Schlagwort-Archive: Nikolai von Michalewsky

Mark Brandis: Aktenzeichen Illegal (Folge 15)

_|Mark Brandis| als Hörspiel:_
01 [„Bordbuch Delta VII“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=4995
02 [„Verrat auf der Venus“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=5013
03 [„Unternehmen Delphin“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=5524
04 [„Aufstand der Roboter“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=5986
05 [„Testakte Kolibri 1“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=5984
06 [„Testakte Kolibri 2“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=5985
07 [„Vorstoß zum Uranus 1“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6245
08 [„Vorstoß zum Uranus 2“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6246
09 [„Raumsonde Epsilon 1“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6467
10 [„Raumsonde Epsilon 2“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6468
11 „Die Vollstrecker 1“
12 „Die Vollstrecker 2“
13 [„Pilgrim 2000 1“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=7059
14 [„Pilgrim 2000 2“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=7060
15 [„Aktenzeichen: Illegal“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=7128
16 [„Operation Sonnenfracht“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=7129
17 „Alarm für die Erde“ (für Herbst 2011 angekündigt)
18 – für Herbst 2011 angekündigt –

_Die Handlung:_

2128: Grischa Romen hat sich verliebt – in die chinesische Astrophysikerin Ko Ai, die im Rahmen eines internationalen Projekts auf der HERMES gearbeitet hat. Seine Gefühle werden erwidert, doch einer gemeinsamen Zukunft steht ihre republikanische Herkunft im Weg. Als bekannt wird, dass sie eine „illegale Geburt“ ist, der bei Rückkehr in ihre Heimat die Exekution droht, wendet sich Romen an seinen Commander und Freund Mark Brandis, der bald darauf Kopf und Kragen riskiert, um den beiden zu helfen. Erst als es zu spät ist, erkennt Brandis, wie skrupellos die Bürokratien der Staaten ihre Ziele verfolgen … (Verlagsinfo)

_Mein Eindruck:_

1975 ist der Roman unter dem gleichen Titel erschienen, der die Vorlage zu diesem Hörspiel bildet, aber die Thematik ist heute noch aktuell, wenn nicht sogar noch aktueller als damals.

Es geht um die Vermeidung von Überbevölkerung auf unserem Planeten. Im Mark-Brandis-Universum hat sich die chinesische Seite dazu entschlossen, dem Problem entgegenzuwirken, indem Mädchen im Alter von vier Jahren eine Art „Unfruchtbarkeitsspritze“ verabreicht bekommen. Nur in Ausnahmefällen darf jetzt beantragt werden, die Fruchtbarkeit für eine Empfängnis kurzfristig wieder aufzuheben.

Die Eltern von Grischas Freundin, Verlobten und später auch Ehefrau Ai haben dieses Verbot umgangen und haben zwei Kinder bekommen. Ai ist also eine „Unperson“, die nicht genehmigt wurde. Und da sie auch noch Chinesin ist, also von der „anderen Seite“, mischt sich die Politik beider Machtblöcke in die Beziehung ein.

Grischa und Ai flüchten vor den Häschern, Mark Brandis hilft ihnen dabei. Und ob dem Paar ein Happy End vergönnt ist, das ist bei all der politischen Aufmerksamkeit ungewiss.

Die Sympathien sind schnell vergeben und der Hörer hofft, dass alles gut ausgehen wird, für das Paar, das es nicht hätte geben dürfen. Im Prinzip ist dies auch kein reines Sciencefiction-Hörspiel, sondern ein Denkanstoß zu Ethik und Moral zum Thema „Überbevölkerung“.

Und nach dem Hörspiel wird sich der Hörer selbst überlegen, ob es reicht, in Entwicklungsländern Kondome zu verteilen und Aufklärungsunterricht zu geben oder ob die chinesische Unfruchtbarkeitsspritze aus diesem Hörspiel eine Alternative sein könnte.

Nachdenken erwünscht!

_Das Hörerlebnis:_

Michael Lott als Mark Brandis klingt wie immer am lebendigsten von allen Sprechern, während David Nathan auch wie immer oftmals sehr steif klingt. In einigen Szenen hört es sich extrem so an, als hätten sich die beiden bei der Aufnahme nicht gegenübergesessen, sondern ihre Parts getrennt voneinander eingesprochen. Hier klingt Nathan dann künstlich und man sieht ihn förmlich von seinem Skript ablesen und hört und erlebt nicht „Grischa“ Romen.

Die Geräuschkulisse ist aufwendig und abwechslungsreich gestaltet, mit vielen Effekten, die die Szenen sehr lebendig wirken lassen. Jeder Knopfdruck, jeder Gerätesound, jedes Raumschiff, alles ist gut platziert und lässt im Kopf das gewohnt tolle Mark-Brandis-Kopfkino entstehen. Und da ist es auch nicht schlimm, dass es in dieser Folge wenig Action gibt, sondern ein aktuelles und ernstes Thema angesprochen wird.

Die Macher setzen im Gegensatz zu vielen ihrer Kollegen Musik nicht als Lückenfüller und Minutenschinder ein, sondern spielen, wenn überhaupt, nur ab und zu ein wenig Musik ein, wenn es der Dramatik zuträglich ist.

|Die Sprecher und ihre Rollen:|

John Harris: Gerhart Hinze
Cmdr. Mark Brandis: Michael Lott
Dr. Lund: Vera Teltz
Karsten Kromme: Christian Senger
Prolog: Wolf Frass
Ruth O’Hara: Dorothea Anna Hagena
Jacques Rochelle: Rainer Fritzsche
Cpt. Grigori „Grischa“ Romen: David Nathan
Walter Hildebrand: Oliver Rohrbeck
Ko Ai: Tanja Fornaro
Lt. Pablo Torrente: Martin Keßler
Dr. Rebecca Levy: Claudia Urbschat-Mingues
Lt. Iwan Stroganow: Martin Wehrmann
Jennifer Norton: Sabine Schmidt-Kirchner
sowie Sven-Michael Bluhm, Verena Kortmann, Thomas Müller

|Technik-Credits:|

Manuskript: Regina Schlehek, Balthasar von Weymarn
Musik & Sounddesign: Jochim-C. Redeker
„Tzigan/ El Gitano“ – russ. Volkslied – (Bearbeitung ARBAT,) aus dem Album „Noches De Moskva“ der Gruppe ARBAT, itonmusik Verlag
Aufnahme: Tommi Schneefuß, Thomas Weichler, Sven-Michael Bluhm
Produktion, Regie und Schnitt: Jochim-C. Redeker & Balthasar von Weymarn
Artwork: Alexander Preuss
Layout/ Satz: Jürgen Straub
Product Management: dp

|Die Ausstattung:|

Die CD steckt in einem Jewel-Case. Das Booklet enthält eine Aufstellung der bereits veröffentlichten Folgen, eine ausführliche Beschreibung zur „Gulamarajev-Spritze“ und den eingedeutschten Text des russischen Liedes „Tzigan“.

Zusätzlich werden noch die Sprecher und ihre Rollen aufgeführt sowie die Technik-Credits.

_Mein Fazit:_

Ein heute immer noch aktuelles Thema, das trotz weniger Action-Szenen sehr gut aufgearbeitet wurde und den Hörer eine Stunde lang spannend unterhält und mitfiebern lässt.

|1 Audio-CD mit 63 Minuten Spieldauer
ASIN: B004Y2Q9MI
UPC: 0602527585444|
[www.folgenreich.de]http://www.folgenreich.de
[www.markbrandis.de]http://www.markbrandis.de
[www.interplanar.de]http://www.interplanar.de

_Mark Brandis bei |Buchwurm.info|:_
|Weltraumpartisanen|
Band 01: [„Bordbuch Delta VII“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6535
Band 02: [„Verrat auf der Venus“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6539
Band 03: [„Unternehmen Delphin“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6536
Band 04: [„Aufstand der Roboter“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6618
Band 05: [„Vorstoß zum Uranus“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6630
Band 06: [„Die Vollstrecker“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6636
Band 07: [„Testakte Kolibri“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6723
Band 08: [„Raumsonde Epsilon“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6781
Band 09: [„Salomon 76“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6723
Band 10: [„Aktenzeichen: Illegal“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6801
Band 11: [„Operation Sonnenfracht“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6802
Band 12: [„Alarm für die Erde“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6882
Band 13: [„Countdown für die Erde“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6908
Band 14: [„Kurier zum Mars“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6938
Band 15: [„Die lautlose Bombe“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6962

Mark Brandis: Pilgrim 2000. Teil 2 von 2 (Folge 14)

_|Mark Brandis| als Hörspiel:_
01 [„Bordbuch Delta VII“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=4995
02 [„Verrat auf der Venus“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=5013
03 [„Unternehmen Delphin“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=5524
04 [„Aufstand der Roboter“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=5986
05 [„Testakte Kolibri 1“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=5984
06 [„Testakte Kolibri 2“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=5985
07 [„Vorstoß zum Uranus 1“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6245
08 [„Vorstoß zum Uranus 2“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6246
09 [„Raumsonde Epsilon 1“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6467
10 [„Raumsonde Epsilon 2“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6468
11 „Die Vollstrecker 1“
12 „Die Vollstrecker 2“
13 „Pilgrim 2000 1“
14 _“Pilgrim 2000 2″_
15 „Aktenzeichen: Illegal“ (01.07.2011)
16 „Operation Sonnenfracht“ (01.07.2011)

_Countdown bis zur Flucht: Spannende Action auf der Arche_

Man schreibt das Jahr 2127. Commander Mark Brandis und seine Crew befinden sich auf der erdabgewandten Seite der Sonne. Nach Reparaturen an einer Raumstation ist die HERMES auf dem Rückweg, als die Kommunikation ausfällt. Der lange Aufenthalt in der Nähe des Zentralgestirns hat die Sehfähigkeit der sechs Raumfahrer beeinträchtigt. Erst in 17 Tagen sollen sie wieder Kontakt mit der Erde erhalten. Doch dann taucht ein seit Jahrzehnten verschollenes Generationenraumschiff vor ihnen auf, und Brandis ergreift die Chance herauszufinden, ob noch jemand an Bord lebt …

Teil 2: Er hat Bewohner an Bord gefunden. Der Rückweg zur Schleuse, an der die HERMES angedockt ist, ist allerdings versperrt – durch ein Heer hundegroßer Ratten. Da das Generationenraumschiff dem Untergang geweiht ist, bleibt Brandis nur wenig Zeit, einen zweiten Fluchtweg zu finden. Und die Ratten sind nicht die einzige Gefahr an Bord … (abgewandelte Verlagsinfos)

_Der Autor_

Nikolai von Michalewsky (1931-2000) war bereits Kaffeepflanzer, Industriepolizist, Taucher und Journalist gewesen, als sein erster Roman 1958 veröffentlicht wurde. Am bekanntesten wurde er ab 1970 mit den Mark-Brandis-Büchern, der bis heute (nach |Perry Rhodan|) mit 31 Bänden erfolgreichsten deutschsprachigen SF-Reihe.

Seine konsequente Vorgehensweise, Probleme der Gegenwart imm Kontext der Zukunft zu behandeln, trug Michalewskys Serie eine treue Leserschaft und hohe Auflagenzahlen ein. Seine besondere Zuneigung galt besonders dem Hörspiel. Er gehörte zu den meistbeschäftigten Kriminalhörspiel- und Schulfunkautoren Deutschlands. (Verlagsinfo)

_Die Sprecher/Die Inszenierung_

Die Macher und Regisseure sind Interplanar.de:
Joachim-C. Redeker: Sounddesign und Musik
Redeker und Balthasar von Weymarn: Produktion, Regie und Schnitt

Jochim-C. Redeker, geboren 1970, lebt seit 1992 in Hannover. Gelernt hat er das Produzieren in der SAE Frankfurt, seither arbeitet er als Tonmeister für Antenne Niedersachsen. An zwei Virtual Reality Projekten hat er als Sounddesigner gearbeitet. Er gibt Audio- und Hörspielseminare und arbeitet als Werbetexter und Werbesprecher für zahlreiche Unternehmen sowie für Kino- und Radiowerbung. Musikalisch betreut er neben seinen eigenen Projekten auch Jingle- und Imageproduktionen. Bereits 1988 brachte ihm eine frühe Hörspielarbeit mit Balthasar den Sonderpreis der Jury für akustische Qualität beim Maxell Momentaufnahmen Wettbewerb ein.

Balthasar von Weymarn, geboren 1968, lebt seit 2006 im Taunus bei Frankfurt. Ausgebildeter Dramaturg und Filmproduzent (Filmstudium Hamburg); arbeitet auch als Skriptdoktor, -autor und Ghostwriter für Unternehmen wie Bavaria Film, Odeon Pictures, Tandem Communications, Storyline Entertainment u. a.

Das Hörspielmanuskript schrieb Balthasar v. Weymarn nach dem gleichnamigen Roman von Nikolai von Michalewsky. Die Aufnahmeleitung lag in den Händen von Tommi Schneefuß und Sven-Michael Bluhm.

|Die Rollen und ihre Sprecher:|

Prolog: Wolf Frass
Commander Mark Brandis: Michael Lott
Dr. Rebecca Levy: Claudia Urbschat-Mingues
Bordsystem CORA: Mira Christine Mühlenhof
Lt. Pablo Torrente: Martin Keßler
Lt. Iwan Stroganow: Martin Wehrmann
Lt. Grigori Romen: David Nathan
Lt. Konstantinos Simopoulos: Gernot Endemann
Judith: Katarina Tomaschewsky
Melchior: Klaus Sonnenschein

_Hintergrund und Vorgeschichte_

Die „Mark Brandis“-Hörspielreihe begann 2005-2007 mit „Bordbuch Delta VII“. Inhaltlich unterscheidet sie sich in einigen wichtigen Punkten von den Büchern.

* Die Geschichten sind um 50 Jahre in die Zukunft verlegt, die Saga beginnt also 2119;
* Die Kürzel EAAU und VOR sind zu „die Union“ und „die Republiken“ geworden;

EAAU: Die Europäisch-Amerikanisch-Afrikanische Union (EAAU) ist ein transkontinentaler Staatenverbund und wurde als Zusammenschluss der drei Kontinente Europa, Amerika und Afrika ca. 1999 gegründet – ihr assoziiert ist Australien. Während Europa der Kontinent ist, der über die längste Tradition verfügt, haben sich Afrika und Amerika zu den industriell bedeutendsten Kontinenten entwickelt.
Flagge: ein Ring goldener Planeten um drei kleeblattartig angeordnete grüne Kontinente auf weißem Grund.
Hauptstadt: Metropolis

VOR: Die Vereinigten Orientalischen Republiken (VOR) sind ein transkontinentaler Staatenverbund und umfassen zwischen Ural und der Pazifikküste die asiatischen Staaten einschließlich Ozeaniens.
Flagge: zwei gekreuzte Mongolenschwerter vor einer gelb-roten Sonne.
Hauptstadt: Peking

|VEGA|

Die Strategische Raumflotte (SR) lagerte 2106 ihre Entwicklungsabteilung auf die Venus aus. Die zuständige Agentur ist die VEGA, kurz für Venus-Erde Gesellschaft für Astronautik, mit immerhin 8000 Mitarbeitern. Direktor der VEGA ist seit 2122 der ehemalige Major (SR) und Commander (VEGA) John Harris. Die Routen der Testflüge für die Neuentwicklungen sind streng geheim, da die Prototypen als begehrte Beute sowohl für die Vereinigten Orientalischen Republiken (VOR) und die Europäisch-Amerikanisch-Afrikanische Union (EAAU), aber auch für Raumpiraten gelten. Offiziell gilt die VEGA als neutral, aber ihre Auftraggeber waren bislang immer die SR und die Raumfahrtbehörde der Union.

_Handlung_

Mark Brandis hat eine fremde Stimme in seinem Kopf gehört, die von ihm verlangte, das zu tun, was sie von ihm verlangte. Brandis denkt ja gar nicht daran, denn dieses Ansinnen ist unvereinbar mit dem Diensteid, den er gegenüber VEGA abgelegt hat. Außerdem wird diese Welt schon in vier Tagen in die Sonne stürzen. Kurz davor dürfte es hier drin ziemlich ungemütlich werden. Aber wird der Besitzer der STIMME sie alle gehen lassen?

Commander Georg Romen, der von einem Pfeilschuss aus einer automatischen Schussanlage verwundet worden ist, kann inzwischen wieder gehen. Brandis hat die letzte Siedlerin, Judith, eingeladen, mit ihnen zur Erde zu kommen und sie willigt ein. Das erste Ziel muss eine Schleuse sein und sie gehen an einer Schiffswand entlang, doch schon bald werden sie von den Riesenratten angegriffen. Wieder wirft Brandis eine seiner sonischen Granaten, kann die mutierten Viecher aber nur kurz aufhalten. Sie folgen offenbar dem gleichen Willen wie Judith. Aber wer steckt dahinter?

Nach dem Rückzug ins palisadengeschützte Dorf ruft Brandis CORA auf der HERMES an, doch sie kann seinen Befehl, eine Fähre ferngelenkt zur nächsten Schleuse zu fliegen, nicht nachkommen. Es wäre gegen ihre Instruktionen. Deshalb meldet sich Lt. Stroganoff freiwillig, die Fähre, mit der sie hergekommen sind, zur zweiten Schleuse zu steuern.

Weil die STIMME keine Ruhe gibt und Brandis stundenlang bewusstlos werden lässt, beschließt der Genervte, nach dem Ursprung der STIMME zu suchen und sie auszuschalten. In einer Art Steuerzentrale stoßen er und sein Begleiter auf das Archiv, das ihnen Einblick in die dramatischen Geschehnisse auf der „Pilgrim“ ab dem Jahr 2078 gewährt.

Da kommt die Meldung, dass die andere Gruppe angegriffen werde. Rückzug! Doch das Dorf ist auf gespenstische Weise verlassen …

_Mein Eindruck_

Nachdem im ersten Teil Brandis und seine Crew quasi in eine Falle getappt sind, schildert nun der zweite Teil, wie sie es schaffen, sich daraus zu befreien – möglichst noch, bevor die Pilgrim in die Sonne stürzt. Dieses Bemühen erweist sich spannenderweise als schwieriger als erwartet. Der Gott dieser seltsamen Welt will sie nicht gehen lassen und hetzt seine Ratten auf sie.

Die Frage, die jedoch den Hörer schon die ganze Zeit quält, lautet: Wie konnte diese so wohlgeplante Welt eigentlich scheitern und zu einer Hölle für ihre Bewohner werden? Um die Antwort auf diese Frage aller Fragen herauszufinden, müssen Brandis & Co. den Unterschlupf des Gottes finden. Dort entdecken sie im Archiv die Berichte, die ihnen entsprechende Auskunft erteilen.

Offenbar waren sich Crew, Wissenschaftler und reiche Passagiere von beginn an nicht sonderlich grün. Im Verlaufe der Jahre, die auf dem Weg zur Sonne Proxima Centauri vergingen, verschärften sich die Konflikte, die schließlich mit offener Gewalt ausgetragen wurden. Nur wer sich der Crew unterwarf, durfte überleben. Und der Letzte der Crew ist der Gott dieser einsam durchs All stürzenden Arche. Er beansprucht den Löwenanteil jeder Ernste – solange bis nur noch eine einzige Überlebende übrig ist: Judith.

Wieder liegt ein Menschheitstraum in Trümmern, scheint der Autor dieses Romans zu sagen. Im Verlauf der Handlung, die einer Ermittlung samt Überlebenskampf gleicht, wird aber deutlich, dass es schon bei der Planung einen gravierenden Fehler gab: Wenn die Passagiere sich der Mission nicht verpflichtet fühlen, bilden sie lediglich belastenden Ballast, der nur Nahrung wegfrisst, die anderen zustünde.

Bei Siedlern ist das was anderes. Deshalb schildert die meiste SF, die Generationenraumschiffe darstellt, Siedler und Kolonisten. Es gibt aber auch Romane wie Cherryhs „40.000 in Gehenna“ (siehe meinen Bericht), in denen Klone die Siedler stellen – zwecks Besetzung einer Welt im Verlauf eines Kriegs.

_Die Sprecher/Die Inszenierung_

Die Geräuschkulisse erstaunt den Hörer mit einer Vielzahl mehr oder weniger futuristischer Töne, so etwa die Triebwerke der HERMES oder das Öffnen und Schließen ihrer Luken und Schleuse. Doch wenn man ein Fan von SF-Fernsehserien ist, dann dürfte einen dies nicht gerade umhauen, sondern eher ganz normal vorkommen. Vor allem das Dröhnen, Zischen und Jaulen von Düsen ist regelmäßig zu hören, was ja auch naheliegt.

Ungewöhnlich sind eher Sounds, die an das Brutzeln von Eier erinnern, an stockende Sounds – das lässt aufhorchen. Hier haben die Macher dazugelernt. Der gute Sound trägt dazu bei, den Hörer direkt ins Geschehen hineinzuversetzen, und das kann man von den wenigsten SF-Fernsehserien behaupten. Auch das Design von verzerrten Meldungen ist ähnlich professionell gehandhabt. Ein Satz kann mittendrin seine Klangcharakteristik ändern – faszinierend.

Einen Großteil der Sounds in dieser Episode werden von natürlichen Dingen erzeugt, so etwa von Vögeln – oder von mutierten Riesenratten. Allerdings kommen auch Pfeilschüsse gut zur Geltung. Besonders verliebt waren die Toningenieure in das BUMM der Handgranaten, die Brandis und seine Getreuen werfen, um die Ratten abzuwehren. Die Explosionen sind mit viel Liebe gestaltet. Andererseits sind sie zu kurz, um eine militaristische Ader der Sounddeisgner zu verraten.

Ein weiterer Schwerpunkt ist die Stimme von IHM. Sie muss natürlich entsprechend eindrucksvoll erscheinen, um wie die eines Gottes wirken zu können, dem seine Untertanen Gehorsam schulden. Schließlich wird Brandis dadurch auch bewusstlos. Doch auch dieses Tondesign ist plausibel gelungen.

|Die Sprecher|

Die Sprecher erfüllen ihre Aufgabe zu meiner Zufriedenheit. Es handelt sich um die immer wieder in der Serie auftauchenden Hauptfiguren wie der Titelheld, seine Frau und sein Boss. Daneben ergeben sich immer wieder neue Nebenfiguren, darunter auch chinesisch oder nicht-human klingende Sprecher.

|Musik|

Ja, es gibt durchaus Musik in diesem rasant inszenierten Hörspiel. Neben dem Dialog und den zahllosen Sounds bleibt auf der Tonspur auch ein wenig Platz für Musik. Sie ist wie zu erwarten recht dynamisch und flott, aber nicht zu militärisch – ganz besonders im Intro und in den Intermezzi.

Ganz am Schluss erklingt ein flottes Outro, das den Ausklang zu dieser Episode bildet, bevor es zu einer langsam Hintergrundmusik abbremst. Diese läuft während der langen Absage, bei der sämtliche Sprecher und, wo sinnvoll, ihre Rollen aufgezählt werden.

|Das Booklet|

Das Booklet bietet einen Überblick über die bereits erschienenen Folgen der Serie, über die Macher und über die Sprecher. Darüber hinaus gibt es jeweils Zusatzinformationen über das Generationenraumschiff: Was ist das überhaupt und wie sieht es aus? Sehr schön ist das die Risszeichnung der „Pilgrim 2000“. Zweck, Technik und Probleme dieses Schiffstyps werden eingehend erläutert. Es wurde 1929 von John Desmond Bernal erfunden, um interstellare Distanzen zu überwinden, und seit 1939 immer wieder in der SF-Literatur verwendet. Robert Heinlein, der Autor von „Universe“, hätte seine helle Freude daran.

_Unterm Strich_

Der zweite Teil der Doppelfolge um „Pilgrim 2000“ beantwortet nicht nur die im ersten Teil aufgeworfenen Fragen, sondern muss auch schildern, wie sich der Erkundungstrupp aus der Falle befreit, in die er unwissentlich getappt ist. Das erweist sich als schwieriger als erwartet. Schließlich geht es nur noch um Sekunden – ein richtiger Countdown. Das ist dramaturgisch wirkungsvoll aufgebaut und ausgeführt. So werden Action und Wissen aufs Unterhaltsamste verbunden.

|Das Hörbuch|

„Mark Brandis“ ist als Hörspiel professionell inszeniert, spannend, stellenweise actionreich und mitunter sogar bewegend.

Hinweis: Die Fortsetzung trägt den Titel „Akte illegal“.

|1 Audio-CD mit 56 Minuten Spieldauer
ISBN-13: 978-3829124379|
[www.folgenreich.de]http://www.folgenreich.de
[www.markbrandis.de]http://www.markbrandis.de
[www.interplanar.de]http://www.interplanar.de

_Mark Brandis bei |Buchwurm.info|:_
|Weltraumpartisanen|
Band 01: [„Bordbuch Delta VII“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6535
Band 02: [„Verrat auf der Venus“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6539
Band 03: [„Unternehmen Delphin“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6536
Band 04: [„Aufstand der Roboter“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6618
Band 05: [„Vorstoß zum Uranus“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6630
Band 06: [„Die Vollstrecker“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6636
Band 07: [„Testakte Kolibri“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6723
Band 08: [„Raumsonde Epsilon“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6781
Band 09: [„Salomon 76“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6723
Band 10: [„Aktenzeichen: Illegal“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6801
Band 11: [„Operation Sonnenfracht“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6802
Band 12: [„Alarm für die Erde“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6882
Band 13: [„Countdown für die Erde“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6908
Band 14: [„Kurier zum Mars“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6938
Band 15: [„Die lautlose Bombe“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6962

Mark Brandis: Pilgrim 2000. Teil 1 von 2 (Folge 13)

_|Mark Brandis| als Hörspiel:_
01 [„Bordbuch Delta VII“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=4995
02 [„Verrat auf der Venus“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=5013
03 [„Unternehmen Delphin“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=5524
04 [„Aufstand der Roboter“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=5986
05 [„Testakte Kolibri 1“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=5984
06 [„Testakte Kolibri 2“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=5985
07 [„Vorstoß zum Uranus 1“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6245
08 [„Vorstoß zum Uranus 2“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6246
09 [„Raumsonde Epsilon 1“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6467
10 [„Raumsonde Epsilon 2“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6468
11 „Die Vollstrecker 1“
12 „Die Vollstrecker 2“
13 „Pilgrim 2000 1“
14 _“Pilgrim 2000 2″_
15 „Aktenzeichen: Illegal“ (01.07.2011)
16 „Operation Sonnenfracht“ (01.07.2011)

_Die gescheiterte Arche Noah: spannender Überlebenskampf_

Man schreibt das Jahr 2127. Commander Mark Brandis und seine Crew befinden sich auf der erdabgewandten Seite der Sonne. Nach Reparaturen an einer Raumstation ist die HERMES auf dem Rückweg, als die Kommunikation ausfällt. Der lange Aufenthalt in der Nähe des Zentralgestirns hat die Sehfähigkeit der sechs Raumfahrer beeinträchtigt. Erst in 17 Tagen sollen sie wieder Kontakt mit der Erde erhalten. Doch dann taucht ein seit Jahrzehnten verschollenes Generationenraumschiff vor ihnen auf, und Brandis ergreift die Chance herauszufinden, ob noch jemand an Bord lebt … (abgewandelte Verlagsinfo)

_Der Autor_

Nikolai von Michalewsky (1931-2000) war bereits Kaffeepflanzer, Industriepolizist, Taucher und Journalist gewesen, als sein erster Roman 1958 veröffentlicht wurde. Am bekanntesten wurde er ab 1970 mit den Mark-Brandis-Büchern, der bis heute (nach |Perry Rhodan|) mit 31 Bänden erfolgreichsten deutschsprachigen SF-Reihe.

Seine konsequente Vorgehensweise, Probleme der Gegenwart im Kontext der Zukunft zu behandeln, trug Michalewskys Serie eine treue Leserschaft und hohe Auflagenzahlen ein. Seine besondere Zuneigung galt besonders dem Hörspiel. Er gehörte zu den meistbeschäftigten Kriminalhörspiel- und Schulfunkautoren Deutschlands. (Verlagsinfo)

_Die Sprecher/Die Inszenierung_

Die Macher und Regisseure sind Interplanar.de:
Joachim-C. Redeker: Sounddesign und Musik
Redeker und Balthasar von Weymarn: Produktion, Regie und Schnitt

Jochim-C. Redeker, geboren 1970, lebt seit 1992 in Hannover. Gelernt hat er das Produzieren in der SAE Frankfurt, seither arbeitet er als Tonmeister für Antenne Niedersachsen. An zwei Virtual Reality Projekten hat er als Sounddesigner gearbeitet. Er gibt Audio- und Hörspielseminare und arbeitet als Werbetexter und Werbesprecher für zahlreiche Unternehmen sowie für Kino- und Radiowerbung. Musikalisch betreut er neben seinen eigenen Projekten auch Jingle- und Imageproduktionen. Bereits 1988 brachte ihm eine frühe Hörspielarbeit mit Balthasar den Sonderpreis der Jury für akustische Qualität beim Maxell Momentaufnahmen Wettbewerb ein.

Balthasar von Weymarn, geboren 1968, lebt seit 2006 im Taunus bei Frankfurt. Ausgebildeter Dramaturg und Filmproduzent (Filmstudium Hamburg); arbeitet auch als Skriptdoktor, -autor und Ghostwriter für Unternehmen wie Bavaria Film, Odeon Pictures, Tandem Communications, Storyline Entertainment u.a.

Das Hörspielmanuskript schrieb Balthasar v. Weymarn nach dem gleichnamigen Roman von Nikolai von Michalewsky. Die Aufnahmeleitung lag in den Händen von Tommi Schneefuß und Sven-Michael Bluhm.

Die Rollen und ihre Sprecher:

Prolog: Wolf Frass
Commander Mark Brandis: Michael Lott
Dr. Rebecca Levy: Claudia Urbschat-Mingues
Bordsystem CORA: Mira Christine Mühlenhof
Lt. Pablo Torrente: Martin Keßler
Lt. Iwan Stroganow: Martin Wehrmann
Lt. Grigori Romen: David Nathan
Lt. Konstantinos Simopoulos: Gernot Endemann
Judith: Katarina Tomaschewsky
Melchior: Klaus Sonnenschein

_Hintergrund und Vorgeschichte_

Die „Mark Brandis“-Hörspielreihe begann 2005-2007 mit „Bordbuch Delta VII“. Inhaltlich unterscheidet sie sich in einigen wichtigen Punkten von den Büchern.

* Die Geschichten sind um 50 Jahre in die Zukunft verlegt, die Saga beginnt also 2119;
* Die Kürzel EAAU und VOR sind zu „die Union“ und „die Republiken“ geworden;

EAAU: Die Europäisch-Amerikanisch-Afrikanische Union (EAAU) ist ein transkontinentaler Staatenverbund und wurde als Zusammenschluss der drei Kontinente Europa, Amerika und Afrika ca. 1999 gegründet – ihr assoziiert ist Australien. Während Europa der Kontinent ist, der über die längste Tradition verfügt, haben sich Afrika und Amerika zu den industriell bedeutendsten Kontinenten entwickelt.
Flagge: ein Ring goldener Planeten um drei kleeblattartig angeordnete grüne Kontinente auf weißem Grund.
Hauptstadt: Metropolis

VOR: Die Vereinigten Orientalischen Republiken (VOR) sind ein transkontinentaler Staatenverbund und umfassen zwischen Ural und der Pazifikküste die asiatischen Staaten einschließlich Ozeaniens.
Flagge: zwei gekreuzte Mongolenschwerter vor einer gelb-roten Sonne.
Hauptstadt: Peking

|VEGA|

Die Strategische Raumflotte (SR) lagerte 2106 ihre Entwicklungsabteilung auf die Venus aus. Die zuständige Agentur ist die VEGA, kurz für Venus-Erde Gesellschaft für Astronautik, mit immerhin 8000 Mitarbeitern. Direktor der VEGA ist seit 2122 der ehemalige Major (SR) und Commander (VEGA) John Harris. Die Routen der Testflüge für die Neuentwicklungen sind streng geheim, da die Prototypen als begehrte Beute sowohl für die Vereinigten Orientalischen Republiken (VOR) und die Europäisch-Amerikanisch-Afrikanische Union (EAAU), aber auch für Raumpiraten gelten. Offiziell gilt die VEGA als neutral, aber ihre Auftraggeber waren bislang immer die SR und die Raumfahrtbehörde der Union.

_Handlung_

Mark Brandis ächzt und stöhnt – so eine Operation am offenen Sehnerv ist nichts für schwache Männer! Er hat sich durch die Nähe zu unserem Zentralgestirn eine Sonnenblindheit zugezogen, und jetzt muss die attraktive Dr. Levy seine Augen wiederherstellen. Captain Brandis und sein Commander Romen flachsen dennoch herum.

Währenddessen sitzt Lt. Torrente am Steuer der HERMES. Sie haben den Auftrag, eine Raumstation vor dem Sturz in die Sonne zu bewahren, denn Ressourcen sind knapp. Allerdings bedeutet die Nähe zur Sonne nicht nur Gefahr für die Augen, sondern Funkstille für die nächsten 17 Tage. Da entdeckt Torrente ein UFO!

Das Unbekannte Flugobjekt ist zylinderförmig. Ungläubig starrt Torrente es an – das kann nicht sein! Es handelt sich um ein acht Kilometer langes Raumschiff mit einem gigantischen Durchmesser: zwei Kilometer. Wo wurde denn sowas gebaut?

Brandis befiehlt Annäherung und Klar Schiff zum Gefecht. Man kann ja nie wissen. Noch 50 Ka-Emm. Stroganoff sagt fassungslos: „Das ist die Pilgrim 2000.“ Bordcomputer CORA berichtet, der Schiffsmotor sei inaktiv, was bedeutet, dass dieses Raumschiff binnen vier Tagen in die Sonne stürzen wird. Nun lautet die Frage: Ist irgendjemand an Bord, den sie vor diesem feurigen Tod bewahren müssen?

Lt. Simopoulos berichtet, dass die Pilgrim 2000 vor 60 Jahren als Generationenraumschiff gebaut wurde, um zur nächstgelegenen Sonne Proxima Centauri zu fliegen. An Bord befanden sich Wohlhabende und Wissenschaftler, die eine Arche aus Modulen zusammenbauten. Seltsamerweise verfügt das Schiff über keine Fähren. Doch jetzt meldet sich niemand auf Kontaktversuche.

Mit maximalen Sicherheitsvorkehrungen begeben sich Brandis und Co. per Shuttle an Bord der „Pilgrim“. Sobald sie die zwei Schleusen passiert haben, stehen sie in einer grünen Wunderwelt. Raumanzüge ablegen und kundschaften, weist Brandis seine Begleiter an. Alles sieht friedlich aus, doch das bleibt nicht lange so. Sie treffen eine Riesenratte an, doch sie scheint keine aggressive Mutation zu sein. Als sie eine Siedlung erreichen, werden sie mit Pfeilen beschossen, die Romen niederstrecken. Alles in Deckung!

_Mein Eindruck_

In dieser Doppelfolge wirft der Autor Licht auf ein weiteres Standardmotiv der spekulativen Zukunftsliteratur. Dieser Schiffstyp wurde 1929 von John Desmond Bernal erfunden, um interstellare Distanzen zu überwinden. Seit 1939 wurde diese Idee immer wieder in der SF-Literatur verwendet. Robert A. Heinlein, der Autor von „Universe“, verarbeitete die Idee mehrfach, ebenso weitere Autoren wie zuletzt Gene Wolfe in seinen Zyklen über die Lange Sonne und die Kurze Sonne.

Michalewsky zeigt uns eine Welt, die einen utopischen Traum umsetzt: eine autarke Welt, die sich Jahrhunderte lang durch den leeren Raum bewegen soll. Natürlich treten dabei vielfache probleme der Steuerung und Aufrechterhaltung dieser künstlichen Welt auf, angefangen bei der künstlichen Schwerkraft über die Fortpflanzung und gesellschaftliche Organisation der Bewohner bis hin zur Lebensmittelproduktion und Navigation.

Selbst dem blutigen Laien dürfte schnell klarwerden, wo die Bruchstellen dieser Konstruktion liegen: So etwa in der Kooperation zwischen den Leuten, die das Schiff lenken und die Maschinen steuern einerseits sowie den Leuten, die es sich hier einfach nur lange Zeit gutgehen lassen wollen, weil sie ja ein sauteures Ticket bezahlt haben. Die „Pilgrim 2000“ ist ausnahmsweise kein Siedlerschiff, das eine fremde Welt kolonisieren soll. Das ist wahrscheinlich der fundamentale Fehler: Die Passagiere haben eine andere Zielvorstellung als die Mannschaft.

Im zweiten Teil findet Mark Brandis viel mehr darüber heraus. Doch in Teil 1 stößt er lediglich auf zwei menschliche Bewohner. Der Erste ist die letzte Siedlerin namens Judith, mittlerweile eine sehr alte Frau, die als kleines Mädchen eine von Kriegen zerrissene Welt verließ. Doch was sie erzählt, macht Brandis besorgt: Sie darf nur ein Viertel ihrer Ernte behalten. Den Rest liefert sie an einer Opferstätte einem unbekannten Wesen ab, das sie nur IHN nennt. Und damit ist der zweite Bewohner dieser einsamen Welt gemeint. Doch was hat sich Brandis unter IHM vorzustellen?

_Die Sprecher/Die Inszenierung_

Die Geräuschkulisse erstaunt den Hörer mit einer Vielzahl mehr oder weniger futuristischer Töne, so etwa die Triebwerke der HERMES oder das Öffnen und Schließen ihrer Luken und Schleuse. Doch wenn man ein Fan von SF-Fernsehserien ist, dann dürfte einen dies nicht gerade umhauen, sondern eher ganz normal vorkommen. Vor allem das Dröhnen, Zischen und Jaulen von Düsen ist regelmäßig zu hören, was ja auch naheliegt.

Ungewöhnlich sind eher Sounds, die an das Brutzeln von Eier erinnern, an stockende Sounds – das lässt aufhorchen. Hier haben die Macher dazugelernt. Der gute Sound trägt dazu bei, den Hörer direkt ins Geschehen hineinzuversetzen, und das kann man von den wenigsten SF-Fernsehserien behaupten. Auch das Design von verzerrten Meldungen ist ähnlich professionell gehandhabt. Ein Satz kann mittendrin seine Klangcharakteristik ändern – faszinierend.

Einen Großteil der Sounds in dieser Episode werden von natürlichen Dingen erzeugt, so etwa von Vögeln – oder von mutierten Riesenratten. Allerdings kommen auch Pfeilschüsse gut zur Geltung. Besonders verliebt waren die Toningenieure in das BUMM der Handgranaten, die Brandis und seine Getreuen werfen, um die Ratten abzuwehren. Die Explosionen sind mit viel Liebe gestaltet. Andererseits sind sie zu kurz, um eine militaristische Ader der Sounddeisgner zu verraten.

Die meisten SF-Serien wie etwa „Classic Star Trek“ oder „Raumpatrouille Orion“ sind viel zu alt für solchen Sound, und „Babylon 5“ oder „Andromeda“ klingen zwar toll, spielen aber in abgelegenen Raumgegenden, wo irdische Ereignisse kaum eine Rolle spielen. Dadurch hebt sich „Mark Brandis“ im Hörspiel bemerkenswert von solchen TV-Produktionen ab, von SF-Hörspielen ganz zu schweigen. Nur Lübbes „Perry Rhodan“ kann in dieser Liga mitspielen.

|Die Sprecher|

Die Sprecher erfüllen ihre Aufgabe zu meiner Zufriedenheit. Es handelt sich um die immer wieder in der Serie auftauchenden Hauptfiguren wie der Titelheld, seine Frau und sein Boss. Daneben ergeben sich immer wieder neue Nebenfiguren, darunter auch chinesisch oder nicht-human klingende Sprecher.

|Musik|

Ja, es gibt durchaus Musik in diesem rasant inszenierten Hörspiel. Neben dem Dialog und den zahllosen Sounds bleibt auf der Tonspur auch ein wenig Platz für Musik. Sie ist wie zu erwarten recht dynamisch und flott, aber nicht zu militärisch – ganz besonders im Intro und in den Intermezzi. Ganz am Schluss erklingt ein flottes Outro, das den Ausklang zu dieser Episode bildet, bevor es zu einer langsam Hintergrundmusik abbremst. Diese läuft während der langen Absage, bei der sämtliche Sprecher und, wo sinnvoll, ihre Rollen aufgezählt werden.

|Das Booklet|

Das Booklet bietet einen Überblick über die bereits erschienenen Folgen der Serie, über die Macher und über die Sprecher. Darüber hinaus gibt es jeweils Zusatzinformationen, so etwa über Rebecca Levy (geb. 2100 in Heidelberg, Ritterin des Johanniterordens seit 2125 bei der VEA als Exobiologin) und Pablo Torrente (geb 2093 auf der Venus, E-Bioniker, Messerwerfer und Nahkampfexperte, Kenntnisse süd-indianischer Spiritualität).

_Unterm Strich_

Ähnlich wie manche Handlungsstränge der „Perry Rhodan“-Hörspiele, greift auch die „Mark Brandis“-Serie politische Themen auf statt nun auf die Karte der abenteuerlichen Erforschung fremder Welten zu setzen. Das finde ich schon mal sehr löblich, denn so kann der Hörer die gezeigten Vorgänge mit seinen eigenen sozialen und politischen Verhältnissen vergleichen und sie, mit etwas Verstand, auch kritisch bewerten.

In dieser Doppelfolge kommt die Idee eines Raumschiffs zum Tragen, das über Generationen hinweg zum nächsten Stern fliegt. Dass dies eine ziemliche Schnapsidee ist, zeigt sich, als Mark Brandis und seine Crew ein solches Raumschiff im Endstadium seines Lebens entdecken. Niemand scheint in dieser künstliche Arche noch am Leben zu sein – wo sind all die Siedler geblieben?

Statt einer freundlichen Begrüßung durch ein Empfangskomitee erleiden die Mitglieder des Erkundungstrupps eine feindselige Attacke nach der anderen und machen schließlich Bekanntschaft mit einem gottähnlichen Überwesen, wie es scheint: Eine telepathische Stimme in Brandis‘ Kopf fordert Unterwerfung und Gehorsam. Ob sie diesem Herrscher über die Ratten entkommen können, wird die zweite Hälfte dieses Hörspiels erweisen.

Ich kannte die Grundidee natürlich von Heinleins Geschichten her. Es handelt sich um ein Standardmotiv in der Sciencefiction. Dennoch macht der deutsche Autor etwas Eigenständiges daraus und entwirft ein ansprechendes, wenn auch nicht umwerfendes Szenario an Bord der „Pilgrim 2000“.

|Das Hörbuch|

„Mark Brandis“ ist als Hörspiel professionell inszeniert, spannend, stellenweise actionreich und mitunter sogar bewegend. Im Unterschied zu den ersten Folgen wurden nun mindestens zwei größere Dialogszenen eingebaut, die mir sehr gut gefallen haben. Sie charakterisieren besonders Mark Brandis als einen moral- und verantwortungsbewussten Erwachsenen, der auch mal seine Fehler korrigieren kann.

Dies ist beruhigend weit entfernt von Kinderkram und rückt die Serie in die Nähe der POE-Hörspiele, die mir fast durchweg gut gefallen. In zehn Jahren wird man diese Serie als Vorbild für eine gelungene SF-Serie aus deutschen Landen auf gleicher Höhe mit „Perry Rhodan“ setzen. Und die Sammler werden sich die Finger danach lecken.

Gut finde ich, dass Universal Music den Vertrieb übernommen hat. Dadurch ist der Fortbestand der Serie gesichert. Und nun kann man sich mit David Nathan (bekannt als „Johnny Depp“) und anderen auch namhafte Synchronsprecher leisten, die ein wenig (?) mehr kosten als die bisher eingesetzten. Das kommt dem Wiedererkennungs- und Unterhaltungswert der Serie nur zugute – und natürlich auch dem Sammler.

Hinweis: Fortsetzung in Teil 2.

|1 Audio-CD mit 53 Minuten Spieldauer
ISBN-13: 978-3-8291-2436-2|
[www.folgenreich.de]http://www.folgenreich.de
[www.markbrandis.de]http://www.markbrandis.de
[www.interplanar.de]http://www.interplanar.de

_Mark Brandis bei |Buchwurm.info|:_
|Weltraumpartisanen|
Band 01: [„Bordbuch Delta VII“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6535
Band 02: [„Verrat auf der Venus“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6539
Band 03: [„Unternehmen Delphin“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6536
Band 04: [„Aufstand der Roboter“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6618
Band 05: [„Vorstoß zum Uranus“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6630
Band 06: [„Die Vollstrecker“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6636
Band 07: [„Testakte Kolibri“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6723
Band 08: [„Raumsonde Epsilon“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6781
Band 09: [„Salomon 76“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6723
Band 10: [„Aktenzeichen: Illegal“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6801
Band 11: [„Operation Sonnenfracht“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6802
Band 12: [„Alarm für die Erde“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6882
Band 13: [„Countdown für die Erde“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6908
Band 14: [„Kurier zum Mars“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6938
Band 15: [„Die lautlose Bombe“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6962

Mark Brandis – Bordbuch Delta VII (Folge 1)

Unsere Jungs im All: Verteidiger der Freiheit

Anfang des 22. Jahrhunderts bedroht der Putsch des Generals Gordon B. Smith aus Texas die Union Europas, Amerikas und Afrikas. Der deutsche Testpilot Mark Brandis fliegt für die neutrale Venus-Erde-Gesellschaft für Astronautik (VEGA) den Prototypen Delta VII – ein Raumschiff, das mit einem revolutionär schnellen Antrieb ausgestattet ist. Er und die anderen Mitglieder der kleinen Mannschaft unter Commander Harris kehren nach wochenlangem Testflug in eine veränderte Welt zurück …

Mark Brandis – Bordbuch Delta VII (Folge 1) weiterlesen