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Georges Bataille – Das obszöne Werk

Simone setzt sich in den Teller Milch

Erotismus ist nicht das gleiche wie Sexualität, sondern ihre Transzendierung. Die erotische Erfahrung ist für den französischen Schriftsteller Georges Bataille (1897-1962) eine zweifache: die des Tabus und die seiner Überschreitung. Erst die Überschreitung des Tabus ermöglicht den Figuren auch die Transzendierung des Ich. Die Ekstase, das Außer-sich-sein, das die mittelalterliche Mystik in religiöser Versenkung fand, suchen sie im körperlichen Tabubruch und in körperlicher Selbstentäußerung. Dadurch wird Gott überflüssig, und dies wiederum hat zahlreiche philosophische Konsequenzen: Wenn Gott tot ist, dann ist das Universum leer, und die Sterne sind nur kalte Schlackehaufen, die der Entropie unterworfen sind. Letzten Endes ist der Erotismus also eine recht ungemütliche Angelegenheit.

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