Schlagwort-Archive: Goldmann

Guy Gavriel Kay – Silbermantel (Die Herren von Fionavar 1)

Wundervolle Fantasy vom Tolkien-Gelehrten

Dies ist der erste Band der Trilogie „Die Herren von Fionavar“. Guy Gavriel Kay legte mit dieser wunderbaren Fantasy ein überzeugendes Debüt vor, das jeden Liebhaber des Genres sofort in seinen Bann schlagen wird. Es grenzt an ein Ding der Unmöglichkeit, einen einmal angefangenen Band wieder beiseite zu legen.

Diese Fantasy erinnert sowohl an Tolkiens Universum, besonders an sein „Simarillion“, aber auch an Robert Jordans später veröffentlichten Zyklus „Das Rad der Zeit“. Goldmann veröffentlichte die Trilogie 1989 zum ersten Mal, und ein zweites Mal 1996/97, wobei der dritte Band einen neuen Titel erhielt.

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Niccolò Ammaniti – Ich habe keine Angst

Ein kleiner italienischer Junge entdeckt, dass sein Vater ein Kindesentführer ist. Der Gewissenskonflikt verursacht Michele schreckliche Albträume, und als er erfährt, dass man den Entführten töten will, fasst er einen verhängnisvollen Entschluss.

Der erfolgreiche Roman von Niccolò Ammaniti wurde mit dem wichtigsten italienischen Literaturpreis ausgezeichnet, dem Premio Viareggio. Das Buch erschien bei uns zuerst 2003 im Verlag C. Bertelsmann unter dem Titel „Die Herren des Hügels“.

Der Autor

Niccolò Ammaniti, Jahrgang 1966, ein römischer Biologe, konnte mich schon mit seiner überschäumenden Farce „Die letzte Nacht auf den Inseln“ für sich begeistern. Schon dort zeigt er, wie sich der Einzelne gegen absurde Widrigkeiten und die – häufig beiläufig und gedankenlos ausgeübte – Grausamkeit der Mitmenschen zur Wehr setzen muss. Oft befinden sich seine psychologisch ausgereift dargestellten Figuren in einer ausweglosen Situation.

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Tom Arden – Der rote Schlüssel (Der Kreis des Orokon Band 2)

Zusammen mit „Der Tanz des Harlekin“ ist dies Tom Ardens erste deutsche Veröffentlichung. Ein guter Anfang, der zu großen Hoffnungen Anlass gibt. „Atmosphärisch dichte, intelligente und mitreißende Fantasy“, urteilte das US-Fachmagazin LOCUS. Die vollständige Lektüre des ersten Romans, den der deutsche Verlag in zwei Bände aufgeteilt hat, fördert aber auch einige Schwächen zutage.

Handlung

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Terry Goodkind – Schatten des Magiers, Der (Das Schwert der Wahrheit 2)

„Wizard’s First Rule“, der erste Roman im Zyklus „Das Schwert der Wahrheit“ ist ein furioser Auftakt, der den Leser ausgezeichnet unterhält und mit einigen althergebrachten Vorurteilen gegen Fantasy aufräumt. Starke Frauen, hilflose Zauberer, weibliche Drachen. Kurzum: Hier gibt es einige Augenöffner – und eine packende Handlung.

_Der Autor_

Mit seinem vielbändigen Zyklus um „Das Schwert der Wahrheit“, den er 1994 begann, hat sich der 1948 geborene Amerikaner Terry Goodkind in die erste Reihe der meistverdienenden Fantasyautoren geschrieben.

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Ben Benson – Alle haben Angst

benson-angst-cover-kleinIn einer amerikanischen Kleinstadt treibt eine jugendliche Autoknacker-Bande ihr Unwesen. Ein Polizist wird eingeschleust, doch misstrauische Ganovengenossen und unglückliche Zufälle lassen ihn auffliegen und in Lebensgefahr geraten … – Mittelmäßig spannende aber als Zeitdokument interessante Geschichte: Im US-Amerika der unmittelbaren Nachkriegszeit führt das Establishment Krieg gegen die aufmüpfige Jugend. Die eigentliche Kriminalhandlung dient als Aufhänger für moralinsaure Horrorvisionen, welche einen gravierenden Generationskonflikt höchst einseitig ‚erklären‘ und unverhohlen autoritäre ‚Hinweise‘ zur Beilegung liefern sollen.
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Catherine Aird – Schlossgeheimnisse

aird-schlossgeheimnisse-kleinIn einem englischen Schloss wird der Archivar des Hauses erschlagen. Offenbar drohten seine Recherchen unerfreuliche Familiengeheimnisse bloßzulegen. Diese Familie stellt denn auch die Runde der Verdächtigen, denen die Polizei auf den Zahn fühlt … – Kleiner aber ausgesprochen feiner ‚Kuschelkrimi‘ („Cozy“), der liebgewonnene Klischees (Mord im Schloss, bevölkert von kauzigen Zeitgenossen) gelungen in die Gegenwart transponiert. Der an sich simple Plot wird mit knochentrockenem Wortwitz präsentiert, der dieses Werk endgültig zum Lektürespaß adelt.
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Charlotte Link – Der fremde Gast

„Mach Fremden nicht die Tür auf“, so schärft man es kleinen Kindern immer wieder ein, Charlotte Links aktueller Thriller macht aufs Schärfste deutlich, was einem blühen kann, wenn man sich nicht an diesen Leitsatz hält. Hatte ich bislang nur vier von Links historischen Gesellschaftsromanen gelesen, so bekam ich durch ihr neu erschienenes Taschenbuch nun endlich die Möglichkeit, auch einen ihrer Thriller zu lesen. Wieder einmal beweist Link eindrucksvoll, dass sie Leser an ihre Bücher fesseln kann und zu unterhalten weiß. Einmal angefangen, kann man ihre Werke nicht mehr aus den Händen legen, „Der fremde Gast“ stellt hier keine Ausnahme dar …

Wenn der Mörder zweimal klingelt

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Catherine Breillat – Pornokratie

Eine junge Frau führt ein Experiment durch: Sie bezahlt einen Schwulen dafür, dass er sie beobachtet, nackt, im Schlaf, rund um die Uhr, um herauszufinden, ob sie ihn mit ihren weiblichen Reizen verführen kann. Wird er sie hassen oder sie lieben?

|Die Autorin|

Catherine Breillat, geboren 1948, ist Regisseurin, Drehbuchautorin (z. B. für Fellini und zu „Bilitis“) und hat mehrere Romane veröffentlicht. Seit ihrem Film „Romance X“/“Romance“ ist sie auch dem deutschen Publikum bekannt. Sie plant die Verfilmung von „Pornokratie“. Die dürfte ebenso für Diskussionen sorgen wie „Romance X“.

Handlung

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Dan Simmons – Das Schlangenhaupt

Das geschieht:

Darwin Minor ist ein Mann mit Vergangenheit; ein Vietnam-Veteran mit typischem Trauma, was ihn aber nicht hinderte, zum Doktor der Physik zu promovieren. Im Zivilleben verdient sich Minor seine Brötchen als Spezialist für die Rekonstruktion von Unfallursachen. Seit er nicht mehr für den Öffentlichen Dienst arbeitet, sondern bei einer kleinen für Schadenregulierungen angeheuert hat, die vom grantigen Lawrence Stewart und seiner Gattin Trudy geleitet wird, bereiten ihm seine Schwierigkeiten im Umgang mit Vorgesetzten und Respektspersonen keine gravierenden Probleme mehr. Minor gilt als As und wird gern bei allen möglichen und vor allem unmöglichen Zwischenfällen zu Rate gezogen, die Menschenleben kosten und versicherte Sachschäden verursachen.

Obwohl sich darunter delikate Fälle befanden, hatte Minor bisher mit dem organisierten Verbrechen wenig zu tun. Das ändert sich, als ihn eines Tages russische Mafiakiller auf offener Straße mit Maschinengewehren beschießen. Der Anschlag misslingt, und Minor bringt die Strolche zur Strecke. Um die Hintermänner zu fassen, arbeitet er unwillig mit der Polizei und dem Geheimdienst zusammen. Dan Simmons – Das Schlangenhaupt weiterlesen

Whitley Strieber – Der Kuss des Vampirs

Miriam Blaylock ist eine Hüterin. Ihr Herde – ihr Vieh – sind Menschen. Sie ist eine Jägerin, die das Blut des Viehs zum Überleben braucht. Mehr als viertausend Jahre schon. Paul Ward ist CIA-Agent. Seine Profession ist das Jagen. Seine Beute: Vampire.

Miriam will in Thailand die asiatische Konklave aufsuchen, eines jener Treffen von Hütern, die einmal im Jahrhundert stattfinden. Obwohl sie unter ihresgleichen als Außenseiterin gilt, treibt sie die Suche nach einen geeigneten Partner, mit welchem zusammen sie einen letzten leiblichen Nachkommen zeugen will. In Asien angekommen, muss sie feststellen, dass sämtliche Hüter des Kontinents vernichtet wurden. Überstürzt flieht sie nach Paris, den Urheber des Massakers – Paul Ward – dicht auf ihren Fersen. Dort kann sie ihm zum zweiten Mal knapp entkommen, während auch die Pariser Vampire vollständig vernichtet werden. Als geborene Kämpferin und Jägerin beschließt sie, Paul in ihrem Domizil in Manhatten eine tödliche Falle zu stellen. Doch auch Paul ist mehr als nur ein Mensch …

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Corinne Maier – Die Entdeckung der Faulheit

Mit dem Aufdruck „Dolce Vita am Arbeitsplatz: das Kultbuch über die Kunst des Nichtstuns im Büro“ macht das Buch auf seinem Rücken Werbung für sich selbst. Wer träumt nicht davon? Tagsüber nicht arbeiten und einen faulen Lenz schieben, aber am Monatsende doch bezahlt werden, das wäre schön. Wie die Autorin Corinne Maier es selbst hält, bleibt dem Leser leider vorenthalten, nur eines ist klar, ihr Arbeitgeber, der große französische Energiekonzern EDF (Electricité de France) war nicht erfreut über die Veröffentlichung der polemischen Bücher seiner Mitarbeiterin.

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Armstrong, Tim J. – Kelch der Könige, Der

Nachdem Tim J. Armstrongs Erstlingswerk „Die Bruderschaft“ in Großbritannien mit dem begehrten |Author’s Club First Novel Award| ausgezeichnet wurde, durften die Erwartungen an sein zweites Buch „Der Kelch der Könige“ hoch sein.

Dieses zweite Werk des Autors führt uns ebenfalls ins Mittelalter: Man schreibt das Jahr 1261, als Wilfridus, Kurat eines kleines Dorfes in der englischen Grafschaft Kent, im Rahmen der Untersuchungen des Dominikaner-Ordens seine Erlebnisse des Jahres 1235 niederschreibt. Zu dieser Zeit – als er selbst noch ein junger Dominikaner war – hat er als Adlatus und Schreiber seinem Mentor Thomas dabei geholfen, Beweise gegen die deutsche Adlige Cäcilia, die unter Verdacht der Ketzerei steht, zu sammeln.
So hören die beiden nahezu Tag für Tag die Lebensgeschichte einer bemerkenswerten Frau, die in ihrer Jugend mit Walter von der Ouwe (uns heute bekannt als Walther von der Vogelweide) von ritterlichen Idealen und der Minne geträumt hat, die Nonne war, eine Visionärin und auch Ehefrau und Mutter.
Doch um diese Untersuchung herum steht die Welt nicht still. In einem Templerorden geschehen mehrere Morde. Ein Prior gräbt nachts in der Kapelle einen Kelch aus, dessen Intarsien-Steine einem kabbalistischen System folgen. Ein Jude mit finanziellen Kontakten zum Königshof und einem Alchemisten-Keller wird verhaftet. Und Bruder Thomas erhält Drohungen und kurz darauf verschwinden seine Geliebte und seine Kinder. Und immer wieder wird klar, dass ein Zusammenhang besteht zwischen all diesen Ereignissen und ihren Untersuchungen der Domna Cäcila. Doch worin genau besteht dieser Zusammenhang? Und warum liegt jemandem so viel daran, dass Cäcilia als Ketzerin verbrannt wird?

Der Autor greift viele wichtige Themen jener Zeit auf: Es geht um Minnesang, Religionen und Ketzertum, Kabbala und Alchemie. Damit bezieht er nicht nur eine dieser komplexen Thematiken in seine Geschichte ein, sondern gleich mehrere. Und das wird auf den Kreis der Leser, die überwiegend nicht in allen diesen Gebieten vorgebildet sein werden, verwirrend wirken. Zwar geht Armstrong auf einige Themen – insbesondere den Glauben der Katharer – sehr gründlich ein und erklärt sie gut verständlich, andere sehr komplexe Themen, wie insbesondere die Kabbala, werden aber ohne weitere Erläuterung eingebracht und ihre Bedeutung – auch für den Sinn der Geschichte – bleibt dem Leser zu einem großen Teil ein Rätsel. Ebenso fühlt sich der Leser mit dem Ende, das – obwohl nicht offen – doch viele Fragen stehen lässt, etwas im Stich gelassen.
Auch die Teilung der Geschichte in drei verschiedene Handlungszeiträume (die Zeit, in der Wilfridus die Geschichte niederschreibt, die Zeit der Untersuchung an Domna Cäcilia und als dritte Zeitspanne die Lebensgeschichte der Domna Cäcilia) trägt dann nicht gerade zur Verständniserleichterung bei.
Der geschichtliche Hintergrund ist jedoch für einen historischen Kriminalroman, der primär ein Unterhaltungswerk sein soll, mehr als hinreichend recherchiert und überzeugend dargestellt. Der Autor gibt sich hier keine erkennbare Blöße und zeichnet im Gegenteil ein breit angelegtes Bild des Mittelalters in verschiedenen Ländern auf eine glaubhaft erscheinende Weise mit der genau richtigen Mischung aus erfundener, aber „zeitgemäßer“ Geschichte und realistisch erscheinendem zeitlichen Rahmen.
Durch den verwendeten Erzählstil des Rückblicks werden von Beginn an gewisse Andeutungen zum Verlauf der Geschichte gegeben. Das weckt an einigen Stellen die Neugierde auf den Verlauf der Geschichte, andererseits werden dadurch auch gewisse Ereignispunkte vorab ungeschickt und spannungshinderlich enthüllt.

Die deutsche Übersetzung liest sich für ein Buch, das in diesem Zeitrahmen spielt, angenehm flüssig. Autor und Übersetzer haben hier ganze Arbeit geleistet. Die Sprache klingt ungekünstelt und zurückhaltend neutral, so dass die Geschichte selbst umso mehr in den Vordergrund rücken kann. Es sind auch nur wenige lateinische und religiöse Wörter eingeflochten, deren Bedeutungen einem halbwegs interessierten Leser nicht sofort klar sind.

Zwar handelt es sich bei „Der Kelch der Könige“ um mehr als einen reinen historischen Kriminalroman, der Krimianteil überwiegt aber knapp. Mit „Der Kelch der Könige“ hat Armstrong ein gutes Buch vorgelegt, das von der ersten bis zur letzten Seite spannend ist. Die Verstrickung der Personen und Ereignisse untereinander nehmen den Leser gefangen und katalpultieren ihn zugleich in eine andere Zeit. Auch die schrittweise Lösung des Falls durch Wilfridus und Thomas ist spannend beschrieben, das Ende des Buches jedoch eine regelrechte Antiklimax mit einer Menge offener Fragen; der Aha-Effekt bleibt fast vollständig aus.
Punktabzug in der B-Note erhält das Buch für die Erzähl-Figur des Wilfridus. Auch nach 383 Seiten „seiner“ Erzählung bleibt er für den Leser eine unbekannte Größe, während andere Personen – allen voran Cäcilia, Walter von der Ouwe und Bruder Thomas zu den wahren Hauptpersonen des Buches aufsteigen. Ebenfalls als kleines Minus müssen ein Zuviel des Buches an mystischem Inhalt und ähnlichem Gedankengut sowie eine Anzahl offener Fragen nach Ende des Buches verbucht werden. Statt Templer, Judentum, Musiktheorie, Katharer, Katholiken, Kabbala, Minnesang und Alchemie der Reihe nach in teilweise unbefriedigender Weise abzuhandeln, hätte der Autor einige dieser Thematiken streichen und sich den verbleibenden etwas intensiver widmen sollen. Insgesamt ist Armstrong aber trotz der genannten Kritikpunkte ein guter, spannender und teilweise auch bewegender Mix aus historischem Roman und Mystery-Krimi gelungen.

Patricia Cornwell – Wer war Jack the Ripper?

Thriller-Autorin Patricia Cornwell, weltberühmt durch die Serie um die kriminalistisch aktive Pathologin Kay Scarpetta, wartet in Sachbuch mit einem Knüller auf: der Entlarvung des historischen Super-Serienmörders Jack the Ripper! Ein deutscher Maler sei er gewesen, dämonisch schlau und nach dem Ende der West End-Mordserie weiterhin aktiv … – Jahre der aufwändigen Recherche in den Archiven und Labors der westlichen Welt und viele Millionen Dollar brachten dieses Buch hervor, das sich nahtlos einreiht in die lange, lange Reihe jener Werke, die immer neue Ripper-Gestalten in die Welt setzen, ohne jedoch liefern zu können, was allein überzeugen könnte: den ultimativen, schlüssigen Beweis. Patricia Cornwell – Wer war Jack the Ripper? weiterlesen

Ben Elton – Tödlicher Ruhm

Elton Ruhm Cover kleinDas geschieht:

Auf BPK-TV, einem erfolgarmen Sender, dümpelte „Hausarrest“, ein Menschenzoo à la „Big Brother“, bisher ohne besondere Zuschauerresonanz dahin. Am 27. Tag ist einer der Insassen durchgedreht und hat eine Mitgefangene erstochen. Leider (und merkwürdigerweise) haben die sonst allgegenwärtigen Kameras zwar die Bluttat, aber nicht das Gesicht des Täters festgehalten.

Der Verdacht liegt nahe, dass es einem der anderen Teilnehmer gehört. Chief Inspector Coleridge von der Mordkommission sieht sich bei seinen Ermittlungen indes vor ein für ihn ganz neues Problem gestellt: Nachdem die Quoten durch die Schreckenstat plötzlich in die Höhe schnellten, wollen die Macher „Hausarrest“ ganz und gar nicht absetzen. Die Show wird weitergehen. Coleridge muss seine Verdächtigen ‚von außerhalb‘ überprüfen. Ben Elton – Tödlicher Ruhm weiterlesen

Lloyd Biggle jr. – Spiralen aus dem Dunkel

Biggle Spiralen Cover 1983 kleinSeltsame Flugkörper landen in der US-Provinz; sie streuen zerstörerische Kraftfelder von spiralförmiger Gestalt aus, scheinen aber nicht direkt feindlich zu sein. Kommen die Fremden aus dem All – oder sind es Sendboten aus einer möglichen Zukunft der Erdmenschen? … Herrlich altmodischer, d. h. langsam oder besser gesagt: sorgfältig komponierter, spannender und überraschend witziger Science Fiction-Roman um eine Invasion der besonders merkwürdigen Art.
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Dave J. Pelzer – Sie nannten mich »Es«

Manche Bücher erzählen eine grausame Geschichte, die auf wahren Begebenheiten beruht, die uns beim Lesen einen kalten Schauer über den Rücken laufen lassen. Zuletzt hatte „Mia“ von Liza Marklund bei mir diese Wirkung hervorgerufen, doch nun habe ich „Sie nannten mich Es“ gelesen und fand es mindestens ebenso schockierend …

Stationen einer Kindheit

Das kurze und dünne Buch ist in sieben verschiedene Kapitel eingeteilt, die wichtige Stationen in Dave Pelzers Leben darstellen. Gleich zu Beginn erlebt der Leser Daves Rettung mit. Endlich haben die Schulkrankenschwester und der Schuldirektor genug gesehen von Daves blauen Flecken und Verletzungen, die selbstverständlich nicht von Unfällen stammen. Die beiden verständigen die Polizei und lassen Dave aus der Schule abholen. Zunächst muss er eine Aussage über seine Erlebnisse machen, anschließend ist er jedoch frei – frei von seiner gewalttätigen Mutter, die ihn permanent gequält hat.

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Whitley Strieber – Der Kuss des Todes

Das geschieht:

John und Miriam Blaylock töten Menschen, saugen ihnen das Blut aus und leben ewig, denn sie sind Vampire. Miriam weilt bereits einige Jahrtausende auf diesem Planeten und hat sich zur echten Überlebenskünstlerin entwickelt. John, der als englischer Lord mit Miriams bissiger Hilfe sein Schattendasein begann, ist gerade einmal zwei Jahrhunderte alt. Trotzdem fühlt er sich seit einiger Zeit müde und abgeschlagen, was einem Vampir eigentlich nicht passieren dürfte.

Miriam weiß mehr darüber, als sie John eingestehen mag. Ihr Blut verlängert das Leben ihrer Partner, aber irgendwann verliert es seine Kraft. Inzwischen sollte die Wissenschaft endlich in der Lage sein, ein Mittel gegen Johns ‚Krankheit‘ zu entwickeln, findet Miriam und nimmt Kontakt zur Medizinerin Sarah Roberts auf, die sich in ihren Forschungen auf das Phänomen des Alters spezialisiert hat. Whitley Strieber – Der Kuss des Todes weiterlesen

Hans Hellmut Kirst – Die Nacht der Generale

Kirst Nacht der Generale Cover 1994 kleinDarum geht’s:

Ein hochrangiger Offizier lebt im II. Weltkrieg seinen Drang als Serienkiller aus; dem für das Nazi-Regime peinlichen Treiben soll ein Ermittler unauffällig ein Ende bereiten, doch der Mörder ist geschickt, nutzt seine Privilegien und setzt seine grausigen Taten fort … – Dieser (deutsche!) Quasi-Vorläufer der seit Hannibal Lecter bestsellerabonnierten Killer-Thriller bedient sich bereits der bekannten Spannungselemente und hat seinen Unterhaltungswert nicht eingebüßt: lesenswert! Hans Hellmut Kirst – Die Nacht der Generale weiterlesen

Sarah Murgatroyd – Im Land der grünen Ameisen

Im August 1860 bricht in Melbourne eine große Expedition auf, die den Kontinent Australien durchqueren und die Nordküste erreichen soll. Die Reise durch 5000 Kilometer unwirtliches, kaum besiedeltes, feindseliges Land endet in einer Katastrophe, die acht Menschen das Leben kostet und sich in einen nationalen Skandal verwandelt … – Kritische Neubewertung einer historischen ‚Großtat‘, die das zeitgenössische Denken berücksichtigt, die Wahrheit hinter verklärenden Worten sucht und zu einem eher bestürzenden Resultat kommt: gut recherchiertes, spannend geschriebenes und mit trockenem Witz belebtes Sachbuch.
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Matt Dickinson – Tod im Eis

Das geschieht:

„Capricorn“ heißt eine kleine Forschungsstation, die in der Antarktis über einem Gletscher errichtet wurde. Fünf Personen bohren hier ein tiefes Loch ins Eis, unter dem ein unterirdischer See liegt, in dem womöglich bisher unbekannte Urtiere hausen. Die Glazialbiologin und Stationsleiterin Dr. Lauren Burgess steht unter Druck; der Zeitrahmen ist eng, die Arbeit gefährlich, der Geldgeber ungeduldig, die Fachwelt missgünstig. Deshalb kommt der Hilferuf einer gescheiterten Polarexpedition denkbar ungünstig. 300 frostige Meilen von der Station entfernt hat der Extremreisende Julian Fitzgerald sich und seinen Gefährten, den Norweger Carl Norland, durch schlechte Planung und eklatante Führungsschwäche in höchste Gefahr gebracht. Lauren Burgess und der Mechaniker Sean Lowery unternehmen den riskanten Versuch, die beiden Männer zu bergen, was wider Erwarten gelingt.

Fitzgerald dankt es seinen Rettern schlecht. Er war bereits in einige Skandale verwickelt. Ein neuerliches Scheitern würde ihn Ruf, Ruhm und Sponsorengeld kosten. Deshalb drängt Fitzgerald auf eine Fortsetzung der Expedition, die aus den „Capricorn“-Beständen ausgestattet werden soll. Dass dies wegen der beschränkten Ressourcen kaum machbar ist, will der arrogante Mann nicht akzeptieren. Ohnehin verfällt er zusehends dem Wahnsinn. Als er herausfindet, dass Norland einen Enthüllungsartikel plant, dreht Fitzgerald durch. Er sabotiert die Funkanlage der Station, plündert deren Vorräte, will ein Schneemobil stehlen und steckt dabei „Capricorn“ in Brand. Matt Dickinson – Tod im Eis weiterlesen