unbekannt – Trivial Pursuit – 1990er

_Back to the 90s_

„Trivial Pursuit“-Spiele gibt es mittlerweile wie Sand am Meer. Ob Disney-, Fußball- oder zuletzt die DVD-Ausgabe, dem allseits beliebten Wissensspiel sind keine Grenzen gesetzt, so dass das Spiel auch mit den ständig neuen Varianten immer noch Erfolge feiert. Eine der aktuellsten Fassungen ist „Trivial Pusuit – 1990er“, welches sich, der Name desutet es bereits an, mit Ereignissen und Besonderheiten des vergangenen Jahrzehnts beschäftigt und alle wichtigen Entwicklungen in insgesamt 1800 Fragen und drei verschiedenen Perioden reflektiert. Es geht um Dinge wie die E-Mail, den Durchbruch des Internets, Meilensteine im Showbusiness, sportliche Höhen und Tiefen sowie natürlich um politische Hintergründe, die in diesem Fall jedoch nicht ganz so weltfremd wirken wie einst in den ersten Generationen des Spiels. In einem erneut spannenden Wettkampf kann man mithilfe dieses Spiels eine der wichtigsten Epochen der Menschheit noch einmal rekapitulieren und dabei sein eigenes Wissen noch einmal testen. Gerade für jüngere Fans dieses Spiels sollte dies Anstoß genug sein, sich mit dieser Edition von „Trivial Pursuit“ noch einmal näher auseinanderzusetzen.

_Ziel des Spiels_

Das Ziel von „Trivial Pursuit“ ist es, seinen Wissensspeicher mit sechs verschiedenen Wissensecken aus sechs verschiedenen Fragekategorien zu füllen. Sobald einem dies gelungen ist, gilt es, die Mitte des Spielfelds aufzusuchen und dort die Masterfrage zu beantworten. Wem dies als Erstem gelingt, der hat das Spiel gewonnen.

_Spielmaterial_

• 1 Spielbrett
• 300 Karten mit jeweils sechs Fragen und Antworten
• 3 Kartenhalter
• 6 Wissensspeicher
• 3 farbige Wissensecken
• 1 Würfel

Das Spielmaterial von „Trivial Pursuit – 1990er“ hat sich gegenüber den Basisversionen des Spiels nicht grundlegend verändert. Ein Unterschied besteht lediglich darin, dass die Fragen und Antworten auf drei unterschiedlichen Hintergründen abgedruckt sind, die wiederum für verschiedne Zeitperioden des letzten Jahrzehnts stehen. Man unterscheidet hier die Zeiträume von 1990-93, 1994-96 und 1997-99. Auch die Kartenhalter sind individueller gestaltet worden und wirken ein wenig futuristisch. Was hingegen zu bemängeln ist, wäre die Quantität des Materials. Gerade einmal 300 Karten sind bei einem Endpreis von rund 40 € nicht besonders viel. Das Spielmaterial mag zwar toll und aufwendig gestaltet sein (die glamourösen Wissensspeicher machen zum Beispiel echt etwas her), aber wenn ich da an manch andere Ausgabe denke, wird hier inhaltlich nur ein Bruchteil dessen geboten, was vor einiger Zeit noch zu einem deutlich niedrigeren Preis auf den Markt gekommen ist.

_Spielvorbereitung_

Vor dem Spiel wählt jeder Spieler einen Wissensspeicher aus und setzt ihn auf das zentrale Feld des Spielplans. Die Fragen werden farblich getrennt in die Kartenhalter gestellt und neben dem Spielbrett positioniert. Anschließend wird der Startspieler ausgewürfelt, dies ist derjenige mit der höchsten Würfelsumme.

_Spielablauf_

Ein Spielzug besteht aus genau drei festgeschrieben Aktionen. Zunächst würfelt der Spieler für die Bewegung seines Wissensspeichers und entscheidet dann, in welche Richtung er diesen zieht. Ziel ist es dabei, die Eckfelder aller Kategorien zu erreichen, denn nur auf ihnen bekommt man für eine richtig beantwortete Frage auch die ersuchten Wissenssteine. Je nachdem, wo die Spielfigur landet, wird ihrem Spieler nun eine Frage in der entsprechenden Kategorie gestellt. Zuvor wird jedoch noch ausgewürfelt (die Würfelaugen sind farbig markiert), aus welchem der drei möglichen Zeiträume die Frage stammen soll. Anschließend findet dann das beliebte Frage-Antwort-Spiel statt.

Wenn man eine Frage korrekt beantwortet hat, darf man seinen Spielzug wiederholen, und zwar so oft, bis man irgendwann keine passende Antwort mehr gefunden hat. Dies gilt auch für den Fall, dass man mit einer Antwort einen Wissensstein erlangt hat. Bei einer falschen Antwort übergibt man schließlich an seinen linken Mitspieler.

_Die Kategorien_

• Globales Dorf: Hier geht es um Handel und Werbung bis hin zu weltweiten Reisen und internationaler Politik
• Promis & Stars: Skandale, Glanz & Glamour der Prominenten aus Kunst, Theater, Musik und TV
• Topnews: Bewegende Ereignisse und unvergessliche Stunden, die die Politik und die Menschheit im letzten Jahrzehnt berührt haben
• Zeitgeist & Szene: Der Lifestyle der Neunziger samt Kommerz und Image
• Musik & Show: Film, Fernsehen und Musik – der Einfluss des Showbusiness auf die 90er
• Helden & Versager: Sportliche Höhe- und Tiefpunkte und die damit einhergehenden Skandale

_Spielende_

Sobald ein Spieler alle Wissensecken in seinem Wissensspeicher vereint hat, versucht er, rasch die Mitte des Spielplans zu erreichen. Dort darf er nun eine beliebige Kategorie wählen und sich mit der Masterfrage prüfen lassen. Bei richtiger Beantwortung hat er (oder natürlich sie) das Spiel gewonnen. Ansonsten muss er wieder weiterziehen und darf sich beim nächsten Erreichen des Zentrums erneut prüfen lassen.

_Varianten_

Zu „Trivial Pursuit“ gibt es natürlich auch haufenweise Varianten, um entweder die Spieldauer zu straffen oder den Anspruch zu verringern bzw. zu erhöhen. In der Spielregel sind auch mehrere weitere Spielmöglichkeiten genannt, zum Beispiel die Option, die Antwortzeit zu begrenzen, oder aber die Kurzspielvariante, bei der man nach jeder richtig beantworteten Frage einen Wissensstein erlangt. Eine ganz interessante Version ist indes der Durchmarsch. Weil es ja prinzipiell möglich ist, in einem einzigen Spielzug alle Ecken zu sammeln und die Masterfrage zu beantworten, wird hier den Kontrahenten die Chance eingeräumt, im Anschluss zumindest noch einen Gleichstand zu erzielen – vorausgesetzt natürlich, man legt ebenfalls einen Durchmarsch vor. Das mag zwar etwas weit hergeholt klingen, doch weil die Fragen vergleichsweise einfacher sind als beispielsweise in der Genius-Edition, ist dies durchaus im Bereich des Möglichen.

Eine im hiesigen Spielerkreis bevorzugte Fassung ist die erschwerte Masterfrage. Statt nämlich aus einer Kategorie auswählen zu dürfen, muss der Spieler hierbei alle sechs Fragen einer Karte beantworten. Nur dann kann er das Spiel gewinnen. Allerdings ist dies auch nur Profis zu empfehlen, denn das Glück und das Wissen zu haben, um zufällig die richtigen Themen zu erwischen, ist ebenfalls eine Seltenheit – aber ziemlich interessant und spannend.

_Meine Meinung_

Rein inhaltlich ist „Trivial Pursuit – 1990er“ nicht sonderlich außergewöhnlich, was aber eigentlich auch nicht zu erwarten war bei diesem längst etablierten Spielprinzip. Die Sonderregeln mit den drei zeitlich eingegrenzten Unterkategorien sind jedoch recht interessant, denn wie man schnell feststellen wird, ist der Anspruch bei den älteren Fragen ein wenig höher als bei denen aus dem Zeitraum 1997-99. Dafür ist das Spiel allerdings wegen der deutlichen quantitativen Eingrenzung des Kartenmaterials leider auch schneller ausgereizt. 300 Karten mit insgesamt 1800 Antworten – das klingt zwar nach einer Menge, doch wer „Trivial Pursuit“ öfter auf den Tisch bringt, wird in recht kurzer Zeit mit den Karten durch sein.

Dennoch ist das Spiel der jüngeren Generation zu empfehlen, schließlich hat sie dieses Jahrzehnt durchlebt und wird hier mit einigen kniffligen, gut sortierten Fragen wieder in diese Ära zurückversetzt. Sieht man mal vom Preis-Leistungs-Verhältnis ab, ist „Trivial Pursuit – 1990er“ daher auch sicherlich eines der besten Spiele seiner Art.

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