traditionelles asiatisches Brettspiel – Oshi – The Game Of Influence

_Ein Geschenk für den Kaiser_

Als die Göttin Amaterasu einst den japanischen Kaiser aufsuchte und mit einigen kaiserlichen Reliquien beschenkte, brachte sie ihm auch ein Stück ihrer Weisheit mit, nämlich das Spiel „Oshi“. Anhand dieses strategischen Brettspiels sollt der Kaiser lernen, seinen Einfluss gezielt einzusetzen und seine Macht weise einzusetzen. Er sollte lernen, dass Einfluss Macht bedeutet, doch wenn man ihn für falsche Zwecke verwendet, kann selbst die mächtigste Person in die Knie gezwungen werden.

_Spielidee_

In „Oshi“ besitzt jeder Spieler acht Türme, die er auf einem neun mal neun Felder großen Spielfeld bewegen muss, um die Türme des Gegners zu verdrängen und schließlich über den Rand hinauszustoßen. „Oshi“ wird von zwei Spielern gespielt und ist vom Aufbau her vergleichbar mit dem Schachspiel, zumal die Türme individuell verschiedene Eigenschaften haben. Beide Spieler verwalten Türme in drei verschiedenen Größen, die unterschiedlich weit ziehen und unterschiedlich viele Steine gleichzeitig verschieben können. Dementsprechend haben diese Türme auch einen jeweils anderen Wert zwischen 1-3 Punkten, je nach Höhe. Ziel des Spiels ist es schließlich^, gegnerische Türme im Gesamtwert von 7 Punkten aus dem Spiel zu schubsen – doch dies ist leichter gesagt als getan …

_Spielmaterial_

• 1 Spielbrett
• Jeweils 4 einstöckige Türme in den Farben Rot (Ochsenblut) und Weiß (Elfenbein)
• Jeweils 2 zweistöckige Türme in den Farben Rot und Weiß
• Jeweils 2 dreistöckige Türme in den Farben Rot und Weiß
• 1 Spielbrett aus Holz
• 1 Spielregel

Der Aufbau des Spielmaterials ist recht seltsam. Da kommt „Oshi“ schon mit einem richtig feinen, massiven Holzspielbrett daher und erhöht damit die Erwartungen an die Spielsteine ungemein, und dann sind leider nur ein paar leichte, wenn auch hübsche Plastikfiguren in der Schachtel enthalten und erzielen dadurch auch einen ziemlich komischen Kontrast. Die Spielbarkeit ist davon jetzt zwar nicht betroffen, aber wenn schon ein solch tolles Spielbrett, dann hätte man auch zu einem geringen Aufpreis auch einige Holzfiguren verwenden können.

_Spielverlauf_

In jedem Spielzug darf man nun eine seiner Spielfiguren über das Feld bewegen und muss dabei versuchen, die gegnerischen Figuren in die Enge zu treiben. Mit einem einstöckigen Turm darf man ein Feld weit ziehen, mit einem zweistöckigen zwei Felder und mit einem dreistöckigen drei Felder. Weiterhin darf man mit dem einstöckigen Turm eine andere Figur verschieben (auch eine eigene), mit einem zweistöckigen Turm zwei Figuren und mit einem dreistöckigen entsprechend drei Figuren. Man hat dabei die Wahl, ob man bloß eine Figur weitersetzt und sich günstiger positioniert oder ob man doch besser andere Figuren ins Spiel mit einbezieht und so die Bedingungen auf beiden Seiten verändert. Ziel ist es vor allem, die höherstöckigen Türme des Gegners außer Gefecht zu setzen, weil sie als Angriffswaffe am effizientesten sind – und natürlich auch die meisten Punkte einbringen. So schiebt man nun hin und her, drängt die Türme des Gegenspielers Schritt für Schritt in die Enge und treibt sie schließlich über den Spielfeldrand ins Aus. Wem es dabei als Erstem gelingt, Türme mit einem Gesamtwert von sieben Punkten auszuschalten, der hat das Spiel gewonnen.

_Meine Meinung_

Ähnlich wie zuletzt [„Othello“,]http://www.buchwurm.info/book/anzeigen.php?id__book=3223 so überzeugt auch „Oshi“ durch einen leicht verständlichen Spielaufbau, ebenso simple Spielregeln und gleichzeitig unzählige strategische Zugmöglichkeiten, die das Spiel bereits nach dem ersten Test zum Dauerbrenner machen. Dabei sind deutliche Parallelen zum klassischen Schachspiel nicht von der Hand zu weisen, wenngleich der Reiz bei „Oshi“ gerade deswegen größer ist, weil prinzipiell bis zur letzten Runde und selbst bei zahlenmäßiger Unterlegenheit immer noch alles offen ist und man quasi in einem unerwarteten, geschickten Konter das Feld von hinten aufrollen kann. Toll ist außerdem, dass man sofort nach Öffnen der Schachtel loslegen kann; das Spiel ist schnell vorbereitet und eine Partie im Grunde genommen auch schnell gespielt. Wobei man jedoch den Suchtfaktor nicht unterschätzen sollte, der „Oshi“ auch schnell zum füllenden Abendprogramm avancieren lässt.

Aus all diesen Gründen entfällt an dieser Stelle nun auch jegliche inhaltliche Qualitätsdebatte. „Oshi“ ist schlicht und einfach ein fantastisches, unheimlich unterhaltsames Strategiespiel und fesselt einen erbarmungslos an den Spieltisch. Als Alternative zu den altbekannten Brettspielklassikern kann ich dieses asiatische Pendant nur bedingungslos empfehlen.

http://www.pegasus.de

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