Schlagwort-Archive: Wurdack

Steffen König – Die Dämonen vom Ullswater

Sein unspektakulärer Titel macht es nicht leicht ersichtlich, aber: Dieser Roman hat alles, um als Highlight der phantastischen Literatur aus dem Jahr 2014 hervor zu gehen. Bis dahin ist es zwar noch etwas hin, jedoch hat Steffen König stark vorgelegt und präsentiert eine unfassbar spannende Geschichte von geradezu klassischer Struktur – letzteres mag angesichts des avisierten Handlungszeitraums nicht weiter verwundern, abgesehen von der Meisterschaft, mit der sich König in dieser uns heute recht fremden Sprache bewegt.

Voranstellen möchte ich der Rezension ein Zitat aus der Danksagung des Autors als Verweis auf die Schwierigkeit, die eine Besprechung dieses Romans hervor ruft, wenn man allzu große Vorwegnahmen auf den Inhalt vermeiden möchte. Dementsprechend wird ein bestimmter Abschnitt der Besprechung gesondert gekennzeichnet sein, und der geneigte Leser wird selbst zu entscheiden haben, wie viel er von dem entsprechenden Abschnitt liest:

»Mein Dank geht auch an H. G.Wells und Jeff Wayne, die auf ihre jeweils eigene unvergleichliche Art England in Schutt und Asche gelegt haben und mich damit zu dieser Geschichte inspirierten.« (Steffen König, 2014, aus: Danksagung, Die Dämonen vom Ullswater, Wurdack-Verlag Nittendorf)

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[NEWS] STEFFEN KÖNIG – Die Dämonen vom Ullswater

Ein Erstkontakt bei Wurdack: Unerklärliche Phänomene rufen Steffen König auf den Plan – und er entdeckt Die Dämonen vom Ullswater!

Ein fremdartiges Kristallartefakt und der Hilferuf eines Freundes verschlagen den jungen Londoner Anwalt Alan David Walden im Sommer des Jahres 1894 in die Grafschaft Cumberland. Irgendetwas scheint hier ganz und gar nicht in Ordnung zu sein, denn sein Freund ist verschwunden, ein junges Pärchen wird vermisst und nachts erscheinen seltsame Lichter am Himmel. Zusammen mit einem trinkfesten alten Kauz und einem selbstgefälligen Konstabler stößt er inmitten der Wälder Cumberlands auf ein wahrhaft kosmisches Grauen. (Verlagsinfo)

Paperback, 252 Seiten
ISBN-13: 9783955560058
ORIGINALAUSGABE
Wurdackverlag
Hier gehts zur Leseprobe!

Niklas Peinecke – Das Haus der blauen Aschen (D9E)

Terry Pratchetts Scheibenwelt kennt man als Leser phantastischer Literatur, denn selbst wenn man um die Bücher mit den eigenartigen Titelbildern einen Bogen macht, sind sie in den Bereichsregalen üblicher Buchhandlungen nicht zu übersehen. Und zur Scheibenwelt weiß man auch, dass man sich ein beliebiges Buch auswählen und es – ohne die geringste Kenntnis der umfangreichen Welt – lesen und genießen könnte. Nach dem gleichen Prinzip funktioniert Die neunte Expansion, die ambitionierte Science Fiction Reihe des Wurdackverlags.

Eingebettet in dieses Universum, das sich in Nutzung und Ausarbeitung momentan eine Schriftstellerin und vier Schriftsteller teilen, liegt mit dem »Haus der blauen Aschen« der erste Roman einer Trilogie von Niklas Peinecke vor. Die Astrophysikerin Farne stößt während langweiliger Routinearbeiten auf den braunen Zwergstern ERC 238, von dem vor langer Zeit ein ungewöhnliches Signal ausging. Die Umstände wecken ihr Interesse, so dass sie alles daran setzt, eine Expedition zu diesem Stern, den sie kurzerhand Ercan nennt, auszurüsten. Mit von der Partie sind ihr alter Freund Hanner als Geologe, zwei Piloten, ihr vertrauter Freund und Kollege, die starke KI Karman, sowie die Ärztin Parka Laer, die unter zweifelhaften Umständen in die Mannschaft rückte, als der ursprünglich vorgesehene Arzt bei einem Tauchgang verloren ging.

Und von Anfang an scheint die Reise unter einem unglücklichen Stern zu stehen, denn verschiedene Interessengruppen stören immer wieder die Pläne, eine unbekannte Agentin drückt Farne einen »Roten Koffer« in die Hand, und es finden sich unverhofft vermehrt Hinweise auf die mythischen Hondh, deren Existenz sie bisher anzweifelte.

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[NEWS] Niklas Peinecke – Das Haus der blauen Aschen (D9E)

Die Silvesterraketen sind noch nicht ganz abgebrannt, da nimmt uns Niklas Peinecke schon mit ins Haus der blauen Aschen: Ein neues Abenteuer um die geheimnisvolle Neunte Expansion beginnt bei Wurdack!

Als eine junge Astrophysikerin die Gelegenheit erhält, eine Expedition zu dem rätselhaften Zwergstern ERC 238 auszurüsten, ist ihre Freude groß, mehr noch, weil ihre große Liebe mit von der Partie sein wird.
Doch dann häufen sich unerklärliche Vorfälle: Der Bordarzt verschwindet und wird durch eine undurchschaubare Kollegin ersetzt, Geräte fallen aus, Spuren einer untergegangenen Zivilisation werden entdeckt. Bald scheint eine Rückkehr mehr als unwahrscheinlich.
Und ERC 238 hat sein letztes Geheimnis noch nicht preisgegeben …

(Verlagsinfo)

Broschiert, 250 Seiten
EAN/ISBN: 9- 783955560119
ORIGINALAUSGABE
Der Verlag bietet eine umfangreiche Leseprobe an!
wurdackverlag.de

 

Dirk van den Boom – Eine Reise alter Helden (D9E)


Die Neunte Expansion bei Wurdack – wahrscheinlich könnte man einen eigenen Artikel über das Entstehen dieser neuen Reihe schreiben. Kurz gesagt, begann alles mit einer Frage des Verlegers Ernst Wurdack im Forum von scifinet.org nach den Eigenschaften, die eine Science-Fiction-Romanreihe draufhaben sollte. Es entbrannte eine wilde Diskussion, in deren Verlauf sich eine Reihe von Autoren fand, die sich an ein solches Projekt, nämlich die Entwicklung und Realisierung einer eigenen Romanreihe, wagen wollte. Ernst Wurdack als Verleger lud sie damit in seinen Verlag ein, und das Ergebnis ist eben diese „Neunte Expansion“: eine Shared-Universe-Reihe, deren einzelne Romane eigenständig lesbar sind, während sich im Hintergrund ein Bild entwickelt, dem sich die Autoren mal mehr, mal weniger widmen.

Nun liegt uns mit „Eine Reise alter Helden“ der erste Roman dieser Reihe vor:
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[News] DIRK VAN DEN BOOM – Eine Reise alter Helden

Bei Wurdack startet die neue Shared-Universe-Reihe „Die neunte Expansion“ aus deutscher Manufaktur durch und geht mit Dirk van den Boom auf „Eine Reise alter Helden“:

Das schwer beschädigte irdische Kriegsschiff Interceptor flieht nach einer verlorenen Schlacht vor den rätselhaften Hondh und kann die heimatliche Erde erst nach einem langen Unterlichtflug erreichen.
Während auf dem Schiff nur wenige Jahrzehnte verstreichen, sind auf der Erde fast 500 Jahre vergangen. Jetzt, in ihrer Zukunft, muss die Mannschaft feststellen, dass die Aliens den Krieg für sich entschieden haben und die Menschheit ihren neuen Herren seit langer Zeit Tribut und Gehorsam schuldig ist.
Die müden Soldaten stehen vor einer wichtigen Entscheidung: sollen sie jetzt ihren persönlichen Frieden suchen oder den verlorenen Krieg 500 Jahre in der Zukunft wieder aufnehmen?

(Verlagsinfo)

Originalausgabe
broschiert, 256 Seiten
ISBN-13: 978-3955560102
Cover: Alexander Preuss

Der Verlag bietet unter dieser Adresse eine Leseprobe an.

Mark Brandis – Astronautensonne (Weltraumpartisanen Band 24)

Zur Story

Eigentlich ging es Commander Mark Brandis nichts an. Das ganze Trara um den Saturnmond Titan war für ihn persönlich bislang ziemlich uninteressant. Klar, die Aktivisten der „Weltwacht“ haben ja irgendwie recht, dass man der Natur nicht ungestraft ins Handwerk pfuschen soll, doch immerhin drei unabhängige Studien führender Astrophysiker haben dem ausführenden Mega-Konzern grünes Licht gegeben den Titan in eine künstliche Mini-Sonne zu verwandeln. Die vom erhöhten Rohstoffhunger der Menschheit getriebene Expansion in Richtung Rand des Sonnensystems macht das Projekt „Astronautensonne“ in dessen Augen lukrativ. Damit lassen sich diese astralen Territorien leichter besiedeln und terraformen. Die Umweltschutzorganisation läuft Sturm und spätestens, als die ‚Henri Dunant‘ ein marodes von Grünschnäbeln geführtes Weltwacht-Schiff aus Raumnot rettet und die streitbare Anführerin nach Las Lunas ins Hospital verbringt, steckt Brandis bzw. die UGzRR mitten drin. Doch selbst als sein Freund und Starreporter Martin Seebeck auf mysteriöse Art verschwindet, wird er noch nicht stutzig. Sein böses Erwachen kommt spät, aber es kommt: Es wird im ganz großen Stil manipuliert, dass sich die Ringe des Saturn biegen. Mark Brandis – Astronautensonne (Weltraumpartisanen Band 24) weiterlesen

Petra Hartmann – Das Serum des Doctor Nikola

Das geschieht:

Am 13. Mai 1927 stürzt ein bodenloser Kurssturz die Berliner Börse in eine Krise, die bald das gesamte Finanzwesen an den Rand des Untergangs bringt. Zu den zahllosen Opfern gehört auch der Jungbankier Felix Secundus Pechstein. Als die Privatbank der Familie zusammenbrach, hat sich der Vater eine Kugel in den Kopf geschossen. Pechstein Junior steht hungrig auf der Straße. Für einen Mann mit seinen Kenntnissen hat derzeit niemand Verwendung – mit einer Ausnahme: Doctor Nikola, der unsterblich gewordene Super-Verbrecher, ist trotz seiner beinahe magischen Kräften in den Krisenstrudel geraten. Um seines deutschen Aktienvermögens nicht gänzlich verlustig zu gehen, will er Pechstein anheuern.

Dieser sträubt sich zunächst, denn er findet Nikola unheimlich. Allerdings ist Pechstein auch verliebt, seit er unter die „Kinder des Lichts“ geriet, eine Sekte, die großen Zulauf findet. Unter dem strengen Regiment von Meister Rainhart wird auf die Wiederkehr der antikägyptischen Pharaonenzeit hingearbeitet. Dazu gehören aufwendige Zeremonien, für die Rainhart gern seine bezaubernde Tochter Mathilde als Resonanzverstärker einsetzt.
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D.W. Schmitt – PERLAMITH 1: Der Graue Berg

D. W. Schmitt? Romandebüt? Wurdack-Verlag? Da klingelts doch. Man erinnert sich an die Anfänge dieses Verlags, als vor allem die Sammlungen der Storyolympiade-Geschichten veröffentlicht wurden und sich hieraus die ersten Anthologien abzweigten. So war ein Dieter Schmitt mitverantwortlich für den ersten Sciencefictionband des Verlags, Deus Ex Machina, der einen Stein ins Rollen brachte. Mittlerweile befindet sich Schmitt vor allem im Hintergrund der Verlagsarbeit, doch mit PERLAMITH betritt er wieder die Bühne. Entsprechend gespannt wurde sein Romanerstling erwartet.

Im abgelegenen Perlamith-System häufen sich ungewöhnliche Ereignisse: Ein Erdenbote strandet abseits der Transferstation in der Wildnis des unwirtlichen Planeten Karhenan; der technisierteste Planet des Systems, Menz, greift ohne Vorwarnung den Nachbarn Rogamar an, dessen diktatorisches Regime schnell kapitulieren muss; ein Kampfpilot von Rogamar ist in geheimer Mission nach Karhenan unterwegs und trifft dabei auf einen geheimnisvollen Besucher eines Nachbarsystems, der undurchsichtige Vorhaben verfolgt.

Alle Ereignisse scheinen mit einem Artefakt zusammenzuhängen, dem Jev Maltin, der rogamarische Geheimagent ohne Erinnerung an seinen Auftrag, auf Karhenan auf die Spur kommt. Dabei scheinen die unterschiedlichen Parteien von Informationen aus ungesicherten Quellen geleitet zu sein, so dass sich die Zweifel an ihrer Herkunft mehren und ein Verdacht aufkommt, der auch extraterrestrische Intelligenzen mit einbezieht. Was geht hier vor sich, woher kommt die brisante Nachricht von Massenvernichtungswaffen auf Rogamar, die die Regierung von Menz zu einem Präventivschlag veranlasste, und wer versucht, die menschlichen Parteien zu beeinflussen?

Ein rasanter Wettlauf beginnt, bei dem der menzer Geheimdienst auch ungewöhnliche Methoden einsetzt, um die entscheidenden Informationen und Vorteile zu erlangen, während der Lateralmönch von Centon-B, hinter dem sich ein undurchsichtiges Geheimnis verbirgt, den erinnerungslosen Jev Maltin in Richtung „Grauen Berg“ lenkt, der, wie sich herausstellt, ein außerirdisches Artefakt verbirgt und entscheidende Bedeutung erlangt in einem Konflikt, von dem die Bewohner des Perlamith-Systems noch nichts ahnen …

Der Romanerstling von Dieter Schmitt vermittelt den Auftakt einer groß angelegten Space Opera, und wie es bei „Piloten“ häufig der Fall ist, wartet auch „Der Graue Berg“ mit einer Fülle von Charakteren, Organisationen, Hintergründen und Rätseln auf, die im Verlauf des Mehrteilers eine Rolle spielen werden. Das erfordert vom Autor allerdings ein ausgeprägtes Geschick, diese umfassende Informationsvermittlung in eine spannende Geschichte zu verpacken und den Leser zum Kauf der folgenden Bände zu reizen. Dieter Schmitt wagt diesen Spießrutenlauf auf unbekanntem Terrain, und es ist gleich eine doppelte Herausforderung, denn es ist eben nicht nur der Auftakt eines Mehrteilers, sondern sein Romandebüt, wodurch für ihn noch ganz andere Schwierigkeiten eine Rolle spielen.

Vor dem Hintergrund der Ausrichtung auf einen Mehrteiler macht Schmitt seine Sache gar nicht schlecht, denn er führt umfangreiche Rätsel ein, die schon ein gewisses Suchtgefühl erzeugen und den Leser bei der Stange halten könnten. Die Ausführung der Romanhandlung gelingt ihm teils sehr gut, teils fühlt man sich aber auch an Romanheftserien erinnert, deren Stil selten in längeren Romanen funktioniert. Die Aufspaltung in die ungezählten Handlungsstränge ist für diesen ersten kurzen Roman nicht sehr glücklich gewählt, hier hätte die Konzentration auf einen oder zwei Erzählebenen für eine dichtere Atmosphäre sorgen können. Andererseits ist das Ziel des Romans mit der Ermittlung der drei Piloten schon so fortgeschritten, dass an einen detaillierten Ausbau der anderen Ebenen in späteren Romanen schwerlich zu denken ist, so dass dieser Schritt der parallelen Erzählung durchaus nachvollziehbar ist.

Die Welt, in der Dieter Schmitt seine Geschichte erzählt, hält spannende Geheimnisse und historische Verstrickungen bereit, so dass man gespannt sein kann, wie sich die Zusammenhänge finden, der Wissensdurst des Lesers befriedigt wird und wie sich die Menschen – denn um sie geht es hier schließlich immer noch – behaupten und weiterentwickeln.

Der Stil erinnert an verschiedene Romanmehrteiler der letzten Jahre, wie zum Beispiel die „SunQuest“-Serie aus dem Fabylon-Verlag oder Armin Rößlers „Argona“-Universum, wobei man wieder den Vergleich zum Heftroman ziehen kann, denn zumindest im ersten Beispiel lassen sich die Einflüsse dieser Literaturform nicht abstreiten. Die Charakterisierungen der Protagonisten fallen recht kärglich aus und orientieren sich sehr an ihrer äußerlichen Beschreibung und an für den Leser hörbaren Gedanken, die teilweise in wiederkehrenden Selbstzweifeln verharren oder versuchen, Erinnerungslücken zu schließen. Hier bleibt zu hoffen, dass Dieter Schmitt mit fortlaufender Handlung auch einen eigenen, fesselnderen Stil entwickelt. Allerdings, muss man sagen, hat sich im vorliegenden Roman jenseits der ersten Hälfte die Spannung merklich gehoben und ein durstiges Gefühl hinterlassen, auf dem die Folgebände sicher guten Nährboden finden.

Klappenbroschur
208 Seiten
ISBN 978-3-938065-76-1

wurdackverlag.de

Der Autor vergibt: (3.5/5) Ihr vergebt: SchrecklichNa jaGeht soGutSuper (2 Stimmen, Durchschnitt: 5,00 von 5)

Karsten Kruschel – Galdäa: Der ungeschlagene Krieg

Ausgezeichnet mit dem Deutschen Science Fiction Preis 2012!

Der Deutsche Science-Fiction-Preis ist der einzige dotierte Genrepreis in Deutschland und damit sicherlich für die Autoren auch der interessanteste. Karsten Kruschel ist mit seinem Romanzweiteiler „Vilm“ Preisträger des Jahres 2010 und macht damit aufmerksam auf seinen neuesten Roman „Galdäa“, mit dem er sich fernab der verschollenen Siedler von Vilm den Ereignissen im zivilisatorischen Zentrum seiner Weltenschöpfung widmet. Karsten Kruschel – Galdäa: Der ungeschlagene Krieg weiterlesen

Armin Rößler – Argona (Argona-Trilogie, Band 3)

Der dritte Roman einer Trilogie hat die oft undankbare Aufgabe, die losen Fäden aus den Vorgängern zu einem stimmigen Ganzen zu verweben. Oft genug bleibt dabei die Spannung und der Erzählfluss auf der Strecke – gerade bei derart weitgespannten Zusammenhängen wie in Rößlers »Argona-Universum«. Wer dementsprechend ahnungsvoll nach »Argona« greift, wird beeindruckt sein. Rößler liefert ein Finale, das sich gewaschen hat.

Chronologisch vorgehen zu wollen, widerspräche der Abfolge der Romane, halten wir uns lieber an sie. Im ersten Band »Entheete« wird die gleichnamige Wesenheit vom Argonom Aulden unter dem Opfer seiner Artgenossin Chrom besiegt. »Andrade«, der zweite Roman, belehrt uns eines Besseren: Chrom und Entheete konnten ihre Bewusstseine in einen Ersatzkörper retten, kämpfen in diesem um Vorherrschaft und lösen damit mentale Todeswellen aus, die gegen eine bewohnte Welt branden. Der dort aufgewachsene Paul Andrade stellt sich gemeinsam mit seinem Vater Luz dem geistigen Potenzial der beiden und besiegt sie – indem er sie in sich aufnimmt. Auch der Geist von Luz findet bei ihm Zuflucht und hilft bei der Beherrschung der starken Entheete.

Die Heimatwelt der Argonomen heißt »Argona«. Hier fokussieren sich die Ereignisse im abschließenden Roman, wobei auch noch andere Geheimnisse der Geschichte gelüftet werden, zum Beispiel die Frage nach den kriegerischen Kotmun oder der Uneigennützigkeit der Wurmlochlotsen und noch weitere. Durch die vielfach verwobenen Umstände treffen hier die Protagonisten aller Romane aufeinander, obwohl ursprünglich zeitlich stark getrennt, und bewältigen gemeinsame Probleme. Die Vielzahl an facettenreich aufgebauten Personen findet hier ihre Berechtigung, auch wenn gerade dieser Punkt in den ersten Romanen noch als Kritikpunkt galt. Hier zeigt sich, dass die über drei Jahre entwickelte Geschichte im Ganzen ihrer anfangs übermäßig erscheinenden Komplexität gerecht wird und Rößler sich nicht nur erzählerisch steigert, sondern auch den vollständigen Überblick bewahrt hat. Mit überraschender Kreativität entwickelt sich in »Argona« eine Geschichte als Motivation und Rahmen für die vorherigen Erzählungen, sogar drei von Rößlers Kurzgeschichten finden nicht nur Eingang in diesen Kanon, sondern sind von tragender Bedeutung (ohne dass ihre Lektüre zwingend nötig wäre).

Der Buchrücken kündigt weitere Romane aus diesem Universum an. Tatsächlich bietet es Spielraum für viele unerzählte Geschichten, und Rößler lässt genug Potenzial für den Ausbau seiner Schöpfung und eventuelle Wiedersehen mit dem einen oder anderen Protagonisten. Wahrscheinlich lohnt sich das Warten …

Mit »Entheete« erschien 2006 der erste Science-Fiction-Roman im Wurdackverlag; damals war noch nicht absehbar, ob sich Fortsetzungen lohnen würden. Geht man von dieser Annahme aus, ist es doppelt erstaunlich, wie sich die drei Romane in ein stimmiges Bild fügen. Es zeugt von großer Schöpfungskraft des Autors, der jetzt offenbar nur noch »viel schreiben« muss, um sein handwerkliches Geschick zu verfeinern. Denn eine gemeinsame Schwäche aller seiner Romane und auch einiger Kurzgeschichten ist ein schleppender Auftakt, als wenn die ersten Seiten unter dem Zwang ihrer Bedeutung litten.

Armin Rößler ist zu einem wichtigen Menschen in der deutschen Science-Fiction-Welt geworden. Seine Kurzgeschichten sind zwar nicht bahnbrechend, aber sie finden ihre Leser und müssen wohl als Sprungbrett für den Autor gelten, von dem aus er sich gerade für die deutsche SF-Kurzgeschichte stark gemacht hat. Die gesamte SF-Reihe des Wurdackverlags betreut er als Herausgeber, was insbesondere durch die anfangs in schöner Qualität und Regelmäßigkeit erschienenen Kurzgeschichtensammlungen sehr wertvoll ist. Bedauerlich ist nur der Rückgang an diesen Sammlungen zu Gunsten von Romanen, aber offenbar muss sich auch der Wurdackverlag den Gesetzen des Marktes beugen – wie sonst soll man das vollständige Fehlen weiterer offener Kurzgeschichtenanthologien im Verlagsprogramm deuten? Trotzdem bot Rößler zusammen mit Verlag und Kollegen gerade unbekannten Talenten eine Plattform, wie sie in Deutschland einzigartig ist. Ich möchte mit der obigen Vermutung am liebsten danebenliegen und von weiteren Anthologien der anfänglichen Form überrascht werden.

Seine Arbeit als Herausgeber ebnete Rößler den Weg zu eigenen Veröffentlichungen in Romanform. Nach einem Fantasyroman liegt mit der »Argona«-Trilogie nun der vierte Roman von ihm vor, und es ist durchaus eine erzählerische Steigerung zu verzeichnen. Da es ihm offenbar nicht an Kreativität und Ideen mangelt, beweist er hoffentlich auch das nötige Durchhaltevermögen für die Fortsetzung seiner guten Arbeit.

Zusammengefasst heißt das: Die »Argona«-Trilogie ist in ihrer Vollständigkeit sehr lesenswert und bietet hohen Unterhaltungswert plus echtem sense of wonder – ein ausgelutschter Ausdruck für eine stimmungsvolle Geschichte.

Der Autor vergibt: (4/5) Ihr vergebt: SchrecklichNa jaGeht soGutSuper (1 Stimmen, Durchschnitt: 5,00 von 5)

Frank Hebben – Prothesengötter

Dreizehn Erzählungen in einem Band, vom Autor zusammengestellt. Also die geballte schöpferische Kraft Frank Hebbens mit den Geschichten seiner persönlichen Wertschätzung. Für Hebben-Leser eine Goldgrube, aber in dieser Zusammenstellung für jeden interessierten Science Fiction-Leser ein Genuss. Hebben mischt unter die bewährten und teilweise preisnominierten Kurzgeschichten mehrere noch unveröffentlichte neue Stücke als Anreiz und erhöht dadurch den Verkaufswert des Buches.

Betrachten wir also zunächst diese frischen Geschichten etwas genauer:

»Gelée Royale« ist eine typisch ausweglose und bizarre Projektion in Hebbens Kosmos einer menschlichen Zukunft. Kontrolle durch Systeme und KI, weitaus dramatischer als Big Brother, wenn auch bei weitem nicht so brutal. Der Protagonist, ein einsam hausender und online arbeitender Mann, wird mit systemfremden künstlichen Organisationen in Form mechanischer Bienen konfrontiert. Allein ihre Existenz führt bei ihm zu rebellischen Gedanken, und ihre Fähigkeiten bringen ihn in direkten Kontakt mit den Rebellen. Ein heftiger Rückschlag durch die absolut scheinende Kontrolle des Systems macht seine Entwicklung rückgängig. Für ihn beginnt die »Bewusstwerdung« von Neuem.

Von den drei neuen Geschichten ist diese die typischste. In diesem Buch liest man ja nur Hebben. Man versinkt also in seinem Stil und seiner düsteren Vision; seine abgehackte Sprache, sonst unauffällig in Anthologien eingefügt, tritt deutlich zu Tage und erzeugt die typische Intensität seiner Geschichten, hier konzentriert in einem ganzen Buch. »Gelée Royale« erreicht nicht ganz die Klasse von »Der Wühler« oder »Marionettentheater«, beides hochtragische, entsetzlich eindringliche Storys. Dennoch vermittelt es wunderbar die trostlose Stimmung hebbenscher Weltentwicklung und würde in jeder gemischten Anthologie seinen Platz behaupten.

»Exodus 1906 AD« und »Imperium Germanicum« sind zwei unterschiedliche Geschichten mit mehreren Gemeinsamkeiten, die man eher als untypisch für Hebben bezeichnen könnte. Nichtsdestotrotz verdienen sie ihren Abdruck im vorliegenden Buch. »Exodus« wirft ein Schlaglicht auf das dramatische Ende des Konflikts »Men vs. Machine«, angesiedelt im alten deutschen Kaiserreich, in dem schon Zeppeline flogen. Hier hat die deutliche Kluft zwischen Anwendung und Verständnis die Entscheidung gefällt. »Imperium Germanicum« scheint eine Alternativgeschichte zum Ersten Weltkrieg zu sein und entpuppt sich dann doch als hochgradig punkige Zukunft. Das alternative Ende führt nicht zur Befriedigung.

Beide Geschichten, so unterschiedlich sie auch sind – die eine kurz, die andere lang, die eine Zukunft, die andere Vergangenheit, die eine Punk, die andere Alternativ, etc. … – kommen gut nebeneinander aus. Was Hebben in diesen Stücken an Stil, Wortgewalt, Intensität, Kreativität äußert, ist ein gutes Bildnis seines schriftstellerischen Wesens. Diese Erkenntnis lässt sich aufgrund der Sache problemlos auf das ganze Buch ausdehnen.

Alle anderen Geschichten des Buches sind jede für sich eindrucksvoll und höchst unterhaltsam. Fast alle versinken sie in Düsternis und endzeitlicher, teils offener, teils subtiler Brutalität. Einige (wie auch »Gelée Royale«) hinterlassen die Ahnung an eine bessere Zukunft oder an den späteren Erfolg durch die Handlungen der tragischen Figuren, die Hoffnung auf eine neue Epoche, die sich aus den Trümmern menschlichen Versagens entwickeln könnte. Am deutlichsten zeigt dies die letzte Geschichte »Ω« und führt dadurch aus dem Sumpf vergeudeter Anstrengung, öliger Konflikte, bizarrer Symbiosen/Prothesenmenschen, blutiger Cyberkriege in die doch noch nicht so abgründige reale Welt.

Sollte man ein Schlagwort prägen auf Frank Hebben und seine Visionen, es lautete »Intensität«. Seine Geschichten sind einfach intensiv!

Der Autor vergibt: (4.5/5) Ihr vergebt: SchrecklichNa jaGeht soGutSuper (No Ratings Yet)

Desirée und Frank Hoese – Die Zyanid-Connection

In diesem Roman teilen sich mehrere längere Kapitel den Platz, wobei jedes einzelne eine Geschichte aus dem Leben und den Problemen der ausgestoßenen Hauptpersonen erzählt und sie insgesamt das Bild eines umfassenden Konflikts malen. Ein Konflikt, der in dieser zukünftigen Gesellschaft schwelt und durch einen zufälligen Fokus auf die Protagonisten zu eskalieren droht. Ein Konflikt, auf dem diese Gesellschaft errichtet ist, die ohne ihn so nicht funktioniert.

Abhängigkeiten zwischen Privilegierten und Gesetzeslosen.

Die Hoeses traten mit diesen Geschichten über das Computermagazin c’t an die Öffentlichkeit und fanden ein fasziniertes Publikum. Für den Wurdackverlag erweiterten, überarbeiteten, schrieben neu und verknüpften sie die Abenteuer ihrer Helden zu einem Roman. Das Ergebnis spricht für sich.

Auf der Welt entwickelten sich Megastädte, in denen das gesetzlich geregelte Leben kondensierte und sich konzentriert, während sich außen herum weitgestreckte Slums anlagerten, in denen all jene leben, für die es keinen Platz in der legalen Gesellschaft gibt. Aber nicht nur Drogen und Amusement sind die Ware dieser so genannten Outskirts, sondern es lebt hier auch allerlei fähiges Volk wie ausgestoßene Programmierer, Polizisten, Köche, Händler, Ingenieure, Bänker. Geregelt werden die Interessen von Gangs, die die Skirts in Bereiche aufteilen und in einem wackligen Gleichgewicht halten.

Instant Auger und Wren Ironside sind fähige, ganglose Bewohner der Outskirts von New Athens. Instant ist eine begnadete Programmiererin, Wren ein Ex-Bulle. Sie landeten hier, weil ihnen die kriminellen Arbeitsweisen der legalen, noch dazu weltgrößten Herstellerfirma von Biochips nicht mehr gefallen. Und vor allem gegen diese Firma richten sich ihre neuen Tätigkeiten: die Skirts auf dem neuesten Stand der Implantatetechnik halten und damit die Abhängigkeiten zwischen Skirts und Gesetz erhalten. Die Cyberfirma reagiert kompromisslos, und so steigert sich diese Folge von Actio und Reactio bis an die Grenze zum Chaos, zur Eskalation.

Dieser Roman ist ein dicker Fang für den Wurdackverlag. Die Geschichten, die aus der Ichperspektive des Bullen Wren Ironside erzählt werden, bieten das Höchstmaß an Unterhaltung. Interessante Wortschöpfungen, vor allem im cybertechnischen Bereich, gepaart mit der harten, geraden Linie der protagonistischen Erzählsprache, ergeben einen attraktiven Stil. Schnell wird das Protagonistenpaar sympathisch, kommt völlig ohne Sex aus und erzeugt doch die Gewissheit von enger Beziehung und gegenseitiger Wichtigkeit. Schubladentechnisch bietet der Roman mindestens Thriller, Cyberpunk und Krimi. Es wird ganzzeitlich eine straffe Handlung gewebt, die Gefühle lesen mit und das Herz schlägt schneller, bis zur letzten Seite – Suchtgefahr gegeben!

Was es nicht gibt, sind allzu detaillierte Hintergründe zu den Protagonisten. Trotzdem wächst ihr Profil mit jedem Gedanken, den der Icherzähler formuliert, zu einem sympathischen und glaubwürdigen Gerüst. Über Wren Ironside erfährt man noch am wenigsten, er denkt lieber über seine Partnerin und andere Charaktere nach als über sich selbst. Aus seiner Sprache und seinen sarkastischen Bemerkungen zum Beispiel zum Ableben einiger Personen lernt man ihn aber kennen und schätzen.

Gerade das Fehlen weitschweifiger Erklärungen und Rückblenden erzeugt im Roman das Flair von Geschwindigkeit und Entdeckerdrang. Man will alles erfahren und wird von der Handlung vorangetrieben, bis man die letzte Seite umschlägt und ein eindrückliches Bild der Outskirts hat – Slums, in denen man eigentlich nicht leben will, aber bieten die Megacitys nicht noch weniger? Totale Kontrolle und Bevormundung durch irgendwelche mächtigen Interessengruppen, die sich andererseits mit billigen Arbeitskräften aus den Slums versorgen. Desirée und Frank Hoese extrapolieren ein Zukunftsbild mit strikten Klassentrennungen und staatlicher Allgegenwart als Grundgerüst für ihre Geschichten voller Leben und Gefühle. Ein sehr empfehlenswertes Buch, das Aufmerksamkeit über die Grenzen des Genres hinaus verdient.

Der Autor vergibt: (4.5/5) Ihr vergebt: SchrecklichNa jaGeht soGutSuper (1 Stimmen, Durchschnitt: 5,00 von 5)

Armin Rößler, Heidrun Jänchen (Hrsg.) – LAZARUS

Bei »LAZARUS« handelt es sich um eine Sammlung von fünf längeren Geschichten bereits aus den Sammlungen von »Deus ex machina« bis »Tabula rasa« bekannter Autoren. Armin Rößler und Heidrun Jänchen selbst, die Herausgeber der Science-Fiction-Reihe des Wurdack-Verlags, sind natürlich mit dabei. Außerdem Andrea Tillmanns und Bernhard Schneider, beide Gewinner der Storyolympiade und Verfasser vieler Geschichten, sowie Petra Vennekohl.

»Novellen« nennen die Herausgeber die Geschichten in Ermangelung eines adäquaten Ausdrucks und begeben sich damit auf Neuland, denn wer erinnert sich noch an deutsche Science-Fiction-Novellen? Allerdings stellen sie in ihrem Vorwort klar, dass sie nicht den Anspruch haben, Novellen in literaturwissenschaftlich exakter Form zu liefern, sondern diese Bezeichnung auf Grund der wichtigsten Attribute der Novelle gewählt haben: Geschichten, zu lang für eine Kurzgeschichte und zu kurz für einen Roman, die gut unterhalten wollen. Und ich nehme es vorweg: Sie tun es!

Armin Rößler, Heidrun Jänchen (Hrsg.) – LAZARUS weiterlesen

Birgit Erwin – Neun Leben

Die junge Catherine strotzt vor Unternehmungsgeist und Selbstsicherheit und sieht toll aus. Sie ist ein Profi als Privatdetektivin und Tochter einer reichen, adligen Familie in Nordengland. An ihrem Geburtstag besucht sie das Anwesen ihrer Eltern, und für ihren bodenständigen Freund Michael zeigt sich die Gesellschaft so intellektuell und spröde wie im Mittelalter. Der Haussegen hängt schief, Catherines Zwillingsbruder ist nicht gekommen und die alten Geschichten über ihren Berufsweg werden ausgegraben. Catherine und Michael verschwinden so bald wie möglich.

Ein anonymes Schreiben ruft sie an einen sehr persönlichen Ort der Freundschaft zwischen ihrem Zwillingsbruder und ihr, den sonst niemand kennt. Catherine und Michael besuchen ihn in der Nacht, in der Hoffnung auf ein heimliches Treffen mit dem Bruder. Sie finden ihn auch, ermordet.

Die Beziehungen, die Catherine über ihre Familie nutzt, führen dazu, dass ein Freund und Verehrer aus der schottischen Polizei (der Mord geschah knapp in Schottland) den Fall übernimmt. Catherine selbst stürzt sich auf ihren aktuellen Auftrag, der sich mit einer Sekte beschäftigt. Sie hat den Tod ihres Bruders noch nicht verarbeitet und grübelt über ihre Beziehung und setzt alle neuen Erlebnisse mit ihm in Verbindung.

Catherine wird im Zuge ihrer Ermittlungen plötzlich gehäuft in Unfälle verwickelt, aus denen sie immer wie durch ein Wunder nur leicht verletzt hervorgeht. Ihr Arzt wird misstrauisch und befürchtet Verbindungen zu ihrer Arbeit, aber sie glaubt nicht an Mordversuche. Erst ihre Ermittlungen bei der Sekte bewirken eine schleichende Veränderung.

Und während ihr Fall immer mehr unerwartete Verbindungen mit ihrem Bruder bekommt, sie selbst mit den Ansichten der Sekte konfrontiert wird und die Polizei in ihrer Ermittlung nicht vorankommt, macht sich ihr Freund Michael Sorgen und ermittelt auf eigene Faust und auf seine Art als Journalist. Er kommt der Wahrheit auf die Spur und sieht seine Freundin sich immer tiefer verstricken, immer weiter zurückziehen und immer stärker entfremden. Er bekommt ernsthaft Angst, sie zu verlieren.

Wie schon in ihrem Erstling »Lichtscheu« greift Birgit Erwin auf ein verbreitetes unerklärliches Phänomen und einen Glauben zurück, um ihrer Geschichte die phantastische Note zu verleihen. Waren es dort Vampire, sind es hier die ägyptischen Mythen, aus denen Erwin ein Detail aufgegriffen hat. Die Göttin Isis, Schwester des Obergottes Osiris und gleichzeitig seine Frau und Liebesgefährtin, steht als Pate für die Sekte, in deren Fänge es Catherine treibt. Diese Sekte besteht aus sogenannten Kriegern und Kriegerinnen der Isis, die weiterhin ihre Ziele verfolgen und in ihrem Sinne kämpfen. Sie sollen nach dem Glauben der Sekte neun Leben besitzen, um ihren gefährlichen Aufgaben gerecht werden zu können. In einer recht schnellen Wandlung gelangt Catherine von ihrer spöttisch-herablassenden Art, die sie vor allem ihrer sterndeutenden Mutter gegenüber hervorkehrt, zu der Überzeugung, selbst eine Kriegerin mit neun Leben zu sein. Mit diesem Glauben erscheinen die vielen Unfälle in ihrem Leben in einem ganz neuen Licht: Überlebte sie nur aufgrund ihrer Eigenschaften? Überlebte sie also gar nicht, sondern verlor lediglich ein Leben?

Man könnte die Wandlung in ihrer Schnelligkeit kritisieren. Erwin hat geschickt den Tod des Bruders als Erklärungsansatz für Catherines Labilität geliefert, andere Agonisten spekulieren im Laufe der Geschichte, dass sie gar nicht so selbstsicher sei, sondern durch ihre Entwicklung und selbst durch die Beziehung zu ihrem Bruder in ihrer Psyche geschwächt sei.

Michael hat ebenfalls seine Probleme. Er ist sich weder seiner Liebe zu Catherine noch ihrer Liebe zu sich sicher. Wenn er auch nicht als Alkoholiker bezeichnet wird, kommt man doch nicht umhin zu sehen, dass er seine Probleme in Bier ertränkt. So wie der zur Flasche greift, ist das jedenfalls nicht völlig normal. Das gemeinsame Leben der beiden zeugt bis zu dieser Situation auch nicht gerade von Harmonie. Und in dieser »heißen Phase« kommunizieren sie über gekritzelte Notizen und leben aneinander vorbei, statt die Probleme miteinander anzugehen. Seine Neigung zum Alkohol lässt auch ihn nicht gerade als Sympathieträger auftreten.

Erwins Stil ist persönlich und modern, trifft damit sicher den Geschmack vieler Leser und stößt andere vielleicht ab. Flüche, wie sie sonst oft vermieden oder dezent eingesetzt werden (zum Beispiel »Scheiße«) kommen in naturalistischer Häufung vor, und wahrscheinlich wird im normalen Leben noch mehr geflucht und geschimpft. Spannend und unterhaltsam ist die Geschichte auf jeden Fall, flüssig zu lesen, weitgehend glaubwürdig. Vor allem in die Überlegungen von Catherine kann man sich hineinversetzen, man kann sogar den Schwenk in die Übernatürlichkeit mit vollziehen. Nochmal bedacht, ergibt er sich aus der Angst und dem großen Verlust, den Catherine erfahren und der ihrem Leben eine gleichmäßige Stütze genommen hat. In dieser Phase erkennt sie ihren Lebensgefährten nicht als Hilfe.

So steuert der Roman einem beinahe klassischen Finale entgegen, wobei man sich über weite Strecken fragen könnte, wohin der Weg führt. Lange bleibt der Sinn des Titels verborgen, so dass er sogar aus dem Bewusstsein verschwindet. Schließlich wird alles mit einem Schlag deutlich und das Ende ist absehbar, aber in seiner Dramatik doch überraschend.

Gerade der Epilog befriedigt die Spannung, die sich über den Roman aufbaut und in unerwarteter Tragik entlädt. Er kann aber nicht verschleiern, dass die Geschichte lange ohne Ziel verläuft und so nur die Hoffnung auf ein gutes Ende bleibt.

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Heidrun Jänchen – Nach Norden!

Elfen, Zwerge, Trolle … Gestalten, die in standardisierter Form die vielzähligen Welten der Fantasy bevölkern. Heidrun Jänchen zeigt in einer erfrischenden Auffassung von den Möglichkeiten der Fantasy das Potenzial des Genres jenseits der abgegriffenen Völker, Kriege, Schauplätze und Charaktere af. »Nach Norden!« erzählt auf spannende und unterhaltsame Art, mit mehr als nur einem zwinkernden Auge an der einen und anderen Stelle, die Geschichte von zwei Außenseitern auf der gemeinsamen Suche nach einem Zuhause oder einer Identität. In einer Welt voll Mythen, Göttern und Helden, die sich am Ende in ihrem Wesen von der unseren kaum unterscheidet, sind es ganz besondere Charaktere – mit Schrullen und Kanten und gerade dadurch lebendig. Es macht Spaß, sie auf ihrem Weg nach Norden zu begleiten, ihre Ängste zu begreifen und unter Spannung ihre Hoffnungen zu verfolgen.

Frett ist der eigentliche Protagonist des Romans. Er ist der Charakter aus dem Romandebüt »Der eiserne Thron« des Autorentrios Jänchen, Savoy, Tillmanns, dessen sich Heidrun Jänchen schon damals vordringlich annahm. Damals stand er auf der falschen Seite im Kampf um die Macht, er musste seine Wahlheimat im Süden des Landes verlassen und fliehen. Sein Weg führt ihn im vorliegenden Roman anfangs nach Süden, bis er auf die ebenso geheimnisvolle Elra trifft. Ihr Geheimnis ist für Frett keins: Er assistierte bei ihrer Geburt und erkannte sie als Gestaltwandlerin. Elra war ebenfalls in die Wirren um den »Eisernen Thron« involviert, doch für sie begann damit ein neues Leben. Sie ist auf der Suche nach ihrem verfolgten Volk, das man gemeinhin im Norden vermutet. Frett fühlt in ihr die gleichen Probleme, die ihn unruhig von einem Ort zum nächsten treiben. Sie ist heimatlos wie er, eine Außenseiterin, die ihr wahres Wesen vor der Welt verstecken muss. Es ist die Angst der Menschen, die sie zu einer Waffe im Kampf um den eisernen Thron machte: ihre Fähigkeit der Gestaltwandlung, in der die Menschen eine Bedrohung sehen. Frett führt sie auf ihrem Weg nach Norden, und in ihre Reise mischt sich auch die Gegenseite ein: ein Mann, der ebenfalls auf der Suche nach den Wandlern ist, aber seine Triebkraft ist der Hass. Er will die Wandler umbringen.

»Nach Norden!« ist ein eigenständiger Roman, der nur über wenige Berührungspunkte mit dem oben erwähnten »Eisernen Thron« in Verbindung steht. Die fehlenden Informationen verschafft Jänchen ihren Lesern über luftige Rückgriffe, ohne sich dabei von den damaligen Geschehnissen fesseln zu lassen. Dadurch entsteht die erfreuliche Feststellung, dass die Lektüre des »Throns« keine Voraussetzung für das Verständnis dieser Geschichte ist.

Heidrun Jänchen benutzt eine ungezwungene Sprache und erzählt die Geschichte in einem Fluss, dem der Leser für die Bedürfnisse seines realen Lebens künstliche Sperren in den Weg setzen muss. Es ist nicht nochmals in Worte zu fassen, aber es ist der Stil der Autorin, der ihre Erzählung zu einem wunderbaren Erlebnis macht.

»Frett stellte fest, daß er in seiner Hast die Jacke des Mannes geprügelt hatte. Vermutlich war sie bewußtlos […]«
(»Nach Norden!«, Seite 91, Zeile 8f)

Derlei überraschende Wendungen sorgen für den letzten Pfiff im Text. Jänchen setzt sie dosiert ein und erzielt damit die beste Wirkung. Es gibt keine zwanghaften Witzeleien, man kann nach der Lektüre nicht sicher sagen, ob man überhaupt alle humorvollen Stellen bewusst erlebt hat – ungeachtet der Frage, ob eine solche Trennung möglich ist. Es ist Kunst, der Roman ist ein kunstvolles Geflecht, das erst in seiner Gesamtheit die ganze Wirkung entfaltet, aber nicht um seiner selbst Willen, sondern immer nur als Träger der Geschichte. Man vergisst sofort, dass es sich erst um den zweiten Roman der deutschen Autorin handelt, noch dazu aus einem Kleinverlag. Es ist das Werk einer echten Schriftstellerin, selbst wenn sie nebenbei noch einen anderen Beruf ausübt.

Gegen die anderen Veröffentlichungen des Verlags fällt auf, dass der Roman in der alten Rechtschreibung vorliegt. Auch eine Möglichkeit, mit den Konflikten dieses Themas umzugehen: Die Formen der Rechtschreibung als Stilmittel …

Ein Wort zum Titelbild von Ernst Wurdack: Es ist eine Tatsache, dass bei Buchbesprechungen die Titelbilder und ihre Künstler in der Regel zu kurz kommen. Das hat möglicherweise seinen Grund, denn Rezensenten behandeln die Literatur, nicht den Einband. Manche mögen sogar sagen, dass sie nichts von Bildkunst verstehen und die Kritik an Bildern lieber einem anderen Fachkreis überlassen. Nun ja. Aber das Titelbild von »Nach Norden!« ruft das Gefühl hervor, schon lange kein wirkliches Titelbild mehr gesehen zu haben, eines, das zu seinem Roman passt, das den Roman abrundet. Das nicht reißerisch im Regal stehen will und HIER ruft, indem es sich durch möglichst große Abgefahrenheit von den Mitbewerbern absetzt. Es setzt sich ab, keine Frage, aber es fängt das vom Roman vermittelte Gefühl ein und ist damit ein gleichwertiger Bestandteil des Gesamtbildes.

»Nach Norden!« ist einer der beachtenswertesten Romane des Jahres und ein Aushängeschild für Autorin und Verlag.

broschiert, 220 Seiten
ISBN-13: 978-3938065099

Der Autor vergibt: (5/5) Ihr vergebt: SchrecklichNa jaGeht soGutSuper (1 Stimmen, Durchschnitt: 5,00 von 5)

Thomas Kohlschmidt – BLIND

Thomas Kohlschmidt, in der Phantastikszene bekannt durch zahlreiche veröffentlichte Artikel und Kurzgeschichten, legt jetzt mit dem Phantastikthriller „BLIND“ sein Romandebüt vor.

Professor Keller sitzt in einer Hamburger Psychiatrie gefangen, da er ein Buch über eine merkwürdige Dunkelheit veröffentlichte, die die Erde zu beherrschen drohe. Mit diesen esoterischen Thesen kam er einem Kollegen in die Quere, der seinen gesamten Einfluss geltend machte, um Keller aus dem Verkehr zu ziehen.

Gerade diese beschworene und verlachte Dunkelheit ist nun im Begriff, sich auf die Erde herabzusenken, und Keller wird von einer amerikanischen Sturmtruppe aus der Psychiatrie befreit. Außerdem sind die Russen, die UNO und andere Mächte plötzlich an ihm interessiert, so dass er als Spielball von einem zum anderen wechselt, bis ihn eine Söldnertruppe nach Kalkutta, dem Ort seiner Forschungen und einzig mögliche Ausgangsbasis zur Lösung des Problems, bringt.

Seine Anhänger haben ihm im Verlauf der Gefangenschaftsjahre ein Labor ganz nach seinen Wünschen eingerichtet und in einen Hochsicherheitstrakt verwandelt, von dem aus er nun auf die andere Seite, in die „Nicht-Licht-Welt“, vorzudringen gedenkt, um der Gefahr zu begegnen. Für die Außenstehenden wird seine krankhafte Fantasie von Nicht-Licht-Wesen plötzlich zur alles betreffenden Gefahr; die Weltbevölkerung bricht in Panik aus und jede Macht will Keller für die nationale Sicherheit benutzen, ohne zu akzeptieren, dass er das Übel an seiner Wurzel in Kalkutta packen muss, wo er vor Jahren das Tor zur anderen Seite öffnete, das schon die Magier und Schamanen vergangener Zeiten zu hüten und zu verschließen bemüht waren. Was aber in der Nicht-Licht-Welt vorgeht, ist auch Keller noch unbekannt …

In einem Artikel auf WARP-online nimmt Kohlschmidt Stellung zu seiner Arbeit an diesem Roman und verdeutlicht seine Vorgehensweise bei der Recherche, die eine wichtige Rolle bei der Ausarbeitung gespielt hat, da er seine Geschichte an bekannten Orten mit verschiedensten Nationalitäten und Umgangsformen und realen Techniken erzählt. Dabei schafft er es sehr gut, die gefundenen Informationen zu bearbeiten und in einem gesunden, knappen Maß in seine Geschichte einfließen zu lassen, so dass man an keiner Stelle das Gefühl hat, er wolle möglichst alles, was er an Arbeit mit der Recherche hatte, auf Biegen und Brechen in dem Roman verarbeiten. Diese Fähigkeit muss man hervorheben, tun sich doch sehr viele gestandene Schriftsteller damit schwer und spicken ihre Erzählungen mit seitenlangen Abhandlungen. Kohlschmidt schafft diesen Balanceakt mit Auszeichnung, strafft so die Handlung und rückt das Wesentliche in den Mittelpunkt.

Dagegen erschweren die vielen unterschiedlichen Erzählebenen ein wenig den Lesefluss und behindern die Entwicklung der wichtigen Charaktere. An sich ist gegen die schlaglichtartige Darstellung der Situation nichts einzuwenden, wird so doch der große erdumfassende Zusammenhang sehr deutlich herausgestellt. Damit erhält jedoch jede einzelne Nebenfigur das gleiche Gewicht wie die wirklichen Handlungsträger, um deren Ausarbeitung etwas mehr hätte gegeben werden können.

Die Handlung steht auf etwas tönernen Füßen. Tragende Wichtigkeit kommt der Tatsache zu, dass die Anhänger von Kellers Theorie eine Organisation aufgebaut haben, die keinerlei finanzielle Probleme hat und außerdem die größten Könner aus jedem Gebiet rekrutieren konnte. Das erhebt alles in ein überirdisches Licht und enthebt Keller der Schwierigkeit, seiner (durch seinen Aufenthalt in der Klappsmühle nicht eben im Ansehen gesteigerten) phantastischen Theorie die Mittel und die Anerkennung zu erkämpfen, die es benötigt, um der Gefahr rechtzeitig entgegentreten zu können. So erscheinen die Protagonisten über jede weltliche Schwierigkeit erhaben, was durchaus der Glaubwürdigkeit der Geschichte abträglich ist.

Die Auflösung ist interessant und verknüpft die Mythologien eigentlich sämtlicher frühzeitlicher Völker auf einer neuen Ebene. Und natürlich muss der tragische Tod einer sympathischen Person die emotionale Bindung zum Leser gerade am Ende noch einmal richtig festigen.

Fazit: Kohlschmidts Romanerstling lässt sich locker, flüssig und spannend lesen und bietet kurzweilige Unterhaltung, hat aber einige Schwächen bei der Ausarbeitung der Charaktere und durch ein paar klischeehafte Wendungen. Ausbaufähig, aber ein Roman, der hohes Potenzial erkennen lässt.

Armin Rößler (Hrsg.) – Golem & Goethe

»Golem & Goethe« ist die vierte Science-Fiction-Anthologie aus dem Wurdack-Verlag. Hier soll neuen Talenten die Möglichkeit gegeben werden, neben erfahrenen Autoren veröffentlicht zu werden. Angesichts der Schwierigkeiten auf dem Buchmarkt und in der Science Fiction, speziell im Sektor der Kurzgeschichten, ist allein die Regelmäßigkeit und steigende Qualität der Reihe bewundernswert und zu würdigen. Denn die Vorlieben deutscher Leser liegen ganz klar bei allem anderen als bei Kurzgeschichten. Schade, ist doch gerade dieses Forum eine wichtige Spielwiese für neue Autoren, um ihre Fertigkeiten zu testen.

In »Golem & Goethe« melden sich 21 Autoren aus Deutschland, Österreich und der Schweiz zu Wort. Hören wir, was sie zu sagen haben:

Golem & Goethe – Stefan Wogawa
Die Titelstory lebt von ihren unwahrscheinlichen Zufällen, aus denen sich neue Wendungen ergeben. Allein schon die Darstellung des Verhältnisses zwischen dem Frachterkommandanten und seinem Schiffsrechner ist ungewöhnlich und lädt zum Schmunzeln ein. Auf diesem guten Einstieg findet die Erzählung eine sichere Basis. Unterhaltsame Zerstreuung für zwischendurch.

Ball des Anstoßes – Axel Wichert
Phantastische Konflikte zwischen Menschen und Nicht-Menschen, Wichert bezeichnet sie als »Virtuelle« (möglicherweise Roboter, Androiden, …) – ein Meister dieses Themas war zweifellos Isaac Asimov. Schon lange kommt es immer wieder zu Verdrängungen von Arbeitskräften durch Werkzeuge. Was geschieht mit den Menschen in so einem Fall? Wichert gewährt uns einen Blick in die Zukunft hinsichtlich dieses Details: »Virtuelle hielten sich an Vorschriften, aber die besten Hacker blieben die Menschen.« Hervorragend gezeichnete Entwicklung.

Interferenz – Bernhard Schneider
Was mit der harmlosen Zerstreutheit eines Quantenphysikers zu beginnen scheint, entwickelt sich schnell zu unglaublichen Interferenzerscheinungen, die sich die Protagonisten über Paralleluniversumstheorien zu erklären versuchen. Entgegen Einsteins »Gott würfelt nicht!« reichen wissenschaftliche Erklärungen nicht aus. Möglicherweise hat Gott doch seine Finger im Spiel, wenn es um die letzten Geheimnisse des Universums geht. Die Frage bleibt nur, wie durch Interferenzen die Erkenntnis verhindert werden kann.

Berechtigte Fragen – Arnold H. Bucher
Tatsächlich ist völlig unwichtig, was ein Kesslok ist. Und warum man ihn weder beschäftigen noch unterbringen darf. Wichtig sind allein die Berechtigungsnachweise, die uns unsere deutsche Zukunft im Bürokratenland aufzeigen. Absolut vorstellbar, gar so weit weg sind wir davon nicht mehr. Vor einigen Tagen ging die »Berliner Hundehölle« durch die Medien. Ein deutliches Beispiel für die Aktualität der Problematik, selbst wenn die mediale Aufschauklung des Höllenthemas offensichtlichen BILD-Charakter hatte.

Echos – Heidrun Jänchen
SETI ist ein Begriff. Damit im Zusammenhang ergibt der Titel allein schon einen Sinn und bewirkt die Einbildung des Storyverlaufs. Immerhin erweist sich die Assoziation teilweise als Trugschluss und die fragmentarische Erzählweise bewirkt gleichzeitig eine Spannung, so dass es doch noch den Aha-Effekt am Ende gibt. Wie schon bei Jänchens Beitrag zum Vorgänger »Überschuss« ist das Stückwerk der Geschichte etwas schwierig lesbar, summiert sich aber endlich zu einem sinnvollen Gesamtbild.

Trichterbecher wachsen – J. Th. Thanner
Nachbarskonflikte sind die eine Sache, der sich Thanner widmet. Tragisch sind ihre Auswirkungen. Interessant ist die Darstellung der anderen Sache, der Konflikte zwischen Spezies, die sich zumindest einseitig nicht als intelligent erkennen.

Die heilige Mutter des Lichts – Frank W. Haubold
Haubold entwirft eine erschreckende Zukunftsvision, die nur allzu logisch die Fehler der menschlichen Entwicklung ausmerzen will. Nach einer großen Katastrophe kommt es zu einem Neuanfang. Welche menschliche Unart führte zu allem Elend? Krieg. Darum organisiert die PACEM das Leben der Überlebenden. Aber wäre diese Vision mehr als eine Utopie? Ist wirklich der Schrecken aller Kriege nur auf Männer zurück zu führen? Man erinnert sich vielleicht nur des Nibelungenlieds, in dem Krimhild aus Rachegelüsten ein grausiges Gemetzel verursacht. Haubolds Vision liest sich drastisch und zeigt mit unwahrscheinlich kalter Logik einen möglichen Weg.

Die Abteilung für kosmische Täuschungen – Uwe Hermann
Belustigende Unterhaltung für zwischendurch, eine auf die absolute Spitze getriebene Verschwörung.

Kontrolle – Petra Vennekohl
Das alte Lied in neuem Gewand: Privilegierte Gruppen versuchen immer und überall, ihre Privilegien zu verteidigen – um jeden Preis. Was sich als Lösung anbahnt, ist im Vorfeld spürbar, aber durch die Erkenntnis der Protagonisten erhält die Geschichte eine dramatische Note.

Der Schwamm – Axel Bicker
Diese Geschichte kann richtig berühren in ihrer Ausdrucksstärke: Aus Todesangst geborener Forscherdrang führt zu brutalen Methoden und ethischer Unverantwortlichkeit, im Endeffekt doch aus Selbstsucht. Bicker lässt uns an dieser Entwicklung aus der Sicht des Opfers teilhaben. Es scheint wie eine lebendige Abstraktion von Tragödien, die sich in Verbindung von Wissenschaft und Habsucht unter Menschen abspielen.

Weiße Elefanten – Marlies Eifert
Was nicht sein darf, ist nicht. Und nach gegenteiliger Erkenntnis die historische Ausrichtung auf einen völlig nebensächlichen Aspekt. Tragisch.

Roda – Edgar Güttge
Äußerst unterhaltsam, mit viel Witz und Kreativität geschrieben! Güttge wird den Erwartungen voll gerecht. Sein Hang zur Übertreibung macht aus seinen Geschichten wundervolle Komödien, die sich doch an gesellschaftlichen Eigenarten orientieren.

Zwischenstopp auf Prox – Armin Möhle
Gut erzählte Geschichte über Beziehungen – leider kommt ihre Pointe nicht klar zum Ausdruck.

Tod einer Puppe – Nina Horvath
Die Handlungsumgebung ist etwas unvollständig, das tut der Geschichte aber keinen Abbruch: Hier entsteht eine aufwühlende Stimmung. In ihrer Kürze ist die Geschichte perfekt.

Redpointer – Alexander Kaiser
Eine umfangreiche Geschichte, deren Knackpunkt sich in der Darstellung gegen Ende befindet. Die Handlung der Erzählung dient eher der Verschleierung als der Auflösung, es werden aber gleichzeitig gute Einblicke in die Aufgaben der Protagonisten gewährt. Im Endeffekt ordnet sich also die Verschleierung der Erkenntnis unter, so dass eine sehr spannende Geschichte entsteht, deren Umfeld großräumig ausbaufähig ist. Hervorragende Ideen stapeln sich hier.

Hinaus in die freie Natur – Olaf Trint
Nachdem sich die Menschheit vor einer vergifteten Umwelt zurückziehen musste, gelingt Wissenschaftlern die Erneuerung außerhalb der von Menschen bewohnten Bereiche. Dem normalen Menschen ist ein Leben außerhalb der eigenen vier Wände inzwischen unvorstellbar geworden. Ist er so anpassungsfähig, wie immer behauptet wird? Würde er sich nicht eher von einer völlig fremden Umgebung überfordert sehen? Trint zeigt ironisch und mit guter Erzähltechnik, was eine Flucht vor der Natur nach sich ziehen könnte. Dabei geht er noch radikaler vor als sein großer Vorgänger Isaac Asimov in seinen »Baley«-Romanen.

E T A 7 – Christian Savoy
Die Bedeutung von E T A 7, »Estimated Time of Arrival: sieben Jahre«, geht ziemlich unter in der kompakten Erzählung. Davon abgesehen, entwickelt Savoy die Menschheit unter dem Druck einer potenziellen, unaufhaltsamen Bedrohung und wirft dabei Streiflichter auf Persönlichkeiten der Entwicklung und auf wegweisende Geschehnisse. Sehr fesselnd geschrieben und mit einem der Menschheit entsprechenden dramatischen Ende.

Reproduktion – Melanie Metzenthin
Knackige Geschichte über das Thema der Akzeptanz künstlicher Menschen als echte Individuen.

Cinema Mentale – Thomas Kohlschmidt
Dramatischer Verlauf eines Versuchs, mit einer andersartigen, blutrünstigen außerirdischen Intelligenz Kontakt aufzunehmen. Die thematische Ähnlichkeit zu Bickers »Schwamm« ist erstaunlich und nicht zu übersehen. Fehlgeschlagene Erstkontakte beschäftigen uns anscheinend stark – ein Zeichen unserer unvollkommenen Bereitschaft oder unserer Angst? Eindrucksvoll geschrieben.

Die nach uns kommen – Birgit Erwin
Ein Endzeitszenario aus der Sicht eines Kindes. Das Mädchen versteht nicht die Beweggründe seines älteren Bruders, der die Welt noch vor dem Krieg kannte. Aber durch ihre Augen erhaschen wir einen Hauch der neuen Welt und der brutalen Ausweglosigkeit. Bedrückend.

Der Gravo-Dom – Armin Rößler
Geradlinige Story, deren Entwurf höchst interessant ist. Lowes Gedanke »Ich habe Zeit« widerspricht allerdings seiner Infektion durch die Auftraggeber. Was genau ist mit ihm passiert, als er seinem Ziel so nahe war? Der Umschwung ist schwer verständlich. Unterhaltsam ist die Story aber allemal.

Fazit

Was in dieser Anthologie an Ideenvielfalt und technischen Fertigkeiten zusammenkommt, ist beachtenswert. Dieses Mal gibt es keinen einsamen Favoriten, alle Geschichten sind auf einem sehr hohen Niveau angesiedelt. Fünf Erzählungen heben sich nochmals ein wenig ab. Sie berühren den Leser richtig und stehen für den jeweiligen Charakter ihrer Art: Schneiders »Interferenz« für die Wissenschaft, Bickers »Schwamm« für den Erstkontakt, Güttges »Roda« für überbordenen Humor, Horvaths »Tod einer Puppe« für erschreckende Versuche, Savoys »E T A 7« schließlich für das Kosmische.

Nicht zu vernachlässigen ist das Vorwort zu diesem Band! Selten war ein Vorwort so lesenswert wie dieses; damit hat Rößler scharf vorgelegt, was schwer zu toppen sein wird.

Insgesamt bietet die Sammlung spannende, tief gehende, lustige, düstere und ergreifende Unterhaltung, der sich niemand entziehen sollte. Zwar bleibt das Gefühl von vorwiegend pessimistischen Visionen geprägt, wird aber von humor- und wundervollen Erzählungen gut aufgelockert. Mehr davon!

broschiert, 196 Seiten
ISBN-13: 978-3938065136

Der Autor vergibt: (4/5) Ihr vergebt: SchrecklichNa jaGeht soGutSuper (No Ratings Yet)

Armin Rößler (Hrsg.) – Überschuss

»Es bewegt sich etwas in der deutschsprachigen Science-Fiction-Landschaft…«
– Armin Rößler 2005 im Vorwort zu „Überschuss“

Aus der ersten SF-Anthologie des Wurdack-Verlags „Deus Ex Machina“ wurden gleich mehrere Geschichten sowohl für den Kurd-Laßwitz-Preis als auch den Deutschen Science-Fiction-Preis nominiert. Neben ganz neuen Autoren, die durch das ambitionierte Projekt des Wurdack-Verlags die Möglichkeit erhalten, ihre ersten Geschichten zu veröffentlichen, melden sich auch in der Szene bekannte Autoren wie Markus K. Korb, Thorsten Küper oder zuletzt in „Walfred Goreng“ sogar Profis wie Ernst Vlcek und Helmut W. Mommers zu Wort. „Überschuss“ ist eine Sammlung von 19 Geschichten deutscher und österreichischer Autoren, die laut Klappentext auch „neue Fragen auf konventionelle Antworten“ wagen.

Überschuss – Thorben Kneesch (Physiker)
Die Titelstory bietet gleich ein erschreckend denkbares Modell der menschlichen Zukunft, vor allem mit der derzeitigen Arbeitslosenpolitik der Bundesregierung im Blick. Kneesch lässt die weitere Entwicklung streiflichtartig vorüberziehen und steuert eine klassisch tragische und ausweglose Situation an, um mit einem Hammer zu enden. Sehr gelungen!

Der Irrtum – Lutz Herrmann (Dozent für Physik und Chemie)
Die Handlung ist absolut nachvollziehbar, kein abgedrehter Text, ganz normal geschrieben – und trotzdem hab ich die Geschichte erst jetzt, beim Schreiben dieser Zeilen, wirklich verstanden. Direkt nach dem Lesen bleibt das Gefühl des Nichtverstehens, aber die Ansätze werden vermittelt. Erst wenn man darüber nachdenkt, warum die Story ihren Titel trägt, kommt die Erkenntnis. Tragisch. Das Schicksal von Menschen, durch Irrtümer drastisch veränderbar.

Barrieren – Armin Rößler_ (Journalist)
Die Angst vor dem Fremden – immer wieder Grundlage von Missverständnissen und Kriegen. Oder ein oft thematisierter Gegenstand in der Science-Fiction, wenn Menschen mit überragenden Fähigkeiten ausgenutzt, aber auch gefürchtet werden. Luz ist einer von ihnen, aber er hat seine eigene Überzeugung und sucht einen Weg, seinen Leuten gegen alle Gefahren zu helfen. Fesselnd geschrieben!

Nur ein Gedanke – Birgit Erwin (Referendarin für Anglistik und Germanistik)
Ob schon mal jemand auf den Gedanken gekommen wäre, eine Fritte ins All zu schicken? Nein, warum auch. – Zu diesem Zeitpunkt ist man gewarnt, ahnt aber noch nicht das Ausmaß der Geschichte. Erwin fackelt ein ironisches Feuerwerk ab, bei dem eine Blödheit der anderen folgt und eine Verkettung merkwürdiger Zufälle schließlich zum Höhepunkt führt. Ob schon mal jemand auf die Idee gekommen wäre, eine Sternschnuppe zu bauen?

Der Spaziergang – Markus K. Korb (Herausgeber)
Wie schön Protagonist Wilson sich ausmalen kann, wie der Tod kommen würde. Und wie zynisch sich der Tod anschleicht. Wunderbar geschrieben.

Der Untergang der Titan – Bernhard Weißbecker (Physiker, Agarwissenschaftler)
Die irrigen Wege der Medien und die ungebrochene Sensationsgier der Menschen. Entscheidung zwischen einer Freudenfeier und einem Stierkampf. Wieder eine Geschichte für den Zynismus.

Nicht ganz Atlantis – Andrea Tillmanns (Physikerin)
Obwohl recht schnell einigermaßen klar ist, worum es geht, ist die Geschichte so gut erzählt, dass sie den Leser bis zum Schluss fesselt. Eine Art von Kulturschock bricht herein, eine Katastrophe führt zu einem unwürdigen Leben. Es ist eine etwas längere Geschichte, aber wert, erzählt worden zu sein.

Strafvollzug – Peter Hohmann (Sport-Anglistik-Student)
Sehr unterhaltsam und flüssig zu lesen. Leider steht die Pointe als offene Drohung im Hintergrund. Hohmann schafft es aber, eine tragische Geschichte zu erzählen.

Wider Willen – Axel Bicker (Physiker)
Wieder einmal herrscht der Feudalismus auf neu erschlossenen Planeten. Und der Sohn lehnt sich nicht auf. Aber Bicker erzählt eine alte Thematik in neuem Gewand. Sehr spannend.

Das Festtagsprogramm – Thorsten Küper (Lehrer)
Eine durch und durch hinreißende Geschichte, die vom ersten bis zum letzten Wort spannend ist. Mit jedem Satz verdichtet sich das Bild, ein Thriller, dessen Ende eine Horrorzukunft beschwört. Meisterhafte Unterhaltung.

Die Spirale – Nina Horvath (Biologie-Studentin)
Philosophische Gedankenspielerei, die aber zum Mitdenken animiert und (da es sich um existenzielle Spekulationen handelt) mehrere unergründliche Lösungen bietet, um schließlich zu einer erschreckenden Konklusion zu kommen.

Der Besucher – Uwe Herrmann (tätig in der Kunststoffbranche)
Der Außerirdische selbst ist nicht weiter ungewöhnlich. Aber sein Ursprungsplanet umso mehr. Er ist nämlich so weit von allen Galaxien entfernt, dass selbst die Naturgesetze ihn nicht erreicht haben, weil sich der Aufwand nicht lohnt. Wir erhalten eine neue Erkenntnis um die Intelligenzverteilung auf der Erde und erfahren erleichtert, dass das Säbelrasseln der Amerikaner nicht jeden einschüchtert. Zum Schmunzeln.

Albas bestes Spiel – V. Groß (studierte Erziehungswissenschaften, Sozialpsychologie, Sprachwissenschaften)
Ein Spiel entscheidet. Spannend geschrieben, enthüllt Groß nach und nach die Ursache eines Streits, und als man endlich hoffen kann, führen die Spielsucht und die Entschlossenheit der potenziellen Retter zum tragischen Ende. Die beiden letzten Absätze sind überflüssig, verdeutlichen nur die ohnehin deutliche Pointe. Trotzdem toll.

Flasken – Edgar Güttge (Übersetzer)
Ich hätte ja die letzten drei Absätze weggelassen. Insgesamt eine flotte Geschichte, die vor satirischen Elementen nur so strotzt. Der Nihilist Friedhelm Nichtsche zum Beispiel. Güttge hat wohl alles, was ihm an Humor gekommen ist, hier verbraten, zwischen Flasken, Flaschen und Flachsen. Manchmal vielleicht etwas viel, insgesamt aber flüssig und sehr unterhaltend.

Das Buch – Ilka Sehnert (Sängerin, Schauspielerin)
Sehr fragmentarisch, aber auch eindringlich. Warnend vor dem Vergessen und der Kontrolle. Eine Vision nach Orwell und Bradbury, mit einem Lichtblick.

Der Bewohner – Bernhard Schneider (Physiker)
Eine Geschichte, die auf den gleichen Grundlagen ruht wie „The 13th Floor“ und „The Matrix“. Trotzdem ist sie äußerst originell, denn die philosophischen Fragen, die bei den genannten Geschichten entschlüsselt werden, finden hier keine Lösung. Diese Geschichte ist der Knaller dieser Sammlung!

Alles wandelt sich – Antje Ippensen
Inmitten der Geschichten mit düsteren Visionen hebt sich diese hier wunderbar ab. Sie löst ein hoffnungsvolles Gefühl aus, sieht allerdings die Rettung der Erde nicht durch die alleinige Kraft der Menschen kommen, sondern durch aufopferungsvolle Hilfe von außen. Als eine Warnung vor den naturzerstörerischen Machenschaften der Menschen sieht sie die Zukunft trotzdem nicht verloren.

Allmacht – Uwe Sauerbrei (Geophysiker)
Schön schnelle Geschichte, aber das Wichtigste bleibt ungeklärt: Woher kommt die Allmacht? Wohl ein Fehler in irgendwelchen kosmischen Systemen, wird ja auch temporal bereinigt. Immerhin giert der Allmächtige nur nach Wissen, nicht nach Überlegenheit. Unterhaltsam.

Fallstudie: Terroristin Jenny S. – Heidrun Jänchen (Physikerin)
Fehlinformation der Medien (oder durch die Medien) und ständig gelockerte ethische Vorstellungen machen schnell aus einer Frau eine Terroristin, die sich in einer genmanipulierten Welt eine natürliche Schwangerschaft wünscht. Schlaglichtartig leuchtet Jänchen die Verhältnisse in dieser Welt aus und skizziert eine dramatische Entwicklung. In der Welt gibt es menschliche Ersatzteillager; sogenannte „defekte“ Menschen haben keine Rechte und keine Zukunft mehr. Es ist eine brandaktuelle Diskussion um ethische Grundsätze und Gentechnik. Schnell und eindringlich zu lesen, ein würdiger Abschluss der Anthologie.

Fazit

„Überschuss“ ist eine wunderschön zusammengestellte Sammlung von hervorragenden Geschichten, die sich zum Teil eindringlich mit aktuellen schwierigen Themen befassen oder humoristisch unterhalten – oder beides.
Eine Geschichte für Zwischendurch oder mehrere Geschichten am Stück: Nie wird die Lektüre langweilig, jede Story wartet mit einer eigenen Idee und eigenem Stil auf. Für jeden Science-Fiction-Freund zu empfehlen; man wird seine Freude haben – und auch für jeden anderen an unserer Welt Interessierten bietet die Anthologie spannende Unterhaltung. Ein starkes Stück!

broschiert, 196 Seiten
ISBN-13: 978-3938065112

Der Autor vergibt: (4/5) Ihr vergebt: SchrecklichNa jaGeht soGutSuper (No Ratings Yet)

Armin Rößler (Hrsg.); Dieter Schmitt (Hrsg.) – Walfred Goreng

Anthologien deutscher (oder überhaupt) Science-Fiction sind mittlerweile äußerst seltene Publikationen. Kurzgeschichten scheinen der heutigen Leserschaft immer weniger zu bedeuten. Im Wurdack-Verlag erschien Anfang 2004 die erste SF-Anthologie („Deus ex machina“) des Verlags, der damit schwieriges Terrain betritt. Es ist ein erfreuliches Ereignis, dass mit „Walfred Goreng“ bereits der zweite Band erschienen ist – Kurzgeschichtenanthologien dienen als wichtige Plattform für aufstrebende Autoren und bieten in unterhaltsamer Form einen Querschnitt durch die deutsche Science-Fiction-Landschaft. Vielleicht spielte auch die von Andreas Eschbach jüngst herausgegebene Sammlung von Geschichten bekannter europäischer Schriftsteller eine unterstützende Rolle, um das Interesse an derartigen Publikationen zu erhöhen.

Armin Rößler (Hrsg.); Dieter Schmitt (Hrsg.) – Walfred Goreng weiterlesen