Schlagwort-Archive: Knaur

[NEWS] JEFF LINDSAY: Dexter

Vaterfreuden bei Knaur: „Dexter“ von Jeff Lindsay.

Dexter ist Papa! Der neue Stern seines Lebens heißt Lily Anne und vollbringt das Unglaubliche: Dexter meint, Liebe zu verspüren, und ist wild entschlossen, endlich kein Serienkiller mehr zu sein. Doch ganz so ­einfach ist das nicht. Vor allem, als er in die Ermittlungen um einen Kannibalen-Zirkel hineingezogen wird …
(Verlagsinfo)

Taschenbuch, 496 Seiten
Originaltitel: Dexter is Delicious

Der Verlag bietet unter dieser Adresse eine Leseprobe an.

[NEWS] MICHAEL CONNELLY: Der fünfte Zeuge

Bei Knaur erschien ein Justizkrimi von Michael Connelly: „Der fünfte Zeuge“.

Mickey Haller ist wieder zurück in seinem alten Job als Strafverteidiger und vertritt vor Gericht insolvente Hausbesitzer. Seine Klientin Lisa aber hat noch weit größere Sorgen als nur ihre Hypothek. Sie ist des Mordes angeklagt, weil sie den Chef ihrer Bank erschlagen haben soll. Für Mickey deutet alles darauf hin, dass in Wirklichkeit jemand anderes hinter Gitter gehört. Als er überfallen und zusammengeschlagen wird, begreift Mickey, dass seine unbekannten Gegenspieler wenig Skrupel kennen. Doch wie kann er die erdrückenden Beweise gegen Lisa entkräften? Und was, wenn Lisas Unschuldsmiene trügen sollte?

Michael Connelly, geboren 1956 in Philadelphia, studierte zunächst Journalismus und Kreatives Schreiben in Florida. Anschließend (ab 1980) arbeitete er für verschiedene Zeitungen in Fort Lauderdale und Daytona Beach, wo er sich auf Polizeireportagen spezialisierte. Nachdem 1986 eine seiner Reportagen für den Pulitzer Preis nominiert worden war, wechselte er als Polizeireporter zur „Los Angeles Times“. Für sein Thrillerdebüt, „Schwarzes Echo“, den ersten Band der Harry-Bosch-Serie, erhielt er 1992 auf Anhieb den Edgar Award, den renommiertesten amerikanischen Krimipreis. Zahlreiche Bestseller folgten, die ihn zu einem der erfolgreichsten Thrillerautoren der USA machten. Heute lebt er mit seiner Familie wieder in Florida.
(Verlagsinfos)

Taschenbuch, 640 Seiten
ISBN 978-3-426-51122-0

Der Verlag bietet unter dieser Adresse eine Leseprobe an.

Michael Connelly auf Buchwurm.info:

„Schwarzes Echo“
„Schwarzes Eis“
„Die Frau im Beton“
„Das Comeback“
„Schwarze Engel“
„Dunkler als die Nacht“
„Kein Engel so rein“
„Die Rückkehr des Poeten“
„Vergessene Stimmen“
„Kalter Tod“ (Buchausgabe)
„Kalter Tod“ (Hörbuch)
„Spur der toten Mädchen“
„Das zweite Herz“
„Der Poet“
„Im Schatten des Mondes“
„Unbekannt verzogen“
„Der Mandant“
„L.A. Crime Report“
„So wahr uns Gott helfe“
„Sein letzter Auftrag“

[NEWS] TREVOR O. MUNSON: Blutige Nacht

Privatdetektiv mit Biss: Mick Angel ermittelt bei Knaur in „Blutige Nacht“ von Trevor O. Munson.

Eigentlich hat Privatdetektiv Mick Angel andere Probleme, als einem ausgerissenen Teenager in L. A. hinterherzujagen. Denn als Vampir muss er tagtäglich gegen seinen übermäch­tigen Blutdurst ankämpfen. Doch dann soll er für eine schöne, rothaarige Burlesque-Tänzerin deren verschwundene Schwester finden. Unerwartet katapultiert dieser Fall Spürhund Mick zurück in seine eigene dunkle Vergangenheit – die ihn auf erschreckende und tödliche Weise einzuholen droht…
(Verlagsinfo)

Taschenbuch, 240 Seiten
Originaltitel: Angel of Vengeance

Der Verlag bietet unter dieser Adresse eine Leseprobe an.

Winterfeld, Daniela – geheime Name, Der

Fina hat es satt! Seit sie denken kann, ist sie mit ihrer Mutter auf der Flucht vor ihrem Vater. Noch nie hat sie es geschafft, auch nur ein halbes Jahr an ein und demselben Ort zu verbringen. Als ihr ihre Mutter eröffnet, dass sie schon wieder umziehen müssen, reißt Fina aus und fährt zu ihrer Großmutter… und damit direkt in die Höhle des Löwen!

Es ist nicht besonders neu, dass Märchen als Fantasy-Romane adaptiert werden. Tatsächlich bietet es sich geradezu an: Figuren, Magie und ein gelungener Plot… es ist bereits alles da. Es scheint, als müsse der Autor nicht mehr allzu viel tun, und bei dem wenigen könne auch nicht viel schief gehen. Dass es so einfach nicht ist, beweisen die vielen miserablen Literatur-Verfilmungen, die ebenfalls auf eine gute Vorlage zurückgreifen konnten, und trotzdem um Längen hinter dem Original zurückbleiben. Und auch unter den Romanadaptionen von Märchen finden sich Fehlgriffe. Seltsamerweise ist es dabei nicht unbedingt die Anpassung des Stoffes an das Jetzt, die die größten Probleme bereitet.

Daniela Winterfeld ist die Anpassung ihrer Rumpelstilzchen-Version sehr gut gelungen. Sie hat die Lebenssituation der armen Müllerstochter aus dem Märchen so in die Neuzeit überführt, dass die Handlungen und Motive sowohl der Müllerstochter als auch des Vaters zeitgemäß sind, ohne die Bedingungen für die richtige Entwicklung des Märchens zu untergraben. Alles ist sowohl in sich als auch zur Vorlage schlüssig. Obwohl ich die Tatsache, dass Finas Mutter tatsächlich eine Müllerstochter ist, fast schon ein wenig zu nah am Märchen fand. Denn das Märchen ist ja älter, es kommt in der Realität von Winterfelds Geschichte vor. Und die Geschichte beginnt ja schon damit, dass der Wicht, der das Kind einfordert, eben _nicht_ Rumpelstilzchen heißt! Deshalb hätte es mir fast besser gefallen, es wäre hier um die Tochter eines Heidebauern gegangen. Auch für Landwirte gibt es genug Möglichkeiten, in dieselbe Situation zu geraten, in die Finas Großvater geraten ist.

Aber das war im Grunde nur eine Kleinigkeit, die nicht wirklich störte. Denn die Autorin hat es zusätzlich zu der sauber ausgearbeiteten zeitlichen Verlagerung verstanden, ihrer Erzählung das Flair eines Märchens zu erhalten. Das liegt unter anderem auch an der geschickten Auswahl des Schauplatzes und seiner stimmungsvollen Beschreibung. Obwohl Moore heutzutage für Besucher erschlossen sind wie andere Naturräume – etwa Seengebiete oder Gebirgsalmen – verbinden wir mit ihnen noch immer gleichermaßen Geheimnisse wie unterschwellige Bedrohung, Überbleibsel aus der Zeit, als das Betreten von Mooren tatsächlich noch Lebensgefahr bedeutete.

In Daniela Winterfelds Roman existieren diese beiden Ebenen unmittelbar nebeneinander. Ihr Schauplatz ist ein Moor wie viele andere heute, mit angelegten Wanderwegen, auf denen Jogger und Hundebesitzer unterwegs sind. Gleichzeitig ist ihr Moor ein Ort der Geheimnisse und der Magie, und das nicht nur, weil er von Nebeln verhangen und mit schwarzen Tümpeln durchsetzt ist. Sondern vor allem, weil eine uralte Kreatur dort lebt, deren Aufgabe es ist, diesen Ort zu beschützen.

Vergangenheit und Gegenwart sind nur durch eine hauchdünne Linie voneinander getrennt, und nur mit Magie ist es möglich, diese Grenze zu überschreiten. Dabei ist es nicht so, als würde der Wechsel tatsächlich eine Zeitreise bedeuten. Es ist nur so, dass jenseits der Grenze die Zeit sozusagen stehengeblieben ist. Der Wicht, der dort wohnt, hat den Fortschritt der Zeit nicht mitgemacht. Warum sollte er auch? Er ist ein magisches Geschöpf, dem die Beweggründe der Menschen nichts bedeuten.

Tatsächlich ist dieser Wicht die interessanteste Figur des ganzen Buches, und das deshalb, weil er so widersprüchlich ist. Er ist der Wächter des Moores und des Waldes, derjenige, der dafür sorgen sollte, dass keines von beidem angetastet und zerstört wird. Aber er ist jähzornig und lässt seine Wut dann an der Natur aus, die er eigentlich beschützen sollte. Weil er von seinesgleichen abgeschnitten ist, ist er einsam, trotzdem misshandelt er Mora aufs Grausamste und verspielt damit die Möglichkeit, seine Einsamkeit zu mildern. Denn der Wicht hasst die Menschen, die immer mehr von seinem Reich vernichten. Fina dagegen scheint er nicht zu hassen, obwohl auch sie ein Mensch ist. Er legt sogar wert auf ihre Zuneigung, die für die Erfüllung des Zwecks, den er Fina zugedacht hat, eigentlich nicht nötig wäre.

Mora ist das Kind, mit dem Finas Mutter den Wicht betrogen hat, um ihr eigenes Kind zu schützen. Er legt ein Verhalten an den Tag, das für viele misshandelte Kinder typisch ist: da der Wicht seine einzige Bezugsperson ist, betrachtet Mora ihn als seine Familie, er will ihm gefallen und seine Liebe gewinnen. Gleichzeitig hasst er ihn für die Grausamkeiten, die er ihm antut, was dafür sorgt, dass er sich zumindest im Kleinen gelegentlich widersetzt. Mora ist mutiger und stärker, als er selbst glaubt.

Fina wiederum ist ziemlich emotional und eine Romantikerin. Die Geheimnisse ihrer Mutter fasst sie als Verrat und persönliche Kränkung auf, und sie verliebt sich Hals über Kopf in den wilden Waldjungen.

Dass es zu Fina so wenig zu sagen gibt, ist ein wenig schade. Immerhin ist das, was diese Figur ausmacht, sehr lebendig, nachvollziehbar und glaubwürdig geschildert, was auch für Mora gilt. Und die Manipulation des Wichtes sorgt dafür, dass die Liebesgeschichte der beiden nicht ins Klischee abrutscht. Dennoch ist der Wicht der heimliche Held dieser Geschichte, auch wenn die Sympathien des Lesers den beiden Jugendlichen gehören.

Während Mora und Fina also ihre gegenseitige Zuneigung entdecken und in diesem Zusammenhang mit einigen Missverständnissen zu kämpfen haben, wächst allmählich der Druck durch den Wicht, der endlich seine Braut für sich haben will. Zwar ist er in gewisser Weise sehr mächtig, seine Macht unterliegt jedoch gewissen Regeln. Mora kennt diese Einschränkungen und weiß sie zu nutzen, ist aber nicht in der Lage, die Macht des Wichts wirklich zu brechen. Der Leser erlebt daher mit, wie Fina und Mora immer mehr in die Bredouille geraten.

Umso abrupter empfand ich den Punkt, an dem der stetig steigende Spannungsbogen auf einmal unterbrochen wird – für eine Reise nach München. Zwar liefert dieser Abstecher eine Menge Antworten auf eine Menge Fragen. Zu diesem Zeitpunkt wichtig ist allerdings nur die Information, dass der Wicht in der Lage ist, Finas Mutter und alle, die sie liebt, zu manipulieren. Möglicherweise hätte es eine andere Möglichkeit gegeben, Fina diese Information zukommen zu lassen, ohne den Leser aus der entrückten und gleichzeitig gefährlichen Situation, in die er gerade so schön vertieft war, herauszureißen. Das hätte ich begrüßt, aber zumindest ist die Unterbrechung kurz, sodass man rasch wieder zurückfindet. Die Spannung steigt dann bis zum Showdown noch ein wenig an, um sich dann auf erstaunlich einfache Weise aufzulösen.

Um es kurz zu machen, „Der geheime Name“ gehört zu den gelungenen Versuchen einer Märchenadaption, trotz der Kleinigkeit mit der Müllerstochter, obwohl mir Finas Großmutter in jeglicher Hinsicht erstaunlich unbesorgt erschien, und trotz des logischen Knackses, dass Fina so problemlos die Kreditkarten ihrer Mutter benutzen konnte (Unterschrift? PIN?). Nach dem vielversprechenden Prolog hat es ein wenig gedauert, aber als Fina dann bei ihrer Großmutter ankam, nahm die Sache Fahrt auf und löste das Versprechen des Prologes mühelos ein. Tatsächlich hat die Geschichte mich gänzlich gefangen genommen. Als ich die Lektüre wegen eines Termins für kurze Zeit unterbrechen musste, war ich ziemlich ungehalten. Besonders gelungen fand ich den Bösewicht. Selten habe ich einen Antagonisten erlebt, der so viel Profil, so viel Persönlichkeit besaß. Aber auch der Schauplatz war so stimmungsvoll ausgearbeitet, dass man problemlos völlig darin versinken konnte.

Die meisten Männer werden der ausführlichen Liebesgeschichte wegen wohl nicht viel mit dem Buch anfangen können. Auch wer unbedingt Action oder ausgiebige Verwicklungen braucht, oder auch Wert legt auf mindestens zwei Lacher pro Seite, der ist hier falsch. Allen anderen kann ich das Buch nur wärmstens empfehlen.

Daniela Winterfeld stammt aus Nordrhein-Westfahlen, studierte Literaturwissenschaften, Psychologie und Geschichte. Schon in ihrer Jugend schrieb sie Kurzgeschichten für Literaturzeitungen. „Der geheime Name“, ihr erster Roman für Erwachsene, erschien unter Pseudonym. Zuvor hatte die Autorin unter ihrem bürgerlichen Namen Daniela Ohms bereits zwei Jugendbücher veröffentlicht, „Harpyenblut“ und „Insel der Nyx“. Sie lebt mit ihrer Familie in Berlin und arbeitet, zusätzlich zum Schreiben, in einer Literaturagentur.

Taschenbuch 524 Seiten
ISBN-13: 978-3-426-51127-5

http://daniela-ohms.de/
http://www.droemer-knaur.de/home

Der Autor vergibt: (5.0/5) Ihr vergebt: SchrecklichNa jaGeht soGutSuper (No Ratings Yet)

[NEWS] MICHAEL CONNELLY: Der fünfte Zeuge

Neues von Michael Connelly bei Knaur: „Der fünfte Zeuge“.

Mickey Haller ist wieder zurück in seinem alten Job als Strafverteidiger und vertritt vor Gericht insolvente Hausbesitzer. Seine Klientin Lisa aber hat noch weit größere Sorgen als nur ihre Hypothek. Sie ist des Mordes angeklagt, weil sie den Chef ihrer Bank erschlagen haben soll. Für Mickey deutet alles darauf hin, dass in Wirklichkeit jemand anderes hinter Gitter gehört. Als er überfallen und zusammengeschlagen wird, begreift Mickey, dass seine unbekannten Gegenspieler wenig Skrupel kennen. Doch wie kann er die erdrückenden Beweise gegen Lisa entkräften? Und was, wenn Lisas Unschuldsmiene trügen sollte?
(Verlagsinfo)

Taschenbuch, 640 Seiten
Originaltitel: The Fifth Witness

Der Verlag bietet unter dieser Adresse eine Leseprobe an.

Diskutiert mit uns und anderen Buchwürmern über diesen Titel auf unserer FACEBOOK-Seite.

Zahlreiche Rezensionen zu Büchern von Michael Connelly finden sich in unserer Rezensionsdatenbank!

Erika Mayr – Stadtbienen: Eine Großstadt- Die Imkerin erzählt

„Von Bienen, Blumen und Großstadtdächern“

Seit 1985 stehen die Bienen des Theaterdekorateurs Jean Paucton auf dem Dach seiner Arbeitsstätte der Pariser „Garnier Oper“; auch im Garten des Weißen Hauses in den USA oder der Londoner St. Pauls Kathedrale werden seit Jahren erfolgreich Bienen gehalten. Aber nicht nur in Frankreich, England oder den Staaten, sondern auch in Hamburg oder Berlin fliegt die Honigbiene „Apis Mellifera“ nicht mehr zufällig durch die Straßenschluchten. „Urban Beekeeping“ lautet der Trend, der längst auch nach Deutschland geschwappt ist und immer mehr Menschen in Großstädten für das alte Handwerk des Imkerns begeistert. Erika Mayr erzählt in ihrem Buch „Die Stadtbienen“ wie sie persönlich zu den Bienen fand und mit deren Hilfe in Berlin heimisch wurde.

Erika Mayr – Stadtbienen: Eine Großstadt- Die Imkerin erzählt weiterlesen

Thiemeyer, Thomas – Logan und Gwen (Das verbotene Eden 2)

Das verbotene Eden:

Band 1: David und Juna“
Band 2: „Logan und Gwen“
Band 3: „Magda und Ben“

Gwens Leben ist völlig aus der Bahn geraten. Juna hat sie verlassen … für einen Mann! Um sich von ihren Schuldgefühlen abzulenken, meldet Gwen sich freiwillig für ein Himmelfahrtskommando. Und gerät prompt in Gefangenschaft!

Wie sich in dieser Fortsetzung zu |Das verbotene Eden| herausstellt, ist die Frage, wie es mit David und Juna weitergeht, gar nicht relevant. Letztlich geht es darum, wie es mit den Zurückgebliebenen weitergeht. Dabei tauchen natürlich auch ein paar neue Charaktere auf.

Gwen war schon immer eher der häusliche, sorgende Typ. Nicht umsonst will sie unbedingt Heilerin werden. Das bedeutet aber nicht, dass sie völlig harmlos ist. Gwen weiß sich durchaus durchzusetzen, und wenn es drauf ankommt, beweist sie auch Mut und Kampfgeist.

Auch Logan sieht man den Kämpfer nicht unbedingt an. Er ist weder besonders groß noch besonders muskelbepackt. Dafür benutzt er im Gegensatz zu vielen anderen auch seinen Kopf. Außerdem ist er ziemlich gut darin, andere einzuschätzen. Und wie David hat er ein ausgeprägtes Gespür für richtig und falsch.

Cedric, dem Sohn von Logans Warlord, geht dieses Gespür vollkommen ab. Er ist ein hinterhältiger, eitler, ehrgeiziger Egomane, der Begriffe wie Verantwortung, Fairness oder Diplomatie unter P wie Papierkorb ablegt. Unnötig zu erwähnen, dass ein solcher Mensch ausgesprochen rachsüchtig reagiert, wenn jemand ihm einen Strich durch die Rechnung macht.

Schon bei der Charakterzeichnung des ersten Bandes fiel mir auf, dass Thiemeyers Charaktere nur mäßig Schattierungen aufweisen. Von Anfang an ist klar, wer die Guten und wer die Bösen sind, Grauzonen fehlen. Obwohl die Figuren ansonsten gut und nachvollziehbar angelegt sind, empfand ich diesen Punkt zunehmend als störend, vielleicht auch deshalb, weil die Personenkonstellation sich in beiden Büchern so sehr ähnelt: Für Juna und David kamen Gwen und Logan, für den Abt der Benediktiner kam Logans Vater Gunnar, für Amon kam Cedric. Eine Weiterentwicklung einzelner Charaktere wäre da womöglich hilfreich, getan hat sich diesbezüglich leider nichts. Selbst Edana, die nach den Vorfällen an der Raffinerie so überraschend mild reagierte, ist wieder genau dieselbe erbarmungslose Männerhasserin wie zuvor.

Auch die Handlung weist spürbare Parallelen auf. David wurde von den Frauen gefangen genommen, diesmal ist es Gwen, die in die Hand der Männer gerät; Amon war auf Juna eifersüchtig, Cedric ist eifersüchtig auf Logan. Das zieht sich durch nahezu die gesamte Grundhandlung. Die beiden Teile unterscheiden sich kaum darin, was geschieht, höchstens darin, wie es geschieht.

Dazu kommt, dass das Hauptaugenmerk natürlich auf Logan und Gwen liegt. Und auch diesmal hat sich der Autor viel Zeit damit gelassen, zunächst einmal die jeweilige Situation der beiden zu zeigen, ehe er sie zusammentreffen lässt. Bis es so weit ist, ist das halbe Buch gelesen. Richtig ernst wird es für die beiden erst auf den letzten hundert Seiten.

Da sich die Handlung so eingehend mit Logan und Gwen beschäftigt, bleibt für das Geschehen im Hintergrund, die Entwicklung hin zu einem erneuten Krieg, nicht mehr viel Raum, sodass die eigentliche Weiterentwicklung der Geschichte nahezu untergeht.

Einziger wirklich neuer und daher interessanter Aspekt waren die Zusammenhänge mit der Figur des Wanderers. Mit ihm ist allerdings ein Punkt ins Licht gerückt, den ich schon im ersten Band als unlogisch empfunden habe. Bereits dort fragte ich mich, warum die Stadt und ihre Umgebung keinen Kontakt zum Rest der Welt haben. Jetzt werden erstmals Wanderer erwähnt, Männer, die man in ihrer Funktion mit mittelalterlichen Barden und reisenden Geschichtenerzählern vergleichen könnte. Und doch erscheint mir das zu wenig. Gut, reisen ist gefährlich, aber das hat die Menschen noch nie davon abgehalten herauszufinden, was hinter dem Horizont liegt. Gibt es denn niemanden, der wissen will, wie das Leben in anderen Gegenden der Welt aussieht? Warum hat weder der Inquisitor noch der Rat der Frauen je versucht, dort vielleicht Verbündete zu finden? Neue Ressourcen zu erschließen? Verlorengegangenes Wissen aufzustöbern? Diese extreme Isolation erscheint mir höchst unwahrscheinlich.

Alles in allem bleibt zu sagen, dass das Buch nicht wirklich schlecht war. Auch der erste Band war ja nicht schlecht. Aber so richtig gefangennehmen konnte es mich auch nicht. Was im ersten Band noch einen erheblichen Teil der Faszination ausmachte, nämlich das Setting, ist jetzt bereits bekannt. Die neuen Figuren weisen starke Ähnlichkeit zu denjenigen auf, die nicht mehr dabei sind, gebliebene Figuren haben sich zu wenig entwickelt. Und die Handlung ist in ihren Grundzügen ebenfalls nahezu dieselbe. So las die Geschichte sich großteils wie ein riesiges Déjà-vu.

Ich hoffe deshalb sehr, dass der dritte Band etwas frischen Wind mitbringt. Der Titel „Magda und Ben“ klingt schon mal vielversprechend, und sei es nur, weil da offenbar Personen im Mittelpunkt stehen werden, die alt sind und bereits eine gemeinsame Vergangenheit haben. Wenn dazu noch etwas Bewegung in das Denken und Fühlen des einen oder anderen Charakters kommt, etwas mehr von der großen weiten Welt und etwas mehr Dynamik in die Ereignisse – immerhin droht da ein Krieg! – dann könnte der Abschluss der Trilogie durchaus noch einmal interessant werden.

Thomas Thiemeyer stammt aus Köln und arbeitete nach einem Geologie- und Kunststudium zunächst als Grafiker und Illustrator, eher er sich vermehrt dem Schreiben zuwandte. Sein Debutroman „Medusa“ erschien im Jahr 2004, seither hat er eine ganze Anzahl weiterer Romane geschrieben, nicht nur Thriller, sondern auch den Jugendbuchzyklus Die Chroniken der Weltensucher, der inzwischen aus vier Bänden besteht. Wann der letzte Teil von Das verbotene Eden erscheint, steht noch nicht fest.

Gebundene Ausgabe: 463 Seiten
ISBN-13: 978-3-426-65325-8

http://www.droemer-knaur.de/home
http://www.thiemeyer.de/

Der Autor vergibt: (3.5/5) Ihr vergebt: SchrecklichNa jaGeht soGutSuper (No Ratings Yet)

Susan Hill – Die Frau in Schwarz

Ein junger Anwalt gerät durch Zufall in einen Geisterspuk, der eine Tragödie konserviert, die vor vielen Jahren stattfand. Allzu hartnäckig bemüht er sich, die Wahrheit hinter dem Spuk zu entdecken und erregt dadurch die Aufmerksamkeit des Gespenstes … – Versuch einer Wiederbelebung der klassischen englischen „ghost story“, wie sie bis zum II. Weltkrieg dominierte; diverse Passagen sind sehr stimmungsvoll geraten, aber die Story selbst ist plotschwach und wird zu stark ausgewalzt: allzu offensichtlich nur eine Kopie echter Grusel-Meister.
Susan Hill – Die Frau in Schwarz weiterlesen

Richard Dalby (Hg.) – Eiskalte Weihnachten. Kleine Morde zum Fest der Liebe

27 phantastische Geschichten, wie sie vor dem Siegeszug von Radio & Fernsehen gern an langweiligen Weihnachtsabenden erzählt wurden; zu klassischen Autoren des 19. und frühen 20. Jahrhunderts gesellen sich moderne Zeitgenossen, die diese alte Tradition stimmungsvoll aufleben lassen: Hier wird aus Leibeskräften gespukt und gemordet, denn diese Geister u. a. Kreaturen sind vor allem übellaunig!
Richard Dalby (Hg.) – Eiskalte Weihnachten. Kleine Morde zum Fest der Liebe weiterlesen

Thiemeyer, Thomas – David und Juna (Das verbotene Eden 1)

Das verbotene Eden

Band 1: David und Juna
Band 2: Logan und Gwen (2012)
Band 3: -geplant- (2013)

Wir schreiben das Jahr 2080 und die Welt liegt in Trümmern. Die junge Juna ist auf dem Weg zu einem Dorf, aus dem ein Notsignal kam. Doch als sie eintrifft, ist schon alles vorbei. Ein Trupp Männer aus der Stadt hat das Dorf überfallen und nicht nur den freiwilligen Tribut eingetrieben, sondern auch Frauen misshandelt und den Tempel angezündet. Und offenbar haben sie das auch noch bei weiteren Dörfern vor. Juna ist fest entschlossen, das zu verhindern. Schließlich ist ihre Mutter die Hohepriesterin. Doch sie hat nicht damit gerechnet, dass ihre Mutter ihr gesamtes Weltbild ins Wanken bringen wird … sie und ein junger Mönch namens David!

Natürlich könnte man sich darüber streiten, wie logisch oder unlogisch die Entstehung der Ausgangssituation wohl ist. Ein mutiertes Virus, das die Anziehungskraft zwischen den Geschlechtern in ihr Gegenteil verkehrt, und zwar bei allen Menschen, das klingt schon ein wenig phantastisch, vor allem, wenn man bedenkt, wie unterschiedlich verschiedene Individuen auf ein und dieselbe Person reagieren können. Auch fragte ich mich, ob die Tatsache, dass Männer und Frauen sich nicht mehr ausstehen können, wirklich gleich in einen Bürgerkrieg münden muss. Aber im Grunde geht es ja wohl eher um die Frage, wie man mit einer solchen Katastrophe, wenn sie denn einträte, umgeht, und wie man aus der Patsche wieder herauskommt, in die man geraten ist.

Bei einem solchen Szenario begibt sich der Autor naturgemäß auf gewisses Glatteis. Das Geplänkel zwischen Männlein und Weiblein hat es schon immer gegeben, auch hier und heute, in der Regel mit einem Augenzwinkern. Genau dieses Augenzwinkern passt überhaupt nicht in den Kontext dieser Geschichte, sich allerdings ernsthaft damit auseinanderzusetzen, ohne dabei Klischees zu bedienen, verlangt durchaus Fingerspitzengefühl. Und man muss Thomas Thiemeyer lassen: er hat bei der Einarbeitung der unbestreitbar bestehenden, nicht-biologischen Unterschiede zwischen den Geschlechtern jegliches Klischee und sämtliche Schwarz-Weiß-Malerei gekonnt vermieden. So entspricht die Nutzung der verbliebenen Technik – wie Autos, Feuerwaffen und Generatoren – tatsächlich eher dem männlichen Aspekt als dem weiblichen. Und obwohl auch in den Klöstern Gärten mit Kräutern und Gemüse gepflegt werden, beruht die Hauptversorgung der Männer auf den Tributzahlungen der Frauen. Die Frauen übernehmen hier eindeutig den produktiveren Part, was unter anderem daran liegt, dass sie die ländlichen Gebiete besiedeln, während die Männer in den Ruinen einer Stadt wohnen und damit weniger Raum und eingeschränkteren Zugriff auf Rohstoffe haben.

Ackerbau und Handwerk werden daher nahezu ausschließlich im Zusammenhang mit den Dörfern und der Hauptstadt der Frauen erwähnt, während die Männer sich hauptsächlich auf das verlassen, was aus der Zeit vor der Katastrophe übrig geblieben ist. Die einzige Ausnahme ist eine Klosterbibliothek, in der es Papierherstellung und Buchbinderei gibt.
Was religiöse Belange angeht, so sind die Männer noch immer Christen. Das höchste Amt innerhalb dieser neuen Kirche ist allerdings das eines Inquisitors, und der derzeitige Amtsinhaber ist ein ziemlich kriegerischer Mann, dessen Lieblingsbuch der Hexenhammer ist. Die Frauen dagegen haben sich verständlicherweise von dieser männlich dominierten Kirche abgewandt. Warum sie aus Gott allerdings nicht einfach eine Göttin gemacht haben, sondern gleich ein ganzes Pantheon davon, das ging aus der Geschichte nicht hervor. Hass und Hetze dagegen gibt es, ebenso wie Nachsicht und das Bemühen um Verständnis, auf beiden Seiten.

Da wäre zum einen Juna. Das junge Mädchen ist eine Brigantin, eine Kriegerin und Jägerin. Sie ist dazu erzogen, die Männer zu hassen, zu verabscheuen und zu verachten. Dennoch ist sie in der Lage, nicht alle über einen Kamm zu scheren, sondern diejenigen, die ihr begegnen, als Individuen zu betrachten. Zum Beispiel ist sie sich von Anfang an der Unterschiede zwischen David und Amon bewusst.

David ist ein junger Mönch, der gern allein ist und Bücher liebt. Er ist freundlich, wissbegierig und ein Romantiker, und da er sein Kloster kaum je verlassen hat, auch ein wenig naiv. Aber er ist auch mutig und hat ein ausgeprägtes Gefühl für richtig und falsch.
Amon dagegen ist zwar charmant und gutaussehend, aber auch gewalttätig und arrogant. Für ihn sind allein die Frauen schuld am Zusammenbruch der Zivilisation, andererseits ist er mit seinem Leben gar nicht so unzufrieden, denn es bietet ihm die Möglichkeit, Druck auf Schwächere auszuüben und seinen Aggressionen freien Lauf zu lassen.

Auch Junas Mutter ist der Überzeugung, dass nicht alle Männer schlecht sind, vor allem ist sie sich der Tatsache bewusst, daß Männer und Frauen einander brauchen, um nicht auszusterben. Frauen wie Edana, die miterleben musste, wie ihre Tochter vergewaltigt und umgebracht wurde, sind eher der Meinung, dass zur Fortpflanzung auch ein paar Sklaven genügen würden, und wollen die restlichen Männer am liebsten alle ausrotten.

Angenehm an dieser Charakterzeichnung ist, dass alle, selbst die größten Unsympathen und Hetzer, einen Grund für ihren Hass auf das andere Geschlecht haben. Das macht die Figuren nicht nur menschlich und nachvollziehbar. Anhand der einzelnen Personen und ihrer Schicksale wird auch deutlich, wie leicht es ist, in eine Spirale aus Gewalt zu geraten, und wie schwer, daraus wieder auszubrechen. Ein Lehrstück über die Pauschalität des Hasses und ihre Wirkung, unmittelbar anwendbar zum Beispiel auf den nahen Osten.

Ich fand das Buch durchaus faszinierend. Im Grunde passiert nicht allzu viel, und es dauert auch ein Weilchen, bis David und Juna aufeinandertreffen. Trotzdem gab es abgesehen von der Darstellung zweier verschiedener Gesellschaftsformen viele kleine Details, die auch in den ruhigeren Passagen das Interesse wachhielten, seien es nun Davids Fragen nach der Vergangenheit, das Geheimnis um seine Herkunft oder die Intrigen innerhalb des Rates der Frauen. Spannung entwickelte sich vor allem gegen Ende, wobei der Showdown sich weniger durch rasante Action als vor allem durch die Entwicklung von Davids Charakter auszeichnet. Das Ende fand ich dann ein wenig abrupt. Die Änderung von Edanas Gefühlen und ihrer Einstellung den Männern gegenüber kam mir zu plötzlich und wirkte nicht ganz glaubwürdig auf mich.

Abgesehen davon ist die Geschichte natürlich noch gar nicht zu Ende. Denn schließlich hat sich die Situation so stark verändert, dass sich die Frage stellt, wie es denn nun weitergehen soll mit David und Juna, die sich auf die Suche nach dem Ort namens Zuflucht gemacht haben. Und da sind wir wieder bei der Logik: denn bisher war der Handlungsort auf eine verfallene Stadt und ihre nähere Umgebung gerichtet, und die waren offenbar vom Rest der Welt völlig abgeschottet. In fünfundsechzig Jahren ist nicht ein einziges Mal irgendein Mensch von außerhalb in diese Zone eingedrungen. Wie merkwürdig! Vielleicht geben die Folgebände darauf eine Antwort.

Thomas Thiemeyer stammt aus Köln und arbeitete nach einem Geologie- und Kunststudium zunächst als Grafiker und Illustrator, eher er sich vermehrt dem Schreiben zuwandte. Sein Debutroman „Medusa“ erschien im Jahr 2004, seither hat er eine ganze Anzahl weiterer Romane geschrieben, nicht nur Thriller, sondern auch den Jugendbuchzyklus Die Chroniken der Weltensucher, der inzwischen aus drei Bänden besteht. Der Autor lebt und arbeitet heute in Stuttgart.

Gebundene Ausgabe: 464 Seiten
ISBN-13: 978-3426283608

http://www.thiemeyer.de/

Der Autor vergibt: (4.5/5) Ihr vergebt: SchrecklichNa jaGeht soGutSuper (No Ratings Yet)

Sharon Ashwood – Seelenkuss (Dark Magic 3)

Dark Magic-Reihe:_

Band 1: „Hexenlicht“
Band 2: „Vampirdämmerung“
Band 3: „Seelenkuss“
Band 4: „Höllenherz“

Ashe Carver, Monsterjägerin,_alleinerziehende Mutter einer zehn Jahre alten Tochter und ihrer Magie beraubte Hexe, hat alle Hände voll zu tun. Sie muss nicht nur einem Gericht beweisen, dass sie eine gute Mutter ist, sondern auch Job und familiäre Pflichten füllen das Leben der Vampirjägerin aus.

Sharon Ashwood – Seelenkuss (Dark Magic 3) weiterlesen

Reginald Hill – Ein nasses Grab

hill-nasses-grab-cover-kleinNach einer Panne genießt ein unkonventioneller Kriminalbeamter im Urlaub die Gastfreundschaft einer exzentrischen Familie, die womöglich gerade den Hausherrn umgebracht hat … – Mit der ihm üblichen Freude am Spiel mit Kunst und Genre-Konventionen legt Reginald Hill nicht nur den vierten Band seiner großartigen Dalziel-&-Pascoe-Serie, sondern auch einen lupenreinen, spannenden und geistreichen Rätselkrimi vor.
Reginald Hill – Ein nasses Grab weiterlesen

Kelley Armstrong – Nacht der Hexen

Der Glaube an Hexen ist weltweit verbreitet. Zauberkenntnisse und der Pakt mit dem Teufel waren ideale Vorwände, um in der Epoche des Mittelalters europaweit Frauen der Hexerei zu bezichtigen, sie mit der Folter zu unsinnigen und unmöglichen Geständnissen zu erpressen, um sie anschließend durch Verbrennen auf dem Scheiterhaufen grausam zu ermorden.

Der Hexenglaube ist bis in die heutige Zeit erhalten geblieben, und in manchen Gegenden wird Frauen, die man als „Hexe“ betitelt, noch immer mit ungewöhnlicher Feindseligkeit oder Misstrauen begegnet.

Magische Fähigkeiten oder das Wissen um alternative mit der Natur verbundene Behandlungsmöglichkeiten sind meistens artverwandt. Es gibt wahre Hexenkulte, Hexenversammlungen, Hexenreligionen und Traditionen, und auch noch in unserer Zeit organisieren sich die magiebegabten Frauen in Hexenzirkeln.

Der (Aber-)Glaube hat mit Sicherheit einen wahren Kern und auch seine Geheimnisse um längst verlorenes Wissen, das man zum Guten oder auch zum Bösen einzusetzen vermag. Die Mythologie hat ihren Ursprung wohl in der griechisch-römischen Zeit, dort wurden die Hexen als Medea oder als Circe betitelt.

In der Esoterikszene wird häufig von der Wicca-Religion gesprochen, die gerade in den USA weit verbreitet ist und sich als Naturreligion sieht. In der magisch-paranormale Welt gibt es aber auch Männer, die als Hexer oder Magier gelten können und ebenso „Zauberformeln“ aus Büchern und Schriften verwenden. Solche „Grimoires“ sind Zauberbücher mit magischem Wissen.

Beschwörungsformeln, Rituale, Listen von namentlich kenntlichen Dämonen, Engeln und anderen Kreaturen sind wohl die wichtigsten Inhalte, aber auch Rezepte für medizinische Heilmittel und Tränke können dort aufgeführt sein. Und wie immer und überall gibt es weiße und schwarze „Zauberbücher“, die sich mit Magie und Wissen beschäftigen.

Auch in der Literatur, gerade in der fantastischen, gibt es eine Vielzahl von Hexen und Zauberern mit ganz unterschiedlicher Gesinnung. Die kanadische Autorin Kelley Armstrong hat mit „Nacht der Hexen“, der im Verlag |Knaur| erschienen ist, einen spannenden und abwechslungsreichen Roman zu dieser Thematik verfasst.

Inhalt

Paige Winterbourne ist die Tochter einer Hexe und selbst eine magisch begabte Frau, auch wenn sie nicht über solch großartige talentierte Fähigkeiten wie die Frau Mama verfügt. Streng und gewissenhaft versucht sie motiviert und angestrengt, ihr Potenzial zu steigern, indem sie aus ihren Grimoires ihre Formeln lernt und versucht praktisch anzuwenden.

In der menschlichen Welt ist sie Vormund und vom Beruf Webdesignerin. Gerade Ersteres verlangt ihr einiges ab, denn die 13-jährige Savannah ist wie Paige selbst eine Hexe, wenn auch eine sehr junge, und schon jetzt trägt sie eine außergewöhnliche Kraft in sich. Hinzu kommt noch, dass Savannah recht eigensinnig und stur sein kann, und neben ihrer pubertierenden Art kann das schon anstrengend werden.

Paige ist nebenbei noch ein nicht unumstrittenes Oberhaupt des amerikanischen Hexenzirkels, trotz ihrer noch jungen Jahre. Ihr Leben gerät aber durch einen Sorgerechtsstreit des leiblichen Vaters, eines mächtigen Magiers, etwas aus den Fugen. Unterstützt von einer Halbdämonin – Leah, einer Erzfeindin von Paige – wird die Bedrohung durch Einschüchterungsversuche mit weltlichen und magischen Mitteln stetig lebensgefährlicher. Vom Hexenzirkel auf weiter Flur alleine gelassen, vom Gesetz her auf schwachen Säulen fundiert, scheint jeglicher Widerstand zunächst zwecklos zu sein. Da sie in der menschlichen Welt um das Sorgerecht kämpfen muss, nimmt sie sich einen Anwalt, der wenig später grausam ermordet wird. Und natürlich wird Paige dafür verantwortlich gemacht. Hinzu kommt noch, dass die Polizei einen satanisch anmutenden Altar in ihrem Garten findet und Heerscharen von Journalisten und neugierigen Personen gar nicht daran denken, von ihrem Haus abzuziehen.

Noch unwahrscheinlicher und undurchsichtiger wird die spektakuläre Lage, als sich ein magischer Anwalt an die Seite von Paige und Savannah stellt – Lucas Cortez, jüngster Sohn der mächtigsten Magierfamilie des Landes.

Arrogant und selbstsicher und magisch gar nicht so unbegabt, wird Cortez zum Verbündeten des Duos, aber Paige fragt sich, was er mit seiner selbstlosen Art bezweckt …

Kritik

Kelley Armstrong hat mit ihrem dritten phantastischen Band „Nacht der Hexen“ einen wirklich „zauberhaften“ Roman verfasst. Vielschichtig und ungemein sarkastisch erzählt Paige die Handlung aus ihrer Perspektive. Armstrongs magische Welt ist eine bunte, paranormale Mischung aus Menschen und Magie, Hexen und Magiern und zudem tummeln sich noch Dämonen auf der Bühne. Moderne Zeiten und alte magische Traditionen mit urfeindlichen Vorurteilen werden miteinander verflochten, sodass ein imposanter Schauplatz entsteht mit viel Raum für Ideen, die eine spannende Handlung immer wieder magisch vorantreiben.

Am Anfang gestaltet sich die Geschichte recht undurchsichtig und unübersichtlich, auch wenn man die Spannung immer als ansteigend empfindet. Der Ursprung der Magie um Hexen und Zauberern bleibt etwas im Unklaren, auch für die wechselseitige und etwas komplizierte Beziehung bleibt trotz einiger Erklärungen noch viel Raum, um vielleicht in späteren Romanen aufgearbeitet zu werden. Charmant und humorvoll bewegen sich alle Protagonisten durch die Handlung. Paiges Gedankengänge und zynische Dialoge verfolgt der Leser immer mit einem Schmunzeln auf den Lippen. Ihre Ziehtochter Savannah ist ziemlich direkt und forsch, doch hilflos agieren und pubertieren kann eben auch ein besonders begabtes dreizehnjähriges Mädchen.

Lucas Cortez wirkt mit seiner Vergangenheit noch am interessantesten. Auch wenn er quasi nicht die Hauptrolle einnimmt, so ist es doch sehr wahrscheinlich, dass sich in Bälde alles um den jüngsten Spross der Familie Cortez drehen kann. Paige und Lucas stellen sich als Team dar. Paige ist eher hoch emotional und immer am Rand der Hysterie, immer in Sorge um Savannah und immer mit dem Gefühl gerade heraus. Lucas dagegen ist immer Herr der Situation und findet, egal wie verzwickt die Konfrontation mit den Gegnern auch ist, immer einen Ausweg. Eine Aura des Geheimnisvollen umgibt den jungen Mann, ein Hauch von Zauber und Macht.

Savannah ist der Schlüssel, der Dreh- und Angelpunkt der Geschichte, aber selbstbewusst und dickköpfig, dazu ausgestattet mit magischen Kräften, die sie noch längst nicht begreifen und steuern kann, wirkt sie etwas verloren und muss sich ständig behaupten, gegen wen auch immer.

Wer hier „gut“ und „böse“ ist, ist nicht ganz einfach zu erkennen, weil jede Partei Interessen hat, die man durchaus verstehen kann. Die Magier sind eher an politischer und wirtschaftlicher Macht interessiert und setzen ihre magischen Fähigkeiten ein, um an Einfluss und Reichtum zu gelangen. Die Hexen aber wirken unsicher und nicht wirklich gut organisiert. Zerrissen und ängstlich, wissen sie nicht, wie sie mit ihren Fähigkeiten umzugehen haben, auch wenn sie nach Höherem streben und das Wohl aller im Vordergrund sehen.

„Nacht der Hexen“ ist stimmig und gradlinig geschrieben. Es gibt nur einen Handlungsstrang, der sich aber kontinuierlich entwickelt und immer aus der Perspektive von Paige geschildert wird. Die Dialoge zwischen den Protagonisten und auch Paiges Gedankengänge sind originell und witzig. Nicht albern, sondern der Unterton ist immer gewollt ironisch, was der ganzen Geschichte gut tut, denn es mindert nicht im Geringsten die dramatische und durchaus ernste Handlung.

Kelley Armstrong hat einen imponierenden Roman geschrieben, der eindeutig auf Erwachsene ausgerichtet ist. Auch in „Nacht der Hexen“ wird getötet und gemordet, aus Rache, Habgier und wahrer Bösartigkeit. Armstrongs sprachlicher Stil ist ausgereift und der Geschichte angepasst, keine Übertreibungen oder inhaltlich logisch Fehler trüben das Lesevergnügen. Einzig und allein als Kritikpunkt sei zu verwerken, dass die magisch geschilderte Welt unstrukturiert wirkt, die Vergangenheit von Hexen und Zauberern wird zwar angerissen und macht neugierig, geht aber (noch) nicht in die Tiefe.

Fazit

„Nacht der Hexen“ kann ich sehr empfehlen. Der Roman hat alles, was eine spannende und vor allem unterhaltsame Geschichte auszeichnet. In sich abgeschlossen, bleibt trotzdem viel Raum für weitere Ereignisse und Handlungsräume, und auch die Protagonisten wirken inhaltlich und charakterlich noch weiter ausbaubar. Ich bin neugierig auf viele weitere Teile aus Kelley Armstrongs Feder und freue mich schon auf den nächsten Teil.

Autorin

Die kanadische Fantasy-Autorin Kelley Armstrong wurde 1968 in Sudbury, Ontario, als älteste von vier Geschwistern geboren. Als sie neun Monate war, zog ihre Familie nach London, Ontario. Sie studierte Psychologie und Informatik an der University of Western Ontario, bevor sie Schriftstellerin wurde. Sie lebt heute mit ihrem Mann und ihren drei Kindern in Ontario, Kanada.

Taschenbuch: 522 Seiten
Originaltitel: Dime Store Magic
ISBN-13: 978-3426632024

http://www.droemer-knaur.de

Kelley Armstrong – Pakt der Hexen

Nach den turbulenten Ereignissen im Sorgerechtsstreit um ihre Stieftochter Savannah hat die Hexe Paige Winterbourne noch immer alle Hände voll zu tun. Da sie aus dem Hexenzirkel ausgeschlossen wurde und nun in der paranormalen Welt etwas verloren dasteht, versucht sie selbst eine zauberhafte Vereinigung von Hexen ins Leben zu rufen, was gar nicht so einfach ist.

Doch es gibt auch viel Neues und Positives in ihrem persönlichen Umfeld. Paige hat nun einen Mann an ihrer Seite, und dieser ist alles andere als normal. Lucas Cortez ist Magier, Rechtsanwalt und Erbe des wohl mächtigsten Magierclans. Bisweilen ist er ein wenig eigensinnig, sieht sich als glorreicher Ritter und bekämpft Ungerechtigkeiten, wo er sie nur finden kann, doch er hat ungeahnte Talente und ein Selbstbewusstsein, das nur schwer zu erschüttern ist.

Die Ruhe findet ein plötzliches Ende, als Lucas Vater Benicio, das Oberhaupt des Magierclans, während der Abwesenheit seines Sohnes bei Paige erscheint. Indirekt bittet Benicio Cortez Paige und Lucas um Hilfe. In Miami, dem Sitz des Cortez-Clans, gibt es einen Mörder, der die Kinder der Magierfamilien bedroht. Es ist schon zu ersten Todesfällen gekommen und ein Mädchen liegt noch im Koma. Paiges innerliche Alarmglocken schlagen schon an, und gemeinsam mit Lucas und Savannah reist sie nach Miami.

In der sonnigen Stadt erwartet sie aber das „Böse“. Nicht nur der Cortez-Clan hat mit der Bedrohung durch den Killer Angst und Schrecken erlebt, auch der Boyd- und der Nast-Clan sind schon von ersten Angriffen eines höchstwahrscheinlich paranormalen Mörders bedroht.

Lucas und Paige, die beide Angst davor haben, dass auch Savannah getötet werden könnte, vertraut ihren Freunden Elena und Clay Savannah an – beides Werwölfe und damit durchaus imstande, jegliche Bedrohung auszuschalten.

Gemeinsam mit einer Nekromantin und einer schon sehr alten Vampirin, die Lucas und Paige bei ihren gefährlichen Ermittlungen unterstützen, werden auch sie selbst das Ziel des Killers und geraten in tödliche Gefahr …

Kritik

„Pakt der Hexen“ von Kelley Armstrong ist der vierte Teil der Reihe „Woman of the Otherworld“. Armstrongs Protagonisten sind zumeist Frauen, die in den Geschichten ihren Mann stehen müssen. Waren es in den ersten beiden Romanen weibliche Werwölfe, so spielt in dem dritten und vierten Teil Paige Winterbourne in ihrem Wesen als Hexe die Hauptrolle, im fünften Teil wird Eve, die verstorbene Mutter von Savannah, als Geist die Geschicke lenken.

Sicherlich ist „Pakt der Hexen“ unabhängig von den anderen Teilen zu lesen, doch empfehle ich, bei Band eins anzufangen, da alle Protagonisten, weibliche wie auch männliche, in fast allen Bänden manchmal sogar eine tragende Rolle spielen. Manche Dialoge und Rückblenden sind also erst für den Leser verständlich, wenn er die Vergangenheit der Figuren nachvollziehen kann.

Gerade das etwas schwierige und angespannte Verhältnis zwischen Lucas und seinem Vater Benicio findet in Band 3 eine erste Erklärung, die in diesem Band weiter vertieft wird. Lucas im Schutze und Schatten seines mächtigen Vaters aufgewachsen, weiß um die Strukturen und Gesetze des Magierclans, sieht aber in vielen Situationen Ungerechtigkeiten, die das ganze System für seine Augen als unglaubwürdig darstellen. Sein Vater dagegen, der das rebellische Verhalten seines Lieblingssohnes eher für jugendlichen Übermut hält, unterstützt ihn finanziell und behindert ihn auch nicht.

In Kelley Armstrongs magischer Welt geht es natürlich auch wie im realen Leben der Menschen nicht ohne Konfrontationen zu. Auf der einen Seite gibt es die Magier, die sich arrogant und selbstsicher als Denker und Lenker verstehen; daneben existieren die Hexen, die mit den Magiern seit den Anfängen konkurrieren, aber aus verschiedenen Ängsten nicht an Boden gewinnen können. Innerhalb dieser Welt mischen dann noch Nekromanten, Schamanen, Druiden und natürlich auch Dämonen, die den Magiern zumeist dienen, mit. Etwas abseits davon und für sich selbst verantwortlich, trennen sich die Vampire und Werwölfe von den anderen Gruppierungen und haben ihre ganz eigenen Probleme. Schon als Minderheit und vom „Aussterben“ bedroht, beteiligen sich diese nicht an den Vorherrschaftskämpfen und magischen Auseinandersetzungen um wirtschaftliche und politische Macht.

Man erkennt also: Kelley Armstrongs magische Welt ist komplex und kompliziert, was in den Handlungen der einzelnen Romane die Spannung und Abwechslung sehr nach vorne treibt.

„Pakt der Hexen“ ist ein magischer Thriller mit vielen unterschiedlichen Ansätzen, was den Protagonisten positiv anzurechnen ist. Jede Spezies hat so ihre eigenen Fähigkeiten und Eigenarten und selbst erschaffenen menschlichen Probleme. Paige Winterbourne, eine noch junge, aber talentierte Hexe, ist eher überheblich und aufbrausend, wohingegen ihr Freund Lucas als Magier ruhig und sachlich versucht, die Situationen zu entschärfen. Eine Mischung im Duo, die sich wunderbar ausgleicht und ergänzt.

Aber sie kommt nicht ohne Konfliktpotential in der Beziehung aus. Paiges Ziehtocher hat enormes magisches Potential, was sie ihrer verstorbenen Mutter Eve zu verdanken hat, aber mit ihren jungen Jahren und ihrer noch lange nicht abgeschlossenen Ausbildung bietet sie ein leichtes und viel beachtetes Ziel für einige Interessenten.

Kelley Armstrong hat in „Pakt der Hexen“ der Spannung, die auch schon im dritten Teil konstant und sogar steigend war, einen weiteren Schubs nach vorne geben können. Da sich die Charaktere und ihre einzelnen Geschichten immer weiter vertiefen, nehmen der Anspruch und die Spannung auch weiter linear zu. Zwar gibt es immer den gleichen engeren Kreis paranormaler Personen und es kommen auch immer einige dazu, doch gibt es auch Opfer, die nach ihrem (un)natürlichen Tod wohl nicht wieder auferstehen werden.

„Pakt der Hexen“ ist spannend und weiß zu überraschen. In diesem Thriller, auch mit seinen phantastischen Elementen, verfolgt der Leser die Serienmorde eines paranormalen Killers und die Ermittlungen unserer zwei mit magischen Fähigkeiten gesegneten Protagonisten. Der Leser ist zwar versucht, auch selbst den Täter zu ermitteln, aber aus Unkenntnis der nicht menschlichen Verdächtigen kann das gar nicht gelingen. Trotz allem, die Spannung steigt, für Action ist vielfach gesorgt und als besonderes Schmankerl kommt der Humor erst recht nicht zu kurz. Paiges etwas aufbrausendes Temperament und ihre erzählerische Perspektive sind gleichsam zynisch lustig wie auch ansprechend der Situation abgestimmt.

Der Roman ist zwar in sich abgeschlossen, doch weiß man als Leser nach der letzten Seite, dass es noch weitergehen muss. Allein schon die Familienverhältnisse innerhalb des Clans der Cortez geben viel Handlungsspielraum und Ideen für zukünftige Projekte.

Fazit

„Pakt der Hexen“ kann ich sehr empfehlen. Nicht nur für Frauen wird der Roman spannend, vielseitig und interessant sein, auch wenn in den Romanen jedes Mal der weibliche Part die Zügel in der Hand hält. Sicherlich ist hier auch für Romantik gesorgt, und auch wenn die Protagonisten untot, unheimlich und irreal agieren, so sind sie – oder waren es zumindest – auch menschlich. Für Leser, die komplexe Verflechtungen, Intrigen und Magie lieben, wird dieser Roman viele Überraschungen bereithalten.

Kelley Armstrong schreibt erstaunlich frisch und flüssig, sie hält sich nicht lange in Beschreibungen auf, sondern legt viel Wert auf prickelnde, zynische Dialoge und ansteigender Spannung.

Der Roman sollte, und das empfehle ich wärmstens, nicht als erstes Buch der Serie gelesen werden. Der vorherige Titel – „Nacht der Hexen“ – in dem auch die Hexe Paige die Hauptrolle spielt, sollte zumindest schon gelesen sein. Besser noch, man fängt gleich mit den beiden Romanen „Blut der Wölfin“ und „Rückkehr der Wölfin“ an, denn damit beginnt die magische Saga. Somit ist dem Leser gewährleistet, dass er einige Personen, die dort auftauchen, wie eben die Werwölfe, schon kennen und lieben gelernt hat.

Taschenbuch: 576 Seiten
Originaltitel: Industrial Magic
ISBN-13: 978-3426638071

http://www.droemer-knaur.de

Karen Rose – Todesspiele

Schon in den ersten beiden Teilen von Karen Rose – „Todesschrei“ und „Todesbräute“ drehte sich die Handlung um die Familie Vartanian. In „Todesschrei“ mordete Simon Vartanian für seine Interpretation von Kunst und im zweiten Teil der Trilogie musste sich Daniel Vartanian seinen Ängsten nun endlich stellen und zurück nach Dutton, seinem Geburtsort und dem Sitz seiner Familie, kommen.

Zwar wurde Daniel in der letzten Zeit nicht mit den Taten Simons konfrontiert, doch es ist so, als würde der Schatten Simons noch immer auf ihm und seiner Schwester Susannah lasten. Dass man zwar seiner Vergangenheit für eine bestimmt Zeit den Rücken kehren und quasi weglaufen kann, aber diese einem wie ein lästiger Fluch auf immer begleiten wird, das merkt auch Susannah Vartanian schnell, Staatsanwältin und selbst Opfer ihres Bruders Simon und seiner grausamen Clique, die die kleine Stadt Dutton jahrelang mit ihren Vergewaltigungen in Atem gehalten halt.

Karen Rose – Todesspiele weiterlesen

Sabine Ebert – Blut und Silber

Inhalt

Freiburg 1296: Das Apothekermündel Änne leidet an Alpträumen, in denen sie zusehen muss, wie ihre Mitbürger abgeschlachtet werden. Inbrünstig hofft sie, dass diese Träume mit der Realität nichts zu tun haben, und doch weiß sie es eigentlich besser: Ihre Träume werden mit beunruhigender Regelmäßigkeit wahr.

Und tatsächlich: König Adolf von Nassau träumt von den Silberschätzen der reichen Stadt und braucht sie darüber hinaus zur Festigung seines Reiches. Zwar halten die Mauern, und die Soldaten sind hervorragend ausgebildet, doch gegen Verrat ist niemand gefeit, und so wird die Stadt erobert.

Sabine Ebert – Blut und Silber weiterlesen

Jeanne C. Stein – Lockruf des Blutes (Anna Strong, Band 2)

Inhalt:

Anna Strong versucht, ihr Dasein als Vampir und ihr Leben unter Menschen in Einklang zu bringen und die Tatsache, dass sie sich vom Blut der Menschen ernährt, vor den Personen zu verbergen, die sie liebt.

Während eines ihrer Besuche bei ihren Eltern erscheint plötzlich Carolyn Delaney auf der Bildfläche, die Ex-Freundin von Annas verstorbenen Bruder. Vom Leben gezeichnet, berichtet sie, dass sie von Annas Bruder ein Kind habe, das nun verschwunden sei. Sie bittet Anna Strong um Hilfe, die als Kopfgeldjägerin einen guten Ruf genießt. Widerwillig, aber um das Wohlergehen ihrer Nichte Trish besorgt, willigt Anna Strong schließlich ein, denn darüber hinaus wurde eine Freundin von Trish ermordet aufgefunden. Scheinbar wollte sie einen der Lehrer von der Highschool, die Trish besuchte, zur Rede stellen. Dieser Lehrer, Daniel Frey, steht unter dem Verdacht, Jugendliche sexuell zu missbrauchen. Anna Strong nimmt sich des Falles an, nicht ahnend ,was Frey in Wirklichkeit ist. Die Suche nach Trish führt in einen Sumpf menschlicher Perversion, der Anna zu verschlingen droht …

Jeanne C. Stein – Lockruf des Blutes (Anna Strong, Band 2) weiterlesen

Nicole Drawer – Das Messer in der Hand

Bei einer, die es wissen muss, liest man doch gleich um so lieber. Autorin Nicole Drawer war früher Oberkommissarin in Hamburg und hat unter anderem Psychologie studiert. Mit „Das Messer in der Hand“ erscheint bereits der zweite Band um die Polizeipsychologin Johanna Jensen, und auch dieses Mal ist für ein gewisses Maß an Spannung gesorgt.

Eines Nachts wird in Hamburg eine blutüberströmte Frau mit einem Messer in der Hand aufgegriffen. Nicht weit von ihr entfernt findet man die Leiche eines Privatdetektivs, doch Manuela Kranz ist verwirrt, leidet an einer retrograden Amnesie. Sie kann sich an nichts erinnern, doch trotzdem ist die Sachlage für die Polizei so gut wie klar. Alle Indizien sprechen dafür, dass Manuela, die Frau eines reichen Bauunternehmers, die Täterin ist. Doch Johanna glaubt an solch eine einfache Lösung nicht. Sie betreut die Frau und versucht ihr zu helfen, sich an besagte Nacht zu erinnern.

Nicole Drawer – Das Messer in der Hand weiterlesen

Sebastian Fitzek – Der Seelenbrecher

Das Szenario ist klassisch: ein Ort, abgeschnitten von der Außenwelt, an dem Menschen der Willkür eines unheimlichen Mörders ausgeliefert sind. Hier müssen sie irgendwie mit der Gefahr fertig werden, zumindest bis von Außen Verstärkung eintrifft.

Genau dieser klassischen Rezeptur bedient sich auch Sebastian Fitzek in seinem aktuellen Roman „Der Seelenbrecher“. Der von der Außenwelt abgeschnittene Ort ist in diesem Fall eine psychiatrische Luxusklinik, und der unheimliche Mörder ist der titelstiftende Seelenbrecher.

Der Seelenbrecher ist ein perfider Psychopath. Drei junge Frauen sind ihm bereits zum Opfer gefallen. Sie alle verschwanden für eine Woche und kehrten psychisch völlig gebrochen wieder zurück. Alle drei Frauen wirkten nach ihrem Wiederauftauchen, als wären sie in ihrem eigenen Körper begraben. Niemand dringt mehr zu ihnen durch, sie nehmen nichts mehr wahr. Eine starb gar an den Folgen.

Sebastian Fitzek – Der Seelenbrecher weiterlesen