kommen. Arthur braucht beine Weile, um die wahre Lage der Dinge herauszubekommen, sowohl im HAUS, dessen Bürger er wird, aber auch in seiner Heimat. Ob der Zeitstopp, den er als Magier dort bewirkt, wirklich hält? Wir wagen es zu bezweifeln. Und als verlautet, dass der Pfeifer im HAUS eine Nichts-Bombe gezündet habe, kommt der Verdacht auf, dass es einen Zusammenhang geben könnte. Doch Arthurs Showdown mit dem Pfeifer lässt bis Band 7 auf sich warten.

Spannender ist da schon Arthurs Vordringen in Samatgs Herrschaftsbereich. Die Domäne wird von einem babylonischen Turm beherrscht, der nichts weniger als die Eroberung des Himmels zum Ziel hat, nämlich die Domäne von Lord Sonntag. Die Parallele zum Alten Testament ist unübersehbar. Doch hier herrscht kein „babylonisches Sprachengewirr“, sondern eine streng überwachte Hierarchie: Die Bürger-Magier auf der einen Seite, die Pfeiferkinder auf der anderen.

Eine Sache, die Arthur und Susi beträchtlich hilft, ist der Umstand, dass den Pfeiferkindern von den Bürgern regelmäßig das Gedächtnis „geschrubbt“ wird. Wenn sie also keine Ahnung von ihrem neuen Job haben, lässt sich das ganz leicht entschuldigen. Doch sobald er seinen fünften Schlüssel einsetzt, um sich eines misstrauisch gewordenen Bürgers zu erwehren, ergreift die Bürokratie Gegenmaßnahmen. Zu seinem Glück verkündet Lady Samstag in dieser brenzligen Lage die Endphase des Angriffs auf Sonntags Domäne.

Dass sich der sechste Teil des Vermächtnisses im Regen verbirgt, der à la „Blade Runner“ fortwährend fällt, habe ich schon erwähnt. Doch welche Endform das Vermächtnis besitzt und wie es ihm helfen kann, soll hier nicht verraten werden. Richtig gut wie das Finale: Der „Sturmbock“ schlägt ein, und die Eroberungsschlacht um Lord Sonntags Domäne ist schnell in vollem Gang. Dessen Verteidiger sind ungewöhnlich: Insekten und Würmer. Arthur ist nun scharf auf Lady Samstags Schlüssel …

_Die Illustrationen_

Etliche Zeichnungen von Daniel Ernle schmücken die deutsche Ausgabe – auch die des Taschenbuchs – und werten sie deutlich auf. So kann man sich die Vorgänge und Szenen viel besser vorstellen. Besonders interessant fand ich die Darstellung der Titelfigur: Sie sieht in ihrer Rüstung und den großen Flügeln wie ein geharnischter Erzengel Gabriel aus, in ihrer Hand der sechste Schlüssel. Die Symbolik ist unübersehbar: Mit Wort und Text greift dieser aufmüpfig gewordene Engel den Herrn des Himmels an. Wer dies ist, muss sich noch herausstellen.

_Unterm Strich_

Auch dieses sechste Buch des siebenteiligen Zyklus „Die Schlüssel zum Königreich“ wartet mit zahlreichen Rätseln, Wundern, Gefahren und Kämpfen auf. Der junge Zuhörer Leser mit Lord Arthur ebenso mit wie mit der jungen Blatt, die auf ihre eigene Art ums Überleben kämpfen muss.

Nachdem er bereits fünf Schlüssel erobert hat, tritt Arthur recht autoritär auf. Zusammen mit Susi und dem Vermächtnis setzt er sich gegen zahlreiche Widersacher durch, bis er sich schließlich dem finalen Angriff von 5000 Bürgern und Lady Samstag auf Sonntags Domäne anschließt.

Würde man dieses Finale als Anime realisieren, wäre ein gewaltiges Panorama vonnöten, denn die Ausmaße von Trum, Rakete und Sturmbock sind gigantisch – die Apotheose der Maschinerie. Die Viktorianer hätten dies geliebt, und das steht völlig in Einklang mit der grundlegend viktorianischen Kultur und Umgebung des HAUSes.

Warum der Autor ausgerechnet diese vergangene Epoche gewählt hat, bleibt sein Geheimnis. Vielleicht wollte er die englischen Leser besonders ansprechen. Aber es distanziert das HAUS von Arthurs eigener Gegenwart und erlaubt dem Leser bzw. Hörer dadurch einen eigenen Standpunkt, der Kritik erlaubt.

Dennoch fragte ich mich zu Anfang und in der Mitte, wann die Handlung denn endlich spannend werden würde. Die Action lässt bis zur vierten CD auf sich warten. Und dann fällt der Showdown mit der Zauberin auch noch aus. Ich war ein wenig enttäuscht, aber vielleicht wird Samstag noch für Band 7 gebraucht.

Diesmal bekommt Arthur am Schluss keine Einladung von einem weiteren Herrscher, sondern einen Notruf von Blatt: Die Erde ist in großer Gefahr! Es heißt also weiterlesen!

|Gebunden mit Schutzumschlag: 269 Seiten
Originaltitel: Superior Saturday
Aus dem Englischen von Axel Franken
Illustrationen von Daniel Ernle
Empfohlen ab 10 Jahren
ISBN-13: 978-3-431-03776-0|
http://www.ehrenwirth.de

_Garth Nix bei |Buchwurm.info|:_

[„Sabriel“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=1109 (Das alte Königreich 1)
[„Lirael“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=1140 (Das alte Königreich 2)
[„Abhorsen“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=1157 (Das alte Königreich 3)

Riordan, Rick (Autor) / Kaminski, Stefan (Sprecher) / Ohm, Lotte (Sprecherin) – rote Pyramide, Die (Die Kane-Chroniken 1) (Lesung)

_|Die Kane-Chroniken|-Trilogie:_

01 _“Die rote Pyramide“_
02 „Der Feuerthron“
03 „The Serpents Shadow“ (noch ohne dt. Titel)

_Abenteuer- und lehrreiche Kopie nach Percy-Jackson-Vorbild_

Ein Besuch im Museum? An Heiligabend? Eine bescheuerte Idee, finden Sadie und Carter. Aber ihr Vater, der berühmte Ägyptologe Dr. Julius Kane, will ihnen gar keine verstaubten Sarkophage zeigen – er plant nichts weniger, als den ägyptischen Gott Osiris zu beschwören. Doch das geht schief, und er wird von einem unheimlichen glutroten Kerl entführt. Um ihn zu befreien, müssen die Geschwister es mit der gesamten ägyptischen Götterwelt aufnehmen. (Verlagsinfo)

_Der Autor_

Rick Riordan war viele Jahre lang Lehrer für Englisch und Geschichte. Mit seiner Frau und seinen zwei Söhnen lebt er in San Antonio, Texas, und widmet sich ausschließlich dem Schreiben. „Percy Jackson. Diebe im Olymp“ war sein erstes Buch für junge Leser. Dessen Verfilmung mit Pierce Brosnan und Uma Thurman lief ab 11. Februar 2010 in deutschen Kinos.

Der PERCY-JACKSON-Zyklus (im Buch bei Carlsen):

1) Diebe im Olymp
2) Im Bann des Zyklopen
3) Der Fluch des Titanen
4) Die Schlacht um das Labyrinth
5) Die letzte Göttin (Hörbuch, Oktober 2011)
6) The Ultimate Guide (2010)

DIE KANE-CHRONIKEN:

1) Die rote Pyramide (Hörbuch 01/2012)
2) Der Feuerthron (Hörbuch 15.3.2013)
3) The Serpent’s Shadow (2012)

HELDEN DES OLYMP

1) Der verschwundene Halbgott (Hörbuch 12.10.2012)
2) Der Sohn des Neptun (Hörbuch 14.3.2013)
3) The Demigod Diaries (Sachbuch) – August 2012
4) The Mark of Athena (Oktober 2012)
5) The House of Hades (Oktober 2013)
6) geplant für Herbst 2014

_Der Sprecher/Die Sprecherin_

Stefan Kaminski, geboren 1974 an der Hochschule für Schauspielkunst „Ernst Busch“ sein Schauspielstudium absolviert. Als Sprecher ist er v.a. durch seine Live-Hörspiele am Deutschen Theater und sein „Stimmen-Morphing“ bekannt. Mehr Info: http://www.kaminski-on-air.de

Lotte Ohm studierte Schauspiel an der Hochschule für Musik und Theater in Leipzig. Im Fernsehen war sie bereits in diversen Produktionen wie „Tatort“ und „Polizeiruf 110“ zu sehen. Sie spielt am Deutschen Theater in Berlin.

Regie im Studio Wort zu Berlin führte Gabriele Kreis.

_Handlung_

Carter Kane ist der vierzehnjährige Sohn des Ägyptologen Dr. Julius Kane. Zu Heiligabend besucht er seine zwei Jahre jüngere Schwester Sadie bei ihren Großeltern in London, bei denen sie seit dem Tod ihrer beider Mutter lebt. Ihr Vater fühlt sich verfolgt und umklammert seine Arbeitstasche, als er Carter zu den Fausts begleitet. Sieht jener Typ im Trenchcoat dort nicht verdächtigt aus? Er schickt Carter vor. Als Sadie und Carter zurückkommen, spricht ihr Dad mit dem Typen im Trenchcoat: Er nennt sich Amos, und offenbar kennt er Dad, denn er nennt ihn Julius. Julius verfolgt offenbar einen Plan, um die Kinder zu schützen. Doch vor wem oder was? Kaum ist Amos weg, schlägt ihr Dad einen Besuch im British Museum vor. Warum nicht?

Ein Zwischenstopp an Cleopatra’s Needle, dem berühmten Obelisken mitten in London. Hier sah ihr Dad Mom zum allerletzten Mal. War es ein Unfall? Er schweigt über dieses Geheimnis. Seitdem trägt Sadie wie ihr Bruder ein Schutzamulett. Wie in einem Blitz erscheinen ein Mann und eine junge Frau aus dem Nichts. Sie sehen irgendwie ägyptisch aus, findet Sadie. Dad reagiert sofort: ins Taxi!

Am Eingang zum Museum erkennen die Wärter und Bediensteten Dr. Kane sofort und winken ihn hinein zur Hauptattraktion der aktuellen Ausstellung: dem Original des Rosetta-Steins, der die Übersetzung der Hieroglyphen ins Griechische und dann ins Englische ermöglichte. Er sei 1799 gefunden worden, erklärt der Leiter der Ausstellung. Er öffnet die Vitrine und holt Dokumente heraus. Doch Julius Kane überlistet Dr. Martin und sperrt ihn ein.

Endlich allein – das ist die erhoffte Gelegenheit! Sadie sieht ihren Dad in einem blau leuchtenden Kreis, wie er direkt auf den Rosetta-Stein Hieroglyphen schreibt, die Sadie lesen kann: „Öffne dich! Osiris, komm!“ Sie will ihn noch warnen, doch es ist bereits zu spät: Der Stein fliegt in die Luft …

Als das Trio wieder erwacht, hören sie ein höhnisches Lachen. Da steht ein glutroter Mann, den Dad zurück in die Unterwelt, die Duat, schicken will. Doch der Rote lacht nur und wehrt alle Angriffe ab: „Die FÜNF sind freigesetzt!“ Dann droht er Dad und sperrt ihn in einen leuchtenden Sarg. Dad ruft noch: „Lauft!“, bevor sein Sarg im Boden versinkt. Doch der Rote wird in seinem Angriff auf die Kinder aufgehalten, als zwei Zauberer erscheinen und ihn vertreiben können. Die beiden sind das Paar, das sie an Cleopatra’s Needle gesehen und stehengelassen haben, ein Franzose und eine Ägypterin.

Die beiden Kane-Kinder, die alle Verhöre geduldig über sich haben ergehen lassen, werden von Kommissar Williams im Namen der Regierung des Landes verwiesen. Als Amerikaner müssen sie zurück in die Vereinigten Staaten. Die Großeltern sind erschüttert, können aber nichts unternehmen. Amos, Dads Bruder, holt sie zum Flughafen ab, denken die Geschwister, doch weit gefehlt: Amos zeichnet ein Boot in die Luft, setzt es auf die Themse, heißt alle einsteigen, Sadie Katze Muffin mitnehmen – und schon geht’s los!

Wie auf einer Achterbahn sausen sie durch die Finsternis, bis sie in Brooklyn anlangen. Gegenüber des Flusses liegt der Lichterglanz Manhattans. Auf einem Lagerhaus erhebt sich eine fünfstöckige Villa, in die Amos seine Passagiere führt. Er tut ja gerade so, als stünde die Villa in einem der Bezirke des alten Ägypten, stutzen sie. Ist er vielleicht plemplem?

Das Innere der Villa ist weitaus größer als ihre Abmessungen vermuten lassen: ein Saal von gigantischen Ausmaßen versetzt Sadie in Erstaunen. Darin steht eine Riesenstatue von Thot, dem Gott mit dem Ibiskopf, der ein Ankh hält, ein Henkelkreuz, das für das Leben steht. Thot ist der Gott des Wissens und der Erfinder der Schrift, doziert Amos. Sadie wundert sich über einen Pavian, der ein T-Shirt trägt: Er heiße Cheops, sagt Amos, und sei der Butler. Carter übergibt Amos Dads Arbeitstasche. Cheops bringt die Kids auf ihre Zimmer. Sadie vermisst ihren Dad in all dieser Magie.

Carter träumt, er befinde sich im alten Ägypten und begegne zwei Dämonen. Da ist auch wieder der rote Gott, und vor diesem werfen sich die Kröte und der Vogel in den Staub. Sie erzählen ihm, an dieser Stelle solle ein Tempel in der Stadt namens Phoenix gebaut werden. Der Rote erwidert, er werde einen Sturm schicken und dann Phoenix niederbrennen. Das klingt nicht gut für die Stadt in Arizona. Als Carter erwacht, hört er in seinem Kopf eine Stimme, die ihn beruhigt. Er müsse sich jedoch gegen IHN, den Roten, wappnen.

Als sie am Pool chillen, erklärt ihnen Onkel Amos endlich, was hier eigentlich abgeht. „Julius wollte den Gott Osiris herbeirufen, aber das ging schief.“ Das haben sie gesehen, weiß Gott. Was sie aber erstaunt, ist Amos‘ Behauptung, die alten Götter Ägyptens seien bis heute lebendig. Die Villa hier sei ein Tempel, ein Lebenshaus, ein per-Ankh. Mom und Dad seien Magier, deren magische Fähigkeiten angeboren seien bzw. waren. Genau wie bei Cater und Sadie – den zaubermächtigsten Kane-Kindern seit Jahrhunderten.

Aber warum wollte Dad Osiris beschwören, fragt Carter und Sadie weiß es: „Er wollte Mom von den Toten zurückrufen!“ Das sei Wahnsinn, findet Carter. Amos erklärt, der rote Gott namens Seth sei einer von fünf Göttern, die Julius stattdessen verbotenerweise freisetzte. Denn er brach damit den Bann, der nach Moms Tod über ihn verhängt worden war. Das Magierpaar seien nur Beobachter und Wächter. Sagt Amos wirklich die Wahrheit, fragen sich die beiden Kids.

Eins sei jedenfalls klar: Sadie und Carter müssten in ägyptischer Magie unterwiesen werden, nicht nur, um sie zu schützen, sondern auch, um sie vor Dummheiten zu bewahren. Und der Rote, fragt Carter. Dieser Agent des Chaos könne mit seinem Sturm nicht nur die Stadt Phoenix zerstören, sondern die gesamten USA dem Erdboden gleichmachen. Gar nicht gut. Da wollen sie sich mal lieber mit der Ausbildung beeilen, um ihm rechtzeitig das Handwerk legen zu können. Doch wieviel Zeit haben sie? Viel weniger, als sie gehofft hatten …

_Mein Eindruck_

Es ist nicht leicht, es mit einem Gott wie Seth aufzunehmen. Er hat jede Menge Handlanger in Gestalt von Dämonen, die ihm lästige Angreifer wie Sadie und Carter vom Leibe halten. Doch die Kane-Geschwister sind auch nicht irgendwer: In Carter wohnt der Geist von Horus, dem Sohn des Osiris, und in Sadie kommt eine noch eindrucksvollere Göttin zum Vorschein: Isis, die Gattin von Osiris.

Doch bevor die beiden Götter den beiden Jugendlichen helfen können, müssen diese lernen, mit ihren magischen Fähigkeiten, die sie von Mom und Dad geerbt haben, zurechtzukommen und sie zu beherrschen. Wie schon in Camp Half Blood durchlaufen sie eine Art Zaubererschule nach dem Vorbild von Hogwarts. So können sie etwa ihre Seele, das Ba, auf eine Geistreise schicken, um in der Geisterwelt, der Duat, andere Geister zu treffen und Neues zu erfahren. Die junge Magierin Zia Raschid ist ihre Lehrerin, und Bastet, die katzengestaltige Göttin, steht ihn als Kriegerin zur Seite.

Beistand von diesen beiden Damen benötigen sie dringend, denn es gibt auch eine Gegenseite unter den Menschen. Ein Franzose namens Dejardin, der über ähnliche magische Fähigkeiten verfügt, besitzt das wertvollste Buch, das sie brauchen, um es mit Seth aufnehmen zu können. Darin steht das Ritual, das man ausführen muss, um Seth aufzuhalten. Das Ritual selbst wiederum besteht aus zwei Komponenten: Man muss den wahren Namen Seths aussprechen und eine Feder der Göttin Ma’at, die die Wahrheit anzeigt, werfen.

Die Befolgung all dieser Spielregeln ist nötig, um Seths Werk aufzuhalten. An seinem Geburtstag am Jahresende will er eine Pyramide errichten, die all seine Macht konzentriert, und die Vereinigten Staaten übernehmen. Nicht witzig! Eine unangenehme Begleiterscheinung: der Megasturm, der alle Menschlein hinwegfegen wird. Keine Frage also, ob man ihn aufhalten soll oder nicht. Doch wie sich zeigt, wird es extrem knapp …

|Percy Jackson reloaded|

Wieder einmal hat Rick Riordan, der Schöpfer des PERCY-JACKSON-Zyklus‘, seine jugendlichen Helden aus der amerikanischen Gegenwart – sie stammen aus Los Angeles – in eine mythische Vergangenheit versetzt, um die Welt, wie wir sie kennen, vor dem Untergang zu bewahren. Das war schon so ziemlich der Plot des PERCY-JACKSON-Zyklus‘, nur dass es dort um die griechische Götterwelt ging.

Neben der Erledigung von allerlei Aufgaben erleben die Geschwister jede Menge Abenteuer, bekämpfen die seltsamsten Ungeheuer und Dämonen, werden aber dann doch in letzter Sekunde gerettet. Sadie verliebt sich in keinen anderen als Anubis, den Führer der Toten, der in einem schmucken Jüngling wohnt. Aber ob sie ihre Eltern je wiedersehen werden, darf hier nicht verraten werden.

_Der Sprecher/Die Sprecherin_

Die beiden Sprecher wechseln sich häufig ab. Deshalb muss der Hörer aufpassen, welchen Blickwinkel er oder sie gerade einnimmt, den von Carter oder den von Sadie. Nach einer Weile identifiziert man die Stimme von Kaminski automatisch mit der der Figur des Carter Kane.

Lotte Ohm ist mir nicht als eindrücklich in Erinnerung, eher im Gegenteil: Im Vergleich zur fulminanten Darstellungskunst von Kaminski wirkt sie blass und ihre Darstellung der Sadie flach und farblos. Das wird der aktiven Rolle der Figur in keinster Weise gerecht. Dass sie in einer höheren Stimmlage spricht, versteht sich fast von selbst.

Stefan Kaminski ist es somit, der das Hörbuch trägt. Auf seine Auftritte mit Carters Stimme habe ich mich immer gefreut. Am besten kommt aber seine Sprachkunst zur Geltung, wenn er die schrägsten Typen porträtieren soll. Dejardin etwa spricht mit französischem Akzent, der ihn arrogant erscheinen lässt. Kaminski gibt dem fiesen Gott Seth eine enorm tiefe Stimme, die höhnisch und überheblich wirkt. Wer würde ihm nicht eine reinwürgen wollen? Die Monster und Dämonen, die Seth schickt, sind entweder dämlich oder wirken zumindest in ihrer Sprechweise so. Eine Kröte etwa quakt.

Es liegt nahe, dass Kaminski auch Tiere „spricht“. Der Affe Cheops Quietscht und kreischt, wohingegen die Göttin Bastet, verkörpert in der Katze Muffin, schnurrt wie ein richtiger Stubentiger. Wenn sie Kummer hat, miaut sie höchst kläglich. Dass Vögel krächzen und Falken schreien, liege nahe. Carter nimmt als Horus-Verkörperung die magische Gestalt eines Falken an und Sadie materialisiert als Milan. Uschebtis hingegen sind kleine magische Diener, ungefähr wie Hauselfen in Hogwarts. Sie sprechen auch mit genauso hohen Stimmen, und der Netteste davon heißt Marshmallow.

|Musik/Geräusche|

Dieses Hörbuch weist weder Musik noch Geräusche auf, kostet aber trotzdem rund 20 Euronen.

_Unterm Strich_

Der Plot ist uns von den Percy-Jackson-Büchern recht vertraut, und wer den ersten Film gesehen hat, dürfte keine Schwierigkeiten haben, das Handlungsprinzip wiederzuerkennen. Man nehme zwei Zauberlehrlinge, die erblich vorbelastet sind und auf eine Mission geraten: Sie wollen ihre verschwundenen Eltern wiederfinden. Damit dies gelingt, müssen sie erst die Welt vor dem fiesen Gott Seth retten, der auch gleich die USA plattmachen will. Selbstredend brauchen sie allerlei Hilfe, nicht zuletzt ihre eigenen magischen Fähigkeiten.

Als wäre dies lediglich ein anderes Spielbrett, auf dem die Regeln der altägyptischen Mythologie herrschen, inszeniert der Autor mehr oder weniger die gleiche Handlung. Zu den Spielmöglichkeiten gehören Geistreisen, Verkörperungen, magische Rituale und jede menge Portale, die es zu durchschreiten gilt. Und wer hätte das gedacht? Am Schluss machen die beiden Zauberlehrlinge, nunmehr graduiert, ihr eigenes Camp Half Blood auf.

Man merkt eben, dass Riordan lange Jahre Pädagoge war und nun sein Anliegen darin sieht, seine Schüler, pardon!, Leser und Hörer, durch die Abenteuer der Figuren sowohl zu unterhalten als auch zu informieren. Am Schluss sollen sie in der Lage sein, selbständig zu denken und moralisch zu handeln – nicht selbstverständlich in einer Umgebung des krassen kapitalistischen Materialismus wie den USA. Insofern ist Riordans Dauerprojekt durchaus zu loben.

|Das Hörbuch|

Diese akustische Umsetzung des 600-Seiten-Buches wird praktisch allein von Stefan Kaminski getragen, dessen Sprachkunst wirklich eindrucksvoll ist. Lotte Ohm verblasst dagegen, was ihrer Figur der Sadie nicht gerecht wird. Dass es weder Musik noch Geräusche gibt, finde ich schade. Ärgerlich ist deshalb der hohe Preis.

|6 Audio-CDs
Spieldauer: 8:01 Std.
Tracks: 132
Originaltitel: The Red Pyramid (The Kane-Chronicles 1)
Gelesen von Stefan Kaminksi und Lotte Ohm
Vom Verlag empfohlen ab 11 Jahren
ISBN: 978-3-86742-115-7|
http://www.silberfisch-hoerbuch.de

_Rick Riordan bei |Buchwurm.info|:_
[„Im Bann des Zyklopen“ (Percy Jackson 2) (Lesung)]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=7273
[„Der Fluch der Titanen“ (Percy Jackson 3) (Lesung)]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=7344
[„Die Schlacht um das Labyrinth“ (Percy Jackson 4) (Lesung)]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=7362

JANA OLVIVER – Aller Anfang ist Hölle (Die Dämonenfängerin 1)

Die Dämonenfängerin:

Band 1: „Aller Anfang ist Hölle“
Band 2: „Forbidden“ (noch ohne dt. Titel)
Band 3: „Forgiven“ (noch ohne dt. Titel)

Die Hölle ist leer, und alle Teufel sind hier (Shakespeare).

Atlanta 2018. Riley Blackthorne lässt sich von ihrem Vater zu einer Dämonenfängerin ausbilden. Luzifer hat die Zahl der Dämonen stark erhöht und so will die junge Riley in die Fußstapfen ihres Vaters Paul treten. Dieser gilt als der erfolgreichste Dämonenfänger und Riley begegnet daher nicht nur Wohlwollen in der Zunft der Dämonenjäger.

Als ihr Vater überraschend bei einem Auftrag ums Leben kommt, stellt sich das Leben der 17 Jahre jungen Riley auf den Kopf. Ihre Mutter musste sie bereits zu Grabe tragen und so erträgt sie es nur schwer, auch noch ihren Vater zu verlieren. Nun hat sie nur noch Denver Beck, Pauls ehemaligen Lehrling und Partner an ihrer Seite. Vor Jahren war Riley sehr verliebt in den jungen Dämonenfänger, der sie aber zurückwies. So erträgt Riley Beck kaum.

Nekromanten haben es zusätzlich auf den Leichnam ihres Vaters abgesehen, Reiche würden eine Menge Geld für so einen untoten Diener zahlen. So bleibt Riley nichts anderes über, als nächtelang auf dem Friedhof Wache zu halten.

Kritik

Mit „Aller Anfang ist Hölle“ eröffnet Jana Oliver ihre Serie um die Dämonenfängerin Riley Blackthorne. Die Serie spielt in Atlanta, einer Stadt, die Luzifer mit Dämonen überspült.

Auf jugendliche Leser ausgerichtet, ist dem lockeren Erzählstil leicht zu folgen. Verständlich und flüssig geschrieben erleben die Leser die fesselnden Abenteuer Rileys mit. Dem Verlauf der Geschichte kann spielend gefolgt werden. Zwischen den interessanten Figuren geführte Dialoge sind in jugendlicher Sprache verfasst. Dies passt zwar hervorragend zu den heranwachsenden Charakteren. Bei Sätzen wie: „Die Hütte tut bald einstürzen …“ dürften sich die Leser jedoch ernsthaft fragen was sich Autorin oder Lektorat dabei gedacht haben. Witzig sind die Wortstellungen der Dämonen, diese erinnern stark an Yoda aus „Star Wars“.

Das Atlanta in dem Riley lebt wird ausführlich beschrieben und so entsteht auch schnell ein umfassendes Bild der Gesamtsituation. Interessant ist vor allem, wie es mit der Schulbildung steht und mit welchen Problemen die Bevölkerung zu kämpfen hat, nicht nur die unterschiedlichen Dämonen machen den Menschen das Leben schwer.

„Aller Anfang ist Hölle“ ist definitiv als Einführung in das Leben der jugendlichen Riley und die Serie um diese Figur zu verstehen. Viel wird erklärt und die unterschiedlichen Charaktere eingeführt. Da bleibt die Spannung so manches Mal auf der Strecke, faszinierend ist der Plot allerdings allemal. Aufgrund der interessanten Handlung bleibt der Lesefluss auch nicht auf der Strecke und interessiert verfolgt der Leser wie das Schicksal Rileys sich entwickelt. Auch wenn das Buch die meiste Zeit vor sich hinplätschert, kommt es doch zu einem gewaltigen Showdown, der extrem spannende Folgebände verspricht.

Rückwirkend erzählt ein vorurteilsfreier Beobachter die aufregenden Erlebnisse von Riley. Dabei konzentriert sich die dritte Person vollkommen auf Riley, dadurch lernt der Leser die ansprechende Protagonistin überaus gut kennen. Die persönlichen Hintergründe der weiteren interessanten Figuren bleiben allerdings noch auf der Strecke. Dies dürfte sich allerdings in den Folgebänden nach und nach legen, gehören diese offenen Fragen unter anderem zu den Dingen, die neugierig auf mehr machen.

Die Figurenzeichnung ist der Autorin sehr glaubwürdig und überzeugend gelungen. Die zumeist jugendlichen Charaktere verhalten sich, wie der Leser es von dieser Altersgruppe erwarten kann.

Rileys Charakter und auch ihre Motivation werden ausführlich und glaubwürdig beschrieben. Wie sie mit den Problemen umgeht, die sich im Zuge ihrer außergewöhnlichen Tätigkeit und des Todes ihres Vaters entwickeln, werden authentisch vermittelt. Auch die weiteren Darsteller wirken meist sympathisch. Offene Fragen gibt es zu manchen, dies macht einen Serienstart allerdings auch aus. Letztendlich lebt eine Serie davon, dass der Leser in den Folgebänden auf Antworten hofft. Dämonen stellen ja in der Regel das vollkommene Böse dar, in dem vorliegenden Roman ist dies auch genau so. Zumindest ab der Dämonenstufe drei. Durch die Sprache, die die Autorin den dämonischen Wesen in den Mund gelegt hat, schmunzelt der Leser sicherlich aber auch so manches Mal.

Das Cover ist sehr ansprechend gelungen. Hell gehalten ist ein junges Mädchen abgebildet, das durchaus Riley sein kann. In der Hand hält sie eine, in der Handlung öfter vorkommende, Glaskugel. Der Serientitel wird durch Prägung und Spotlack hervorgehoben.

Autorin

Jana Oliver, geboren und aufgewachsen in Iowa, ist eine preisgekrönte Autorin. Sie ist am glücklichsten, wenn sie haarsträubende Legenden recherchiert, auf alten Friedhöfen umherwandert und neue Geschichten erträumt. Sie glaubt wirklich, dass sie den besten Job der Welt hat. „Aller Anfang ist Hölle“ ist der erste Band ihrer neuen Serie „Die Dämonenfängerin“. Die Autorin lebt wie ihre Heldin Riley Blackthorne in Atlanta, Georgia.

Fazit

Mit „Aller Anfang ist Hölle“ hat Jana Oliver den äußerst vielversprechenden Start ihrer Serie um die Dämonenfängerin Riley Blackthorne veröffentlicht. Sicherlich als Einführung in die folgenden Bände gedacht, lernt der Leser die verschiedenen Charaktere, besonders die Protagonistin Riley Blackthorne, sehr gut kennen. Neben dem spannenden Showdown überzeugt der Roman durch den feinen Humor und die lebendigen Figuren. Der fesselnde Plot tut sein Übriges.

Ich bin sehr gespannt, wie es mit Riley weitergeht. Ich denke wir Leser können uns hier noch auf viele unterhaltsame Lesestunden freuen.

Gebundene Ausgabe: 537 Seiten
Orginaltitel: The Demon Trappers 1. Forsaken
ISBN-13: 978-3841421104

Verlagshomepage

Terry Pratchett – Hohle Köpfe (Lesung)

Hohle Köpfe sind sie fürwahr, die Bewohner der Stadt Ankh Morpork. Und das ist gerade ein Teil des Charmes, der Pratchetts Bücher so lesenswert macht. Denn trotz all ihrer Hohlheit entwickeln die Charaktere immer wieder ungeahnte Gedanken und Ideen, laufen strahlend vor Dummheit genau in die verzwicktesten Geheimnisse und retten sich selbst, sich selbst, sich selbst und neben bei auch immer allen anderen das Leben und die Freiheit. Ausnahmen bestätigen die Regel.

Unerklärliche Morde suchen die unbescholtenen Bürger Ankh Morporks heim, und so wird ein alter Priester, ein Museumswärter und der Patrizier der Stadt tot aufgefunden – wobei Letzterer sich immer wieder aufrappelt und erst im Laufe seiner täglichen Arbeit wieder dahinsiecht. Das ruft die gesamte Mannschaft der Stadtwache auf den Plan, deren Hauptarbeitgeber der Patrizier ist. Zwischen Arsen unter den Fingernägeln des Priesters, Brennöfen für Zwergenkampfbrot, ungeheuerlichen Vorgängen unter den Golems der Stadt und Geschlechtskonflikten bei der Stadtwache ermittelt der Inspektor Mum intelligent, sein Hauptmann Karotte ehrlich und mit unerschütterlichem Glauben an die Liebe, der Rest der Wache mit sympathischer Hohlheit und erstaunlichen Zufallserfolgen. Doch es ahnt niemand, dass hier mehr auf dem Spiel steht als nur die rätselhafte Mordserie, dass es um eine gravierende Umwälzung der Gesellschaft geht …

Während sich eine amüsante Handlung in einem verstrickten Netz ausbreitet und die Wachen mehr stolpernd als zielstrebig an die Puzzlestücke gelangen, offenbart Pratchett so ganz nebenbei mal wieder kleine Einzelheiten, die seine grandiose Schöpfung schmücken, reicher machen und bunt und lebendig in ihr Umfeld betten. Die Worte in den „Hohlen Köpfen“ der Golems, die ihr Gewissen, ihre Programmierung darstellen – und sie an ihre Herren binden. War das bei dem Rabbi auch so? Neu ist jedenfalls die Idee, einen Golem zu befreien, indem man ihm seine Kaufquittung statt der Worte in den Kopf legt. Die Zwergin, die nicht über Gold und Schlachten singen will, sondern sich mit Make-up und Kleidern ausstaffiert und dadurch bei ihren Kollegen bei der Stadtwache grandiose Verwirrung stiftet. Die grandiose Verhörtechnik des trollischen Korporals, der dumpf und stur, aber konsequent, den Verdächtigen mit den Wörtern bombardiert „Du es sein gewesen? Ich wissen du es sein gewesen! Gib zu! Du es sein gewesen!“, bis die richtige Antwort fällt, die lautet „Ja ja ja, ich war es! Ich weiß zwar nicht mal, was mir vorgeworfen wird, aber ich war es, und bitte halt den Mund!“

Hohl im wörtlichen Sinne sind also die Köpfe der Golems, während sie im übertragenen Sinne mehr, wenn nicht sogar mindestens genauso viel darin haben wie ihre hohlen menschlichen (oder trollischen, zwergischen, …) Herrn. Davon heben sich ein paar Personen ab, wie Hauptmann Karotte, der zwar etwas weltfremd und naiv durch die Geschichte läuft, aber gerade dadurch in der Achtung der Städter ganz oben steht. Oder Kommandeur Mum, der die wirkliche Ermittlungsarbeit leistet, wenn er auch auf die unbeabsichtigten Treffer seiner Untergebenen angewiesen ist. Und der Patrizier belächelt sein Volk und bleibt an der Spitze, weil er der ruhende Pol, der Garant für Stabilität in der Politik der Stadt ist.

Die Zauberer der Unsichtbaren Universität bleiben diesmal außen vor, denn noch mehr Hohlheit hätte der Geschichte sicherlich mehr geschadet als genutzt …

Der Vorleser, kein geringerer als Rufus Beck, der sich nicht zuletzt über die Harry-Potter-Vertonung im Hörbuchsektor etabliert hat, zeigt bei seinen Arbeiten für die Terry-Pratchett-Romane ein besonderes und sicheres Gespür für die Charaktereigenschaften der Protagonisten. Inzwischen ist seine enorm wandelbare Stimme keine Überraschung mehr, wenn es auch bemerkenswert bleibt, wie er den Figuren Leben einhaucht – sogar den Golems. So zeigt er sich auch diesmal wieder als Pfeiler, und natürlich steht und fällt ein Hörbuch mit seinem Interpreten. Beck ist nicht nur eine sichere Wahl, sondern auch eine ausgesprochen sympathische.

Diese Geschichte hebt sich nicht erkennbar aus der Masse der Pratchetts heraus, die Qualität und der Einfallsreichtum des Autors machen es immer schwerer, eine qualitative Einordnung seiner Romane unter ihresgleichen vorzunehmen. Außerhalb seiner eigenen Schöpfung fehlt es Pratchett an vergleichbarer Konkurrenz, zu einzigartig ist und bleibt die Scheibenwelt.

6 Audio CDs, 420 Minuten Spieldauer
Gelesen von Rufus Beck
ISBN-13: 978-3837107876

Der Autor vergibt: (5/5) Ihr vergebt: SchrecklichNa jaGeht soGutSuper (No Ratings Yet)

Terry Pratchett – Ruhig Blut! (Lesung)

Neues von der vielseitigen Scheibenwelt: Vampire bedrohen das Königreich! Unbemerkt von allen, außer einigen Hexen, beeinflussen die Vampire König und Hofstaat, um sich ein modernes Volk von Vasallen und „Nahrung“ zu schaffen. Modern, das ist die Devise des amtierenden Grafen: Jahrelange Konfrontation mit den vampirschreckenden Mitteln wie Knoblauch, Zitronen, heiligen Symbolen, Licht und normaler Nahrung haben tatsächlich für eine gewisse Toleranz gegenüber dieser Dinge geschaffen – ausgenommen bleiben natürlich die Pflöcke, die man einem Vampir ins Herz rammen soll …

Agnes, eine Hexe von fülliger Gestalt, beherbergt eine zweite Persönlichkeit in ihrem Innern. Die stets mit nervenden Kommentaren bezüglich Agnes‘ Figur stichelnde „Perdita“ erweist sich jedoch als Vorteil, als die Vampirfamilie aus Überwald zur Geburt des königlichen Kindes eingeladen wird und diesen Vorwand nutzt, die geistige Herrschaft im Schloss von Lancre zu übernehmen – den doppelten Geist Agnes‘ bekommen sie nicht zu fassen.

Agnes geling es, ihre Hexenkolleginnen (Frau Ogg und die Königin Magrat Knoblauch) aus dem Bann zu befreien und mit ihnen auf die Suche nach Oma Wetterwachs, der ältesten und mächtigsten Hexe des Reiches, zu gehen, die allein eine Chance hätte, gegen den Grafen zu bestehen.

Zwar finden sie Oma, die aber keine Anstalten macht, sich an dem Kampf zu beteiligen. Da tauchen kleine blaue Männchen auf, die für Unruhe sorgen und König Verence befreien könnten. Und obwohl die Vampire gegen übliche Abwehrmittel immun zu sein scheinen und Oma Wetterwachs außer Gefecht setzen, gewinnen die Hexen an Boden. Da erweckt Igor, der persönliche Diener des Grafen, den alten Grafen in seiner Gruft zu neuem Leben …

Die Scheibenwelt bietet in ihrem Wahnsinn unendliche Spielwiesen für die absurden Ideen ihres Schöpfers. Vampire, die eine Art Hyposensibilisierung durchziehen, um sich gegen religiöse Symbole, Zitronen, Knoblauch und Silber immun zu machen (nur der Pflock ins Herz zeigt weiterhin Erfolg); eine neue Betrachtung des Phönix als natürlichen Bewohner der Scheibenwelt mit interessanten pseudowissenschaftlichen Ansätzen. Schizophrene Hexen und ein unter Drogen wütender König mit blauen Gnomen, die zu viert eine Kuh entführen können (je einer unter einem Huf) – Pratchett verbreitert seine Sammlung neuer Ansätze bei bekannten Figuren des Genres und erzählt dabei ein Abenteuer voller Spannung und humorvoller Unterhaltung.

Katharina Thalbach als Sprecherin erfüllt mit ihrer kratzigen Stimme gerade die Hexen mit charaktervollem Leben, beherrscht aber auch die Kunst, männliche Stimmen glaubhaft zu erzeugen. Ihre Leistung erzielt die Qualität, mit der das Hörbuch gesehen werden muss.

Agnes ist als Charakter etwas schwach ausgebildet, doch Nanny Ogg und Oma Wetterwachs erhalten mit wenigen Strichen eine eindrucksvolle Persönlichkeit, ebenso wie der junge Vampir Vlad und der Diener Igor ihr glaubhaftes Eigenleben entwickeln.

Die Gnome sind mehr als Kuriosität zu sehen, sie tragen wenig zur eigentlichen Geschichte bei. Aber der Priester von Ohm wirkt kräftig mit und macht eine konsequente Entwicklung durch, an deren Ende er sogar die Axt in ein religiöses Symbol verwandelt, um die Vampire anzugreifen.

Insgesamt ein buntes Spektakel mit sehr anspruchsvoller Umsetzung durch die Erzählerin. Weit weniger verworren als andere Romane Pratchetts, aber ein sehr unterhaltsamer voller Überraschungen.

6 Audio-CDs mit ca. 420 Minuten Spieldauer
ISBN-13: 978-3837103137

Der Autor vergibt: (4/5) Ihr vergebt: SchrecklichNa jaGeht soGutSuper (No Ratings Yet)

Terry Pratchett – Heiße Hüpfer (inszenierte Lesung)

Seit dem ersten Roman von Terry Pratchetts „Scheibenwelt“ mit dem Titel „Die Farben der Magie“, sind etliche Jahre vergangen. Und noch immer arbeitet der Parodist an seiner skurrilen (ein Wort, das in diesem Text noch mehrfach fallen wird, da es den Charakter am ehesten trifft) Welt, die von vier Elefanten auf dem Rücken einer Schildkröte getragen wird und so ihren Weg durch das Universum nimmt.

Schon der erste Absatz, die Einführung in den vorliegenden Roman, verdeutlicht, dass es eine von Pratchetts Prämissen ist, absurde Streitfragen aufzugreifen und zu parodieren, denn auf seiner Welt ist wahrlich alles möglich. Konkret spricht er von einer das Universum erklärenden Legende, nach der ein alter Mann es in einem Lederbeutel am Gürtel trägt. Kritiker bemängeln dies, da der Beutel also auch den Mann und den Beutel enthalten müsse, da er das Universum enthalte und somit auch den Mann und den Beutel, der ja bereits den Mann und den Beutel enthalte. Als Antwort verkündet Pratchetts Erzählstimme: „Na und?“

Auf diese Weise sammeln sich in seinen Romanen wissenschaftliche Themen wie die Evolution, das Universum, Lichtgeschwindigkeiten und ihre jeweils eigene Masse, um auf unmöglichste Art keine Erklärung zu erfahren. Das macht eigentlich neben den genauso undenkbaren Geschöpfen und Handlungen einen großen Teil des charakteristischen Tonfalls aus, der Pratchetts Romane auszeichnet. Und mit Rufus Beck hat die Vorlesung eine Stimme gewonnen, die der Skurrilität des Romans in höchstem Maße gerecht wird.

In „Heiße Hüpfer“ findet man nicht einen einzigen als Person bezeichenbaren Charakter, der in irgend einer Weise normal wäre. Der schon im ersten Roman eingeführte „Zaubberer“ Rincewind mit seiner Truhe „Truhe“ oder auch „Truhi“, die auf unzähligen Füßen läuft, nimmt hier die eine Handlungsebene ein, während eine Gruppe richtiger Zauberer von der Unsichtbaren Universität auf der Suche nach Rincewind die andere Ebene beschlagnahmen. Sie wollen ihrem einem krankhaften Magiefeld ausgesetzten Bibliothekar helfen, können dies aber ohne Rincewinds Hilfe nicht tun. Da sie Rincewind allerdings an einen unbekannten Ort verbannt haben, können sie ihn auch nicht so ohne Weiteres finden. So erleben beide Seiten ihre Abenteuer und fügen dabei dem unerklärlichen Charakter der Scheibenwelt neue Facetten hinzu, bis sie sich schließlich treffen und in einem schöpferischen Akt alles zum Guten wenden.

Dabei ist die Hintergrundhandlung der Geschichte so verzwickt, dass es das Hörbuch schwer hat, die ganzen Zusammenhänge verständlich darzustellen. Hier hat der geschriebene Text den Vorteil, dass man bei Nichtverständnis die betreffende Stelle mehrmals lesen kann, bzw. auch zurückblättern kann. Im Hörbuch einen Knotenpunkt wieder ausfindig zu machen ist ungleich schwerer, auch kann man hier die Stelle nicht einfach kurz überfliegen. So bleiben beim ersten Hören einige Punkte ungeklärt. Sie schmälern den Hörgenuss aber wenig, denn sie dienen mehr als Mittel zum Zweck, das heißt, sie schaffen Voraussetzungen für die Handlung, auch das Überleben des nicht gerade fähigen Rincewinds, bis schließlich für die Möglichkeit des Zusammenführens beider Stränge.

Mehrmals kommen auch höhere Mächte ins Spiel, so stranden zum Beispiel die Zauberer auf einer Insel in jahrtausendealter Vergangenheit und stören einen zurückgezogenen Gott bei der Erfindung der Evolution, während Rincewind von einer unsichtbaren Macht überwacht und als Held der Geschichte gelenkt/beeinflusst wird.

Wenn sich Hörbücher dadurch auszeichnen, dass der Leser den betreffenden Text vorliest und dabei zur Untermalung von Stimmungen, verschiedenen Sprechern oder Spannungen nur die Modulationsfähigkeit seiner eigenen Stimme verwendet, trifft dies auch auf eine inszenierte Lesung zu, mit einem Unterschied: technische Klangeffekte erzeugen den passenden Hintergrund, zum Beispiel wird im vorliegenden Band Rincewind in einen Kampf verwickelt, bei dem man im Hintergrund Menschen schreien hört, Waffen klappern, Gaukler dudeln … Auch wird jede Handlungsebene mit einer passenden Erkennungsmelodie eingeführt, so dass die oft plötzlichen Sprünge auch beim Hören erkennbar bleiben. Für das Hörerleben sind diese zusätzlich eingefügten Klangspiele manchmal hilfreich, manchmal vertiefen sie die Bilder vor dem geistigen Auge, außerdem sind gerade auch die Melodien so gut erstellt, dass man sich an typische Heldenklänge aus dem Fernsehen erinnert fühlt. Das passt hervorragend zu Pratchetts parodistischem Stil, indem es die Schippe noch vergrößert.

Insgesamt scheint die auf drei CDs gekürzte Fassung etwas der erklärenden Zusammenhänge zu verlieren, doch für die Geschichte selbst reicht dieser Umfang und bietet ein interessantes Hörerlebnis bei ständiger undenkbarer, verrückter Ausuferung von parodierten gesellschaftlichen Themen, Tabuthemen, Theorien, … Pratchetts Genie findet kein Ende.

3 Audio CDs, 235 Minuten
Gelesen von Rufus Beck
Originaltitel: The Last Continent
ISBN-13: 978-3837100396

Der Autor vergibt: (4/5) Ihr vergebt: SchrecklichNa jaGeht soGutSuper (No Ratings Yet)