Schlagwort-Archive: Ullstein

Ake Edwardson – Das dunkle Haus (Erik Winter 11)

Worum gehts?

Göteborg wird von einem Familiendrama heimgesucht, eine Frau und ihre beiden Kinder wurden brutal ermordet. Kommissar Winter kehrt zur rechten Zeit nach Göteborg zurück und beginnt, in diesem Fall zu ermitteln. Schon bald gerät der Familienvater in Verdacht, doch Winters langjährige Berufserfahrung und sein Instinkt sagen ihm etwas anderes.

Inhalt

Nachdem sich Kommissar Erik Winter eine zweijährige Auszeit in Marbella gegönnt hat, kehrt er alleine nach Göteborg zurück und hinterlässt Frau und Familie in Spanien. Er kommt genau zur rechten Zeit zurück in seine Heimat, denn die Stadt wurde von einem brutalen Familiendrama heimgesucht. Eine junge Mutter und zwei ihrer drei Kinder wurden in ihrem Haus mit zahlreichen Messerstichen ermordet. Die Tatsache, dass das jüngste Kind, noch ein Baby, unversehrt geblieben ist, dramatisiert die Situation enorm. Die Polizei verdächtigt schon bald den Vater der Familie, doch Winter will davon nichts wissen. Ake Edwardson – Das dunkle Haus (Erik Winter 11) weiterlesen

[NEWS] BRIGITTE PONS – Celeste bedeutet Himmelblau

Mord auf dem Dorf: „Celeste bedeutet Himmelblau“ von Brigitte Pons erscheint bei Egmont LYX.

Als im kleinen Örtchen Vielbrunn im Odenwald ein Bauer tot auf einem Feld gefunden wird, geht die Polizei zunächst von einem Unfall aus. Doch der junge Polizist Frank Liebknecht entdeckt sehr schnell Ungereimtheiten. Weil ihm niemand glauben will, beginnt er auf eigene Faust zu ermitteln – und gerät schon bald in einen Mahlstrom aus Verrat, Mord und fanatischer Verblendung …
(Verlagsinfo)

Broschiert, 350 Seiten

Der Verlag bietet unter dieser Adresse eine Leseprobe an.

Andrew Bergman – LeVine

Bergman LeVine Cover kleinDas geschieht:

New York 1944: Die USA stehen im II. Weltkrieg, dessen Ende sich mit dem Sieg der Alliierten inzwischen abzuzeichnen beginnt. Zurückgeblieben sind die Alten, Kranken, Versehrten – und Geschäftsleute mit politischen Verbindungen, die lieber dem kleinen Mann in Übersee die blutige und schlecht bezahlte Drecksarbeit überlassen.

Jack LeVine ist ein erfolgloser Privatdetektiv in mittleren Jahren, der wenig vom Leben verlangt und bekommt. Seit einiger Zeit läuft das Geschäft noch schlechter als sonst, sodass er einen Fall übernimmt, den er sonst abgelehnt hätte. Die junge Tänzerin Kerry Lane hat vor Jahren in einigen Pornofilmen mitgespielt. Inzwischen tritt sie in einer Revue des Theaterregisseurs Warren Butler auf und ist erpressbar geworden. Ein Mann namens Carl Fenton fordert Geld für die Herausgabe der Filme, die er sonst dem als Tugendbold bekannten Butler schicken will. Andrew Bergman – LeVine weiterlesen

Bernhard Borge – Tod im Blausee

Borge - Tod im Blausee Cover 1958 kleinDas geschieht:

Oslo, Norwegen, im Sommer des Jahres 1941. Sieben alte Freunde treffen sich im Haus des Kriminalschriftstellers Bernhard Borge und seiner Gattin, der Schauspielerin Sonja. Kai Bugge ist ein bekannter Psychoanalytiker und Sachbuch-Autor, außerdem ein Rationalist, der sich gern mit Gabriel Mörk streitet, einem Literaturkritiker mit ausgeprägtem Hang zum Okkulten. Harald Tann ist Rechtsanwalt und Amateurdetektiv. Die neurotischen Geschwister Liljan und Teddy Werner sind vermögend und frönen dem süßen Nichtstun.

Teddy ist Jäger und hat sich in Österdalen im abgelegenen Norden des Landes ein Anwesen gekauft. Die Daumannshütte liegt im Finsterwald unweit des Blausees und gilt als verflucht. Hier hat Anno 1831 hat Tore Gruvik, ein verrückter, einbeiniger Sonderling seine eigene Schwester und ihren Liebhaber mit der Axt geköpft und ihre Leichen in den Blausee geworfen. Wenig später hat er sich dort ertränkt. Die Körper wurden niemals gefunden. Bernhard Borge – Tod im Blausee weiterlesen

Michael Collins – Ein Dolch für die Braut

Collins Michael Dolch Cover 1970 kleinDas geschieht:

Spieler Sammy Weiss ist ein Loser, der momentan so tief in der Klemme steckt, dass er einen alten Bekannten, den Privatdetektiv Dan Fortune, für ein Alibi bezahlen will: Weiss wollte den einflussreichen Finanzmogul Jonathan Ames Radford III. zwingen, 25000 Dollar herauszurücken, die sein spielsüchtiger Neffe Walter beim Pokern verloren hatte. Der Onkel weigerte sich, Weiss verlor die Nerven und schlug zu. Radford ging zu Boden. Weiss geriet in Panik; er fürchtet, dass der wütende Radford ihm die Polizei auf den Hals hetzen wird.

Die ist tatsächlich hinter Weiss her, der untertauchte, nachdem Fortune ihm die gekaufte Lüge verweigerte: Radford wurde mit einem Dolch im Herzen in seinem Arbeitszimmer entdeckt, 25000 Dollar Bargeld sind verschwunden. Weiss ist der Hauptverdächtige. Ausgerechnet das weckt Fortunes Misstrauen. Er kann sich Weiss nicht als Mörder, sehr gut aber als Sündenbock vorstellen. Michael Collins – Ein Dolch für die Braut weiterlesen

Jo Nesbø – Koma

Worum gehts?

Die Leiche eines jungen Mädchens wird in einem abgelegenen Waldstück gefunden. Das Opfer wurde sexuell missbraucht und der Fall konnte nie gelöst werden. Zehn Jahre später wird an derselben Stelle der Polizist ermordet, der damals an der Aufklärung des Falles beteiligt gewesen ist. Die Polizei arbeitet unter Hochdruck, denn das ist nicht der einzige Polizistenmord, der sich auf diese Weise ereignet hat.

Zur selben Zeit liegt ein schwerverletzter Mann im Koma eines Krankenhauses. Er wird rum um die Uhr polizeilich bewacht weil niemand erfahren darf, um wen es sich bei dem Patienten handelt. Er hat nämlich einen Feind und der lauert überall … Jo Nesbø – Koma weiterlesen

Unsere Weihnachtsempfehlungen – Horror

Ihr habt immer noch keine Ahnung, was ihr an Weihnachten verschenken sollt? Bücher machen sich immer gut. Für die, die es in der besinnlichen Zeit nicht ganz so besinnlich mögen, hier die Empfehlungen unserer Redaktion für den Bereich HORROR!

Joe Hill: Christmasland, Heyne, 2013
„Kindermörder Manx verschleppt seine Opfer in eine Parallelwelt; als er sich den jungen Wayne greift, folgt ihm dessen Mutter in dieses fremde, von gefährlichen Kreaturen bevölkerte Zwischenreich, um den Sohn aus dem „Christmasland“ zu befreien. – Auf beiden Seiten des Dimensionsportals kommt es erwartungsgemäß zu seltsamen bis gruseligen Ereignissen; im Finalkampf triumphieren Familienwerte über das bisher übermächtige Böse. Da Hill sehr routiniert sein Handwerk versteht, ist sein allzu episch geratenes Garn Gruselfutter – wenn auch ohne besonderen Nährwert.“ (Michael Drewniok)
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Adam Nevill: Der letzte Tag, Heyne, 2013
„Ein Dokumentarfilmer soll die Geschichte eines obskuren Kultes rekonstruieren und muss dabei feststellen, dass weiterhin sehr lebendig ist, was dieser einst aus der Hölle heraufbeschworen hatte. – Auch im Zeitalter des Splatter- und Zombie-Horrors kann sich die gute, alte Geistergeschichte problemlos behaupten, wenn sie so meisterhaft wie hier beschworen wird: inhaltlich wie sprachlich durchweg ein gruseliges Vergnügen und sicherlich der bisher beste Roman des Verfassers.“ (Michael Drewniok)
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Carsten Stroud: Die Rückkehr, DuMont, 2013
„In der US-Kleinstadt Niceville geht der Krieg mit den Mächten des Bösen in die nächste Runde, gleichzeitig spielen Gesetzeshüter und Kapitalverbrecher Katz und Maus miteinander; sie ahnen nicht, dass sie alle Spielbälle in einem gespenstischen Krieg sind, der vor mehr als anderthalb Jahrhunderten ausgebrochen ist. – Die furios gestartete Trilogie verliert im Mittelteil keineswegs an Schwung oder Spannung. Das Gewirr bisher rätselhafter Ereignisse bekommt allmählich Struktur, dahinter wird eine neue Dimension des Schreckens sichtbar: ein „Pageturner“ der Sonderklasse!“ (Michael Drewniok)
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Chuck Wendig: Blackbirds, Lübbe, 2013
„Wenn Miriam Black einen anderen Menschen berührt, kann sie seinen oder ihren Tod voraussehen. Ort und Stunde sind ihr ebenso bekannt. Kein schöner Tod, kein schönes Leben – so wandert Miriam durch North Carolina, bis sie eines Tages in einen Strudel von Ereignissen gezogen wird. „Blackbirds“ ist der Auftakt zu einer Romanreihe über Miriam Black. In diesem wie ein Comic im Präsens erzählten Roman geht es um Schicksal und dessen Überlistung. Der Plot erinnert an Stephen King. Solange sich der Leser nicht von der Gossensprache irritieren lässt, kann er ein durchdachtes Horrorgarn genießen.“ (Michael Matzer)
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Einen Überblick über alle Empfehlungen findet ihr hier!

Nele Neuhaus – Böser Wolf

Die Handlung:

An einem heißen Tag im Juni wird die Leiche einer 16-Jährigen aus dem Main bei Eddersheim geborgen. Sie wurde misshandelt und ermordet, und niemand vermisst sie. Auch nach Wochen hat das K11 keinen Hinweis auf ihre Identität. Die Spuren führen unter anderem zu einer Fernsehmoderatorin, die bei ihren Recherchen den falschen Leuten zu nahe gekommen ist. Pia Kirchhoff und Oliver von Bodenstein graben tiefer und stoßen inmitten gepflegter Bürgerlichkeit auf einen Abgrund an Bösartigkeit und Brutalität. Und dann wird der Fall persönlich.

Mein Einrduck:

Nach dem Leichenfund eines jungen Mädchens, deren Identität trotz einer Öffentlichkeitsfahndung unbekannt bleibt, tappen die Ermittler der Regionalen Kriminalinspektion in Hofheim zunächst weitgehend im Dunkeln. Auffällig sind jedoch die Hinweise auf den brutalen körperlichen Missbrauch des Mädchens.
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John Connolly – Der Pakt der Liebenden [Charlie Parker 8]

Ein buchstäblich dämonisches Pärchen jagt und tötet Liebespaare; Ex-Detektiv Charlie Parker findet heraus, dass dieses Duo auch im Rahmen seiner persönlichen Familientragödie eine zentrale Rolle spielte und ihn keineswegs vergessen hat … – In seinem achten Fall sieht sich Parker abermals mit Kriminellen und Geistern konfrontiert; die Mischung aus Thriller und Mystery ist längst nicht mehr neu (oder originell), wird aber routiniert und unterhaltsam auf den Weg zum Leser gebracht. John Connolly – Der Pakt der Liebenden [Charlie Parker 8] weiterlesen

Erin Morgenstern – Der Nachtzirkus



Worum gehts?

Der Cirque des Rêves – Zirkus der Träume. Ein Zirkus, der ohne jede Ankündigung in die Städte kommt und nur bei Nacht geöffnet hat. Das Freudenfeuer, ein Feuer, das permanent brennt und den komplette Zirkus erhellt, wird von zahlreichen geheimnisvollen Zelten umsäumt. Doch hinter der scheinbar so friedlichen Zirkuswelt spielt sich ein übler Wettstreit zwischen zwei verfeindeten Magiern ab. Da sie diesen Kampf nicht vollenden konnten, bereiten sie nun ihre Kinder darauf vor, den Kampf aufzunehmen und zu beenden, was sie nicht geschafft haben. Doch diese Rechnung haben sie ohne die beteiligten Kinder gemacht, denn als diese sich schließlich begegnen, verlieben sie sich unsterblich ineinander. Doch in der Welt des Cirque des Rêves stellt dieses Gefühl ein scheinbar unüberwindbares Problem dar, und bekanntlich kommt ein Problem selten allein … Erin Morgenstern – Der Nachtzirkus weiterlesen

John Dickson Carr – Der Flüsterer

Carr Flüsterer Cover kleinDas geschieht:

Der illustre „Mordklub“, dessen prominente Mitglieder sich abseits der Öffentlichkeit an ungeklärt gebliebenen Untaten der Vergangenheit delektieren, tagt in London. Professor Rigaud, der französische Historiker, wird über den seltsamen Tod des reichen Fabrikanten Brooke referieren. Diese wurde 1939 auf dem Turm seines Anwesens bei Chartres in Frankreich erstochen, ohne dass sich am Tatort ein Hinweis auf den Hergang des Dramas finden ließ. In Verdacht geriet Brookes Privatsekretärin Fay Seldon, die Harry Brooke, den einzigen Sohn und Universalerben des Brooke-Vermögens, heiraten wollte. Ihr Ruf war übel, die Beweisdecke jedoch dünn: Die französische Polizei befand auf Selbstmord.

Die Journalistin Barbara Morell weiß von einem Komplott, das Harry eingefädelt hatte, um sich vom elterlichen Gängelband zu lösen. Er selbst stellte seine Braut als Flittchen dar, um sich den Verzicht auf die Heirat von den Eltern mit allerlei Vergünstigungen entgelten zu lassen. Aber etwas ging schief; Brooke Senior starb, und den tückischen Harry ereilte sein Schicksal als Soldat in Dünkirchen. Fay Weldon kehrte nach England zurück. John Dickson Carr – Der Flüsterer weiterlesen

Bernhard Borge – Der Nachtmensch

Borge Nachtmensch Cover kleinDas geschieht:

Die Freunde Bernhard Borge, Autor erfolgreicher Kriminalromane, Kai Bugge, Psychologe, und Inspektor Hammer von der Kriminalpolizei der norwegischen Hauptstadt Oslo schließen eine Wette ab: Bugge und Hammer werden den nächsten Dall gemeinsam aufklären, und Borge wird quasi als Sekundant festhalten, wer den Sieg davonträgt: der moderne Seelenforscher oder der traditionelle Spürhund.

Die Gelegenheit ergibt sich, als Borge von seinem Vetter in die Sommerfrische eingeladen wird. Helge Gårholm hat in seiner an einem einsamen Fjord gelegenen Villa „Seewind“ wie so oft eine illustre Gesellschaft um sich geschart, Er ist ein Frauenheld, der seine Gefährtinnen betrügt und gegeneinander ausspielt. Kann er gleichzeitig einen oder gar mehrere Rivalen vor den Kopf stoßen, ist ihm das umso lieber.

Bernhard Borge – Der Nachtmensch weiterlesen

Ed McBain – Schrot und Horn

Schrot und Horn Cover kleinEin Ehepaar wird geradezu in Stücke geschossen, eine Barfrau endet mit einem Messer in der Brust: Zwei scheinbar beliebige Fälle des 87. Polizeireviers entpuppen sich als Stationen eines Verbrechens, das einem neuen Höhepunkt entgegensteuert … – Zumindest in Deutschland gehört dieser 23. Band zu den weniger bekannten Romanen der berühmten McBain-Serie, was seiner realistischen Eindringlichkeit keinerlei Abbruch tut: ein zeitloser Lektüre-Genuss.
Ed McBain – Schrot und Horn weiterlesen

John Connolly – Die Bruderschaft der Nacht [Charlie Parker 9]

Geldgierige US-Soldaten haben sich im Irak an Altertümern vergriffen und dabei drei Wüstendämonen abgegriffen, die in den USA ihre mörderischen Tücken fortsetzen … – Privatdetektiv Charlie Parker gerät abermals in einen Kriminalfall mit übernatürlichen Elementen. Diese Mischung hat ihre anfängliche Faszination zwar weitgehend eingebüßt, dennoch ist „Die Bruderschaft der Nacht“ immerhin & abermals ein spannender, gut geschriebener Thriller. John Connolly – Die Bruderschaft der Nacht [Charlie Parker 9] weiterlesen

Ellery Queen – Das zwölfte Geschenk

Queen Dreizehnter Gast Cover 1982 kleinDas geschieht:

Das Weihnachtsfest des Jahres 1929 wird Schriftsteller und Privatdetektiv Ellery Queen auf Einladung des Druckereibesitzers Arthur Craig in dessen Landhaus beim Städtchen Alderwood bei New York verbringen. Zwölf Gäste umfasst die Gesellschaft insgesamt, zu der noch Craigs Mündel John Sebastian, seine Verlobte Rusty Brown, deren Mutter Olivette, der Komponist Marius Carlo, die Schauspielerin Valentina Warren, Queens Verleger Dan Freeman, der Anwalt Roland Payn, der Arzt Dr. Sam Dark und der Priester im Ruhestand Arthur Gardiner gehören. Ellery Queen – Das zwölfte Geschenk weiterlesen

Pease, Allan & Barbara – Warum Männer nicht zuhören und Frauen schlecht einparken

_Von Beutejägern und Nesthüterinnen: Info und Ratgeber_

„Wenn Sie sich je gefragt haben, warum Frauen so viel reden, Männer aber lieber schweigen, warum Männer immer Sex wollen, Frauen aber lieber kuscheln – in diesem Buch finden Sie endlich eine einleuchtende Antwort. A. und B. Pease erklären wissenschaftlich fundiert die Unterschiede zwischen Mann und Frau. Sie erkunden, warum sie unterschiedliche Fähigkeiten besitzen, sich in vielen Situationen völlig unterschiedlich verhalten, anders denken und fühlen. Zugleich geben die Autoren praktische Tipps, wie man am besten mit diesen unterschieden umgehen sollte, damit ein harmonisches Zusammenleben der Geschlechter möglich ist.“ (gekürzte Verlagsinfo)

_Die Autoren_

Die Australier Allan & Barbara Pease gehören laut Verlag zu den führenden Kommunikationstrainern weltweit. Sie haben bereits mehrere Bücher zum Thema „Körpersprache“ geschrieben, die zu Bestsellern wurden. Weltweit halten sie Seminare ab.

|Vorbemerkung|

Alle Angaben über „weiblich“, „männlich“ sind Verallgemeinerungen sowie Prozentangaben lediglich Durchschnittswerte. Es gibt praktisch immer Ausnahmen. Der Anteil der Ausnahmen vom „Standard“ kann – etwa bei Homosexualität – zehn bis 20 Prozent erreichen!

_Inhalte_

50 bis 70 Prozent aller neuen Beziehungen in den westlichen Ländern scheitern binnen der ersten sechs Monate. Das ist eine erschreckend hohe Zahl, die einen Grund haben muss: Disharmonie und falsche Erwartungen. Aber diese haben tiefere Ursachen, über die kaum ein „politisch korrekt“ denkender Erwachsener sich auszusprechen traut. Der Grund ist einfach: Zu behaupten, dass Frau und Mann nicht „gleich“ sind, wird gleichgesetzt mit der Behauptung, dass sie auch nicht „gleichwertig“ seien. Dieser fundamentale Irrtum verhindert zugleich die Auseinandersetzung über ein offensichtlich fundamentales Problem der westlichen Gesellschaften.

Die beiden Autoren anerkennen, dass Frauen und Männer zahlreiche angeborene Unterschiede aufweisen, ohne jedoch eine Wertung vorzunehmen. Der Weg zu größerer Harmonie zwischen den Geschlechtern führt für sie zu einem Verständnis dieser angeborenen Unterschiede, ihrer Anerkennung und ihrer Integration in eigenes Denken, Werten und Verhalten. Gegenseitiges Verstehen der Unterschiede, die uns die Evolution mitgegeben hat und denen wir rein gar nichts ändern können, ist die Voraussetzung für eine gegenseitige Akzeptanz.

Bis zu den siebziger und sogar achtziger Jahren dachten die Verhaltensforscher, dass Babys als tabula rasa auf die Welt kämen und alle Verhaltensmuster von ihrer Umwelt per Prägung erlernen würden. Durch wissenschaftliche Untersuchungen in den achtziger und neunziger Jahren, nicht zuletzt durch die Autoren, stellt sich das Bild umgekehrt dar: Männlein und Weiblein sind durch die Gene, die die Hormone steuern, derart geprägt, dass nur ein geringer Prozentsatz von Verhaltensweisen auf soziale Prägung zurückzuführen ist. Geschlecht ist also Schicksal?

Es kommt darauf an, was man daraus macht. Der Mann spielt seine naturgegebenen Vorteile in Anatomie, Verhalten und Wahrnehmung aus, wenn er als Beutejäger und Beschützer tätig sein kann. Er sieht mit Tunnelblick in die Ferne, sieht deshalb mehr Blau- als Rottöne und weniger Farbtöne, erstellt ein 3D-Bild der Umgebung, erkennt Fluchtwege und Hindernisse, ignoriert aber menschliche Beziehungen und Abhängigkeiten völlig (außer Sex). Leider verlangt kaum noch ein Beruf nach diesen Fähigkeiten, ganz besonders nicht in der Stadt. Allerdings entfaltet er Fähigkeiten in einer Hierarchie, die zielgerichtet agiert: die Jägergruppe. Außerdem ist er territorial ausgerichtet: Sein Jagdrevier ist für seine Familie überlebensnotwendig.

Die Natur hat die Frau hingegen zur Nesthüterin herangezüchtet (wer vom Optimum abwich, ging meist drauf!). Ihr Gehör ist besser, ihr Sehen im Nahbereich, ebenso der Geruchssinn. Der Grund ist simpel: Die Nesthüterin gebiert Kinder, zieht sie auf, heilt, sammelt Nahrung im Umfeld der Höhle, achtet wachsam auf Raubtiere in der Nähe und behält den Zusammenhalt der Familie oder Sippe sorgsam im Auge. Sie würdigt es, wenn der Mann Nahrung von der Jagd mitbringt, und er würdigt es, wenn sie das Essen zubereitet und ihn bei Kräften hält.

Was soll daran so schwierig sein, könnte man sich fragen. Ganz einfach: Die Rahmenbedingungen sind weggefallen und daher auch das Selbstverständnis der beiden Geschlechter. Auch Frauen wollen jetzt die fette Beute jagen, nämlich das dicke Geld, wohingegen Männer sich mit sitzenden Tätigkeiten begnügen müssen, in denen Frauen viel besser sind (Nahsichttüchtigkeit, Kommunikation, Organisation). Mit anderen Worten: Aus Partnern sind Konkurrenten geworden. Und wenn sie nicht anerkennen, dass sie einander ergänzen, muss es zwangsläufig zu Disharmonie kommen.

|XX und XY|

Schuld an allem sind die Gene. Die XX- und XY-Chromosomen sorgen dafür, dass schon sechs bis acht Wochen nach der Befruchtung sich die geschlechtsspezifischen Merkmale ausbilden, also das Gehirn und die Genitalien geformt werden. Wie neueste Forschungen ergeben haben, sind bei Mädchen und Jungs nicht nur die Genitalien unterschiedlich ausgeprägt, sondern auch das jeweilige Gehirn. Das hat weitreichende Folgen.

Bei Mädchen hat die Ausformung der Sprachzentren und des Nahbereichsehens Vorrang, so dass Mädchen schon binnen kürzester Zeit nach der Geburt Gesichter und Wörter unterscheiden können. Sie bilden vollständige Sätze rund ein Jahr, bevor Jungs dazu in der Lage sind (was Eltern natürlich in Panik versetzt und Sprachtherapeuten eine goldene Nase beschert). Die Sprachzentren liegen in den vorderen Bereichen der zwei Hirnhälften. Solche Zentren fehlen Jungs zunächst.

Bei Jungs werden stattdessen andere Prioritäten in rasanter Zeit umgesetzt, und je größer die Menge Testosteron, der der Fötus ausgesetzt ist, desto „männlicher“ erfolgt die Ausprägung: Im vorderen rechten Stirnlappen entsteht ein Zentrum von Nervenzellen, das auf räumliche und visuelle Wahrnehmung spezialisiert ist. Daraus folgt, dass Männer über ein räumliches 3D-Vorstellungsvermögen verfügen, das Frauen entweder Bauklötze staunen lässt oder in neidische Rage versetzt. Urzeit-Männer brauchten diese Fähigkeit frühzeitig, um ihre frühentwickelten Muskeln koordiniert für die Jagd einsetzen zu können: zum Werfen, Springen, Laufen usw. Urzeitjungs mussten mit zwölf Jahren mit auf die Mammutjagd und waren mit 15 oder 16 ausgewachsen.

Denn da Frauen dieses Zentrum meist fehlt (es sei denn, sie hätten im Mutterleib einen ordentlichen Schub Testosteron abbekommen), sind sie weder in der Lage, mit Leichtigkeit Straßenkarten oder 2D-Baupläne zu lesen noch rückwärts einzuparken. Je „weiblicher“ die Frau, desto schlechter ist diese Fähigkeit ausgeprägt. Das ist einer der Hauptgründe, warum 99 Prozent aller Piloten etc. Männer sind. Dafür haben Frauen Augen „am Hinterkopf“: Sie verfügen über einen Sehbereich von nahezu 180°, den sie brauchen, um Angreifer (tierische wie menschliche) und Kinder im Blick behalten zu können. Die Augen des Mannes sind wie gesagt für die Jagd auf entfernte Beute ausgelegt: Er sieht wie durch einen Tunnel scharf in die Ferne. Wehe der Frau, die einen derart konzentrierten Mann zu stören wagt!

|Quasi-Logik|

Nicht genug damit, wirken sich die Gene und die dadurch ausgelösten männlichen Hormone ganz anders auf die Fähigkeit des logischen und emotionsfreien Denkens aus. Männer können nicht nur Begriffe und Eindrücke in Schubladen stecken, sondern auch Gefühle einfach in einen separaten Gehirnteil verdrängen (um sie beim Träumen zu verarbeiten). Es kommt erschwerend hinzu, dass ihre Haut um einige Faktoren weniger empfindlich ist als die einer Frau, so dass sie ein viel weniger ausgeprägtes Bedürfnis nach Körperkontakt haben als Frauen. Wenn ein Mann einen anderen Mann streichelt, wird das als eindeutiges Signal für Schwulitäten interpretiert. Traurig, aber wahr.

Es gibt noch weitere Benachteiligungen, die auf die Konditionierung (durch „natürliche Zuchtwahl“) zurückzuführen sind. Männer können kein Multitasking wie eine Frau, die fünf Dinge gleichzeitig erledigen kann. Vielmehr arbeitet das männliche Gehirn nach dem Prinzip: eins nach dem anderen! Es kann stets nur einen Input auf einmal verarbeiten. Das ist der Grund, warum ein Mann den Fernseher abstellt, bevor er ans Telefon geht. Oder warum man ihn beim Autofahren möglichst nur sehr behutsam ansprechen sollte.

Männer können zwar gut logisch denken, aber nur mit sich selbst reden. Eine Frau redet jedoch, um soziale Wärme zu erzeugen und sich ihrer Zugehörigkeit zu versichern. Wenn also ein Mann nicht mit ihr redet, deutet sie dies oft als kalte Abfuhr. Was grundfalsch ist! Denn statt zu reden, tut der Mann seiner geliebten Partnerin zuliebe etwas. Frau sollte darauf achten, was es ist. Und wenn sie mit ihm reden will, dann sollte sie am besten eine Uhrzeit ausmachen. Der Mann kann sich darauf einstellen und bis dahin wieder seine Lebensgeister wecken. Was Frauen total verblüfft, ist seine Fähigkeit, die Hirntätigkeit auf ein Minimum herunterzufahren, wenn er sich entspannt, wohingegen ihre „Entspannung“ das Gehirn stets zu 90 Prozent beansprucht.

|Einen Fehler zugeben? Nur über seine Leiche!|

Wenn eine Frau im Auto sitzt, fragt ein Mann niemals nach dem Weg, falls er sich doch mal verfahren hat. Der Grund ist kurios: Er würde nie im Leben – zumindest ihr gegenüber – zugeben, dass er womöglich ein Versager sein könnte. Dieses bedauerliche Verhalten ist auf die Konditionierung als alleiniger Ernährer der Urfamilie zurückzuführen. Natürlich ist dies heute völlig überholt, aber ein „traditionell“ erzogener Mann lebt das Ur-Ideal immer noch.

Er sollte jedoch niemals versuchen, eine Frau anzulügen, um sein Ego zu behaupten. Frauen verfügen über einen eingebauten Lügendetektor, da sie selbst feinste Nuancen in Betonung und Sprechweise wie mit himmlischen Antennen erspüren. Das müssen sie auch, um alle sozialen Erschütterungen in ihrer Umgebung zu erfassen und sich darauf einzustellen. Ein Mann würde nicht mal auf die Idee kommen, dass man ein solches Radar braucht.

|Nicht Fisch, nicht Fleisch|

Wie erwähnt, macht erst Testosteron aus einem weiblichen Fötus einen männlichen. Die Urform ist weiblich (was die Frage nach dem Geschlecht Gottes beantworten dürfte). Nun kann es vorkommen, dass zu wenig Testosteron an den Fötus ausgeschüttet wird und die Vermännlichung unterbleibt oder zu schwach ausfällt. Dann wird der Junge wahrscheinlich entweder homosexuell oder ohne männliche Genitalien geboren. Umgekehrt gilt: Erhält ein Mädchen in einer bestimmten Entwicklungsphase zu viel Testosteron verpasst, wird sie vermännlichen und wahrscheinlich mit ebenfalls homosexuellen Tendenzen zur Welt kommen: eine Lesbe, womöglich mit ausgeprägt männlichem Denk- und Sehvermögen. Homosexualität ist also nicht Wahl, sondern genetisches Schicksal. Und was kann jemand gegen das Schicksal unternehmen? Nichts, außer still zu leiden – oder sich mit Schicksalsgenossen zusammenzutun.

Noch heftiger ist das Schicksal von Transsexuellen: Sie haben einen eindeutigen Körper, doch die Gehirnstruktur des anderen Geschlechts. Schon frühzeitig merken sie, dass etwas nicht stimmt. Und die Familie richtet sich natürlich nach dem äußeren Geschlecht statt nach dem inneren. Mit der Pubertät wird alles noch schlimmer: Die Hormone laufen Amok. Eine Geschlechtsumwandlung kann helfen. Aber von zehn Transsexuellen begehen zwei Selbstmord. Hier muss sich schnellstmöglich etwas ändern.

|Sex oder Liebe|

Männer wollen Sex, Frauen Liebe. Diese simple, aber folgenschwere Dissonanz entspricht der hormonellen Programmierung durch unser Erbgut. Der Mann kann immer und überall, ist sogar binnen zwei Minuten fertig. Die Frau braucht durchschnittlich 13 Minuten bis sie zum Geschlechtsverkehr bereit ist, solange vorher einige Bedingungen erfüllt sind: Die Umgebung muss einer Höhle entsprechen (schummrig, umschlossen, still, warm usw.), der Partner muss emotionale Anteilnahme zeigen und ein vielversprechender Samenspender und Ernährer sowie Beschützer sein. Ob das Immunsystem eines männlichen Kandidaten mit dem eigenen kompatibel ist, prüft die weibliche Nase (sie hat dafür spezielle Rezeptoren) binnen drei Sekunden – durchgefallen oder nicht! Für sie ist Monogamie wichtig, für ihn Polygamie. Für die Sicherung des Bestands einer Spezies war das völlig in Ordnung – bis die Christen die Monogamie aller forderten.

Das 50 Seiten lange Kapitel über Sex vs. Liebe wird von einem Kapitel zu den Themen Ehe, Liebe, Romantik gefolgt. Da Liebe aus 1) Sinnenlust, 2) Verliebtheit und c) Bindung besteht, spielt Faktor C eine ganz erhebliche Rolle für den Aufbau einer Beziehung, die länger als zwölf Monate dauert. Binnen eines Jahres ist meist die Nachkommenschaft gesichert – der Mann kann weiterziehen. Bei C ist die Frage allerdings, ob der Mann der Frau solange entsprechend viel Romantik, Verständnis und Aufmerksamkeit entgegenbringen kann. Um dieses Verständnis zu erreichen, wurde dieses Buch geschrieben.

Der „Epilog“ zieht ein Fazit und fragt, ob das Konzept der „Political Correctness“ wirklich hilfreich ist. In Umfragen geben viele Frauen und Männer nämlich an, dass dieses Konzept sie zu sehr einengt. Das ist nach all den Ausführungen durchaus verständlich: Ein Frau will möglich fraulich sein, ein Mann möglichst männlich, um sich glücklich und zufrieden statt frustriert zu fühlen. Das 90 Jahre währende Experiment der Geschlechtsneutralität in israelischen Kibbuzim etwa ist gescheitert: Alle Entlassenen fielen in geschlechtsspezifische Verhaltensweisen zurück – und waren frustriert, dass sie es nicht gelernt hatten, mit den Eigenarten des anderen Geschlechts umzugehen.

Merke: Man kann nicht eine Million Jahre Evolution ignorieren, ohne den Preis dafür zu bezahlen. Wer heute Gleichbehandlung auf allen Ebenen fordert und umsetzt, ist der Evolution um eine Million Jahre voraus.

_Mein Eindruck_

Das Buch fußt auf umfangreichem Material, das auf dem Stand des Jahres 1998 ist – inzwischen sind 14 bis 15 Jahre vergangen, und diese Lücke macht sich häufig bemerkbar, was die Aktualität betrifft. Aber auch Phänomene der neunziger Jahre wie Bill Clinton, Aerobics und sogar Feminismus wirken heute bereits angestaubt.

Dennoch würde ich dieses Buch jedem Heranwachsenden bedenkenlos in die Hand drücken. Endlich werden hier fundamentale, wenn auch unerwünschte Wahrheiten ausgesprochen und auf ihre Ursachen zurückgeführt. Wir tun gut daran, diese Ursachen, nämlich Genetik, Hormone und Hirnstrukturen, nicht zu ignorieren, sondern sie zu akzeptieren, ohne sie zu werten.

Wenn ein Mann versteht, worum es einer Frau in einer Beziehung geht, wird er sich mehr anstrengen, ihr entgegenzukommen statt sich an den Kopf zu fassen und wegzugehen. Umgekehrt gilt das Gleiche: Eine Frau könnte nicht mehr nur den Kopf schütteln ob seiner „Gefühlskälte“ und seines permanenten Schweigens – er ist einfach nicht fürs Reden ausgestattet und zeigt seine Zuneigung auf andere Weise.

Der Aufbau des Buches ist folgerichtig und geht von peripheren Randerscheinungen wie männlichem Schweigen weiter zu Kernthemen wie Sex, Liebe und Beziehungen. Ganz besonders wichtig fand ich die Erklärung (nicht Wertung!) von „abweichender“ geschlechtlicher Identität, also Homosexualität und Transsexualität. Hier muss noch viel verbessert werden.

Die Kapitel fangen häufig mit einem praktischen Beispiel an, das zwei Menschen, meist Mann und Frau, in „typischen“ Problemsituationen zeigt. Das ist als Einstieg anschaulich und führt zum Thema hin. Eine Illustration dazu nimmt das Thema auf die Schippe, und zahlreiche Einschübe in Textkästen bieten pointierte Aussagen, die provozieren und zum Nachdenken anregen sollen, vielfach auch zum Lachen. (Ein Lachen der Selbsterkenntnis?)

Doch es bleibt nicht bei Analyse und Erklärung, sondern die Autoren geben auch praktische Anregungen und Empfehlungen. Nicht jede davon ist einfach umzusetzen, so etwa der Rat an eine Frau, die gerne spontan ist, mit ihrem männlichen Partner einen Termin für ein Gespräch zu vereinbaren. Da muss sie sich wirklich am Riemen reißen. Aber dann hört er wenigstens zu!

_Die Übersetzung _

Die Übersetzerin Anja Giese hat die zahlreichen Fachausdrücke fehlerlos übertragen und dennoch einen flüssigen deutschen Stil zustande gebracht – ein Spagat, den nicht jeder Übersetzer beherrscht. Deshalb war die Lektüre ihres Textes häufig eine wahre Freude.

S. 114: „unsere wildesten Erwartungen“ ist eine wörtliche Übertragung aus dem Englischen. Das würde man im Deutschen nicht sagen. Besser wäre „unsere kühnsten Erwartungen“.

S. 150: „in dem“ sollte zusammengeschrieben werden: „indem“ verleiht dem Satz einen kausalen Sinn.

Ich finde, es gibt einen Sachfehler auf S. 106. Hier ist ein Test zur Selbsteinschätzung der Männlichkeit bzw. Weiblichkeit abgedruckt. Antwort 14 a) müsste eigentlich Antwort 14 c) sein und umgekehrt, um dem Schema zu entsprechen. Dieser mögliche Fehler geht eventuell auf die Autoren zurück.

_Unterm Strich_

Ich habe das Buch, das ich von einer ehemaligen Studienkollegin erhielt, in nur wenigen Tagen gelesen. Es ist ziemlich informativ, anschaulich, gut übersetzt und vielfach amüsant. So manche Merkwürdigkeiten im Umgang mit dem anderen Geschlecht wurden mir auf einmal verständlich, beispielsweise die enervierende Eigenart vieler Frau, sich indirekt auszudrücken. Wenn sie ihn beim Autofahren fragt: „Möchtest du einen Kaffee, Schatz?“ bedeutet dies nicht, dass sie ihm beim Fahren einen Kaffee reicht, sondern dass sie will, dass er rechts ranfährt, anhält, den Kaffee trinkt – und sie währenddessen auf die dringend erforderliche Toilette gehen kann.

Verblüffend ist auch die Neuigkeit, dass es Frauen gibt, die rechts nicht von links unterscheiden können. Das jagt einem Fahrer, der sich auf die Anweisungen seiner Beifahrerin verlassen wollte, kalte Schauder über den Rücken! Sie hingegen dürfte über die Information, dass der Kerl neben ihr ungefähr zehnmal weniger Hautempfindlichkeit (besonders auf dem Rücken) aufweist als sie selbst, kaum verwundert sein – aber es erklärt doch so manches.

|Störfaktoren|

Was mich besonders störte, war diese Zeichnung vom Durchschnittsmann als einer Art modernem Neandertaler, der nichts für seine Beschränktheit kann. Das ruft unweigerlich Mitleid hervor, und das ist bestimmt das Letzte, was ein Mann will (Achtung: schwerer Versager-Alarm!). Ungefähr ein halbes Dutzend Mal wird beschrieben, wie er „in die Flammen starrt“, auch wenn gar keine da sind. Diese Wendung kann also nur metaphorisch gemeint sein. Wenn er „in die Flammen starrt“, gibt es zwei Möglichkeiten: Entweder denkt er gerade über drei verschiedene Dinge gleichzeitig nach – oder sein Verstand arbeitet auf Sparflamme. Nur ein Blick in die Augen hilft bei der Entscheidung, was zutrifft.

Vielfach wird also von den Autoren überspitzt formuliert, und man sollte nicht jede Charakterisierung für bare Münze nehmen. Eine Prise Skepsis und ein gutes Stück Humor sollte man mitbringen, dann fühlt man sich nicht mehr veranlasst, das Buch vor Wut in die Ecke zu feuern.

|Info: Why Men Don’t Listen and Women Can’t Read Maps, 1998;
398 Seiten
Aus dem Australischen Englisch von Anja Giese
ISBN-13: 978-3548359694|
http://www.ullsteinbuchverlage.de

Anm. d. Red.: Im Juni 2010 erschien eine erweiterte Neuausgabe unter der ISBN-13 978-3548373300.

Richard Essex – Lesley mit der leichten Hand

essex-lesley-cover-kleinAls das organisierte Verbrechen einen mutigen Politiker und seine schöne Tochter bedroht, will sie nicht nur ein genialer Polizist, sondern auch ein Meisterdieb beschützen, ohne sich dabei fangen zu lassen … – Gar nicht raffinierter aber handlungsreicher Komödien-Krimi, der durch sein Alter die unzähligen Klischees verzeihen lässt bzw. gerade deshalb immer noch (oder wieder?) unterhält.
Richard Essex – Lesley mit der leichten Hand weiterlesen

John Connolly – Todbringer [Charlie Parker 7]

Der rachsüchtige Vater eines eliminierten Serienmörders schickt dem Killer-Duo Louis und Angel einen Attentäter hinterher, der mit dem Paar selbst ein Hühnchen zu rupfen hat … – Charlie Parker bleibt in dieser düsteren Geschichte von Rache, Schuld und Vergeltung Nebenfigur; seine Gefährten Louis und Angel erleben eine gewaltreiche Odyssee, die durch zu viele Rückblenden gebremst wird: „Todbringer“ bietet nur Variationen bekannter Motive und ist der schwächste Teil der „Parker“-Serie.
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Eric Frank Russell – Gedanken-Vampire

Russell Gedankenvampire Cover kleinDas geschieht:

Im Mai des Jahres 2015 fallen – zunächst unbemerkt – berühmte Wissenschaftler seltsamen ‚Unfällen‘ und ‚Selbstmorden‘ zum Opfer. Bill Graham, Agent der Finanz- und Kreditabteilung der US-Regierung, wird in New York zufällig Zeuge eines solchen Todesfalls und reagiert berufsbedingt neugierig.

Während Leutnant Wohl, der für die Kriminalpolizei im Fenstersturz des Dr. Irwin Webb ermittelt, Wahnsinn oder Drogen als Ursache vermutet, entdeckt Graham die Spuren einer bizarren Verschwörung: Die Todesserie begann mit dem schwedischen Physiker Peter Bjornsen, der als Koryphäe auf dem Gebiet der Optik galt. Er hatte versucht, das Sichtspektrum des menschlichen Auges zu erweitern und war dabei sehr erfolgreich gewesen.

Als weitere Wissenschaftler sterben, die nachweislich mit Bjornsen in Kontakt standen, wird Graham dem US-Geheimdienst überstellt: Die Regierung ist über den akademischen Aderlass besorgt und wünscht rasche Aufklärung. Graham findet einen Forscher des Bjornsen-Kreises, der lang genug lebt, um ihn über die Vitonen aufzuklären: Tief im sonst für den Menschen unsichtbaren Infrarot-Spektrum des Lichts entdeckte Bjornsen blaue Energiewesen, die nicht nur intelligent, sondern auch außerirdischen Ursprungs sind. Seit sie auf die Erde kamen, förderten die Vitonen Konflikte und Kriege, denn sie ernähren sich von den dabei freigesetzten Emotionen.

Auf die Tatsache ihrer Entdeckung reagieren die Vitonen erwartungsgemäß unfreundlich. Fatalerweise können sie das menschliche Hirn nicht nur manipulieren, sondern auf geringe Entfernung auch Gedanken lesen. Wer ihnen in die Quere kommt, kann deshalb rasch ausgeschaltet werden. Dessen ungeachtet bricht ein weltweiter, entbehrungsreicher Kampf um die Freiheit der Menschheit aus …

Böse Geister in harten Zeiten

Die Science Fiction galt einmal als Genre, das der Gegenwart ‚Informationen‘ über den Alltag der Zukunft liefern konnte. Diese Ansicht war vor allem in der „Goldenen Ära“ der SF vor dem II. Weltkrieg verbreitet; sie wurde durch aktuelle Fortschritte in Wissenschaft und Technik unterstützt, die sich scheinbar grenzenlos fortschreiben ließen, weshalb die Menschen in unserer Geschichte zwar ohne Handy oder Internet leben müssen, aber immerhin auf mehrstöckig übereinander montierten Hochstraßen zur Arbeit fahren können.

Tatsächlich besitzt auch der SF-Autor keinen Draht in die Zukunft. Science Fiction ist eine ganz im Hier & Jetzt angesiedelte Literatur, die Gegebenheiten der Gegenwart in zukünftige Zeiten extrapoliert und damit höchstens zufällig ins Schwarze trifft. In „Gedanken-Vampire“ fällt dem Leser der Gegenwart beispielsweise der elektronische „Zeitungswiedergabeschirm“ auf; die dort angezeigten Blätter lassen sich bei Bedarf ausdrucken: Da ist es – irgendwie – doch, das Internet! Dennoch wirkt Russells 2015 jederzeit altmodisch.

Interessant und historisch relevant ist die Extrapolation an sich, die viel über die Entstehungszeit aussagen kann. Dabei darf man freilich nicht übers Ziel hinausschießen und SF nachträglich fehl- bzw. überinterpretieren. „Gedanken-Vampire“ wurde erstmals 1939 – in der März-Ausgabe des legendären Pulp-Magazins „Unknown“ – veröffentlicht und fällt in eine Ära, die ganz im Zeichen eines drohenden zweiten Weltkriegs stand, der bekanntlich noch im gleichen Jahr ausbrach.

Die Vitonen waren vor den Nazis da …

Sind die Vitonen also mit den Nazis gleichzusetzen, die in Mitteleuropa nach Belieben schalteten und walteten, während das Ausland ihrem Treiben scheinbar machtlos ausgeliefert war? Russell selbst gab in einem Vorwort zur überarbeiteten und erweiterten Buchausgabe von 1948 selbst (wenn auch indirekt) die verneinende Antwort: „Falls jemals eine (Science-Fiction-) Story auf Tatsachen beruhte, so ist es diese“. Es folgt eine Schimpfkanonade gegen die etablierte Wissenschaft, die ihr nicht genehme Fakten unterschlage und einsame Propheten lächerlich mache.

Gemeint ist Charles Fort (1874-1932), ein besessener Sammler unerklärter bzw. unerklärlicher Phänomene, die er in mehreren, zu seiner Zeit sehr populären Büchern nicht nur auflistete, sondern ‚erklärte‘. Forts Theorie einer dem Menschen unsichtbaren Welt oberhalb der Wolken, die der Erdball als buchstäblicher Luft-Ozean umgibt, schien Russell einleuchtend. Jenseits dieser „sinister barrier“ lebten nach Fort nicht nur seltsame Kreaturen, sondern lauerten womöglich auch Wesen, die dem Menschen keineswegs wohlgesonnen waren.

In John W. Campbell, Jr. (1906-1972), Herausgeber von „Unknown“ (und dem ungleich berühmteren Magazin „Astounding Science-Fiction“), fand Russell einen Mann, dem solche Spökenkiekerei nicht fremd war; u. a. unterstützte Campbell lange Jahre den „Dianetics“-Humbug des SF-Schreibers L. Ron Hubbard, dem die „Scientology“-Sekte entwucherte. Russells Irrglaube war deutlich harmloser; er hielt sich freilich ähnlich hartnäckig – die Vorstellung einer unsichtbaren Überwelt griff der Verfasser noch in den 1950er Jahren wieder auf.

Vom SF-Krimi zur Apokalypse

Dieser ‚ernsthafte‘ Hintergrund lässt sich viele Jahrzehnte später problemfrei ausblenden. „Gedanken-Vampire“ entpuppt sich (auch in der Version von 1948, die allen deutschen Übersetzungen zugrundeliegt) als typisches Garn der Pulp-Ära. Entschlossene Männer geben heimtückischen Aliens Saures; zwischendurch bleibt Zeit für wilde Verfolgungsjagden und Schießereien, aber auch für eine Liebesgeschichte, denn zumindest der Held begnügt sich nicht mit der Rettung der Welt, sondern freut sich über eine schöne Frau als finale Belohnung.

Diese wird hier weder von geilen „Bug-Eyed“-Monstern gekidnappt oder muss in Ohnmacht fallen, sondern darf sogar ein wenig zur Handlung beitragen. Überhaupt trägt Russell nicht gar so dick auf wie viele seiner Pulp-Kollegen. Ansonsten frönt Russell der in der britischen SF ausgeprägten Lust an der Apokalypse: Während Campbell und sein treuer Kumpel Wohl nach der Achillesferse der Vitonen fahnden, findet quasi im Hintergrund ein globaler Atomkrieg statt.

Vor diesem turbulenten Hintergrund konzentriert sich Russell auf Bill Graham, einen „All American Hero“ aus dem Bilderbuch. Er steht stellvertretend für das gesichtslose Heer der Spezialisten, die sich im Falle einer realen Katastrophe einem Problem stellen. Solche Vereinfachung führt zu der irritierenden Erkenntnis, dass offenbar nur Graham den Vitonen Paroli bietet. Selbst der Präsident wartet ab, was Graham herausfindet und anordnet.

Kampf den blauen Kugeln!

Dabei startet Campbell nicht einmal als Geheimdienstmann ins Gefecht. Er ermittelt für eine Regierungsbehörde, die ein Auge auf verschwenderische Wissenschaftler im Staatsdienst hält. Allerdings sind in diesem Krieg weder Erfahrung noch Intelligenz, sondern Tatkraft, Entschlossenheit und Einfallsreichtum nötig. Es ist ein hübscher Einfall, die klügsten Köpfe der Welt gerade deshalb zum Bersten zu bringen, weil sie sich zu gedankenklar mit den Vitonen beschäftigen, die ihnen so leicht auf die Schliche kommen.

„Gedanken-Vampire“ startet als Kriminalroman. Auch später bedient sich Russell Elemente dieses Genres (weshalb eine deutsche Übersetzung in einer Reihe namens „Utopia Kriminal“ erscheinen konnte). Eine Spur von Indizien, die entschlüsselt und in die korrekte Reihenfolge gebracht werden müssen, führt zu den Vitonen.

SF kommt ins Spiel, wenn geklärt ist, wie man dem Gegner beikommen kann. Weil dem Leser keine Antwort auf zuvor gestellte Fragen vorenthalten bleiben soll, bemüht sich Russell sehr um ‚logische‘ Erklärungen. Diese sind natürlich Humbug, klingen aber immerhin wissenschaftlich und belegen außerdem, dass Technobabbel keine Erfindung des „Star-Trek“-Franchises ist.

Dagegen spart sich Russell eindeutige ‚Informationen‘ über die Vitonen. Über ihre Herkunft und mögliche Motive wird nur spekuliert. Sie bleiben auf diese Weise fremde und gefährliche „Gedanken-Vampire“. Ihre Geschichte ist weder anspruchsvoll noch raffiniert, aber sie besitzt Unterhaltungsqualitäten, mit denen sich noch heute Leser finden lassen – und sei es nur deshalb, weil Russell sich in der Darstellung einer erderschütternden Krise so kurz zu fassen vermag …

Autor

Geboren wurde Eric Frank Russell am 6. Januar 1905 quasi im Schatten der „Royal Military Academy“ in Sandhurst, der Schmiede englischer Berufsoffiziere, zu denen auch der Vater gehörte. Dieser wurde dienstlich oft versetzt, was die Familie an ferne Orte des Empires führte; so lebte man lange in Ägypten und im Sudan.

Schon 1937 hatte Russell eine erste Science-Fiction-Geschichte, „The Saga of Pelican West“, in „Astounding Stories“, einem der besseren der zahllosen Pulp-Magazine dieser Ära, veröffentlicht, die als „Golden Age“ der SF gilt. Noch während des Krieges begann Russell eine Serie von Storys um den Roboter Jay Score, der nicht nur Menschengestalt besitzt, sondern sich bemüht, ein echter Mensch zu werden.

Nach dem II. Weltkrieg und einem kurzen beruflichen Zwischenspiel als Ingenieur wurde Russell Vollzeit-Schriftsteller. Vor allem in „Astounding“ erschienen seine Kurzgeschichten so oft, dass der Autor sich der Pseudonyme Duncan H. Munro und Webster Craig bediente. Was Russell in seiner Zeit bei der Royal Air Force in Sachen Militär-Logik und Bürokratie erlebt hatte, diente ihm als unerschöpflicher Fundus für bissige aber nie bösartige Satire. Zu Klassikern der Science Fiction wurden die Novelle „… And Then There Were None“ (dt. „… dann war‘n sie alle futsch“) oder die 1956 mit einem „Hugo Gernsback Award“ als beste Kurzgeschichte des Jahres ausgezeichnete Story „Allamagoosa“ (dt. „Technischer Bluff“).

Obwohl Russell als Autor beliebt und erfolgreich war, gab er die Schriftstellerei 1964 auf. Er starb am 28. Februar 1978 im Alter von 73 Jahren. Posthum wurde Eric Frank Russell 2000 in die „Science Fiction and Fantasy Hall of Fame“ aufgenommen.

Taschenbuch: 141 Seiten
Originaltitel: Sinister Barrier (Kingswood/Surrey : World’s Work 1943)
Übersetzung: Otto Kühn
http://www.ullsteinbuchverlage.de

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