TKKG – Der eiskalte Clown (Folge 190)

Die Handlung:

Dieser Winter dauert lang in der Millionenstadt. Die Schneedecke ist weit entfernt davon zu schmelzen und Klößchen wird von einem ziemlich lästigen Schnupfen geplagt. All das zusammen ist zwar nicht gerade angenehm, aber nichts im Vergleich zu dem, was dann passiert. Alles beginnt mit dem Einbruch im Feinkostladen von Gabys Mutter. TKKG ahnen nicht, was dieses Verbrechen nach sich ziehen wird: Angst, Erpressung und das Zerbrechen von Freundschaften. Jemand scheint es auf TKKG abgesehen zu haben – und hat dabei jeden Schritt penibel geplant … (Verlagsinfo)

Mein Eindruck:

Tja, im TKKG-Land gibts Winter … bei uns in der Gegend hatte er sich für dieses Jahr mal freigenommen. Aber, wenn man dem Klappentext dieser Folge glauben darf, dann gehts in diesem Abenteuer hoch her und den Jungs und Mädels wird ganz schön warm ums Herz … Winter hin oder her. Was mir allerdings direkt auffiel, war der Name „Krusty, der Clown“ … ob der Verlag wohl an den Schöpfer der SIMPSONS Lizenzgebühr für dessen Verwendung bezahlen musste? Davon ab … wenns ums Clowns geht, dann gruselt es die meisten eh, denn mittlerweile gibt es mehr Leute, die Angst vor Clowns haben als solche, die sich über sie freuen. Ob wir das wohl Stephen King zu verdanken haben oder der Tatsache, dass Clowns so in-your-face sind und uns damit erschrecken? Vielleicht werden wir das anhand dieser TKKG-Folge klären können … vielleicht aber auch nicht.

 

Warum Tim, der eigentlich Peter heißt, nicht mehr „Tarzan“ genannt wird, das wissen die Hardcore-Fans sicher noch und auch Tim-Peter-Tarzan erklärt es in dieser Folge Gabys Mama noch mal … na ja … und wird dann von der Regie unterbrochen. Aber … Tim bei Gabys Eltern … so als Besuch bei den zukünftigen Schwiegereltern … werden die Kids jetzt erwachsen? Etwas seltsam ist auch, dass Gabys Mutti ihr erst nach 190 Folgen bestätigt, dass sie mit Tim eine gute Wahl getroffen hat.

Getroffen hat dann auch ein Übeltäter, der im Laden von Mutter Glockner Schaden anrichtet. Allerdings fand ichs schon interessant, dass „Sherlock“ Tim zwar feststellt, dass gar keiner im Laden gewesen ist, weil es keine nassen Fußabdrücke gibt. Wie dieser jemand aber in Gabys Zimmer gekommen ist, um ihr Tagebuch zu klauen, unschuldige Kleinmädchenfantasie-Teile davon ins Internet zu stellen und eine Lösegeldforderung in Drei-???-Gedächtnis-Rätsel-Form zu hinterlassen, das hinterfragt hier niemand. Und auf den Fußboden im Raum guckt auch keiner.

Wie Karl allerdings auf die Lösung bezüglich des Ortes der Lösegeldübergabe kommt, ist komplett konstruiert und kaum bis gar nicht nachzuvollziehen. Niemand „liegt“ im Wasser … und dass Gaby davon träumt, kann der Dieb wohl auch nur in ihrem Tagebuch gelesen haben. Darin wird er aber sicher nicht erst in ihrem Zimmer seelenruhig geschmökert und dann den Rätsel-Zettel geschrieben und deponiert haben … von daher konnte er das vorher nicht wissen. Auch darüber denkt Tim nicht nach … ok, der hat auch genug mit Gaby zu tun, die ziemlich aufgewühlt ist.

Übrigens ist auch interessant, dass der nach einer Viertel-Hör-Stunde beschuldigte Erstverdächtige direkt ein Alibi für den vorherigen Abend vorweist … wo doch eigentlich keiner außer TKKG und dem Dieb weiß, wann genau das Tagebuch gestohlen wurde. Dass in Gabys Mutters Laden eingebrochen wurde, das kann sich rumgesprochen haben, kein Ding. Das eins mit dem anderen zusammenhängt, das wissen nur wenige.

Sogar Insiderwissen haben der oder die Bösewichte in dieser Folge über jedes einzelne TKKG-Mitglied, denn nicht nur Gaby wird zum Opfer, auch der Rest der Bande ist betroffen. Da scheint jemand oder eine Gruppe extrem viel auf dem Kasten und richtig genau recherchiert zu haben … denn um das alles abzuziehen, was TKKG hier widerfährt, das bedarf schon einer Menge Cleverness und krimineller Erfahrung. Ach so … wieder eine Seltsamheit, diesmal bei Karl … dass sein Computer fremdbenutzt wird, ok, mit viel Wohlwollen geht auch das … aber dass Karl anschließend nicht mithilfe seine gehackten Elektrorechners herausfinden will, wann das geschehen ist, um an den Täter zu gelangen, wundert mich und passt nicht zu ihm. Dass er das folgende Rätsel dann lösen kann, das war ok und entspricht seinen geistigen Möglichkeiten.

Aber, nicht immer gehts kompliziert zu. Zur Auflockerung erfahren wir auch bei all dem Gerätsel, warum Schneeschuhe so gut funktionieren … ist doch auch mal was. Zumindest dabei hat der Autor an die jüngsten Fans gedacht, die so was noch nicht wissen.

Ansonsten hat der Autor jede Menge ge- und erdacht, dabei aber so viel konstruierte Einzelteile zusammengefügt, dass nicht nur der Abschlusslacher am Ende künstlich wirkt, sondern eigentlich alles an diesem Fall … von vorn bis hinten.

Die Sprecher und ihre Rollen:

Erzähler – Wolfgang Kaven
Tim – Sascha Draeger
Karl – Niki Nowotny
Klößchen (Willi) – Manou Lubowski
Gaby – Rhea Harder
Kommissar Glockner – Wolfgang Draeger
Margot Glockner – Renate Pichler-Grimm
Thorsten – Stephan Benson
Holger – Hans-Benno Pest
Hannes – Jona Mues
Jorina – Soi Anifantis
Werner – Jesse Grimm
Georg – Tim Kreuer
Sabine – Julia Fölster
und Oskar, der schwarz-weiße Cockerspaniel

Trackliste:

1 Scherben bringen Glück?
2 Das Huhn kommt zum Gockel
3 Das wünscht sich doch jedes Mädchen, oder?
4 Im tief verschneiten Wald
5 Krusty, der Clown
6 Der verstorbene Vater
7 Zum Stehlen gezwungen
8 Die Katze läßt das Mausen nicht
9 Eine kleine, dicke Robbe
10 Klößchen und das Eis

Technik-Credits:

Buch: Martin Hofstetter nach Motiven von Stefan Wolf
Produktion und Regie: Heikedine Körting
Redaktion: Wanda Osten, Maike Nagel
Geräusche und Effekte: Wanda Osten, Andre Minninger
Cover Illustration: Comicon S.L. nach Artworkvorlagen von R. Stolte
Rahmendesign: KB&B – Gestaltung: Atelier Schoedsack
„TKKG – Die Profis in spe“: Bonda / Büscher
Eine Produktion der SONY MUSIC ENTERTAINMENT Germany GmbH
(c) 2015

Die Ausstattung:

Die Hörspiel-CD steckt in einem Jewel-Case und ist in „TKKG-Blau“ bedruckt. Das Booklet-Faltblatt enthält eine Aufstellung der bereits veröffentlichten Abenteuer ab Folge 100 und sechs ausgewählte Cover-Bilder. Dazu gibts noch die Sprecher und ihre Rollen sowie die Technik-Credits auf der Rückseite nachzulesen.

Interessanterweise ist auf dem Cover nicht Krusty, der Clown zu sehen, sondern Pennywise, den Gruselfreunde aus der Verfilmung von Stephen Kings ES kennen.

Mein Fazit:

Gangster, die es diesmal direkt auf TKKG abgesehen haben? Das klingt spannend, besonders weil jedes Mitglied zum Opfer wird. Und ein zerstrittenes Detektiv-Quartett? Das gabs auch noch nicht! Leider steckt hinter dem Ganzen ein so dermaßen und komplett am Reißbrett entworfener Fall, dass das Hören so gar keinen Spaß macht. Und die Logiklücken und Seltsamheiten machen alles noch viel schlimmer. Die Bösewichte in diesem Abenteuer sind eigentlich viel zu blöd, um all das angestellt zu haben, was sie angeblich machen. Davon abgesehen, dass sie dafür nicht mal recherchieren konnten …

Hier passt überhaupt nichts zusammen. Und der moralische Zeigefingers des Autors zum Thema „Seht mal Kinder, man darf niemanden vorschnell beschuldigen, nur weil …“ ist vertontes Klischee. Nur am Reißbrett des Autors, da sah alles sicher super aus … fühlt sich leider für den Hörer und TKKG-Fan so gar nicht danach an, auch wenn die Sprecher das Beste aus dem Skript herausholen und am Ende sogar gequält abschlusslachen … müssen.

1 Audio-CD mit 62.22 Minuten Spieldauer
Vom Verlag empfohlen ab 8 Jahren
EAN: 888750377425

www.natuerlichvoneuropa.de
www.tkkg.de

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