Schlagwort-Archive: Goldmann

Victor Gunn – Das Geheimnis der Borgia-Skulptur

Ein bizarres Kunstwerk soll gestohlen werden, wurde aber so gut versteckt, dass sich der Dieb – und inzwischen Mörder – an die Nichte des Eigentümers heranmacht, was zwei Polizisten zu verhindern versuchen … – Der 17. Roman der „Bill-Cromwell“-Serie ist kein „Whodunit“, sondern zeigt den nur dem Leser bekannten Täter im Wettlauf mit der zunächst ahnungslosen Polizei: grundsolide geplotteter, mörderisch gemütlicher und nostalgisch eingestaubter Krimi ohne Klassiker-Status, aber unterhaltungssicher.
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John Cassells – Die Schwarzen Tränen

Gleich mehrere Diebe planen unabhängig voneinander den Raub kostbarer Edelsteine. Da deren eigensinniger Eigentümer sich weigert, diese in Sicherheit zu bringen, muss Scotland Yard im Wettlauf mit der Zeit die Schurken identifizieren und aufhalten … – Aufgrund seines kruden Plots und der überzogenen Figurenzeichnung ist der achte Roman der Superintendent-Flagg-Serie ein schon parodistisch wirkender „Kuschel-Krimi“, der zumindest den nostalgischen Leser mit Hang zum naiven aber soliden Krimi-Handwerk unterhalten wird.
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Clifton Adams – Tanz im Hexenkessel

Vier blindwütige Geschwister tragen ihre Blutfehde in eine kleine Westernstadt. Weitgehend auf sich selbst gestellt, muss der Marshal sich ihrer erwehren … – Vor der Kulisse einer selbstvergessen feiernden Stadt spielt sich die bekannte aber interessant variierte Geschichte vom einsamen Gesetzeshüter im Kampf gegen eine Übermacht von Gegnern ab, die hier von krankhaftem Hass getrieben werden. Clifton Adams – Tanz im Hexenkessel weiterlesen

Victor Gunn – Auf eigene Faust

Gunn Faust Cover 1982 kleinDer bizarre Mord an einer Tante wird nur durch den gefährlichen Alleingang eines hartnäckigen Ermittlers als Element einer perfiden Verschwörung entlarvt – falls der Täter nicht schneller als sein Verfolger ist … – Der vierte Teil der lang laufenden Serie zeigt einen noch deutlich aktiveren Bill Cromwell in einem kuriosen Fall, der sich so zeitlos und ohne Bezug zur realen Gegenwart nur im englischen Kriminalroman ereignen kann: altmodisch aber nostalgisch unterhaltsam.
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Mo Hayder – Ritualmord [Jack Caffery 3]

In der englischen Hafenstadt Bristol werden Leichenteile gefunden, die aus einem organisierten Handel mit Zauber-Fetischen stammen. Zwei Polizisten müssen mit Hochdruck ermitteln, bevor ein neues Opfer ‚verarbeitet‘ wird … – Der dritte Band um den psychisch labilen Polizisten Jack Caffery beeindruckt erneut durch blutige, groteske und die Grenze zum Horror nicht nur streifende Szenen, lässt aber die Intensität der ersten beiden Romane vermissen: solides Krimi-Handwerk mit einer wirren und durch unnötige Abschweifungen beeinträchtigten Handlung.
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Goddard, Robert – Schatten von Aberdeen, Die

_Das geschieht:_

Nach vielen Jahren kehrt der in Kanada lebende Harry Barnett in seine englische Heimat zurück, um den Nachlass seiner verstorbenen Mutter zu ordnen. Die Einladung zu einem Treffen ehemaliger RAF-Kameraden ist ihm eine willkommene Ablenkung. Vor fünfzig Jahren hatte Harry als Soldat an einem obskuren militärischen Projekt teilgenommen: Junge Soldaten wurden in Kilveen Castle, einem unweit der schottischen Stadt Aberdeen gelegenen Außenposten der Royal Air Force, auf ihre Lernfähigkeit überprüft. Mit 14 Kameraden hatte Harry 1955 drei angenehme, weil drillfreie Monate in der alten Burg verbracht. Dorthin lädt Johnny Dangerfield, der im Ölgeschäft reich geworden ist, nun ein. Kilveen Castle wurde inzwischen zum Luxushotel umgebaut, sodass sich die im Rentenalter befindlichen Kameraden nicht lange bitten lassen.

Auch Harry fährt, obwohl er weiß, dass sein ehemaliger Freund und Geschäftspartner Barry Chipchase ebenfalls kommen wird. Nach der Pleite einer gemeinsam betriebenen Werkstatt geht man sich tunlichst aus dem Weg. Auch andere alte Kameraden hat Chipchase inzwischen um Geld geprellt, sodass Harry sich nicht wundert, dass Barry Kilveen Castle letztlich meidet.

Ohnehin ist das Treffen kein Erfolg. Schon während der Anreise verschwindet einer der alten Soldaten; seine Leiche wird später gefunden. Mord ist möglich, und als in kurzem Abstand zwei weitere Teilnehmer des Treffens sterben, wird die Polizei unangenehm. Ausgerechnet der biedere Harry wird zum Hauptverdächtigen. Zu ihm gesellt sich der aus der Versenkung aufgetauchte Chipchase. In ihrer Not tun die beiden Männer sich zusammen und stellen eigene Nachforschungen an. Sie führen in die eigene Vergangenheit zurück, die sie zu unfreiwilligen Opfer eines obskuren Experiments machte. In der Gegenwart sind die Polizei, der Geheimdienst und diverse Killer dem Duo auf den Fersen …

_Ein Buch als nicht ganz einfach zu hebender Schatz_

Die Konstruktion eines Rätsels, das auch den lese- und filmerfahrenen Zeitgenossen fesseln kann, ist im 21. Jahrhundert wahrlich kein einfaches Unterfangen. Uns wurden alle möglichen (und unmöglichen) Intrigen in unzähligen Varianten bereits präsentiert, sodass wir in der Regel wissen, wohin der Hase läuft.

Deshalb ist durchaus eine besondere Erwähnung angebracht, wenn es einem Autoren doch gelingt zu überraschen – einem Autoren zudem, der einem als Kandidat nicht unbedingt einfallen würde. Robert Goddard hat sich mit mysteriösen Ereignissen der (jüngeren) Vergangenheit, die sich in der Gegenwart meist gewalttätig zu neuem Leben melden, zwar einen Namen gemacht, der indes durch ein Zuviel an unterhaltsamen, aber zunehmend schematisch gestrickten Geschichten an Glanz verloren hat. Zumindest der Rezensent hätte Goddard ein Kabinettstück wie „Die Schatten von Aberdeen“ nicht (mehr) zugetraut!

Es zu finden, ist nicht ganz einfach, denn obwohl Goddard zu den Stammautoren des |Goldmann|-Verlags gehört, werden seine Werke optisch völlig lieblos und mit auswechselbaren Stock-Covern quasi gut getarnt in die deutschen Buchladen-Ketten gepresst.

_Menschen altern, Geheimnisse reifen_

Sehr schade ist das, denn die Geschichte vom alten Soldaten, der in eine monströse Verschwörung gerät, ist ungemein unterhaltsam. Zwar ist das dem Komplott zugrunde liegende Rätsel nachträglich betrachtet nicht gerade originell. So denkt der Leser freilich in 99 von 100 entsprechenden Fällen. Der Weg ist der Ziel, und der ist reich an scharfen Kurven und unerwarteten Hindernissen, während die Geschichte gemächlich beginnt, aber bald gefährlich an Fahrt aufnimmt. Dabei muss man mehr als einmal an Alfred Hitchcock selig und hier explizit an sein frühes Meisterwerk „The 39 Steps“ (1935; dt. „Die 39 Stufen“) denken, das ebenfalls eine wilde Flucht vor unsichtbaren, aber mörderischen Verfolgern durch schottische Moor- und Heidelandschaften und ein vertracktes Rätsel thematisiert, von dessen eigentlich unmöglicher Auflösung das Leben der ratlosen Hauptfiguren abhängt.

Auch Harry Barnett ist eine Figur, die Hitchcock gefallen hätte – ein Jedermann, der in seinem ruhigen Leben keine Turbulenzen erfahren und überstanden hat, die ihn auf das vorbereiten könnten, was ihn im Land seiner Väter erwartet. Folgerichtig ist Harry alles andere als ein Held und – obwohl schon zweimal in kriminelles Treiben verwickelt – in echten Krisensituationen überfordert. Schon sein Alter verbietet ihm Action-Einlagen, und für sein Naturell ist es charakteristisch, dass ihn bereits die Handhabung eines Handys überfordert; keine Idealvoraussetzungen für eine Flucht, die kreuz und quer durch Schottland und England führt und in der nördlichen Ödnis der Neuen Hebriden ihren Höhepunkt findet.

_Nimm’s mit Humor, auch wenn die Kugeln fliegen_

Hitchcock zum Dritten: Obwohl Mord und Totschlag mehr als eine Szene von Harrys Odyssee prägen, schlägt Autor Goddard einen sehr leichten Ton an. „Die Schatten von Aberdeen“ besticht durch einen stets präsenten, nie albernen oder aufdringlichen, sondern britisch trockenen Humor, der die Übersetzung erfreulich gut überstanden hat. Für einen politisch unkorrekten Oneliner sorgt auch in kritischen Situationen zuverlässig Luftikus Barry Chipchase, den Goddard wohlweislich dem blassen Harry an die Seite stellt.

Barry ist ein Betrüger, dem kein Coup jemals wirklich gelang. Wieso das so ist, erfahren wir schnell, denn für eine Hetzjagd auf Leben und Tod ist er eigentlich nicht der richtige Partner. In der Tat ist es die blanke Not, die unsere ungleichen ‚Helden‘ zusammenschweißt: ein Klischee, das Goddard wundersam mit neuem Leben erfüllt.

Natürlich hat Barry das Herz auf dem rechten Fleck. Wenn man weiß, welche Knöpfe man bei ihm zu drücken hat, schwingt er sich zu ungeahnten Höhenflügen auf. Harry ist hartnäckig, aber zurückhaltend, Barry unkonventionell. Gemeinsam sind sie nicht unbedingt unschlagbar, aber sie entwickeln eine Gegenwehr, die nicht aus bisher verborgenen Superkräften, sondern logisch aus der Handlung erwächst. Das zu verfolgen, macht einfach Spaß, zumal Goddard mit Überraschungen nie geizt. Selbst das etwas zu happy geratene Ende passt zu dieser Geschichte, die Routine mit Raffinesse mischt – in welchem Verhältnis dies geschieht, mag der Leser/der Kritiker selbst entscheiden.

_Der Autor_

Robert Goddard wurde 1954 in Fareham, Hampshire, geboren. Als Student der Universität zu Cambridge erwarb er einen akademischen Grad als Historiker: eine Ausbildung, die ihm später nützlich war, obwohl er sich zunächst mit den in diesem Metier üblichen Beschäftigungsproblemen konfrontiert sah. Ein Versuch, als Journalist Fuß zu fassen, scheiterte recht bald, und auch als Lehrer konnte Goddard nicht glänzen. So wählte er den letzten Ausweg und ging in die Verwaltung.

Während er für das „Education Department“ des Devon County Councils tätig war, schrieb er in seiner Freizeit einen ersten Roman. „Past Caring“ (dt. „Dein Schatten, dem ich folgte“) erschien 1986 und entwickelte sich sogleich zu einem großen Erfolg. Der gleichzeitig vertrackte und spannend entwickelte, dabei aber den Regeln des Genres stets verpflichtete und massenlesertaugliche Thriller um diverse Schatten aus ferner Vergangenheit, die in der Gegenwart zu neuem, unheilvollen Leben erwachen, wurde zur Blaupause der meisten Romane, die seither in zügigem Tempo und regelmäßig folgten. Die Leser scheint es nicht zu stören, jedes Goddard-Werk entert die Bestsellerlisten; nicht bis zur Spitze, aber – auch in Deutschland – hoch genug, um dem mit seiner Gattin heute in Truro, Cornwall, lebenden Schriftsteller ein behagliches Auskommen zu garantieren.

Die Harry-Barnett-Serie erschien zuletzt im |Wilhelm Goldmann Verlag|:

(1990) Into the Blue („Mitten im Blau”) – TB 41310
(1996) Out of the Sun („Die Zauberlehrlinge”) – TB 44273
(2006) Never Go Back („Die Schatten von Aberdeen“) – TB 46400

_Impressum_

Originaltitel: Never Go Back (London : Bantam Press 2006/New York : Delta Trade Paperbacks 2007)
Übersetzung: Peter Pfaffinger
Deutsche Erstausgabe: Juni 2007 (Wilhelm Goldmann Verlag/TB Nr. 46400)
411 Seiten
EUR 8,95
ISBN-13: 978-3-442-46400-5
http://www.goldmann-verlag.de

_Außerdem von Robert Goddard auf |Buchwurm.info| zu finden:_

[„Bedenke, dass wir sterben müssen“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=1605

Roberts, Gregory David – Shantaram

Bombay – wie die indische Metropole noch bis 1996 hieß, die anschließend offiziell in Mumbai umbenannt wurde, was dort allerdings selbst von einigen Behörden noch nicht durchgehend umgesetzt wird – ist eine multiethnische und multikulturelle Stadt und zudem eine der größten und sicherlich auch faszinierendsten der Welt. Unzählige einheimische Volksgruppen sowie Menschen aus vielen anderen Nationen der Welt haben ihre Spuren hinterlassen, prägen und entwickeln diese Metastadt laufend weiter.

Mit ihrem Hafen ist Bombay der wichtigste wirtschaftliche Dreh- und Angelpunkt des Subkontinents für Im- und Export und deswegen zur Hauptstadt des Handels geworden. Als eine der größten Städte der Welt produziert Bombay natürlich auch die größten Probleme; inmitten der Stadtteile reihen sich wohlhabende Siedlungen direkt an die zahlreichen Slums an, die mal größer und mal kleiner werden, sofern sie zumindest von den Stadtoberen akzeptiert werden.

Zugleich mit der Wirtschaft floriert auch die kriminelle Organisation der Stadt. Ebenso wie den offensichtlichen Reichtum, der gerne auch zur Schau gestellt wird, gibt es hier Armuts- und Elendsviertel, die von kriminellen Bossen beherrscht werden. Indien ist so weit entfernt von den westlichen Wirtschaftsräumen, dass es für flüchtige Verbrecher wie ein Paradies wirkt. Der Einfluss nationaler und internationaler Gerichtsbarkeit sowie die Verfolgung durch Staatsanwalt und Polizei sind gering bis gar nicht vorhanden.

An humanitärer Hilfe in den Slums mangelt es an jeder Ecke; Drogen beherrschen hier stattdessen den Handel und das (Über-)Leben in der Unterwelt. Medikamentöse und ärztliche Versorgung bleibt der privilegierten Gesellschaft vorbehalten, so dass es hier ganze Viertel gibt, in denen durch Krankheit die regelrecht zum Tode Verurteilten ein jämmerliches Dasein fristen.

Indien ver- und bezaubert durchaus; die märchenhafte Aura des Landes begegnet dem Besucher an vielen Orte. Das Leben, Denken und Handeln der Inder ist so ganz verschieden von unserem. Nüchtern betrachtet allerdings verflüchtigt sich hierbei schnell jedes romantisierte Weltbild. Für zahllose Einwohner des Landes ist das dortige Leben mit all seinen Entbehrungen und Gefahren ein schmerzvoller Überlebenskampf.

Gregory David Roberts hat in seinem Roman „Shantaram“ ein raues, aber zugleich umfassendes und faszinierendes Bild der Metropole Bombay entworfen und damit einen leidenschaftlichen Roman verfasst.

_Inhalt_

Lindsay, ein junger Australier, hat zwei Jahre seiner langjährigen Haftstrafe in einem Hochsicherheitsgefängnis verbracht, als ihm seine spektakuläre Flucht gelingt. Lindsay hat alles verloren, Frau und Kind, seinen Job. Diese Schicksalsschläge haben ihn mit Drogen und Verbrechen konfrontiert, eine Spirale, die im Gefängnis endete.

Um internationalen Fahndern zu entkommen, flüchtet Lindsay mit falschen Papieren ausgestattet nach Bombay. Die indische Kulturhauptstadt wirkt verstörend und anfangs fremd auf ihn. Durch Zufall lernt er den jungen Inder Prabaker kennen, der Lindsay zunächst als Fremdenführer die schillernde und übergroße Stadt zeigt und erklärt.

Als Gestrandeter lernt er andere Menschen kennen, die in Bombay ähnlich wie er selbst einen Neuanfang suchen. Lindsay wird durch Prabaker, der inzwischen sein Freund geworden ist, in die ungeschriebenen Gesetze der Stadt und deren Unterwelt eingeführt. Er lernt einflussreiche Menschen aus dem Drogenmilieu kennen, die die Stadt mit beherrschen und regieren. Alles scheint miteinander verwoben zu sein, jeder macht in seiner Welt Geschäfte und ist abhängig von anderen – dies zu durchschauen, wäre ohne die Hilfe des jungen Inders unmöglich.

Lindsay baut sich eine Art von Familie auf, die viele unterschiedliche Persönlichkeiten umfasst, die bald alles für ihn bedeuten. Da ist Karla, eine bildhübsche, aber kühle Frau mit schweizer Wurzeln, in die er sich verliebt. Auch einflussreiche Männer aus Bombays Unterwelt begleiten den jungen Mann, und er entwickelt zu diesen kriminellen Männern ein tiefsinniges, fast schon väterliches Verhältnis.

Prabaker der spürt, dass Lindsay auf seine Art verloren ist, und führt ihn in seine Familie ein, in der dieser wie ein Sohn aufgenommen und akzeptiert wird. Diese Zeit prägt den jungen Mann und lässt ihn über seine Vergangenheit und seine vielen Möglichkeiten der Zukunft nachdanken.

Prabaker ist es auch, der Linbaba, wie Lindsay jetzt genannt wird, sein eigenes Haus vermittelt. Inmitten der Slums lernt Lin Menschen kennen, die ungeachtet ihrer Nöte und Sorgen füreinander einstehen und Verantwortung übernehmen. Diese exotische Welt birgt viel Gnadenlosigkeit, aber auch viel Hoffnung für die dort lebenden Menschen, die in Baracken hausen, die notdürftig aus Blech, Plastik und Holz eher schlecht als recht zusammengezimmert wurden.

Lindsays neue Heimat wird wenig später zum Teil durch ein Feuer vernichtet, viele Menschen werden durch Flammen und Rauch verletzt, und durch seine rudimentären Medizin- und Erste-Hilfe-Kenntnisse wird Lin schnell zum Arzt in diesem Slum. Doch auch hier ist er abhängig von der Unterwelt und den Bossen, die die Slums regieren und mit Nahrungsmitteln und Medikamenten versorgen. Obwohl Lin keine medizinischer Ausbildung genossen hat, wird er von den Menschen schnell als Slumarzt akzeptiert.

Seine Praxis ist Anlaufstelle für die vielen Verletzten und Kranken, die ihn in immer größerer Anzahl aufsuchen, ebenso wie die vielen Leprakranken, die in eigenen Slums etwas abgegrenzt wohnen. Lin wird zu „Shantaram“, wie ihn Prabaker tauft – ein Mann des Friedens. Durch seine Naivität und nicht zuletzt durch seine ominösen Verbindungen zur Unterwelt wird Lin verraten und in Bombays gefürchtetes Arthur-Road-Gefängnis gesteckt. Dort wird er brutal gefoltert und fast zerbrochen …

Als Lin durch einen einflussreichen Unterwelt-Boss aus dem Gefängnis herausgeholt wird, verfolgt er das alleinige Ziel, sich an demjenigen zu rächen, der für seinen Gefängnisaufenthalt verantwortlich ist …

_Kritik_

Selten hat ein Autor Bombay ein so intensives Gesicht verliehen, wie es Gregory David Roberts gelungen ist. Roberts weiß auch, wovon er schreibt, denn die Person „Shantaram“ oder Lindsay ist er selbst. „Shantaram“ ist seine Biografie, und seine abenteuerlich anmutenden Erlebnisse hat er in diesem Roman verarbeitet.

Der Leser erlebt den Alltag Bombays an der Seite des Autors. Die exotische Stadt besitzt viele Facetten, wir erleben aber vor allem in den Slums Drogen, Alkohol, familiäre Gewalt, Krankheit, Armut und medizinische Missstände. Die sozialen Schichten mit ihrer ungeschriebenen Hierarchie begegnen uns ebenso wie die vielen Sorgen und Nöte der in den Slums wohnenden Menschen. Der Autor lässt uns aber auch an philosophischen Gedanken der Protagonisten teilhaben, wenn in Männerrunden oder Dialogen über verschiedene Themen des Lebens diskutiert wird.

Die Atmosphäre von „Shantaram“ ist eine besondere. Der Leser taucht ein in die Metropole Bombays, in die Straßen der Slums und in die Gedankenwelten der Protagonisten. Der über tausend Seiten umfassende Roman bietet dabei spannende Literatur, die den Leser schon ab den ersten Seiten in Bombays Atmosphäre katapultiert. Die Protagonisten sind zwar zahlreich, aber so grandios präsentiert, dass man mit diesen Figuren leidet, wütend und verzweifelt ist und zugleich einen tiefsinnigen Schauer empfindet, folgt man den Dialogen, die wirklich etwas zu sagen haben.

Philosophisch interpretiert, geht es in „Shantaram“ immer um die Liebe. Der Fokus der Liebe zu anderen, zu sich selbst, zu etwas Höherem, zu einer Aufgabe – Liebe verfolgt den Leser durch alle Kapitel. Dass Lindsay/Linbaba/Shantaram/Roberts von einem Schicksalsschlag in den nächsten geschubst wird, ist dabei nicht unglaubwürdig erzählt. Das Tempo in „Shantaram“ ist nicht überdimensioniert, es überfährt den Leser nicht, lässt ihn aber auch nicht zur Ruhe kommen.

Die Haupthandlung selbst ist dabei ausnehmend spannend, allerdings wird diese Spannung nicht durch Gewalt und Action erzeugt, sondern durch liebevolle Figuren aufgebaut, die der Geschichte ihren Anteil an Leben, Dramatik, Philosophie und auch Gewalt einhauchen.

Der „Guru“, der sensible und etwas schlitzohrige Prabaker, ist eine Figur, die man fast schon mehr liebgewinnt als den Handlunsgträger Lindsay. Seine Botschaften sind nicht ohne Humor und hintergründig in Worte gefasst. Ohne Prabaker wäre Lindsay verloren gewesen, in psychischer wie auch physischer Hinsicht. Selten erlebt man in Erzählungen derartig präsente Figuren, die man faszinierend verfolgt, selbst wenn sie lediglich Nebenfiguren sind, aber nicht im Schatten der Schlüsselgestalt stehen.

Karla, in die sich Lindsay Hals über Kopf verliebt und sich dabei benimmt wie in den Anfängen der Pubertät, ist nicht nur schön an Gestalt, sondern auch sensibel, verletzbar und gerade wegen Letzterem emotional nach außen stark unterkühlt. Bindungen und Gefühlen will sie sich nicht stellen, sie scheut die Verantwortung, doch bringt sie dies so schonend und plausibel rüber, dass man ihre Beweggründe logisch und auch emotional nachvollziehen kann.

_Fazit_

„Shantaram“ ist ein epischer Roman, ein wunderbarer Exot in der literarischen Welt, der leidenschaftlich versucht, die Liebe als umfassendes Konzept in Worte zu fassen, und dem dies auch gelingt. Zwischen den Zeilen und den vielen Handlungsebenen gibt es so viel Wissenswertes und Imposantes zu erleben, dass jedes Gefühl ausgelebt werden kann.

„Shantaram“ ist auch oder gerade deswegen so faszinierend, weil der Schöpfer Gregory David Roberts seine Geschichte autobiografisch erzählt und dabei nicht nur sein Alter Ego, sondern auch sich selbst entdeckt und lieben lernt.

Das moderne Indien hat für westliche Leser mit „Shantaram“ eine umfassende Betrachtungsperspektive bekommen, mit vielen Blickwinkeln und vielen Persönlichkeiten, in denen wir uns trotz ihrer Andersartigkeit so manches Mal wie in einem Spiegel erkennen. Wenn Geschichten wie diese Emotionen in uns wecken und uns unsere Menschlichkeit bewusst machen, so sind sie besonders wertvoll und nach meinem Dafürhalten bedenkenlos zu empfehlen.

Die Filmrechte von „Shantaram“ sind längst verkauft, gesichert hat sie sich Johnny Depp. Und eines ist schon jetzt deutlich: Die Geschichte von „Shantaram“ lebt von ihren Charakteren und ihren Schicksalen. Ein Roman, vielleicht auch später ein Film, an den man sich erinnern und auf eine Fortsetzung warten wird – die bereits in Arbeit ist.

„Shantaram“ bietet Tragik, Dramatik und Liebe in Reinform.

_Der Autor_

Gregory David Roberts (* 1952 in Melbourne) ist ein australischer Buchautor und verurteilter Schwerverbrecher. Roberts sollte im australischen |HM Prison Pentridge| eine 24-jährige Haftstrafe absitzen. Dort brach er nach zwei Jahren aus.

Nachdem er das Sorgerecht für seine damals dreijährige Tochter nicht erhielt, wurde er heroinabhänging. Um seine Sucht zu finanzieren, beging er zahlreiche Raub- und Banküberfälle (allerdings mit vorgehaltener Spielzeugpistole). Nach seiner gelungenen Flucht über die Frontmauer des |HM Prison Pentridge| – am helllichten Tag – ließ er sich nach einem Zwischenaufenthalt in Neuseeland in Mumbai, Indien nieder. 1990 wurde er in Frankfurt gefasst und an seine Heimat ausgeliefert. Dort verbrachte er dann sechs Jahre im Gefängnis, davon zwei in Isolationshaft. In dieser Zeit begann er auch an seinem bekanntesten Buch „Shantaram“ zu arbeiten, das auf seinen Erfahrungen in Mumbai basiert.

Der Titel des autobiografischen Romanes „Shantaram“ basiert auf seinem Spitznamen, der ihm von der Mutter seines besten Freundes Prabaker verliehen wurde. Roberts schrieb außerdem ein Drehbuch des „Shantaram“-Romans und ein weiteres für den Film „Allegra“.

|Originaltitel: Shantaram
Originalverlag: St. Martin’s Press
Aus dem Amerikanischen von Sibylle Schmidt
Gebundenes Buch mit Schutzumschlag, 1088 Seiten
Mit Vignetten von Oliver Weiss|
http://www.goldmann-verlag.de
http://www.shantaram.com/

Victor Gunn – Das rote Haar

Gunn Rotes Haar Cover kleinEin Motel in der englischen Provinz wird Schauplatz eines rätselhaftes Mordes. Zwei zufällig anwesende Scotland-Yard-Beamte übernehmen den Fall an, der sich bald zum Doppelmord entwickelt, und enthüllen ein sorgsam gehütetes Familiendrama … – Der 40. Fall des Ermittler-Duos Cromwell und Lister ist einer der besseren der langlaufenden Serie und bietet in routinierter Variation altmodisches Miträtseln des Lesers auf einer wendungsreichen Suche nach dem Täter, der in einem großen Finale überführt wird.
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Daniel Glattauer – Gut gegen Nordwind

Das Internet – heute ist es mehr als eine Datenautobahn, auf der wir uns an allen Abzweigungen Informationen abholen und auf der wir uns an Kreuzungen mit Menschen treffen. Das Internet ist zu einer riesigen, globalen Kontaktbörse geworden. Doch welche Konsequenzen können sich daraus ergeben, wenn man sich erst virtuell kennen lernt – und das viel zu gut? Wenn man vorher einen Berg von Erwartungen aufbaut? Davon erzählt Daniel Glattauer – und zwar in wunderbaren, einfühlsamen Worten, so viel sei jetzt schon vorweggenommen.

Lieber Leo …

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Max Brooks – World War Z. Operation Zombie

Das geschieht:

Kaum ein Jahrzehnt ist vergangen, seit die menschliche Zivilisation beinahe unterging. Kein Atomkrieg, keine terroristischen Umtriebe und keine Ebola-Pandemie haben ihr den Untergang gebracht, sondern Zombies – verstorbene und wiederauferstandene Männer und Frauen, die nicht nur hungrig Jagd auf ihre früheren Mitmenschen machten, sondern diese durch ihren Biss selbst in lebende Tote verwandelten. Erst nach Jahren eines verzweifelten Kampfes konnten die Zombies ausgerottet werden. Die Zahl der Opfer geht in die Milliarden.

Der Autor dieses Buches gehörte einer Kommission an, die für die Vereinten Nationen die Geschichte des „Zombie-Weltkriegs“ rekonstruierte. Er konnte die Brennpunkte der Ereignisse bereisen und mit denen sprechen, die dort mit den Zombies in Berührung kamen (und dies überlebten). Die gesammelten Interviewtexte sind wichtige Steinchen in einem Mosaik, das bisher nie in seiner Gesamtheit dargestellt werden konnte. Sie wurden chronologisch geordnet und spielen an vielen Orten der Erde.

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Victor Gunn – Das achte Messer

Gunn Messer Cover 1988 kleinEin Mord im Varieté ist Auftakt für eine ganze Serie von Gewaltverbrechen, die Chefinspektor „Old Iron“ Cromwell und sein Assistent Lister im steten Wettlauf mit dem Tod lösen müssen … – Tüchtig angestaubter aber trotz des recht absurden Plots professionell entwickelter und unterhaltsamer Krimi des englischen Vielschreibers Gunn, der dem Qualität großzügig definierenden Liebhaber des klassischen „Whodunits“ gefallen kann.
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Thomas Muir – Kabine B 55

muir-kabine-b-55-cover-kleinAuf einem schwimmenden Truppentransporter wird ein Mann umgebracht. Die Ermittlungen sind schwierig, da das Schiff völlig überbelegt ist. Hartnäckig bleibt ein ehemaliger Biologe dem Täter auf der Spur, zumal dieser mit dem Morden nicht aufhört … – „Whodunit“ in ungewöhnlicher Kulisse. Der eigentlich überschaubare Tatort wird durch 4000 Verdächtige quasi überflutet, was der Fahndung eine reizvoll unerwartete Wendung gibt: kein klassischer, sondern nur ein alter aber lesenswerter Krimi. Thomas Muir – Kabine B 55 weiterlesen

Alan Campbell – Devil’s Night (Kettenwelt-Chroniken 2)

Nach dem Tod des Gottes Ulcis drängen die Horden der Hölle an die Oberfläche der Kettenwelt. Verzweifelt aber keineswegs einig versuchen Menschen und Götter sie zurückzudrängen und dem Untergang Einhalt zu gebieten … – Der zweite Band des „Deepgate Codex“ weist nicht mehr die Dichte und Intensität des Vorgängers auf, nimmt aber im zweiten Drittel Fahrt auf, sprüht vor bizarren Einfällen und lässt das Gros der modernen Einheits-Fantasy erneut weit hinter sich.
Alan Campbell – Devil’s Night (Kettenwelt-Chroniken 2) weiterlesen

Arthur W. Upfield – Der schwarze Brunnen

Upfield Schwarzer Brunnen Cover 2006 kleinDas geschieht:

Ein defektes Flugzeug lässt Kriminalinspektor Napoleon Bonaparte, genannt „Bony“, in der Ödnis des nordwestlichen Australien stranden. Agar’s Lagune besteht aus zehn Wohnhäusern, einem baufälligen Hotel und einer Kneipe; die einzige Sehenswürdigkeit besteht aus einem Ring leerer Flaschen, den trinkfreudige Viehzüchter, Schafhirten und Goldsucher im Laufe vieler Jahre um das Örtchen aufgeschüttet haben.

Aus Bonapartes unfreiwilligem Zwischenaufenthalt wird ein Kriminalfall, als Fernfahrer Sam Laidlaw 170 km nördlich von Agar’s Lagune den Jeep des Polizeiwachtmeisters Martin Stenhouse findet; der Fahrer hockt mit durchschossenem Herzen am Steuer. Allem Anschein nach hat Jacky Musgrave, Stenhouses Fährtensucher – ein Aborigine -, seinen Chef umgebracht und ist anschließend in die Wüste und eventuell zu seinem Stamm geflüchtet. Arthur W. Upfield – Der schwarze Brunnen weiterlesen

Harry Carmichael – Geflohen aus Dartmoor

Ein flüchtiger Gefangener will nach einem letzten erfolgreichen Coup aussteigen, doch seine Pläne zerschlagen sich sämtlich: Er ist verdammt, sein Schicksal wird ihn richten … – Konventioneller Krimi mit recht penetranter „Crime-doesn’t-pay!“-Moral, der in seinem letzten Drittel eine überraschende Wende nimmt und an Tiefe gewinnt: kein Klassiker, nur angetrocknetes Lesefutter.
Harry Carmichael – Geflohen aus Dartmoor weiterlesen

Victor Gunn – Der Tod hat eine Chance

Gunn Tod Chance Cover kleinEin dummer Streich auf Kosten der Polizei verwandelt sich in ein für den Verursacher womöglich tödliches Komplott. Hoffen kann er nur auf zwei Beamte von Scotland Yard, die sich nicht auf die falsche Fährte locken lassen wollen … – Altmodischer und ‚gemütlicher‘ britischer Landhaus-Krimi, der seinen obskuren und realitätsarmen Plot mit einiger Verzögerung aber dann geschickt entwickelt: solide Serienware eines einst sehr beliebten und heute vergessenen Vielschreibers. Victor Gunn – Der Tod hat eine Chance weiterlesen

Seamark – Das Kokainschiff

seamark kokainschiff cover kleinIn London treiben Rauschgiftschmuggler ihr Unwesen. Kopf der Bande ist ein verschlagener Kapitän aus dem Fernen Osten, der vor Entführung und Mord nicht zurückschreckt, bis ihm wackere Polizisten und mutige Bürger das Handwerk legen … Reizvoll naiver Groschen-Krimi, der politisch völlig unkorrekt aber spannend zeitgenössische Klischees in eine schaurig-schöne, rasante Story packt und die Hafenkulisse Londons gut zu nutzen weiß: ein Lesevergnügen aus eindeutig vergangener Zeit. Seamark – Das Kokainschiff weiterlesen

Catherine Aird – Skelett mit Folgen

aird-skelett-cover-kleinIn einer Kellerruine wird die skelettierte Leiche einer jungen Frau gefunden, die vor Jahrzehnten einem Mord zum Opfer fiel. Der Täter wird erneut aktiv, um im Wettlauf mit der Polizei mögliche Spuren zu verwischen … – Gediegene britische Krimi-Kunst, die mörderischen Ernst mit beachtlichem Witz zu einem exakt ausbalancierten Lesevergnügen mischt.
Catherine Aird – Skelett mit Folgen weiterlesen

Ellis Peters – Falsche Propheten

Das geschieht:

Das kleine Dorf Comerford in der englischen Grafschaft Shropshire gehörte nie zu den Orten, die man als ländlich-beschaulich bezeichnen würde. Hier wird seit Jahrhunderten Kohle gefördert; eine harte, gefährliche Arbeit, die im Tagebau betrieben wird, was ausgedehnte Flächen der Landschaft in Wüsteneien verwandelt hat, die an die Oberfläche des Mondes erinnern. Die Plackerei in den Kohlengruben hat einen harten, schweigsamen Menschenschlag hervorgebracht. Konflikte sind häufig und werden mit den Fäusten oder dem Messer ausgetragen. Im Jahre 1950 ist die Situation explosiver denn je. Ein halbes Jahrzehnt nach dem Ende des II. Weltkriegs sind dessen Folgen auch im siegreichen England keineswegs überwunden. Viele der jungen Männer Comerfords sind gefallen. Wer überlebte, kehrte verletzt und mit bedrückenden Erinnerungen an die Front, womöglich mit Orden geschmückt und als Held heim, um sich plötzlich wieder als gemeiner Grubenarbeiter oder Schafhirte wiederzufinden.

In Comerford gab es ein Lager für deutsche Kriegsgefangene und später für „Displaced Persons“, Vertriebene aus allen kriegsverheerten Ländern des Kontinents. Inzwischen wurde es aufgelöst, doch viele Insassen blieben in England: frei aber fremd und misstrauisch gemieden von den Einheimischen. Sergeant George Felse hat ständig im ehemaligen Lager zu tun, denn dort gibt es täglich Auseinandersetzungen. Bei einem seiner zahlreichen Besuche lernt er den Deutschen Helmut Schauffler kennen, der einen Mitbewohner attackiert hat. Der junge Mann weiß beredt die Schuld von sich zu weisen, doch Felse argwöhnt, dass zutreffen könnte, was Zeugen ihm zutragen: Schauffler war und ist noch überzeugter Nazi, der seinen Privatkrieg mit dem britischen ‚Feind‘ austrägt. Ellis Peters – Falsche Propheten weiterlesen

Marcus Sakey – Der Blutzeuge

Das geschieht:

Danny Carter und Evan McGann sind im irischen Viertel der US-Stadt Chicago in Armut aufgewachsen. Dort wurden sie die besten Freunde, dort haben sie gemeinsam manches krumme Ding gedreht. Als sie ein Pfandhaus überfielen und vom Eigentümer überrascht wurden, schoss Evan diesen zum Krüppel. Danny floh entsetzt und entkam, Evan wurde geschnappt und zu zwölf Jahren Haft verurteilt. Dass Danny sein Partner war, verschwieg er vor Gericht.

Während Evan im Gefängnis endgültig verrohte und jegliches Gefühl für Gesetz und Moral verlor, begann Danny mit seiner Lebenspartnerin Karen, ein neues Leben und schuf sich eine Existenz als Leiter eines kleinen Bauunternehmens. Richard O’Donnell, sein Chef, verlässt sich auf Danny, die Arbeiter achten ihn. Danny und Karen denken an die Gründung einer Familie. Marcus Sakey – Der Blutzeuge weiterlesen