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Janson, Christine – Just4Women: Erotikbox 2

_Zwischen Bondage Fever und Touch Mahal_

Im März 2003 begann die „erste erotische Hörspielserie für Frauen“ und mittlerweile sind es schon über ein halbes Dutzend Abenteuer in Amors Gefilden, in denen sich die vier Hauptfiguren Moni, Cora, Annica und Sylvia mit meist, aber nicht immer männlichen Partnern verlustieren dürfen. Die erste Erotikbox in pinkfarbenem Plastikherz kostete immerhin 24,90 Euro. Aber da waren auch Badekerzen mit Lavendeldurft drin. Nun vertreibt |Lübbe| die CDs des Kölner Herstellers „Sounds of Seduction“ exklusiv: für knapp 27 Euro pro Dreifach-CD.

Auf der ersten CD ist die Episode „Fesselnde Leidenschaft“ zu finden. Hier geht es um Bondage, handfesten Sex, aber auch um Eifersucht zwischen Freundinenn. Die zweite CD enthält das Abenteuer „Slow Motion“, das der ersten Episode sonderbarerweise zeitlich vorausgeht. Das Quartett erkundet in Indien die Liebeskunst, aber Moni gerät auf einer Strandparty in höchste Gefahr.

Die dritte Silberscheibe ist „eine Ratgeber-CD, die in Zusammenarbeit mit Christine Janson, der Autorin und bekannten Expertin in Fragen weiblicher Sexualität, zusammengestellt“ wurde. „Diese CD enthält praktische Tipps und Anregungen zu den Abenteuern unserer vier Freundinnen und ist ab jetzt Bestandteil jeder Box. Was sollte man bei einer Tantra-Massage unbedingt beachten?“ Danach wollen Mann und Frau das sicher gleich selbst ausprobieren.

_Die Autorin_

Das Drehbuch zur ersten Folge „Frauenabend“ schrieb laut Pressemitteilung noch die Sprecherin und TV-Schauspielerin Dana Geissler. Doch danach hat Christine Janson diese Rolle übernommen. Sie tritt hier auch als Ratgeberin auf. Auf der Webseite http://www.just4women.de/ kann man mehr über sie, die Figuren und den eigenen Persönlichkeits-Typ erfahren. Bilder gibt’s dort ebenfalls für den Download.

_Der Sprecher/Die Inszenierung_

Wie gesagt ist Dana Geissler die bekannteste Sprecherin. Sie trat in „Tatort“, „Die Sitte“, „Die Wache“ und „Hausmeister Krause“ auf.

Sie spricht MONI (32), eine freiberufliche Werbekauffrau, seit zehn Jahren mit Michi (38) verheiratet und Mutter zweier Kinder, Max und Lisa. Moni hat bislang nicht experimentiert und ist ängstlich.

CORA wird gesprochen von Eva-Maria Hardt. Sie ist die Powerfrau, wie sie im Buch steht. Sie übernimmt gerne das Kommando, kann sich aber auch hingeben.

ANNICA wird gesprochen von Anne Fink. Sie ist die „Cosmopolitin“ (= COSMOPOLITAN-Frau?) der Gruppe. Annica verfolgt eine Karriere als Sängerin.

SYLVIA wird gesprochen von Birgit-Karla Krause. Sie ist die Romantikerin, die schon mal gerne nach Indien abdüst und gerne Tantra-Sex hätte.

Neben ihnen gibt es natürlich noch eine Reihe von anderen Rollen und Sprechern. Sie werden am Ende einer Episode erwähnt.

Der Titelsong „Girlfriends“ wird von Soleil Niklasson gesungen. Für den guten Ton sorgten Peter Harrsch und Rainer Zuber. Regie und Musik oblagen wie immer Ingo Gregus. Wie gesagt, schreibt Christine Janson stets das Drehbuch. Für die Idee zeichnet Ralf Pispers verantwortlich, und wenn man sich die Anzahl der Episoden von „Just4Women“ anschaut, scheint es eine ziemlich erfolgreiche Idee gewesen zu sein.

_Handlung von „Fesselnde Leidenschaft“_

Endlich ist es wieder Sommer. Annica lädt ihre Freundinnen ein, die Bühnenshow ihres Berliner Exfreundes Leroy zu erleben. Von dem farbigen Tänzer und Conferencier sind besonders Moni und Sylvia begeistert. Da fordert Leroy eine Frau im Publikum auf, auf die Bühne zu kommen. Als sich keine traut, fällt ihm das zitronengelbe Bikini-Top von Sylvia ins Auge, und also ruft er sie. Dem Drängen ihrer Freundinnen hat die schüchterne Sylvia nichts entgegenzusetzen. Mit Bangen und Zagen steigt sie auf die Bühne. Denn Leroy ist ein Bondage-Künstler.

Er beruhigt sie, als er ihr die Augen verbindet. Er streicht mit einem Seil über ihre Haut, und sie wird zwischen Furcht und Lust hin und her gerissen. Und dann fesselt er auch noch ihre Hände! Nun ist sie ihm wehrlos ausgeliefert. Sie soll sich dem Rhythmus der Musik überlassen. Sylvia genießt das Spiel und da sie Leroy vertraut, lässt sie sich emotional ganz fallen. Da streichelt auch auch noch eine Peitsche über ihre Haut, und sie juchzt auf. In der folgenden Nacht plagen Sylvia wilde Träume. Sie hat sich in Leroy verliebt.

Doch schon beim gemeinsamen Frühstück wird ihr klar, dass auch Annica und Cora ihre Zähne in Leroys muskulöses Fleisch schlagen wollen. Und ehe sie es sich versieht, haben sie schon mit ihm geschlafen. Der nachfolgende Streit stellt ihre Freundschaft zu Cora und Annica auf eine harte Bewährungsprobe.

Unterdessen hat auch Monis Göttergatte Michi nicht die Hände in den Schoß gelegt, sondern fleißig Knoten geübt. Um mal wieder ihrer dahindümpelnden Ehe etwas mehr Pfiff zu verleihen, nimmt er sie auf einen Ausflug ins Grüne mit. Ihre Augen sind bereits auf der Fahrt verbunden, dann ist es nicht mehr weiter zu einer Waldlichtung, die Michi für recht abgelegen hält (was sich als Irrtum erweist). Hier stellt er seine ganz persönlichen Fesselungskünste unter Beweis …

_Mein Eindruck_

Dies ist ohne Zweifel eine der unterhaltsamsten Episoden der Erotikbox-Episoden überhaupt. Während der Sex mit Leroy ganz schön handfest und geil ist, ist diesen Szenen das zunehmende Elend in Sylvias schmachtender Seele gegenübergestellt. Auf diese Weise erscheint der Sex nicht so banal, sondern wird indirekt kommentiert.

Wer nun meint, hier würden Männer zu Paschas stilisiert, der irrt. Jede Art von Sex findet in der Just4Women-Reihe stets einvernehmlich, mit Kondom und relativ nüchtern statt, also nie besoffen oder high. Diese drei Prinzipien werden im Ratgeberteil noch einmal haarklein erläutert. Die Prinzipien sind – besonders in der S&M-Szene – international anerkannt.

Auch Michis lustvoller Sex mit seinem Eheweib ist keineswegs banale Triebabfuhr, sondern wird erstens Sylvias Streit mit ihren Freundinnen gegenübergestellt und mündet zweitens in eine regelrechte Komödie, als die beiden von einem „älteren Herrn“ erspäht werden, der seinen Dackel Gassi führt. Die Polizei ist alsbald zur Stelle und verhört die beiden Landfriedensbrecher und Erreger öffentlicher Erregung. Natürlich ist dies Klamauk, aber auch eine versteckte Warnung, sich den mutigeren Varianten des Sexus möglichst in den eigenen vier Wänden hinzugeben. Oder in einem eigens dafür eingerichteten Workshop, wie er im Ratgeber vorgestellt wird.

_Handlung von „Slow Motion“_

Annica durchbricht eine biologische Schallmauer: Sie wird 30. Schlimmer sind eigentlich nur Geburt und Entjungferung, also muss das Ereignis gebührend gefeiert werden. Sie lädt ihre Freundinnen zum Essen beim Inder ein, aber in Bombay! Alle freuen sich aufs Land von Yoga und Meditation. Aber vor der Abreise stellt Moni fest, dass sie – wieder mal – nichts zum Anziehen hat, und nur Cora denkt daran, Kondome einzupacken.

Vor Ort stellt sich Sylvia als geborene Reiseführerin heraus, denn sie kann nicht nur mit den Taxifahrern feilschen wie ein Fischweib, sondern führt sie auch an die besten Sehenswürdigkeiten. Von solchen Touri-Strapazen seilt sich Cora sofort ab und lässt sich eine Ganzkörper-Massage angedeihen. Da sie nicht auf den Kopf gefallen ist, weiß sie auch, wie man einen Massageboy besticht, damit er auch die erogenen Zonen mit seinem sanften Touch beglückt, sozusagen der Touch Mahal.

In Goa, der Hippiehochburg an der Südwestküste, kommen sich die Mädels wie im Märchen vor. Wellen und Vogelgezwitscher schmeicheln ihren Ohren, Blumendüfte kitzeln ihre Nasen. Der Hotelbesitzer Mr Santosh hat die Hotelfachschule in Zürich besucht und kann sehr gut deutsch. Er kredenzt einen Hummer zur Feier des Tages, und sinnlichste Gaumenfreuden versüßen ihnen den Abend.

Die traditionelle Tantraschule kommt nur bei Sylvia gut an: Annica wird schwindlig und Cora schlecht. Die Alternative sieht wesentlich besser aus, und Annica testet diesen Mr „Shiva Lingam“, der eigentlich aus Köln stammt, aus. Das Ergebnis ist schon viel mehr nach ihrem Geschmack …

Moni hat sich bei der Massage in Mr Santosh verknallt. Als sie auf einer Rave Party von Cannabis-Keksen kostet, erlebt sie die Fantasie ihres Lebens. Doch während sie sich im Geist mit ihrem Indian Lover vereint, steigt die Flut gefährlich nahe an ihrem Leib empor. Der echte Mr Santosh und ihre Freundinnen vermissen sie bereits. Wo kann sie nur abgeblieben sein?

_Mein Eindruck_

Ich bin nicht in der Position, über ein Land zu urteilen, das ich noch nie besucht habe, und ob es die geschilderten Verhältnisse vor Ort gibt oder wenigstens geben könnte, wage ich nicht zu bewerten. Aber ich war anno 1993 auf Ko Samui, und dort waren Strandpartys nicht gerade ein tägliches Ereignis, und dass sich ein Hotelbesitzer zur Massage herabgelassen hätte, wäre ein Ding der Unmöglichkeit gewesen. Es ist einfach nicht Sache der Männer, Massage auszuüben, sondern die der Frauen. Zumindest in Thailand.

Ob es einen Shiva Lingam (lingam = Phallus) aus Köln geben könnte, erscheint mir wahrscheinlicher, denn es gibt einen regen Kulturaustausch. Viele Deutsche waren beim Guru in Poona und Rishikesh (wie einst die Beatles). Sie könnten, wie viele Ausländer in Thailand, auch in Indien ihre Dienste anbieten. Leider sind viele anderen Details geradewegs aus dem Katalog der romantischen Klischees. Der alte Tantralehrer gehört sicherlich nicht dazu.

Eine enttäuschende Episode, die zum Großteil mehr als PR-Gag taugt denn als antörnende Sexpedition.

_Der Ratgeberteil_

Unsere Sexpertin vor Ort ist Sara, gesprochen von Nicole Engeln. Sara hat für uns eine Reihe von Leuten vors Mikro geholt, die in Sachen Bondage und Tantra interessante Angebote machen. (Die Webadressen aller Interviewpartner sind in der Box hinter der CD #3 abgedruckt.)

Zudem liefert Sara praktische und sehr beachtenswerte Tipps zu einer Reise nach Indien: Reisezeit und -ort sowie Verhaltensweise als Tourist. Bekannt ist die Warnung, wie man Montezumas Rache vermeidet: kein Salat, kein Leitungswasser, kein Speiseeis – dafür aber viel scharfe Gewürze essen, um die winzigen Plagegeister fernzuhalten.

Zu guter Letzt können Zuhörer und Zuhörerin mal selbst in Sachen Tantra versuchen. Dabei sollte man die genannten Ratschläge möglichst genau befolgen, sonst wird aus dem Traumsex ein Sexalbtraum. Nach dem Motto „Ladies first“ darf ER zuerst SIE verwöhnen, danach SIE IHN. Vielleicht schaffen es beide, hinter das Geheimnis des „Big Draw“ zu kommen, von dem geübte Tantriker schwärmen.

_Mein Eindruck_

Die Ratgeber-CD bietet also Interviews und eine Menge Tipps, die gar nicht zu verachten sind. Insbesondere die Empfehlungen für die Teilnahme an Tantra- und Bondage-Kursen sind beachtenswert. Selbst wenn sie hin und wieder banal erscheinen sollten – man kommt heute durch die Reizüberflutung so selten zum Denken, dass man auf diese Regeln nicht so schnell von alleine gekommen wäre.

_Die Inszenierung_

Der Sound kann sich durchaus hören lassen. Harrsch und Zuber (s. o.) haben gute Arbeit geleistet. Die Toneffekte, die sie einsetzen, machen sich besonders in der Episode „Fesselnde Leidenschaft“ positiv bemerkbar. Ob nun das unvermeidliche Handy klingelt oder ein entsprechendes Ambiente wie Michis Waldlichtung gegeben ist, stets sind die nötigen Sounds vorhanden, allerdings in wohldosierter Menge. Auf diese Weise ist der Dialog immer verständlich.

Die Pausenmusik beim Szenenwechsel ist in den beiden Episoden unterschiedlich realisiert. In „Fesselnde Leidenschaft“ spielt ein guter Pianist kurze Motive, in „Slow Motion“ erklingen alle Arten von indischen Instrumenten. Der indische Gesang klingt für unsere Ohren recht eigenartig und drängt sich manchmal in den Vordergrund.

An Anfang und Ende jeder Episode taucht der Themensong „Girlfriends“ auf, wahrscheinlich nur deshalb, weil darin die Zeile „Just for women“ vorkommt, die der Serie ihren Titel gegeben hat. Die Sängerin ist eine Könnerin ihres Fachs, aber so häufig wollte ich sie nun wirklich nicht hören. Immerhin: Der Song stimmt auf die Episode ein und am Schluss der zweiten CD wird er sogar in seiner vollen Länge von rund drei Minuten ausgespielt. Irgendwie musste die CD ja gefüllt werden.

_Unterm Strich_

Ich habe beim Vergleich mit der ersten Erotikbox eine begrüßenswerte Qualitätssteigerung festgestellt. Während die Episode „Slow Motion“ noch dem alten Klischeemusterkatalog entspricht, wartet Episode 1 „Fesselnde Leidenschaft“ mit einer intelligenten Kontrastierung von Sex mit Psychoproblem oder Sex und Komödie auf. Die Dramaturgie ist hier wesentlich ausgefeilter und davon profitieren sowohl der Zuhörer als auch der Inhalt.

Die Themenfelder Bondage und Tantra sind immer noch etwas ausgefallen, aber weibliche Zuhörer wollen sicher nichts Neues über Hausfrauensex erfahren, oder? Das sind sie schließlich selbst, ob allein oder mit einem Partner. Sie suchen das Abenteuer, und das lässt sich am ehesten in exotischer Umgebung finden, sei es in Indien oder bei einer Bondageshow. (Ich habe noch keine einzige Anzeige für so eine Show gesehen und frage mich, wie Annica an so etwas rankommt.)

Do it yourself-Tantra ist schon ziemlich anspruchsvoll, habe ich den Eindruck, und bevor Hörer oder Hörerin so etwas ausprobieren, sollten sie entweder genau die Tipps befolgen oder noch besser gleich einen Kurs besuchen. Alle anderen Infos, besonders die zu Indien, klingen vernünftig, aber das kann nur die Spitze des Eisbergs sein. Allein anhand dieser Tipps würde ich sicher keine Reise antreten wollen.

|200 Minuten auf 3 CDs|
http://www.luebbe-audio.de
http://www.just4women.de/

Pratchett, Terry – Wachen! Wachen!

Die Stadtwache von Ankh-Morpork ist sicher eine der glorreichsten Erfindungen Terry Pratchetts für seine Scheibenwelt. Auch wenn sie selbst nicht immer die glorreichste Rolle bei ihren Einsätzen spielt. Dieses Hörspiel, das es seit Herbst 2004 gibt, schildert eines der bekanntesten Abenteuer der Wache: das mit dem Drachen und dem König.

|Der Autor|

Terry Pratchett (Jahrgang 1948) und seine Frau Lynn sind wahrscheinlich die produktivsten Schreiber humoristischer Romane in der englischen Sprache – und das ist mittlerweile ein großer, weltweiter Markt. Obwohl sie bereits Ende der siebziger Jahre Romane schrieben, die noch Science-Fiction-Motive verwendeten, gelang ihnen erst mit der Erfindung der Scheibenwelt (Disc World) allmählich der Durchbruch. Davon sind mittlerweile etwa zwei bis drei Dutzend Bücher erschienen, in 27 Sprachen übersetzt, mehr als 23 Millionen Exemplare wurden verkauft. Nachdem diese für Erwachsene – ha! – konzipiert wurden, erscheinen seit 2001 auch Discworld-Romane für Kinder. Den Anfang machte das wundervolle Buch [„Maurice, der Kater“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=219 („The amazing Maurice and his educated rodents“), worauf „The Wee Free Men“ folgte.

Doch auch andere Welten wurden besucht: ein Kaufhaus, in dem die Wühler und Trucker lebten, und eine Welt, in der „Die Teppichvölker“ leben konnten. Die Wühler-Trilogie „The Bromeliad“ soll zu einem Zeichentrickfilm gemacht werden.

Der Roman „Wachen! Wachen!“ wurde bereits einmal zu einem genialen [Comicbook]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=253 verarbeitet.

_Handlung_

Karotte ist als Waise bei den Zwergen aufgewachsen. Eines Tages ruft ihn ein Brief in die Hauptstadt, nach Ankh-Morpork, um der Stadtwache beizutreten, bei der er sich beworben hat. Schweren Herzens nimmt er als rechtschaffener Zwergenbub von rund 1,90 m Größe Abschied von den einzigen Eltern, die er kennt. Seine wahren Eltern wurde einst überfallen und getötet. Er hat das Ankh-Morpork-Gesetzbuch geerbt, ein Schwert und ein seltsames Muttermal in Form einer Krone.

Doch ach! Die Stadtwache von Ankh-Morpork, sie ist ein demoralisierter Haufen, der sich nicht gerade auf die Durchsetzung von Gesetz und Ordnung spezialisiert hat. Hauptmann Mumm und seine Kollegen Corporal Nobbs und Sergeant Colon bezechen sich angesichts des kargen Lohns, den ihnen ihr Boss, Lord Vetinari, gibt, lieber in der „Geflickten Trommel“, als auf dunklen Gassen ihr Fell zu Markte zu tragen. Selbst das Mitternacht-Ausrufen erfolgt daher dezent und nervenschonend, ganz besonders in jenem verrufenen Viertel, das man „die Schatten“ nennt. Hier wacht die Diebesgilde eifersüchtig über ihre Vorrechte. Das Durchgreifen des neuen Kollegen Karotte gegenüber Sperrstundenbrechern ist ihren heroischen Mitgliedern geradezu peinlich.

Wie soll es dieser Haufen mit dem Geheimbund unzufriedener Bürger aufnehmen, der sich die Monarchie zurückwünscht? Denn die Kapuzenmänner der „Erleuchteten Brüder der dunklen Nacht“, angeführt von ihrem „Obersten Größten Meister“, beschwören zu diesem Zweck mit Hilfe eilig zusammengetragener „magischer Objekte“ und eines gestohlenen Zauberbuches einen Drachen, den der neue König – sicherlich ein strahlender Recke – besiegen soll, um zu beweisen, dass ihm allein der Thron und die Stadtherrschaft gebühren.

Während Hauptmann Mumm noch bei Madame Käsedick, einer Züchterin von Sumpfdrachen, die nötigen „Spezialkenntnisse“ erwirbt, um der neuen Gefahr aus der Luft zu begegnen, wird auch schon der Patrizier Lord Vetinari in den Kerker geworfen und der Luftkrieg gegen die Wache und allerlei Drachenjäger eröffnet. Leider gerät dem besagten Geheimbund das drakonische Ungetüm außer Kontrolle und bringt sämtliche Bürger in Gefahr.

Doch alles wird gut, so hofft die Wache noch. Bis einer der Sumpfdrachen Madame Käsedicks, die demnächst dem Drachen geopfert werden soll, sich sehr merkwürdig benimmt, weil er nämlich sein Verdauungssystem umgebaut hat. Unterdessen unternimmt der Bibliothekar der Unsichtbaren Universität, dem das Buch für die Drachenbeschwörung geklaut wurde, eine kleine Zeitreise …

_Mein Eindruck_

„Wachen! Wachen!“ ist sicherlich eines der spannendsten Abenteuer, die der Autor für seine Discworld erfunden hat. Anders als die Geschichten um TOD oder die Hexen steht hier eine ziemlich einfach gestrickte Truppe im Mittelpunkt des Geschehens. Die unterbezahlten und normalerweise angeheiterten Mitglieder der „Patrouille“ begucken sich die großen Ereignisse, die in ihrer Stadt auf politischer und gesellschaftlicher Ebene stattfinden, sozusagen von unten. Genau wie Bürger wie du und ich.

Und dabei haben sie sogar noch das bessere Los gezogen, wenn man ihr Schicksal mit dem der Großkopfeten vergleicht. Nehmen wir mal Lord Vetinari, den Patrizier. Der neue König wirft ihn als erste Amtshandlung in den Kerker. (Dort dressiert der Patrizier die gebildeten Ratten darauf, ihm beim Dinieren und Frisieren zur Hand zu gehen. Außerdem befindet sich der Riegel seiner Zellentür auf der INNENSEITE.) Wesentlich schlechter scheint es dem Kronrat zu gehen.

Die Ratsmitglieder müssen zu ihrem gelinden Entsetzen feststellen, dass der König eine Mahlzeit des wahren Königs geworden ist: des Drachen. Der neue Herrscher fordert durch sein Sprachrohr, den Sekretär Lupin Wonse, weitere Menschenopfer, sozusagen als mafioses Schutzgeld oder Steuer. Wird das Opfer entrichtet, sieht der neue drakonische Herrscher von Raubzügen unter der Stadtbevölkerung ab. Ganz einfacher Deal, oder? Ach ja, und alles Gold, das die Stadt hergibt, hätte er ebenfalls gerne. Dagegen gibt es doch nichts einzuwenden, ODER? Und so eine kleine Jungfrau einmal im Monat ist doch sicher nicht zu viel verlangt, ODER?

In diesem Kapitel verrät der Autor einen sarkastischen Humor und tiefe Einsichten in politische Machtmechanismen. Und wie bei jedem Machtwechsel gibt es auch hier Kriegsgewinnler, namentlich Treibe-mich-selbst-in-den-Ruin-Schnapper, der geschäftstüchtige Wurst- und Andenkenverkäufer. Und die Revolution der Bürger wird natürlich im Keim erstickt – äh, Pardon, verbrannt.

Ob Madame Käsedick, die liebenswerte Züchterin von Sumpfdrachen und Herbergsmutter für Hauptmann Mumm, eine Jungfrau ist oder nicht, sei mal dahingestellt. Jedenfalls wird sie eines Morgens von der Ersatzstadtwache abgeführt und in den Palast gebracht. Spätestens jetzt sieht sich Mumm bei seiner Ehre gepackt und ergreift Maßnahmen. Wie diese aussehen, sei hier nicht verraten, doch dass es ein Happyend gibt, ist wohl mehr dem Narrenglück Mumms und seiner wackeren Garde (Colon hat einen Glückspfeil, mit dem er die „Empfindlichkeit“ des Drachen zu treffen gedenkt – so er sie denn findet) zu verdanken als seinen koordinierten Anstrengungen, den Tyrannen zu vertreiben.

Ironischerweise erweist sich die Liebe als stärkere Kraft: nämlich buchstäblich als „Himmelsmacht“. Und wie man in „Shrek 1“ mit größtem Vergnügen festgestellt hat, müssen nicht alle Drachen männlich sein …

_Das Hörspiel, die Inszenierung_

Von dem Schweizer Studio „Bookonear“ habe ich bislang noch nie etwas gehört. Die Produktion, die es mit „Wachen! Wachen!“ vorgelegt hat, ist jedoch in vielerlei Hinsicht professionell zu nennen. Die Sprecher, die bei uns allesamt unbekannt sind, legen eine bühnenreife Darbietung hin. Colon beispielsweise verfügt über eine heisere, raue Stimme, als ob er Kettenraucher wäre. Sein Sprecher hält diese Qualität mühelos durch. Auch der quengelige Verschwörer Verdruss hat mir sehr gut gefallen. Diese Leutchen erinnern mich an die einfachen Bürger in Shakespeares „Sommernachtstraum“.

Aber es gibt auch eindrucksvollere Stimmen. Mehrere Male tritt TOD auf und spricht hörbar in VERSALIEN. Witzig ist dabei, dass derjenige, den er abholt, kaum einen Unterschied in seiner neuen Existenzform gegenüber dem früheren Leben feststellt. Nörgler bleibt Nörgler. Da gibt es einige sehr ironische Momente.

Noch weitaus beeindruckender ist jedoch die Stimme des Drachenkönigs, der von der Decke der Halle des Thronsaals zu seinem Diener Lupin Wonse spricht. Der Drache spricht mit Donnerhall und einer sehr tiefen Stimme, so dass sich kaum etwas Eindrucksvolleres und Furchteinflößenderes vorstellen lässt (es sei denn, man ist kleiner als ein Mensch und hört auch Infraschall).

|3D-Sounds|

Praktisch alle wichtigen Klänge haben mit den diversen Drachen zu tun. So ein angreifender „draco nobilis“ klingt wie ein Sturzkampfbomber, komplett mit Flügelschlagen, Fauchen und Fenstersplittern inklusive Scherbenregen. Es klingt ungefähr wie ein mittlerer Weltuntergang. Natürlich in Stereo!

Dagegen wirkt der Stall, wo Madame Käsedick ihre Exemplare von „draco vulgaris“ hält, wie ein heimeliger Hühnerstall. Mit einer Ausnahme: Ihr kleiner Errol brütet etwas aus – aber was? Nun, im vorletzten Kapitel, beim Showdown, hören wir ganz genau, wie Errol klingt, wenn er seinen neuen Düsenantrieb testet … Ansonsten sind diverse Comic-Sounds zu hören, wie sie etwa einer Kneipenschlägerei wohl anstehen. Die Tonmeister Olift Maurmann und Gavin Maitland haben ganze Arbeit geleistet.

|Die, ähem, Musik|

Und hier scheiden sich die Geister, weil ja bekanntlich die Geschmäcker verschieden sind. Einerseits macht die mittelalterlich instrumentierte Pausenmusik, die die Szenen voneinander trennt, das Hörspiel zu etwas ganz Besonderem in der Audiobook-Landschaft. Andererseits ist sie für unsere Ohren sehr gewöhnungsbedürftig.

Die Musik „wurde nicht extra für dieses Hörspiel komponiert“, verrät das Booklet. „Aber für ungewöhnte Ohren ist sie so schräg, dass sie hervorragend zur Scheibenwelt passt und ich sie einfach verwenden musste“, schreibt der Regisseur Raphael Burri, der auch die Hörspielfassung bearbeitet hat. Er hat die Musik der CD „Tritonus – Alte Volksmusik aus der Schweiz“ von 1991 entnommen (mehr Infos zur Gruppe Tritonus und ihrer Musik gibt’s unter www.tritonus.ch).

Mit Querflöte und Harfe kann man sich ja noch gerne anfreunden. Sie sind für die romantischen Momente der Entspannung (o ja, es gibt sie!) genau richtig. Etwas heftiger wird es dann bei den seltsamen Instrumenten, die direkt aus dem Mittelalter stammen: Drehleier und Hackbrett etwa, vor allem aber die seltsamen Blasinstrumente, die wie ein Mittelding aus Oboe, Fagott und Klarinette klingen und dem Hörer wahrlich durchdringend eins auf die Ohren geben. Also, immer schön auf die Lautstärke achten! Da auch die Harmonielehre des Mitelalters befolgt wird, sind die „Melodeien“, die man zu Gehör bekommt, zusätzlich ungewohnt.

Nach spätestens drei CDs war ich von der Eignung dieser Musik für ein Scheibenwelt-Hörspiel durchaus, wenn auch nicht restlos überzeugt. Eine schräg erfundene Welt braucht eben auch schräg gespielte Musik. Solange man sich keine Überdosis davon reinzieht.

|Das Booklet|

Das Beiheft ist liebevoll gestaltet und einer solcherart von Liebhabern der Scheibenwelt gestalteten Produktion angemessen. Da findet sich ein Lebenslauf des Autors ebenso wie Hintergrundinfos über die Musik (s. o.), die Gestalter und sämtliche Sprecher. Am schönsten aber sind zwei Elemente: die detaillierte Tracklist für jede einzelne CD, von denen jede einen eigenen Titel trägt, z. B. „Draco nobilis“. Und natürlich die knuddeligen Zeichnungen Josh Kirbys, die allesamt der doppelseitigen Tittelillustration entnommen sind. Auch die Cover der einzelnen CDs wie auch die Einsteckplätze der CDs im Karton sind damit geschmückt.

|Abspann|

Am Schluss der letzten CD werden alle Sprechrollen noch einmal mit Zitaten bzw. Klangproben vorgestellt und ihrem Sprecher oder ihrer Sprecherin zugewiesen. Von der Crew sind lediglich die Techniker und der Regisseur genannt.

_Unterm Strich_

Es hat schon eine Reihe von Scheibenwelt-Hörbüchern gegeben, das erste erschien seinerzeit bei Heyne. „Das Licht der Fantasie“ war – trotz des engagierten Sprechers – so todlangweilig, dass ich es vorzeitig aufgab. Ich wage gar nicht, in die Produktionen neuerer Scheibenweltromane reinzuhören.

|Was Neues in Sachen Discworld-Audio|

„Wachen! Wachen!“ unterscheidet sich von diesen unzulänglichen Ergebnissen jedoch radikal. Meines Wissens handelt es sich hier um das erste deutschsprachige (es mag auch englische geben) Hörspiel zur Discworld überhaupt. Es ist um Lichtjahre unterhaltsamer als jene Lesungen. Es bietet die Action und Dramatik eines herorischen Fantasyfilms mit den ausgebildeten Stimmen und Soundeffekten einer professionellen Bühnenproduktion. Das Einzige, was fehlt, ist die visuelle Darstellung. Die können das Booklet und der Karton der Verpackung nur sehr begrenzt liefern – ist ja klar.

|Finale infernale|

Wer sich auf die einzelne Szene konzentriert, bekommt stets etwas mit auf den Weg, denn jeder Baustein baut auf dem vorherigen auf oder fügt einen Nebenaspekt hinzu. Schlussendlich mündet das komische Drama, das sich „Wachen! Wachen!“ – der Ruf hat jedes Mal je nach Kontext eine andere Bedeutung – nennt, in ein packendes, wenn auch etwas tragikomisches Finale. Dieses kann sich hören lassen. Und beim nächsten Mal freut man sich schon darauf.

|Gute Geldanlage|

Hinsichtlich der Qualität der Produktion würde ich dieses Hörspiel gleich neben die „Taran“-Hörspiele des SWR stellen. Nur habe diese den Nachteil, dass sie mit ca. 110 Minuten wahnsinnig kurz sind. Mit „Wachen! Wachen!“ bekommt der fantasybegeisterte Zuhörer fast dreimal so viel Unterhaltungszeit für sein Geld. Und für Pratchett-Sammler wird dieser Artikel schon in wenigen Jahren eine gute Geldanlage sein.

|Umfang: 321 Minuten auf 5 CDs
Originaltitel: „Guards! Guards!“, 1989
aus dem Englischen übertragen von Andreas Brandhorst 1991|

Pratchett, Terry – Lords und Ladies

_Ritter Magrat tritt gegen die Elfenkönigin an_

Mittsommernacht: Alles gerät durcheinander. Kornkreise fallen vom Himmel, die Bienen werden nervös. Sogar Zwerge und Trolle sind besorgt. Im kleinen Scheibenwelt-Königreich Lancre pfuschen ein paar selbsternannte Nachwuchshexen an der Kausalität herum, während die drei alteingesessenen Hexen von Lancre ihre eigenen Probleme haben. Magrat Knoblauch soll mit König Ferenc vermählt werden und wächst über sich selbst hinaus. Nanny Ogg spürt den x-ten Frühling. Und Oma Wetterwachs steht vor ihrer größten Herausforderung. Eine fremde Präsenz streift durch die Wälder. Die Elfen kommen. Sie sind nicht das, was sie zu sein scheinen, sondern böse und gemein. Ein Sommernachtsalbtraum nimmt seinen humoristischen Lauf …

_Der Autor_

Terry Pratchett und seine Frau Lynn sind wahrscheinlich die produktivsten Schreiber humoristischer Romane in der englischen Sprache – und das ist mittlerweile ein großer, weltweiter Markt. Obwohl sie bereits Ende der siebziger Jahre Romane schrieben, die noch Science-Fiction-Motive verwendeten, gelang ihnen erst mit der Erfindung der Scheibenwelt (Disc World) allmählich der Durchbruch. Davon sind mittlerweile etwa drei Dutzend Bücher erschienen. Nachdem diese für Erwachsene – ha! – konzipiert wurden, erscheinen seit 2001 auch Discworld-Romane für Kinder. Den Anfang machte das wundervolle Buch [„The Amazing Maurice and His Educated Rodents“,]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=219 worauf „Die kleinen freien Männer“ folgte.

Doch auch andere Welten wurden besucht: ein Kaufhaus, in dem die Wühler und Trucker lebten, und eine Welt, in der „Die Teppichvölker“ leben konnten. Die [Nomen-Trilogie]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=2998 „The Bromeliad“ soll zu einem Zeichentrickfilm gemacht werden.

_Die Sprecher/Die Inszenierung_

Die Regie führte wie bei den Terry-Pratchett-Vertonungen Raphael Burri, der auch den Text bearbeitet hat. Aufnahmeleitung und Regieassistenz übernahm Ralf Grunwald. Booklet- und CD-Illustrationen stammen wie stets von Josh Kirby. Für den guten Ton sorgten Olifr Maurmann, Gavin Maitland und andere vom StarTrack-Tonstudio Schaffhausen. Das Hörspiel entstand im Jahr 2006.

Die Sprecher und ihre Rollen sind:

Ludwig Schütze: Der Erzähler
Nikola Weise: Oma Wetterwachs
Anny Weiler: Nanny Ogg
Anja Scheffer: Magrat Knoblauch
Ruth Maria Ruben: Elfenkönigin
Helmut Schüschner: Erzkanzler Mustrum Ridcully
Walter Millns: Shawn Ogg
Marcus Signer: Jason Ogg
Pascal Holzer: Ponder Stibbons
David Steck: Quästor der Unsichtbaren Universität
Bodo Krumwiede: Lankin
Sylvia Garatti: Junghexe Diamanda Tockley
Raphael Burri: TOD und Räuberhauptmann
Rolf Strub: Bibliothekar, Giamo Casamundo und Weber der Dachdecker
Ralf Grunwald: Tischler der Schneider
Hansruedi Spühler: Elfenkönig
Dirk Vittinghoff: 1. Elf
Thomas Monn: 2. Elf und William Pirsch
Ruth Schwegler: 3. Elf und Frau Quarney
Stefan Colombo: Elfenpferd
Armin Kopp: Festgreifaah und Höhlenkrieger
Friedrich Schneider: Dozent für neue Runen
und viele andere.

Alle Rollen sind im Booklet aufgelistet. Hier gibt es Kurzbiografien zu:
– Ludwig Schütze (Erzähler);
– Nikola Weisse (Oma Wetterwachs);
– Anny Weiler (Nanny Ogg);
– Anja Scheffer (Magrat Knoblauch);
– Ruth Maria Ruben (Elfenkönigin);
– Helmut Schüschner (Erzkanzler)

Mehr Infos und Hörproben gibt es unter http://www.bookonear.com. (ohne Gewähr)

|Die Musik|

Die – zurückhaltende – Moriskentanz-Musik wurde von Urs Klauser und Daniel Som beigesteuert und basiert auf zwei Werken aus dem 16. und 17. Jahrhundert. Nanny Oggs Banjo spielte Tonmeister Olifr Maurmann, das Kutschhorn und Shawn Oggs Fanfare blies Rolf Strub.

_Vorgeschichte_

Wo die Scheibenwelt liegt, weiß keiner, aber Hauptsache, sie ist flach. Meist sind die Romane darüber abgeschlossene Werke, aber bei den Hexenromanen ist das anders. Daher ein kleine Rekapitulation. Oma (Esmeralda) Wetterwachs tauchte zum ersten Mal in „Das Erbe des Zauberers“ auf, und in „MacBest“ wurde sie zum inoffiziellen Oberhaupt eines kleinen Hexenzirkels, bestehend aus der lebenslustigen und viel verheirateten Nanny (Gitta) Ogg sowie der jungen Magrat mit der roten Nase, dem ungekämmten Haar und der Neigung zur Rührseligkeit in Bezug auf Regentropfen, Rosen und Schnurrhaare kleiner Kätzchen.

„MacBest“ endete damit, dass Verence II. zum König des kleinen, hügeligen und bewaldeten Landes Lancre wurde. Er war zwar nicht der Erbe, aber als Hofnarr der „beste Mann für den Job“, wie Oma Wetterwachs fand. Magrat erzielte ein sehr zaghaftes „Einvernehmen“ mit Verence. Vermutlich handelt es sich um Liebe – oder um die nächstbeste Sache.

In „Total verhext“ mussten die drei Hexen durch den halben Kontinent reisen, um der Patin entgegenzutreten (die dem Schicksal ein Angebot unterbreitet hatte, das es nicht ablehnen konnte). „Lords und Ladies“ handelt davon, was geschah, als das Trio wieder heimkehrte. Natürlich geht in Lancre inzwischen alles drunter und drüber …

_Handlung_

Noch zwei Wochen bis zur Mittsommernacht, und schon künden sich große Ereignisse an. Unsere drei Hexen sind nach Hause zurückgekehrt, doch schon eine Woche später streiten sie sich mit Magrat. Sie freut sich darauf, endlich Königin dieses Landes zu werden; dann müssten alle sich vor ihr verneigen. Pustekuchen! Nanny Ogg hustet ihr was von wegen „Böses Omen, ausgerechnet am Mittsommertag“ heiraten zu wollen und nimmt ihr den Hexenbesen weg.

Magrat marschiert wütend ins Schloss, um mit den Vorbereitungen für die Hochzeit des Jahres zu beginnen. Dass es überall im Land Kornkreise regnet, interessiert sie nicht die Bohne. Nur der Umstand, dass der junge König noch nicht einmal um ihre Hand angehalten hat – macht man das nicht so? -, stört sie ein wenig.

Oma Wetterwachs und Nanny Ogg sind sich einig, dass die Elfenkönigin hinter den Kornkreisen steckt. Denn jeder Kreis ist ein halb geöffnetes Dimensionstor ins Land der Elfen. Und am Mittsommerabend sind die Grenzen zwischen Dimensionen besonders dünn. Wer weiß, ob die Königin nicht eine Invasion plant.

|Exkurs: Über Elfen|

Das Wichtigste, was man über Elfen wissen muss: Sie sind nicht nett zu Menschen. Tatsächlich hassen sie sie sogar, denn Elfen verfügen nicht über jene Eigenschaft der Sterblichen, die man als Empathie bezeichnet, also ein absolutes Mindestmaß an Mitgefühl und Einfühlungsvermögen. Statt eines Herzens haben Elfen etwas anderes: Sie haben Glamour. Das klingt zwar wie etwas Positives, doch seine Auswirkungen sind alles andere als das. Wirft ein Elf seinen Glamour über einen Menschen, so wird dieser davon so betört, dass er sogar den Hintern einer Sau küssen würde, in dem Glauben, seine oder ihren Herzensliebste(n) zu umarmen. Will heißen: Glamour macht Menschen dümmer als dumm. Es gibt nur einen Schwachpunkt der Elfen: Sie fürchten Eisen, denn es raubt ihnen alle Kraft.

|Ein Fall für Hexen|

Ein bizarrer Mordfall erschüttert den Hexenzirkel, wenn auch sonst kaum jemanden. Nanny Ogg hat Oma Wetterwachs herbeigerufen, und nun beraten sie, wie es zu dem Tod des armen Waidmannes William Pirsch kommen konnte. Er wurde von einem spitzen Gegenstand tödlich getroffen – ein Messer oder ein Pfeil. Der Tatort ist schon mal sehr verdächtig: William liegt direkt außerhalb des geheimnisvollen Steinkreises, den die Lancrianer „die Tänzer“ nennen. Es handelt sich um acht aufrecht stehende Megalithen, und was das Sonderbarste an ihnen ist: Sie ziehen Eisen magnetisch an.

Oma Wetterwachs kennt diesen Ort aus eigener intensiver Anschauung. Vor etwa 50 Jahren hat sie innerhalb des verbotenen Steinkreises eine Begegnung mit der Elfenkönigin gehabt und ihr standgehalten. Die Hexen vertrieben die Elfen mit Eisen und seitdem versuchen die Elfen, aus dem Bannfeld des Steinkreises auszubrechen, um in der Scheibenwelt ihre Herrschaft auszuüben und die Sterblichen zu Untertanen zu machen.

Um herauszubekommen, was die Elfen vorhaben, legt sich die Oberhexe in ihrem Haus auf den Boden, legt sich einen Zettel („Ich bin nicht tot!“) auf die Brust und schickt ihren Geist auf Erkundung. Meist in der Verkleidung eines Bienenschwarms. Sie spürt eine fremde Präsenz in Lancre. Sie sucht und findet – ein Einhorn! Könnte es den armen William Pirsch in die Brust getroffen haben?

|Das Hexenduell|

Unterdessen erfährt Nanny Ogg von ihrem braven Sohn Jason, dem Schmied, dass sie neuerdings Konkurrenz hat. Drei Junghexen unter der Führung von Diamanda Tockley lehnen die alten Traditionen der Zauberei ab und bringen sich selbst die Magie bei. Jason flüstert, dass die drei Junghexen angeblich nächtens nackt um den Steinkreis tanzen. Nanny Ogg macht ein finsteres Gesicht. Dieses Jungvolk!

Zusammen mit der zurückgekehrten Oberhexe begibt sie sich zum Selbstunterricht der Junghexen. Die nehmen die Alten überhaupt nicht für voll und fordern sie zu einem Duell heraus. Ist gebongt: morgen Schlag zwölfe auf dem Dorfplatz. Oma Wetterwachs schreibt ihr Testament, denn sie weiß die Stunde ihres Todes. Das Einhorn auf ihrem Rasen schickt sie zu seiner Herrin zurück. Dann begibt sie sich zum Hexenduell.

|Parallele Leben|

In der Zwischenzeit ereignen sich andere Dinge in und um Lancre. Die Unsichtbare Universität hat eine Einladung von König Verence II. erhalten. Erzkanzler Ridcully will gerne zur Hochzeit des Jahres fahren, doch nicht alleine. Der Bibliothekar (ein Orang-Utan) und Magister Ponder Stibbons sollen mitkommen. Stibbons glaubt an die Quantentheorie und Parallelwelten, doch Ridcully lehnt solche Faxen ab. Er löst Tickets für drei und nimmt die Postkutsche. Sie werden zweimal überfallen und ein Troll verlangt Zoll.

Im Wald nahe der Hauptstadt proben die Handwerker der Stadt, die normalerweise nur für Moriskentänze zuständig sind, ein Stück, das sie zu Ehren der neuen Königin aufführen wollen. Darin sollen ein Löwe und die Feenkönigin vorkommen. Warum ein Mann eine Frau spielen sollte, will die „Feenkönigin“ partout nicht einsehen. Der „Löwe“ erst recht nicht.

Magrat Knoblauch, die Königin in spe, hat sich inzwischen mit den seltsamen Klamotten ihrer neuen Stellung angefreundet. Ihre Zofe Millicilla hat sie eingewiesen. Da erfährt sie von Nanny Oggs anderem Sohn Sean, dass seine Mutter und Oma Wetterwachs ein Hexenduell veranstalten. Sie eilt sofort zum Dorfplatz, um mit diesem unwissenschaftlichen Unsinn ein Ende zu machen. Leider hat die junge Magrat gegen den Eigensinn ihrer älteren Kolleginnen nicht die geringste Chance.

Sie muss ebenso wie der Rest der Bevölkerung hilflos mit ansehen, wie Nanny Ogg mit ihrem Stiefelabsatz einen Kreis in den Dreck des Platzes zieht. Nannys jüngster Enkel Pewsey, gerade mal vier Jahre alt, plärrt, er wolle ein Bonbon und rennt halbnackt über den Platz.

Doch die Duellanten stehen bereits Aug in Aug einander gegenüber und lassen sich nicht stören. Oma Wetterwachs macht klar, dass diese Stadt zu klein für zwei Oberhexen sei und die Verliererin verschwinden müsse. Diamanda ist mit dieser Bedingung einverstanden. Denn sie darf wählen, in welcher Disziplin sich die Alt- und Junghexe miteinander messen sollen. Oma Wetterwachs ist mit dieser Disziplin einverstanden. Und so beginnt ein historisches Duell mit weit reichenden Folgen …

_Mein Eindruck_

„Lords und Ladies“ ist die lineare Fortsetzung von Terry Pratchetts Hexenzyklus, der mit „MacBest“ beginnt und mit „Total verhext“ weitergeführt wurde (gibt’s noch nicht als Hörspiel). Sowohl „MacBest“ als auch „Lords und Ladies“ nehmen Bezug auf Dramen von William Shakespeare. Dessen Komödie „Ein Mittsommernachtstraum“ von 1595 wurde inspiriert durch das Buch „Metamorphosen“ des römischen Exildichters Ovidius Naso.

Es geht darin, grob vereinfacht, um Liebesirrungen und -wirrungen unter Menschen und Elfen sowie um die Umkehrung der beiden Welten. Im Mittelpunkt stehen sowohl bei Shakespeare als auch bei Pratchett die Fragen: Wer war ich? Wer könnte ich werden? Wer könnte ich (in einem Paralleluniversum) sein? Wer bin ich tatsächlich? Wie um Himmels willen bin ich hierher gekommen? Und: Wie viele Beine habe ich überhaupt?!

In der Aufstellung der Figuren fällt auf, dass es sich oft um komplementäre Paare handelt. Das Witzige dabei ist jedoch, dass es dabei zu den unwahrscheinlichsten Paarungen kommt. Oma Wetterwachs trifft in Ridcully einen früheren Verehrer wieder, Nanny Ogg findet den Zwerg Casamunda ganz attraktiv, doch Magrat Knoblauch hat ihre liebe Not mit ihrem Verlobten, dem König. Der hat seine Weisheit nämlich ausschließlich aus Büchern und für das Kapitel Sex in seinem Leben braucht er noch das passende Handbuch. (Was bei dessen Übergabe zu wundervollen Peinlichkeiten führt.) Dass die böse Elfenkönigin auch einen besänftigenden Gatten benötigt, dürfte klar sein. Nur: Wo hat sich dieser Bursche mal wieder verkrochen?

Ein weiteres Spannungspaar ist das Aufeinandertreffen von Alt und Neu. Da ist beispielsweise der Konflikt der Althexen mit den Junghexen, die nichts mehr von altmodischen Dingen wie Geistreisen wissen wollen (falls sie je davon gehört haben), sondern lieber Bücher büffeln und sich absurde Zaubersprüche à la Harry Schotter ausdenken. Dieses Thema wird in den Abenteuern der alternativen Junghexe Tiffany Weh noch vertieft. Diamanda Tockley, Anführerin der arkanen Rebellinnen, hat jedenfalls gegen den Glamour der Elfen nicht die geringste Chance. So viel dazu.

Ein weiterer Themenkreis, bei dem Alt und Neu auf erfrischende Weise miteinander kollidieren, ist natürlich die Invasion der Elfen, die auf das von wissenschaftlich-fortschrittlichem Gedankengut geprägte Königreich Lancre prallt. Leider hat Letzteres keine Chance gegen die blutrünstigen Elfen, so dass es erst zweier weiblicher Heldinnen bedarf, wie sie verschiedener nicht sein könnten. Oma Wetterwachs stellt ihre Erdmagie der Elfenmagie der Königin entgegen. Und man höre und staune: Magrat Knoblauch hat in ihrer königlichen Ahnengalerie die Rüstung einer Königin gefunden, mit der sie nun in die Schlacht zieht – ohne einen einzigen Zauberspruch am Leib.

|Psst, nicht so laut: Sex!|

Eigentlich sollen dieses Hörspiel auch die lieben Kleinen hören und verstehen. Also jeder, der Terry Pratchett toll findet, und das sind nicht wenige, wenn man nach der Auflagenhöhe seiner Bücher urteilt. Weil es aber in der Mittsommernacht, wie oben gezeigt, um jede Menge „menschliche Annäherungen“ geht, taucht auch unweigerlich das Thema Sex und anderes schlüpfrige Zeug auf. Das Sexhandbuch für König Verence II. wurde bereits erwähnt.

Damit nicht jeder versteht, um was es geht, wird alles verschlüsselt und mit Auslassungen (Ellipsen) formuliert. Diese Methode, die vermutlich der Autor praktiziert, macht seinen Text selbst noch in der Hörspielfassung so wunderbar ironisch und humorvoll. Hier kann der Zuhörer seine Vorstellungskraft einbringen, die manchmal auch richtig gefordert wird. Magrat und der König reden ständig um den heißen Brei herum, teils aus Rücksichtnahme, teils aus Unwissenheit (das war schon in „Total verhext“ so).

Wer genau hinhört, wird mit Hilfe der Stereophonie feststellen, dass die beiden Verlobten an einem Esstisch sitzen müssen, der ganz schön lang ist. Das bedeutet nicht, dass sie nebeneinander sitzen, sondern dass jeder am entgegengesetzten Ende sitzt. Das ist ebenso vornehm wie bescheuert – und komisch. Es bezeichnet aber auch ihre Position im Bett …

Recht derb und beinahe offensichtlich werden die Dinge formuliert, sobald der Elfenkönig himself auftritt. Ihn überhaupt dazu zu bringen, hat Nanny Ogg schon eine Menge Schweiß und Überredung gekostet. Der Hammer, dem sich dann jedoch die sterblichen Oberirdischen gegenübersehen, ist genau das, was er zwischen den großen, äh, Hufen trägt: Er ist ein sehr offensichtlich männlicher Hirsch, und zwar prächtig ausgestatteter …

_Die Sprecher/Die Inszenierung_

Von dem Schweizer Studio „Bookonear“ habe ich bislang bei „Wachen! Wachen!“ etwas gehört. Die Produktion, die es damit vorgelegte, ist jedoch in vielerlei Hinsicht professionell zu nennen. Die Sprecher, die bei uns allesamt unbekannt sind, legen eine bühnenreife Darbietung hin. Wahrscheinlich sind sie in der Schweiz sogar die erste Garde der Bühnenschauspieler. Alle sprechen akzentfrei deutsch.

|Die Geräusche|

… tragen ein wenig zum Eindruck der Realität bei, die ein filmisch inszeniertes Hörspiel aufweisen sollte. Wir hören ziemlich laute Geräusche wie eine Turmglocke, aber auch recht leise wie etwa ein schnaubendes Einhorn oder eine Pfeife paffende Nanny Ogg. Fallende Kornkreise sind leider zu leise, um sie aufnehmen zu können. Es gibt Haustiergeräusche und Klänge, die am besten in eine Schmiede passen.

Hier wirkt Jason Ogg, und wie jedes Jahr muss er sich an einem bestimmten Tag die Augen verbinden. Ein mit sehr tiefer Stimme und in GROSSBUCHSTABEN sprechender Fremder (dreimal darf man raten, um wen es sich handelt) bringt sein Pferd zum Beschlagen zu Jason. „Pling! Pling!“, macht der Hammer Jasons. Wahrscheinlich hören wohl nur die Eingeweihten unter den Hörern auch die GROSSBUCHSTABEN des Fremden.

|Musik|

Die Götter der Audioproduktion sind uns diesmal gnädig. Die mittelalterlichen Instrumentaleinlagen, die mein Ohr noch in „Wachen! Wachen!“ so plagten, wurden diesmal auf ein Minimum zurückgenommen. Da es sich bei den Leuten, die das Theaterstück in Lancre aufführen sollen, um Moriskentänzer handelt, lag es für den Regisseur nahe, auch entsprechende Musik einzusetzen.

In England habe ich einmal solche Morris Dancers gesehen, und es war ein ungewöhnlich archaischer Anblick. Dies Musik ist ja schon uralt, aber auch die Kostümierung stammt aus längst versunkenen Jahrhunderten. Schellen gehören jedenfalls immer dazu. Wer will, kann dazu tanzen – auch zu der Musik im Hörspiel. Sie wird mit Dulzimer, Sackpfeife und anderen Tonschleudern produziert.

|Das Booklet|

Das Beiheft ist liebevoll gestaltet und einer so von Liebhabern der Scheibenwelt gestalteten Produktion angemessen. Da findet sich ein Lebenslauf des Autors ebenso wie Hintergrundinfos über die Musik, die Gestalter und sämtliche Sprecher. Am schönsten aber sind zwei weitere Elemente: die detaillierte Tracklist für jede einzelne CD, von denen jede einen eigenen Titel trägt, z. B. „Hexenzirkel“. Und natürlich die knuddeligen Zeichnungen Josh Kirbys, die allesamt der doppelseitigen Titelillustration entnommen sind. Auch die Cover der einzelnen CDs wie auch die Einsteckplätze der CDs im Karton sind damit geschmückt.

_Unterm Strich_

Dieses Hörspiel eignet sich für ein Publikum von 8 bis 80 Jahren. Die Kinder und Jugendlichen können sich auf die vordergründige, meist recht komisch inszenierte Action konzentrieren. Doch auch Erwachsene haben jede Menge zu entdecken: Neben den oben skizzierten Gegensatzpaaren finden sie eine Philosophie über Magie und deren Vertreter, die vom Tolkienstandard meilenweit abweicht.

Hier sind zum Beispiel auch keltische Einflüsse zu finden, denn Pratchett lebt in Wiltshire nicht weit von den Walisern entfernt und die alt- und mittelenglische Literatur, die überlebt hat, ist reich an solchen Einflüssen, und dazu gehört auch die mündliche Überlieferung in Volkssagen und Märchen. Erwachsene werden auch die zahlreichen schlüpfrigen Anspielungen finden, die sich zwischen den Dialog-Zeilen verstecken. Und da es nicht zuletzt in der Mittsommernacht auch um Liebe geht, haben die Pratchetts das eine oder andere zu sagen, was man für sich selbst umsetzen könnte.

Die Fantasykomödie unterhielt mich mit ihrer kurzweiligen Dramatik ebenso gut wie mit ihrem hintergründigen Humor, der typisch ist für Pratchett. Klamauk gibt es allerdings auch, und das finden wohl Kinder lustiger als ich. Die großzügig eingesetzten Geräusche verleihen der Handlung einen Anstrich von filmischem Realismus (wenn es das gibt), so dass sich ein Gefühl des Kinos für die Ohren einstellt – allerdings mit rasanten Szenenwechseln.

Die Musik hält sich diesmal sehr zurück und dient nur dazu, das Thema des Moriskentanzes zu illustrieren. Dadurch hebt sich das Hörspiel gegenüber den Übertreibungen in den |Bookonear|-Produktionen [„Wachen! Wachen!“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=787 und „Die Piraten“ wohltuend ab. Endlich hat der Tonmeister Maurmann das rechte Mittelmaß gefunden.

|Originaltitel: Lords and Ladies, 1992
Aus dem Englischen übertragen von Rolf Strub und Andreas Brandhorst 2005
300 Minuten auf 4 CDs in Stereo, mit von Josh Kirby (!) illustriertem Booklet|
http://www.luebbe-audio.de
http://www.bookonear.com