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Clarke, Arthur C. / Baxter, Stephen – Licht ferner Tage, Das

_Das Ende von Jesus, wie wir ihn kennen_

Was wäre, wenn wir das Leben des Jesus Christus von Anfang bis Ende beobachten und nachprüfen könnten? Wäre dies das Ende der Katholischen Kirche, der Christenheit?

Zwei namhafte Science-Fiction-Schriftsteller haben sich – nach Bob Shaw 1966 – wieder einmal des Themas „Beobachtung der Vergangenheit ohne Zeitreise“ angenommen. Ihr Roman ist gespickt mit netten Ideen, erreicht aber in der Qualität der Handlung nur Mittelmaß.

_Die Autoren_

Sir Arthur C. Clarke, geboren 1917 in England, lebt seit den fünfziger Jahren in Sri Lanka. Seine besten und bekanntesten Werke sind „Die letzte Generation “ (Childhood’s End) und „2001 – Odyssee im Weltraum“. Ebenfalls empfehlenswert ist der Startband des RAMA-Zyklus: „Rendezvous mit 31/149“ (Rendezvous with Rama), von dem Morgan Freemans Filmproduktionsfirma seit Jahren eine Verfilmung vorbereitet. Übrigens erfand der Ingenieur Clarke schon 1947 das Konzept eines künstlichen Satelliten.

Sein Landsmann Stephen Baxter, geboren 1957, wuchs in Liverpool auf, studierte Mathematik und Astronomie und widmete sich dann ganz dem Schreiben. Mittlerweile zählt er zu den bedeutendsten Autoren naturwissenschaftlich-technisch orientierter Science´-Fiction. Baxter lebt und arbeitet in der englischen Grafschaft Buckinghamshire.

Seine Bücher werden häufig mit den Pionierwerken von Heinlein und Asimov verglichen. Das ist auch ganz in Ordnung, doch hat er keine Sympathien für Heinleins militaristische und libertäre Tendenzen und dessen Neigung zu dozieren. Ich sehe ihn daher vielmehr in der Nähe zu einem anderen Superstar des Genres: zu eben jenem Arthur C. Clarke. Mit ihm kooperierte Baxter schon mehrmals, so etwa in „Das Licht ferner Tage“ oder „Die Zeit-Odyssee“. In dieser Tradition popularisiert Baxter Ideen der Science-Fiction und der Naturwissenschaft. Hierzu gehört wohl auch seine Roman-Trilogie über Mammuts und ein Roman mit dem selbsterklärenden Titel „Evolution“.

Aber Baxter war zu Beginn seiner Autorenlaufbahn auch richtig anspruchsvoll. Sein mehrbändiger XEELEE-Zyklus stellt eine eigene Future-History dar, in der eine Galaxien umspannende Alienkultur, die Xeelee, mit den Menschen in Kontakt tritt. Sie treten in „Exultant“ wieder auf, dem zweiten Band seiner neuen Trilogie „Destiny’s Children“.

_Handlung_

Die Erde sieht sich in den dreißiger Jahren des 21. Jahrhunderts wieder mal einer schrecklichen Bedrohung gegenüber. Am 27. Mai 2534 wird ein riesiger Komet, genannt der „Wurmwald“, alles Leben auf der Erde auslöschen. Untergangspropheten frohlocken, und viele Zeitgenossen glauben, nun könnten sie entweder gleich den Löffel abgeben oder total über die Stränge schlagen. Dennoch läuft das antiquiert erscheinende Programm der bemannten Raumfahrt weiter.

Aus einer ganz anderen Ecke eröffnen sich jedoch neue Perspektiven. Sie werden, wie uns der Prolog klarmacht, dereinst die Welt retten. Da gibt es eine Art Ted Turner der Neuzeit, ebenfalls ein Nachrichtensendermagnat. Hiram Patterson gehört „OurWorld“ und sucht nach Möglichkeiten der Nachrichten- und Datenübertragung in Echtzeit, also ohne Satelliten und Kabel. Sein Sohn David soll ihm bei der Forschung und Entwicklung helfen. Doch David lebt in England, ist streng katholisch erzogen und von seiner Mutter darauf geeicht worden, seinen Vater, der seine Mutter im Stich ließ, zu hassen. Dennoch akzeptiert er ein „Angebot, das er nicht ablehnen kann“.

David ist Quantenphysiker und erforscht Wurmlöcher, also winzigste Verbindungen durch die Raumzeit. Voilà: eine stabilisierte Verbindung zur Nachrichtenübertragung! Wie sich zeigt, kann dieses steuerbare Auge auch in die Vergangenheit „sehen“. Zunächst nur wenige Tage, dann Monate, dann Jahre, schließlich Jahrtausende – und das ist nicht das Ende der Fahnenstange. Die so genannte „WurmCam“ (von Wurmloch) ist ein Riesenerfolg: zunächst nur für OurWorld, dann für Historiker, dann für alle, die sich eine Armbanduhr leisten können, in die sie eingebaut werden kann. Ihre Anwendungsmöglichkeiten, auch zum Missbrauch, sind unabsehbar.

Doch Hiram hat noch einen zweiten Sohn, Bobby. Dieser ist loyal, doch nur deswegen, weil er schon bald nach der Geburt ein Kontrollimplantat eingesetzt bekommen hat, das seine Gefühle unterdrückt, u. a. die gegen den Vater gerichteten. Bobby lernt eine Journalistin, Kate, kennen unbd lieben, die ihn in die virtuelle Welt der VR-Sektengottesdienste einführt. Leider führt dies zwar zu einer tollen Sensationsgeschichte für Kate, aber sonst zu nichts. Erst als Kate nach dem Erfolg der WurmCam der Spionage verdächtigt und verhaftet wird, gerät Bobby in einen Interessenkonflikt mit seinem Vater. Dieser Konflikt eskaliert, als man ihm sagt, dass er ein Implantat trägt. Leider wird seine Gefühlswelt nicht so deutlich dargestellt, wie ich mir das gewünscht hätte.

Der Mittelteil ist den Forschungsergebnissen aus der „Zeitarchäologie“ mit Hilfe der WurmCam plus VR-Technik gewidmet: die Forscher sind quasi vor Ort – ganz nett, besonders für die Fans von Jesus Christus und Abraham Lincoln. Es trägt aber rein gar nichts zum Fortgang der Handlung bei. Lediglich wird klar, dass nun eine Ära der totalen Überwachung sämtlicher menschlichen Tätigkeiten anhebt. Dass Jesus irgendeiner der damals landläufigen Prediger in Galiläa war, war schon bekannt. Allerdings bieten das Buch auch eine verblüffend einfache Erklärung für Jesu Wunderheilungen. Leider hat Jesus bzw. Jehoschua nie eine der WurmCams, die ihn zu tausenden besichtigen, selbst zu Gesicht bekommen (Wurmlöcher sind viel zu winzig dafür) – seine Reaktion wäre interessant gewesen …

Nur David scheint sich weiterzuentwickeln. Er und Bobby lernen die Tochter seiner, Davids, Mutter kennen: Mary. Die ist auch nicht auf den Kopf gefallen! Mit ihrer Hackertechnik sowie der DNA-Verfolgungstechnik des FBI kann David die WurmCam wie ein sehendes Auge steuern – und stößt so auf Fakten, die Kate entlasten: Hiram hatte gegen Kate intrigiert. Bobby und die inzwischen befreite Kate gehen in den Untergrund. Nun, man kann sich ausrechnen, wie’s weitergeht.

Da sich die Autoren die ganze Zeit über redlich bemühen, dem Leser einen „sense of wonder“ zu vermitteln, fahren sie gegen Schluss großes Geschütz auf: eine WurmCam-Reise in die Erdvergangenheit, und zwar nicht nur ein paar Milliönchen von Jahren, sondern gleich vier Milliarden Jahre! Dies geht mit Hilfe der weiterentwickelten WurmCam, die Erbgut (DNA) bis in die fernste Vergangenheit verfolgen kann, als die DNA erst entstand. Interessante Entdeckung dabei: Unser Planet wurde in regelmäßigen Abständen von den Gletschern einer Eiszeit bedeckt und von Kometen malträtiert.

Die Entdeckungen aus dieser Reise führen u. a. offenbar nicht nur zur Rettung der maroden Umwelt der Erde, sondern auch zu einem Mittel, um dem Verhängnis des nahenden Kometen zu entgehen.

_Mein Eindruck_

Eine Reihe phantastischer wissenschaftlicher Entdeckungen wird den Verstrickungen des menschlichen Lebens gegenübergestellt. So lautet das Rezept des Romans, und das ist nur ein Aspekt, der ihn nicht gerade aus der Masse der Science-Fiction-Produktion heraushebt, in der dieses Verfahren zum Standard gehört. Den Ödipus-Konflikt, in den Bobby, und den Elektra-Konflikt, in den Mary verstrickt ist, kennt man schon aus anderen Romanen – und besser ausgeführt. Das soll aber nicht heißen, dass die Autoren daraus keine Spannung erzeugen können. Im Gegenteil: Beim Showdown in Sachen Hiram Patterson – eine Citizen-Kane-Figur – erhalten diese beiden Konflikte entscheidende Bedeutung.

Die zahlreichen Entdeckungen, die die Forscher in der Historie machen, sind für Amerikaner und gläubige Christen gleichermaßen interessant. Leider bin ich keins von beiden. Für mich waren daher die technischen Entdeckungen am interessantesten: die WurmCam, dann die verschiedenen Kontrolleinrichtungen, der DNA-Tracker, schließlich auch eine Art Unsichtbarkeits-Cape, das natürlich die Untergrundkämpfer Bobby, Mary und Kate gerne tragen. Zwar sind diese genial, aber leider viel zu selten. Und so konnte mich der Roman nicht wirklich überzeugen.

|Originaltitel: The Light of other Days, 2001
Aus dem Englischen übertragen von Martin Gilbert|

Clarke, Arthur C. / Baxter, Stephen – Zeit-Odyssee, Die

_’LOST‘ reloaded: Gestrandet in der Patchwork-Zeit_

Es ist das Jahr 2037, als das Raum-Zeit-Kontinuum auseinanderbricht und auf bizarre Weise wieder zusammengefügt wird. Man kann vom All aus sogar die Nahtstellen erkennen: grüne Zonen in der Sahara und Gletscher über Paris. Die Erde zerfällt dabei in unterschiedlichste Zeitzonen: Während es in einem Landstrich noch 2037 ist, ist es im benachbarten erst 1885. Diese Zonen reichen zwei Millionen Jahre zurück – so lange, wie es die ersten Menschen gab. Doch welche Macht ist imstande, eine derart gewaltige Veränderung zu bewirken? Und was haben die silbernen Schwebekugeln zu bedeuten, die überall Menschengruppen zu beobachten scheinen?

„Time’s Eye“, so der Originaltitel, ist der Auftakt zu einer Serie, die mit dem Roman „Sonnensturm“ fortgesetzt wird, der im März 2006 bei Heyne erscheinen soll.

_Die Autoren_

Arthur C. Clarke, geboren 1917 in England, lebt seit den fünfziger Jahren in Sri Lanka. Seine besten und bekanntesten Werke sind „Die letzte Generation “ (Childhood’s End) und „2001 – Odyssee im Weltraum“. Ebenfalls empfehlenswert ist der Startband des RAMA-Zyklus: „Rendezvous mit 31/149“ (Rendezvous with Rama), von dem Morgan Freemans Filmproduktionsfirma seit Jahren eine Verfilmung vorbereitet. Übrigens erfand der Ingenieur Clarke schon 1947 das Konzept eines künstlichen Satelliten.

Sein Landsmann Stephen Baxter, geboren 1957, wuchs in Liverpool auf, studierte Mathematik und Astronomie und widmete sich dann ganz dem Schreiben. Mittlerweile zählt er zu den bedeutendsten Autoren naturwissenschaftlich-technisch orientierter Science´-Fiction. Baxter lebt und arbeitet in der englischen Grafschaft Buckinghamshire.

Seine Bücher werden häufig mit den Pionierwerken von Heinlein und Asimov verglichen. Das ist auch ganz in Ordnung, doch hat er keine Sympathien für Heinleins militaristische und libertäre Tendenzen und dessen Neigung zu dozieren. Ich sehe ihn daher vielmehr in der Nähe zu einem anderen Superstar des Genres: zu eben jenem Arthur C. Clarke. Mit ihm kooperierte Baxter schon mehrmals, so etwa in „Das Licht ferner Tage“. In dieser Tradition popularisiert Baxter Ideen der Science-Fiction und der Naturwissenschaft. Hierzu gehört wohl auch seine Roman-Trilogie über Mammuts und ein Roman mit dem selbsterklärenden Titel [„Evolution“.]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=282

Aber Baxter war zu Beginn seiner Autorenlaufbahn auch richtig anspruchsvoll. Sein mehrbändiger XEELEE-Zyklus stellt eine eigene Future-History dar, in der eine Galaxien umspannende Alienkultur, die Xeelee, mit den Menschen in Kontakt tritt. Sie treten in „Exultant“ wieder auf, dem zweiten Band seiner neuen Trilogie „Destiny’s Children“.

_Handlung_

|Anno 2037|

Als Bisesa Dutt, geboren in Merry Old England, an diesem Juni-Tag des Jahres 2037 mit dem UN-Helikopter aufstieg, hätte sie sich nicht träumen lassen, dass sie in einer anderen Zeit wieder herunterkommen würde – und niemals wieder zurückkommen könnte. Die Vereinten Nationen überwachen des Grenzgebiet zwischen Afghanistan und Pakistan genau, ganz besonders, seit die indische Stadt Lahore in Kashmir von einem Atomschlag eingeäschert worden ist. Bisesa steigt mit ihren zwei Piloten zu einem Erkundungsflug auf: Casey Othic, ein Yankee, und Abdikadir, ein afghanischer Paschtune.

|Anno 1885|

Im März des Jahres 1885 überwachen noch britische Soldaten ihrer kaiserlichen Majestät Victoria das Grenzgebiet zwischen dem indischen Territorium und Afghanistan, in Erwartung einer russisch-zaristischen Invasion. Aus diesem Spannungsgebiet berichten zwei Journalisten: der junge Amerikaner Josh White vom „Boston Globe“ und der 19-jährige Rudyard „Ruddy“ Kipling für eine lokale Gazette. Zu diesem Zeitpunkt ist Kipling noch weit davon entfernt, den Literaturnobelpreis verliehen zu bekommen.

|Anno 2037|

In einem Hochtal beschießt ein ehrgeiziger Junge des Jahres 2037 Bisesas Helikopter mit einem Raktenewerfer. Wegen einer Störung seiner Instrumente reagiert Casey zu spät, die Rakete beschädigt den Heckrotor, eine Notlandung verläuft glimpflich. Sofort werden die drei UNO-Soldaten von den Briten in Empfang genommen. Die Verwirrung aufgrund dieser Begegnung ist beträchtlich, und Bisesa braucht einige Tage, bevor sie die bizarre Realität ihrer Lage begreift.

|Anno Mir 1|

Doch dies ist keine einfache Verschiebung von einer Zeit in eine andere. Die Anwesenheit eines Affemenschen – eine Mutter mit ihrem Jungen – bestätigt eine andere Theorie. Mehrere Zeitzonen wurden von einer unbekannten Macht wie Tortenstücke auseinandergepflückt und neu zusammengesetzt: eine Patchwork-Welt aus Zeitflicken ist die Folge.

Casey ist froh, als er aus dem Funkgerät Stimmen einfängt, die aus seiner eigenen Zeit stammen: Die Besatzung einer Sojus-Kapsel war gerade dabei, die Rückkehr zur Erde anzutreten, als die Veränderung eintrat. Da ihre Raumstation verschwunden ist und es auf der Erde niemanden sonst gibt, der sie noch empfängt, landen die Kosmonauten im Hindukusch nahe Caseys Standort. Die Bilder, die die Sojus-Leute geschickt haben, lassen Caseys Team, die neugierigen Reporter und den Festungskommandanten einen Blick auf eine radikal veränderte Erde werfen. Die russischen Kosmonauten nennen sie „Mir“: Das bedeutet Welt, aber auch Frieden.

Hauptmann Groves Späher haben im Indus-Tal Gefangene gemacht. Diese fremden Krieger haben noch nie ein Gewehr gesehen und wehrten sich mit Schwert und Speer. Und wer führt ihre Armee an? Ein Mann namens Alexander. Doch nicht etwa der Alexander, der vor rund 2300 Jahren durch diese Region zog, um Indien zu erobern, oder? Wenn das wahr ist, dann haben es Grove und Bisesas Team mit einem übermächtigen Gegner zu tun. Aber können sie den Feldherrn aus Mazedonien nicht auch zu ihrem Verbündeten machen?

_Mein Eindruck_

Im „Hinweis der Autoren“ steht, das Buch solle weder als Nachfolger noch als Vorgänger der „Odyssee“-Reihe von Arthur C. Clarke verstanden werden. „Es steht vielmehr sozusagen ‚im rechten Winkel‘ zu ihnen – indem es ähnliche Vorgaben in einer anderen Richtung weiterführt.“

Dieser Hinweis ist durchaus notwendig, denn die Vorgaben sind verblüffend ähnlich. Wie in „2001 – Odyssee im Weltraum“ tauchen Alien-Artefakte auf, die sich wie die ominösen Monolithen in die Geschicke der Menschheit einmischen. Auch diesmal geht es wieder um die Intelligenz der Menschenwesen, doch wird sie offenbar nicht „geliftet“ wie beim Übergang vom Menschenaffen zum Affenmenschen (oder wie bei David Brin), sondern vielmehr analysiert und getestet.

|Die Arena|

Der Test ist äußerst brutal und tiefgreifend: Die Aliens nehmen mehrere „Kuchenstücke“ aus den Erdzeitaltern der Erde und setzen sie neu zusammen. Die neue Patchwork-Erde nennen die „Modernen“ um Bisesa einfach russisch „Mir“. Das bedeutet sowohl Welt als auch Friede. Mir jedenfalls scheint ironischerweise aber nur zu einem Zweck geschaffen worden zu sein: um die Heere von Alexander dem Großen und jenem unter Dschingis Khan aufeinandertreffen zu lassen.

Nach dem Motto „Einer wird gewinnen“ scheint eine gigantische Show abzulaufen, bei der die Alien-Augen in ihrer Allgegenwart den Spielstand beobachten. Die Menschen um Bisesa werden sich bewusst, dass Mir eine keineswegs friedliche Menschheit beherbergt. Die Entscheidungsschlacht ist gigantisch und wird en detail geschildert.

Aber sie ist nicht Bisesas „Ding“. Die in der Zeit Gestrandete ist auf Erkenntnis aus. Im Marduktempel zu Babylon, wo Alexander sein Hauptquartier aufgeschlagen hat, findet sie das größte aller Augen vor: Es hat drei Meter Durchmesser. Hieran kann sie nach Herzenslust Untersuchungen anstellen und kommt zu einem verblüffenden Ergebnis: Das Auge ist ein Tor in eine andere Dimension. Es keimt neue Hoffnung in ihr auf.

|Zeitnomaden?|

Bisesa und Co., so könnte man meinen, sind Nachfahren von Michael Moorcocks „Zeitnomaden“, als da wären Colonel Oswald Bastable aus dem späten 19. Jahrhundert sowie diverse Agenten wie etwa Una Persson. Doch während diese Figuren einfach als Gäste durch die Zeiten hüpfen, verhält es sich bei Bisesa auf Mir umgekehrt: Verschiedene Zeiten sind zusammengelegt worden, so dass sich eine Reise über die Erde ebenfalls wie eine Zeitreise anfühlt, doch nirgends ist man Gast, sondern lediglich Gestrandeter, Fremder.

Das ist natürlich Teil des Alien-Experiments: Wie richtet sich eine dezimierte Menschheit unter radikal geänderten Bedingungen neu ein? Nun erweist sich, dass die „Modernen“ trotz all ihrer Technik kein Deut besser dastehen als die Mazedonier aus dem 4. Jahrhundert vor Christus. Im Gegenteil: Mit ihren demokratischen Ideen können sie überhaupt nichts bewegen, Alexander, der Gottkönig, aber schon. Er errichtet ein neues Imperium – so gut es eben geht.

|Die Patchwork-Erde|

Dass mit Clarke und Baxter zwei naturwissenschaftlich bewanderte Autoren an diesem Buch geschrieben haben (Clarke lieferte die Gliederung und Grundideen, Baxter besorgte das Fleisch auf den Knochen des Gerüsts), ist ein Glücksfall. Denn das verhindert, dass sich Mir als eine Wunscherfüllungsmaschine präsentiert, die nur den Zweck hat, als Bühne zu dienen, die keinen erschreckt.

Das realistisch geschilderte Gegenteil trifft jedoch zu. Mir hat sich so tiefgreifend geändert, dass sich der Erdkern ebenso gewandelt hat wie der Erdmantel und die -kruste. Folglich hat Mir das Magnetfeld verloren, und alle möglichen negativen Auswirkungen treten auf: Die Vögel verlieren die Orientierung, die harte kosmische Strahlung wird nicht mehr zu den Polen abgelenkt, sondern trifft die Erdoberfläche ungehindert und verursacht selbst bei braun gebrannten Mazedoniern eine Art „Sonnenbrand“. Offenbar ist auch die Ozonschicht den Bach runter. Die Wälder verdorren, die Wüste dringt vor.

Man kann es Bisesa wahrlich nicht verübeln, wenn sie sich auf diesem Chaosplaneten nicht wohlfühlt. Sie würde sogar ihren Geliebten Josh (einen der zwei Reporter) zurücklassen, um nach Hause ins Jahr 2037 zurückkehren zu können, zu ihrer Tochter Myra. Weil sie als Hauptfigur sehr deutlich charakterisiert wird, nehmen wir an ihrem Schicksal regen Anteil und können ihre Entscheidung verstehen. Wird sie es schaffen?

|Die Viktorianer|

Dass die Autoren Briten sind und sich somit in einer großen Science-Fiction-Tradition sehen, macht sich immer wieder dezent bemerkbar. [„Krieg der Welten“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=1475 ist heute in aller Munde, und H. G. Wells hat ein Muster geschaffen, dass sich immer wieder nutzen lässt: die Invasion der Aliens. Doch während Wells Sozialkritiker und darwinistischer Pessimist war, trat Literaturnobelpreisträger Rudyard Kipling als technikbegeisterter Optimist auf. „Ruddy“ (der Rötliche), wie er von seinen Kameraden neckisch genannt wird, macht sich immer wieder durch hoffnungsfrohe Monologe à la „welch tapfere neue Welt“ lächerlich. Doch wider Erwarten geht uns sein Tod sehr nahe, so als ob wir in ihm etwas Wichtiges verlieren würden.

|Die Übersetzung|

Es ist schon ein Kreuz mit deutschen Sprache, vor allem dann, wenn sie von der englischen so verschieden ist. Aber das braucht einen Übersetzer nicht zu verdrießen, denn schließlich gibt es ja viele Fremdwörter im Englischen, die man einfach so übernehmen kann. Zum Beispiel „Pharaoh“ auf Seite 311. Blöd nur, dass das H am Schluss im Deutschen ein wenig stört. Dort lässt man es nämlich weg.

Auch Pay-per-View ist so ein Idealfall. Braucht man nicht zu übersetzen, kennt eh jeder. Oder doch nicht? Dann wären „Bezahlfernsehen“ oder „Abo-TV“ vielleicht die bessere Lösung gewesen. Dann wäre da noch die Sache mit der Passion auf Seite 397. Sicher, „Passion“ könnte man stehen lassen, denn gleich daneben steht ja das hilfreiche Wörtchen „Christus“. Die meisten Leser kapieren dann, dass es sich bei der „Passion“ Christi wohl um seinen Leidensweg handeln dürfte – und nicht um irgendein Hobby, dem er leidenschaftlich frönt. Das bedeutet „Passion“ im Deutschen dummerweise auch.

Ob Schmerzensschreie nicht nur „entsetzlich“, sondern wie auf Seite 321 auch „grässlich“ sein können, darüber streiten sich die Sprachgelehrten und Stilexperten wohl noch in hundert Jahren. Man kann aber auch einen grässlichen Geschmack in Sachen Sprachgefühl haben. Hoffen wir, dass er nicht noch „entsetzlich“ wird.

_Unterm Strich_

Ich habe „Zeit-Odyssee“ wirklich gern und mit Vergnügen gelesen. Nicht nur, dass es eine spannende Entwicklung zu verfolgen gibt, die in einer Entscheidungsschlacht gipfelt. Es gibt auch jede Menge Humor und beißende Ironie zu genießen. Wenn sich eine der Kosmonauten an Dschingis Khan zwecks Schäferstündchen heranmacht, muss sie sich erst nach Mongolenart mit diversen stinkenden Materialien (die aufzuzählen sich meine Finger sträuben) einschmieren, bevor sie für den Großkhan „präsentabel“ genug ist.

Es gibt zahllose solche Episoden, aber auch ziemlich grausame Details, die einem zartbesaiteten Zeitgenossen auf den Magen schlagen können. Man schlage mal die Geschichte der Mongolen nach. Und Alexander war kein Deut besser, auch wenn die Geschichtsschreiber etwas anderes behaupten. Wenn der Leser hofft, mit Alexander ein Friedensreich errichten zu können, sollte er sich das nochmal überlegen. Die Autoren führen sehr realistisch klingende Beschreibungen ins Feld, warum man solchen Gottkönigen mit Vorsicht begegnen sollte.

Wie leicht ließe sich nun eine ganze Serie von Patchwork-Welten als Bühne für eine Endlosserie heranziehen. Dazu wird es aber wohl (und zum Glück) nicht kommen. Der nächste Roman aus der Schreibfabrik Baxter/Clarke trägt den Titel „Sonnensturm“ und scheint vom Kaliber Katastrophenroman zu sein.

|Originaltitel: Time’s Eye, 2004
Aus dem Englischen übersetzt von Biggy Winter|

Stephen Baxter – Der Orden (Kinder des Schicksals 1)

Die Zukunft liegt im Schwarm

Der Engländer George Poole entdeckt nach dem Tod seines Vaters, dass er eine Zwillingsschwester hat. Er findet Rosa in Rom, wo sie einem mysteriösen Orden angehört, der sich vordergründig der Ahnenforschung verschrieben hat. Wie er etwas später aus der Biografie seiner Urahnin Regina aus dem Jahr 476 – deren Leben parallel erzählt wird – erfährt, handelt es sich bei dem Orden um etwas ganz anderes: ein genetisches Experiment, das eine separate Evolution des Menschen eingeleitet hat. Poole erkennt mit größter Faszination, dass die rund 10.000 Mitglieder des Ordens seine wahre Familie sind. Doch jemand hat entschieden etwas gegen Abweichler …

Der Autor

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Clarke, Arthur C. / Baxter, Stephen – Sonnensturm

_Der Todeskuss des Sonnengotts_

Man schreibt den 9. Juni 2037. Die UN-Soldatin Bisesa Dutt ist gerade von ihrem Abenteuer in der parallelen Patchwork-Welt |Mir| (in „Die Zeit-Odyssee“) zurückgekehrt, da flackert der Himmel über dem tropisch warmen London unheilvoll auf. Ein überraschend heftiger Sonnenausbruch überschüttet die Erde mit elektromagnetischen Strahlungspartikeln: ein Sonnensturm. Das irdische Magnetfeld gerät schwer ins Schwanken. Der Funkverkehr bricht zusammen, Satelliten versagen ebenso wie Stromnetze. Weltweit.

Da registrieren Wissenschaftler auf dem Mond in der Tiefe der Sonne ein Pulsieren, das sich mit jeder Drehung des Erdsterns steigert und in einem verheerenden Strahlenausbruch gipfeln wird. Das Ende der Welt ist in der Tat nahe: am 20. April 2042. Noch erschreckender ist indes die Entdeckung, dass dieses Pulsieren keineswegs eine natürliche Ursache hat …

„Sonnensturm“ ist die direkte Fortsetzung zu [„Die Zeit-Odyssee“.]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=1496

_Die Autoren_

Arthur C. Clarke, geboren 1917 in England, lebt seit den fünfziger Jahren in Sri Lanka. Seine besten und bekanntesten Werke sind „Die letzte Generation“ (Childhood’s End) und „2001 – Odyssee im Weltraum“. Ebenfalls empfehlenswert ist der Startband des RAMA-Zyklus: „Rendezvous mit 31/149“ (Rendezvous with Rama), von dem Morgan Freemans Filmproduktionsfirma seit Jahren eine Verfilmung vorbereitet. Übrigens erfand der Ingenieur Clarke schon 1947 das Konzept eines künstlichen Satelliten.

Sein Landsmann Stephen Baxter, geboren 1957, wuchs in Liverpool auf, studierte Mathematik und Astronomie und widmete sich dann ganz dem Schreiben. Mittlerweile zählt er zu den bedeutendsten Autoren naturwissenschaftlich-technisch orientierter Science-Fiction. Baxter lebt und arbeitet in der englischen Grafschaft Buckinghamshire.

Seine Bücher werden häufig mit den Pionierwerken von Heinlein und Asimov verglichen. Das ist auch ganz in Ordnung, doch hat er keine Sympathien für Heinleins militaristische und libertäre Tendenzen und dessen Neigung zu dozieren. Ich sehe ihn daher vielmehr in der Nähe zu einem anderen Superstar des Genres: zu Arthur C. Clarke. Mit dem Autor von „2001 – Odyssee im Weltraum“ kooperierte Baxter schon mehrmals, so etwa in „Das Licht ferner Tage“. In dieser Tradition popularisiert Baxter Ideen der Science-Fiction und der Naturwissenschaft. Hierzu gehört wohl auch seine Roman-Trilogie über Mammuts und ein Roman mit dem selbsterklärenden Titel [„Evolution“.]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=282

Aber Baxter war zu Beginn seiner Autorenlaufbahn auch richtig anspruchsvoll. Sein mehrbändiger XEELEE-Zyklus stellt eine eigene Future-History dar, in der eine Galaxien umspannende Alienkultur, die Xeelee, mit den Menschen in Kontakt tritt. Sie treten in „Exultant“ wieder auf, dem zweiten Band seiner neuen Trilogie „Destiny’s Children“.

_Handlung_

Man schreibt den 9. Juni 2037. Bisesa Dutt ist gerade von ihrem Abenteuer in der Patchwork-Welt |Mir| zurückgekehrt, da flackert der Himmel über dem tropisch warmen London unheilvoll auf. Ein überraschend heftiger Sonnenausbruch überschüttet die Erde mit elektromagnetischen Strahlungspartikeln: ein Sonnensturm. Das irdische Magnetfeld gerät schwer ins Schwanken. Der Funkverkehr bricht zusammen, Satelliten versagen ebenso wie Stromnetze. Weltweit.

Doch Bisesa kann erst einmal gar nichts deswegen unternehmen außer sich um ihre achtjährige Tochter Myra zu kümmern und sich in Brot und Lohn zu halten. Sie ist von der UN-Army beurlaubt. Doch wie stellt sie es an, ihren Vorgesetzten eine so unglaubliche Sache wie die Patchwork-Welt |Mir| und ihre Begegnung mit den Aliens, den „Erstgeborenen“, beizubringen? Vor iihr liegt eine mühselige Arbeit. Immerhin spricht für ihre Story, dass ihr Körper fünf Jahre älter sein müsste, als sie es tatsächlich ist …

Die Verwaltung der Stadt London wendet sich ausgerechnet an die königliche Astronomin Siobhan McGorran, um zu erfahren, was sie unternehmen soll. Siobhan ist völlig überfragt, denn sie hat sich bislang nur mit makrokosmischen Phänomenen wie dem Urknall beschäftigt. Und jetzt soll sie ihrer Heimatstadt sagen, wie sie die Folgen des Sonnensturms bewältigen kann?

Aber Siobhan hat einen guten Ruf (und Job) zu verlieren, fragt ihren Kollegen Toby Pitt um Rat – und fügt sich in ihr Schicksal. Da trifft eine Hiobsbotschaft vom Mond ein. Der Astrophysiker Eugene Mangles sagt voraus, dass es in naher Zukunft einen weiteren Sonnensturm geben werde. Siobhan fliegt hin und lässt sich unterrichten, was es damit auf sich hat.

Folgendes lässt sich Eugene aus der Nase ziehen und für Normalsterbliche übersetzen: In der Sonne vollzieht sich eine verhängnisvolle Entwicklung, die dazu führen wird, dass es einen weiteren Sonnensturm geben wird. Dieser Sonnensturm wird das Ende des Lebens auf der Erde bedeuten, einfach ausgedrückt. Und zwar genau am 20. April 2042.

Dieses Datum wird selbstverständlich supergeheim gehalten, denn schon eine kleine Panik könnte verheerende Folgen für die Wirtschaft der Erde haben. Natürlich muss Siobhan als Vermittlerin zwischen Wissenschaft und Verwaltung die Regierenden darüber aufklären – und auch an ihre eigene Tochter Perdita denken. Wie aber ließe sich das Ende der Welt unter einem Sturm aus harter Strahlung, Licht und Materie verhindern?

Jemand hat eine geniale Idee. Man kann einen Schild bauen, der sich an einem Punkt schwerkraftmäßigen Gleichgewichts zwischen Erde und Sonne „aufhängen“ lässt, um mit seinem Material – superdünner Metallfolie – das verheerende Licht und einen Großteil der Materie abzuhalten. Der Schild müsste einen Durchmesser so groß wie die Erde haben: 13.000 Kilometer. Doch wer soll ihn bauen, und geht das überhaupt so schnell, dass er bis zum D-Day fertig wird? Die Chinesen sagen von Anfang „nein“ zur Teilnahme an diesem Riesenprojekt, scheinen aber irgendetwas Eigenes vorzuhaben. Die restliche Welt einigt sich unter Führung der USA und der eurasischen Union.

Endlich gelingt es Bisesa Dutt, einen Termin bei Siobhan zu erhalten. Bisesa ist nämlich von den „Erstgeborenen“ eine optische Vision des D-Day zuteil geworden: eine Sonnenfinsternis an genau diesem Tag. Wie konnten die Außerirdischen davon wissen? Die Antwort liegt auf der Hand: Sie haben das katastrophale Sonnenereignis selbst in Gang gesetzt.

Siobhan reagiert sofort und lässt Eugene nach einem Ereignis zu einem Zeitpunkt in der Vergangenheit suchen, als ein Himmelskörper die Sonne traf. Er wird im Jahr 4 nach Christus fündig. Ein Planet von mehrfacher Jupitergröße müsste in die Sonne eingeschlagen sein und deren Kern erreicht haben. Die in Gang gesetzten Veränderungen würden jetzt, über 2000 Erdjahre später, zur Katastrophe führen. Doch der Clou kommt erst noch. Dieser Planet fiel nicht in die Sonne – er wurde geschossen: der Stern von Bethlehem …

Was bezwecken die „Erstgeborenen“ mit dem Tod der Menschheit, den der „Sonnenkiller“ auslösen wird? Wird es gelingen, den Schild rechtzeitig fertig zu stellen und falls ja, wird das filigrane Gebilde dem Sturm standhalten und das Schlimmste verhindern?

_Mein Eindruck_

Arthur C. Clarkes Werk musste offensichtlich beim dieses Romans als Steinbruch herhalten. Wie das Nachwort der Autoren andeutet, hat man zwar auf wissenschaftliche Vorarbeiten zurückgegriffen, aber etliche Ideen hat Clarke schon in Romanen und Erzählungen verbraten. Den Massetreiber (ein Kozept von 1950) aus Kap. 19 findet man in seinen Mondromanen wie z. B. „Erdlicht“ und den Sternenaufzug Skylift in seinem Roman „Fountains of Paradise“ aus dem Jahr 1979. Dass der Stern von Bethlehem in Wahrheit eine Art Supernova war, liest man schon in seiner alten Geschichte „The Star“, die erstmals im November 1955 abgedruckt wurde.

Dass man Sonnenlicht mit Hilfe riesiger Spiegel in der Erdumlaufbahn zur Erde hin- statt weglenken könnte, schlug der Deutsche Hermann Oberth 1929 in seinem Buch „Wege zur Raumschiffahrt“ vor. Die Autoren verbeugen sich quasi vor diesem Pionier. In den 1970er und und nach dem Jahr 2000 erfolgten offenbar weitere Überlegungen, was mit dem unerschöpflichen Energiefluss von unserem Zentralgestirn anzufangen wäre.

Dass die russische Raumfahrt heliozentrisch denkt und arbeitet, ist eine für mich überraschende Neuigkeit, aber offenbar hat schon der Vater der Kosmonautik, Ziolkowski, in diesen Bahnen gedacht. Wie man sich das vorzustellen hat, erläutern die Autoren in einem kurzen gesonderten Kapitel. Dass die Chinesen weder an russischen noch an amerikanischen Anstrengungen teilnehmen würden, wie sie es ihm Buch tun, erscheint auch heute schon wahrscheinlich. Die Taikonauten unternehmen Raumflüge innerhalb eines geheim gehaltenen Raumfahrtprogramms. Über dessen Ziele kann man nur spekulieren, und das erlauben sich die Autoren: Die Chinamänner planen die Kolonisierung des Mars.

Die Vorstellung von „Erstgeborenen“ ist eine direkte Übernahme aus „2001 – Odyssee im Weltraum“. Die dortigen Monolithen sind eine Kombination aus Wach- und Sendeposten („The Sentinel“, 1950, heißt die ursprüngliche Story) und Dimensionstor, was in Clarkes Fortsetzungsroman „2010“ noch deutlicher dargestellt wird. In „Die Zeit-Odyssee“ reist die Hauptfigur nicht zum Jupiter (im Film) oder Saturn (im Buch), sondern zu einer Parallelwelt namens Mir. „Sonnensturm“ bildet die direkte Fortsetzung dazu, und die Soldatin Bisesa Dutt ist das Bindeglied.

|Ideenliteratur|

Arthur C. Clarke war nie für mitreißende Action in seinen Werken bekannt. Er ist von Haus aus Ingenieur (Satelliten, Masseschleudern usw.) und ein Mann, der Ideen in Prosaform gießen kann. Daher sind auch seine Figuren oftmals relativ blutleer, weil sie pure Ideenträger sind. Stephen Baxter konnte bislang zwar ebenfalls mit großen Ideenromanen („Ring“, „Flux“, der gesamte Xeelee-Zyklus) auf sich aufmerksam machen, doch seit einem halben Dutzend Jahren konzentriert er sich auf Actionaspekte seiner Romane und gibt sich Mühe, seine Figuren mit Leben oder doch wenigstens einer eigenen Geschichte zu erfüllen.

|Katastrophenroman|

Siobhan McGorran, ihr Freund Bud Tooke, Bisesa Dutt, ihre Tochter sowie ein halbes Dutzend weiterer Figuren – selbst auf Luna und Mars – treiben die Handlung voran. Die Katastrophe des Sonnensturm erfordert gute 70 Seiten, um sie angemessen zu schildern. Sie dauert immerhin rund 24 Stunden an, mit einem Nachschlag. Wir stehen aber nicht als unbeteiligte Zuschauer in weiter Entfernung – sind ja keine „Erstgeborenen“ – , sondern sind ganz dicht dran am Erleben dieser Hauptfiguren. Wir lesen Szenen aus der Mitte der zusammenbrechenden Londoner Schutzkuppel, aus dem Zentrum des schwächer werdenden Sonnenspiegels, erleben die sich zuspitzende Lage auf dem fernen Mars.

|Sense of wonder|

Und mit diesen Figuren nehmen wir teil an den Wundern, die sich dennoch ereignen. Denn „hier wächst das Rettende auch“, wie Hölderlin sagt. Auf dem Mars gibt es aufgrund des schmelzenden Wassereises den ersten Frühling seit einer Milliarde Jahren. Und selbst das Wasser in den Saturnringen und auf den Jupitermonden schmilzt. Und die drei Künstlichen Intelligenzen, die den Menschen geholfen haben, unternehmen eine heroische Anstrengung, ihre Schützlinge zu retten – und einen Ausflug zu einem anderen Stern.

|Die Übersetzung|

Martin Gilbert ist eine sehr gut lesbare Übertragung des Originals gelungen. Er schreckt auch vor umgangssprachlichen Ausdrücken („doof“, „Umptata“ usw.) nicht zurück, was auf ein ausgeprägtes Sprachgefühl schließen lässt. Allerdings haben sich auch ein paar Druck- und Flüchtigkeitsfehler eingeschlichen. Auf Seite 313 ist vom Sternbild „Opiuchus“ die Rede. Erstens heißt es korrekt „Ophiuchus“ und zweitens hätte man den lateinisch-griechischen Namen übersetzen können.

Auf Seite 333 findet sich ein Beispiel für einen Flüchtigkeitsfehler: ein unvollständiger Satz. „… Palast, der nur für ein paar Jahrzehnte bewohnt und dann für Jahrhunderte im Dschungel vergessen worden.“ Preisfrage: Welches wichtige Wörtchen fehlt am Schluss dieses Satzes?

_Unterm Strich_

Der Roman lässt sich für SF-Kenner sehr leicht lesen und bietet selbst dem technisch-wissenschaftlichen Laien nur wenig Verständnisschwierigkeiten. Das bedeutet nicht, dass die Autoren nur Pippifax-Konzepte aufgreifen und darstellen. Ganz im Gegenteil. Die Beschreibung der ungeheuren chemischen und elektromagnetischen Abläufe im Innern der Sonne ist anspruchsvoll, aber notwendig für das Verständnis, warum der Sonnensturm überhaupt und dann ausgerechnet zu diesem Zeitpunkt entstehen kann.

Wenn Eugene Mangels mit seinem Kauderwelsch loslegt, fällt man ihm gleich ins Wort und zwingt ihn, sich allgemein verständlich auszudrücken. Oder sein Freund Michail Martynov „übersetzt“. Die Abläufe werden häufig bildhaft dargestellt und können im Gedächtnis haften bleiben. Man könnte in fünf bis zehn Jahren einen schönen Katastrophenfilm daraus machen.

Ich habe den Roman gerne gelesen und kann ihn auch SF-Einsteigern empfehlen. Wer aber Hard-SF-Kost à la Benford, Bear und Brin gewöhnt ist, wird sich reichlich unterfordert fühlen. Zum Glück schreiben die genannten Herrschaften immer noch. Für Nachschub ist also gesorgt.

|Originaltitel: Sunstorm, 2005
415 Seiten
Aus dem Englischen übersetzt von Martin Gilbert|

[NEWS] Stephen Baxter – Artefakt. Sternenpforte

Seit seiner Kindheit wollte Reid Malenfant Astronaut werden, doch die NASA lehnte ihn ab. Seine Frau Emma ist erfolgreicher: Sie bricht 2004 mit einer Expedition zum Marsmond Phobos auf, um eine Anomalie zu erkunden. Doch ein Jahr später reißt der Kontakt ab, und Emma gilt seither als verschollen. Reid bekommt schließlich doch noch einen Platz als Space-Shuttle-Pilot, stürzt 2019 jedoch bei einem tragischen Unfall ab.
Über vierhundert Jahre Jahre später erwacht Reid Malenfant auf dem Mond. Man hat ihn damals schwerverletzt geborgen und in einen Kälteschlaf versetzt. Dank der fortschrittlichen Medizintechnik konnte er geheilt werden, doch das ist nicht der Grund, warum man ihn aufweckte. Die Erde erhielt einen Notruf – von Emma … (Verlagsinfo)


Taschenbuch: 720 Seiten
Heyne

Stephen Baxter – Die letzte Flut

Langsame Apokalypse

Die nahe Zukunft: Der Meeresspiegel steigt rasant an. Städte werden überflutet, Millionen von Menschen sind auf der Flucht. Was ist die Ursache für diese verheerende Flut? Der Klimawandel? Oder ein anderes, bisher unbekanntes Phänomen? Als die Wissenschaftlerin Thandie Jones eine sensationelle Entdeckung macht, beginnt ein gnadenloser Wettlauf mit der Zeit. Denn die Flut bedroht das Überleben der ganzen menschlichen Zivilisation… (Verlagsinfo)

Hintergrund der Geschichte ist, dass sich im Tiefengestein der Erde große Wasserkavernen befinden. Diese Kavernen brechen auf und überfluten die Kontinente. In den ersten Jahren steigt der Meeresspiegel um wenige Zentimeter pro Jahr, dann um mehrere Meter pro Jahr, schließlich um hunderte Meter pro Jahr. Über einen Zeitraum von 50 Jahren beschreibt der Roman die Flucht der Menschen vor der nicht aufzuhaltenden Flut. Die einen fliehen in höhere Gebiete, die anderen versuchen ihr Glück auf Flößen und die dritten bauen Archen, um zu überleben. (Wikipedia.de)
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[NEWS] Terry Pratchett & Stephen Baxter – Der Lange Kosmos (Die Lange Erde 5)

2070-71: Jahrzehnte nach der Entdeckung des Wechslers, der erstmals das Pendeln zwischen Parallelwelten ermöglichte, floriert auf der Langen Erde eine neue posthumane Gesellschaft. Doch gerät diese in Aufruhr, als eine geheimnisvolle Botschaft aus der Mitte der Galaxie eingeht. Die superintelligenten Next entdecken darin die Baupläne für eine künstliche Intelligenz von gewaltigen Ausmaßen. Einmal gebaut, könnte der Computer nicht nur die Position der Langen Erde im Kosmos für immer verändern, sondern auch die Frage nach dem Sinn des Lebens beantworten. Doch niemand kennt den Sender der Botschaft, und niemand weiß, ob seine Absichten friedlich sind. (Verlagsinfo)


Taschenbuch: 480 Seiten
Goldmann

Stephen Baxter – Anti-Eis

Die Alternativwelt: Wasser vom Mond

Anti-Eis ist eine vom Himmel gefallene seltsame Substanz, die als Antriebsmittel ungeheure Energie liefert. Ihre Entdeckung durch den britischen Forscher Sir Josiah Traveller hat England einen ungeahnten technologischen Schub beschert. Im Jahr 1870 ist das britische Empire eine unbezwingbare Supermacht, die die ganze Erde beherrscht. Doch Anti-Eis hat seine Tücken: Bei Minusgraden ist es ungefährlich, wird es aber erwärmt, explodiert es mit der Wucht einer thermonuklearen Bombe.

Vor allem die französischen Partisanen, zu denen die junge Françoise gehört, die sich an einen Attaché im Auswärtigen Amt, Ned Vicars, heranmacht, sind hinter der begehrten Substanz her. Denn ohne Anti-Eis ist gegen die Übermacht der Engländer nichts auszurichten … (Verlagsinfo)

Der Autor

Der Brite Stephen Baxter bewegt sich mit seinen Romanen in der Gesellschaft der Größen des Genres: H. G. Wells, Arthur C. Clarke und Heinlein (der frühe). Diese Autoren extrapolierten die gesellschaftlichen Folgen einer wissenschaftlichen Entdeckung und schilderten sie auf unterhaltsame Weise.

Hatte Baxter mit „Zeitschiffe“ bereits eine fulminante Fortsetzung zu dem Klassiker [„Die Zeitmaschine“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?idbook=1414 vorgelegt, so unterhält er den Leser in „Anti-Eis“ mit einer kurzweiligen, aber auch zum Nachdenken anregenden Abwandlung von H. G. Wells‘ Klassiker „First Men in the Moon“ (man beachte das „in“, im Gegensatz zu Vernes „auf dem Mond“). Wie sich während der Lektüre herausstellt, ist Baxter auch ein Geistesverwandter von Michael Moorcock.

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Terry Pratchett & Stephen Baxter – Die Lange Erde

Unendlich viele Welten: Hoffnung oder Horror?

Es gibt unendlich viele Welten zu entdecken. Sie sind nur einen kleinen Schritt entfernt … Ein kleiner, angekokelter Plastikkasten, ein paar Drähte, ein Schalter, eine Kartoffel … Als die Polizistin Monica im Jahr 2015 in den verkohlten Ruinen eines Hauses auf diese eher zweifelhafte Apparatur stößt, ahnt sie nicht, dass der Prototyp einer bahnbrechenden Erfindung vor ihr steht.

Denn der kleine Kasten ist ein Wechsler, mit dem es von nun an möglich sein wird, in die ,,Lange Erde“ hinauszutreten: eine unendliche Abfolge von parallelen Welten, von Menschen unbewohnt. Schon bald setzt auf der alten Erde ein wilder Goldrausch ein. Denn die Lange Erde birgt unendliche Möglichkeiten – und unendliche Gefahren … (Verlagsinfo)

Terry Pratchett & Stephen Baxter – Die Lange Erde weiterlesen

[NEWS] Terry Pratchett & Stephen Baxter – Der Lange Mars (Die Lange Erde 3)

2040–45: Das Universum der Langen Erde, dieser unendlichen Abfolge paralleler Welten, ist in Aufruhr: Nach einem gewaltigen Vulkanausbruch auf der ursprünglichen, der Datum-Erde, suchen Flüchtlingswellen die Siedlungen auf den neuen Erden heim. Während die erfahrenen Pioniere Joshua und Sally helfen, wo sie können, meldet sich Sallys Vater Willis Linsay zurück, Erfinder des »Wechslers«, mit dem das Pendeln zwischen den Welten erst möglich wurde. Einst verschwand Willis unter mysteriösen Umständen, jetzt will er seine Tochter mitnehmen auf eine Expedition in die geheimnisvollen Welten des Langen Mars … (Verlagsinfo)

Taschenbuch: 448 Seiten
Originaltitel: The Long Mars
Goldmann

[NEWS] Terry Pratchett & Stephen Baxter – Der Lange Kosmos (Die Lange Erde 5)

2070-71: Fast sechs Jahrzehnte nach der Entdeckung des Wechslers, der erstmals das Pendeln zwischen Parallelwelten ermöglichte, floriert auf der Langen Erde eine neue posthumane Gesellschaft. Doch gerät diese in Aufruhr, als eine geheimnisvolle Botschaft aus der Mitte der Galaxie eingeht: MACHT MIT. Die superintelligenten Next entdecken darin die Baupläne für eine künstliche Intelligenz von gewaltigen Ausmaßen. Einmal gebaut, könnte der Computer nicht nur die Position der Langen Erde im Kosmos für immer verändern, sondern auch Antwort geben auf die Frage aller Fragen: Was ist der Sinn des Lebens? Doch niemand kennt den Sender der Botschaft, und niemand weiß, ob seine Absichten friedlich sind. (Verlagsinfo)

Broschiert: 480 Seiten
Originaltitel: The Long Cosmos
Goldmann

Stephen Baxter/Alastair Reynolds – Die Medusa-Chroniken

Ein zum Cyborg ‚umgestalteter‘ und unsterblicher Astronaut wird Zeuge eines Jahrtausends zukünftiger Geschichte als Triumphzug spektakulärer astronomischer Entdeckungen aber auch eines Krieges zwischen Menschen und intelligent gewordenen Robotern … – Mit der Novelle von Arthur C. Clarke und diesem SF-Garn gibt es keine echte inhaltliche Verknüpfung. Stattdessen spinnt das Autoren-Duo routiniert aber unterhaltsam eine eigene Story, die episodisch eine Zukunft beleuchtet, in der – in diesem Punkt sehr realistisch – die Menschheit höchstens naturwissenschaftlich und technisch dazulernt: Lesefutter.
Stephen Baxter/Alastair Reynolds – Die Medusa-Chroniken weiterlesen

[NEWS] Terry Pratchett & Stephen Baxter – Der Lange Krieg (Die Lange Erde 2)

Die Lange Erde: eine unendliche Abfolge von Welten, der unseren ähnlich und von Menschen unbewohnt – bis eine geniale Erfindung es der Menschheit ermöglichte sie zu betreten. Wo einst der Pionier Joshua unbekannte Welten erforschte, sind neue Siedlungen entstanden, verbunden durch eine gewaltige Flotte von Luftschiffen. Doch Unruhen deuten sich an: Millionen „Schritte“ von der alten Erde entfernt, liegt das neue Amerika, das nach Unabhängigkeit verlangt. Und auch die alten Wesen der Langen Erde begehren auf gegen die menschliche Dominanz. Kann der als Retter herbeigerufene Joshua den Krieg der Welten verhindern – einen Krieg, wie ihn noch nie jemand gesehen hat? (Verlagsinfo)

Taschenbuch: 576 Seiten
Originaltitel:  The Long War
Goldmann

[NEWS] Stephen Baxter – Die Medusa-Chroniken

Aufbruch zum Jupiter

Bei einem schrecklichen Unfall verlor Commander Howard Falcon einst beinahe sein Leben, nur die hochentwickelte Technologie seiner Zeit konnte ihn damals retten. Nun macht er sich – halb Mensch, halb Maschine – auf eine atemberaubende Reise in die Zukunft, eine Reise durch Raum und Zeit. Es ist der Beginn eines Abenteuers, das die Geschichte des Menschen im Universum neu schreiben wird. Mit Die Medusa-Chroniken haben die beiden Science-Fiction-Ikonen Stephen Baxter und Alastair Reynolds erstmals gemeinsam einen Roman geschrieben – ein Meisterwerk der modernen Science-Fiction. (Verlagsinfo)

Broschiert: 592 Seiten
Originaltitel: The Medusa Chronicles
Heyne

[NEWS] Terry Pratchett & Stephen Baxter – Der lange Mars (Die lange Erde 3)

Die Unendlichkeit ist erst der Anfang …

2040-45: Das Universum der Langen Erde, dieser unendlichen Abfolge paralleler Welten, ist in Aufruhr: Nach einem gewaltigen Vulkanausbruch auf der ursprünglichen, der Datum-Erde, suchen Flüchtlingswellen die Siedlungen auf den neuen Erden heim. Während die erfahrenen Pioniere Joshua und Sally helfen, wo sie können, meldet sich ein lang Verschollener zurück: Sallys Vater Willis Linsay, Erfinder des »Wechslers«, mit dem das Pendeln zwischen den Welten erst möglich wurde. Einst verschwand Willis unter mysteriösen Umständen, jetzt will er seine Tochter mitnehmen auf eine Expedition in die geheimnisvollen Welten des Langen Mars. Allerdings verschweigt er Sally die wahren Gründe für diese gefährliche Reise … (Verlagsinfo)

Broschiert: 448 Seiten
Originaltitel: The Long Mars
Manhattan

[NEWS] Stephen Baxter – Ultima

Die letzte Grenze

Als die Menschen auf dem Planeten Per Ardua Alien-Artefakte entdeckten, die es ihnen ermöglichten, mit Lichtgeschwindigkeit zu reisen, fielen auch die letzten Grenzen im Universum. Doch diese Freiheit hat ihren Preis, denn wir sind nicht die Einzigen im Weltall: Hier existieren Wesen und Kulturen, die Milliarden von Jahre alt sind und deren Intellekt dem unseren meilenweit überlegen ist. Wesen, die Pläne für die Zukunft der Menschheit haben. Pläne, die uns nicht unbedingt gefallen werden … (Verlagsinfo)

Taschenbuch: 736 Seiten
Originaltitel: Ultima
Heyne

[NEWS] Terry Pratchett & Stephen Baxter – Der lange Krieg (Die lange Erde 2)

Die Lange Erde: eine unendliche Abfolge von Welten, der unseren ähnlich und von Menschen unbewohnt. Bis eine geniale Erfindung es der Menschheit ermöglichte, sie zu betreten. Wo einst der erste Pionier Joshua eine unbekannte Welt nach der anderen erforschte, sind nun zahlreiche neue Siedlungen entstanden. Verbunden werden sie durch eine gewaltige Flotte von Luftschiffen, die Handel und Kultur befördern, sowie eine politische Struktur. Doch Unruhen deuten sich an: Millionen »Schritte« von der alten Erde entfernt ist ein neues Amerika entstanden, das nach Unabhängigkeit verlangt. Und auch die alten Wesen der Langen Erde begehren auf gegen die menschliche Dominanz. Kann der als Retter herbeigerufene Joshua den Frieden bewahren? Oder kommt es zum Krieg der Welten – einem Krieg, wie ihn noch nie jemand gesehen hat … (Verlagsinfo)

Broschiert: 496 Seiten
Originaltitel: The Long War
Manhattan

[NEWS] Stephen Baxter – Proxima

Die große Reise zu unserem Nachbarstern

Wir schreiben das 22. Jahrhundert. Dies ist die Geschichte des ersten Flugs zu einem Planeten außerhalb unseres Sonnensystems: Centauri c, der Proxima Centauri umkreist. Es ist die Geschichte der Besiedlung einer Welt voll tödlicher Gefahren und atemberaubender Wunder. Es ist die Geschichte des größten Abenteuers der Menschheit … (Verlagsinfo)

Taschenbuch: 672 Seiten
Originaltitel: Proxima
Heyne

Stephen Baxter – Die letzte Arche

Als die Erde in einer globalen Dauerflut ertrinkt, soll ein gigantisches Raumschiff gebaut und ein ferner Planet besiedelt werden … – Was Autor Baxter mit „Flut“ episch begann, setzt er hier ebenso ausführlich fort: Episodisch rafft er die Geschichte von Jahrzehnten und tritt dennoch immer wieder auf der Stelle. Die quasi-dokumentarische Handlung ist gut recherchiert, ereignisreich und spannend, ächzt aber auch unter Klischees und ist weitschweifig: trotzdem sehr nahrhaftes Lesefutter.
Stephen Baxter – Die letzte Arche weiterlesen

Stephen Baxter – Zeitschiffe

H. G. Wells‘ Zeitreisender verschlägt es in parallele Welten, die er gemeinsam mit dem Morlock Nebogipfel erforscht, während ein anderes Ich einen Zeit-Krieg vom Zaun bricht, der sich gen Vergangenheit ausbreitet … – Die ‚Fortsetzung‘ des SF-Klassikers von 1895 ist handlungsbunt aber flach; die Handlung reiht Episode an Episode, ohne dass sich daraus eine ‚runde‘ Geschichte formt: actionreiche Science Fiction, die dem genialen Vorgänger nie das Wasser reichen kann.
Stephen Baxter – Zeitschiffe weiterlesen