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Lucas, George / Hales, Jonathan – Star Wars Episode II – Angriff der Klonkrieger (Hörspiel)

Wer von der „Rache der Sith“ Appetit auf mehr Sternenkriege bekommen hat, der greife zu diesem intergalaktischen Hörspiel, das direkt auf den Stimmen und Musikmotiven der Filme basiert. Hier kann man noch einmal Anakins halsbrecherische Verfolgungsjagd durch Coruscant, die Schlacht in der Arena von Geonosis sowie den dramatischen Laserschwert-Kampf dreier Jedi-Ritter gegen Count Dooku nacherleben. Das 12-seitige Booklet ist ein besonderer Bonus, den man zum Preis einer Kinokarte erhält.

_Das Hörspiel_

Der technische Standard der Hörspiels ist vom Feinsten – wie es sich für eine Lucas-Produktion gehört. Der Ton erklingt in Stereo, und wer seine HiFi-Anlage ordentlich aufdreht und den Subwoofer zuschaltet, wird ein Klangerlebnis ernten, das dem der DVD-Version (in DD 5.1) kaum nachsteht. Leider kommt der Soundstandard der CD momentan nicht über DD 2.0 hinaus.

Regisseur des Hörspiels ist Oliver Döring, der Macher der erfolgreichen neuen „John Sinclair“-Hörspiele, die mit ihrem Sound zu beeindrucken wissen. Die Story ist auf das Nötigste, den roten Faden, zusammengekürzt. Doch Hörer, die das Buch nicht kennen, werden über so manchen Namen stolpern, der in den Filmen entweder nicht erklingt oder überhört wird.

Ein ganz besonderes Schmankerl stellt das zwölfseitige Booklet dar. In Vierfarbdruck sind hier etliche Szenenfotos zu sehen. Davon sind einige laut Verlagsangabe sehr selten. Ich habe C-3PO vergeblich gesucht, bin aber dann doch irgendwie fündig geworden: Anthony Daniels, der Darsteller des Droiden, ist in Großaufnahme zu sehen, flankiert von zwei hübschen Ladys. Wer behauptet, dass Droiden keinen Spaß haben könnten?

Nicht so beeindruckend finde ich jedoch das doppelseitige Ausklappbild: Es zeigt die titelgebenden Klonkrieger – oder vielmehr ihre taktischen Operatoren, die den Kämpfern die Befehle erteilen. Allerdings handelt es sich um zehnjährige Jungs (sorry, no girls), die am Kopf ein ziemlich seltsam aussehenden Headset tragen. Das erinnert mich an einen alten Science-Fiction-Roman von Orson Scott Card, „Ender’s Game“, der von Wolfgang Petersen verfilmt werden soll.

Star-Wars-Fans werden sogleich auch die Poster Art wiedererkennen. Sie ist auch auf der Innenseite und Rückseite der Jewelbox zu finden. Das Motiv auf der CD selbst zeigt den flammenden Planeten Geonosis. Nimmt man die CD heraus, fällt der Blick auf eine Montage: oben kommen sich Padme und Anakin näher, unten findet der Krieg statt. Diese Grafik-Elemente dürften auch den letzten Zweifler überzeugen, dass es sich um ein echtes, hundert Prozent originales |Lucasfilm|-Produkt, lizenziert von |WortArt|, handelt.

_Der Sprecher_

Joachim Kerzel, 1941 in Hindenburg/Oberschlesien geboren, erhielt seine Ausbildung an der Hochschule für Musik und Theater in Hannover. Als gefragter Synchronsprecher leiht er Jack Nicholson, Dustin Hoffman, Dennis Hopper und vielen anderen Stars seine sonore Stimme. Ganz besonders im Gedächtnis geblieben ist mir seine Beteiligung an der Hörbuchfassung von Stephens Kings „Das Mädchen“, die er zusammen mit Franziska Pigulla bestritt. Seine charismatische Stimme macht aus jedem Gegenstand etwas Grandioses. Daher ist er häufig auch in der Werbung zu hören, so etwa zu den Medienprodukten um Peter Jacksons „Herr der Ringe“-Verfilmung.

_Handlung_

Zehn Standardjahre sind seit der Schlacht um Naboo vergangen. Doch die Zeiten sind nicht leichter geworden, im Gegenteil: Im republikanischen Senat herrscht Aufruhr. Denn die äußeren Sternensysteme, die sich unter der Führung von Count Dooku zusammengetan haben, drohen mit der Sezession – eine Art Bürgerkrieg steht bevor. Senatorin Padme Amidala will deshalb eine Armee des Senats unter Führung der Jedi-Ritter aufstellen. Doch ihr Vorschlag hat im Augenblick wenig Chancen auf Akzeptanz. Da macht der Gegner seinen ersten Zug …

Auf Amidala wird ein Bombenattentat verübt, als sie gerade am Senatsgebäude landet. Doch nicht sie selbst wird das Opfer, sondern ihr Double, die tapfere Cordee. Wer steckt dahinter, fragen sich Palpatine, Yoda und der Jedi Mace Windu. Ist es Count Dooku, ein abtrünniger Jedi? Amidala bekommt eine Leibwache: Obi-Wan Kenobi und seinen Padawan Anakin Skywalker. Padme ist entzückt, den einst so kleinen Ani wiederzusehen. Sie ahnt noch nicht, welche Schrecken sie an seiner Seite erleben wird. Und Anakin gesteht seine Liebe zu Padme nur seinem Meister.

Als die beiden einen weiteren Anschlag auf Padme nur in letzter Sekunde vereiteln können, kennt Anakins Wut kaum noch Grenzen. Er verfolgt den Attentäter mit Kenobi durch halb Coruscant, bis sie ihn im Vergnügungsviertel stellen können. Doch es handelt sich um eine Sie, und eine bald schon sehr tote dazu. Doch der tödliche Giftpfeil ist sehr eigentümlich und führt Kenobi über einen Freund und die Senatsbibliothek zu einer Welt ganz weit draußen jenseits des Outer Rim: Kamino. Dort sollen Kloner leben …

Während Amidala auf Geheiß des Senats von Anakin nach Naboo in Sicherheit gebracht wird, macht sich Obi-Wan nach Kamino auf. Dort erwarten ihn gleich zwei Überraschungen. In Pipoca City präsentieren ihm die Aliens von Kamino eine bereits 200.000 „Mann“ starke Armee, die vollständig aus Klonen besteht. Sie wurden von Senator Saiphedias bestellt, doch der ist schon zehn Jahre tot. Allerdings lässt sich Obi-Wan nichts anmerken und gibt sich begeistert.

Die zweite Überraschung: Alle Klone stammen von einem Kopfgeldjäger namens Jango Fett ab, dessen Klon-Sohn Boba in den späteren Episoden noch des Öfteren auftaucht (besonders in Episode VI). Was Kenobi verdutzt, ist Jangos Angabe, dass er nie von diesem Senator gehört habe, sondern einen anderen Auftraggeber hatte. Ein weiterer Hinweis, dass hier ein verdecktes Spiel abläuft, dem Kenobi auf den Grund gehen muss.

Jango entzieht sich Kenobis Versuch, ihn nach Coruscant zu bringen, durch die Flucht. Doch anhand eines Peilsenders kann er ihm leicht zu einer heißen Welt namens Geonosis folgen. Dort erwartet Kenobi eine weitere böse Entdeckung: Count Dooku hat mit Aliens und Darth Sidious eine riesige Invasionsflotte und eine Armee von Kampfdroiden aufgestellt. Kurz bevor man Obi-Wan gefangen nimmt, gelingt es ihm noch, die Jedi und Anakin zu benachrichtigen.

Doch bevor ihm Anakin zu Hilfe eilen kann, muss er noch eine Sache auf Tattooine erledigen. Was ist aus seiner Mutter geworden?

_Mein Eindruck_

So ganz habe ich nie verstanden, was denn die Funktion der zweiten Episode im Hinblick auf die erste Trilogie, also Episode IV bis VI, sein soll. Aber ich kann ein paar begründete Vermutungen anstellen. Dabei muss ich im Augenblick sagen, dass ich den Plot von „Die Rache der Sith“ noch nicht im Detail kenne, sondern über grobe Umrisse im Bilde bin.

Bekanntlich wird aus Anakin Skywalker später Darth Vader, nachdem er der dunklen Seite der „Macht“ verfallen ist. Wie dieser Prozess allmählich vonstatten geht und vor allem, wie er angefangen hat, wird in Episode II gezeigt. Das Massaker, das er nach dem Tod seiner Mutter anrichtet, lässt bereits das Schlimmste befürchten. Zum anderen entwickelt sich seine Beziehung zu Senatorin Padme Amidala zu Liebe und Heirat, so dass sie ihm später die Zwillinge Luke und Leia schenken – und gleich darauf verstecken wird. So wird der Grundstein zu seiner Vernichtung schon früh gelegt.

Ein weiterer wichtiger Erzählstrang betrifft Anakins Meister Obi-Wan. Er ist der zweite Held der Episode. Seine Detektivarbeit führt ihn von Coruscant über Kamino nach Geonosis, direkt ins Herz der Verschwörung von Sith und Dooku. Sein Vorstoß zieht das Eingreifen Anakins und der Jedi-Ritter nach sich. Der ideale Schauplatz dafür ist aufgrund seiner Symbolhaftigkeit die Arena von Geonosis‘ Hauptstadt. (Schon in Episode I gab es eine Arena: die für das Podrennen, und in Episode VI nimmt es Luke mit einem Monster in der unterirdischen Arena von Jabba the Hutt auf. Arenen sind mithin eine Vorliebe des Regisseurs.)

Der erste Schlagabtausch mit den Kräften der dunklen Seite der „Macht“ verläuft für die Jedi wenig zufriedenstellend. Die Menschen Kenobi und Skywalker werden außer Gefecht gesetzt (Anakin verliert einen Arm: der Beginn seiner Kyborgwerdung), doch Yoda kann Dooku schlagen. Daher tritt Dooku nochmals im ersten Drittel von „Die Rache der Sith“ auf. Schon in Episode II ist erstmals der Todesstern zu sehen: als holografische Projektion (siehe Foto im Booklet).

Fehlen eigentlich nur noch das Imperium und der Imperator. Man richte sein Augenmerk auf Senator Palpatine, der zum Erzkanzler aufsteigt und wegen des drohenden Krieges mit den Außenwelten mit Sondervollmachten ausgestattet wird: ein ziviler Diktator wie einst Julius Caesar. Es fällt nicht schwer, sich vorzustellen, wie aus einem Diktator ein Imperator wird – der Name Caesar wurde ja zu der verallgemeinerten Bezeichnung der Kaiser von Rom.

_Die Umsetzung im Hörspiel_

Der beeindruckende Stereo-Sound entspricht dem digital aufpolierten Sound, der in den Filmszenen auf den DVDs zu hören ist. Das bedeutet, wenn es hier kracht, dann rummst es auch wirklich. Das Gleiche gilt für die Musik von John Williams, die in ihrem Beitrag zur Dramatik dieser Sternenoper nicht zu unterschätzen ist. Sie steuert ganz direkt die Emotionen des Hörers.

Aber sie tut dies auch mit den bekannten Ohrwürmern. Dazu gehören sämtliche Erkennungsmelodien der einzelnen Figuren: Anakin Skywalker/Darth Vader (sein Motiv erklingt noch recht verhalten), Obi-Wan, Padme – sobald sie auftreten, wird ihr musikalisches Thema gespielt. Genau wie in Jacksons „Herr der Ringe“.

Joachim Kerzel, die Stimmbandvertretung von Dustin Hoffman und Jack Nicholson, wird in seiner Funktion als Erzählerstimme nicht über Gebühr gefordert, aber sein Vortrag mit der sonoren Stimme sorgt für die erforderliche Dramatik, ist kompetent und mitreißend. Die Klangqualität entspricht modernen Standards.

_Unterm Strich_

Im Rückblick ergibt sich, dass die übergreifende Produktpräsentation einem echten |Lucasfilm|-Produkt an Qualität in nichts nachsteht, dass aber der Inhalt des ersten Hörbuchs – also von „Episode IV“ – mir am besten gefallen hat.

Also lässt sich ohne weitere Umschweife sagen, dass der Käufer jeweils ein sehr gutes Hörspiel erhält, wenngleich sich die inhaltliche Qualität nicht immer die Waage hält. Und wer von Star Wars als einem Sternenmärchen sowieso nichts hält, der wird auch mit den Hörspielen nichts anfangen können. Man muss schon eine gewisse Begeisterung mitbringen …

… genau wie bei den Filmen: Seit dem 19. Mai 2005 heißt es zum sechsten Mal wieder: „Es war einmal in ferner Zukunft in einer weit entfernten Galaxis …“

|Star Wars Episode II: Attack of the Clones, 2002
ca. 65 Minuten auf 1 CD
Empfohlen ab 8 Jahren|

Lucas, George – Star Wars Episode I: Die dunkle Bedrohung

Wer von der „Rache der Sith“ Appetit auf mehr Sternenkriege bekommen hat, der greife zu diesem intergalaktischen Hörspiel, das direkt auf den Stimmen und Musikmotiven der Filme basiert. Hier kann man noch einmal das halsbrecherische Pod-Rennen auf Tattooine, die gigantische Schlacht auf und über dem Planeten Naboo sowie den dramatischen Laserschwert-Kampf gegen den bösen Darth Maul nacherleben. Das 12-seitige Booklet ist ein besonderer Bonus, den man zum Preis einer Kinokarte erhält.

_Das Hörspiel_

Der technische Standard der Hörspiels ist vom Feinsten – wie es sich für eine Lucas-Produktion gehört. Der Ton erklingt in Stereo, und wer seine HiFi-Anlage ordentlich aufdreht und den Subwoofer zuschaltet, wird ein Klangerlebnis ernten, das dem der DVD-Version (in DD 5.1) kaum nachsteht. Leider kommt der Soundstandard der CD momentan nicht über DD 2.0 hinaus. Die vom London Symphony Orchestra gespielte Musik stammt selbstredend von John Williams.

Regisseur des Hörspiels ist Oliver Döring, der Macher der erfolgreichen neuen „John Sinclair“-Hörspiele, die mit ihrem Sound zu beeindrucken wissen. Die Story ist auf das Nötigste, den roten Faden, zusammengekürzt. Doch Hörer, die das [Buch]http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/3442363136/powermetalde-21 nicht kennen, werden über so manchen Namen stolpern, der in den Filmen entweder nicht erklingt oder überhört wird.

_Das Booklet_

Ein ganz besonderes Schmankerl stellt das zwölfseitige Booklet dar. In Vierfarbdruck sind hier etliche Szenenfotos zu sehen. Davon sind einige laut Verlagsangabe sehr selten. Sehr lustig ist zum Beispiel die ursprüngliche Form von C3PO, Anakins Protokolldroide: Er sieht aus wie eine Ansammlung von Röhren und Kabeln, die so schwarz sind, dass er aus der Hölle zu kommen scheint.

Viel beeindruckender finde ich daher das doppelseitige Ausklappbild. Es zeigt ein riesiges Gebäude, das wie ein Mittelding aus Pilz, Fußballstadion und UFO aussieht, von unzähligen schlanken Statuen umstanden ist und sich offensichtlich in Coruscant befindet – die Umgebung ist gespickt mit Wolkenkratzern. In Ermangelung einer Bildunterschrift tippe ich mal, dass dies das Gebäude ist, in dem der Hohe Rat der Republik wie auch der Jedi-Ritter tagt.

Star-Wars-Fans werden sogleich auch die Poster Art wiedererkennen. Sie ist auch auf der Innenseite und Rückseite der Jewelbox zu finden. Das Motiv auf der Vorderseite des CD-Booklets selbst zeigt das bekannte Filmplakat und die Rückseite eine Wasserwelt mit einem Raumschiff im Anflug. Die CD ist mit dem Abbild eines Wasserplaneten bedruckt – Naboo? Nimmt man die CD heraus, fällt der Blick auf drei Ansichten des Sith-Attentäters Darth Maul … Diese Grafik-Elemente dürften auch den letzten Zweifler überzeugen, dass es sich um ein echtes, hundert Prozent originales |Lucasfilm|-Produkt, lizenziert von |WortArt|, handelt.

_Der Sprecher_

Joachim Kerzel, 1941 in Hindenburg/Oberschlesien geboren, erhielt seine Ausbildung an der Hochschule für Musik und Theater in Hannover. Als gefragter Synchronsprecher leiht er Jack Nicholson, Dustin Hoffman, Dennis Hopper und vielen anderen Stars seine sonore Stimme. Ganz besonders im Gedächtnis geblieben ist mir seine Beteiligung an der Hörbuchfassung von Stephens Kings „Das Mädchen“, die er zusammen mit Franziska Pigulla bestritt. Seine charismatische Stimme macht aus jedem Gegenstand etwas Grandioses. Daher ist er häufig auch in der Werbung zu hören, so etwa zu den Medienprodukten um Peter Jacksons „Herr der Ringe“-Verfilmung.

_Handlung_

Die Zeiten sind schlecht, und eine Krise zieht herauf. Die Handelsföderation hat den Planeten Naboo blockiert, um ihre Forderungen durchzusetzen. Sie will ihren Vizekönig in der Regierung haben, doch die junge Königin Padme Amidala wehrt sich standhaft gegen die Repressalien. Hinter der Handelsföderation und ihrem rückgratlosen Vizekönig steht ein Sith-Lord: Darth Sidious. Eigentlich sollten die Sith schon seit tausend Jahren verschwunden sein, doch da täuschen sich die Jedi-Ritter wohl.

Ohne etwas von diesen Hintergründen zu ahnen, schickt der republikanische Erzkanzler Valorum, unterstützt von Naboos Senator Palpatine, zwei Jedi-Ritter aus: Qui-Gon Jin und seinen Schüler, den Padawan Obi-Wan Kenobi. Doch Darth Sidious befiehlt ihren Tod, und so sehen sie sich alsbald rollenden Kampfdroiden, Droidikas, gegenüber, die sie unter Beschuss nehmen. Unsere beiden Jedi flüchten durchs Lüftungssystem, entdecken die Invasionsflotte der Föderation und entkommen in den Wald.

Hier rennen sie einen vorwitzigen Gungan nieder, der zweiten Rasse, die auf Naboo heimisch ist. Es ist der allseits bestgehasste Jar Jar Binks. Er führt sie nach Gungan City, die am Grunde eines Sees liegt. Hier herrscht Boss Nass. Er kann mit Jedi nichts anfangen und will sich nicht in Amidalas Angelegenheiten einmischen. Jar Jar darf die Jedi durch den gefährlichen Kern des Planeten führen.

Sie befreien die inzwischen gefangene Königin Amidala und entkommen der Blockade in ihrem schnellen Raumkreuzer, mit Kurs auf die Zentralwelt Coruscant. Leider kriegt das Schiff dabei einen schweren Schaden ab, der es zwecks Reparatur zur Zwischenlandung auf dem Wüstenplaneten Tattooine zwingt. Doch hier herrschen die Hutten (beispielsweise Jabba the Hutt) und Gesetze der Republik gelten hier nicht. Deshalb stoßen sie auf zwei Sklaven: Shmee Skywalker und ihren kleinen Sohn Anakin. Der Knirps fragt Padme: „Bist du ein Engel?“

Weil Qui-Gon Jin auf dieser Welt sowohl ein Zahlungs- als auch ein Durchsetzungsproblem hat – die Macht funktioniert nicht beim Schrotthändler Wattoo – muss eine andere Lösung gefunden werden, um von hier wegzukommen. Glücklicherweise stellt sich Anakin als Pilot heraus, der am nächsten Tag beim wichtigsten Podrennen der Saison mitfliegen will. Qui-Gon Jin macht mehrere Deals mit Wattoo: Die Wetteinsätze und die Freiheit des Jungen sowie ein neues Triebwerk, wenn Anakin gewinnt. Wenn er verliert, sieht es für alle ganz schlecht aus. Anakin will ihnen im Fall seines Sieges seinen Gewinn geben.

Shmee behauptet, Anakin habe keine Vater, was die Jedi recht verwundert (uns auch), doch Qui-Gon ist noch mehr verwundert, als sich Anakin in Tests als Jedi mit der potentiell größten Kraft herausstellt. Er hat schon einen eigenen Protokolldroiden namens C3PO gebaut (Foto im Booklet!). Unterdessen hat sich der rot und schwarz angemalte und gehörnte Sith-Attentäter Darth Maul in Coruscant bei seinem Meister Darh Sidious Instruktionen geholt. Er soll die Jedi und Amidala auf Tattooine angreifen und töten.

Dann ist der große Tag des Podrennens da! Anakin tritt mit seinem Pod gegen den fiesen Lokalmatador Zebulba und eine Reihe anderer Rennfahrer an. Jabba der Hutte eröffnet feierlich das Rennen in der Arena von Moss Essba. Der Startschuss! Die Pods der Rennfahrer düsen los, allen voran Zebulba.

Doch was ist das?! Anakins Triebwerke sind ausgefallen, und sein Pod sitzt da wie eine lahme Ente! Ob das wohl gut geht – oder werden die Jedi und Königin Amidala ihr Dasein künftig als Sklaven von Wattoo fristen müssen?

_Mein Eindruck_

Die allererste Episode im sechsteiligen Star-Wars-Zyklus hat mehrere Aufgaben. So führt sie erstmals Anakin Skywalker mit Padme Amidala, der künftigen Mutter der Zwillinge Luke und Leia, zusammen. Anakin wird bereits als hervorragender Pilot und größtes Jedi-Talent aller Zeiten vorgestellt. Schon jetzt werden die ersten Fehler bezüglich Anakins Ausbildung gemacht: Qui-Gon setzt sich gegen die Bedenken von Yoda und Mace Windu durch und bildet ihn zum Jedi aus. Obi-Wan Kenobi wird diesen Job in Episode II leider nicht besser machen.

Woher die Jedi überhaupt kommen, erfahren wir in den Filmen – meines Wissens zumindest – leider nicht. Doch wenigstens wissen wir mittlerweile aus Episode III bis VI, was aus ihnen wird. Doch steht zumindest fest, dass sie im Gegensatz zu ihren Gegnern nicht an den Einsatz von Killermaschinen glauben, denn Waffen sind nur Werkzeuge, doch der Geist ist die wichtigste Waffe. Mit dem Einsatz der „Macht“ beeinflussen sie den Geist von Polizisten, Händlern, Soldaten. Dass es auch Wesen gibt, die für die Wirkung der „Macht“ unempfänglich sind, ist eine der vielen Überraschungen, die die Jedi erleben. Das ist der einzige Grund, warum Qui-Gon Jin auf das Geld aus dem Podrennen angewiesen ist. Sonst wäre er gleich wieder abgedüst.

Die Schlacht um Naboo veranschaulicht sehr deutlich, welche Mächte aufeinandertreffen: Die „guten“ Jedi ringen gegen die bösen „Sith“, die sich noch verborgen halten, um das Schicksal einer Welt. Streckenweise hat Episode I noch den Charakter eines planetaren Abenteuers, wie es in der Science-Fiction ja sehr beliebt gewesen ist. Man denke nur an Jack Vance, der ganze Trilogien damit füllte. Zu diesen Abenteuern gehört auch die Begegnung mit tierischen Räubern und Ungeheuern (ein schönes Farbfoto im Booklet).

Jar Jar Binks ist immer noch ziemlich schwer zu verstehen, denn er fügt an viele Wörter die Silbe „-se“ an: „michse“ und dergleichen ist das Ergebnis. Wenigstens ist sein schräger Humor in den Hörbüchern – er tritt auch in Episode II auf – besser zu ertragen als im Film.

|Sound und Sprecher|

Der beeindruckende Stereo-Sound entspricht dem digital aufpolierten Sound, der in den Filmszenen auf den DVDs zu hören ist. Das bedeutet, wenn es hier kracht, dann rummst es auch wirklich. Das Gleiche gilt für die aufpolierte Musik von John Williams, die in ihrem Beitrag zur Dramatik dieser Sternenoper nicht zu unterschätzen ist. Sie steuert ganz direkt die Emotionen des Hörers.

Aber sie tut dies auch mit den bekannten Ohrwürmern. Dazu gehören sämtliche Erkennungsmelodien der einzelnen Figuren: Obi-Wan, Padme, Anakin – sobald sie auftreten, erklingt ihr Thema. Genau wie in Howard Shores „Herr der Ringe“-Soundtrack. Die Stimmen stammen auch in der deutschen Synchronisation aus digitalen Quellen, so dass der Zuhörer auch an dieser Stelle die beste Qualität erhält. Das war in den Hörbüchern der Episoden IV bis VI noch anders (siehe meine Rezensionen dazu).

Joachim Kerzel wird in seiner Funktion als Erzählerstimme nicht über Gebühr gefordert, aber sein Vortrag sorgt mit der sonoren Stimme stets für die erforderliche Dramatik, ist kompetent und mitreißend. Die Klangqualität entspricht auch hier höchsten Standards.

_Unterm Strich_

Im Rückblick ergibt sich, dass die übergreifende Produktpräsentation einem echten |Lucasfilm|-Produkt an Qualität in nichts nachsteht, dass aber der Inhalt des ersten Hörspiels – also von „Episode IV“ – mir bislang am besten gefallen hat. Es sind alle Episoden außer III als Hörspiel erhältlich. Die Preise bewegen sich zwischen 7,90 und 9,99 Euro, was durchaus vertretbar ist.

Also lässt sich ohne weitere Umschweife sagen, dass der Käufer jeweils ein sehr gutes Hörspiel erhält, sich die inhaltliche Qualität mit der Ausstattung – siehe meine Ausführungen über das Booklet – immer die Waage hält. Und wer von Star Wars als einem Sternenmärchen sowieso nichts hält, der wird auch mit den Hörspielen nichts anfangen können. Man muss schon eine gewisse Begeisterung mitbringen …

… genau wie bei den Filmen: Seit dem 19. Mai 2005 heißt es zum sechsten Mal wieder: „Es war einmal in ferner Zukunft in einer weit entfernten Galaxis …“

|Star Wars Episode I: The Phantom Menace, 1999
ca. 65 Minuten auf 1 CD
Empfohlen ab 8 Jahren|

Luceno, James / Döring, Oliver / Stelkens, Alex / Sieper, Marc / Simon, Patrick – Star Wars: Labyrinth des Bösen (Teil 1-3: Das komplette Hörspiel)

_Intergalaktisches Picknick, nein danke!_

Handlungsmäßig angesiedelt zwischen den Kinofilmen „Episode II: Angriff der Klonkrieger“ und „Episode III: Die Rache der Sith“, erzählt dieses Hörspiel, wie Anakin Skywalker und Obi-Wan Kenobi auf der Suche nach dem bösen Darth Sidious spektakuläre Abenteuer erleben. Das Hörspiel wartet mit den deutschen Stimmen aus den Kinofilmen, den Original-Sounds und der Filmmusik von John Williams auf.

Der Verlag empfiehlt das Hörspiel ab acht Jahren. Die Verpackung enthält ein Poster für kürzlich erschiene |Star Wars|-Hörspiel „Dark Lord“.

_Der Autor und die Reihe_

James Luceno (geb. 1947) hat die [Romanvorlage]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=1162 zu „Labyrinth des Bösen“ geschrieben. Weitere Informationen gibt das Hörbuch nicht her. James Luceno ist außerdem Drehbuchautor der Filme „Die Maske des Zorro“ und „The Shadow“ sowie der Kult-TV-Serien „Robotech“ und „Galaxy Rangers“, außerdem hat er bereits mehrere besonders erfolgreiche Star-Wars-Romane geschrieben (neben „Labyrinth des Bösen“ noch „Dunkler Lord. Der Aufstieg des Darth Vader“ sowie „Das Erbe der Jedi-Ritter“ 4, 5 & 19). Er lebt in Annapolis, Maryland.

Mehr von James Luceno auf |Buchwurm.info|:

[„Star Wars Episode III – Die illustrierte Enzyklopädie“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=1243
[„Star Wars Episoden I-VI – Das Kompendium (Die illustrierte Enzyklopädie)“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=4048

Bislang gibt es alle sechs Episoden sowie die beiden James-Luceno-Romane der |Star Wars|-Reihe als Hörspiele bei |WortArt|. Die Story, die Oliver Döring jedes Mal bearbeitet hat, ist auf das Nötigste, den roten Faden, zusammengekürzt. Von ihm stammt auch der Erzähltext, der die Szenen überbrückt.

|Star Wars|-Hörspielumsetzungen auf |Buchwurm.info|:

[„Episode I: Die dunkle Bedrohung“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=1293
[„Episode II: Angriff der Klonkrieger“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=1305
[„Episode III: Die Rache der Sith“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=4534
[„Episode IV: Eine neue Hoffnung“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=686
[„Episode V: Das Imperium schlägt zurück“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=689
[„Episode VI: Die Rückkehr der Jedi-Ritte“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=694
[„Labyrinth des Bösen, Teil 1: Gunrays Geheimnis“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=3291
[„Labyrinth des Bösen, Teil 2: Darth Sidious auf der Spur“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=3292

_Die Sprecher/Die Inszenierung_

|Buch und Regie: Oliver Döring|

Oliver Döring, Jahrgang 1969, ist seit 1992 ein gefragter Allrounder in der Medienbranche. „Als Autor, Regisseur und Produzent der John-Sinclair-Hörspiele seit 1999 hat er neue Maßstäbe in der Audio-Unterhaltung gesetzt und ‚Breitwandkino für den Kopf‘ geschaffen“, behauptet der Verlag. Döring hat sich in der Hörbuchverpackung mit einem Vorwort verewigt. Er nahm als Neunjähriger mit einem Kassettenrekorder den Film „Krieg der Sterne“ (Episode 4) auf. Die Aufnahme war zwar verrauscht und voll Hall, aber nach kurzer Zeit konnte Klein-Oliver sämtliche Dialoge auswendig und jeden Ton eines Alarms von einem anderen im Schlaf unterscheiden.

Regieassistenz: Patrick Simon
Hörspielmusik: John Williams = Original-Filmmusik
Tontechnik: Arne Denneler
Schnittassistenz: Jennifer Kessler
Produktion: Alex Stelkens (|WortArt|), Marc Sieper, Patrick Simon

|Die wichtigsten Rollen und ihre Sprecher:|

Obi-Wan Kenobi: Philipp Moog
Anakin Skywalker: Wanja Gerick
Kanzler Palpatine: Friedhelm Ptok
Yoda: Tobias Meister
Mace Windu: Helmut Gauß
General Grievous: Rainer Doering
Padme Amidala: Manja Doering
Commander Cody u. a.: Martin Kessler
Count Dooku: Klaus Sonnenschein
Travale: Detlef Bierstedt
Fa’ale Leh: Franziska Pigulla
Kit Fisto: Philipp Schepmann

Und viele andere, die in der Verpackung abgedruckt sind, darunter Till Hagen, Marie Bierstedt, Tilo Schmitz und Claudia Urbschat-Mingues.

|Der Erzähler|

Joachim Kerzel, 1941 in Hindenburg/Oberschlesien geboren, erhielt seine Ausbildung an der Hochschule für Musik und Theater in Hannover. Als gefragter Synchronsprecher leiht er Jack Nicholson, Dustin Hoffman, Dennis Hopper und vielen anderen Stars seine sonore Stimme. Ganz besonders im Gedächtnis geblieben ist mir seine Beteiligung an der Hörbuchfassung von Stephens Kings „Das Mädchen“, die er zusammen mit Franziska Pigulla bestritt. Seine charismatische Stimme macht aus jedem Gegenstand etwas Grandioses. Daher ist er häufig auch in der Werbung zu hören, so etwa zu den Medienprodukten um Peter Jacksons „Herr der Ringe“-Verfilmung.

|Das Hörspiel ist in drei Teile eingeteilt:|

Teil 1: Gunrays Geheimnis
Teil 2: Darth Sidious auf der Spur
Teil 3: Angriff auf Coruscant

_Handlung_

Die Separatistenwelt Nemodia. In einem konzertierten Angriff gelingt es den Jedi-Rittern Obi-Wan Kenobi und Anakin Skywalker, mit den Truppen Commander Codys in die Festung von Vizekönig Gunray einzudringen und die Verteidigung zu durchdringen. Doch Gunray schafft es, in aller Eile mit einem Shuttle zu entkommen. Aber er hat etwas zurückgelassen, das General Grievous gehört: den Mekno-Stuhl.

Dieses kleine technische Wunderwerk weiß sich zwar gegen die Aktivierung durch Unbefugte zu wehren, doch schließlich gelingt es R2D2, ihm eine Botschaft zwischen Gunray und Grievous zu entlocken. Wenig später, nachdem Anakin dem Kanzler Bericht erstattet hat, meldet der Geheimdienst, dass der Stuhl einen nicht geknackten Code sendet, wahrscheinlich an Grievous. Um diesen Code zu entschlüsseln, könnte es vielleicht helfen, den Hersteller des Stuhl zu befragen, einen Cheecher …

Unterdessen auf Coruscant. Yoda fragt sich, wie weit der Einfluss von Darth Sidious, dem Anführer der Separatisten, reicht. Er ist beunruhigt über die Berichte seiner Jedi-Ritter über Gunray und General Grievous. Die Sith sind stärker geworden und laut der Prophezeiung werde der Auserwählte hervortreten und die Balance wiederherstellen. Offensichtlich wurden der Krieg geplant und die Jedi manipuliert. Wer ist dieser Darth Sidious?

Kanzler Palpatine hat inzwischen vom Senat auf Padme Amidalas Betreiben Vollmachten für den Kampf gegen die Separatisten erhalten. Er empfängt Padme und Senator Baile Organa, der ein Freund von Padmes Familie ist. Zusammen bitten sie Palpatine, ein paar Vollmachten abzugeben, doch der lehnt das Ansinnen aus Sicherheitsgründen ab. Denn es gebe ja auch eine Bedrohung durch die Jediritter! Organa soll sein Gesuch bitte im Senat vorbringen. Als Palpatine den Jediritter Anakin Skywalker erwähnt, errötet Padme bis in die Haarspitzen. Er hat sie an ihrem verwundbarsten Punkt getroffen. Organa bringt seine Bedenken bei Yoda vor und rennt dort offene Türen ein.

Mace Windu stößt in der Hüttenstadt Coruscants auf das Schiff Count Dookus (der am Ende von Episode II den Jedi entkommen konnte). Zusammen mit Meisterin Shaak Ti schickt er seine Truppe auf eine Such- und Vernichtungsmission. Am Ende der Suche steht ihnen eine böse Überraschung bevor …

_Mein Eindruck_

Die Handlung ist also auf mindestens drei Stränge verteilt. Das macht aber nichts, denn so ist ständig für Abwechslung gesorgt. Die Jediritter begeben sich auf eine Art Schnitzeljagd und stellen auf diversen Abenteuern ihren gekonnten Umgang mit der MACHT unter Beweis, unter anderem auch in einem Etablissement mit üblem Leumund – lies: Bordell -, aber auch in einer Art Kerker. Das ist durchaus lustig, denn Obi-Wan gibt mehr als einmal seinen trockenen Humor zum Besten.

Natürlich darf ein Sternenkrieg nicht völlig lustig sein, sonst könnte man ja gleich ein intergalaktisches Picknick veranstalten. Nein, die Action wird flankiert von ernsthaften politischen Machenschaften, bei denen sich Kanzler Palpatine mit der Jedi-Partei in die Haare kriegt. Ob der Kanzler wirklich, wie wir befürchten, Darth Sidious ist, muss sich erst noch herausstellen.

Seine Korrumpierung Anakins geht jedenfalls munter weiter, und es ist auffällig, wie tumb sich Obi-Wan gegenüber Anakins Befürwortung von mehr Emotionalität verhält. Es sollte für ihn ein Warnzeichen sein, vor allem wenn man bedenkt, dass Anakin bereits in „Episode II“ die Entführer seiner Mutter summarisch massakriert hat.

Auch die Suche Mace Windus und Shaak Tis ist eine flankierende Schnitzeljagd. Im Prinzip könnten solche Handlungsfäden endlos weitergestrickt werden. Und in der Tat wird unsere Geduld gehörig strapaziert, denn nach einer Weile wird es Zeit, ein paar Resultate zu liefern.

Recht putzig sind auch die Schurken im Stück. Vizekönig Gunray und seinen Kollegen kennt man ja schon aus „Episode I“, als sie mit ihrer Handelsföderation den Planeten Naboo angriffen. Nun sehen sich diese beiden Spezln einem gefährlicheren Gegner als Padme Amidala gegenüber. General Grievous scheint irgendwie keinen Spaß zu verstehen, insbesondere dann nicht, als er feststellen muss, dass die Republik weiß, wo seine Schiffe aufkreuzen, und sie entsprechend abschießt. Er bringt schnell heraus, wer für solchen exorbitanten Materialverschleiß verantwortlich ist: Gunray hat den Mekno-Stuhl zurückgelassen, und die Republiktruppen haben dessen Botschaft abgefangen und entschlüsselt. Dumm gelaufen, Gunray!

|Die Sprecher / Die Inszenierung|

Der beeindruckende Stereo-Sound entspricht dem digital aufpolierten Sound, der in den Filmszenen auf den DVDs zu hören ist. Das bedeutet, wenn es hier kracht, dann rummst es auch wirklich – und zwar immer mit den richtigen Geräuschen, wie sie Oliver Döring aus seinem Fundus eingespielt hat. Die gleiche Power gilt für die digital aufpolierte Musik von John Williams, die in ihrem Beitrag zur Dramatik dieser Sternenoper nicht zu unterschätzen ist. Sie steuert ganz direkt die Emotionen des Hörers.

Aber sie tut dies auch mit den bekannten Ohrwürmern. Dazu gehören sämtliche Erkennungsmelodien der einzelnen Figuren: Obi-Wan, Padme, Anakin – sobald sie auftreten, erklingt ihr Thema. Genau wie in Jacksons „Herr der Ringe“. Die Stimmen stammen auch in der deutschen Synchronisation aus digitalen Quellen, so dass der Zuhörer auch an dieser Stelle die beste Qualität erhält. Das Wiederhören mit den deutschen Synchronsprechern dürfte ebenfalls Freude auslösen, und deshalb habe ich oben die wichtigsten und bekanntesten Sprecher genannt. Da hört man also die Stimmen von George Clooney, Gillian Anderson, Kirsten Dunst, Jack Nicholson und vielen anderen Hollywoodstars. So kann richtig gutes Kinofeeling aufkommen.

Joachim Kerzel wird in seiner Funktion als Erzählerstimme nicht über Gebühr gefordert, aber sein Vortrag sorgt mit der sonoren Stimme stets für die erforderliche Dramatik, ist kompetent und mitreißend. Die Klangqualität entspricht hohen Standards.

_Unterm Strich_

Im Rückblick ergibt sich, dass die übergreifende Produktpräsentation einem echten |Lucasfilm|-Produkt an Qualität in nichts nachsteht, dass aber der Inhalt der ersten sechs Hörbücher mir noch einen Tick besser gefallen hat. Die Story dieses eingeschobenen Bandes ist doch streckenweise recht belanglos und besteht in zwei Erzählsträngen aus einer Schnitzeljagd.

Dennoch lässt sich ohne weitere Umschweife sagen, dass der Käufer jeweils ein sehr gutes Hörspiel erhält, wenn sich auch die inhaltliche Qualität nicht immer die Waage hält. Und wer von „Star Wars“ als einem Sternenmärchen sowieso nichts hält, der wird auch mit den Hörspielen nichts anfangen können. Man muss schon eine gewisse Begeisterung mitbringen. Ich würde das Hörspiel erst ab zwölf Jahren empfehlen, denn es setzt doch ein gewisses Verständnis der politischen und militärischen Vorgänge voraus.

|Originaltitel: Star Wars: Labyrinth of Evil
Übersetzt von Regina Winter
170 Minuten auf 3 CDs
ISBN 978-3-8291-2087-6|
http://www.WortArt.de
http://www.karussell.de
http://de.wikipedia.org/wiki/Star__Wars
http://www.starwars-union.de
http://www.starwars.com
http://www.jedipedia.de
[Interview mit Oliver Döring zum Hörspiel „Dark Lord“]http://www.starwars-union.de/index.php?id=interview_oliverdoering__08
[Interview mit Oliver Döring zum Hörspiel „Labyrinth des Bösen“]http://www.starwars-union.de/index.php?id=interview__oliverdoering

Lucas, George / Hales, Jonathan / Döring, Oliver – Star Wars Episode III: Die Rache der Sith

_STAR WARS-Drama: Der Überläufer_

Wer vom [„Angriff der Klonkrieger“]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=1305 in Episode II Appetit auf mehr Sternenkriege bekommen hat, der greife zu diesem intergalaktischen Hörspiel, das direkt auf den Stimmen und Musikmotiven der Filme basiert. Bekanntlich wechselt Anakin Skywalker endgültig zur dunklen Seite der Macht und wird zum gefürchteten Darth Vader, zum General von Darth Sidious.

Zeitlich folgt dieses Hörspiel auf [„Star Wars: Labyrinth des Bösen“,]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=3292 das ebenfalls bei |WortArt| erschienen ist.

Das zwölfseitige Booklet ist ein besonderer Bonus, den man zum Preis einer Kinokarte erhält. Dieses Hörspiel ist ein gesuchtes Sammlerstück.

_Der Regisseur_

Regisseur des Hörspiels ist Oliver Döring, der Macher der erfolgreichen neuen „John Sinclair“-Hörspiele, die mit ihrem Sound zu beeindrucken wissen. Die Story, die Döring bearbeitet hat, ist auf das Nötigste, den roten Faden, zusammengekürzt. Von ihm stammt auch der Erzähltext, der die Szenen überbrückt.

_Der Sprecher_

Joachim Kerzel, 1941 in Hindenburg/Oberschlesien geboren, erhielt seine Ausbildung an der Hochschule für Musik und Theater in Hannover. Als gefragter Synchronsprecher leiht er Jack Nicholson, Dustin Hoffman, Dennis Hopper und vielen anderen Stars seine sonore Stimme. Ganz besonders im Gedächtnis geblieben ist mir seine Beteiligung an der Hörbuchfassung von Stephens Kings „Das Mädchen“, die er zusammen mit Franziska Pigulla bestritt. Seine sonore Stimme macht aus jedem Gegenstand etwas Grandioses. Daher ist er häufig auch in der Werbung zu hören, so etwa zu den Medienprodukten um Peter Jacksons „Herr der Ringe“-Verfilmung.

_Vorgeschichte_

|Episode 1: Schlacht um Naboo|

Die Handelsföderation will sich den grünen Planeten Naboo unter den Nagel reißen, der teils von Königin Amidala regiert wird und teils von den Gungan. Als die Jedi eingreifen, kommt es zur Schlacht auf Naboo. Anakin Skywalker wird in die Gilde der Jedi aufgenommen und von Obi-Wan Kenobi ausgebildet, entgegen dem Rat des weisen Yoda. Auf Coruscant wächst die Macht eines finsteren künftigen Herrschers.

|Episode 2: Schlacht um Geonosis|

Coruscant sieht den jungen Skywalker den Attentäter verfolgen, der es auf seinen Schützling Senatorin Padme Amidala abgesehen hatte. Diese ist zum Glück unverletzt, doch ihre Leibwächterin starb an ihrer Stelle. Skywalker ist wütend und stellt die Attentäterin, nur um mit ansehen zu müssen, wie diese von einem Giftpfeil getötet wird. Diese Tatwaffe führt Obi-Wan nach Kamino, wo Klonkrieger hergestellt werden, und zu dem Söldner Jango Fett. Dieser gibt einen anderen Auftraggeber an als erwartet: einen gewissen Count Dooku.

Count Dooku hat mit Aliens und Darth Sidious bei der Welt Geonosis eine riesige Invasionsflotte und eine Armee von Kampfdroiden aufgestellt. Kurz bevor man Obi-Wan gefangen nimmt, gelingt es ihm noch, die Jedi und Anakin Skywalker zu benachrichtigen. Doch bevor ihm Anakin zu Hilfe eilen kann, muss er noch eine Sache auf Tattooine erledigen. Was ist aus seiner Mutter geworden?

_Handlung von Episode III_

General Grievous, ein Cyborg, hat Kanzler Palpatine gefangen genommen, die beiden Jedi-Ritter Anakin Skywalker und Obi-Wan Kenobi sollen ihn befreien. Unter großer Mühe gelingt es ihnen, zum Gefangenen vorzudringen, doch dann stellt sich ihnen Count Dooku entgegen, ein Sith-Lord, welcher der dunklen Seite der Macht gehorcht. Erst als Kenobi schon bewusstlos ist, gelingt es Anakin, Dooku zu besiegen. Auf den Wunsch Palpatines hin missachtet Anakin den Verhaltenskodex der Jedi und tötet den wehrlosen Sith-Lord. Palpatine bestärkt Anakin in seiner Eigenmächtigkeit. Habe er nicht gerade bewiesen, dass er, Anakin, stärker sei als Obi-Wan, sein Lehrmeister?

Nachdem sie den Klauen General Grievous‘ entkommen konnten, kehrt Anakin wieder zu Padme Amidala zurück. Er freut sich, dass sie ein Kind erwartet, doch gleichzeitig bekommt er Albträume davon. Was, wenn er sie und das Kind verlöre? Padme versucht, ihm zu helfen und rät dazu, psychologische Hilfe zu konsultieren. Doch davon will Anakin nichts wissen.

Bald beginnt wieder der politische Alltag, und da Palpatine ihn zu seinem persönlichen Vertreter im Rat der Jedi ernannt hat, sieht sich Anakin schon bald in einer Zerreißprobe. Er soll seinen Dienstherrn ausspionieren und ihm wichtige Informationen vorenthalten. Die Jedis trauen Palpatine nicht, da dieser diktatorische Vollmachten für sich erkämpft hat und sie missbrauchen könnte, um die Republik abzuschaffen und eine Tyrannei zu errichten. Das würde das Ende der Macht der Jedi-Ritter bedeuten. Und dann ist da noch die Gefahr seitens Darth Sidious‘, dessen wahre Identität man nicht kennt.

Mit einer manipulierten Nachricht erhält der Jedi-Rat Kenntnis vom Versteck General Grievous‘: Es ist der Planet Utapau. Kenobi soll sich dorthin begeben, um den General auszuschalten. Anakin fühlt sich zurückgesetzt und gekränkt. Vertraut ihm der Rat nicht mehr? Während Kenobi in die Falle läuft, die Sidious und Grievous ihm gestellt haben, gibt sich ihm Palpatine als ein Sith-Lord zu erkennen.

Die Entwicklung der Ereignisse steuert rasant auf eine entscheidende Krise zu.

_Mein Eindruck_

Bekanntlich wird aus Anakin Skywalker später Darth Vader, nachdem er der dunklen Seite der „Macht“ verfallen ist. Wie dieser Prozess allmählich vonstatten geht und vor allem, wie er endet, wird in Episode III gezeigt. Das Massaker, das er nach dem Tod seiner Mutter anrichtet, ließ in Episode II bereits das Schlimmste befürchten. Zum anderen entwickelt sich seine Beziehung zu Senatorin Padme Amidala zu Liebe und Heirat, so dass sie ihm später die Zwillinge Luke und Leia schenken – und gleich darauf verstecken wird. So wird der Grundstein zu seiner Vernichtung schon früh gelegt.

Anakins Weg hängt stark von seiner Erkenntnis der wahren Identität Kanzler Palpatines ab. Erst scheint der Kanzler von den Jedi verraten worden zu sein, doch dann erweist sich Palpatine selbst als Sith-Lord. Doch welcher kann er sein? Dass er Darth Sidious selbst sein muss, erkennt Anakin zu spät – und da macht es ihm auch schon gar nichts mehr aus, denn er ist von Palpatine darin bestärkt worden, seine überlegenen mentalen Kräfte nicht mehr den Jedi zur Verfügung zu stellen, sondern sich vor allem um sich selbst zu kümmern. Als Anakin schließlich halbtot daliegt, wird er zu einem Vetter des Generals Grievous, eines Cyborgs, halb Mensch, halb Maschine.

Im Hörspiel ist dieser Weg, den Anakin geht, deutlich nachgezeichnet. Nun wäre die Handlung natürlich mit diesem Thema alleine stinkweilig und viel zu kurz. Deshalb besteht das Gegengewicht dazu in den zahlreichen Gefechten, Kämpfen und Auseinandersetzungen, die sowohl Anakin als auch Kenobi mit diversen Gegnern haben, sei es General Grievous, seien es andere. Es ist vor allem diese Action, die das Hörspiel so unterhaltsam macht. Mit 74 Minuten ist es aber ungewöhnlich lang. Die Aufmerksamkeit des Zuhörers ist daher gehörig gefordert und es bietet sich an bzw. empfiehlt sich, sich das Hörspiel mehrmals zu Gemüte zu führen.

_Die Inszenierung_

Der beeindruckende Stereoklang entspricht dem digital aufpolierten Sound, der in den Filmszenen auf den DVDs zu hören ist. Das bedeutet, wenn es hier kracht, dann rummst es auch wirklich. Das Gleiche gilt für die aufpolierte Musik von John Williams, die in ihrem Beitrag zur Dramatik dieser Sternenoper nicht zu unterschätzen ist. Sie steuert ganz direkt die Emotionen des Hörers.

Aber sie tut dies auch mit den bekannten Ohrwürmern. Dazu gehören sämtliche Erkennungsmelodien der einzelnen Figuren: Obi-Wan, Padme, Anakin – sobald sie auftreten, erklingt ihr Thema. Genau wie in Jacksons „Herr der Ringe“. Die Stimmen stammen auch in der deutschen Synchronisation aus digitalen Quellen, so dass der Zuhörer auch an dieser Stelle die beste Qualität erhält. Das war in den Hörbüchern der Episoden IV bis VI noch anders (siehe unsere Rezensionen dazu).

Joachim Kerzel wird in seiner Funktion als Erzählerstimme nicht über Gebühr gefordert, aber sein Vortrag sorgt mit der sonoren Stimme stets für die erforderliche Dramatik, ist kompetent und mitreißend. Die Klangqualität entspricht hohen Standards.

|Das Booklet|

Ein ganz besonderes Schmankerl stellt das zwölfseitige Booklet dar. In Vierfarbdruck sind hier etliche Szenenfotos zu sehen. Davon sind einige laut Verlagsangabe sehr selten. X-Wing-Jäger, Count Dooku, der neu erschaffene Darth Vader, General Grievous, Darth Sidious, Kenobi vs. Anakin, ein sich festklammernder Yoda, der fertige C3PO mit dem stets erstaunten Gesichtsausdruck und vieles mehr. Relativ beeindruckend finde ich daher das doppelseitige Ausklappbild. Es zeigt einen Piloten in seinem Kampfflugzeug, welches gerade eine Stadtlandschaft überfliegt. Diese sieht nicht wie Coruscant aus.

Das Motiv auf der Vorderseite des CD-Booklets selbst zeigt das bekannte Filmplakat und die Rückseite einen Anakin Skywalker mit rotem Laserschwert. Die CD ist mit dem Abbild eines roten Staubplaneten bedruckt – Genosis, Utapau? Nimmt man die CD heraus, fällt der Blick auf ein Poster von Darth Vader … Diese Grafik-Elemente dürften auch den letzten Zweifler überzeugen, dass es sich um ein echtes, hundert Prozent originales Lucasfilm-Produkt, lizenziert von |WortArt|, handelt.

_Unterm Strich_

Im Rückblick ergibt sich, dass die übergreifende Produktpräsentation einem echten Lucasfilm-Produkt an Qualität in nichts nachsteht, dass aber der Inhalt des ersten Hörbuchs – also von „Episode IV“ – mir am besten gefallen hat.

Also lässt sich ohne weitere Umschweife sagen, dass der Käufer jeweils ein sehr gutes Hörspiel erhält, auch wenn sich die inhaltliche Qualität nicht immer die Waage hält. Und wer von Star Wars als einem Sternenmärchen sowieso nichts hält, der wird auch mit den Hörspielen nichts anfangen können. Man muss schon eine gewisse Begeisterung mitbringen …

|Originaltitel: Star Wars Episode III – Revenge of the Sith
Empfohlen ab 8 Jahren
74 Minuten auf 1 CD|
http://www.wortart.de
http://www.karussell.de

Lucas, George – Star Wars – Krieg der Sterne, Episode VI: Die Rückkehr der Jedi-Ritter

Es war ja abzusehen, aber nun gibt es die erste Star-Wars-Trilogie auch im Hörspiel. Wer darauf skeptisch reagiert, sollte sich von der Qualität selbst überzeugen: Sie ist erstklassig. Mir hat die Episode 4 am besten gefallen. Wer seine Stereoanlage ordentlich aufdreht, bis die Wände wackeln, wird den Angriff auf den Todesstern erleben, als sitze er selbst in einem X-Wing-Jäger.

|Das Hörspiel|

Der technische Standard der Hörspiels ist vom Feinsten – wie es sich für eine Lucas-Produktion gehört. Der Ton erklingt in Stereo, und wer seine HiFi-Anlage ordentlich aufdreht und den Subwoofer zuschaltet, wird ein Klangerlebnis ernten, das dem der DVD-Version (in DD 5.1) kaum nachsteht. Leider kommt der Soundstandard der CD momentan nicht über DD 2.0 hinaus.

Regisseur des Hörspiels ist Oliver Döring, der Macher der erfolgreichen neuen „John Sinclair“-Hörspiele, die mit ihrem Sound zu beeindrucken wissen. Die Story ist auf das Nötigste, den roten Faden, zusammengekürzt. Doch Hörer, die das Buch nicht kennen, werden über so manchen Namen stolpern, der in den Filmen entweder nicht erklingt oder überhört wird. Es könnte aber auch an den Änderungen liegen, die Lucas in den DVD-Fassungen vornahm (siehe unten).

Ein ganz besonderes Schmankerl stellt das zwölfseitige Booklet dar. In Vierfarbdruck sind hier etliche Szenenfotos zu sehen. Davon sind einige laut Verlagsangabe sehr selten. Sehr hübsch sind wieder einmal die Fotos von C3PO: Einmal sitzt er auf dem Thron der Ewoks, auf dem anderen wagt er ein Tänzchen mit einer kleinen Ewok-Dame. Viel beeindruckender finde ich jedoch das doppelseitige Ausklappbild mit dem rasenden „Millenium Falcon“, der, vor einer Flammenhölle fliehend, durch so etwas wie einen Röhrentunnel saust.

Star-Wars-Fans werden sogleich auch die Poster-Art wiedererkennen. Sie ist auch auf der Innenseite und Rückseite der Jewelbox zu finden. Das Motiv auf der CD selbst zeigt den zweiten, unfertigen „Todesstern“. Nimmt man die CD heraus, fällt der Blick auf ein emporgerecktes Laserschwert … Diese Grafik-Elemente dürften auch den letzten Zweifler überzeugen, dass es sich um ein echtes, hundert Prozent originales |Lucasfilm|-Produkt, lizenziert von |WortArt|, handelt.

|Der Sprecher|

Joachim Kerzel, 1941 in Hindenburg/Oberschlesien geboren, erhielt seine Ausbildung an der Hochschule für Musik und Theater in Hannover. Als gefragter Synchronsprecher leiht er Jack Nicholson, Dustin Hoffman, Dennis Hopper und vielen anderen Stars seine sonore Stimme. Ganz besonders im Gedächtnis geblieben ist mir seine Beteiligung an der Hörbuchfassung von Stephens Kings „Das Mädchen“, die er zusammen mit Franziska Pigulla bestritt. Seine sonore Stimme macht aus jedem Gegenstand etwas Grandioses. Daher ist er häufig auch in der Werbung zu hören, so etwa zu den Medienprodukten um Peter Jacksons „Herr der Ringe“-Verfilmung.

_Handlung_

Zur Vorgeschichte siehe „Krieg der Sterne“ und „Das Imperium schlägt zurück“, also die Episoden 4 und 5.

Das Imperium hat einen zweiten „Todesstern“ im Bau und schon fast fertig gestellt. Vader sorgt dafür, dass die Bauarbeiten beschleunigt werden. Der Imperator himself will nämlich hier seinen Endsieg über die Rebellen feiern. Und den hohen Herrn darf man keinesfalls enttäuschen, wenn einem was am Leben liegt.

Unterdessen auf dem Wüstenplaneten Tatooine, der früheren Heimatwelt Luke Skywalkers. Bekanntlich ist es Luke, Leia und Lando (die drei Killer-Ls?) gelungen, aus der Wolkenstadt Calrissians zu entkommen. Nun geht es darum, den eingefrorenen Han Solo zu befreien. In Verkleidung versuchen Leia und Luke, als Kopfgeldjäger mit Jabba the Hutt, dem Boss der Unterwelt des Planeten, einen Deal zu machen: Hauptsache, er gibt ihnen Han Solo.

Leider klappen die Pläne nicht ganz wie vorgesehen. Leia wird versklavt und muss halbnackt und angekettet als Tänzerin Jabba zu Diensten sein (was leider auf dem Hörbuch kaum zur Geltung kommt). Luke fällt durch eine Falltür in das finstere Verlies, das von einem Monster namens Renkor beherrscht wird.

Zwar gelingt es den Robotern R2-D2 und C3PO, Han Solo aus dem Carbonit zu befreien, doch damit ist noch nichts gewonnen. Alle Gefährten werden gefangen genommen und sollen in der Wüste einem weiteren Monster vorgeworfen werden. (Offenbar herrscht hier ein Überschuss an Ungeheuern.) Diese Exkursion endet für diverse Insassen des Segelschwebeschiffes von Jabba recht fatal: Es fliegt in die Luft. Doch zuvor sind die Gefährten entkommen.

|Intermezzo:|

Luke fliegt zu Yoda zurück, um seine Jedi-Ausbildung abzuschließen. Zu spät: Yoda gibt den Löffel ab. In langen Gesprächen mit Yoda und Kenobi erfährt Luke endlich, dass er eine Zwillingsschwester – Leia – hat, die vor den Imperiumskräften ebenso versteckt werden musste wie er. Auch über die Vergangenheit und den Werdegang seines Vaters Anakin erfährt er eine Menge. Kenobi prophezeit, dass, wenn es Luke nicht gelingt, Vader zu töten, das Imperium siegen werde. Diese Prophezeiung stürzt Luke in einen Zwiespalt, der sich für ihn verheerend auswirken wird.

|2. Akt:|

Das Imperium hat seinen neuen „Todesstern“ über dem Waldmond Endor in Stellung gebracht, der irgendwo am Rande der Galaxis den Rebellen als Sammelpunkt dient. Hier wird die Rebellenflotte dem Imperium die finale, entscheidende Schlacht liefern.

So lautet zumindest der Plan. Denn der „Todesstern“ verfügt über einen Schutzschild, der ihn unangreifbar macht. Die Energie dafür wird ihm von einer Station auf Endor zugeführt. Diese gilt es also zunächst zu zerstören, bevor der Rebellenangriff mit Aussicht auf Erfolg gewagt werden kann. Han und Leia führen einen Kommandotrupp an, der die Bodenstation außer Funktion setzen soll. Sie stoßen schnell auf erhebliche Schwierigkeiten: Das Imperium hat sie erwartet.

Nach ersten Kämpfen setzt sich Luke ab, um sich seinem Vater an Bord des „Todessterns“ entgegenzustellen. Doch hier hat er es nicht nur mit Vader zu tun, sondern mit dessen Boss, dem oberfiesen, durchtriebenen Imperator. Dieser versucht, Luke auf die „dunkle Seite der Macht“ zu ziehen. (Die Macht ist also nicht nur ein religiöses, parapsychologisches und genetisches Phänomen, sondern auch ein psychologisches – tolle Sache, das!)

Der Zwiespalt, in dem Luke steckt, sieht so aus: Wenn er versucht, Vader oder den Imperator als die zwei Oberschurken zu töten, trägt ihn sein Hass auf die „dunkle Seite der Macht“, d. h. er ist auch nicht besser als einer dieser Schurken. Er kann sie aber auch nicht am Leben lassen, denn sie würden in kürzester Zeit seine Gefährten vernichten. Und dann ist da noch Kenobis Prophezeiung. Er tut das einzig Richtige, das die dritte Seite dieses Dreiecks aus Luke, Vader und Imperator unter Zugzwang setzt: Er weigert sich, sich dem Imperator zu unterstellen, wirft vielmehr sein Laserschwert weg und ist bereit, sein Leben zu opfern.

Unterdessen ist die Rebellenflotte im Anflug auf den „Todesstern“ in der Hoffnung, dass der Schutzschild deaktiviert wurde. Ein kleiner Irrtum, wie sich herausstellt. Alles ist in der Schwebe – das Schicksal der Galaxis muss sich entscheiden. Doch was wird den Ausschlag geben?

_Mein Eindruck_

Episode 6 besteht über weite Strecken aus zwei Handlungssträngen, die je einem grundverschiedenen Tempo folgen. Während sich Solo, Leia und Co. den Rebellen anschließen und so für die Action auf Endor sorgen, setzt sich Luke auf einer ganz anderen Ebene mit den Gegebenheiten seines Lebens und der Herrschaft über die Galaxis auseinander. Dies erfordert lange Dialoge mit Yoda, Kenobi, Vader und dem Imperator, die sehr lange dauern und die Handlung fast zum Erliegen bringen.

Idealerweise sollte der Actionpart um Solo & Co. diese Langsamkeit ausgleichen, doch in der Umsetzung hat das nicht ganz hingehauen. Die Dialogszenen behaupten weiterhin ihr Übergewicht. Auf der Suche nach Gründen stößt man schnell auf die Ewoks. Diese tapferen Teddybären auf Endor entsprechen dem Äquivalent der kannibalischen Neger in den Tarzanfilmen und Cartoons der 1930er Jahre: Sie wollen Solo & Co. kochen, um sie zu verspeisen. Eine ziemlich lächerliche Idee.

Noch lächerlicher ist die Lösung, die sich George Lucas für dieses dramaturgische Problem hat einfallen lassen: C3PO behauptet, er sei ein Gott. Zum Beweis lässt Luke ihn und R2-D2 per Telekinese schweben. Die tumben Trapper und Speerträger aus dem Endorwald fallen denn auch in die obligatorische Demut, die einem Gott gegenüber angebracht ist. Mit den gleichen trügerischen Methoden arbeitet doch auch der Imperator, oder? Nur ist es bei ihm nicht halb so lustig.

Am Schluss, nach dem großen Finale (das hier nicht verraten werden darf), tanzen die Sieger ausgelassen mit den Eingeborenen Endors. Das hätte man im Zweiten Weltkrieg unerlaubte Verbrüderung mit der Bevölkerung genannt, aber es passt natürlich zu einem Sternenmärchen. Dass Han glaubt, die angebetete Leia habe ihr Herz nun an Luke verloren, ist nur das ironische Sahnehäubchen.

|Ausblick|

Im Jahr 2004 ist die Doppel-Trilogie beinahe fertig: Nächstes Jahr kommt der – vorerst – letzte Film in unsere Kinos: Episode 3 (es geht um die mysteriösen Sith). Die DVD-Box der ersten Trilogie ist nun mit großem Erfolg in den Läden. Und sie ist der Ausgangspunkt der Hörspielfassung. Das bedeutet auch, wie der Kenner weiß, dass sämtliche Änderungen, die Lucas an den Originalen vornahm, auch in den Hörspielen zu finden sind. Und das sind eine ganze Menge.

|Der Sprecher / Das Hörspiel|

Der beeindruckende Stereo-Sound entspricht dem digital aufpolierten Sound, der in den Filmszenen auf den DVDs zu hören ist. Das bedeutet, wenn es hier kracht, dann rummst es auch wirklich. Das Gleiche gilt für die aufpolierte Musik von John Williams, die in ihrem Beitrag zur Dramatik dieser Sternenoper nicht zu unterschätzen ist. Sie steuert ganz direkt die Emotionen des Hörers.

Aber sie tut dies auch mit den bekannten Ohrwürmern. Dazu gehören sämtliche Erkennungsmelodien der einzelnen Figuren: Darth Vader, Luke, Han Solo – sobald sie auftreten, erklingt ihr Thema. Genau wie in Jacksons „Herr der Ringe“. Am besten gefiel mir die spannende Szene zwischen Luke, Vader und dem Imperator. Sie ist der Dreh- und Angelpunkt des Plots.

Es gibt für mich nur einen Wermutstropfen: Für die Produktion hat man die alten deutschen Sprecherstimmen übernommen. Das erscheint als Pluspunkt, doch leider hat man deren mindere Klangqualität nicht ebenfalls digital aufgebessert. Zuweilen klingen sie etwas scheppernd, und in Szenen mit zahlreichen Sprechrollen kommt es hin und wieder, wenn man ganz genau hinhört, zu Interferenzen und Verzerrungen. Dieser Effekt ist absolut minimal und selten, aber mit einem guten Ohr – und noch besserem Equipment – wahrzunehmen.

Joachim Kerzel wird in seiner Funktion als Erzählerstimme nicht über Gebühr gefordert, aber sein Vortrag sorgt für die erforderliche Dramatik, ist kompetent und mitreißend. Seine Leistung wird besonders im ersten Finale deutlich, beim Duell zwischen Imperator, Vader und Luke. Die Klangqualität entspricht höchsten Standards.

|Änderungen gegenüber den Originalen|

Erstmals tritt jetzt der Chef von Vader auf, der Imperator. Wie inzwischen bekannt sein dürfte, wurde dessen Gesicht im überarbeiteten Film an das von Kanzler Palpatine in Episode 1 und 2 angepasst. Auch seine deutsche Stimme klingt jetzt anders: viel glatter, hinterlistiger. Das gilt nur für Episode 5 des Hörspiels. In Episode 6 fehlt ihr der für alle anderen deutschen Synchronstimmen typische scheppernde, raue und ein wenig heisere Klang keineswegs. Hierbei erweist sich, dass die Leistung des ursprünglichen deutschen Synchronsprechers (Name unbekannt) immer noch unübertroffen ist.

_Unterm Strich_

Nun sollte eigentlich so etwas wie ein Resümee der gesamten Trilogie geliefert werden. Aber ist dies wirklich nötig? Schon in den Fazits zu Episode 4 und 5 habe ich entsprechende Andeutungen gemacht, dass es deutliche Unterschiede in der inhaltlichen Qualität der Hörspiele gibt. Im Rückblick ergibt sich, dass die übergreifende Produktpräsentation einem echten |Lucasfilm|-Produkt an Qualität in nichts nachsteht, dass aber der Inhalt des ersten Hörbuchs mir am besten gefallen hat.

Also lässt sich ohne weitere Umschweife sagen, dass der Käufer jeweils ein sehr gutes Hörspiel erhält, sich die inhaltliche Qualität nicht immer die Waage hält. Und wer von |Star Wars| als einem Sternenmärchen sowieso nichts hält, der wird auch mit den Hörspielen nichts anfangen können. Man muss schon eine gewisse Begeisterung mitbringen …

… genau wie bei den Filmen: Mitte nächsten Jahres geht der Rummel wieder los, wenn es zum sechsten Mal heißt: „Es war einmal in ferner Zukunft in einer weit entfernten Galaxis …“

|Umfang: 65 Minuten auf 1 CD|

Lucas, George – Star Wars – Krieg der Sterne, Episode V: Das Imperium schlägt zurück

Es war ja abzusehen, aber nun gibt es die erste Star-Wars-Trilogie auch im Hörspiel. Wer darauf skeptisch reagiert, sollte sich von der Qualität selbst überzeugen: Sie ist erstklassig. Mir hat die Episode 4 am besten gefallen. Wer seine Stereoanlage ordentlich aufdreht, bis die Wände wackeln, wird den Angriff auf den Todesstern erleben, als sitze er selbst in einem X-Wing-Jäger.

|Das Hörspiel|

Der technische Standard der Hörspiels ist vom Feinsten – wie es sich für eine Lucas-Produktion gehört. Der Ton erklingt in Stereo, und wer seine HiFi-Anlage ordentlich aufdreht und den Subwoofer zuschaltet, wird ein Klangerlebnis ernten, das dem der DVD-Version (in DD 5.1) kaum nachsteht. Leider kommt der Soundstandard der CD momentan nicht über DD 2.0 hinaus.

Regisseur des Hörspiels ist Oliver Döring, der Macher der erfolgreichen neuen „John Sinclair“-Hörspiele, die mit ihrem Sound zu beeindrucken wissen. Die Story ist auf das Nötigste, den roten Faden, zusammengekürzt. Doch Hörer, die das Buch nicht kennen, werden über so manchen Namen stolpern, der in den Filmen entweder nicht erklingt oder überhört wird. Es könnte aber auch an den Änderungen liegen, die Lucas in den DVD-Fassungen vornahm (siehe unten).

Ein ganz besonderes Schmankerl stellt das zwölfseitige Booklet dar. In Vierfarbdruck sind hier etliche Szenenfotos zu sehen. Davon sind einige laut Verlagsangabe sehr selten, so etwa von zwei C3POs, einem silbernen und einem goldenen. Sehr hübsch ist auch das Bild, in dem C3PO Han Solo auf die Schulter tippt, während (oder weil?) dieser gerade Leia Organa küssen will.

Star-Wars-Fans werden sogleich auch die Poster-Art wiedererkennen. Sie ist auch auf der Innenseite und Rückseite der Jewelbox zu finden. Das Motiv auf der CD selbst zeigt die Eiswelt Hoth. Diese Grafik-Elemente dürften auch den letzten Zweifler überzeugen, dass es sich um ein echtes, hundert Prozent originales Lucasfilm-Produkt, lizenziert von WortArt, handelt.

|Der Sprecher|

Joachim Kerzel, 1941 in Hindenburg/Oberschlesien geboren, erhielt seine Ausbildung an der Hochschule für Musik und Theater in Hannover. Als gefragter Synchronsprecher leiht er Jack Nicholson, Dustin Hoffman, Dennis Hopper und vielen anderen Stars seine sonore Stimme. Ganz besonders im Gedächtnis geblieben ist mir seine Beteiligung an der Hörbuchfassung von Stephens Kings „Das Mädchen“, die er zusammen mit Franziska Pigulla bestritt. Seine sonore Stimme macht aus jedem Gegenstand etwas Grandioses. Daher ist er häufig auch in der Werbung zu hören, so etwa zu den Medienprodukten um Peter Jacksons „Herr der Ringe“-Verfilmung.

_Handlung_

Zur Vorgeschichte siehe „Krieg der Sterne“, also [Episode 4.]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=686

Nach der erfolgreichen Vernichtung des „Todessterns“ haben sich die Rebellen auf dem Eisplaneten Hoth eingenistet. Imperiumssonden entdecken jedoch das Versteck, weil Luke eine dieser Sonden genauer untersuchen will. Dabei landet er beinahe zwischen den Kiefern eines Monsters, das als Vampa bezeichnet wird. Bemerkenswert ist dabei, dass er seine telekinetischen Kräfte als Jedi bereits ausgebildet hat. Han Solo rettet ihn vor dem Erfrieren in der Eiswüste.

Während die Untergebenen dem verstümmelt empfangenen Sondensignal wenig Bedeutung beimessen, springt Darth Vader sofort darauf an: Er befiehlt den Angriff auf Hoth. Um ihren zahlreichen langsamen Raumschiffen die Flucht zu ermöglichen, leisten die Rebellen Widerstand, allen voran Luke Skywalker. Luke kann dem Inferno ebenso entkommen wie Han und Leia, doch muss er einem telepathisch empfangenen Wunsch von Kenobi entsprechen: Er soll zum System Dagobah, um dort seine Ausbildung beim Jedi-Meister Yoda zu erhalten.

Unterdessen versteckt sich Han mit Leia und den Droiden nach einer wahnwitzigen Verfolgungsjagd in einem hohlen Asteroiden. Es handelt sich um den Bau eines gigantischen Wurms, aber darauf kommt Han erst nach ein paar „Experimenten“. Als Luke per Kenobi-Vision erfährt, dass seine Freunde in Gefahr sind, will er ihnen zu Hilfe eilen.

Han Solo rettet sich jedoch selbst vor den Zähnen des Raumwurms und fliegt zu einem Planeten, dessen Unabhängigkeit ihm mehr Sicherheit verspricht. Hier betreibt der Vorbesitzer seines klapprigen Raumschiffs, Lando Calrissian, einen Bergbauplaneten und kümmert sich weder um Rebellen noch um das Imperium.

Doch Lando steht unter Zwang Darth Vaders. Der Sith-Lord will Han Solo an den Kopfgeldjäger Boba Fett ausliefern und ist nur an Leia und Luke interessiert. Für den anfliegenden Luke hat er bereits eine Falle aufgestellt: Er hat Solo in Carbonit eingefroren. Will Luke seinen Freund lebend wiederhaben, muss er sich beeilen. Boba Fett will Solo an Jabba the Hutt verschachern, der seit Mos Eisley mit Solo eine Rechnung offen hat.

_Mein Eindruck_

Episode 5 wurde nicht von George Lucas gedreht, sondern von Irwin Kershner. Das Drehbuch stammt von der Schriftstellerin Leigh Brackett, einem erprobten Schlachtross der Science-Fiction und Fantasy (sie lieferte auch das Skript zu Bogarts Krimi „The Big Sleep“), sowie von Lawrence Kasdan. Gegenüber den Episoden 4 und 6 ist der |Film| geradezu hyperkompliziert. Nicht so das Hörspiel. Sicher: Der Handlungsstrang wird aufgespalten und wird zusammengeführt, einer der Gefährten muss (scheinbar) dran glauben, und der Held Luke erfährt von seiner wahren Herkunft (klassische westliche Helden wachsen immer elternlos auf und fallen dann aus allen Wolken).

Doch die Sache ist im Grunde ganz einfach: Der Höhepunkt des Geschehens ist nicht etwa Han Solo’s „Tod“ im Carbonit, Leias Gefangennahme oder Darth Vaders Triumph über den Unabhängigen Lando Calrissian. Nein, der Höhepunkt des Stücks ist Vaders Satz: „Ich bin dein Vater.“ (Als ob wir’s nicht schon geahnt hätten – bei |dem| Namen.)

Im Kontext der Trilogie erscheint nun die Episode 5 als ein Dreh- und Angelpunkt in der Entwicklung der Story. Der nächste Schritt besteht in der Enthüllung, dass Luke eine Schwester hat, die nicht einmal davon weiß. Plötzlich gibt es nicht nur einen letzten Jedi-Ritter (Luke), sondern zwei! Leider tritt hier dann das Inzest-Tabu in kraft: Nun wird klar, warum Luke nie Interesse an der feschen Prinzessin hatte (oder ob es wohl an ihrer Haartracht lag?). Er durfte sich wegen des Inzesttabus nicht in sie verlieben. Sonst hätten sie wohl miteinander Mutanten-Jedis gezeugt – nicht auszudenken!

Ähnliche Tabus gelten für Lukes Beziehung zu Darth Vader: Lukes Ersatzväter Kenobi und Yoda haben ihm beigebracht, er müsse Vader hassen, weil dieser „der dunklen Seite der Macht“ erlegen sei – was auch immer das heißen mag. Als er dann in Calrissians Wolkenstadt zum allerersten Mal Vader erblickt, weiß er, was er zu tun hat: den Schurken umbringen. Und dass Vader das ist, hat er durch das belegt, was er Lukes Freunden angetan hat. Die Wahrheit „Ich bin dein Vater“ führt zu dem symbolschweren Verlust der Schwerthand – diesmal bei Luke, beim nächsten Mal, in Episode 6, bei Vader selbst. Der Verlust der Schwerthand entspricht, psychologisch gesehen, einer Entmannung des Kriegers. Und für Vader bedeutet dieser Funktionsverlust das Ende. (Und angesichts so fähiger Drehbuchautoren wie Brackett und Kasdan sind solche Interpretationen durchaus nicht an den Haaren herbeigezogen.)

Das Hörspiel mag ja einfach zu verstehen sein, aber beim Anhören verstärkte sich bei mir der Eindruck, dass es definitv an Verschnaufpausen fehlt. Das Einzige, was man so bezeichnen könnte, ist Lukes Lehrzeit bei Yoda. Aber die muss auch sehr kurz gewesen sein, denn kaum sind seine Gefährten von Calrissian verraten worden, startet Luke schon zu ihrer Rettung. Kein Wunder, dass Yoda Lukes Ausbildung nicht für abgeschlossen hält. Diese Yoda-Episode ist im Film viel länger und vielschichtiger, denn Luke lernt wichtige Aspekte des Yedi-Rittertums kennen.

Im Hörspiel zu Episode 5 wird mehr Wert auf Action und Tempo gelegt. Der Eindruck von Hektik hat sich bei mir verstärkt. Allerdings wurde ich der Story dennoch nicht überdrüssig, denn die zwei bis drei Handlungsstränge wechseln sich ständig ab, und die zwei Roboter liefern nicht nur heitere Einlagen, sondern führen zudem – mit Calrissian – eine Wende der Ereignisse herbei.

Im Jahr 2004 ist die Doppel-Trilogie beinahe fertig: Nächstes Jahr kommt der – vorerst – letzte Film in unsere Kinos: Episode 3 (es geht um die mysteriösen Sith). Die DVD-Box der ersten Trilogie ist nun mit großem Erfolg in den Läden. Und sie ist der Ausgangspunkt der Hörspielfassung. Das bedeutet auch, wie der Kenner weiß, dass sämtliche Änderungen, die Lucas an den Originalen vornahm, auch in den Hörspielen zu finden sind. Und das sind eine ganze Menge.

|Der Sprecher / Das Hörspiel|

Der beeindruckende Stereo-Sound entspricht dem digital aufpolierten Sound, der in den Filmszenen auf den DVDs zu hören ist. Das bedeutet, wenn es hier kracht, dann rummst es auch wirklich. Das Gleiche gilt für die aufpolierte Musik von John Williams, die in ihrem Beitrag zur Dramatik dieser Sternenoper nicht zu unterschätzen ist. Sie steuert ganz direkt die Emotionen des Hörers.

Aber sie tut dies auch mit den bekannten Ohrwürmern. Dazu gehören sämtliche Erkennungsmelodien der einzelnen Figuren: Darth Vader, Luke, Han Solo – sobald sie auftreten, erklingt ihr Thema. Genau wie in Jacksons „Herr der Ringe“. Am besten gefielen mir die „romantischen“ Szenen zwischen Leia und Han Solo.

Es gibt für mich nur einen Wermutstropfen: Für die Produktion hat man die alten deutschen Sprecherstimmen übernommen. Das erscheint als Pluspunkt, doch leider hat man deren mindere Klangqualität nicht ebenfalls digital aufgebessert. Zuweilen klingen sie etwas scheppernd, und in Szenen mit zahlreichen Sprechrollen kommt es hin und wieder, wenn man ganz genau hinhört, zu Interferenzen und Verzerrungen. Dieser Effekt ist absolut minimal und selten, aber mit einem guten Ohr – und noch besserem Equipment – wahrzunehmen.

Joachim Kerzel wird in seiner Funktion als Erzählerstimme nicht über Gebühr gefordert, aber sein Vortrag sorgt für die erforderliche Dramatik, ist kompetent und mitreißend. Seine Leistung wird besonders im Finale deutlich, beim Zweikampf zwischen Vader und Luke. Die Klangqualität entspricht höchsten Standards.

Änderungen gegenüber den Originalen: Erstmals tritt jetzt der Chef von Vader auf, der Imperator. Wie inzwischen bekannt sein dürfte, wurde dessen Gesicht im überarbeiteten Film an das von Kanzler Palpatine in Episode 1 und 2 angepasst. Auch seine deutsche Stimme klingt jetzt anders: viel glatter, hinterlistiger. Daher fehlt ihr auch der für alle anderen deutschen Synchronstimmen typische scheppernde, raue Klang. Das kann man bewerten, wie man will. Ich halte es für einen Fortschritt.

_Unterm Strich_

Abgeschlagene Hände, in Eis eingefrorene Helden, Schurken, die sich als Väter entpuppen? Kein Zweifel: Diese Episode ist eigentlich kein Märchen mehr, wie es noch bei Episode 4 der Fall war. Doch keine Angst, liebe Achtjährige, für die dieses Hörspiel freigegeben ist: In der nächsten Episode wird alles wieder gut, weil dann nämlich wieder Onkel Lucas am Ruder ist – wenn schon nicht im Regiestuhl, so doch als ausführender Produzent, Drehbuchautor und Storylieferant. Deshalb kommen dort auch wieder süße kleine Teddybären, pardon, ich meine: edle Ewok-Krieger vor.

Episode 5 ist so actionreich wie kein anderes Hörspiel dieser Trilogie. Manchmal entsteht im Vergleich sogar der Eindruck, dass es hier besonders hektisch zugeht. Aber die Abwechslung durch drei parallele Handlungsstränge erklärt auch die Fülle an Ereignissen in dieser Episode. Das ändert sich in der nächsten Episode radikal.

|Umfang: ca. 63 Minuten auf 1 CD|

Lucas, George – Star Wars – Krieg der Sterne, Episode IV: Eine neue Hoffnung

Es war ja abzusehen, aber nun gibt es die erste Star-Wars-Trilogie auch im Hörspiel. Wer darauf skeptisch reagiert, sollte sich von der Qualität selbst überzeugen: Sie ist erstklassig. Mir hat die Episode IV am besten gefallen. Wer seine Stereoanlage ordentlich aufdreht, bis die Wände wackeln, wird den Angriff auf den Todesstern erleben, als sitze er selbst in einem X-Wing-Jäger.

_Das Hörspiel_

Der technische Standard der Hörspiels ist vom Feinsten – wie es sich für eine Lucas-Produktion gehört. Der Ton erklingt in Stereo, und wer seine HiFi-Anlage ordentlich aufdreht und die Bässe zuschaltet, wird ein Klangerlebnis ernten, das dem der DVD-Version (in DD 5.1) kaum nachsteht. Leider kommt der Soundstandard der CD momentan nicht über DD 2.0 hinaus.

Regisseur des Hörspiels ist Oliver Döring, der Macher der erfolgreichen neuen „John Sinclair“-Hörspiele, die mit ihrem Sound zu beeindrucken wissen. Die Story ist auf das Nötigste, den roten Faden, zusammengekürzt. Doch Hörer, die das Buch nicht kennen, werden über so manchen Namen stolpern, der in den Filmen entweder nicht erklingt oder überhört wird. Es könnte aber auch an den Änderungen liegen, die Lucas in den DVD-Fassungen vornahm.

Ein ganz besonderes Schmankerl stellt das zwölfseitige Booklet dar. In Vierfarbdruck sind hier etliche Szenenfotos zu sehen. Davon sind einige laut Verlagsangabe sehr selten, so etwa von zwei C3POs, einem silbernen und einem goldenen.

Star-Wars-Fans werden sogleich auch die Poster-Art wiedererkennen. Sie ist auch auf der Innenseite und Rückseite der Jewelbox zu finden. Das dürfte auch den letzten Zweifler überzeugen, dass es sich um ein echtes, hundert Prozent originales Lucasfilm-Produkt, lizenziert von WortArt, handelt.

|Der Sprecher|

Joachim Kerzel, 1941 in Hindenburg/Oberschlesien geboren, erhielt seine Ausbildung an der Hochschule für Musik und Theater in Hannover. Als gefragter Synchronsprecher leiht er Jack Nicholson, Dustin Hoffman, Dennis Hopper und vielen anderen Stars seine sonore Stimme. Ganz besonders im Gedächtnis geblieben ist mir seine Beteiligung an der Hörbuchfassung von Stephens Kings „Das Mädchen“, die er zusammen mit Franziska Pigulla bestritt. Seine sonore Stimme macht aus jedem Gegenstand etwas Grandioses. Daher ist er häufig auch in der Werbung zu hören, so etwa zu den Medienprodukten um Peter Jacksons „Herr der Ringe“-Verfilmung.

_Handlung_

Es war einmal in ferner Zukunft in einer weit entfernten Galaxis. Diese Galaxis wird von einem Bösewicht namens Grand-Moff Tarkin beherrscht, dessen rechte Hand ein schwarz gewandeter Sith-Lord mit Namen Darth Vader und eiserner Gesichtsmaske ist. Das Röcheln seines Atemgeräts wirkt direkt hypnotisch.

Wieder einmal hat Vader ein Rebellennest ausgehoben und dabei eine alderaanische adlige Senatorin geschnappt, die sich Leia Organa nennt und eine gar absonderliche Haartracht trägt (kommt im Hörbuch leider nicht zur Geltung 😉 ).

Bevor man sie verhaftet und in die Mangel nimmt, um weitere Rebellenwelten aufzuspüren, gelingt es ihr, ihren Droiden namens R2-D2 mit einer geheimen Botschaft loszuschicken. Diese Botschaft enthält die Positionsdaten der planetengroßen, gepanzerten Zentrale Tarkins, des so genannten „Todessterns“, der in der Lage ist, ganze Planeten zu pulverisieren – und dies sogleich mit der Vernichtung der Welt Alderaan demonstriert.

R2-D2 und seine Kumpel, der goldene Dolmetscherroboter C3PO, stranden auf der Wüstenwelt Tatooine, werden von zwergenhaften Schrotthändlern gefunden und an einen „Gewürzfarmer“ verkauft, dessen Adoptivsohn Luke Skywalker die beiden Maschinen fortan warten soll. R2-D2 spielt Luke die Botschaft Prinzessin Leias vor. Darin bittet sie auch um Hilfe von einem Typen namens Ben Kenobi, doch Luke kann sich darunter nur einen verrückten Alten in den Bergen vorstellen.

Dieser entpuppt sich als Schlüsselfigur für alles Weitere. Kenobi war ein Jedi-Ritter, jener mit Psi-Kräften ausgestatteten Ordnungsmacht der gestürzten Regierung. Er schenkt Luke ein Laserschwert, das seinem leiblichen Vater gehört hat: Auch dieser sei einst ein Jedi-Ritter gewesen. Kenobi sympathisiert natürlich mit den Rebellen und will Luke zur Beherrschung der „Macht“ verhelfen, die angeblich alle Lebewesen miteinander vereint und Grundlage ihrer religiösen Philosophie ist.

Doch unterdessen sind Tarkins Truppen den Spuren der Roboter gefolgt und haben Lukes Adoptiveltern getötet. Luke, Kenobi & Anhang begeben sich zum lokalen Raumhafen und heuern die Dienste eines charmanten Glücksritters und Schmugglers namens Han Solo an. Er soll sie nach Alderaan fliegen, wo sie Leia vermuten. Doch Alderaan wurde ja inzwischen vernichtet. Dafür fliegen sie den Spähern Tarkins und Vaders in die Arme. Man bringt sie in den Todesstern. Gibt es für sie eine Chance aufs Entkommen?

_Mein Eindruck_

Eine Kritik des Filmes versuchen, hieße, Eulen nach Athen zu tragen: Jeder hat schon darüber geschrieben. Tatsächlich ist „Krieg der Sterne Episode 4“ einer der meistkritisierten und -gelobten Filme aller Zeiten. Bei seinem Erscheinen 1976/77 wurde er von der Filmkritik regelmäßig verrissen, doch die Kids standen Schlange. Das 50-Millionen-Dollar-Sternenmärchen „haute die 20th Century Fox schlagartig aus den roten Zahlen.“ Und allein die Merchandising-Produkte, für die sich Lucas die alleinigen Rechte gesichert hatte, brachten ihm etwa eine Milliarde Dollar ein. Mit den bislang vier Fortsetzungen wuchs dieser Geldstrom noch, und Lucas, der seit 1971 an „Star Wars“ gearbeitet hatte, gründete ein Firmenimperium, zu dem Tonstudios und SFX-Schmieden wie ILM gehören, von Merchandising ganz zu schweigen.

Ich brauche nicht mehr zu sagen. Im Jahr 2004 ist die Doppel-Trilogie beinahe fertig: Nächstes Jahr kommt der (vorerst) letzte Film in unsere Kinos: Episode III (es geht um die Sith). Die DVD-Box der ersten Trilogie ist nun mit großem Erfolg in den Läden. Und sie ist der Ausgangspunkt der Hörspielfassung. Das bedeutet auch, wie der Kenner weiß, dass sämtliche Änderungen, die Lucas an den Originalen vornahm, auch in den Hörspielen zu finden sind. Und das sind eine ganze Menge.

|Der Sprecher / Das Hörspiel|

Der beeindruckende Stereo-Sound entspricht dem digital aufpolierten Sound, der in den Filmszenen auf den DVDs zu hören ist. Das bedeutet, wenn es hier kracht, dann rummst es auch wirklich. Das Gleiche gilt für die aufpolierte Musik von John Williams, die in ihrem Beitrag zur Dramatik dieser Sternenoper nicht zu unterschätzen ist. Sie steuert ganz direkt die Emotionen des Hörers.

Aber sie tut dies auch mit den bekannten Ohrwürmern. Dazu gehören sämtliche Erkennungsmelodien der einzelnen Figuren: Darth Vader, Luke, Han Solo – sobald sie auftreten, erklingt ihr Thema. Genau wie in Jacksons „Herr der Ringe“. Am besten gefiel mir die jazzig-beschwingte Musik der Alienkapelle in der Schmugglerbar im Raumhafen Mos Eisley auf Tatooine. Und R2-D2s Gefiepe.

Es gibt für mich nur einen Wermutstropfen: Für die Produktion hat man die alten deutschen Sprecherstimmen übernommen. Das erscheint als Pluspunkt, doch leider hat man deren mindere Klangqualität nicht ebenfalls digital aufgebessert. Zuweilen klingen sie etwas scheppernd, und in Szenen mit zahlreichen Sprechrollen kommt es hin und wieder, wenn man ganz genau hinhört, zu Interferenzen und Verzerrungen. Dieser Effekt ist absolut minimal und selten, aber mit einem guten Ohr – und noch besserem Equipment – wahrzunehmen.

Joachim Kerzel wird in seiner Funktion als Erzählerstimme nicht über Gebühr gefordert, aber sein Vortrag sorgt für die erforderliche Dramatik, ist kompetent und mitreißend. Seine Leistung wird besonders im Finale und dem Epilog, der Siegerehrung, deutlich. Seine tiefe Jack-Nicholson-Stimme klingt dann geradezu enthusiastisch. Die Klangqualität entspricht höchsten Standards.

Änderungen, die Lucas vorgenommen hat, sind hier noch nicht zu hören. Diese folgen am deutlichsten im nächsten Hörbuch.

_Unterm Strich_

Episode 4 ist von allen ersten drei Star-Wars-Episoden die am stärksten an Vorbildern angelehnte Story. (Zu den Vorbildern gehören nicht nur die Science-Fiction-Serien der dreißiger und fünfziger Jahre, sondern noch weit ältere Erzählstrukturen der westlichen Welt, wie etwa Ritterepen.)

Im Vergleich zu den beiden anderen Hörbuch-Episoden ist sie die am klarsten aufgebaute und am leichtesten verständliche Episode. Episode 5 ist so vollgepackt mit Action und Drama, dass sie schon wieder hektisch erscheint. Und Episode 6 verblüfft mit langen philosophischen Szenen, die das Tempo der Handlung beinahe ausbremsen. Daher hat mir Episode 4 am meisten Spaß gemacht: hundert Punkte!

|Umfang: 62,5 Minuten auf 1 CD|