Schlagwort-Archive: Heyne

Brandon Sanderson – Herrscher des Lichts (Mistborn 3)

Mistborn

Band 1: „Kinder des Nebels“
Band 2: „Krieger des Feuers“

Nach der Schlacht um Luthadel versucht Elant Wager, inzwischen erneut König und Oberster Herrscher, sein Reich wieder zu einen und die Menschen in seiner Hauptstadt zu versammeln. Denn nur dort kommt noch genug Sonnenlicht zum Erdboden durch, um Pflanzen wachsen zu lassen. Vor allem aber braucht Elant den Zugang zu einer Höhle unter einem Ministeriumsgebäude in Fadrex. Vier Höhlen dieser Art haben sie bereits gefunden, und dort fanden sich vor allem Vorräte jeglicher Art, außerdem aber auch eine Metallplatte mit Hinweisen des ehemaligen Obersten Herrschers Raschek. Vin erhofft sich von der fünften Platte die Lösung des Rätsels, wie sie das Wesen bekämpfen kann, das sie unwissentlich an der Quelle der Erhebung frei gelassen hat und das offensichtlich ein gefährlicher Feind ist. Doch in Fadrex hat sich ein ehemaliger Obligator namens Yomen zum Herrscher aufgeschwungen und ist nicht bereit, mit Elant und Vin zusammenzuarbeiten.

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Philip K. Dick – Ubik

Joe Chip hinter den Spiegeln, eine Geistergeschichte?

Glen Runciter ist tot – nur warum finden sich dann Botschaften von ihm auf Zigarettenpackungen und Dosenetiketten? Es ist das Jahr 1992 – doch wieso ist die Stadt voller Autos auf den 1930ern? Und was zur Hölle ist UBIK – ein gewöhnliches Raumspray oder womöglich das einzige Mittel gegen den drohenden Zerfall der Realität? (Verlagsinfo)

Der Autor

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Colin Forbes – Kalte Wut [Tweed 12]

Britische Geheimagenten jagen einen superreichen, völlig wahnsinnigen Milliardär, der nach der Weltherrschaft strebt, kreuz und quer durch ‚Europa‘ … – Die ohnehin ausgelaugte Kolportage-Story wird plump, spannungslos und logikfrei erzählt, die Figuren-‚Zeichnung‘ verlässt nie die 1. Dimension, die Schauplätze werden im Stil britischer Trash-Thriller der 1960er Jahre präsentiert. Auch stilistisch ist Schmalhans Küchenmeister: ein fürchterliches Machwerk!
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Brian Keene – Totes Meer

Nachdem die Zivilisation wieder einmal von Zombies überrannt wurde, flüchtet der junge Lamar hinaus auf das offene Meer, wo er sich sicher wähnt; er vergisst dabei, dass Untote nicht mehr ertrinken können und deshalb auf der Jagd keinen Unterschied zwischen Land und Wasser machen … – Drastischer, auf den Ekel-Effekt getrimmter Horror, der die Simpel-Handlung unter pausenlosen Zombie-Attacken zu verstecken versucht; die ungewöhnliche Kulisse sorgt dennoch für hirn- und kontextfreie Unterhaltung.
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Karl Schroeder – Planet der Sonnen (Das Buch von Virga 1)

Es gibt verschiedene Arten der Science Fiction, doch oft bietet sie ein Spielbrett für die faszinierendsten Weltenschöpfungen als Weiterentwicklung aus unserer Welt, und dort, in oder auf den fremden Planeten, spielen sich dann die Geschichten ab, die den Schriftstellern am Herzen liegen. Virga, Karl Schroeders „Planet der Sonnen“, ist so eine Welt. Sie bietet durch ihre Einzigartigkeit einen nahezu unbegrenzten Spielraum für Geschichten, denn, was sie von anderen Planeten unterscheidet, sie ist eher eine Sauerstoffsphäre im äußeren Bereich eines fernen Sonnensystems, gigantisch und doch weitgehend leer, schwerelos und mit unzähligen Attributen beschreibbar. In ihrem Zentrum schwebt Candesce, die erste Sonne, ein künstliches Gebilde, um das sich Habitate, drehende Städte, Planetoiden oder Plattformen bewegen und den Menschen als Lebensraum dienen.

Je weiter diese einzelnen bewohnten Bezirke von der ersten Sonne entfernt sind, desto mehr Material befindet sich zwischen ihm und dem Licht, weshalb Licht und Wärme ein kostbarer politischer und wirtschaftlicher Faktor ist. Es gibt weitere, kleinere Sonnen innerhalb Virgas, die kleine Lebenssphären in der Kälte der weiten Sphäre bilden und ihre jeweiligen Nationen mit Licht und Wärme versorgen. Wer keine eigene Sonne hat, ist abhängig von größeren Nationen, die ihrerseits diese Abhängigkeit erhalten wollen und daher oft den Bau eigener Sonnen sabotieren, verbieten, verhindern.

Hayden Griffin ist ein junger Bewohner der Nation Aerie, die von einer eigenen Sonne träumt und keine Mühen und Gefahren scheut, dieses Ziel zu erreichen. Aerie ist von der Nation Slipstream abhängig, doch da sich Slipstream auf einem frei fallenden Planetoiden durch die Sphäre Virgas bewegt, wird sie und ihre Sonne den Bereich von Aeries Habitaten in absehbarer Zeit verlassen und der Dunkelheit und Kälte überantworten. Trotzdem will Slipstream sich die Vorherrschaft erhalten und zerstört auf brutale und blutige Weise die neue Sonne und Teile Aeries. Griffin überlebt das Massaker und schwört dem befehlshabenden Admiral Rache.

Jahre später wird Slipstream selbst von mehreren Seiten bedroht. Besagter Admiral Fanning zieht mit einer kleinen Flotte von Schiffen aus, heimlich eine ultimative Waffe zu schaffen. Der Schlüssel dazu ist erstens die erste Sonne Candesce, zweitens eine Außenweltlerin, die überlegene Technik repräsentiert und die es aus unbekannten Gründen nach Virga verschlagen hat.

Hayden Griffin, auf der Suche nach der richtigen Chance, seine Rache zu vollenden, wird als persönlicher Pilot von Venera Fanning, des Admirals Frau, angeheuert und begleitet die abenteuerliche Expedition. Doch lange wartet er vergeblich auf eine Gelegenheit zum Mord, erfährt durch seine Nähe zu Fannings Frau ganz neue Informationen über den Ablauf des damaligen Massakers, erfährt die Gefahren und die Geheimnisse Virgas, verliebt sich in die Außenweltlerin und erhält auch noch die einmalige Chance, Aerie zu einer neuen Sonne zu verhelfen … Ihn quälen viele Fragen: Ist Fanning schuldig? Kann die Schuld überhaupt zugeordnet werden? Was verbirgt Virga noch für Geheimnisse? Was hält die NI, die Natürliche Intelligenz, die außerhalb Virgas alles beherrscht, vom Eindringen in die Sphäre ab, und was verbirgt die Außenweltlerin Aubri Mahallan für ein dunkles Geheimnis?

Fragen über Fragen, auf deren viele der Roman eine Antwort liefert. Geheimnisvoll und faszinierend bleibt sowohl Virga als auch der Rest des von Menschen und der NI besetzten Universums, hier kratzt Karl Schroeder nur an der Oberfläche, wirft ein paar heftige Brocken hin und entwirft mit diesem Roman gleich zwei so gegensätzliche Zukunftsvisionen, dass man unbedingt nach neuen Romanen aus diesem Material verlangt, um mehr darüber zu erfahren.

Viele Charaktere erhalten ihre Chance in diesem Roman, doch nur wenige wichtige erhalten mehr als ein paar porträtierende Striche. Hayden Griffin, die Fannings, ein grau gekleideter Agent, der so hintergründig ist, dass ich ihn mit „Herr Schmidt“ anreden würde, da ich seinen Namen immer vergesse, die Außenweltlerin Aubri Mahallan … Das sind Protagonisten mit Ecken und Kanten, wohl keiner von ihnen hat eine weiße Weste, manchen drückt ein Gewissen, andere scheinen auf zwei unterschiedlichen Seiten zu stehen. Schroeder macht zwar Griffin zu seiner Hauptfigur und zum Sympathieträger, aber gerade auch die merkwürdige Vielschichtigkeit von Venera Fanning macht sie zu einem interessanten Charakter. Da sie das Ende des Buches auch erlebt, kann man sicherlich damit rechnen, nochmal von ihr zu lesen.

Das Geheimnis Aubri Mahallans ist so komplex und gefährlich für die Sphäre, dass Schroeder sich bei seiner Offenbarung auf Eckpunkte beschränken musste. Trotzdem eröffnet er damit einen verstörenden Eindruck der Welt und des Lebens außerhalb Virgas, so dass man froh sein kann, ein Bewohner dieser Welt zu sein und von der anderen Seite weitgehend in Ruhe gelassen zu werden – so schwer das Leben auch sein kann.

Virga ist eine Welt, die von skurrilen Gegensätzen nur so strotzt. Schroeder streut schrittweise Informationen ein und entwirft so ein detailiertes Bild dieser Sphäre, in der die Schwerkraft nur durch Fliehkraft simuliert wird, Sturm ein Ausdruck der Eigengeschwindigkeit ist, Kugeln, die ihr Ziel verfehlen, jahrelang im freien Fall durch die Welt sausen und irgendwo eine verheerende Wirkung erzielen können … Es ist eine Welt voller Rätsel, und es verspricht eine spannende Reise zu werden, auf die uns der Autor hoffentlich in künftigen Romanen mitnimmt.

Taschenbuch: 448 Seiten
Originaltitel:
Book One of Virga: Sun of Suns
Aus dem Englischen von Irene Holicki
ISBN-13: 978-3453526266

Der Autor vergibt: (5/5) Ihr vergebt: SchrecklichNa jaGeht soGutSuper (No Ratings Yet)

Brandon Sanderson – Krieger des Feuers (Mistborn 2)

Mistborn

Band 1: „Kinder des Nebels“

Vin ist es tatsächlich gelungen, den Obersten Herrscher zu töten. Jetzt ist das Reich zerfallen und obwohl es dem idealistischen, jungen Elant Wager gelungen ist, sich zum König über Luthadel zu machen, die Skaa zu befreien und der Stadt eine Verfassung zu geben, ist seine Herrschaft alles andere als stabil. Der neu gebildete Rat ist ständig zerstritten, die Versorgung der Menschen ist nicht gesichert und dann taucht auch noch eine Armee vor den Toren der Stadt auf.

Eine weit gravierendere Folge als das politische Chaos, das der Tod des Obersten Herrschers hinterlassen hat, ist jedoch etwas ganz anderes. Etwas Schleichendes, Ungreifbares, und die einzigen, die es zu bemerken scheinen, sind Vin … und Sazed.

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Robin Hobb – Der Nachtmagier (Weitseher-Trilogie 3)

Die Weitseher-Trilogie

Band 1: Der Weitseher
Band 2: Der Schattenbote
Band 3: Der Nachtmagier

Fitz hat überlebt, aber nur Dank der alten Macht und der Hilfe von Burrich und Chade. Und er hat einen hohen Preis dafür bezahlt. Nur langsam findet er zu sich selbst zurück, und eines der ersten Dinge, die er tut, nachdem er seine Erinnerungen wiedergefunden hat, ist, sich von Burrich und Chade zu lösen. Statt weiterhin ganz und gar im Dienst für seinen König aufzugehen, will er sein eigenes Leben leben, selbst wenn es nur ein kurzes sein sollte. Denn der einzige, brennende Wunsch, der ihn jetzt noch beseelt, ist, Edel zu töten, koste es, was es wolle!

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Dean Koontz – Meer der Finsternis

Der Odd-Zyklus bislang:

1) Odd Thomas (2004, deutsch 2006 als „Die Anbetung“)
2) Forever Odd (2005, deutsch 2007 als „Seelenlos“)
3) Brother Odd (2006, deutsch 2008 als „Schattennacht“)
4) Odd Hours (2008, deutsch 2009 als „Meer der Finsternis“)
5) In Odd We Trust (Graphic Novel, Juli 2008)

Der Meister des mystischen Thrillers hat sich in den letzten Jahren noch einmal von seiner fleißigsten Seite gezeigt: Dean Koontz legt im aktuellen Jahrzehnt noch einmal ein enormes Pensum vor, hat sich unterdessen aber nicht mehr so häufig von der Unberechenbarkeit seiner Ideen treiben lassen. Mit Odd Thomas hat Koontz letztlich einen Charakter geformt, der immer mehr zu seinem persönlichen Helden geworden ist und inzwischen die wohl wichtigste Figur seiner Romane darstellt.

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Deas, Stephen – Adamantpalast, Der (Drachenthron 1)

Königin Shezira macht sich auf den Weg nach Osten, um ihre jüngste Tochter Lystra an den Prinzen Jehal zu verheiraten. Im Gepäck das Brautgeschenk: Ein makellos weißer Drache samt Knappe. Doch während Shezira im Adamantpalast Halt macht, wird die Eskorte des Weißen angegriffen. Am Ende ist der kostbare Drache verschwunden.
Aber das Fehlen des Brautgeschenkes ist nur eine Sorge. Der Sprecher, oberste Autorität in einem Gebilde, das aus neun Königreichen mit je einem eigenen Souverän besteht, wird alle zehn Jahre neu gewählt, und diese Wahl steht kurz bevor. Doch die Nachfolge ist längst nicht so sicher, wie ursprünglich von allen erwartet. Und was hat es mit dem seltsamen Fläschchen auf sich, das auf einer einsamen Lichtung den Besitzer wechseln soll?

Shezira ist eine ehrgeizige und starke Persönlichkeit, allerdings kühl, distanziert und sachlich. Nicht, dass sie ihre drei Töchter nicht mag, doch das hindert sie nicht daran, zwei davon mit politischem Kalkül zu verheiraten. Immerhin aber ist Shezira ehrlich und steht zu ihrem Wort, was man von anderen nicht unbedingt behaupten kann.

Der noch amtierende Sprecher Hyram hat sich in einer alten Abmachung dazu verpflichtet, Shezira als seine Nachfolgerin vorzuschlagen. Doch Hyram ist ein schwacher Mann, der Jahre alte seelische Wunden noch immer nicht verkraftet hat. Das und die Tatsache, dass er seit einem Jahr zunehmend die Kontrolle über seinen Körper verliert, machen ihn angreifbar für Intrigen.

Auch Zafir hat eine Schwäche, und die heißt Jehal. Nicht, dass Zafir nicht ehrgeizig wäre, sie hat durchaus nichts dagegen, den Platz ihrer Mutter als Königin einzunehmen und ist auch beileibe nicht zimperlich, was die Methoden zur Erreichung dieses Zieles angeht. Doch aus eigenem Antrieb hätte sie sich die Mühe nicht gemacht. Dafür ist sie durchaus bereit, sich persönlich die Mühe zu machen und Jehals junge Braut aus dem Weg zu räumen, denn auf die ist sie unendlich eifersüchtig.

Jehal scheint derjenige zu sein, um den sich alles dreht. Er ist noch ehrgeiziger als Shezira und im Gegensatz zu ihr nicht im geringsten wählerisch in seinen Mitteln. Der gut aussehende und charmante Prinz ist sehr geschickt darin, andere um den Finger zu wickeln, vor allem Frauen, die er dann, wenn er sie nicht mehr braucht, einfach fallen lässt. Auch an Absprachen und Verträge hält er sich lediglich, so lange sie seinen Zielen dienen. Jehal will Sprecher werden, um jeden Preis und mit allen, wirklich allen Mitteln.

Wirklich sympatisch ist eigentlich nur Sheziras sture und ungebärdige Tochter Jaslyn mit ihrer Leidenschaft für Drachen. Jaslyn ist genauso unverblümt und ehrlich wie ihre Mutter, allerdings nicht so kaltherzig.

Im Grunde war die Charakterzeichnung ganz in Ordnung. Vor allem der schwächliche Hyram mit seiner Obsession für eine unerreichbare Frau und der skrupellose Jehal waren gut getroffen. So richtig mitfiebern kann der Leser allerdings mit niemandem, denn Jaslyn, die einzige, die sich als Sympathieträger anbietet, rückt erst gegen Ende des Buches etwas mehr in den Vordergrund und könnte noch einiges an zusätzlicher Intensität vertragen. Andere, wie der Knappe Kailin oder der Söldner Sollos, leben einfach nicht lang genug, um ein echtes eigenes Profil zu entwickeln.

Der Ort der Handlung ist nicht unbedingt spektakulär. Die Geographie besteht aus der üblichen Mischung Wüste-Gebirge-Meer, und das einzige, was den Handlungshintergrund von der Realität unterscheidet, ist die Existenz von Drachen und Magie. Die Magie stellt bisher lediglich eine winzige Randerscheinung dar. Nur zweimal tauchen kurz echte Magier auf, und nur in einem dieser beiden Fälle erfährt der Leser überhaupt, was der Magier tut. Wobei ich in diesem speziellen Fall die Alchemisten nicht zu den Magiern gezählt habe.

Bisher ist nicht ganz sicher, ob die Alchemisten bei ihrem Tun auch Magie einsetzen. Fest steht nur, dass sie die gezähmten Drachen mittels ihrer Tränke unter Kontrolle halten. Die Tiere sind sozusagen ununterbrochen zugedröhnt. Nur so ist es möglich, sie abzurichten und zu reiten. Diese Praxis ist schon ziemlich alt, und da nur aus etwa einem Drittel aller Dracheneier auch ein Drache ausschlüpft, sind Drachen ziemlich wertvoll. Sie werden sorgfältig gezüchtet und dementsprechend auch mit Stammbäumen versehen. Kein Wunder, dass Königin Shezira ihre Weiße unbedingt wiederhaben will. Und kein Wunder, dass der Alchemist, der den Suchtrupp begleitet, es so schrecklich eilig hat. Denn was wird wohl geschehen, wenn die Wirkung der Drachendrogen nach lässt?

Darauf erhält der Leser tatsächlich eine Antwort. Was allerdings vom Verlag angepriesen wurde als die „geheimnisvollsten, mächtigsten und gefährlichsten Geschöpfe der Fantasy“, wirkt vorerst noch ein wenig dünn. Denn alles, was von den Drachen selbst bisher zu hören ist, ist Rachsucht. Nur einige wenige Sätze lassen ein paar echte Informationen über die Drachen erahnen, doch die sind so spärlich und vage, dass sie nicht ausreichen, um ein deutliches Bild dieser Geschöpfe zu zeichnen. So bestehen die Drachen – zumindest im Augenblick – hauptsächlich aus Mordgier.

Das hat Konsequenzen.

Dass die Drachen vor allem damit beschäftigt sind, nach den Alchemisten zu suchen und dabei eine Menge Leichen zurücklassen – zu denen man noch diejenigen dazu zählen muss, die sie fressen! – lässt sie, zumindest was mein Interesse anging, ein gutes Stück in den Hintergrund treten. Die Intrigen und Ränkespiele im Zusammenhang mit der Sprecherwahl geben da wesentlich mehr her. Zafir ist auch ohne Jehal schon ein Miststück, und Jehal übertrifft sie darin noch. Beide zusammen sind schlicht gemeingefährlich. Was Jehal vor allem so erfolgreich macht, ist seine Indirektheit, er erreicht seine Ziele stets auf Umwegen und hat die unendliche Geduld einer lauernden Spinne. Zusätzlich interessant wird Jehals Intrigenspiel dadurch, dass er in seiner eitlen Selbstzufriedenheit nicht merkt, dass er ebenfalls benutzt wird.

Das ist der Punkt, der beide Handlungsstränge miteinander verbindet.

Nirgendwo wird erwähnt, wer die Eskorte des weißen Drachen überfallen hat und warum. Hätte der Angreifer den Drachen stehlen wollen, hätte er ihn wohl kaum entkommen lassen. Und wie hätte er ein solch ausgefallenes Tier auch verstecken sollen?

Und die Taiytakey von jenseits des Meeres, die Jehal ein so ausgefallenes Geschenk zur Hochzeit überreichen ließen? Jehal sagt selbst, dass die Taiytakey keine Geschenke machen, und diese bestreiten das nicht einmal. Was also wollen sie dafür? Jehal scheint es nicht zu interessieren, und das dürfte ein Fehler gewesen sein!

Und dann ist da auch noch das Fläschchen mit dem seltsamen Inhalt.

Der aufmerksame Leser merkt nur zu bald, dass die eigentliche Bedrohung von außerhalb kommt, auch wenn sie lediglich ganz am Rande auftaucht, und da sie alle so sehr mit ihren eigenen kleinlichen Machtkämpfen beschäftigt sind, fällt es natürlich keinem der Beteiligten auf.

Unterm Strich kann ich sagen, dass Stephen Deas mit „Der Drachenthron“ einen interessanten und verwickelten Roman abgeliefert hat. Die Charakterzeichnung ist nicht überragend intensiv, aber durchaus lebendig und glaubwürdig. Der Handlungsverlauf wirkt zwar durch die häufigen Szenen- und damit verbundenen Ortswechsel etwas sprunghaft, ich hatte aber keine allzu großen Probleme damit, das Ganze ist sauber aufgebaut und frei von Logikfehlern. Und auch wenn der Spannungsbogen nicht allzu straff gespannt ist, wird es nie wirklich langweilig. Allein die Tatsache, dass das Wesen der Drachen so eingleisig dargestellt ist, find ich schade. Hier hätte ich mir anstelle des vielen Bratens und Fressens etwas mehr Bandbreite und mehr Detailreichtum gewünscht, da darf sich noch einiges tun.

Stephen Deas ist Engländer und arbeitete nach einem abgeschlossenen Physikstudium in der Raumfahrttechnik, ehe er mit „Der Drachenthron“ seinen ersten Roman veröffentlichte. Seither ist er fleißig mit Schreiben beschäftigt. Im April erscheint in England der zweite Band der Trilogie Drachenreiche, außerdem im Herbst der erste Band einer weiteren Trilogie.

Broschiert: 591 Seiten
ISBN-13: 978-3453525306
Originaltitel: The Adamantine Palace
Übersetzt von Beate Brammertz

Stephen Deas.com
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Der Autor vergibt: (4.0/5) Ihr vergebt: SchrecklichNa jaGeht soGutSuper (No Ratings Yet)

Henry Wade – Tod auf der Treppe

Wade Tod Cover kleinDas geschieht:

Sir Garth Fratton gehört zu den großen Finanzmagnaten der Stadt London. Obwohl ihn das Alter und manche Zipperlein plagen, schlägt er die Ratschläge seines Arztes in den Wind und wird Vorstandsmitglied der noch jungen „Victory Finance Company“. Dort geht freilich nicht alles mit rechten Dingen zu, wie Fratton seinem besten Freund Leopold Hessel anvertraut. Bevor er jedoch in Details gehen kann, wird er während eines Spaziergangs von einem unbekannten Rüpel angerempelt. Nur Sekunden später bricht Sir Garth tot zusammen; die Autopsie ergibt, dass er durch das Platzen eines Aneurysmas – der krankhaften Ausweitung einer großen Ader – verblutet ist.

Frattons Tochter Inez lässt der tragische Tod des Vaters keine Ruhe. Sie lässt ein Inserat in die Zeitung setzen, dass den Rüpel auffordert, sich zu melden. Als Scotland Yard davon hört, wird der junge Inspektor Poole geschickt, um den ‚Unfall‘ vorsichtshalber noch einmal zu überprüfen. Pooles Nachforschungen sorgen für Unruhe und schließlich für die Exhumierung von Frattons Leiche, die in der Tat Spuren einer Mordattacke aufweist. Henry Wade – Tod auf der Treppe weiterlesen

David Knight – Der Fall 561

Was als Mordversuch an zwei Polizisten begann, entwickelt sich zu einer mehrmonatigen Jagd auf einen brutalen Verbrecher, der sich findig der Fahndung immer wieder zu entziehen weiß, bis seine Verfolger doch obsiegen … – Scheinbar dokumentarisch im Ton, singt der Verfasser das Loblied einer Polizei, die unaufhaltsam und unerbittlich dem Gesetz Genüge verschafft: ein interessantes Zeitdokument im Gewand eines routiniert geschriebenen, spannenden Kriminalromans. David Knight – Der Fall 561 weiterlesen

Michael Marcus Thurner – Das gestrandete Imperium (Perry Rhodan, Posbi-Krieg 1)

Der Posbi-Krieg ist der Titel eines sechbändigen Abenteuers um den Science-Fiction-Helden Perry Rhodan. Der ist gleichzeitig Name, Held und Programm für eine fantastische Erfolgsgeschichte deutscher SF, blickt die Serie, die als ausschließliche, wöchentlich erscheinende Heftromanserie begann, doch auf eine mittlerweile über 45jährige Geschichte zurück, in der über 3000 Heftromane in der immer noch wöchentlich erscheinenden Hauptserie geschrieben wurden und unzählige Taschenbücher, Schwesternserien, Sekundärliteratur, Spin-off-Serien und dergleichen mehr erschienen. Seit einigen Jahren erscheinen bei |Heyne| in schöner Regelmäßigkeit der jeweils aktuellen Hefthandlung angegliederte, jedoch eigenständige und unabhängig lesbare Romanreihen im Taschenbuchformat – und eine dieser Reihen trägt den Eigentitel „Posbi-Krieg“.

Posbis sind Roboter, die auf eine Komponente zugreifen können/müssen, die sie der Gefühle befähigt und damit zu definitionsgemäß echten Intelligenzen macht. Im ersten Band des Sechsteilers verschlägt es Perry Rhodan und seine beiden Begleiter Startac Schroeder und Mondra Diamond in eine ferne, durch hyperphysikalische Phänomene abgeschottete Galaxie. Dort leben einige den Menschen bekannte unterschiedliche Völker zusammen, unter anderem eine Gruppierung der Posbis. Und aus einem unbekannten Grund ist diese Roboterzivilisation plötzlich darauf aus, alles andere intelligente Leben in ihrem Aktionsradius (sprich in jener Galaxis) zu vernichten. Wie soll ein einzelner Mensch (oder auch derer dreie) diese furchtbare Gefahr abwenden oder auch nur bekämpfen? Zumal Rhodan selbst in der menschlichen Kolonie zunächst auf wenig Unterstützung trifft …

Thurner schreibt in typischer Perry Rhodan-Manier, verliert sich dabei oft in technischen Erklärungen und haarsträubenden Dialogen. Es gibt Dinge, Charakterzüge, die er versucht zu modernisieren oder neu zu beschreiben, um den Rhodan-Stempel auf seine Geschichte zu prügeln, und dabei misslingt ihm gerade das Wichtigste: Die Charakterisierung der Hauptfigur, Perry Rhodan. Zugegeben, eine schwere Aufgabe bei einer Figur, die länger als 40 Jahre allwöchentlich beschrieben wird, aber es ist eine der wichtigsten Aufgaben in diesem Romanprojekt. So ist – um wenigstens ein Beispiel zu nennen – es absolut undenkbar, dass Perry Rhodan einen seiner beiden Mitstreiter allein auf einer Welt zurück lässt, ohne überhaupt zu wissen, wo er ist oder ob er vielleicht in Schwierigkeiten steckt. Natürlich kann er nicht wissen, dass Startac Schroeder in dem Moment an der Grenze zwischen Leben und Tod weilt und aufs Blut gefoltert wird, aber etwas mehr als ein „Der kommt schon zurecht“ ist schon zu erwarten.

Positiv zu vermerken ist die Menschlichkeit, mit der sich Rhodan (erst zum Ende dieser ersten Geschichte) in der neuen Umgebung durchsetzt. Allerdings entbehrt es wiederum fast an gleicher Stelle jeder Grundlage, dass er vor dem Mikro seines Funkgerätes steht und versucht, mit den sturen Robotern ins Gespräch zu kommen, während tausende Menschen in explodierenden Raumschiffen sterben und die Kontaktversuche offensichtlich zu nichts führen.

Größte Ungereimtheit im ersten Teil: Rhodans Unverständnis der Abneigung, ja des Hasses der Alteraner jedwedem Posbi gegenüber. Thurner lässt ihn sich (und seine Mitstreiter) allen Ernstes fragen, wieso die angetroffenen Alteraner mit Hass und Schock auf die Anwesenheit der beiden Posbis reagieren – obwohl er von Lotho Keraete (dem Boten seines Auftraggebers) äußerst intensiv gebrieft wurde!

Ein insgesamt enttäuschender Auftakt für diesen Sechsteiler, der Heyne-typisch mit den höchsten Attributen versorgt wurde: Ein Science-Fiction-Abenteuer im Breitwandformat!

Taschenbuch: 384 Seiten
ISBN-13: 978-3453532625

Michael J. Reaves – Drachenland

Michael Reaves ist den meisten Science-Fiction-Lesern inzwischen vornehmlich als Verfasser der aktuellen „Star Wars“-Novellen bekannt. Gemeinsam mit dem renommierten Steve Perry erschuf er vor allem in den letzten drei Jahren zahlreiche Geschichten um den Sternenkrieg und konnte sich nach einer ewig währenden Suche nach seiner Identität als Schriftsteller endlich mal langfristig etablieren. Dabei ist Reaves kein Unbekannter mehr; seit mehr als 30 Jahren ist er als Autor tätig, arbeitete mit bekannten Kollegen wie Byron Preiss und Neil Gaiman und hievte einige seiner Titel auf die Bestsellerlisten.

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Robin Hobb – Der Weitseher (Weitseher-Trilogie 1)

Die Weitseher-Trilogie

Band 1: Der Weitseher
Band 2: Der Schattenbote
Band 3: Der Nachtmagier

Als der sechsjährige Bursche in die Obhut von Burrich gegeben wird, hat er nicht einmal einen Namen. Und so nennt Burrich ihn Fitz. Denn der Junge ist ein Bastard, der uneheliche Sohn des Kronprinzen Chivalric, Burrichs Dienstherrn. Der sich allerdings bemüßigt fühlt, dem Jungen erst gar nicht zu begegnen und sich statt dessen unter Verzicht auf die Thronfolge in eine der Provinzen des Reiches zurück zu ziehen. So wächst Fitz als Stallbursche auf. Als Bastard hat er von Anfang an kein leichtes Leben in der Burg. Doch dann läuft er mehr oder weniger versehentlich dem König über den Weg. Und das Schicksal nimmt seinen Lauf …

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Charles Stross – Die Kinder des Saturn

Es gibt mehrere auf Deutsch unveröffentlichte Titel von Charles Stross, was das Warten auf die nächste deutsche Ausgabe noch erschwert. „Die Kinder des Saturn“ ist schon an sich ein Titel, der bei Science-Fiction-Lesern Begehrlichkeiten weckt, kündet er doch von Weltraum, Reisen, Eroberung fremder Welten … Und so kann man sich täuschen.

Inhalt

Freya ist das letzte Modell einer Serie von menschlichen Robotern, die dazu geschaffen wurden, sexuelle Dienste an ihren Schöpfern (also den Menschen) zu leisten. Ihr Modell hat mittlerweile seinen Daseinszweck verloren, da die Menschheit ausgestorben ist. Trotzdem halten sich einige ihrer baugleichen Schwestern mit erniedrigenden Jobs in der Roboterzivilisation mehr schlecht als Recht in der Unabhängigkeit, und auch Freya schätzt sich glücklich, ein unversklavter Bürger dieses unbeweglichen Systems zu sein – bis eine geheimnisvolle Mail einer ihrer Schwestern sie in Aufruhr versetzt und in Geschehnisse verwickelt, die sie anfangs überfordern und zu neuen Erkenntnissen führen, von denen sie sich nie hätte Träumen lassen.

Als Agentin einer Organisation, die sich die Neuerschaffung der Menschen aus uraltem genetischen Material zum Ziel gesetzt hat (um – der Zivilisation den Daseinszweck zurück zu geben? Um – der eigenen Versklavung vorzubeugen und vielmehr selbst zum absoluten Herrscher zu werden?), verschlägt es sie einmal quer durchs Sonnensystem und konfrontiert es sie mit Gefahren, die sich in ihrem bisherigen 150-jährigen Leben niemals offenbart haben. In ihrem Hinterkopf regen sich frevlerische Gedanken, und aus dem Nichts tauchen totgeglaubte Schwestern auf – nicht immer zu ihrer Freude …

Charles Stross

… wurde als neuer Shootingstar der Sciencefiction gehandelt, mittlerweile muss man ihn zu den besten Genreautoren unserer Zeit zählen. Neben seinen weitblickenden Visionen „Accelerando“ und „Glashaus“ weiß er auch mit mysteriösen Geschichten um seinen Ermittler Bob Howard zu begeistern. Ein Autor, den zu verfolgen sich lohnt!

http://www.antipope.org/charlie/

Kritik

Der Titel täuscht im ersten Moment eine Richtung vor, die an sich zwar ein fester Bestandteil des Genres ist (nämlich die Space Opera), doch wer andere Romane von Charles Stross gelesen hat, ist im zweiten Moment fast ein wenig enttäuscht – und dennoch wartet man ungeduldig auf sein Erscheinen. Schließlich wird Stross nicht nur von irgendwelchen Magazinen gelobt, sondern versprüht durch seine Geschichten tatsächlich ein Charisma und eine unbändige Kreativität, der es sich lohnt zu folgen. Enttäuscht allein schon im Vorfeld durch den Titel – aber hoffnungsvoll im Innern, dass es sich nicht um den x-ten Saturnerforschungsroman handelt.

Tatsächlich spielt der Saturn selbst keine Rolle.

Schon die erste Seite zeigt dem Leser die Richtung, indem Stross den Roman zwei Riesen der Sciencefiction widmet, deren Romane und Geschichten ganz bestimmte Aspekte der Gesellschaft, der Zukunft und des Lebens aufgreifen. Die zweite Seite ruft uns die Asimov’schen Robotergesetze in Erinnerung, doch verdeutlicht uns die Protagonistin sehr bald, dass es mit der Universalität und Einfachheit dieser Gesetze in der Realität (d. h. der Romanrealität) nicht getan ist, sondern dass ihre Aussage wichtig ist, die Umsetzung dagegen keine einfache Sache: Erstmals wird hier die Programmierung einer KI mit Begriffen wie „Override“-Befehlen erleuchtet.

Hier geht es also um Roboter. Aber glücklicherweise nicht um die seelenlosen Blechdinger, sondern sehr moderne Designs und KI – so ist die Protagonistin beispielsweise eine der selten gewordenen idealisierte Körperlichkeit des Menschen 1.0, während, den Gesetzen der Raumfahrt und Masse gehorchend, die meisten posthumanen Roboter wenig Menschliches an sich haben. Doch alle, bei denen ein Kontakt mit Menschen vorstellbar war, sind sich in einer grundlegenden Besonderheit gleich: Die Anwesenheit eines Menschen erstickt ihre Individualität und eigenen Willen, sie werden zu widerstandslosen Sklaven.

Es ist das Grundthema des Romans: Versklavung. Ursprünglich von den Menschen einprogrammiert aus Angst vor der Eigenständigkeit und Verselbstständigung ihrer Schöpfung (eine Angst, die schon viele Romane thematisiert haben), wird sie in dem Roman von Clans als „Aristos“ bezeichneter reicher Roboter zur Erhaltung ihrer Scheinmacht eingesetzt und missbraucht. Stross konstruiert ein fabelhaft funktionierendes System einer Roboterzivilisation, die emsig der Aufgabe nachgeht, den Weltraum für die Menschen zu erobern – nur sind die Menschen ausgestorben. Das Rechtssystem ist unveränderlich und stagniert seit dem Abtritt der Menschen, da es den Robotern nie den Status eines Bürgers gewährte und damit auch die Möglichkeit zur Veränderung nahm.

Wir erleben den Roman aus der Ich-Perspektive einer „weiblichen“ KI, geschaffen als Sexsklave für Menschen. Dieses Innenleben offenbart keinen Unterschied zu dem eines Menschen, womit der Aspekt der Versklavung noch verstörender wird, da man nicht von Maschine, sondern von Menschen sprechen muss, da diese KIs perfekt nach menschlichem Vorbild erschaffen wurden. Ihre Erlebnisse sind bizarr, wenn man sich ihrer Beschaffenheit bewusst ist, aber das verleiht der Geschichte den menschlichen Charakter, an dem man erst in voller Konsequenz vermitteln kann, was ihr eigentliches Motiv ist.

In einem Glossar klärt der Übersetzer uns darüber auf, dass Stross sich bei Personennamen oder Kapitelüberschriften in der Literatur bedient hat, um bestimmte Eigenschaften zu projizieren, ohne näher darauf einzugehen. Das erweckt die Idee, den irreführenden Titel des Romans genauer unter die Lupe zu nehmen (was der Übersetzer versäumt hat):

Der Originaltitel führt zu einem politikwissenschaftlichen Buch gleichen Titels, geschrieben von den Autoren Duncan und Hobson, die sich in diesem Buch mit dem Staat als entmündigende, enteignende und versklavende Institution beschäftigen. Also ist der Titel diesen Buches genau das, was ein Titel sein soll, nämlich ein deutlicher Hinweis auf die Motivation des Romans, und zwar in doppelter Form: Die Autoren Duncan und Hobson bedienten sich des Titels auch als Motivationsträger, indem sie die Sklaven des Systems mit den Kindern Saturns aus den Mythen in Verbindung bringen, nach denen der Gott Saturn aus Angst vor Insubordination durch seine Kinder diese nach der Geburt verspeist. So ist der Titel in Stross‘ Fall ein zweifacher Zeiger: Direkt, durch seine literarische Anspielung, und im übertragenen Sinne durch den mythologischen Hintergrund. Und beides trifft die Sache im Kern.

Während der Lektüre erweckt einzig die Wahl des Protagonisten hin und wieder Missfallen, wenn sie zum x-ten Mal in lüsternen Träumen schwelgt oder ihre Handlungen nach sexuellen Zielen ausrichtet – aber gerade anhand dieses tragenden Beispiels wird einem die unausweichliche Versklavung sehr deutlich gemacht.

Fazit

Verwoben wie ein Thriller und von ungemeiner kreativer Kraft, wendet sich das Buch in eine ganz andere Richtung, als man vermuten mag. Und es ist spannend von der ersten bis zur letzten Seite, denn ungeachtet des hintergründigen Motivs ist die eigentliche Handlung ein verzwicktes Vergnügen voll unerwarteter Wendungen und punktgenauer Landung bei einem herzlich befriedigenden Ende.

ISBN-13: 978-3-453-52578-8
448 Seiten, Taschenbuch
Deutsche Erstausgabe
Originaltitel:
Saturn’s Children
Übersetzt von Usch Kiausch

Der Autor vergibt: (4.5/5) Ihr vergebt: SchrecklichNa jaGeht soGutSuper (No Ratings Yet)

Anne Bishop – Blutskönigin (Die Schwarzen Juwelen 7)

Die Schwarzen Juwelen:

Band I: „Dunkelheit“
Band II: „Dämmerung“
Band III: „Schatten“
Band IV: „Zwielicht“
Band V: „Finsternis“
Band VI: „Nacht“

_Seit dem Hexensturm_ vor zwei Jahren sind Dorotheas Marionetten endlich verschwunden. Doch zurückgeblieben sind nur Trümmer. Theran, ein Kriegerprinz aus Dena Nehele, ist sich nur zu bewusst, dass sein Volk sterben wird wenn es keine neue Königin bekommt. Und so macht er sich auf den Weg nach Kaeleer und bittet Daemon Sadi um Hilfe. Er soll ihm bei der Suche nach einer Königin helfen, die bereit wäre nach Tereille zu kommen und dort zu herrschen, nach den alten Gesetzen des Blutes.

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Brandon Sanderson – Kinder des Nebels (Mistborn 1)

Vin ist sechzehn und auf der Straße aufgewachsen. Überlebt hat sie nur, weil ihr großer Bruder ihr eingebläut hat, keinem Menschen jemals zu vertrauen – und weil sie etwas besitzt, was sie ihr Glück nennt: Eine Art innere Energie, die sie befähigt, andere Menschen zu besänftigen. Damit kommt sie zumindest einigermaßen über die Runden.

Doch eines Tages tauchen zwei Männer im Schlupfwinkel ihrer Bande auf, die ihr gesamtes bisheriges Leben auf den Kopf stellen! Plötzlich findet sie sich in einer Truppe von Revolutionären wieder, die versuchen, den Obersten Herrscher zu stürzen. Ein wahnwitziges Unterfangen, denn der Oberste Herrscher ist nicht einfach nur ein mächtiger Mann. Er ist ein Gott!

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Peter V. Brett – Das Lied der Dunkelheit

Die Dämonen-Trilogie:

Das Lied der Dunkelheit (Painted Man)
Das Flüstern der Nacht (Desert Spear) – 04/2010
Band 3, noch kein Titel bekannt

Peter V. Brett (* 08.02.1973, New York) studierte English Literature und Art History an der Universität von Buffalo. Nach seinem Abschluss im Jahre 1995 schrieb er über zehn Jahre lang medizinische Fachliteratur. Doch wen würde das interessieren, wir würden ihn nicht kennen, wenn ihm sein bisher einziger Roman nicht so hervorragend gut gelungen wäre, dass viele begeisterte Leser schon wieder den überstrapazierten Vergleich mit Altmeister Tolkien bemühen. Egal ob man diesem Vergleich zustimmt oder nicht, „Das Lied der Dunkelheit“, im englischen Original als 2008 bei Gollancz als „Painted Man“ in den USA unter dem Titel „The Warded Man“ erschienen, ist ein Bestseller. Dem kann ich nur zustimmen, kaufen Sie sich dieses Buch! Warum es aber so gut ist, wieso ich eine solch uneingeschränkte Kaufempfehlung ausspreche und welche Zielgruppen dieses Buch anspricht, das sage ich Ihnen jetzt.

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Alan Dean Foster – Pale Rider: Der namenlose Reiter

Ein mysteriöser Fremder steht den bedrängten Bewohnern eines Goldgräber-Camps erst mit Rat und dann mit Tat zur Seite, als sie durch brutale Revolverhelden vertrieben werden sollen … – Das Buch zum Film, der eine kuriose aber eindrucksvolle Mischung aus Western und Geistergeschichte darstellt, ist mehr als ein für den Buchmarkt ‚frisiertes‘ Drehbuch, sondern ein eigenständiger Roman, der auch für sich allein unterhaltsam funktioniert. Alan Dean Foster – Pale Rider: Der namenlose Reiter weiterlesen

Tanja Heitmann – Morgenrot

Lea ist die typische Heldin eines Liebesromans: Sie ist jung und hübsch, allerdings hoffnungslos introvertiert und buchvernarrt. Da ist es nur logisch, dass sie Literatur studiert und sich auf die deutsche Romantik mit ihren düsteren Schauergeschichten spezialisiert. Ihr Auslandssemester verbringt sie irgendwo im osteuropäischen Ausland, wo es eiskalt ist und sie die Sprache nicht versteht. Sie versumpft völlig in ihrem kleinen Apartment, bis ihr Professor sie zu einem Studienkreis einlädt, wo sie den geheimnisvollen Adam kennenlernt. Lea ist sofort Feuer und Flamme, und offensichtlich hat auch Adam im wahrsten Sinne des Wortes Blut geleckt. Denn Adam ist ein Vampir, und der Dämon, der in ihm wohnt, hat in Lea seine wahre Liebe erkannt. Adam und Lea kommen sich näher, doch die sich anbahnende Romanze wird jäh unterbrochen, als das Haus von Professor Carriere von anderen Vampiren angegriffen wird. Lea kann fliehen; völlig verschreckt bricht sie jedoch den Kontakt zu Adam ab.

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