Schlagwort-Archive: Penguin

[NEWS] Megan Miranda – Das Sommerhaus

Es ist das letzte Wochenende des Sommers, bevor die wohlhabenden Feriengäste das Küstenstädtchen Littleport wieder verlassen und der Ort in seinen düsteren Winterschlaf fällt. Die Freundinnen Sadie und Avery wollen zusammen auf eine Party gehen – doch Sadie taucht nie dort auf. Noch in der gleichen Nacht wird ihre Leiche an die rauen Klippen gespült. Für Avery bricht eine Welt zusammen. Sadie war ihr Anker, als sie ihre Eltern und kurz darauf ihre Großmutter verlor. Die Polizei legt den Fall bald als Selbstmord zu den Akten. Doch Avery stößt auf Beweise, dass Sadie umgebracht wurde – nur deuten sie alle auf sie selbst als Täterin hin. Versucht ihr jemand die Schuld an Sadies Tod anzuhängen? Der Sommer ist vorbei, und ein Sturm zieht auf über Littleport, Maine … (Verlagsinfo)


Taschenbuch ‏ : ‎ 400 Seiten
Penguin

Sian Gilbert – Sie hat angefangen

Inhalt

Auf dem Gymnasium waren Annabel, Esther, Tanya and Chloe beste Freundinnen und teilten jedes Geheimnis. Mittlerweile sind die vier nur noch lose in Kontakt – bis eine unerwartete Einladung sie wieder zusammenbringt: Ihre frühere Mitschülerin Poppy lädt die jungen Frauen zu ihrer Hen Party in die Karibik ein. Und das, obwohl keine der vier mit Poppy in Verbindung geblieben ist. Tatsächlich war das scheue Mädchen stets die Außenseiterin der Clique und wurde von den anderen sogar gemobbt. Offenbar vergeben und vergessen. Warum sonst sollte sie jetzt mit ihnen auf einer exklusiven Privatinsel eine glamouröse Party feiern wollen? Leichtfertig nehmen sie die Einladung an. Doch sie haben Poppy unterschätzt: Gnadenlos enthüllt sie alte wie neue Sünden, und die tropische Idylle wird zum blutigen Albtraum … (Verlagsinfo)

Mein Eindruck:

“Sie hat angefangen” ist ein fesselnder, ereignis- sowie temporeicher Thriller voller Sonne, Strand und Tod, denn dieser Junggesellinnenabschied in der Karibik ist ein Rachefeldzug: Als die Verwalterin der Privatinsel die fünf Frauen nach der 4-tägigen Hen Party abholen will, sieht sie am Strand nur die Braut, sie ist blutüberströmt und sagt: Sie hat angefangen… Sian Gilbert – Sie hat angefangen weiterlesen

[NEWS] Carley Fortune – Nächsten Sommer am See

Romantische Blockhütten am Ufer, Tretboote auf dem glitzernden Wasser und Sonnenuntergänge am See: Fern kann immer noch nicht fassen, dass ihre verstorbene Mutter ihr das Ferienresort am kanadischen Smoke Lake vererbt hat. Ein Ort, der sie an die Sommer ihrer Kindheit und an ihre Jugendliebe erinnert. Und gleichzeitig an den größten Schmerz. Als hätte sie nicht damit nicht genug zu kämpfen, betritt plötzlich der Mann das Resort, den sie vergeblich versucht aus ihrer Erinnerung zu verbannen. Will Baxter, mit dem sie vor zehn Jahren einen einzigen Sommertag verbracht hat – den aufregendsten ihres Lebens. Ein Tag, der mit einem Versprechen endete, das er jedoch nie eingelöst hat. Fern kann nicht glauben, dass ausgerechnet er ihr helfen soll, das Resort finanziell zu retten. Und dass Will noch immer diese Wirkung auf sie hat, die ihr den Atem raubt. Mit einem Schlag sind all die intensiven Gefühle von damals wieder da – doch Will kommt ganze neun Jahre zu spät … (Verlagsinfo)


Taschenbuch ‏ : ‎ 448 Seiten
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[NEWS] Jette Martens – Sommerglück auf dem Strandrosenhof (Eine Liebe an der Ostsee 2)

Nicole kann sich nicht sattsehen an der funkelnden Ostsee, die sich bis zum Horizont vor ihr ausbreitet. Nur in den Dünen empfindet sie kurze Momente des Glücks, die sie von ihrem privaten Kummer ablenken: Immer mehr flüchtet sie sich in ihre Arbeit in der Küche des Strandrosenhofs, da ihr in ihrer aktuellen Beziehung etwas fehlt. Das wird ihr umso mehr bewusst, als sie Arne auf dem Hof trifft – einen Meeresbiologen, der das Verhalten von Schweinswalen erforscht, und dessen einnehmende Art sie sofort neugierig machen. Und als er ihr mehr über die Geheimnisse der Meeresbewohner erzählt und von einem ungeheuren Verdacht berichtet, beginnt es in ihr zu kribbeln. Lange ist es her, dass sie diese Art von Anziehung gespürt hat. Doch während Nicole vorsichtig wagt, auf eine Zukunft zu hoffen, hält Arne an der Vergangenheit fest … (Verlagsinfo)


Taschenbuch ‏ : ‎ 352 Seiten
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Liz Webb – Das Waldhaus

Inhalt

Als die 37-jährige Hannah in ihr Elternhaus nach London zurückkehrt, um ihren schwer dementen Vater zu versorgen, erwartet sie eine Überraschung. Er hält sie fälschlicherweise für ihre Mutter, die vor Jahren unter mysteriösen Umständen starb. Hannah steht unter Schock, vor allem weil ihr Vater sie immer wieder um Verzeihung bittet. Weiß er doch mehr über den Tod ihrer Mutter, als er damals zugeben wollte? Ist er vielleicht sogar schuld daran? Um die Wahrheit herauszufinden, schlüpft Hannah mehr und mehr in die Rolle ihrer Mutter und ahnt nicht, dass sie damit die düsteren Ereignisse der Vergangenheit unabwendbar heraufbeschwört … (Verlagsinfo)

Mein Eindruck:

Die greifbar beklemmende Atmosphäre und die faszinierend verstörende Protagonistin stimmen auf die düsteren Themen der Handlung ein: Geistiger sowie körperlicher Verfall, destruktives Verhalten, eine zerrüttete Familie. Dann ist da noch ein unaufgeklärter Mord, und der sorgt für Spannung! Liz Webb – Das Waldhaus weiterlesen

C. L. Miller – Der falsche Vogel

Inhalt

Ein plötzlicher Todesfall ruft Freya Lockwood in ihre alte Heimat zurück. Ihr früherer Mentor Arthur Crockleford wurde tot in seinem Antiquitätenladen aufgefunden. Doch er hat sein gewaltsames Ableben kommen sehen und handfeste Hinweise auf seinen Killer hinterlassen, dazu eine schaurige Warnung: Schafft Freya es nicht, seinen Tod aufzuklären, wird sie das nächste Opfer! Während sie Arthurs Spuren auf ein Landgut voller Antiquitäten und zwielichtiger Experten folgt, wird Freya klar, in welcher Gefahr sie schwebt. Denn selbst wenn so mancher Schatz gefälscht ist, die Gauner und Ganoven dort sind vollkommen echt – und ihre Absichten absolut mörderisch. (Verlagsinfo)

Mein Eindruck:

Freya wird zu einem Neuanfang gezwungen: Ihre Tochter Jade ist ausgezogen und sie muss es ihr gleichtun, da ihr Ex-Mann das Haus, in dem sie mit Jade bis zu deren Volljährigkeit wohnen durfte, zum Verkauf anbietet. Sie wehrt sich gegen den vor ihr liegenden neuen Lebensabschnitt – sie ignoriert den Makler und sieht sich Antiquitäten in einem Museum an. Da kommt der Ruf, der sie in ihr Heimatdorf Little Meddington führt, gerade recht, oder? C. L. Miller – Der falsche Vogel weiterlesen

Nicci French – Blutsbande

Inhalt

1990, in einer alten Scheune mitten in der weiten, sumpfigen Landschaft der englischen Ostküste: Die Einwohner des nahegelegenen Dorfs versammeln sich zu einer Geburtstagsfeier. Nur die Frau des Jubilars fehlt. Niemand scheint sich echte Sorgen um die freiheitsliebende, impulsive Charlotte zu machen – einzig ihre Tochter Etty fürchtet, dass ihrer Mutter etwas Schreckliches zugestoßen sein könnte. Wenig später wird die Leiche eines Dorfbewohners im Fluss gefunden. Und Charlotte bleibt vermisst.

Viele Jahre später kehrt Etty an den Ort ihrer Kindheit zurück, um ihr Elternhaus auszuräumen, weil der Vater in ein Pflegeheim muss. Die Ereignisse von damals haben die Familie zerrüttet. Als im Dorf erneut ein furchtbares Verbrechen geschieht, wird Detective Maud O’Connor mit dem Fall beauftragt. Bei ihren Ermittlungen stößt sie auf Hinweise, die in die Vergangenheit führen – und auf eine Mauer des Schweigens. Denn niemand hat Charlotte jemals wieder gesehen … (Verlagsinfo)

Mein Eindruck:

“Blutsbande” ist von Anfang an atmosphärisch und unheilvoll, ich fand allerdings, dass sich die Schilderungen rund um das Verschwinden von Charlotte, die von allen Charlie genannt wird, ziehen. Für mich wurde die Handlung erst nach mehreren Kapiteln interessant: Anspielungen auf Ehebruch, mysteriöse Entdeckungen, eine schwerwiegende Lüge sowie das Auftauchen einer Leiche machten mich schließlich neugierig auf den weiteren Verlauf der Geschichte! Nicci French – Blutsbande weiterlesen

Ellen Sandberg – Keine Reue

Barbara Maienfeld wohnt zusammen mit ihrem Mann Gernot in einer schönen Stuttgarter Altbauwohnung – leisten konnten sie das durch das üppige Erbe ihrer Eltern. Doch nun liegt ein letztes Schreiben der Bank auf ihrem Tisch – die beiden sind mit den Kreditraten ins Hintertreffen geraten und stehen vor dem finanziellen Ruin. Und dennoch geben sie weiterhin das (nicht vorhandene) Geld mit vollen Händen aus. So fragen sie ihre Kinder, ob sie helfen können.

Eigentlich klingt das nachvollziehbar – doch vor dem Hintergrund der Familiengeschichte Maienfeld auch wiederum komplett abstrus. Denn Barbara und Gernot waren mitnichten die liebenden und fürsorglichen Eltern, stattdessen musste ihr Sohn Ben schon von früh auf für seine Geschwister sorgen und die Elternrolle übernehmen. Barbara und Gernot dagegen haben sich schon damals einzig um sich selbst gekümmert. Die Kinder waren eigentlich nur ein „Unfall“ und niemals geplant.

Also bleibt nur eine Lösung, um die finanziellen Probleme zu lösen. Die beiden müssen sich bei alten Bekannten melden – zwei Menschen, die seit vielen Jahren im Untergrund leben und die Tür aufstoßen zu Ereignissen, die Barbara und Gernot lieber vergessen möchten…
Ellen Sandberg – Keine Reue weiterlesen

Ulf Kvensler – Der Ausflug

Inhalt

Jeden Sommer fahren die Anwältin Anna, ihr Verlobter Henrik und ihre beste Freundin Melina in den Norden Schwedens, um beim Wandern in der wilden Natur den Stockholmer Alltag zu vergessen. Doch dieses Jahr hat sich Melinas neuer Freund, Jakob, der Gruppe angeschlossen. Er schlägt vor, von der ursprünglichen Route abzuweichen und stattdessen in den wilden, einsamen Nationalpark Sarek zu wandern. Schon bald wird klar, dass die Tour alles andere wird als ein gemütlicher Ausflug unter Freunden. Jakob stiftet die Gruppe zu immer weiteren, gefährlicheren Herausforderungen an. Auch die Dynamik zwischen ihnen ändert sich – lang unterdrückte Vorwürfe und Geheimnisse kommen ans Licht, die Nerven liegen blank. Bald geht es nur noch um eines: Wer wird nach Hause zurückkehren? (Verlagsinfo)

Mein Eindruck:

“Der Ausflug” ist von Anfang an packend, denn die angespannte Stimmung, die aufgrund der vielen kleinen und großen Unstimmigkeiten zwischen den Figuren herrscht, entsteht bereits während des 1. Kapitels, und wird zusehends bedrohlicher. Ulf Kvensler – Der Ausflug weiterlesen

Megan Miranda – Der Pfad

Inhalt

Ein abgeschiedenes Dorf im Schatten mächtiger Berggipfel: Seit zehn Jahren lebt Abby in Cutter’s Pass, North Carolina. Längst fühlt sie sich heimisch, obwohl der eigentlich so idyllische Ort ein düsteres Geheimnis hütet – seit Jahren verschwinden hier Wanderer spurlos im Gebirge. Als wäre der Ort verflucht. Dann taucht in einer stürmischen Gewitternacht plötzlich ein Fremder in Cutter’s Pass auf: Trey West ist gekommen, um herauszufinden, was damals mit seinem Bruder geschah. Denn auch er kehrte von jenem berüchtigten Pfad in die Wildnis niemals zurück. Je tiefer sich Abby in Treys Recherchen hineinziehen lässt, desto deutlicher merkt sie, wie die Dorfbewohner zusammenrücken und eine Mauer des Schweigens um sich errichten. Und bald muss sich Abby fragen, wie gut sie ihre Nachbarn tatsächlich kennt – und ob die Gefahr wirklich in den Bergen lauert. Oder nicht vielleicht dort, wo man sich eigentlich in Sicherheit wähnt … (Verlagsinfo)

Mein Eindruck:

“Der Pfad” verströmt von Anfang an eine greifbar mysteriöse, unheilvolle Atmosphäre und die hoch sympathische Abby, die vor Empathie, diplomatischem Geschick sowie Tatkraft nur so strotzt, schildert ihre Eindrücke (aus der Ich-Perspektive) mit viel Scharfsinn. Die anfangs eher ruhigen Geschehnisse werden bereits nach wenigen Kapiteln ereignis- und abwechslungsreich sowie spannend. Megan Miranda – Der Pfad weiterlesen

Megan Miranda – Der Pfad. Thriller

Der Pfad der Verschwundenen

Ein gefährlicher Pfad in den Bergen. Sieben verschwundene Menschen. Ein Dorf, das sich in Schweigen hüllt.

Ein abgeschiedenes Dorf im Schatten mächtiger Berggipfel: Seit zehn Jahren lebt Abby in Cutter’s Pass, North Carolina. Längst fühlt sie sich heimisch, obwohl der eigentlich so idyllische Ort ein düsteres Geheimnis hütet – seit Jahren verschwinden hier Wanderer spurlos im Gebirge. Als wäre der Ort verflucht. Dann taucht in einer stürmischen Gewitternacht plötzlich ein Fremder in Cutter’s Pass auf: Trey West ist gekommen, um herauszufinden, was damals mit seinem Bruder geschah. Denn auch er kehrte von jenem berüchtigten Pfad in die Wildnis niemals zurück. Je tiefer sich Abby in Treys Recherchen hineinziehen lässt, desto deutlicher merkt sie, wie die Dorfbewohner zusammenrücken und eine Mauer des Schweigens um sich errichten. Und bald muss sich Abby fragen, wie gut sie ihre Nachbarn tatsächlich kennt – und ob die Gefahr wirklich in den Bergen lauert. Oder nicht vielleicht dort, wo man sich eigentlich in Sicherheit wähnt … (Verlagsinfo)

Die Autorin
Megan Miranda – Der Pfad. Thriller weiterlesen

Fabio Genovesi – Vom Mut, das Glück zu suchen

Fabio ist 24 Jahre alt und hat große Pläne für den Sommer 1998: Er möchte nach Sevilla und mit seinen Freunden dort die Nächte durchfeiern. Und er möchte dort endlich seine Unschuld verlieren. Er packt bereits seinen Koffer und hat schon das Päckchen Kondome besorgt, als er wichtige Post bekommt: Statt Partynächten in Sevilla wird er als Kriegsdienstverweigerer in die Apuanischen Alpen geschickt, um dort als Erzieher zu arbeiten.

Dort angekommen stellt er aber fest, dass es in dem Kloster keine Kinder mehr gibt, die er erziehen könnte. Stattdessen gibt es einen alten, grummeligen Direktor, der sein Bett nicht mehr verlässt und den Fabio fortan einmal wöchentlich waschen muss. Nur langsam kommen die beiden ins Gespräch – und hierbei hilft Marco Pantani, der 1998 nicht nur den Giro d’Italia gewonnen hat, sondern auch die Tour de France. Während Fabio und der alte Priester am Fernseher den einzelnen Etappen gespannt zuschauen, kommen sie ins Gespräch und versuchen, den Sinn des Lebens zu ergründen.

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Lia Louis – Unser Lied für immer

Worum geht’s?

Musik bedeutet für Natalie so viel mehr als nur eine schöne Melodie, zu der man tanzen oder singen kann. Vor allem seit dem viel zu frühen Tod ihres Ehemanns Russ spendet die Musik ihr einmal mehr Trost. Sie verarbeitet sogar ihre Trauer durch das Klavierspielen. Zweimal wöchentlich setzt sie sich an das Londoner Bahnhofsklavier und ist in dieser Zeit ganz bei ihrem geliebten Russ. Als sie eines Tages im Deckel des Klavierstuhls Notenblätter findet, traut sie ihren Augen kaum. Denn es sind die Noten zu den Liedern, die sie immer für ihren Mann gespielt hat und die nur er kennen kann. Hat er ihr etwa versteckte Botschaften hinterlassen? Oder handelt es sich einfach nur um einen unglaublichen Zufall?

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M. L. Rio – If we were villains. Wenn aus Freunden Feinde werden…

Inhalt

Herbstsemester 1997, Dellecher College in Illinois: Oliver ist  Schauspielstudent im letzten Jahr. Er und sechs weitere Studierende stehen sich so nah wie Geschwister und sie sind besessen von der Schauspielerei sowie den Shakespeare-Stücken, die sie aufführen. Die Rollen, die sie auf der Bühne verkörpern, unterscheiden sich kaum von denen im wahren Leben: Der aggressive Herrscher, der mittelmäßige Mitläufer, die unwiderstehliche Venus, der schöne Held, der hedonistische Schurke, die liebenswerte Naive und die Wandelbare.

Imitiert die Kunst das Leben oder das Leben die Kunst? Als sich eines Nachts gleich mehrere theaterwürdige Tragödien ereignen, muss sich die Truppe dieser Frage stellen.
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Blake Crouch – Upgrade

Einige Jahre in der Zukunft wird die Erde von einer umfassenden Hungersnot heimgesucht worden sein. Milliarden Menschen werden an ihren Folgen zugrunde gehen. Und Logan Ramsey ist der Sohn jener Frau, deren Genie für die Hungersnot verantwortlich ist. Nun arbeitet er für eine Firma, deren Aufgabe es ist, ungenehmigte genetische Forschung und Entwicklung hart zu bekämpfen, mit Mitteln, die an Geheimdienste aus Actionfilmen erinnern – und das aus dem erdrückenden Verantwortungsgefühl für die Schuld seiner Mutter heraus, deren gentherapeutische Eingriffe die Hungersnot heraufbeschwor.

Bis er eines Tages Opfer eines Hinterhalts wird, der perfekt auf ihn zugeschnitten ist und ihn mit einem Virus infiziert. Ein Virus, das eine umfassende Gentherapie bei ihm auslöst, ein Umschreiben seines Genoms. Er merkt nach einer mehrere Tage anhaltenden Grippe, dass er sich in allen Details an jedwedes Schriftstück erinnern kann, das er je gelesen hat. Damit beginnt es.

Er wird geistig aufgewertet, intelligenter, körperlich und geistig übermenschlich befähigt – zu dem Preis seiner Emotionalität und Sozialität.
Der Mensch, zu dem er sich entwickelt, ist nicht fähig, mit seiner geliebten Familie zu leben. Er ist zu unglaublichen Leistungen fähig, und damit schnell selbst Ziel seines bisherigen Arbeitgebers und des Militärs.

Welcher Zweck verbirgt sich dahinter? Er liest in sich die Handschrift seiner Mutter, die eigentlich verstorben sein sollte. So macht er sich auf die Suche, und was er findet, erschüttert die Grundfesten allen menschlichen Lebens und stellt ihn vor eine einsame Entscheidung.

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Robert B. Parker – Now & Then / Der gute Terrorist (Spenser 35)

Der Terrorist und der American Dream

Als Dennis Doherty sein Büro betritt, weiß Spenser sofort, dass etwas nicht stimmt. Spenser ist aber einverstanden, als Doherty ihn bittet, dem verdächtigen Verhalten seiner Frau Jordan auf den Grund zu gehen. Ein Auftrag ist ein Auftrag. Ein paar Tage später jedoch bricht die Hölle los und drei Menschen sind tot. Jordans Exgeliebter leitet eine Gruppe, die bei der Finanzierung von Terroristen behilflich ist. Spenser muss seine sämtlichen Verbindungen nutzen, legale wie illegale, um die Wahrheit aufzudecken.

Die deutsche Übersetzung trägt den Titel „Der gute Terrorist“ (2008 bei Pendragon).

Der Autor

Der US-Autor Robert B. Parker, geboren 1932, gehörte zu den Topverdienern im Krimigeschäft, aber auch zu den fleißigsten Autoren “ er hat bis zu seinem unerwarteten Tod im Januar 2010 über 60 Romane veröffentlicht. Am bekanntesten sind neben der „Spenser“-Reihe wohl seine neun „Jesse Stone“-Krimis, denn deren Verfilmung mit Tom Selleck in der Titelrolle wurde vom ZDF gezeigt. Der ehemalige Professor für Amerikanische Literatur Robert B. Parker lebte mit seiner Frau Joan in Boston, Massachusetts, und dort oder in der Nähe spielen viele seiner Krimis.

Außerdem schrieb Parker ein Sequel zu Raymond Chandlers verfilmtem Klassiker „The Big Sleep“ (mit Bogart und Bacall) und mit „Poodle Springs“ einen unvollendeten Chandler-Krimi zu Ende. „Gunman’s Rhapsody“ ist seine Nacherzählung der Schießerei am O.K. Corral mit Wyatt Earp und Doc Holliday, ein klassischer Western.

Handlung

Dennis Doherty liebt seine Frau Jordan Richmond wirklich, doch in letzter Zeit findet er ihre langen Abwesenheiten vom gemeinsamen Heim ungewöhnlich – und verdächtig. Er engagiert Spenser, um sie zu überwachen und herauszufinden, ob sie ihm untreu ist. Für den Privatdetektiv ist dieser Alltagsjob ein Klacks. Denkt er. Falsch gedacht.

Nichts leichter, als der Dozentin Jordan Richmond von der Universität zu ihrem Date mit ihrem Lover zu folgen. Sie trifft sich mit einem gutaussehenden Kerl, der, wie sich zeigt, ebenfalls an ihrer Uni lehrt: Perry Alderson. Nach dem Rendezvous geht sie regelmäßig mit ihm in sein Apartment, von wo sie Stunden später zu ihrem Männe ins traute Heim zurückkehrt.

Soweit so schlecht. Aber welchen Beweis kann Spenser seinem Klienten vorweisen, dass Jordan nicht einfach nur plaudern will, wenn sie Alderson besucht? Um diesen Beweis zu erhalten, engagiert Spenser die Hilfe seines besten Kumpels Hawk. Gemeinsam pflanzen sie eine Wanze in Jordans Handtasche. Doch was sie dann belauschen, übersteigt ihre Erwartungen bei weitem. Nach dem Sex – also doch! – soll Jordan ihrem Lover genau berichten, was Dennis Doherty weiß und vorhat. Er benutzt sie als seine Spionin.

Alderson lehrt an der Uni eine Philosophie, derzufolge es die Pflicht des Bürgers ist, sich vom Joch des „Despotismus der amerikanischen Regierung“ zu befreien. Er hat eine Freiheitsliga gegründet, eine Bewegung namens Freedom’s Front League (FFL). Es ist nicht undenkbar, dass das FBI die FFL beobachtet. Und Spenser hat umso Grund für diesen Verdacht, weil er herausfindet, dass Dennis Doherty ein Agent eben dieser Bundespolizei ist.

Dennoch übergibt er dem erschütterten Dennis Doherty ein gekürztes Abhörband, dass Jordan nicht als Spionin zeigt, sondern lediglich als untreue Ehefrau. Man weiß ja nie, in was man sonst hineingerät. Doch selbst dieses „harmlose“ Band zeitigt ungeahnte Konsequenzen. Wenige Stunden später sind drei Menschen tot.

Spenser erinnert sich an jene schreckliche Zeit vor rund 20 Jahren, als er selbst, ähnlich wie jetzt Dennis Doherty, von seiner Liebsten, Susan Silverman, um eines anderen Mannes willen verlassen wurde (in „Valediction“) und er sein Leben riskieren musste, um sie zurückzugewinnen (in „A Catskill Eagle“). Es tut ihm leid um Dennis Doherty, den man tot aus der Mündung des Charles River gefischt hat. Und er beschließt, ihm Gerechtigkeit zu verschaffen.

Dafür allerdings muss er Perry Alderson herausfordern. Wie sich schnell zeigt, hat die FFL Zähne – und das wiederum bringt Susan in Gefahr. Es kommt zu einem riskanten Katz-und-Maus-Spiel …

Mein Eindruck

Wie schon so häufig bei Parker ist auch hier der Hintergrund, den sein Detektiv durchleuchtet, der einer Selbsterfindung: Es ist der American Dream. Doch Perry Alderson ist kein Hollywood-Schauspieler, der seine ärmliche Herkunft zu verbergen hat, sondern er ist in ein ganz anderes Geschäft eingestiegen: Anwerbung von Anhängern der Revolution sowie die Vermittlung terroristischer Logistik. Er vermittelt also Informationen, wo Terroristen und „Freiheitskämpfer“ bestimmte Ressourcen beschaffen können, seien es Waffen, Bomben oder Spezialisten.

Diesen lukrativen Geschäftszweig hat er auf zweifache Weise abgefedert: Die einschlägigen Informationen holt er aus seinen zahlreichen Geliebten heraus, und falls jemand vom FBI doch zu neugierig werden sollte, hetzt er ihm seine „Anhänger der Revolution“ auf den Hals. Sie sind auch sehr gut geeignet für Notfälle wie Jordan Richmond, die bei Perry einziehen will. Na, das kann sie sich gleich mal abschminken. Und dann wird sie entsorgt.

Dass Spenser in Perrys Vergangenheit zu schnüffeln anfängt, macht ihn gleich zu einer Gefahr. Doch nachdem es ihm gelungen ist, den Angriff Perrys abzuwehren, macht sich der Möchtegernrevolutionär an Dr. Susan Silverman heran – als ihr Klient in der Praxis. Was hat er davon zu halten, fragt sich Spenser. Am besten man trifft Vorkehrungen für den schlimmsten Fall. Wie sich zeigt, hat Perry die Absicht, Susan zu verführen …

Zurück zum American Dream. Die Spur führt nach Cleveland, wo es mal einen Bradley Turner gab, der ebenfalls ein Schürzenjäger war. Nur dass dieser Bradley Turner eines Tages anno 1994 mit seiner Frau spurlos verschwand. Zufällig genau zu der Zeit, als die Yacht eines gewissen Perry Alderson auf dem nahen Erie-See auf Grund lief – allerdings ohne eine Menschenseele an Bord …

Susans derzeitiger Klient ist also nicht nur ein Betrüger, sondern auch ein Doppelmörder, der einfach die Identität seins Opfers angenommen hat. Und diesen Typen soll Spenser in der Praxis seiner Lebensgefährtin dulden? No way! Es kommt zu einem Showdown mit Alderson und seinen Schergen.

Unterm Strich

Der Krimi ist spannend, mitunter actionreich, aber auf jeden Fall voller interessanter Wendungen. Der deutsche Leser wundert sich zunächst, warum es in den USA so einfach ist, eine falsche Identität anzunehmen und den Besitz von Qualifikationen zu behaupten. Allerdings ist es in Deutschland nicht weniger leicht, sich Doktorhüte zu erschwindeln, wie der Fall Guttenberg und ähnliche gezeigt hat.

Wenn wir inzwischen amerikanische Verhältnisse haben (waren es jemals andere?), dann darf man sich schon mal fragen, was alles eigentlich nur Fassade und Schwindel ist. Die Banken, die Riester-Rente, die Doktortitel, die FDP, Stuttgart 21 – was kommt denn noch alles?

Der Originaltitel „Now and Then“ hat wohl mehrere Bedeutung im Kontext des Buches. Es gibt den Unidozenten Perry Alderson, aber damals war er noch der Studienabbrecher Bradley Turner. Und für Spenser bedeutet die Aufklärung dieser Selbsterfindung sowie der Betrug an Dennis Doherty eine mentale Rückkehr in jene Zeit, als er um Susan Silverman kämpfen musste (in „A Catskill Eagle“).

Das ist der ganz persönliche Bezug, der Spenser zu einem so guten Ermittler im Fall Doherty-Alderson macht. Doch der Bezug entsteht nur, weil Spenser ein ganz spezielles Empfinden für Gerechtigkeit in dieser Sache hat. Er könnte sich ja auch abwenden und Gott einen guten Mann sein lassen. Spenser folgt einer seiner persönlichen Regeln (ähnlich wie Cole & Hitch), die nirgendwo geschrieben steht, die Susan und Hawk aber ganz genau kennen. Deshalb lieben sie Spenser.

Dennoch hatte ich am Schluss das undefinierbare Gefühl, dass etwas fehlt. Vielleicht weil es diesmal keinen Spenser-seitigen Abschluss von Aldersons Organisation gibt. Diese Schließung übernimmt das FBI, vertreten von Agent Epstein, der in zahlreichen „Spenser“-Krimis auftaucht, weil der Jude und der Ire ein nahezu perfektes Team bilden – so unglaublich das auch klingen mag.

Hinweis

Schon im nächsten „Spenser“-Roman „Rough Weather“ arbeiten Epstein und Spenser erneut zusammen. Diesmal sind aber auch alle anderen Bostoner Standardfiguren mit von der Partie: Captain Healy von der Staatspolizei, Martin Quirk von der Bostoner Kripo, Hawk sowieso, dann aber auch die sexy Staatsanwältin Rita Fiore und schließlich der liebenswerteste Gangster aller Zeiten, Tony Marcus. Wie es Spenser es geschafft hat, Marcus mal hinter Gitter zu bringen, muss ich noch herausfinden.

Taschenbuch: 289 Seiten plus Leseprobe
ISBN-13: 9780425224144

https://www.penguinrandomhouse.com/authors/60208/robert-b-parker/

_Robert B. Parker bei |Buchwurm.info|:_
[„Der stille Schüler“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=4066
[„Gunman’s Rapsody“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6836
[„Wilderness“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6956

„Cole & Hitch“:

1) „Appaloosa“ (2005)
2) „Resolution“ (2008)
3) „Brimstone“ (2009)
4) „Blue-Eyed Devil“ (2010)

„Jesse Stone“-Krimis:

1) [„Night Passage“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6811
2) [„Trouble in Paradise“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6816
3) [„Death in Paradise“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6815
4) [„Stone Cold“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6810
5) [„Sea Change“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6812
6) [„High Profile“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6813
7) [„Stranger in Paradise“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6814
8) [„Night and Day“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6873
9) „Split Image“

Die „Sunny Randall“-Reihe:

1) [„Family Honor“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6831
2) [„Perish Twice“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6832
3) [„Shrink Rap“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6833
4) [„Melancholy Baby“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6834
5) [„Blue Screen“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6835
6) [„Spare Change“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6852

Die „Spenser“-Reihe:

01 [„The Godwulf Manuscript“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6921
02 [„God Save The Child“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6951
03 [„Mortal Stakes“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6922
04 [„Promised Land“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6923
05 [„The Judas Goat“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6953
06 [„Looking for Rachel Wallace“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6954
07 „Early Autumn“
08 „A Savage Place“
09 [„Ceremony“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6952
10 „The Widening Gyre“
11 „Valediction“
12 [„A Catskill Eagle“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=7066
13 [„Taming a Sea-Horse“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6839
14 „Pale Kings and Princes“
15 „Crismon Joy“
16 [„Playmates“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6867
17 [„Stardust“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6819
18 „Pastime“
19 „Double Deuce“
20 [„Paper Doll“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6818
21 [„Walking Shadow“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6820
22 [„Thin Air“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6872
24 [„Small Vices“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6829
25 „Sudden Mischief“
26 „Hush Money“
27 „Hugger Mugger“
28 [„Potshot“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6821
29 [„Widow’s Walk“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6826
30 [„Back Story“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6842
31 [„Bad Business“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6840
32 [„Cold Service“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6844
34 [„Hundred Dollar Baby“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6838
35 [„Now and Then“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=7117
36 [„Rough Weather“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=7118
37 [„Chasing the Bear“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6837
38 [„The Professional“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6866
39 [„Painted Ladies“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6843
40 „Sixkill“

Parker, Robert B. – A Catskill Eagle. Ein Spenser-Krimi

_Eine runde Sache: einfühlsamer Actionthriller_

„Ganz in Eile. Hawk sitzt in Mill River, Kalifornien, im Gefängnis. Du mußt ihn herausholen. Ich brauche auch Hilfe, Hawk wird es Dir erklären. Es steht schlimm, aber ich liebe Dich, Susan.“ – Dem Brief seiner ehemaligen Freundin Susan Silverman läßt der Bostoner Privatdetektiv Spenser augenblicklich Taten folgen. Doch dann jagt die Polizei der gesamten Vereinigten Staaten Spenser und seinen Gefolgsmann Hawk. Und um den eigenen und Susan Silvermans Hals zu retten, müssen sich der Detektiv und der schwarze Killer auf ein schmutziges Geschäft einlassen. Ihre Partner sind FBI und CIA …

Titel der Übersetzung: „Spenser auf der Flucht“ (1986 bei Ullstein).

|Hinweis|

Der Originaltitel beruht auf einem abgedruckten Zitat von Herman Melville, dem Autor von „Moby Dick“ (und vielen anderen Seeabenteuern). Das Bild vom Bergadler – gemeint ist vermutlich ein Weißkopfseeadler, das amerikanische Wappentier – aus den Catskill-Bergen meint eine Entität in der Seele mancher Menschen, die in der Lage sind, die tiefsten Tiefen wie auch die höchsten Höhen des seelischen Erlebens zu erkunden und doch unverändert weiterzufliegen. Worin diese Entität besteht, erklärt Melville jedoch nicht. Deshalb zeichnet er ja dieses Bild.

_Der Autor_

Der US-Autor Robert B. Parker, geboren 1932, gehörte zu den Topverdienern im Krimigeschäft, aber auch zu den fleißigsten Autoren – er hat bis zu seinem unerwarteten Tod im Januar 2010 über 50 Romane veröffentlicht. Am bekanntesten sind neben der „Spenser“-Reihe wohl seine etwa acht „Jesse Stone“-Krimis, denn deren Verfilmung mit Tom Selleck in der Titelrolle wurde 2010 vom ZDF gezeigt. Der ehemalige Professor für Amerikanische Literatur Robert B. Parker lebte mit seiner Frau Joan in Boston, Massachusetts, und dort oder in der Nähe spielen viele seiner Krimis.

_Handlung_

Daheim in Boston erhält Spenser einen verzweifelten Brief seiner Freundin Susan Silverman: „Hawk in Mill River im Gefängnis. Ich bin in Not. Komm schnell.“ Abgeschickt in San José bei San Francisco. Natürlich lässt Spenser nicht gleich alles stehen und liegen, sondern trifft erst einmal Vorbereitungen.

Von einer Anwaltskanzlei erfährt er, dass sein Kumpel Hawk tatsächlich wegen Mordes im Knast von Mill River sitzt – einer Kleinstadt, die sich ganz in der Hand des Industriemagnaten Jerry Costigan befindet. Dessen Sohn Russell habe Hawk zudem die Zähne eingeschlagen, als er Susan besuchte. Möglicherweise handelt es sich um eine Falle, in die Hawk gelockt wurde.

In Mill River lässt er sich wegen öffentlicher Trunkenheit und Urinierens von den Cops festnehmen. Nur wenige Stunden später zieht er eine Pistole aus dem Gipsverband an seinem Fuß und zwingt die nichtsahnenden Cops, ihn und Hawk freizulassen. Zusammen fahren sie zum letzten Domizil von Susan – sie ist nicht überstürzt abgereist, sondern planvoll, wie Spenser erkennt. Doch wohin? In San Francisco quartieren sie sich bei zwei Prostituierten ein und rauben deren Zuhälter Leo aus: Endlich haben sie mehr Geld als die mageren 200 Piepen, die Spenser mitgebracht hat. Doch wo steckt Susan?

Am besten fragen sie Costigan selbst. Doch der residiert in einer Art Festung, die sich über Mill River erhebt – und dorthin wollten sie eigentlich überhaupt nicht. Aber sie haben keine Wahl. Wer hätte gedacht, dass die Sicherheitsvorkehrungen des Magnaten so lasch sind? In Nullkommanix haben sie das Tor überwunden und pberwinden die erste Schicht von Wachleuten. Als sie endlich Costigan als Geisel haben, durchsuchen sie die Burg. Außer Mrs. Costigan finden sie niemanden. Susan muss bei Costigans Sohn Russell sein, aber wo?

Nach einem beschleunigten Rückzug redet Spenser mit Susans Psychotherapeutin in der Gegend von San Francisco. Dr. Hilliard macht ihm klar, dass sich Susan nicht zwischen ihm Spenser, und Russell Costigan entscheiden könne, sondern sich ihren eigenen Weg suchen müsse. Erst dann könne sie ein selbständiger Mensch sein, der auch ein guter Psyschotherapeut sei. Zum Abschied gibt sie ihm einen Tipp.

In den Wäldern des Staates Washington um den Crystal Peak liegt Costigans feudale Berg- und Jagdhütte. Spenser und Hawk schauen sich das Gebäude genau an. Sie wissen natürlich, dass die Sicherheitsleute schon vorgewarnt worden sein müssen. Nach einer ziemlich regnerischen Nacht wissen sie, dass etwa ein Dutzend Scharfschützen auf sie warten, gut versteckt im Wald ringsum. Aber wenn sie Susan, falls sie da ist, befreien wollen, müssen sie einen Weg hineinfinden.

Es geht aber auch umgekehrt. Wenn man in eine Festung nicht hineinkommt, muss man deren Bewohner dazu bringen, von selbst herauszukommen …

_Mein Eindruck_

Anders als in fast allen anderen „Spenser“-Romanen handelt es sich hier nicht um einen Krimi, der eine Ermittlung schildert, sondern um einen Actionthriller. Ich traute Parker diese Spielart durchaus zu, denn schon „The Judas Goat“ war ein echter Action-Hammer: Eine Terroristenhatz von London über Kopenhagen bis nach Montral (siehe dazu meinen Bericht).

|Wiedergänger|

Es überraschte mich daher auch nicht, dass der damalige Auftraggeber Spenser, Der Magnat Hugh Dixon, nun auch in „A Catskill Eagle“ wieder auftaucht. Der dankbare Mäzen gibt Spenser kurz mal ein Taschengeld von zehntausend Dollar – in kleinen Scheinen. Dieser Auftritt ist eine Reverenz des Autors – und eine Werbemaßnahme in eigener Sache. Auch das erneute Auftreten von Rachel Wallace, der lesbischen Feministin, fällt in diese Kategorie (siehe meinen Bericht über „Loking fort Rachel Wallace“). Rachel, der Spenser einst das Leben rettete, bildet die Recherche-Abteilung der Detektei Spenser.

|Action und Symmetrie|

„A Catskill Eagle“ schildert nicht weniger als vier Attacken des dynamischen Duos Spenser & Hawk, um Susan zu finden und zu befreien. Nach Mill River und der Berghütte geht es – nach einer Reorganisation – weiter nach Connecticut und wieder zurück in die Berge von Idaho. Diese Abfolge verleiht dem für die Verhältnisse des Parker-Frühwerks außergewöhnlich langen Roman eine stabile Symmetrie. Auf diese Weise austariert kann die Handlung auch noch eine ganze Reihe anderer Thema transportieren.

|Schurke Nr. 1|

Da ist als erstes Thema der Schurke im Stück. Jerry Costigan ist keineswegs ein großzügiger Menschenfreund à la Hugh Dixon, sondern eher das Gegenteil: Ein Rassist und Anti-Semit, entpuppt sich Costigan senior als Waffenproduzent und -händler, der sämtliche Interessengruppen, die eine Knarre haben wolle, versorgt, um einen Reibach zu machen.

Aber damit begnügt er sich nicht: Er bildet selbst „Militärberater“ aus, die er vor Ort nach Belieben einsetzen kann, um Rebellengruppen zu stärken oder zu schwächen beziehungsweise deren Opponenten in der Regierung. Kurzum: Der Milliardär Costigan schert sich keinen Deut um die Politik der US-Regierung, sondern spielt sein eigenes Spiel.

Das ist der US-Regierung natürlich ein Dorn im Auge. Schließlich kann es nicht angehen, dass ein einzelner Bürger ihre Strategie torpediert, sei es nun in kleinen Belangen oder in großem Maßstab. Auf diese Weise wurden schon kriege ausgelöst. Deshalb treten die CIA und das FBI in Gestalt von Agenten an Spenser und Hawk heran, als diese nach der Sache in Washington eine kreative Pause einlegen.

Dass der Chef der Bostoner Kripo, Martin Quirk, diesen Kontakt vermittelt, trägt dazu bei, Spenser zu beruhigen. Mit Quirk hat er schon lange gut zusammengearbeitet, auch wenn Spenser sich durch Unbotmäßigkeit nicht gerade zum Liebling der Cops gemacht hat. Quirk und die Agenten müssen Spenser und Hawk im Gegenzug für ihre Kooperation Straffreiheit zusichern. Und sie verschaffen ihnen als Erstes ein „sicheres Haus“. Denn Costigans Killers sind bereits auf der Suche nach ihnen.

|Schurke Nr. 2|

Susan muss sich bei Russell Costigan aufhalten. Dessen mehrfach betrogene Ehefrau Tyler residiert in Chicago und erzählt Spenser nicht nur von Russells Psychologie, sondern verrät ihm auch dessen aktuellen Aufenthaltsort in Connecticut. Erstmals hat der Privatdetektiv Gelegenheit, sich näher mit der Psyche seines Rivalen um Susans Hand zu befassen. Russell ist als einziges Kind des Konzernchefs verwöhnt und nutzt dies aus, um gegen seinen Vater zu rebellieren.

Dass er dem Antisemiten Jerry nun auch noch eine jüdische Freundin präsentiert, ist ein weiterer Tort gegen den Tyrannen. Es ist die klassische Ödipuskonstellation. Und obwohl Mrs. Costigan charakterlich die Schwächste der drei ist, manipuliert sie beide Männer doch nach Strich und Faden. Auch dies ist höchst interessant, um einen Ansatzpunkt für den nächsten und den finalen Angriff zu finden. Dass Tyler Susan aber als „Hure“ bezeichnet, verbittet sich Spenser.

|Susan Silverman|

Wie in dem Muster eines Ritter-Epos, das Spenser und Hawk immer wieder ironisch zitieren, spielt Susan quasi die Rolle der Jungfer in Not, die aus dem Bau des Drachen geholt werden muss. Den Drachen selbst gilt es anschließend zu erschlagen – was mich außerdem zu Erinnerungen an Bilbo Beutlin, den tolkienschen Meisterdieb, veranlasste (der wiederum Vorbilder in den isländischen Sagas hat) – auch wenn Bilbo den Drachen in seinem Fall NICHT erschlägt. Er hat Besseres zu erledigen, z. B. den Diebstahl eines Schatzes aus dem Drachenhort.

Wie auch immer: Susan Silverman ist vor Spenser in Russells Arme geflohen. Diese erstaunliche Tatsache muss Spenser erst einmal anerkennen und verarbeiten. Gar nicht so einfach, wenn einem dabei das Herz blutet (siehe dazu meinen Bericht über den „Spenser“-Krimi „Valediction“). Dr. Hilliard erklärt ihm Susans Lage und dass sie sich weiterentwickeln wolle, bevor sie zu Spenser zurückkehren könne. Denn Susan sei zu Russell bereits auf Distanz gegangen, habe er doch keinen Respekt für ihre Wünsche und betrüge sie mit seinen anderen Geliebten – von seiner Gattin Tyler ganz zu schweigen.

Es nützt Spenser also erst einmal wenig, Susan aus Russells Klauen befreit zu haben. Sie ist noch längst nicht bereit, zu ihm zurückzukommen. Und er muss ihr versprechen, Russell nicht zu töten. Gar nicht so einfach, wenn die US-Regierung darauf besteht.

Die Figur Susan erfordert vom Leser, sich in ihre Lage zu versetzen. Es führt zu nichts, sich nur auf die Action zu konzentrieren und dann Spensers Handlungsweise gegenüber Russell Costigan nicht zu verstehen. Ich fand Susans Passivität etwas enervierend, aber ihre Entwicklung ist eben innerlich statt äußerlich. Sowohl Spenser als auch Hawk respektieren das. Wir sollten es auch.

_Unterm Strich_

„A Catskill Eagle“ bildet für mich, der ich schon über 30 Spenser-Krimis gelesen und besprochen habe, den krönenden Höhepunkt von Parkers Frühwerk. Immer wieder verweist Spenser später auf die hier geschilderten Ereignisse. Da Parker 1973 sein Debüt gab, dauerte diese Periode rund 13 Jahre.

Die zweite und mittlere Periode würde ich bis 1997 datieren, also weitere zwölf Jahre, denn 1997 erschien der erste Roman der Jesse-Stone-Reihe und wenig später das Debüt der „Sunny Randall“-Reihe – Parkers endgültiger Durchbruch. Der endgültig letzte „Spenser“-Krimi (Nr. 39) erscheint im Mai 2011 mit „Sixkill“.

|Ritter-Epos|

Der vorliegende Roman ist kein Krimi, der eine Ermittlung schildert, sondern ein Actionthriller, der Züge eines mittelalterlichen Ritter-Epos à la „Sir Gawain und der grüne Ritter“ aufweist (über das die beiden Helden ständig witzeln). Spensers geliebte Susan wurde jedoch keineswegs entführt, sondern ist vor ihm geflohen. In Kalifornien ist sie leider dem Schürzenjäger Russell Costigan aufgesessen, der sie nicht mehr weglassen will. Daher ihr knapper Hilferuf an Spenser.

|Apocalypse Now|

Zum anderen handelt es sich um Parkers Variante des Themas „Apocalypse Now“, das bekanntlich auf dem Roman „Heart of Darkness“ von Joseph Conrad beruht. Ein Mann wird von der Regierung ausgeschickt, um Colonel Kurtz zu töten, der eine Rebellenherrschaft im Dschungel errichtet hat. Spensers Begrüßung „Hallo, Kurtz!“ für Jerry Costigan liefern den Schlüssel zum Verständnis dieses Aspektes des Thrillers. Allerdings dreht Spenser wieder mal sein eigenes Ding, denn was kann man von den „Clowns“ in Washington schon als Belohnung erwarten?

Die Handlung führt unsere beiden edlen Ritter – einer weiß, einer schwarz – wieder zusammen und zu vier Attacken gegen die beiden Costigans. Ich fand die Action vergleichbar mit den Werken von Autoren wie Eric Lustbader, Andy McNab oder Lee Child. Auch ein oder zwei Gegenangriffe werden bravourös gemeistert.

Der Actionfan wird keineswegs enttäuscht, wie ich befürchtet hatte. Und wer ein Gran Sinn für Humor hat, wird ebenso auf seine Kosten kommen wie der Freund von Psychologie und Romanze. Der Roman bildet ein kleines Schatzkästlein im Gewand eines Thrillers.

|Taschenbuch: 311 Seiten
ISBN-13: 978-0140084757|
[Verlagshomepage]http://us.penguingroup.com

_Robert B. Parker bei |Buchwurm.info|:_
[„Der stille Schüler“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=4066
[„Gunman’s Rapsody“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6836
[„Wilderness“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6956

„Cole & Hitch“:

1) „Appaloosa“ (2005)
2) „Resolution“ (2008)
3) „Brimstone“ (2009)
4) „Blue-Eyed Devil“ (2010)

„Jesse Stone“-Krimis:

1) [„Night Passage“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6811
2) [„Trouble in Paradise“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6816
3) [„Death in Paradise“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6815
4) [„Stone Cold“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6810
5) [„Sea Change“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6812
6) [„High Profile“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6813
7) [„Stranger in Paradise“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6814
8) [„Night and Day“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6873
9) „Split Image“

Die „Sunny Randall“-Reihe:

1) [„Family Honor“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6831
2) [„Perish Twice“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6832
3) [„Shrink Rap“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6833
4) [„Melancholy Baby“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6834
5) [„Blue Screen“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6835
6) [„Spare Change“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6852

Unter anderem in der „Spenser“-Reihe, die 39 Romane umfasst, erschienen:

[„The Godwulf Manuscript“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6921
[„Paper Doll“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6818
[„Stardust“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6819
[„Potshot“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6821
[„Walking Shadow“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6820
[„Widow’s Walk“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6826
[„Chasing the Bear“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6837
[„Hundred Dollar Baby“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6838
[„Taming a Sea-Horse“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6839
[„Bad Business“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6840
[„Back Story“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6842
[„Painted Ladies“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6843
[„Cold Service“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6844
[„The Professional“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6866
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[„Ceremony“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6952
[„The Judas Goat“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6953
[„Looking for Rachel Wallace“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6954
„Hugger Mugger“ …

James Patterson & Brendan DuBois – Blow Back

Trump sei Dank: Kampf gegen den Präsidenten

Der neue US-Präsident fühlt sich von der Vorsehung dazu ausersehen, die Feinde des amerikanischen Imperiums nicht nur in aller Welt, sondern auch im Inland zu bekämpfen. Damit haben die CIA- und anderen Agenten ein Problemen: Sie haben auf die Verfassung geschworen, nicht auf einen Politiker. Inländische Tätigkeit ist ihnen verboten. Daher bildet der Präsident seine eigene, geheim operierende Truppe. Liam Grey und Noa Himel erledigen ihre Arbeit, doch der Feind schlägt zurück. Und Liam erkennt ein weiteres Problem: Der Präsident ist eindeutig paranoid. Doch er sitzt am längeren Hebel und besitzt in seinem Assistenten ein Mann fürs Grobe… (Verlagsinfo)

Die Autoren
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Robert Knott – Robert B. Parker’s Blackjack. Ein Hitch & Cole Western 8

Gerichtsdrama und Mordermittlung mit Dame

Appaloosa ist eine aufstrebende Stadt geworden. Ein neuer Glücksspiel-Saloon soll eröffnet werden. Der Manager ist Boston Bill Black, ein Hüne mit einem ebenso üblen Temperament wie Vorstrafenregister. Als ein Polizist aus Denver ihn wegen Mordes festnehmen will, schießt einer von Blacks zwei Leibwächtern ihn kaltblütig nieder. Das Trio macht sich aus dem Staub, verfolgt von den Marshals Cole und Hitch.
Robert Knott – Robert B. Parker’s Blackjack. Ein Hitch & Cole Western 8 weiterlesen

Robert B. Parker – Cold Service. Ein Spenser-Krimi (Spenser 32)

Actionreich & mit Köpfchen: Hawk und Spenser auf Rachefeldzug

Nachdem sein bester Freund Hawk in den Rücken geschossen wurde, während der einen Buchmacher beschützte, begibt sich Spenser mit dem genesenen Hawk auf einen Rachefeldzug gegen die Hintermänner dieses feigen Anschlags. Wie sich herausstellt, handelt es sich um Ukrainer, die von Marshport aus operieren. Aber wieso lässt Tony Marcus, der Gangsterboss von Boston, sie das überhaupt tun?

Der Autor

Der US-Autor Robert B. Parker, 1932-2010, gehörte zu den Topverdienern im Krimigeschäft, aber auch zu den fleißigsten Autoren – er hat bis zum seinem unerwarteten Tod im Januar 2010 über 50 Romane veröffentlicht. Am bekanntesten sind neben der „Spenser“-Reihe wohl seine neun „Jesse Stone“-Krimis, denn deren Verfilmung mit Tom Selleck in der Titelrolle wird gerade vom ZDF gezeigt. Parker lebte in Boston, Massachusetts, und dort oder in der Nähe spielen fast alle seine Krimis.

„Jesse Stone“-Krimis:

1) [„Night Passage“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6811
2) [„Trouble in Paradise“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6816
3) [„Death in Paradise“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6815
4) [„Stone Cold“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6810
5) [„Sea Change“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6812
6) [„High Profile“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6813
7) [„Stranger in Paradise“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6814
8) „Night and Day“
9) „Split Image“

Die „Sunny Randall“-Reihe:

1) [„Family Honor“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6831
2) [„Perish Twice“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6832
3) [„Shrink Rap“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6833
4) [„Melancholy Baby“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6834
5) [„Blue Screen“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6835
6) „Spare Change“

Unter anderem in der „Spenser„-Reihe, die derzeit 50 Romane umfasst, erschienen:

[„Paper Doll“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6818
[„Stardust“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6819
[„Potshot“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6821
[„Walking Shadow“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6820
[„Widow’s Walk“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6826
[„Chasing the Bear“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6837
[„Hundred Dollar Baby“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6838
[„Taming a Sea-Horse“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6839
„Hugger Mugger“, „Small Vices“, „Bad Business“, „Back Story“ …

Und viele Weitere.

Außerdem schrieb Parker ein Sequel zu Raymond Chandlers verfilmtem Klassiker „The Big Sleep“ (mit Bogart und Bacall) „und mit „Poodle Springs“ einen unvollendeten „Chandler“-Krimi zu Ende. „Gunman’s Rhapsody“ ist seine Nacherzählung der Schießerei am O.K. Corral mit Wyatt Earp und Doc Holliday, ein klassischer Western.

Handlung

Als er einen Buchmacher in Boston als Leibwächter beschützt, wird Spensers bester Freund Hawk von hinten niedergeschossen. Zudem wird die Familie des Buchmachers ebenfalls fast komplett ausgelöscht. Die Genesung des harten Burschen Hawk dauert viele Wochen. Wochen, in denen Spenser bereits nach den Tätern Ausschau hält. Der schwarze Gangsterboss Tony Marcus war es offenbar nicht: Die Täter waren Weiße. Von seinen Kontakten bei der Polizei bekommt Spenser eine Liste mit fünf Namen: Allesamt Ukrainer. Nur einer von ihnen, der ihm Knast sitzt, hat etwas zu verlieren und singt. Wenig später wird er im Knast abgestochen.

Spenser und Hawk fragen sich, wer in der Unterwelt Anwälte kaufen kann, die solche Anschläge ermöglichen. Es ist einfach, die Anwälte zu finden. Hawk fackelt nicht lange und Husak spuckt einen Namen aus: Boots Polodak in Marshport, dem Nachbarort von Paradise (siehe Jesse Stone). Spenser hat die Hafenstadt in schlechter Erinnerung: Hier regieren nur Banden. Polodak ist obendrein der Bürgermeister und beherrscht die Polizei und Justiz. Mit einem Trick verschaffen sich Spenser und Hawk schwer bewaffnet Zutritt zu Polodaks Büro und setzen ihn unter Druck, während vier Cops tatenlos zusehen müssen. Polodak spuckt es aus: Es gehe um Tony Marcus‘ Tochter Jolene. Was soll das schon wieder heißen?

Spenser und Hawk wundern sich schon die ganze Zeit, wieso Marcus es zulässt, dass ihm die Ukrainer sein Bostoner Terrotorium streitig machen und er keine Hand dagegen erhebt. Der Grund ist kompliziert: Seine Tochter lebt mit einem Mann zusammen, der sein eigenes Gebiet haben will. Um diesen Brock Rimbaud sein Ansehen zu verschaffen, lässt Marcus ihm freie Hand. Leider schafft es der Typ nicht, den Ukrainern Einhalt zu gebieten, obwohl er sich bemüht. Also haben diese leichtes Spiel.

Spenser und Hawk lassen sich von Marcus freie Hand zusichern, um gegen Polodak und seine Bande vorgehen zu können. Zuvor ist noch eine kleine Frage zu klären: Woher hat Polodak überhaupt das Geld für seine Invasion in Boston? Spensers Kontakt zur Staatspolizei von Massachusetts und zum FBI sagt: Das Geld aus dem Heroin, das ein afghanischer Kriegsherr liefert. Und dessen Statthalter bei Polodak passt auf, dass alles im Sinne des Afghanen verläuft.

Mit einem detailliert ausgeheckten Plan machen sich Spenser und Hawk zusammen mit dem Leibwächter Vinnie Morris an die Arbeit, um das Wespennest von Polodak auszuräuchern – und zugleich dafür zu sorgen, dass das letzte überlebende Mitglied der Buchmacherfamilie eine ordentliche Entschädigung erhält …

Mein Eindruck

Wer nun denkt, er habe es mit einem simplen Rachefeldzug zu tun, wie er schon zigmal verfilmt wurde, der irrt gewaltig. Denn erstens stehen lediglich zwei Mann gegen eine ganze Organisation – ein Frontalangriff wäre also Selbstmord. Zweitens steht Tony Marcus im Hintergrund bereit, hilfreich einzugreifen, sobald sich ihm der richtige Grund und Anlass bietet. Drittens steht hinter Polodak eine afghanische Organisation von unbekanntem Ausmaß. Und viertens braucht man bloß den richtigen Auslöser, um das ganze Pulverfass in die Luft zu jagen. Diesen Auslöser stellt der Gatte von Marcus‘ Tochter Jolene dar: Brock Rimbaud.

Marcus gibt Rimbaud ein neues Gebiet, mitten in Marshport. Nun brauchen Spenser und Hawk den Angriff darauf nur Polodak in die Schuhe zu schieben und Marcus hat seinen Anlass, um Polodak anzugreifen. Der schickt seine Revolvermänner. Alles klar? Eben nicht. Denn Hawk hat es nicht auf das Rathaus, sondern auf Boots Polodak persönlich abgesehen. Von ihm will er das Geld für den kleinen Jungen aus der Buchmacherfamilie erpressen. Leichter gesagt als getan: Denn ein so wichtiger Mann wie Polodak hat natürlich überall Verstecke und Leibwächter.

Hawk und Spenser sichern sich nach allen Seiten ab. Sie wollen ja nicht eingelocht werden. Auch die Staatspolizei, das FBI und sogar die CIA werden einbezogen. Diese liefern – maßvoll – wertvolle Informationen über Polodak und seine Hintermänner. Außerdem geben sie den beiden selbsternannten Rächern freie Hand, denn mit halb- oder gar illegalen Aktionen dürfen sich Behörden bekanntlich nicht abgeben.

Aber es gibt noch eine Seite von Interessenten, an die Hawk und Spenser denken müssen: an ihre Freundinnen. Denn die beiden lassen ihre Girls natürlich nicht im Unklaren darüber, was sie tun und vorhaben. Alles andere wäre Verrat. Spensers Susan reagiert zwar besorgt, aber mit Verständnis: Sie kann ihn nicht so haben, wie er ist, wenn er etwas auf andere Weise täte, wie er es eben zu tun pflegt. Ganz einfach, oder?

Nicht so Cecile, Hawks Freund. Die einzige schwarze Chirurgin an einem Bostoner Krankenhaus weiß sich durchzusetzen. Aber mit Hawks aktueller Tätigkeit kommt sie echt nicht klar. Es verursacht zuviel Angst in ihr. Sie kann das Risiko, in das er sich ständig begibt, nicht hinnehmen. Und ändern kann sie ihn erst recht nicht, denn er ist ein ebenso introvertierter Typ wie Spenser. Also akzeptiert sie ein Stellenangebot in Cleveland – und weg ist sie. Tja, so ist die Liebe.

Ob die ganze Sache gut ausgeht oder ein Freund von Spenser ins Gras beißen muss, wird hier nicht verraten. Aber selten hat man einen derart kompliziert angelegten Rachefeldzug gelesen.

Unterm Strich

Ich habe „Cold Service“ an nur zwei Tagen gelesen.Das Buch ist actionreich, sehr sarkastisch, einfühlsam und mit einer recht spannenden Ermittlung versehen. Hawks komplex angelegter Rachefeldzug gegen die ukrainische Verbrecherbande wird von langer Hand eingefädelt und vorbereitet. Erst als alle Informationen vorliegen und sich Hawks einen funktionierenden Plan ausgedacht hat, trauen sich die beiden Rächer, die ja nicht lebensmüde sind, gegen Polodak und seine Bande vorzugehen. Es wird eine denkwürdige Nacht für Marshport, voller Action, aber auch mit dem für Hawk und Spenser typischen sarkastischen Humor.

Das globalisierte Verbrechen hat die Ostküste der USA erreicht. In dem Krimi „Pale Kings and Princes /Bleiche Schatten im Schnee“ (1987) schilderte Parker die Drogenhauptstadt der Ostküste, Wheaton. Diesmal ist Marshport dran, das wir schon aus „Stranger in Paradise“ (2008) kennen. Anders als das benachbarte Paradise ist Marshport eine arme, verlotterte Stadt, beherrscht von Banden und Verbrechen. Kein Wunder, dass die Bürger von Paradise alles unternehmen, um dieses Gesindel von ihrer Stadt fernzuhalten.

Aber man kommt mit bürokratischen Maßnahmen und Stadtplanung nicht gegen brutale Banden wie die von Polodak an, scheint uns der Autor zu erklären. Das rechtfertigt den Vigilanteneinsatz von Spenser und Hawk. Seltsam, dass ihr Vorgehen von FBI, Polizei und den Regierungsbehörden (Ives) gedeckt wird. Offenbar ist es in den USA ganz okay (zumindest in einem Krimi), wenn ein paar Privatbürger alias Vigilanten etwas gegen das Verbrechen unternehmen. Eigeninitiative, ein hoher Wert im Bewusstsein der amerikanischen Bürger. Bei uns würde solche Eigeninitiative jedoch auf heftigen Protest stoßen. (Hoffe ich zumindest.)

Hinweis

Der Titel bezieht sich übrigens auf das klingonische Sprichwort, dass Rache ein Gericht sei, das kalt serviert werden müsse. Ich bin aber nicht sicher, ob die Klingonen schon von diesem Sprichwort gehört haben.

Taschenbuch: 274 Seiten
ISBN-13: 978-0425204283

http://us.penguingroup.com/static/pages/publishers/adult/berkley.html

_Robert B. Parker bei |Buchwurm.info|:_
[„Der stille Schüler“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=4066
[„Gunman’s Rapsody“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6836