Schlagwort-Archive: Science Fiction

Joan D. Vinge – Psion (Cat #1)

Zukunftskrimi: Der Telepathenheld aus der Gosse

Der etwa 15 Jahre alte Stadtstreicher Cat lebt in der Altstadt der reichsten Stadt der Galaxis, in Quaarro. Doch aufgrund seiner Abstammung ist er ein Kind der Unterwelt und lebt von Diebstahl und Drogen: Er ist halb Hydraner, halb Mensch, kenntlich an seinen grasgrünen Augen.

Als man ihn einsperren und zum Arbeitsdienst zwingen will, meldet er sich freiwillig zu einem Psi-Experiment. Dabei entdeckt man das ungeheure Psi-Talent, das in Cat schlummert. Er soll ausgebildet und zusammen mit anderen „Psions“ bei der Jagd auf die gerissensten Verbrecher der Galaxis eingesetzt werden.

Doch Cat kann sich nicht anpassen und hat nicht das geringste Interesse an einem solchen Job. Er glaubt, seine Auftraggeber übertölpeln und einfach abhauen zu können. Aber er hat es mit Profis zu tun, denen Psi-Talente nichts Ungewohntes sind. (abgewandelte Verlagsinfo)

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[NEWS] URSULA K. LEGUIN – Verlorene Paradiese

Atlantis hat sie alle: In einer Novelle sammelt Ursula K. LeGuin Verlorene Paradiese!

Die ganze Welt in einer Seifenblase.
Ein Generationenraumschiff ist auf seinem Weg ins Unbekannte. Die Hoffnung der Menschheit ruht auf den Schultern der Reisenden. Doch der Weg durchs Weltall steckt voller Gefahren und Überraschungen – innerhalb wie außerhalb der Schiffshülle.

Ursula K. Le Guin zeigt sich in ihrem Spätwerk als gewohnt souveräne Erzählerin und großartige Stilistin. Ein Meisterwerk voller Dramatik und Schönheit – ein Buch zum Träumen von der Zukunft. (Verlagsinfo)

Paperback, 150 Seiten
ISBN 978-3-86402-1161-9
Deutsche Erstveröffentlichung.
(Originaltitel: „Lost Paradises“)
Übersetzung: Horst Illmer
Titelbild: Maran Alsdorf

[NEWS] Matthias Falke – Kristall in fernem Himmel (D9E)

Die Neunte Expansion bei Wurdack expandiert wieder: Unerklärliche Phänomene rufen Matthias Falke auf den Plan – und er entdeckt den Kristall in fernem Himmel!

Der Schwere Prospektorenraumer SCARDANELLI operiert in abgelegenen Tiefen der Galaxis.
Als die Crew nach langem Überlichtflug die Schlafkojen verlässt, muss sie feststellen, dass die Position des Schiffes unbestimmt ist. Die Telemetriedaten sind spärlich und sie ergeben absolut keinen Sinn. Auch Navigator Guardes, der das Schiff gesteuert hat, vermag nichts zur Aufklärung beizutragen.
Auffällig ist jedoch, wie sehr sich Igor Nastow, der Bordkybernetiker, vor den Navigator stellt. Während die Crew noch darum kämpft, Licht in das Dunkel zu bringen, taucht in der sternlosen Ferne eine riesige kristallomorphe Struktur auf …
(Verlagsinfo)

Paperback, 305 Seiten
ISBN-13: 9783955560126
ORIGINALAUSGABE
Wurdackverlag

Kurd-Laßwitz-Preis 2014: Die Nominierungen

KLP_image3831Der Kurd-Laßwitz-Preis ist ein Literaturpreis der deutschsprachigen Science-Fiction-Literatur und wird jährlich von den SF-Schaffenden aus Deutschland, Österreich und der Schweiz verliehen.

Die Nominierten:

Bester deutschsprachiger SF-Roman mit Erstausgabe 2013

Dirk van den Boom, Kaiserkrieger (erster Zyklus; Roman in 6 Teilen), Atlantis
Dirk van den Boom, Eine Reise alter Helden (Die neunte Expansion, Band 1), Wurdack (unsere Rezension)
Matthias Falke, Bran, Atlantis (unsere Rezension)
Frank W. Haubold, Das Todes-Labyrinth (Götterdämmerung, Band 2), Atlantis (unsere Rezension)
Wolfgang Jeschke, Dschiheads, Heyne (31491)
Claudia Kern, Homo Sapiens 404 (Staffel 1; 6 Teile), Rohde
Georg Klein, Die Zukunft des Mars, Rowohlt
Karsten Kruschel, Das Dickicht (Vilm, Band 4), Wurdack
Uwe Post, SchrottT, Atlantis
Hannes Stein, Der Komet, Galiani

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[NEWS] STEFFEN KÖNIG – Die Dämonen vom Ullswater

Ein Erstkontakt bei Wurdack: Unerklärliche Phänomene rufen Steffen König auf den Plan – und er entdeckt Die Dämonen vom Ullswater!

Ein fremdartiges Kristallartefakt und der Hilferuf eines Freundes verschlagen den jungen Londoner Anwalt Alan David Walden im Sommer des Jahres 1894 in die Grafschaft Cumberland. Irgendetwas scheint hier ganz und gar nicht in Ordnung zu sein, denn sein Freund ist verschwunden, ein junges Pärchen wird vermisst und nachts erscheinen seltsame Lichter am Himmel. Zusammen mit einem trinkfesten alten Kauz und einem selbstgefälligen Konstabler stößt er inmitten der Wälder Cumberlands auf ein wahrhaft kosmisches Grauen. (Verlagsinfo)

Paperback, 252 Seiten
ISBN-13: 9783955560058
ORIGINALAUSGABE
Wurdackverlag
Hier gehts zur Leseprobe!

Poul Anderson – Die Tänzerin von Atlantis

Kidnapped in time: Von Atlantis zum Minotaurus

Handlung

Der vierzigjährige Architekt Duncan Reid ist mit seiner ein Jahr jüngeren Frau Pamela auf der Überfahrt von Seattle nach Yokohama. Während der Amerikaner über seine wackelnde Ehe und die Unendlichkeit des Universums nachdenkt, erfasst ihn plötzlich ein Wirbel und entführt ihn in eine andere Dimension der Zeit …

Er erwacht in einer Wüste. Dann sieht er die anderen drei Menschen und schreit auf. Es sind zwei bewaffnete Krieger, die ihre Waffen zücken, und eine schöne Frau in einem weißen Leinenkleid. Diese rast nicht mit ihrem Bronzedolch auf ihn los, sondern umarmt ihn, gerade so, als würde sie ihn wiedererkennen: „Duncan!“ Man kann ihm nicht verdenken, dass er erst einmal verblüfft ist. Sie kniet sich vor ihn, als halte sie ihn für einen Gott.

Den beiden Kriegern streckt Reid die offenen Handflächen entgegen und fragt sie aus. Der blonde Axtkämpfer stellt sich als Russe aus dem Großfürstentum Kiew heraus: Oleg. Der Bogenschütze mit den vielen Narben im schlitzäugigen Gesicht ist der Hunne Uldin. Als Reid ihn nach Attila fragt, erntet er allerdings kein Wiedererkennen: Nach der Hunne die Alanen und Ostgoten besiegt hatte, wollte er eigentlich Römer besiegen. Uldin muss wohl aus dem 4. Jahrhundert stammen, Oleg hingegen aus dem 11. Jahrhundert.

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[NEWS] Phase X – Phantastische Botanik

Herausgegeben von Ulrich Blode, Michael Haitel und Guido Latz erschien dieser Tage bei Atlantis das phantastische Magazin Phase X, das diesmal mit einer interessanten Mischung aus botanischen Artikeln und Kurzgeschichten aller Spielarten der Phantastik aufwartet:

Die zehnte Ausgabe mit paradiesischem Unkraut, der Natur des Verborgenen, sonnige Paradiese, Triffids, Mutter Natur, die zurückschlägt, der Liebe in den Zeiten der Klimakatastrophe, gekrönt von Kurzgeschichten aus den Federn von Gabriele Behrend, Gustav Meyrink, Kurd Laßwitz, Sebastian von Arndt und Inge Ranz.

Der Inhalt en detail:

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[NEWS] NOVA Science Fiction Magazin

Es war eine schwere Geburt, aber nun ist es erschienen: Das NOVA Science Fiction Magazin, Ausgabe 22, herausgegeben von Olaf G. Hilscher und Michael Iwoleit, eine wichtige Plattform für hochwertige Kurzgeschichten deutscher Autoren.

Kurzgeschichten:
Andrea Tillmanns Noctonium für alle Illustriert von Michael Wittmann
Guido Seifert Die silberne Dose № 2 Illustriert von Markus Bülow und Robert Porazik
Sami Salamé Smithy & Archie … und die Verschwörung der fliehenden Köpfe Illustriert von Stas Rosin und Rasputin
Steffen König 8:16 Illustriert von Marco Schüller
Marian Ehret Die Fukushima-Kriege Illustriert von Thomas Hofmann und Susanne Jaja
Michael Marrak Der mechanische Dybbuk Illustriert von Michael Marrak

International:
Mike Resnick Credo Illustriert von Gloria Manderfeld

Essay:
Christian Hoffmann Dystopia liegt in Afrika Über Ngũgĩ wa Thiong’os Roman Herr der Krähen

(Verlagsinfo)

Paperback, 168 Seiten
ORIGINALAUSGABE
Amrun Verlag und Buchhandel

Mark Brandis: Metropolis-Konvoi (Folge 27)

Wettlauf mit der Zeit: Wer kennt das „Sesam öffne dich“?

2135: Der Staub des zerstörten Asteroiden IKARUS (Folge 26) überzieht die Erde mit einem Grauschleier, der das Sonnenlicht blockiert, und die Ernten sind daher klein, oder fallen ganz aus. Die 50 Millionen Menschen in Metropolis, angewiesen auf Nahrungsmittellieferungen der Union, hungern seit Wochen. Verzweifelte Versuche, der Not Herr zu werden, sind gescheitert. In dieser Situation führt Lt. Louise Demnitz Vormann Mark Brandis von der Raumrettung in das Sondergefängnis der Millionenstadt, auf der Suche nach dem wahren Kern eines Mythos aus dem Bürgerkrieg … (erweiterte Verlagsinfo)

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[NEWS] DAVID WEBER: Nimue Alban – Kampf um die Siddarmark

Science-Fiction bei Bastei Lübbe: „Nimue Alban – Kampf um die Siddarmark“ von David Weber.

Die Menschheit musste die Erde vor langer Zeit verlassen, um der Auslöschung durch eine überlegene außerirdische Spezies zu entgehen. Auf einem fernen Planeten begann sie ein neues Leben. Dort leidet sie unter einer Kirchendiktatur, die alles Wissen um die moderne Menschheitsgeschichte erbarmungslos unterdrückt. Doch nicht alle sind bereit, dies hinzunehmen. Unter ihnen die ehemalige Offizierin Nimue Alban, die den Kampf gegen die Diktatur aufnimmt …
(Verlagsinfo)

Taschenbuch, 560 Seiten
Originaltitel: Midst Toil and Tribulation A

Der Verlag bietet unter dieser Adresse eine Leseprobe an.

Niklas Peinecke – Das Haus der blauen Aschen (D9E)

Terry Pratchetts Scheibenwelt kennt man als Leser phantastischer Literatur, denn selbst wenn man um die Bücher mit den eigenartigen Titelbildern einen Bogen macht, sind sie in den Bereichsregalen üblicher Buchhandlungen nicht zu übersehen. Und zur Scheibenwelt weiß man auch, dass man sich ein beliebiges Buch auswählen und es – ohne die geringste Kenntnis der umfangreichen Welt – lesen und genießen könnte. Nach dem gleichen Prinzip funktioniert Die neunte Expansion, die ambitionierte Science Fiction Reihe des Wurdackverlags.

Eingebettet in dieses Universum, das sich in Nutzung und Ausarbeitung momentan eine Schriftstellerin und vier Schriftsteller teilen, liegt mit dem »Haus der blauen Aschen« der erste Roman einer Trilogie von Niklas Peinecke vor. Die Astrophysikerin Farne stößt während langweiliger Routinearbeiten auf den braunen Zwergstern ERC 238, von dem vor langer Zeit ein ungewöhnliches Signal ausging. Die Umstände wecken ihr Interesse, so dass sie alles daran setzt, eine Expedition zu diesem Stern, den sie kurzerhand Ercan nennt, auszurüsten. Mit von der Partie sind ihr alter Freund Hanner als Geologe, zwei Piloten, ihr vertrauter Freund und Kollege, die starke KI Karman, sowie die Ärztin Parka Laer, die unter zweifelhaften Umständen in die Mannschaft rückte, als der ursprünglich vorgesehene Arzt bei einem Tauchgang verloren ging.

Und von Anfang an scheint die Reise unter einem unglücklichen Stern zu stehen, denn verschiedene Interessengruppen stören immer wieder die Pläne, eine unbekannte Agentin drückt Farne einen »Roten Koffer« in die Hand, und es finden sich unverhofft vermehrt Hinweise auf die mythischen Hondh, deren Existenz sie bisher anzweifelte.

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Unsere Weihnachtsempfehlungen – Science-Fiction

Immer noch keinen Plan, was ihr euren Liebsten zu Weihnachten schenken sollt?

Unsere Redakteure haben das ganze Jahr über fleißig für euch gelesen – und sind dabei über das eine oder andere Buch gestoßen, das sich unter dem Weihnachtsbaum sehr gut macht. Anfangen wollen wir mit dem Bereich SCIENCE-FICTION

Andreas Brandhorst: Der letzte Regent, Heyne, 2013
„Epische Zusammenhänge, große Zeiträume, lebendige Figuren – mit „Der letzte Regent“ hat Andreas Brandhorst einen Roman vorgelegt, der ihn in eine Reihe stellt mit Iain Banks, David Brin und anderen Größen der Science Fiction.“ (Tobias Schäfer)
Unsere Rezension | Bei Amazon kaufen

Diverse Autoren, D9E – Die Neunte Expansion, Wurdack, 2013
„Die neue Science-Fiction-Serie aus Deutschland! Jeder Roman ist in sich abgeschlossen und eigenständig lesbar. Deutsche Schriftsteller entdecken die Zukunft der Menschheit und bescheren uns spannende Abenteuer! Los gehts mit dem Auftaktband von Dirk van den Boom, „Eine Reise alter Helden“.“(Tobias Schäfer)
Unsere Rezension zum ersten Band der Serie | Bei Amazon kaufen

Rob Reid: Galaxy Tunes (R), Heyne, 2013
“ „Galaxy Tunes (R)“ von Rob Reid ist der ironische Pageturner des Jahres! Die Alienkultur hält uns einen Spiegel vor: Gesetzedschungel, Reality-Soaps, bürokratische Mühlen – und dazwischen eine spritzige Handlung, die keine Langeweile aufkommen lässt.“ (Tobias Schäfer)
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[NEWS] RAIMON WEBER: Adam – Die letzte Chance der Menschheit

Nur mal schnell die Welt retten: „Adam – Die letzte Chance der Menschheit“ von Raimon Weber erscheint bei Baumhaus.

Südafrika, 2026. Nach einem Vulkanausbruch zehn Jahre zuvor ist eine neue Eiszeit angebrochen. Doch neben dem täglichen Kampf ums Überleben gibt es noch eine weitere Bedrohung: Immer mehr Menschen verschwinden spurlos. Wurden sie etwa entführt und von einem tödlichen Parasiten befallen? Der 16-jährige Polizeischüler Adam wird mit seinen Freunden in eine Sondereinsatztruppe beordert, um mehr über die mögliche Invasion herauszufinden. Für die Jugendlichen beginnt eine gefährliche Reise. Sie werden bedroht von Kräften, deren Existenz die Menschheit längst vergessen hatte …
(Verlagsinfo)

Gebundene Ausgabe, 288 Seiten
Ab 14 Jahren

[NEWS] NEAL ASHER – Die Vergessenen

Sci-Fi bei Bastei Lübbe: „Die Vergessenen“ von Neal Asher.

Jeremiah Tombs ist ein seelisches Wrack. Vor Jahren hat ihn ein mythisches Wesen attackiert und etwas mit seinem Verstand angestellt. Welches Geheimnis birgt Tombs in sich? Viel Zeit es herauszufinden bleibt nicht. Noch immer wird er verfolgt, denn in ihm könnten sich Informationen über den Selbstmord einer ganzen außerirdischen Lebensform verbergen. Wenn es denn Selbstmord war …
(Verlagsinfo)

Taschenbuch, 576 Seiten
Originaltitel: The Technician

Der Verlag bietet unter dieser Adresse eine Leseprobe an.

Uwe Post (Hrsg): 2012 – T minus Null

Diese Zusammenstellung von sechs Weltuntergängen hat ein Problem: Die Menschen schütteln den Kopf, wenn sie schon wieder mit dem Maya-Kalender und seinem Ende konfrontiert werden. Als Kaufanreiz hat der Titel also keine Chance, dagegen besticht das Buch mit seinem Inhalt: Sechs der interessantesten Stimmen der deutschen Science-Fiction entwerfen Szenarien der Apokalypse, die man sich einfach nicht entgehen lassen sollte. Herausgegeben wurde die Symphonie von Uwe Post, der zuletzt mit seinem Roman „Walpar Tonnraffir und der Zeigefinger Gottes “ die begehrten Genrepreise „Deutscher Science Fiction Preis“ und „Kurd-Laßwitz-Preis“ für 2011 absahnte.

Vincent Voss – 101112

Das Beste an Voss‘ Geschichte ist sicherlich das Ende. Wirklich anschaulich und apokalyptisch lässt er den Leser an den Erfahrungen seiner Protagonisten teilhaben. Dabei entwickelt sich der Text aus einigen merkwürdigen Einzelheiten und familiären Geheimnissen des Levin heraus in Richtung Unausweichlichkeit, gegen die Levin anfangs versucht sich zu wehren und dadurch die Sympathie des Lesers gewinnt.

Levin ist der Enkel Balthasars, welcher offenbar ein umtriebiger Mann war, der nun noch aus seinem Grabe heraus versucht, eine uralte Prophezeiung durch Levin erfüllen zu lassen. Ironischerweise hatte Levin sein Leben gänzlich unabhängig verbracht bis zu dem Tag, an dem er das Testament des Großvaters annimmt. Dadurch stößt er auf Geheimnisse, denen er sich nicht verschließen kann: Sie locken ihn auf die Spuren seines Großvaters und damit in die Fänge einer Sekte, des Cazimi-Kultes, deren Ziele und Grundlagen ihm verborgen bleiben. Schließlich offenbart sich ihm sein Erbe, das durch die Prophezeiung in ihm erwachen sollte: Er trägt den Samen einer uralten und unaussprechlichen Macht in sich, die zurück in die Realität drängt.
Uwe Post (Hrsg): 2012 – T minus Null weiterlesen

[NEWS] MICHAEL GRANT – BRZK Reloaded

Sci-Fi-Spannung für Jugendliche bei Egmont INK: „BZRK Reloaded“ von Michael Grant.

Du darfst nicht schlafen. Niemandem vertrauen. Keinen in deine Nähe lassen. Schon die sanfteste Berührung bedeutet den sicheren Tod. Denn sie sind überall. Um uns … IN uns. Bist du einmal infiziert, kontrollieren sie dich … bis in den Tod. Die Armstrong-Zwillinge wollen die Gleichschaltung aller Menschen, die absolute Kontrolle – ihre Handlanger sind ebenso wahnsinnig wie skrupellos. Und Plath kleiner Sieg im Tower war teuer erkauft: die halbe BZRK-Mannschaft ist am Boden, Vincent steht kurz vor dem Kollaps. Dabei verbergen sich in seiner Erinnerung Geheimnisse, die das Blatt wenden können. Doch wer sich in die Abgründe seines nano-verseuchten Geistes wagt, riskiert sie nicht weniger als den eigenen Verstand …
(Verlagsinfo)

Gebundene Ausgabe, 416 Seiten

[NEWS] ELSIE CHAPMAN – Du oder ich

Schwere Entscheidung bei Knaur: „Du oder ich“ von Elsie Chapman.

In einer Zukunft, in der jeder Mensch einen Doppelgänger hat, darf nur einer von ihnen überleben. Die beiden Betroffenen haben genau einen Monat Zeit, den jeweils anderen zu töten. Weigern sie sich, werden beide von der Regierung eliminiert. West Grayer ist die letzte Überlebende ihrer Familie und arbeitet als staatlich legitimierte Auftragskillerin. Eigentlich sollte es also kein Problem sein, ihre Doppelgängerin zu töten. Doch als sie ihr gegenübersteht, versagt Wests ansonsten so vorbildliche Zielsicherheit. Erst, als ihre Gegnerin ihre große Liebe Chord ins Visier nimmt, stellt West sich dem Duell auf Leben und Tod.
(Verlagsinfo)

Gebundene Ausgabe, 336 Seiten
Originaltitel: The Assignment

Norman, John – The Totems of Abydos

Entdeckungen im Urwald: Totems, Monster, Wandlungen

In der fernen Zukunft besuchen zwei Anthropologen den abgelegenen Planeten Abydos. Die zwei sind sehr verschieden: Was dem älteren Rodriguez selbstverständlich erscheint, schockiert den jungen Brenner zutiefst. Beispielsweise menschliche Frauen, die sexuelle Bedürfnisse haben und quasi in Leibeigenschaft gehalten werden.

Aber die zwei Forscher sind hier, um die einheimische Spezies der Pons zu untersuchen. Diese hat sie eingeladen, sie in den tiefen Wäldern von Abydos zu besuchen. Was die Forscher vorfinden, ist eigentlich schon vordekretiert worden, doch als sich die Ereignisse bei den Pons überstürzen, erhalten die beiden Forscher eine Erkenntnis, die die Heimatwelt des menschlichen Sternenimperiums erschüttern würde …

Der Autor

In seinem bis dato 34 Bände umfassenden Gor-Zyklus erzählt der 1931 geborene US-amerikanische Geschichtsprofessor John Norman (eigentlich John Frederick Lange) die Abenteuer des Erdenmenschen Tarl Cabot auf Gor, einem Planeten, der sich in seiner Umlaufbahn um unsere Sonne der Erde genau gegenüber befindet. Aber er hat noch etliche weitere Romane veröffentlicht, darunter die „Telnarischen Chroniken“, in deren Universum „Totems of Abydos“ spielt.

1: Gor – die Gegenerde (Tarnsman of Gor)
2: Der Geächtete von Gor (Outlaw of Gor)
3: Die Priesterkönige von Gor
4: Die Nomaden von Gor
5: Die Meuchelmörder von Gor
6: Die Piratenstadt von Gor
7: Die Sklavin von Gor
8: Die Jäger von Gor
9: Die Marodeure von Gor
10: Die Stammeskrieger von Gor
11: In Sklavenketten auf Gor
12: Bestien von Gor
13: Die Erforscher von Gor
14: Kampfsklave auf Gor (Jason Marshall #1)
15: Der Schurke von Gor (Jason Marshall #2)
16: Der Leibwächter von Gor (Jason Marshall #3)
17: Die Wilden von Gor
18: Die Blutsbrüder von Gor
19: Kajira von Gor
20: Die Spieler von Gor
21: Die Söldner von Gor
22: Dancer of Gor / Die Tänzerin
23: Die Verräter von Gor
24: Die Vagabunden von Gor
25: Die Zauberer von Gor
26: Witness of Gor
27: Prize of Gor
28: Kur of Gor
29: Swordsmen of Gor
30: Mariners of Gor
31: Conspirators of Gor
32: Smugglers of Gor
33: Rebels of Gor
34: Plunder of Gor

Handlung

PROLOG

Auf dem Planeten Abydos, der von Urwald bedeckt ist, lebt die Bruderschaft in einem kleinen wohlgeschützten Dorf. Denn im Urwald lauern wilde Tiere auf den unachtsamen Wanderer. Der alte Horemheb begibt sich dennoch immer wieder auf den unsichtbaren Pfad, der von seinem Dorf zu einer Plattform mitten im Wald führt. Indem er einen Faden aufnimmt, kann der Blinde dem Pfad folgen, bis er zur Plattform gelangt.

Hier tut er praktisch nichts, außer ein wenig von seinen Vorräten zu sich zu nehmen und zu warten. Niemals geschieht etwas, und selbst die Bestien, die ihn nach umschleichen, greifen ihn an. Was Horemheb hier in der Finsternis sucht, sind drei Dinge:

1) das Geheimnis
2) die Wahrheit
3) die Erinnerung

Er hat vor langer Zeit Bilder in seinem Verstand gesehen, die ihn vermuten lassen, dass es diese drei Dinge hinter der Wirklichkeit gibt, die die Bruderschaft kennt. Vielleicht liegt das Geheimnis in dem alten Pergament mit seinen Sprüchen und Anrufungen. Doch auf die Anrufung hin rührt sich auf der Plattform ebenfalls nichts. Die Frage ist allerdings, wer überhaupt diese Plattform errichtet hat. Sie ist groß und aus hartem Stein. Horemheb hat von Raumschiffen gehört, aber noch nie eines gesehen. Unverrichteter Dinge kehrt er ins Dorf zurück.

Haupthandlung

In der fernen Zukunft haben die Menschen das Universum erschlossen und den einen oder anderen Planeten besiedelt, aber es gibt viele Welten, mit denen sie Freundschaft schlossen. Der Kapitän des Raumschiffes, das die zwei Anthropologen Brenner und Rodriguez nach Abydos bringt, ist so ein Fremdwesen, ein Zard. Doch der Translator erlaubt ihm , sich mit ihnen zu verständigen.

Allan Brenner ist jung, naiv und ehrgeizig. Emilio Rodriguez hingegen nähert sich dem Ende seiner Laufbahn und genießt diverse Laster, wie etwa Alkohol und Tabak beziehungsweise deren Äquivalente in dieser Zukunft. Er sagt, er habe den Tod vielfach gesucht, um mehr über das Leben herauszufinden. Allein schon dieses Unterfangen wäre auf der Heimwelt verpönt, denn dort sind alle gleich und alle gleich zufrieden. Sie müssen es auch sein, denn die wohltätige Administration sorgt dafür, so oder so. Brenner hat herausgefunden, dass er selbst um ein Haar postnatal abgetrieben worden wäre. Kann eine Gesellschaft, die die absolute Macht über ihre Mitglieder beansprucht, wirklich so wohltätig sein, wie sie behauptet?

Die Bergbaugesellschaft, die eine Erschließungslizenz für Abydos hat, betreibt (ähnlich wie in „Avatar“) ein ausgedehntes Lager auf der Planetenoberfläche: Company Station. Diese Station ist ringsum von einem hohen Zaun gegen den Urwald abgeschottet – ob aus notwendigem Schutz gegen außen oder um den Diebstahl von wertvollem Gerät zu verhindern, bleibt offen. Mehrere nichtmenschliche Spezies leben hier, nicht zuletzt wieder die geschäftstüchtigen Zards.

Schon die erste Nacht hält für Brenner mehrere Schocks bereit. Auf der verregneten Straße stößt er mit einer vermummten Gestalt zusammen: eine barfuß gehende, sehr hübsche Frau, die unglaublicherweise unter ihrem Regenmantel ein „Kleid“ trägt. Ein derart antiquiertes und unzüchtiges Kleidungsstück kennt Brenner nur aus historischen Büchern. Denn auf der Commonworld gibt es weder Mann noch Frau, sondern nur Personen, und so etwas Sex ist seit Langem abgeschafft und durch künstliche Befruchtung ersetzt worden. Schließlich weiß der Staat ja am besten, was für seine Mitglieder am besten ist.

Der zweite Schock sind die Zimmermädchen, die gerade im Company Hostel das Zimmer der beiden Besucher herrichten. Auch sie tragen „Kleider“, aber obendrein noch kleine Fußkettchen, an denen eine kleine Scheibe angebracht ist. Rodriguez zeigt Brenner an einem Exemplar, was diese Scheibe zeigt: das Logo der Company. Das Fußkettchen ist also keineswegs Schmuck. Diese Zimmermädchen sind vielmehr vertragsgebundene Leibeigene der Company.

Doch es kommt für den armen Brenner noch viel schlimmer: Körperkontakt! Die erste Lokalität, die Rodriguez aufsucht, ist eine Bar. Dort süffelt er mit Genuss sein velasisches Bier namens „Heimat“. Fehlt nur noch, dass er sein bertinisches Kraut raucht, befürchtet Brenner. Der Barbesitzer ist ein Zard, der mit einer Gerte zweimal auf seinen Tisch knallt. Beim ersten Mal kommt eine Blondine in einem „Kleid“ zu den beiden Besuchern, doch die zeigen kein Interesse. Es ist klar, dass ihr Interesse nur gespielt ist, erkennt Brenner. Ganz anders das zweite Mädchen, eine Brünette. Ihre Unterwürdigkeit ist echt. Und wegen der Angst, die sie vor der Gerte des Besitzers hat, schmiegt sie sich mit Armen und Wange an Brenners linkes Bein.

Er möchte am liebsten vor Scham im Boden versinken. Nicht weil sie offensichtlich eine nicht ganz freie Person ist – auch sie trägt ein Kettchen am Fußgelenk -, sondern wegen seiner eigenen physischen Reaktion: Er begehrt sie. Er hat es Rodriguez bereits gestanden: Er habe sexuelle Bedürfnisse. Dafür hätten ihn die Behörden auf Commonworld ins Umerziehungslager geschickt. Oder postnatal abgetrieben.

Dass es einen erheblichen unterschied ausmacht, ob eine Frau, die sich ihm anbietet, eine Sklavin ohne jede Rechte oder eine freie Frau ist, lernt Brenner nicht nur durch Rodriguez‘ Lehren, sondern auch durch praktische Erfahrung. Die Brünette hat die Wahl, ob sie ihm in allen Belangen zu Willen ist, selbst wenn sie bei Weigerung ihren Vertragskalter, den Zard, dadurch vergraulen und dazu veranlassen würde, ihr eine Vertragsstrafe aufzubrummen. Eine Sklavin hingegen hätte keinerlei Wahl und könnte bei Weigerung ohne Folgen getötet werden.

Brenner hätte nie geglaubt, dass ihn eine Frau dazu bringen könnte, alle seine Prinzipien und indoktrinierten Überzeugungen zu überwinden, zu vergessen, aber die Brünette schafft es. Es ist genau das, was sie will: eine Frau zu sein, die mit einem Mann, dem sie sich freiwillig unterwirft, zusammen sein will. Umso besser, wenn der Kunde auch noch mit ihrem betragen und ihren Leistungen vollauf zufrieden ist!

Bei den Pons

So ein Pon sieht sehr unscheinbar aus: Gerade mal drei Fuß ragt er über den Boden hinaus, ist meist in eine grob gewebte Kutte gehüllt, hat ein, wie Brenner findet, äffisch aussehendes Gesicht und spricht meist kein Wort. Dieser erste Eindruck, so muss er feststellen, täuscht. Von den Händlern in der Company Station haben einige Pons durchaus Ausdrücke der Gemeinsprache aufgeschnappt, die sie sinnvoll einsetzen können. Sie können sogar zählen, solange man mit der Zahl, sagen wir: drei, einen konkreten, sichtbaren Gegenstand verbindet, sagen wir; einen Kieselstein. Das abstrakte Konzept einer Zahl „drei“, mit der sich rechnen ließe, ist ihnen unerreichbar.

Wie clever die Pons sind, zeigt sich Brenner, als er mit Rodriguez dem Pfad folgt, der kilometerweit durch den Urwald von Abydos führt: In jeweils 50 Metern Abstand liegt ein weißer Stein, der als Markierung des Wegs dient. Dass sich solche Steine auch versetzen lassen, um den Wanderer in die Irre zu führen, muss Brenner später zu seinem Leidwesen herausfinden. Die Pons benutzen auch Werkzeuge, nämlich einen Graber, und wahrscheinlich auch Werkzeuge zum Schneiden und Schnitzen. In ihrem Dorf ragt ein aus Holz errichteter Tempel zwischen den Holzhütten auf, zu dem ihnen die Pons den Zutritt verwehren.

Die Totems

Aber sie scheinen keine Waffen außer zugespitzten Stöcken zu haben. Was hat es nun mit ihren Totems auf sich, fragt sich Brenner, denn wegen denen ist er ja lichtjahreweit geflogen. So ein Totem sei eine vielschichtige Angelegenheit, doziert Rodriguez (zu unserem Nutzen). Es sei herauszufinden, welche Art von Totemkult die Pons pflegen.

So ein Totem sei an sich ein Schutzgeist, den eine Gruppe verehrt und dessen Regeln und Tabus sie befolgt. Jeder Tabubruch werde durch Buße bestraft. Ein Totem ist aber auch dessen Abbild, wie man etwa an den Totempfählen der Ureinwohner der amerikanischen Pazifikküsten sehen kann. Zu den strengsten Regeln des Totems gehört die Exogamie. Das bedeutet, dass jeder Gruppenangehörige keinen anderen Angehörigen seiner Gruppe berühren oder sich gar mit ihm paaren darf. Jede Paarung muss also mit den Mitgliedern einer anderen Totemgruppe erfolgen. Dumm nur, denkt Brenner, dass die Pons nur ein Totem haben, die Waldmaus: Wie wollen sie da Exogamie realisieren?

Monster

Dies ist nur eines der vielen Rätsel, auf die die beiden Forscher bei ihrem wochenlangen Aufenthalt stoßen. Die Pons sind auch Diebe. Auf einmal sind die beiden Walkie-Talkies verschwunden, ein Rasierspiegel, die Kamera, der Audiorekorder und vieles mehr. Nur sein als Teleskop getarntes Gewehr, das hier höchst illegal ist, hat Rodriguez bislang vor den Langfingern bewahren können.

Wie nützlich das Gewehr, das Explosivgeschosse abfeuert, ist, stellt sich heraus, als Brenner die ultimative Katastrophe auslöst. Zwei Gruppenmitglieder haben einander berührt und das Tabu verletzt. Sie sollen sterben. Brenner stellt sich zwischen Verteilte und Henker und behauptet, es sei in Ordnung, einander zu berühren. Hat er das bei seiner Begegnung mit der Brünetten gelernt? Auf seiner Heimatwelt nämlich herrscht strengstes Berührungsverbot, genau wie bei den Pons.

Die Pons sind erst vor Entsetzen wie erstarrt. Wer das tabu des Totems verletzt, hat nicht nur mit schlimmen Bestrafungen zu rechnen, sondern hebt die Gültigkeit des Tabus und somit des Totems an sich auf. Wenn es aber keine Totems mehr gibt, gibt es nichts mehr, das als Leitfaden fürs leben dienen kann. Übrig bliebe nur das blanke Chaos. Rodriguez, der Brenner auf diese Konsequenzen hinzuweisen versucht, dringt bei Brenner, der sich als Retter sieht, nicht durch.

Schon am nächsten Tag greift das erste Monster einen Pon an, der auf dem Feld arbeitet. Und dreimal darf man fragen, wem die Pons die Schuld daran geben werden, fragt sich Rodriguez. Er eilt mit Brenner in den Wald, um mit seinem Gewehr das Raubtier zu erlegen …

Mein Eindruck

In einem Interview hat John Norman gesagt, dass seine drei Lieblingsautoren Homer, Freud und Nietzsche seien. In „Totems von Abydos“ kann man ablesen, wie die Gedanken Nietzsches und die Theorien Freuds mit dem Abenteuergarn einer „Odyssee“ verknüpft worden sind. Ein guter Schuss H. Rider Haggard findet sich ebenfalls. Mehr dazu weiter unten.

Formal und werkchronologisch lässt sich der Einzelroman an die „Telnarischen Chroniken“ anknüpfen, eine SF & Fantasy-Trilogie, die von Warner Brooks rabiat abgewürgt wurde, als der zuständige Lektor wechselte. Dass der neue Lektor das Ideengut, das Norman verbreitet, ablehnte, ohne den bereits erzielten Bucherfolg zu berücksichtigen, ließ sich der Autor eine Lehre sein. Seitdem achtet er darauf, nur bei E-Reads zu veröffentlichen, und zwar ausschließlich ungekürzte Ausgaben.

Konditioniert

Auch in „Totems“ wird der Leser bereits im zweiten, rund 60 bis 70 Seiten langen Kapitel darauf gestoßen, dass die Gesellschaft von Commonworld, die mehrere Jahrtausende in der Zukunft existiert, von politischen Imperativen abgewürgt wird. Brenner ist das direkte Produkt dieser verkrüpppelnden psychosozialen Konditionierung. Doch Rodriguez ist sein Gegenteil, ein Außenseiter und Rebell. Dass sie zusammen zu den Pons geschickt werden, hat einen Grund, der erst sehr viel später enthüllt wird. Ohne den Nietzscheaner Rodriguez hätte der naive Brenner einfach nicht überlebt.

Vorgeblich soll das dynamische Duo die Pons als die „ideale Gesellschaft“ entdecken, eine sanfte, friedliebende Art des frühen Menschen, wie er von der Meta-Partei der Commonworld als Ideal propagiert wird, um die Massen ruhig und leicht regierbar zu halten. Es ist eine grandiose Ironie, die ans Satirische grenzt, dass sich die Pons als die Endstufe des Menschengeschlechts von der Heimatwelt erweisen: Sie sind unfruchtbar und nähern sich dem Aussterben ihrer Rasse.

Wahrheitssucher

Doch sowohl Brenner als auch der rebellische Rodriguez suchen die Wahrheit, als Wissenschaftler wie auch als Männer. Seine Männlichkeit muss Brenner erst noch im Bordell der Company Station entdecken, während Rodriguez dort etwas ganz anderes vorhat: Er schwängert die Leibeigene des Zard, die er gemietet hat. Beide Erfahrungen verwirren Brenner, doch das ist noch nichts im Vergleich zu den Entdeckungen, die er mit seinem Mitreisenden bei den Pons macht. Diese 250 Seiten des Anfangs erweisen sich später als notwendig, um sowohl die beiden Protagonisten als auch die Brünette verstehen, die am Schluss erneut auftaucht.

Nachdem die mühselige Kärrnerarbeit der Einführung erledigt ist, legt die Handlung mit hohem Tempo los. Ich meinte, mich stellenweise in einem Abenteuergarn von Henry Rider Haggard zu befinden, dem berühmten viktorianischen Autor solcher Klassiker wie „Sie“ und „König Salomons Minen“. Allerdings wäre dies kein John-Norman-Roman, wenn er nicht auch Nietzsches Ideen und Freuds Lehren mit einbrächte. So wird daraus etwas völlig Unerwartetes. Es ist schwierig, nicht zuviel davon zu verraten. Ich war jedenfalls mehrmals überrascht und am Schluss begeistert.

Die Totems

Dies ist kein Vorläufer von „Avatar“, denn es gibt keine ökologische Botschaft, und das vom Aussterben bedrohte Volk der Pons ist keine fremde Spezies, sondern die Endstufe der menschlichen. Nein, es geht um Entdeckungen, die im Bereich des Religiösen liegen und zwar in der frühesten Form jeder Religion: im Totemkult.

Wie oben erwähnt, dient der Totemkult zwei Hauptzwecken: Die Verehrung eines Schutzgeistes dient dem Schutz des Totemtiers ebenso wie der Errichtung von Regeln, die vom Totemgeist (lies: Gott, großer Geist, Schöpfer usw.) abgeleitet sind und Tabus rechtfertigen. Das wichtigste dieser Tabus ist das der Exogamie. Es legt fest, dass es keine Paarung innerhalb einer Totemgruppe geben darf. So lässt sich Inzest vermeiden, der zu negativen Mutationen im Erbgut der Gruppe führen würde. Das ist also ein sinnvolles Tabu.

Grüße von Oidipos rex

Doch Rodriguez, der ketzerische Nietzscheaner, hat in uralten, verborgenen Schriften, die sämtlich verboten sind, eine weitere Theorie gefunden, die den Totemkult rechtfertigt, ja, notwendig macht: das Ödipus-Syndrom. (Spätestens jetzt dürfte bei den Freud-Gegnern Alarmstufe Rot ausgelöst werden!) Es besagt, vereinfacht gesagt, dass die Nachkommenschaft eines Vaters und einer Mutter das Problem hat, den Vater zu wollen, um die Mutter begatten zu können. Bei König Ödipus, der sich blendete, erfolgte dies unwissentlich. Dennoch wurde er von den Göttern gestraft.

Aber wie verhält sich dies bei den so sanft und unschuldig erscheinenden Pons? Auch sie haben in ihren Totemkult, der keineswegs der Waldmaus gilt, eine Vaterfigur eingebaut: Es handelt sich um einen riesigen Löwen, der von einer anderen Welt importiert worden sein muss. Doch warum hat das über zehn Meter hohe Raubtier nicht schon längst sämtliche Pons zum Dessert verspeist? Im Gegenteil: Es scheint, wundert sich Brenner, die Pons vor den anderen Raubtieren des Urwaldes zu beschützen.

Wer aber Ödipus und Freud kennt, ahnt schon, worauf dies hinausläuft: Der Riesenlöwe mag eine Vaterfigur sein, die als totemistischer Schutzgeist dient, doch ihre Tage sind gezählt: Das Tier ist alt geworden. Die Pons zählen darauf, dass der Vater, anders als etwa der Titanenvater Chronos, seine Kinder nicht verspeisen wird. Ganz im Gegenteil: Es kommt der Tag, das sich der Vater für seine Kinder opfert und der Pakt so erneut besiegelt wird.

Die Aufgabe eines Helden

Wer aber wird das Riesentier erledigen und seinen Verehrern zum Fraß vorlegen? Ein Held wird dringend benötigt, ein Riesentöter, der den Wandel im Pakt einläutet. Brenner hätte sich nie träumen lassen, dass ausgerechnet er dieser Held zu sein hätte. Und dass er sein ganzes Leben lang für genau diese Aufgabe und was danach kommt, ausgewählt worden ist. Denn für Normans Ansichten gilt stets, dass das Ende stets der Beginn von etwas Neuem, etwas Anderem, vielleicht etwas Besserem darstellt. Die neue Form, die Brenner annimmt, kann man sich bereits denken…

Schwächen

Wie schon erwähnt, muss der Leser die Aufgabe bewältigen, die ersten 250 Seiten dichter Exposition zu überwinden. Zugegeben, es ist nicht uninteressant, was die beiden Forscher über sich und ihre Gesellschaft kundgeben. Und die Sexszene, die sich mit der Brünetten über Dutzende von Seiten entspinnt, hat ihren ganz eigenwilligen erotischen Reiz. Brenner ist, wie der goreanische Held John Marshall, ein sanfter Mann, der keiner Frau, die sich ihm unterwerfen will, etwas zuleide tun könnte. Er wird eines Besseren belehrt, als sich seine unterdrückten Leidenschaften regen, wenn sie ihre Verführungskünste anwendet.

Sobald dieser 250-Seiten-Komplex überwunden ist, kommt die Handlung richtig flott in die Gänge, und die Dialoge, die die beiden Forscher führen, führen den Leser von einer bemerkenswerten Entdeckung zur nächsten – bis Brenner die Katastrophe unter den Pons auslöst, indem er ihr stärkstes Tabu negiert: Es sei in Ordnung, wenn zwei Liebende aus der gleiche Totemgruppe zusammen seien. Das Ende des Exogamie-Tabus würde aber die Grundfesten der Pons-Religion und -Gesellschaftsordnung erschüttern…

Druckfehler

Was mich wirklich frustriert hat, sind jedoch nicht die langen Reden am Anfang, sondern die zahlreichen Druckfehler im Text. Irrelevante Zeichen und fehlerhafte Wortformen („amongstst“) tauchen zuhauf auf, und nicht selten stehen zwei Einsen für zwei L. Warum dieser Text nicht redigiert wurde, weiß ich nicht, aber die Kostenfrage dürfte eine Rolle gespielt haben. Die Textformen der Gor-Romane sehen jedenfalls viel besser aus.

Unterm Strich

Dieser Norman-Roman ist in vielerlei Hinsicht ein Solitär. Obwohl im Telnarischen Imperium (oder was davon noch übrig ist) angesiedelt, hat er nichts mit den typischen Master-and-Slave-Handlungen zu tun (außer in einer Sequenz am Anfang). Und mit den Gor-Romanen teilt er sich nur die Ansicht, dass es auf vielen Welten dieses Sternenreiches Sklaven, Arenen, Gladiatorenkämpfe usw. wie im alten Rom gibt. Die vielen Namen aus der bekannten Antike, wie Megara, Sybaris, Naxos, Chios usw. belegen, dass sich der Geschichtsprofessor bestens damit auskennt.

Wichtiger sind die philosophischen Konzepte, die hier – mal wieder – verhandelt werden: Was sind Wahrheit, Vernunft, Moral, Gut und Böse? Dies ist aber der erste Roman Normans, der sich explizit mit einem religiösen Konzept befasst, nämlich dem Totemkult. Das römische Wort „religio“, von dem unser Wort „Religion“ stammt, bedeutet „Hingabe, Verehrung“, und genau das tun die Pons mit ihrem Schutzgeist, dem Totem. Wer an die Totemtiere der nordamerikanischen Ureinwohner denkt oder an afrikanische Kulte, liegt richtig. Der Autor erklärt sie im Detail, so dass der Leser nichts selbst nachlesen muss – aber ein Blick in die Wikipedia wäre nützlich.

Ödipus lässt grüßen

Der verblüffende Kniff, den Norman einsetzt, besteht nun darin, dieses mehr oder weniger bekannte und verbreitete Konzept mit einem tiefenpsychologischen Phänomen zu begründen, nämlich dem Ödipus-Komplex. Klar stand hier Sigmund Freud Pate, aber die Umsetzung ist purer Norman, als in erzählerischer Form. Ich folgte den Ausführungen von Rodriguez, der mittlerweile ebenso wie Brenner stark verwandelt ist, mit großer Aufmerksamkeit und einigem Erstaunen.

Anschließend die Welt von Abydos aus der ungewohnten Sicht eines Riesenlöwen zu betrachten, der einen Pakt mit den winzigen Pons geschlossen hat, ist ein besonderes Erlebnis. Die Natur des Paktes zwischen den Pons und ihrem Totemtier hat sich merklich verändert: Der Pakt repräsentiert nun nicht mehr ein einengendes Tabu, das immer wieder Opfer fordert – es gibt nur noch 70 Pons -, sondern das nun zum Symbol der Freiheit geworden ist.

Freiheit – das ist die Kernbotschaft des Romans. Wie sie zu erringen ist, erfordert nicht nur Einsichten in das, was wahr und was wirklich ist, sondern auch den Mut, alte Barrieren und Denkverbote zu überwinden. Der Preis dafür ist manchmal hoch – mitunter das Menschsein selbst, sofern man Menschlichkeit als den Besitz eines menschlichen Bewusstseins in einem menschlichen Körper definiert. Es geht aber auch anders, wie dieser Roman zeigt.

Englischniveau

Aber auch hier ist, wie im gesamten Roman, ein sehr hohes Englischniveau vonnöten, um dem vielfach akademischen Sprachgebrauch folgen zu können. Wohl dem, der ein dickes Wörterbuch sein Eigen nennen kann – oder einen leichten Webzugang zu LEO und Co. Während die Gor-Romane meist vergleichsweise einfach im Vokabular und im Aufbau zu bewerten sind, kommen die Einzelromane Normans „Ghost Dance“, „Totems“ und „Time Slave“) ziemlich schwierig daher. Ganz besonders dann, wenn sie nicht redigiert worden sind.

Für wen sich das Buch eignet

Kurzum: Dieser Norman-Roman ist nur etwas für die allerentschlossensten und furchtlosesten Fans des Autors. Sie werden jedoch mit außergewöhnlich schönen Szenen und Entdeckungen belohnt werden. Wer Michael Bishops streckenweise anstrengenden Anthropologen-Roman „Transfigurationen“ (s. meinen Bericht) bewältigt hat, dürfte auch für „Totems“ fit sein. Nur dass Norman sich einiges bei H. Rider Haggard abgeguckt hat – zu seinem Vorteil und unserem Vergnügen.

Taschenbuch: 564 Seiten
ISBN-13: 978-1617564765

Campbell, Jack – Ein teurer Sieg (Die verschollene Flotte 6)

_|Die verschollene Flotte|:_

Band 1: [„Furchtlos“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=6124
Band 2: „Black Jack“
Band 3: [„Fluchtpunkt Ixion“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=7009
Band 4: [„Gearys Ehre“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=7364
Band 5: [„Der Hinterhalt“]http://buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=7589
Band 6: _“Ein teurer Sieg“_
Band 7 : Jenseits der Grenze (Beyond the Frontier, 04/2011, dt. im Feb. 2013)
Band 8: „Ein halber Sieg“ (dt. am 19. April 2013)

_Militär-SF: Wie man den Aliens in den Hintern tritt_

Seit hundert Jahren kämpft die Allianz verzweifelt gegen die Syndikatswelten, und die erschöpfte Flotte ist in Feindgebiet gelandet. Ihre einzige Hoffnung: Captain John Geary. Seit seinem heldenhaften letzten Gefecht hat man ihn für tot gehalten. Doch wie durch ein Wunder hat er im Kälteschlaf überlebt. Als dienstältester Offizier führt er das Kommando über die Flotte, um sie sicher nach Hause zu bringen. In einem Krieg, der nur in einem Fiasko enden kann …

Band 6: Der hundertjährige Krieg zwischen der Allianz und den Syndikatwelten tobt weiter, und Captain „Black Jack“ Geary wird zum Flottenadmiral befördert, obwohl der Große Rat der Allianz befürchtet, dass er einen Militärputsch vom Zaun brechen und sich zum Diktator erklären könnte. Gearys neuer Rang verleiht ihm die Befugnis, mit dem Feind zu verhandeln. Die Syndiks mussten gewaltige Verluste hinnehmen und sind möglicherweise endlich dazu bereit, in Friedensverhandlungen einzutreten. Doch jenseits der äußeren Grenze des Syndik-Raumgebiets lauert eine noch weit größere, fremde Gefahr … (Erweiterte Verlagsinfo)

_Der Autor_

Hinter dem Pseudonym „Jack Campbell“ verbirgt sich der ehemalige U.S. Navy-Offizier John G. Hemry. In seinem aktiven Dienst bei der Marine sammelte er viel Erfahrung, die er in seine SF-Romane einfließen ließ. Campbell lebt mit seiner Frau und seinen drei Kindern in Maryland, unweit Washington, D. C.

_Vorgeschichte_

Captain John „Black Jack“ Geary ist ein Kriegsheld aus jenen Tagen vor hundert Jahren, als der Krieg der Allianz mit den Syndikatswelten begann. Damals rettete er sich an Bord einer Rettungskapsel, die ihn im Kälteschlaf hielt, und wurde hundert Jahre später aufgefischt. Jetzt hat ihn die Flotte wieder aufgetaut, weil ein Notfall eingetreten ist: Die Allianz-Flotte ist im Feindgebiet umzingelt, nachdem sie verraten wurde. Ihr bleibt nur die Wahl zwischen bedingungsloser Kapitulation und völliger Vernichtung durch die zahlenmäßig überlegene Syndic-Flotte.

Um es kurz zu machen: Er bringt die Überreste der Allianzflotte heil zurück zur Hauptwelt der Allianz. Dort schlägt ihm blankes Misstrauen entgegen …

_Handlung_

Mit Co-Präsidentin Victoria Rione begibt sich Geary zum Sitz des Großen Rates, der die Allianz-Welt regiert. Wird er in einen Hinterhalt laufen, fragt sich der Kommandant, und einen Moment sieht es tatsächlich so aus, als hätten manche Generäle und Admiräle Finsteres im Sinn. Der Rat besteht selbstverständlich aus mehreren Fraktionen. Die einen sind hinterlistig auf Machterhalt erpicht, die anderen sind unglaublicherweise wirklich am Wohl und am Fortbestand ihrer Spezies interessiert.

Deshalb sieht sich Gearys einem Kreuzfeuer unterschiedlichster Fragen ausgesetzt. Ob er gedenke, die Macht an sich zu reißen, da ihm ja nun der mächtigste Streitkräfteverband der Allianz unterstehe? Er denke gar nicht daran, lautet Gearys verblüffende Antwort. Und es bedarf Co-Präsidentin Riones Zeugnis und Beredsamkeit, um diese unerwartete Antwort glaubhaft erscheinen zu lassen. Könnte Geary wirklich so verrückt sein, die Allianz retten zu wollen, statt sich zu bereichern?

Tatsächlich sehnt sich Geary, der über Hundertjährige, nach Jahren des unablässigen Krieges und der Tortur des Durchbrechens der Barriere der Syndikatswelten nur noch nach Frieden und Ruhe. Vorzugsweise an der Seite der überaus loyalen und einfühlsamen Kapitänin Tanya Desjani. Doch daraus wird nichts: Denn die Syndiks sind ebenso noch dort draußen an den Grenzen wie auch die Aliens jenseits des Syndikraums. Die Allianz kann nicht zulassen, dass sie einen neuen Angriff vorbereiten.

Das Hypernet, dessen supergeheimen Schlüssel er mitbringt, darf die Flotte indes nicht benutzen, denn es besteht der begründete Verdacht, dass die Aliens alle Hypernet-Tore so konfiguriert haben, dass sie jederzeit in Supernovae verwandelt werden können. Also ist die Allianz wieder auf die konventionelle Sprungmethode angewiesen, will sie die Syndiks zu einem Frieden oder wenigstens Waffenstillstand bewegen. Aber wenn man die Syndiks zu einem Bündnis gegen die Aliens veranlassen könnte, hätte die menschliche Spezies wesentlich bessere Überlebenschancen.

Als frischgebackener Admiral verlässt Geary die Ratssitzung, begleitet von loyalen Admirälen und einer zufriedenen Victoria Rione. Zwei weitere Räte, Costa und Sakai, begleiten die Flotte auf dem Weg ins Syndik-Gebiet. Nur Tanya Desjani brüllt Geary an, was ihm einfalle! Er will nur Flottenadmiral auf Zeit sein, also bis zum Ende dieser Mission. Er wundert sich über Desjani, die offenbar nur sein Bestes im Sinn hat, aber nicht privat, sondern nur in der Flotte, wie es scheint.

|Der Angriff|

Die Informationen, die der gefangen genommene Syndik-CEO Boyens über die verbliebene Syndik-Führung und die Aliens liefert, sind zu spärlich, um vorerst nützlich zu sein. Geary fliegt mit seiner Flotte, die durch ein paar neue Schlachtkreuzer fragwürdiger Qualität verstärkt worden ist, durch die Hintertür ins Hauptsystem der Syndiks. Deren Flotte befindet sich am anderen Ende des Systems, und natürlich ist das zentrale Hypernet-Portal komplett vermint. Hätte die Allianzflotte den naheliegenden Weg dorthin genommen, wäre es zu schweren Verlusten beim Eintritt ins System gekommen. Aber so fliegt sie in voller Stärke ein.

Die Syndiks verhalten sich nicht wie erwartet. Ihre Flotte greift nicht sofort an, sondern fliegt einen Kurs, der querab liegt. Geary fragt sich, ob sie ihn in eine Falle locken will. Es wäre nicht die Erste, in die er getappt ist. Die Gefahr muss also woanders zu finden sein. Aber das Hypernet-Portal, das sich auf ein Signal hin sprengen lassen würde, weist eine Schutzvorrichtung auf. Das beruhigt Geary zunächst, doch dann erfährt er, dass sich eine Schutzvorrichtung in ihr Gegenteil umprogrammieren lässt …

Der oberkommandierende Syndik-CEO Shalin tut freundlich und versucht, Geary zu provozieren. Die alte Allianzflotte hätte nun ohne zu zögern wie ein Stier angegriffen, um ihn und seine Flotte auf die Hörner zu nehmen. Geary sucht und findet den Hinterhalt, in den ihn Shalin locken will. Das gesamte System ist eine einzige große Mausefalle für die Allianz-Flotte! Ein zweites Kalixa droht, finstere Realität zu werden.

Doch erstens reicht es manchmal schon, die Mausefalle überhaupt als solche zu erkennen. Und zweitens kommt es im Katz-und-Maus-Spiel immer darauf an herauszufinden, wer die Katze ist und wer die Maus …

_Mein Eindruck_

Diesmal hat Geary die Aufgabe, den Krieg mit den Syndiks ein für alle Mal zu beenden. Zu seiner Bestürzung muss er erkennen, dass die Falle im Hauptsystem der Syndiks genausogut auf die Vernichtung der Allianzflotte hinauslaufen kann. Das macht diesen Moment so spannend: Die Kräfte sind ausgeglichen, und der Ausgang des Konflikts ist wieder offen.

|Zwei Frauen|

Nun kommt es wieder darauf an, die Figuren auf dem kosmischen Schachbrett möglichst günstig neu aufzustellen – oder die Regeln des Schachbretts zu verändern. Was Geary unternimmt, darf hier nicht verraten werden, aber ohne die Empfehlungen von zwei Frauen würde er nicht weit kommen, was ich sehr positiv finde: Desjani, die Kapitänin des Flaggschiffs, ist Geary nicht nur sehr zugetan, sondern auch ein kluger Kopf.

Doch da gibt es noch Victoria Rione, die Politikerin, die völlig anders denkt. Sie betrachtet die politischen Implikationen der verfahrenen Situation, in die die Syndiks die Allianzflotte gelockt haben. Weil es eine unüberwindbare Barriere im Sprechen und Denken von Offizieren und Politikern gibt, ist es immer Anlass zu Verwunderung, wenn Desjani und Rione übereinstimmen. Geary, der zwischen ihnen steht, wundert sich nicht nur, sondern bekommt auch beklommene Empfindungen, wenn sich die beiden Rivalinnen so einig sind – dabei sieht er nämlich meist nicht gut aus. So ist am Rande für eine kleine Komödie des Allzumenschlichen gesorgt, die die Anspannung ein wenig ausgleicht, die durch die militärischen Operationen verursacht wird.

|Action|

Die Raumschlacht gegen die Syndiks, die ebenso vorhersehbar wie unausweichlich ist, bildet den zentralen Mittel- und Wendepunkt dieses Bandes der Reihe. Ich werde den Ausgang nicht verraten, aber da Geary überlebt, um die Reihe fortzuführen, dürfte der Ausgang jedem Leser klar sein. Nur soviel: Wieder einmal bringen die Manöver Gearys einen entscheidenden Vorteil. Aber es kommt auf seiner Seite auch zum bestürzenden Versagen eines draufgängerischen Offiziers, immerhin der Captain eines Kriegsschiffs. Das verheißt nichts Gutes für die neue Generation an Allianz-Militär.

Doch wo bleibt dann das Action-Finale, fragt sich der erfahrene Leser der Reihe zu Recht. Zum Glück gibt es ja noch die Aliens, deren Existenz Geary und seine Leute immer wieder vermutet haben. Die Enigmas, wie die Syndiks sie nennen, haben die Portale des Hypernets, das sie den Menschen vor 69 Jahren „schenkten“, manipuliert und einen Endknoten zur Supernova explodieren lassen. Es sind also nicht gerade freundliche Zeitgenossen.

Auch die Würmer in allen Rechnern und elektronischen Systemen der Allianzflotte haben sie platziert und zu fiesen Zwecken benutzt. Geary & Co. finden heraus, dass die Syndiks bislang vergeblich gegen die Aliens gekämpft haben, weil sie keine Ahnung von der Existenz dieser Würmer hatten. Wie sich zeigt, dienen die Würmer dazu, die jeweilige Wahrnehmung der Alien-Bedrohung zu manipulieren – die Syndiks sehen die Welt ganz einfach nicht so, wie die Allianz sie sieht, nachdem sie die Würmer beseitigt hat.

Als die Aliens das Midway-System für sich beanspruchen, löst dies eine Kettenreaktion aus. Wenn dieses Grenzsystem fiele, müssten die Syndiks 20 Welten aufgeben. 20 Welten, die jetzt, nach dem Ende des Syndikats, allen Menschen gehören. Geary, Rione und Desjani ist klar, dass ein Rückzug nicht infrage kommt. Also bleibt nur die militärische Auseinandersetzung, um den Enigmas eins auf die Nase zu geben, was ihnen sagt: Bis hierher und nicht weiter!

|Humor|

Wieder mal fehlt der Humor nicht. In einer witzigen Szene mit Geary und anderen Allianz-Offizieren vergleicht der Autor Aliens mit ANWÄLTEN. Tatsächlich seien ihm, dem Offizier, schon Anwälte untergekommen, die keinen Unterschied zu Aliens aufwiesen. Solche Seitenhiebe mag der amerikanische Leser sicher. Dem deutschen Leser, der (noch) Respekt vor Anwälten hat, kommen solche Sätze eher spanisch vor, nehme ich an.

|Verhinderung der Love Story|

Seit (mindestens) vier Bänden läuft was zwischen Geary und Desjani. Aber was ist es, fragen sich die Leser zunehmend verwirrt, wenn nicht sogar verzweifelt. Sein mindestens vier Bänden schleichen die beiden umeinander herum, ohne zu Potte zu kommen. Sie reden von Ehre und Distanz und Respekt. Was soll das?! Der Grund ist die militärische Rangordnung.

Die Rangordnung, so erwähnt der Autor am Rande, verbietet den beiden im Rang verschiedenen Offizieren, sich auf eine Affäre einzulassen, wie sie Geary noch mit der nichtmilitärischen Politikerin Rione eingehen konnte (Band 1 und 2). Das kommt uns spanisch vor, denn wieso sollte die ferne Zukunft die gleichen Regeln befolgen wie das Militär des 20. Jahrhunderts, als es bereits die ersten Frauen im Militärdienst gab?

Der Grund ist also nicht bloß eine Nachwirkung der uralten Ständeordnung, sondern hat damit zu tun, dass Vorgesetzte, wie es Geary es als Flottenkommandant ist, keine Untergebenen, wie es Desjani als Kapitänin ist, ausnutzen und nötigen können. Nötigung würde die vielzitierte „Ehre“ der Beteiligten verletzen und sie zum Gespött des Offizierskorps machen. Beziehungen sind offenbar nur zwischen im Rang Gleichgestellten erlaubt. Das ergibt durchaus einen Sinn.

Aus dieser verqueren Logik ergibt sich zwingend, dass Geary die Ehre und die Liebe Desjanis nur auf einem einzigen Wege erhalten bzw. bekommen kann: durch die Heirat. Aber hallo!, denkt jetzt so mancher Leser, hier bahnt sich eine dramatische Szene an, und so kommt es auch, aber unter ganz anderen Vorzeichen, als es so mancher Leser erwartet.

_Die Übersetzung _

Ralph Sander hat einen guten, wenn auch nicht sonderlich anspruchsvollen Job erledigt. Falschen Endungen gibt es kaum, dafür eine Reihe von Kommafehlern. Aber beim Redigieren sind ihm ein paar Fehler unterlaufen, die den Leser verwirren können.

S. 170: „Mit Blick auf die Gerüchte über ein angebliches Verhältnis mit [Captain Tanya] Desjani habe, die die Runde machten …“ Das Wörtchen „habe“ ist in diesem Satz überflüssig.

S. 176: „Dann veränderte sich ihr Minenspiel.“ Ich spiele auch gern Minesweeper, aber nicht auf dem Gesicht eines Gesprächspartners. Der verzieht dann nämlich seine MIENE.

S. 180: „Ich bedauere ( …), was diese Legende Menschen wie Ihnen und Michael angerichtet hat. “ In gutem Deutsch sollte es „angetan“ heißen statt „angerichtet“.

S. 294, letzte Zeile: „Er könnte also durchaus der der Meinung sein …“ Ein „der“ reicht völlig aus, finde ich.

S. 378: „Gearyr“ statt „Geary“

S. 407: “ …würden wir uns freuen, wenn Sie uns im Gegensatz den Gefallen tun, es uns wissen zu lassen.“ Hä, wieso „Gegensatz“? Im Gegensatz wozu? Es geht an dieser Stelle um einen Austaussch von Gefälligkeiten, und dabei spricht man wohl besser von „im Gegenzug“ statt von Gegensatz. Ein echt dicker Hund, der auf unsichere Stilfähigkeiten des Übersetzers schließen lässt.

_Unterm Strich_

Die Beendigung des Krieges gegen die Syndiks dürfte sich so mancher Fan dieser Military-SF-Reihe anders vorgestellt haben. Die Allianzflotte sieht sich in einer großen Mausefalle gefangen. Spannende Frage: Wird sich der Held der Serie daraus befreien können, wird ihm erneut Inspiration zuteilwerden? Die lebenden Sterne, die in dieser fernen Zukunft, die Götter ersetzen, und die Vorfahren mögen ihm beistehen.

Wie auch immer: Der Autor erzählt straff und verzettelt sich nicht in Nebenhandlungen. Die zentrale Schlacht bestimmt die Mitte des Bandes und fällt höchst befriedigend aus, ab gesehen von kleinen Schönheitsfehlern an der Schlacht, für die gewisse Offiziere – immer wieder Offiziere – verantwortlich sind. Aber der Hintergrund dieser Taten verdeutlicht einmal mehr, dass beide Seiten, die Allianz wie auch die Syndiks, von hundert Jahren Krieg völlig ausgeblutet sind. Aber statt eines Schreckens ohne Ende, der bei Gearys Versagen droht, gibt es ein Ende mit Schrecken, das eine Entscheidung herbeiführt.

Nun kann sich die Allianz, als überlegener Vertreter der Menschheit, den Aliens zuwenden. Die finale Schlacht weist ihre ganz eigenen Reize auf, denn davor sehen sich Geary & Co. einer haushohen Übermacht gegenüber. Es gibt etliche Überraschungen, die hier nicht verraten werden dürfen.

Wie es sich gehört, kommt die menschliche Seite nicht zu kurz. Endlich finden Geary und Desjani, die einander ja schon ewig umschleichen, zueinander, und das sogar „voller Ehre“. Halleluja! Die Szene mit dem kuriosen Heiratsantrag kam mir vor wie aus einer dieser Militärkomödien aus den fünfziger Jahren. Auf moderne weibliche Leser könnte sie ganz schön bizarr wirken. Andererseits verschickt man auch heute keine Heiratsanträge per SMS, oder?

Das kann aber die Tragödien nicht verdecken, die der hundertjährige Krieg auch in gearys Familie verursacht hat. Seine Großnichte Jane gehört nun zur Flotte, sein Neffe Michael ist immer noch irgendwo verschollen und dessen Tochter wird bald ebenfalls der Marine beitreten. Der lange Krieg hat nun mittlerweile die Dimension eines Verhängnisses angenommen, das über den Gearys liegt. Das kommt Geary, dem ja selbst eben diese 100 Jahre fehlen, äußerst seltsam vor.

Die nächsten Bände werden also sowohl die Familiengeschichte der Gearys weiterführen, als auch die Suche nach Michael Geary, der im ersten Band spurlos verschwand. In dieser Hinsicht weist die Reihe einen langen Spannungsbogen auf, dessen Ende wahrscheinlich noch lange nicht erreicht werden wird.

|Taschenbuch: 445 Seiten
Originaltitel: The Lost Fleet: Victorious, 2010
Aus dem US-Englischen von Ralph Sander
ISBN-13: 978-3404206636|
http://www.luebbe.de

Vinge, Joan D. – Schneekönigin, Die (Tiamat 1)

_Der |Tiamat|-Zyklus:_

_“Die Schneekönigin“ _(„The Snow Queen“, 1980, deutsch bei Heyne, 1983)
„Die Spur der Schneekönigin“ („World’s End“, 1984, deutsch bei Bastei-Lübbe, 1984)
„Die Sommerkönigin“ („The Summer Queen“ 1991, deutsch bei Heyne, 1991)
„Tangled Up in Blue“ (2000, ohne dt. Titel)

|Planetare Abenteuergeschichte à la Asimov|

Als auf Tiamat der 150-jährige Winter zu Ende geht, sollen die Schneekönigin und ihr Liebhaber traditionsgemäß dem Meer geopfert werden. Doch die immer noch attraktive Herrscherin Arienrhod denkt nicht daran, die Macht abzugeben. Sie hat technisches Wissen von anderen Welten geholt, mit denen sie den leichtlebigen und primitiven Sommer-Leuten ein Schnippchen zu schlagen gedenkt. (Verlagsinfo)

Die Handlung ist quasi eine Abwandlung von Hans Christian Andersens Märchen von der Schneekönigin, die sich ihre Liebhaber zu deren Unglück ins kühle Bett holt. Dies ist der erste Band der Schneekönigin-Trilogie, und für dieses Buch erhielt die Autorin 1981 den HUGO-Award der amerikanischen Science-Fiction-Leser.

_Die Autorin_

Joan Carol Dennison Vinge (* 2. April 1948 in Baltimore, Maryland) ist eine US-amerikanische Science-Fiction-Autorin. Vinge studierte zunächst Kunst auf dem College, wechselte aber später ihr Hauptfach und erhielt 1971 ihren Bachelor in Anthropologie von der San Diego State University. In erster Ehe war sie von 1972 bis 1979 mit den Science-Fiction-Autor Vernor Vinge verheiratet. 1980 ehelichte sie den Science-Fiction-Herausgeber James Frenkel, mit dem sie zwei Kinder hat.

Ihre erste Erzählung „Tin Soldier“ konnte sie 1974 in der Anthologiereihe Orbit 14 veröffentlichen. Weitere Geschichten folgten in verschiedenen Science-Fiction Magazinen wie „Analog“, „Asimov’s ScienceFiction“ und „Omni“ sowie diversen Anthologien.

1978 erhielt sie für ihre Erzählung „Eyes of Amber“ (deutsch: Bernsteinaugen) ihren ersten Hugo Award und 1981 für den Roman „The Snow Queen“ (deutsch: Die Schneekönigin) einen weiteren Hugo sowie den Locus Award. Ihr Roman „Psion“ (1982) wurde von der American Library Association als eines der besten Bücher des Jahres für junge Erwachsene bezeichnet. Sie wurde für weitere Preise nominiert, so unter anderem für den John W. Campbell Best New Writer Award. (Quelle: Wikipedia) Mit Romanfassungen von bekannten Filmen wie „Return of the Jedi“ oder „DUNE“ hat Vinge bestens verdient.

|Werke|

|Der Himmels-Chroniken-Zyklus:|
• „The Outcasts of Heaven’s Belt“. (1978 , deutsch: In den Trümmern des Himmelssystems. Moewig, 1981)
• Legacy. (1980, deutsch: Vermächtnis. Bastei-Lübbe, 1982)

|Der Cat-Zyklus|
• „Psion“. (1982, deutsch: Psion. Heyne, 1985)
• Catspaw. (1988, deutsch: Katzenpfote. Heyne, 1990)
• Dreamfall (1996)

_Handlung_

Als auf dem Planeten Tiamat der 150-jährige Winter zu Ende geht, sollen die herrschende Schneekönigin und ihr Liebhaber traditionsgemäß dem Meer geopfert werden. Doch die immer noch attraktive Herrscherin Arienrhod (ein walisischer Göttername, der „Silberrad“ bedeutet) denkt nicht daran, die Macht abzugeben. Sie hat technisches Wissen von anderen Welten, der technisierten Hegemonie, geholt, mit denen sie den leichtlebigen und primitiven Sommer-Leuten ein Schnippchen zu schlagen gedenkt. Das Klima wird tropisch, und eigentlich sollten die Süd-Staaten der Welt die Herrschaft übernehmen.

Arienrhod hat ihr Leben durch ein aus dem Blut der Meermädchen gewonnenes Elixier verlängert. Zudem hat sie Klone von sich selbst anfertigen lassen. Ihr Liebhaber Sparks ist ebenfalls einer davon. Sparks war aber zuvor mit Moon Dawntreader, einem weiteren Klon, verlobt. Moon, die eine wahrsagende Sibylle ist, begibt sich auf die Suche nach ihrem verschwundenen Verlobten.

In die vielen Abenteuer, die sie dabei erlebt, sind u.a. ein weiblicher Offizier der Hegemoniepolizei, der frühere Lover der Königin, Herne, ein sehr pflichtbewusster Polizeisergeant und ein Mann von einem anderen Planeten namens Ngenet verwickelt.

|SPOILER|

Mit dieser Truppe gelingt es Moon, die Intrigen der Schneekönigin zu vereiteln, das Massaker an den – wie sich herausstellt – intelligenten Meermädchen zu beenden, Arienrhod ihrem verdienten Ende zuzuführen und selbst Sommerkönigin zu werden. Sie ist die erste Sibylle, die erkannt hat, dass in ihrem Gehirn alle Daten der technischen Errungenschaften der Hegemonie gespeichert sind. Diesmal wird also der Abzug der Hegemonie nicht gleichbedeutend mit dem Entzug der technischen Gaben und dem Rückfall in die Primitivität eines Bauernstaates sein. Moons Gefährte auf dem Thron soll Sparks werden.

_Mein Eindruck_

Obwohl die angesichts einiger vorausgegangener Erzählungen Joan Vinges (sie war mit Science-Fiction-Autor Vernor Vinge verheiratet) hochgespannten Erwartungen nicht voll erfüllt wurden – es gibt ein paar Durchhänger und die Originalität der Ideen (s. u.) lässt mitunter zu wünschen übrig – bleibt „Die Schneekönigin“ ein spannender und phantasievoller Abenteuerschmöker mit einigen intensiven gefühlsvollen Szenen.

Die Handlung ist gewissermaßen eine Abwandlung von Hans Christian Andersens Märchen von der Schneekönigin, die sich ihre Liebhaber zu deren Unglück ins kühle Bett holt, so dass deren Geliebte (im Märchen ist es Gerda) sie retten müssen. Ich dachte aber auch an die Eiskönigin in „Der König von Narnia“ (The Lion, the Witch, and the Wardrobe) von C.S. Lewis, die sich den jungen Edmund in ihr kühles Schloss holt. Daraufhin müssen seine drei Geschwister Peter, Suse und Lucy ihn retten kommen.

Die kosmische Konstellation des exzentrischen Tiamat-Sonnensystems, das 150 Jahre Winter beschert, gemahnt stark an Asimovs klassische Story „Einbruch der Nacht“, in der ein extrem langer Tag von mehreren tausend Jahren Dauer sein abruptes Ende findet – mit schwerwiegenden Konsequenzen für die Psyche der Bewohner dieser Planeten. Aber auch in der Helliconia-Trilogie wurden sehr lange Winter und Sommer erfolgreich zu einer dramatischen Handlung verarbeitet. Inzwischen wissen die Astronomen, dass exzentrische Planetenumlaufbahnen die Norm sind – und nahezu runde bzw. nur leicht elliptische Umlaufbahnen wie die in unserem Sonnensystem die krasse Ausnahme.

Vinge setzte diesen preisgekrönten Erfolgsroman mit „World’s End“ (Die Spur der Schneekönigin“, dt. bei Bastei-Lübbe) mit wenig Erfolg fort. Weit wichtiger ist der Abschluss des Zyklus mit der ebenfalls preisgekrönten Duologie „Die Sommerkönigin“ (1992), die seitenmäßig sehr umfangreich ist. Der Heyne-Verlag hat alle drei Bände 1993 in einer sehr schön aufgemachten Ausstattung veröffentlicht.

|Broschiert: 560 Seiten
Aus dem US-Englischen übertragen von Joachim Körber,
Mit Illustrationen von Ursula Olga Rinne
ISBN-13: 978-3453308800|
http://www.heyne.de